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Thema: Bin so traurig..........

  1. #1
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    2

    Bin so traurig..........

    Hallo zusammen,

    mich treibt, sicher wie so viele von euch, die Trauer hierher.

    Ich musste letzte Nacht meinen Kater (11 Jahre) einschläfern lassen. Er war schon länger krank. Er wurde vor zwei Jahren angeschossen und ist seitdem nie wieder richtig gesund geworden. Lähmungserscheinungen, Inkontinenz, Muskelschwäche......Das letzte halbe Jahr lang war er eigentlich nur noch ein Pflegefall. Aber wir haben mit viel Liebe und Hingabe alles für ihn getan, auch wenn es manchmal schwer war. Seine Liebe und Treue waren immer Dank genug, er war so ein Lieber.

    Wir haben natürlich auch gemerkt, dass es ihm trotzdem langsam immer schlechter ging. Wir waren in letzter Zeit sehr oft beim TA, um immer wieder ein Stück Lebensqualität für ihn zu erhalten. Unsere Tierärztin hatte uns aber auch vorbereitet, dass der Tag näher rückt..... Trotzdem, wenn es soweit ist, mag man diese Entscheidung nicht treffen wollen. Wir hatten immer gehofft, er schläft von alleine ein, dass dies bei Katzen schwierig ist, da sie Kämpfer sind, wisst ihr sicherlich alle. Wir hatten mit unserer Tierärztin vereinbart, dass sie zum Hausbesuch kommt, wenn wir das Gefühl haben, der Zeitpunkt ist gekommen.

    Aber wie das Leben so spielt, der Zeitpunkt kam nachts, sodass uns nichts anderes übrig blieb, als den tierärztlichen Notdienst zu rufen. Und da steht dann ein wildfremder TA im Wohnzimmer, der unseren Schatz gar nicht kennt und schickt ihn auf seinem letzten Weg. Die letzten Minuten waren so schlimm für uns, er hat jämmerlich miaut, sich gequält, erbrochen..... Ihn so leiden sehen zu müssen, war das Schlimmste überhaupt.

    Ich habe dann die Nacht neben ihm verbracht, er hatte auch die Nächte zuvor immer in meinen Armen gelegen, und ich wollte, dass er weiterhin spürt, dass ich bei ihm bin. Nun liegt er hier und ich weiß, dass ist eine Erlösung für ihn ist. Trotzdem tut es so weh. Er liegt da, als würde er schlafen. Und jetzt müssen wir ihn im Garten begraben, da draußen, wo es so kalt und dunkel ist.

    Ich weiß gerade nicht, wohin mit mir und meiner Trauer. Ich bin nur noch am weinen. Und so bin ich hier gelandet.....
    Ich weiß, das viele von euch dasselbe Schicksal teilen und ich finde es gut, dass es das Forum gibt.

  2. #2
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    Hallo du arme Seele,
    Es tut mir so leid dass du deinen lieben Freund gehen lassen musstest das ist wirklich das schwerste, die Entscheidung zu treffen, an der Seite zu sein wenn es passiert und dann loszulassen
    Ich habe es vor 2,5 Jahren mit meiner Nala erlebt, die weder angeschossen war (wie grausam...) noch überhaupt freigänger oder irgendwie krank. Sie war nicht mal 11 als sie plötzlich krank wurde und sich 6 Wochen lang zwischen Kampf und rapidem Abbau bewegt hat.... Und dann war er da der Tag... Man weiß es einfach, spürt es im Herzen. Und doch ist es unfassbar schwer.
    Du hast richtig gehandelt und für die Umstände kannst Du nichts. Ich musste in der Nacht zu Ostersonntag in die tierklinik fahren und von einer total verpennten Ärztin alles durchführen lassen.... Es kam mir so schäbig vor.
    Aber du konntest ihn zuhause gehen lassen, warst bei ihm und hast ihm den größten liebesdienst erwiesen, den es gibt. Leider verlassen uns unsere Freunde immer zu früh
    Ich musste Nala auch am Haus begraben, in der gefrorenen Erde und habe ihr ein schönes Grab gestaltet. Zuerst konnte ich es nicht aber dann ging es und es musste gemacht werden. Ich habe Blumen und eine Grabstein und Kerzen aufgestellt und ich rede heute noch mit ihr, kann sie jeden Tag sehen. Das solltest du auch tun, nimm Abschied und schaffe einen Platz, wo du bei ihm sein kannst. Er hat nun nach einer harten Zeit seinen Frieden gefunden und wurde geliebt. Er wird dir auf ewig dankbar sein und immer bei dir im Herzen wohnen.
    Ja er wird fehlen und das soll er auch ruhig, er hat jede deiner Tränen verdient. Aber irgendwann wird dieser Schmerz und dieser Verlust langsam weniger und in Liebende Erinnerung verwandelt. Lass es raus... Das ist das beste was du derzeit machen kannst. Ich drücke dich ganz fest und bin im Herzen bei dir, kann es so sehr nachfühlen
    Liebe Grüße Steffi mit Mellon und Honey
    (und meinem "Mausje" Nala --- auf ewig unvergessen!)



