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Thema: Meine Lili Maus ist für immer eingeschlafen

  1. #1
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    Meine Lili Maus ist für immer eingeschlafen

    Hallo,

    Ich habe mich entschieden, meine Geschichte hier zu schreiben in der Hoffnung dass es in dieser sehr dunklen Zeit helfen könnte.

    Meine kleine Lili Maus ist am Montag 23.08 für immer eingeschlafen. Und was ich schon immer befürchtet habe, nämlich sie dabei helfen zu müssen ist passiert. Sie ist nicht einfach friedlich eingeschlafen sondern der TA musste zu uns nach Hause kommen.
    Das hatte ich vor 6 Jahren mit ihrem Bruder Choucky schon erlebt, und bin immer noch nicht darüber hinweg. Ich habe da auch grosse Schulgefühle weil ich damals nicht begriffen habe dass er so krank war. Und habe ihn nicht den nötigen Trost und die Zuneigung die er brauchte gegeben.

    Meine sehr tapfere Lili war 21 Jahre alt. Mensch war ich immer stolz zu erzählen dass sie 21 ist und noch fit ist wie ein Turnschuh.

    Vor ein paar Wochen hat sie grosse Mühe gehabt zum koten. Wir vermuteten Verstopfung und auch dass sie eventuell nicht mehr die Kraft dafür hätte. Es kam danach immer wieder vor. Auch hat sie manchmal neben dem Katzenklo gemacht.
    Am 27.07 bin ich in einer neuen Klinik gefahren, weil mein Vertrauter TA in Rente ging. Und da die Schock Diagnose: Tumor im Kiefer Bereich, vermutlich schon metastasiert, grosse Schmerzen. Der TA wollte sie an Ort und Stelle einschläfern, ohne mich zu fragen wie sie sich verhält, ob sie frisst, schmust usw...Sie hatte keinerlei Zeichen von Schmerz gezeigt und hat, auch wenn wenig, gefressen und die Streicheleinheiten genossen. Ich habe sie natürlich wieder mit nach Hause genommen. Hab meine Nachbarn gefragt ob sie einen guten TA kennen. Am Freitag 30.07 bin ich in einer anderen Klinik gefahren, und da waren die Mitarbeiter sehr einfühlsam und meinten dass sie aufgrund vom allgemeinen Zustand noch weiteren schöne Tage haben würde. Ihr Fell war immer noch so schön und glänzend. Ich ging mit ihr, und mit cbd Tropfen heim.
    Von da an, als ob sie verstanden hätte dass sie nicht mehr lange leben würde, hat sich ihr Zustand schnell verschlechtert.
    Sie konnte nicht mehr richtig essen, war schwach, abgemagert und kam morgens nicht mehr in unserem Bett um uns zu wecken.
    Appetit hatte sie aber.
    Von da an haben wir versucht, sie rund um die Uhr zu betreuen, bzw sie nur noch ganz kurz alleine zu lassen, haben abwechselnd auf die Sofa geschlafen, oder direkt neben ihrem Bettchen. Wir halfen sie zum essen, haben flüssige Nahrung gekauft, haben sie regelmässig zum Katzenklo getragen.
    Nun war sie letzte Woche schwach und wackelig auf die Beine. Ich habe am Freitag 20.08 mit der Tierärztin telefoniert. Sie meinte dass es nicht mehr lange gehen würde, ob ich vorbei kommen möchte und sie eventuell erlösen würde. Da hatte ich aber tief in mir dass Gefühl, dass Lili noch nicht gehen wollte. Sie genoss nach wie vor die Streicheleinheiten, ging noch, auch wenn nur kurz, raus. Ich habe der TA gesagt dass ich es auf keinen Fall in der Klinik machen würde, ob die Möglichkeit bestehen würde, sie zu Hause einschläfern zu lassen. Der Stress vom Transport wollte ich ihr auch ersparen.
    Dann wurde ein Termin für Montag 23.08 um 11:00 abgemacht. Der TA würde sich ihr Zustand anschauen und dann würden wir gemeinsam entscheiden was besser für sie ist.
