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Thema: Stärkste Schuldgefühle nach Tod meiner Hündin Millie-kennt das jemand auch so?

  1. #1
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    Stärkste Schuldgefühle nach Tod meiner Hündin Millie-kennt das jemand auch so?

    Hallo, ich bin ganz neu hier, und wir haben unsere Mischlingshündin Millie am 22.11.19 gehen lassen.
    Ich bin danach voller Schuldgefühle nachts aufgewacht und habe tiefste Verzweiflung, dass es vielleicht nicht richtig war. Ich habe viel im Internet gesucht und es geht wohl vielen Menschen so. Oft lese ich dann, wie schlecht es schon um die geliebten Tiere stand und trotzdem haben die Besitzer viele Zweifel, ob sie richtig gehandelt haben.
    Ich habe diese Zweifel zum einen, weil wir gar nicht wissen, was Millie konkret fehlte, zum anderen auch, weil ich selber eine chronische Krankheit habe, mit der es mir ausgerechnet in der Zeit, wo es Millie schlechter ging, auch sehr schlecht ging und ich nun Angst habe, dass sie deswegen krank wurde. und dass es vielleicht wieder hätte besser werden können. Ich träume die letzt Zeit sogar, dass sie wieder da ict und ich alles besser machen kann und sie aber trotzdem es nicht schafft, so schlimm ist es schon. Ich laufe nur noch traurig durch die gegend, habe an nichts mehr Freude und kann nicht mal richtig trauern und an ihr grab gehen, weil ich mir immer die Schuld gebe nun. Leider kann ich mit niemandem so richtig reden, mein Mann sieht das rational, meine Mutter sagt Sachen wie: "das haben wir soch nun schon so oft durchgekaut", und andere leute , die ich kenne, haben keine Tiere. Wenne sjemanden interessiert, schreibe ich den Verlauf mit Millie auf. Ich entschuldige mich für eventuelle Schreibfehler hier im text, bin aber gerade si verweint, dass ich nicht korrektur lesen mag, ich möchte es einfach nur abschicken und würde mich freuen, wenn ich mich austauschen kann.
    Ich fühle mich wie eine Verräterin an meiner Hündin und wollte immer auf sie aufpassen. Ich wünschte, ich hätte sie einfach wieder rausgetragen aus der Praxis, und zwar lebendig, nicht wie ich es dann tat. Bitte schreibt mir, wenn ihr etwas dazu sagen mögt.
    Vielen Dank, Katja.

  2. #2
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    Ich bin mir sicher das du keine Schuldgefühle haben musst. Wir haben im laufe der Jahre 8 mal Abschied nehmen müssen und immer stellt man sich die Frage, war es jetzt so richtig, hätte man noch was machen können ..... soweit ist das auch normal . Es gibt Dinge die man nicht ändern kann und leider haben unsere vierbeinigen Begleiter eine kürzere Lebensspanne als wir, die Abschiede schmerzen , aber die Freude im zusammenleben, ihre Treue und Liebe, entschädigen für alles. Hunde leben im hier und jetzt und ich bin mir sicher das Millie mit euch glücklich war und nicht wollen würde das du so trauerst, du solltest dich mit einem lächeln an sie und die schönen Zeiten erinnern.

    Ein Optimist findest immer einen Weg. Ein Pessimist findet immer eine Sackgasse. – Napoleon Hill -

  3. #3
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    Hallo Katja,

    Ich kann dich so gut verstehen... Ich musste einen meiner Hunde Ende 2018 gehen lassen und habe immer noch ab und zu Schuldgefühle. Nicht unbedingt, weil ich sie gehen ließ, sondern weil ich weiß, dass die Ursache meine eigene Schuld war.

    Ich glaube, das ist so ein Art "Survivor's guilt", das Schuldgefühl des Überlebenden...

    Und du hast Recht, vielleicht hätte es wieder besser werden können. Aber es hätte auch schlimmer werden können und dann hätte dein Hund unnötig leiden müssen.

    Eines kann ich dir versprechen: Hunde sind nicht nachtragend. Bist du ihr mal versehentlich auf die Pfote getreten? Wie reagiert ein Hund darauf? Fast alle kommen schwanzwedelnd an, als wollten sie sagen: "Alles gut, nix passiert, mir geht's gut."