  3. #3
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    6.099
    Es tut mir sehr leid, dass Du Deinen Freund gehen lassen musstest und dass Du für Ihn die Entscheidung treffen musstest, ihm vom TA auf den Weg über die Regenbogenbrücke helfen zu lassen. Die Entscheidung zu trffen, ja, das Loslassen und eie Entscheidung, der TA darf helfen, ist einer der größten Liebensdienste, die wir unseren Lieblingen gegenüber erbringen können.
    Aber, so wie Du es beschreibst, war es die einzig richtige Entscheidung. Auch wenn es ein fremder TA war, so war es gut, dass der TA wenigstens zu Euch nach Hause gekommen ist.
    Unser geliebter Mikesch und das allerliebste Ninchen sind leider in der TA-Praxis, wo sie zum Zeitpunkt, als sie den Weg über die Regenbogenbrücke angetreten hatten, stationär untergebracht waren. Bei Mikesch kam bei einer Bauchspiegelung herraus, dass es besser ist, ihn gehen zu lassen und das Ninchen entschied sich von sich aus, dass es Zeit war über die Regenbogenbrücke zu gehen.

    Die letzten Minuten, bis Dein Katerle gehen konnte, waren sicher mit das schlimmste, was Du jemals erlebt hat und erleben wirst. Und trotzdem, Du bist bei ihm geblieben, hast es ihm zu liebe ertragen und hast ihm damit geholfen.
    Ich glaube aber, dass er nicht mehr viel mitbekommen hat von seinem Leiden, sondern nur noch von Deiner Liebe.

    Ja, am Anfang ist es schwer. Die Trauer ist so tief. Ein Familienmitglied ist für immer gegangen.
    In den 27 Jahren, die wir jetzt mit Katzen zusammen leben, mussten wir schon einige Flauschis loslassen. Und jedes Mal ist es der Fall in das tiefe, schwarze Loch. Doch es gibt immer wieder ein Licht am Ende des Tunnels, auf das wir in der Trauer zugehen können. Und dann kommen die schönen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und hoffe, dass Du jemanden hast, der Dir in der Trauer beisteht, sei es ein Partner, ein guter Freund oder ein anderes bepelztes Wesen.
    Liebe Grüße von Sabine mit



    & den Regenbogenkatzen - für immer im Herzen

  4. #4
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    30
    Hallo,

    mein herzliches Beileid. Es tut mir sehr sehr leid für Dich und ich kann Dir total nachempfinden. Ich stimme Dir zu, dass der Austausch und die lieben Nachrichten anderer in solch traurigen Weg eine echte Hilfe sind. Man erntet so viel Verständnis und das tut gut. Ich habe letztes Jahr kurz vor Weihnachten meinen einen Kater zu Hause tot aufgefunden. Es war entsetzlich und leider muss ich sagen, dass ich die Trauer zu oft weggeschoben und verdrängt habe. Ich wollte nicht immer so weinerlich wirken und habe die Trauer nicht ausgelebt. Und nun gehts mir schlecht...zeitweise Bluthochdruck, schlaflose Nächte, innerliche Anspannung. Ich vermute, dass dies die Strafe ist und manchmal stelle ich fest, dass ich plötzlich einfach nicht weinen kann und dann wieder innerliche Blockaden und Beschwerden entstehen. Aufgrund dieser Erfahrung weiß ich, wie wichtig das Zulassen der Tränen ist. Gut, dass Du hier gelandet bist....

  5. #5
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    03.07.2003
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    2.875
    Ich will dir ein kleines Kätzchen für eine Weile leihen
    hat Gott gesagt.
    Damit du es lieben kannst, solange es lebt
    und trauern, wenn es tot ist.

    Vielleicht für zwölf oder vierzehn Jahre,
    vielleicht auch zwei oder drei.
    Wirst du darauf aufpassen, für mich,
    bis ich es zurückrufe?

    Sie wird dich bezaubern
    um dich zu erfreuen
    und sollte ihr Bleiben nur kurz sein,
    du hast immer die Erinnerungen
    um dich zu trösten.

    Ich kann dir nicht versprechen, daß sie bleiben wird
    weil alles von der Erde zurückkehren muß,
    aber es gibt eine Aufgabe, die
    dieses Kätzchen lernen muß.

    Ich habe auf der ganzen Welt
    nach dem richtigen Lehrer gesucht.
    Und von allen Leuten, die die Erde bevölkern
    hab ich dich auserwählt.

    Willst du ihr alle deine Liebe geben
    und nicht denken, daß deine Arbeit umsonst war?
    Und mich auch nicht hassen
    wenn ich das Kätzchen zu mir heim hole?