    Wir haben noch 3 Tage mit ihr verbracht, Fotos und Videos gemacht, versucht so gut es ging sie zu füttern in dem wir alles gekauft haben was sie über alles mochte. Feste Nahrung ging aber kaum noch. Wir haben viel mit ihr geschmust, und auch viel geweint.
    Wir fingen an einen Fotoalbum und Leinwand Collage zu machen,
    Auch haben wir eine Erinnerungsbox mit einem Abdruck von ihren Pfötchen gemacht.
    Dann kam der letzte Abend, die letzte Nacht, und dann der befürchtete Tag x. Ich habe mein Wecker extra früh gestellt um möglichst viel Zeit mit ihr zu verbringen. Tief in uns wussten wir, dass es besser wäre sie gehen zu lassen, bevor ihr kleines Körper nicht mehr mitmacht. Wir haben uns neben ihr gelegen, haben so sehr gehofft dass ihr Herzchen aufhört zu schlagen und sie in unseren Armen geht.
    Dann klingelte es. Wir haben ihr Zustand geschildert, der TA sagte dass wir jetzt noch eine Chance auf einen Würdigen Abschied hätten. Dass sie vermutlich bald sehr leiden würde. Sie konnte schlecht atmen und die Untersuchung vom TA fand sie doof. Ich wollte es fast verzögern, mein Partner meinte der Zeitpunkt wäre richtig. Er hatte auch recht.
    Sie Lag in ihrem Bettchen, die Spritze vom Beruhigungsmittel fand sie Scheisse, sie wollte abhauen, die Arme hatte ja kaum noch Muskeln so dass es ihr weh tat. Mein Gott, genau das wollte ich nicht, dass man ihr weh tut. Ich habe sie noch mal in ihrem Bettchen gelegt, und der TA hat der Rest vom Beruhigungsmittel gespritzt. Sie war schnell sehr ruhig, hat aber beim atmen gezuckt. Ihre Augen waren so traurig, als ob sie weinen würde, weil sie wusste dass es jetzt vorbei wäre, als sie sich wünschen würde, wieder gesund zu werden und weiterhin ihr schönes Leben mit uns verbringen könnte. Ich habe mit ihr geredet, sie geküsst, gesagt dass alles gut wäre, ihr gute Nacht gewünscht.
    Dann kam der Katether, ich konnte nicht zuschauen. Der Narkose mittel würde gespritzt, und kurz danach die "Todesspritze". Es ging schnell. Nun lag sie leblos in ihrem Bettchen.
    Ich habe sie zum Auto getragen, ihr kleines Körper war so leicht, und noch warm.
    Das war das letzte mal, dass ich sie sah, in eine Kiste, im Kofferraum. Der TA wünschte mir viel Kraft und fuhr mit ihr los.
    Wir hatten davor die Urne ausgewählt, mit Gravur "Lili, der Sonnenschein in unserem leben 28.10.2000-23.08.2021".
    Danach, bin ich in einem tiefen Loch gefallen, und komme nicht mehr raus, die leere macht mich wahnsinnig, ihr Bettchen der leer liegt, Ihre Haare auf der Kuscheldecke... Manchmal bilde ich mir ein ich würde sie sehen wenn ich ins Wohnzimmer komme. Doch es ist leer, so furchtbar leer.
    Und die Vorwürfe, sie hatte Schmerzen wegen der Spritze, sie war traurig zu gehen. Ich habe das Gefühl ich werde wahnsinnig.
    Und dann die bagatellisierte Trauer von Menschen die nicht verstehen dass man um ein Tier trauern kann, die denken man könnte sich einfach ein neues Tier holen und es wäre alles gut.
    Meine Lili war mein ein und alles, sie war meine Welt, 21 Jahre lang. Und ich habe sie so sehr geliebt. Sie war so süss und lieb, so tapfer, lustig, verschmust. Sie gab mir halt im Leben. Einfach perfekt. Aber dann machte ihr Körper nicht mehr mit.
    Ich habe sie geliebt als wäre sie mein Kind.
    Ich werde mich davon nie erholen können. Ich weiss dass es mit der Zeit besser wird, kann es mir aber momentan überhaupt nicht vorstellen. Es ist als ob mein Herz vom Brustkorb weggerissen worden wäre.