    Genauso würde dein Hund dir deine Entscheidung niemals vorwerfen. Du hast getan, was *in der Situation* für sie das Beste war. Sie würde wohl sagen "Alles gut, ich hab keine Schmerzen und keine Angst mehr, mir geht's gut"...

    Hunde leben immer im Jetzt - davon können wir Zweibeiner uns ein paar Scheiben abschneiden...
    Wenn du einen reichen Freund nicht besser behandelst als einen armen; wenn du der Welt ohne Lüge und Täuschung gegenüberstehen kannst; wenn du sagen kannst, dass es in deinem Herzen keine Vorurteile gegen die verschiedenen Rassen und Religionen gibt; wenn du bedingungslos lieben kannst, ohne Druck auszuüben oder Erwartungen zu haben - dann, mein Freund, bist du fast so gut wie dein Hund.

    Alina (*2008), Renée (2007-2018) und Artus (1996-2007)

  4. #4
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    P.S.: Lass deine Trauer zu. Für Menschen gilt ein Trauer*jahr* als völlig normal. Warum sollte das nicht auch für vierbeinige Familienmitglieder gelten?
    Wenn du einen reichen Freund nicht besser behandelst als einen armen; wenn du der Welt ohne Lüge und Täuschung gegenüberstehen kannst; wenn du sagen kannst, dass es in deinem Herzen keine Vorurteile gegen die verschiedenen Rassen und Religionen gibt; wenn du bedingungslos lieben kannst, ohne Druck auszuüben oder Erwartungen zu haben - dann, mein Freund, bist du fast so gut wie dein Hund.

    Alina (*2008), Renée (2007-2018) und Artus (1996-2007)

  5. #5
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    Liebe Katja,
    Du hast sie nicht gehen lassen in dem Sinn. Du hast sie zum TA gebracht, damit er ihr hilft. kein TA darf ein Tier einschläfern, wenn eine realistische Chance besteht ihm zu helfen. Ich denke, darüber musst Du Dir klar sein.
    und wenn der TA Deine Millie eingeschläfert hat, dann hast Du ihr wirklich einen großen Liebesbeweis gebracht. Du hast sie erlösen lassen.
    Wenn Du dem TA nicht Deine Zustimmung gegeben hättest, dass er Millie erlöst, und sie wäre später gestorben, würdest Du auch mit dieser Entscheidung hadern.

    Jeder hat seine eigene Art zu trauern. Und solltest Deine Trauer zulassen.
    Es ist schade, dass Du weder bei Deiner Mutter, noch bei Deinem Mann Unterstützung findest.

    In deiner Situation, wo Du das Gefühl hast, dass Dir niemand zuhören will, würde ich
    mich an die Telefonseelsorge wenden.

    Du kannst aber auch jederzeit hier schreiben. Fast jeder hier hat schon geliebte, flauschige Familienangehörige im Regenbogenland.
    Wir kennen den Schmerz. Wir kennen die Schuldgefühle. Wir kennen das dunkele Loch.
    Wir kennen die Einsamkeit, wenn unsere Flauschis ins Regenbogenland gegangen sind....
    Aber wir wissen auch, dass es wieder ein Licht am Ende des Tunnels gibt.
    Liebe Grüße von Sabine mit



    & den Regenbogenkatzen - für immer im Herzen

  6. #6
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    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft.
    Liebe Grüße von Sabine mit



    & den Regenbogenkatzen - für immer im Herzen

  7. #7
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    Hallo Katja,
    in der Situation hast du das getan, was du für richtig hieltest. Hat der Ta dir denn zum Einschläfern geraten? Ich kenne die Situation gut, habe aber bei meinen beiden Katern keinen Zweifel am richtigen Zeitpunkt gehabt. Bei dem Kater meiner Kindheit bereue ich, dass ich nicht dabei war, als er eingeschläfert wurde, sondern nur meine Mutter.

    Vielleicht hilft es dir, das, was du als "Schuld" siehst, anzunehmen. Nicht dagegen ankämpfen und rechtfertigen etc., sondern sagen "Ok, da bin ich nicht im Reinen mit mir" und zu akzeptieren, warum du so und so gehandelt hast. Ich bin mir aber sicher, der TA hätte deine Millie nicht ohne Grund eingeschläfert!

    Danke für die schöne Zeit: Merlin (2002 - 2018), Orko (2001 - 2019) und Gandalf (2002 - 2016)

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