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Thema: Philosophien der Hundeerziehung und -auslastung

  1. #1
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    Philosophien der Hundeerziehung und -auslastung

    Ich eröffne hier mal ein neues Thema, weil es unter einem anderen Faden gerade etwas weitgreifender ist, als ich es erwartet und beabsichtigt habe

    Es hat sich ein wenig das Thema der "richtigen" Hundeerziehung herauskristallisiert.

    Also mal als generelle Fragen:
    Welcher Philosophie vertraut ihr?
    Womit habt ihr schlechte Erfahrungen gemacht?
    Wie lastet ihr euren Hund aus (Interessant wäre auch, welche Rasse, Arbeitsschlag oder nicht, Alter etc)?
    Vertraut ihr auf "Fernseh-Größen" wie Martin Rütter, Cesar Millan oder Brandon McMillan?

  2. #2
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    Zusammenfassung aus dem Thread:

    Zitat Zitat von PaenX Beitrag anzeigen
    Ich finde den Denkansatz von Millan besser als den von z.B. Rütter. Und in den Büchern, die ich habe, steht zu 75% "Bewegung, Disziplin, Zuneigung - In der Reihenfolge", also die Leitthemen von Millan. Damit lassen sich viele Probleme, die durch zu wenig Auslastung kommen, schon mal lösen. Er erklärt auch in einem Buch gewisse Streitthemen, wie Schockhalsband und Würgekette. Aber da ich das sowieso nicht nutzen will, war es für mich eher nebensächlich.
    Ich hatte man gelesen: "Um mein Rudel zu leiten, nutze ich die Millan-Methode. Für einzelne Hunde und deren Probleme, arbeite ich nach Rütter".
    Ich konnte es bis jetzt nur wenig ausprobieren, weil ich bei fremden Hunden ungern ins Handwerk pfusche. Aber da, wo ich etwas probieren durfte, ging es relativ gut. Kommt halt auch auf Hund und Mensch an...

    Zitat Zitat von Cappu Beitrag anzeigen
    Das klingt total vernünftig. In sehr vielen Fällen werden Probleme mit dem Hund von einer falschen und/oder ungenügenden Auslastung verursacht. Hunde WOLLEN eine Aufgabe haben, sie BRAUCHEN eine Aufgabe. Dazu klare, kurze Ansagen, die der Hund verstehen kann, plus Konsequenz, damit er ein Sicherheitsgefühl entwickeln kann (nur wenn er weiß, was von ihm erwartet wird und wenn er weiß, wie die Regeln lauten und dass sie immer gelten, kann er sich sicher fühlen), damit wird mindestens 95% der möglichen Probleme vorgebeugt.

    Allerdings ist da noch die andere Seite: Schockhalsbänder, Würgeketten, Schlagen, Treten... - wenn er als berühmtes Vorbild zu solchen unnötigen und auch falschen Mitteln greift, wie soll ein Neuling oder generell ein Ratsuchender da differenzieren? Woher soll er wissen, dass solche Mittel hierzulande sogar gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, wenn Millan sie sogar als Lösung vorführt? Das ist meine Sorge, wenn ich darüber nachdenke, was er mit seinen Filmen und Büchern für eine enorme Reichweite hat.

    Rütters Methoden hab ich zur Zeit nicht so auf dem Schirm, wenn ich Bücher empfehlen wollte, würde ich die von Jan Fennell wählen. Die finde ich super und sie sind außerdem verhaltenskundlich ziemlich aktuell.

    Zitat Zitat von PaenX Beitrag anzeigen
    Ich muss beim Thema "Auslastung" immer wieder an einen Beitrag denken, der irgendwann mal im Frühstücksfernsehen lief: Probleme mit einem Schäferhund-Mischling, vielleicht 1-2 Jahre. Hm, komisch, dass der Hund zu Hause aufdreht, wenn er am Tag 30 Minuten raus kommt... Und auch keine Geistige Auslastung bekommt... *augenroll*

    Zurück zum Thema:
    Schockhalsbänder werden bei Millan, soweit ich gelesen habe, nur im extremsten, lebensgefährlichen Fällen des Hundes eingesetzt. Wenn einer immer wieder vor Traktoren rennt. Und dann auch nur für paar Stunden unter erfahrener Leitung. Danach nur noch Vibrationsmodus.
    Würgehalsbänder habe ich auch in der Tierpension in meiner Nähe gesehen... Diese, mit den "Dornen" nach innen, glaub ich... Das Halsband war aber von den Besitzern, nicht von der Pension...
    Schlagen und Treten sind keine Millan-Methoden. Er berühert die Hunde mit dem Fuß, ja. Aber er will ihnen nicht Schmerzen zufügen, sondern "den Fokus brechen". Also, dass der Hund sich schlagartig auf den Menschen zurück fokussiert, wegen der Überraschung. Aber ich weiß nicht, in wie fern das ok ist oder nicht... Bei einem Hund hab ich das in Grundzügen ausprobiert (aber recht vorsichtig, weil nicht mein Hund), es funktioniert tatsächlich allein durch Berührung... Aber als "Fokusbruch" nutzt er ja auch das schnelle "Sch", bzw. irgendein zackiger Laut. Das hat auch ganz gut funktioniert, bei mir. Nur dass der Hund zum ersten Mal Paroli von Menschenseite bekommen hat, fand der Hund nicht so toll...