    Und auf einer Seite denke ich, dass ich verdient habe so zu leiden, nachdem ich entschieden habe dass sie sterben muss.

    Bis bald kleine Maus, ich liebe dich über alles.

  2. #2
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    Hallo Lillimaus.

    Fühl Dich gedrückt Es tut weh, auch nach Jahren noch. Aber 21 Jahre ist ein supertolles Alter, was Deine Maus in Liebe leben durfte. Soviel Glück hat kaum eine Katze.
    Mir hat das Buch: "Ein Tag mit Tiger" von Andrea Schacht (Gibt noch 2 weitere aus der Tiger Reihe von ihr) unglaublich gut geholfen den Tod meiner Lieben zu verkraften und den Kopf oben zu behalten. Vielleicht tut es auch Dir gut. Sie mögen gehen, aber die Liebe bleibt im Universum ewig erhalten.


    Das Testament einer Katze

    Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament, um ihr Heim und alles, was sie haben, denen zu hinterlassen, die sie lieben.
    Ich würde auch solch ein Testament machen - jedenfalls, wenn ich denn schreiben könnte.

    Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen, meinen Napf, mein kuscheliges Bett, mein weiches Kissen, mein Spielzeug und den so geliebten Schoß, die sanft streichelnde Hand, die liebevolle Stimme, den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte, die Liebe, die mir zu guter Letzt zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird, gehalten im liebendem Arm.

    Wenn ich einmal sterbe, dann sag bitte nicht: "Nie wieder werde ich ein Tier haben, der Verlust tut viel zu weh!" Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus und gib' ihr meinen Platz. Das ist mein Erbe.

    Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles, was ich geben kann. (by Margaret Trowton)

  3. #3
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    Hallo Lillimaus,


    Es ist sehr schwer, wenn eine Katze ins Regenbogenland gegangen ist. Und Du wirst Lili immer in Deinem Herzen tragen.

    Auch mir haben die Bücher von Andrea Schacht: "Ein Tag mit Tiger", "Tigers Wanderungen" und "Auf Tigers Spuren" viel geholfen, wenn eine Katze von uns gegangen war.

    Vielleicht findest Du ja auch irgendwann die Kraft das Testament einer Katze zu erfüllen und einer armen Katze, die nicht das Glück von Lili hatte lange Zeit liebevoll umsorgt zu werden,
    ein Heim geben. Sie wird Lili keinen Platz in Deinem Herzen nehmen. Dein Herz wird größer.

    Ich weiß, wie schwer es ist, wenn eine Katze ins Regenbogenland von sich aus geht, oder wenn ihr der TA helfen muss.
    Aber es war immer noch mindestens eine Katze/Kater da, wenn eine Katze ins Regenbogenland gegangen ist. Katzen sind gute Seelentröster.

    Und ich kann Dir sagen. Sie sind nicht weg. Sie sind nur in einer anderen Welt und die Liebe ist die Brücke zwischen beiden Welten.

    Ich wünsche Dir viel Kraft für die schwere Zeit der Trauer!
    Liebe Grüße von Sabine mit



    & den Regenbogenkatzen - für immer im Herzen

  4. #4
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    Danke lammi88, danke Pampashase für die tröstenden Worte. Es hilft sehr, sich verstanden zu fühlen. Ich lese gerade das Buch "nicht nur dein Tier stirbt", was mich eher noch trauriger macht.