    Mein Herz antwortete:
    mein Herr, dies soll geschehen.
    Für all die Freuden, die dieses Kätzchen bringt
    werde ich das Risiko der Trauer eingehen.

    Wir werden sie mit Zärtlichkeit beschützen
    und sie lieben, solange wir dürfen.
    Und für das Glück, das wir erfahren durften
    werden wir für immer dankbar sein.

    Aber solltest du sie früher zurückrufen,
    viel früher, als geplant
    werden wir die tiefe Trauer meistern
    und versuchen, zu verstehen.

    Wenn wir es mit unserer Liebe geschafft haben
    deine Wünsche zu erfüllen
    in Erinnerung an ihre süße Liebe.
    Bitte hilf uns in unserer Trauer.

    Wenn unser geliebtes Kätzchen
    diese Welt voll von Spannung und Zwietracht verläßt,
    schicke uns doch bitte eine andere bedürftige Seele
    um sie ihr leben lang zu lieben.

    (Autor der englischen Originalfassung leider "Unbekannt". Deutsche Übersetzung von Marion Adrian.)


    Auch ich kann dich gut verstehen, mußte schon viele Katzen gehen lassen. Nur eine einzige ist von selber gegangen, die anderen bekamen, wie auch dein Katerchen, vom TA die Spritze. Ostersamstag war der letzte Katzentodesfall bei uns, dafür ist jetzt eine 4-köpfige Rasselbande eingezogen und lindert den Schmerz.

    Lass deine Trauer zu, vergiss aber nicht, dass das Leben weitergeht. Du hast alles menschenmögliche getan, das sollte dir Trost sein.
    Tot ist nur, wer vergessen wird.
    Von den Katzen kann man Gelassenheit und unendliche Geduld lernen (von mir)

    https://streunerhof.hpage.com

  6. #6
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    2
    Hallo nochmal,

    danke an euch alle für eure lieben Worte, eure Erfahrungen und für die Hoffnung und den Mut, den ihr mit euren Beiträgen vermittelt.

    Es tut so gut, sich verstanden und vor allem nicht allein zu fühlen. Ihr habt so schön geschrieben, ich bin ehrlich sehr gerührt.

    Wir haben unseren Schatz vorhin im Garten begraben. In sein Grab haben wir ihm alles mitgegeben, was er gern mochte. Wir haben Abschied genommen und ihn würdevoll beerdigt.

    Nun liegt er da draußen, eine helle Kerze leuchtet............... Bis vor wenigen Stunden lag er noch hier und es wird die erste Nacht folgen, in welcher ich ohne ihn einschlafen muß. Und er ohne mich. Ich mag noch nicht daran denken. Er fehlt so sehr und der Schmerz ist noch so tief und frisch.

    Ja, er ist erlöst. Sein Leben in den letzten Wochen hat schon lange nicht mehr einem wünschenswerten Katzendasein entsprochen.Trotzdem war er immer dankbar für alles. Er war ein ganz besonders lieber.

    Ich weine viel, lasse meine Trauer zu. Ich kann eh an nichts anderes denken. Ich hoffe, dass das irgendwann leichter wird. Und ich wünsche ihm, dass es ihm hinter der Regenbogenbrücke auch endlich wieder gut geht.

    Die Entscheidung, den TA nach Hause kommen zu lassen, war definitiv die richtige. Mit unserer Tierärztin war das von vornherein abgesprochen. Beim Not-TA habe ich angefragt. Gegen entsprechenden Aufpreis war dies möglich und ich war sehr erleichtert. Die Vorstellung, seinen Liebling in der Praxis einschläfern zu lassen, schaudert mich. Wenn es natürlich nicht anders möglich ist, dann muß man das leider so lösen. Aber ich war echt dankbar, meinen Schatz im Arm zu halten und ihn in Ruhe bei Kerzenschein auf seiner Decke auf diesen schweren Weg begleiten zu können.

    Ich bin froh, diese Seite gefunden zu haben. Es tut wirklich gut, sich austauschen zu können. Danke nochmals!

  7. #7
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    Ja, die ersten Nächte waren sehr schlaflos. Mein Shef hatte neben meinem Kopfkissen ein Kissen liegen, auf dem er immer schlief. Bewegte ich mich in der Nacht, fing er sofort an zu schnurren. Das hat mir sehr gefehlt. Meine Hope, die dann fast alleine war, war und ist keine Bettkatze. Nur selten liegt sie mal bei mir. Und Mimi, meine ganz alte Katze, war noch nie im Bett. Die Rasselbande, die gut ein Vierteljahr nach Shefs Tod einzog, sah das Bett erst einmal als große Spielwiese. Jetzt wissen sie aber, dass ich da schlafen will und keine Raufereien dulde. Einer der 4 hat Shefs Platz im Bett eingenommen. Und er schnurrt auch immer, wenn ich mich bewege.
    Das tut einerseits immer noch weh, aber andererseits ist es auch sehr schön.
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