    Mein Freund will schon heute Abend ins Katzenheim fahren, da warten zahlreiche Büsi auf ein zu Hause. Er meint dass es helfen würde. Aber ich glaube nicht dass ich jetzt schon mein Herz für ein neues Tierschen öffnen kann, zu kaputt ist es. Und ich hätte das Gefühl, Lili zu verraten. Ich gehe trotzdem mit, wer weiss schon, vielleicht hat er auch recht.

    Vielen herzlichen dank, ich drück euch ganz fest zurück

  5. #5
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    Hallo Lilimaus,

    nein, Du verrätst Lili nicht.

    Und Katzen können kaputte Menschenherzen heilen.

    Und vielleicht hast Du bei der einen oder anderen Katze/Kater das Gefühl, sie/er wurde von Lili zu Euch geschickt.

    Nein, die Triolgie, die wir Dir genannt haben, macht im Grund nicht traurig.

    Es geht um den Kater Tiger, der nach einem "Unfall" im Sterben liegt und seine Dosine wacht an seinem Sterbebettchen und erlebt, wie sie als Katze mit Tiger einen Tag in seinem "Reich" erlebt.
    Im zweiten Band lebt der der Dosine eine Katze, die ein verwahrlostes Junges findet und mit nach Haus bringt. Dieses Katerle macht sich nach einigen Zeit auf den Weg um den ganz woanders und in einem anderen Katzenpelz weit entfernt wiedergeborenen Tiger zu finden um ihn nach Hause zu bringen.
    Es gibt traurige Anteile aber auch hoffnungsvolle Szenen.

    Und Schuldgefühle musst Du bestimmt Lili gegenüber nicht haben. Sie hattte ein wunderbares und langes Leben bei Euch.

    Höre einfach heute Abend auf Dein Gefühl.
    Liebe Grüße von Sabine mit



    & den Regenbogenkatzen - für immer im Herzen

  6. #6
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    Hallo Lillimaus es tut mir sehr leid
    Eure Geschichte ist so rührend , fühl dich ganz fest gedrückt

  7. #7
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    Liebe Lilimaus!
    Es tut mir sehr leid, dass deine Lili nun Abschied nehmen musste. Ich verstehe sehr gut, was in dir vorgeht, dass du mit dir haderst und dich schlecht fühlst. Das habe ich auch alles durch. Es ist schwer für uns, für ein geliebtes Wesen die letzte große Entscheidung zu treffen. Immer sind Zweifel und Angst, ob man das Richtige tut. Tief in unserem Inneren wissen wir jedoch, dass wir FÜR unsere Katze entschieden haben. Lieben heißt auch Loslassen...
    Auch für mich war der größte Trost, immer meine anderen Katzen um mich zu haben, wenn ich eine verloren habe. Meist habe ich auch ziemlich schnell einer "neuen" Tierheimkatze den nun leeren Platz angeboten. Die Zusammenführung war eine schöne Aufgabe und lenkte wunderbar vom größten Schmerz ab.
    Natürlich muss jeder selbst entscheiden, ob und wann er wieder kätzische Gesellschaft möchte. Die Idee von deinem Freund, ins Tierheim zu gehen, finde ich sehr gut. Du wirst spüren, was dort in dir vorgeht. Vielleicht berührt dich eine Katze mit ihrer Vorgeschichte ganz sehr? Vielleicht wird dir der Gedanke, einer verwundeten Seele wieder ein Zuhause und Liebe zu geben, guttun? Du verrätst Lili keineswegs! Den Platz in deinem Herzen wird sie für immer haben!!! Aber du kannst einer heimatlosen Katze mit dem Platz auf deinem Schoß ihre ganze kleine Welt verändern!

    Ich wünsche dir und deinem Freund viel Kraft!

    Für eine Zeit halten wir deine Pfötchen fest, dein Herz aber ein Leben lang!



    Liebe Grüße von Heike mit ihren Schnurrern Luis, Willi, Fritzchen, Rudi und Rico


    Für immer im Herzen und im Kopf ....Plüschi, Oskar, Jacki, Otti, Lottchen, Theo, Hugo und Nelly

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