    Aber um Missverständnisse zu vermeiden: Bei allen Hilfsmittel, egal, ob Schockhalsband, Würgekette, Stachelhalsband, Plastikflasche mit Schrauben, etc.
    bin ich vorsichtig. Da würde ich IMMER!!! einen Profi zur Hilfe rufen, der auch Ahnung hat, und nicht nur so tut, oder mich an eine gute Hundeschule wenden. Ich bin klar gegen solche Methoden, solange ich nicht weiß, wie mein Hund darauf reagiert. Ich mach das lieber mit Körpersprache, Stimmung, Belohnung, Stimme und Korrektur... Nicht mit Angst und Schock!

    Zitat Zitat von Cappu Beitrag anzeigen
    Es gab ein paar Filmsequenzen vom Anfang seiner Karriere im deutschen Fernsehen, in denen gezeigt wurde, dass er gerade das "harmlose" "Schttt" vorher mit Schlägen als Warnlaut etabliert hat. Später haben sie diese Szenen nicht mehr gezeigt, man sieht aber oft noch, dass der Hund entsprechend zusammenzuckt. Die Verknüpfung "Schttt" - Schrecken/Angst sitzt. Es gibt solche "Mittel" also noch im Trainingsprogramm, sie werden nur nicht mehr gezeigt bzw. herausgeschnitten.
    Ich würde nicht wollen, dass mein Tier gehorcht, weil es Angst vor mir hat. Ich würde wollen, dass es tut, was ich von ihm will, weil es darauf vertraut, dass ich weiß, was am besten ist.

    Stachelhalsbänder sind in D verboten, leider gibt es immer noch Leute, die sich nicht darum scheren bzw. denen es egal ist. Ist halt noch extra blöd, wenn solche Mittel dann auch noch im Fernsehen als vermeintlich hilfreich vorgeführt werden. Zur Symptombekämpfung und für einen schnellen "Erfolg" eignen sie sich ja leider sehr gut, sie sind nur eben nicht nachhaltig, nicht hundgerecht und zäumen das Pferd von hinten auf.

    Ja, von den ersten Staffeln höre ich immer wieder... Von meinem Freund hab ich zum Geburtstag die erste Staffel auf DVD bekommen. Weit bin ich mit Anschauen noch nicht gekommen, den Fall mit dem Schockhalsband habe ich allerding gesehen... Ja, es ist nicht die feine Art und ich würde es meinen Hunden sehr wahrscheinlich nicht antun...
    Das mit dem Schlagen und Treten habe ich noch nicht gesehen... Nur, dass es etwas ruppig wirkt, wenn ein aggressiver Hund um sich beisst, aber das ist irgendwie verständlich, oder?
    An alle Methoden glaube ich auch nicht... Zum Beispiel habe ich mit dieser "Schrauben (o.Ä.) in eine Plastikflasche"-Methode keine guten Erfahrungen... Aber das Nutzen auch Rütter und McMillan...

    Das "Sch" funktioniert auch ohne vorherige Konditionierung. Bei meinen 2 "Test"Hunden zumindest (das war mit den Besis abgesprochen, dass ich gern was probieren würde. Irgendwie scheine ich da auch mehr Erfolg zu haben, als die... Und das ohne jemals einen Hund gehabt zu haben ) Bei dem Ruhigeren, der mich schon länger kannte ging es fix und ohne Probleme. Der Wildere, der unerzogener ist, hatte bisschen aufgemuckt, weil er nicht das machen durfte, was er wollte. Aber gerade an der Leine hätte es nach paar Tagen bestimmt super geklappt. Aber ich hatte nur eine halbe Stunde. Und da lief er auch schon gut. Dass er Angst gehabt hätte, habe ich nicht bemerkt... Aber er war halt bei der Korrektur bisschen genervt und hat irgendwann auf Durchzug geschaltet. Dann hatte ich das aber auch gelassen. War wohl bisschen zu viel auf einmal...

  3. #3
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    Du hast selber gar keinen Hund ?

    Ein Optimist findest immer einen Weg. Ein Pessimist findet immer eine Sackgasse. – Napoleon Hill -

  4. #4
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    Zitat Zitat von OESFUN Beitrag anzeigen
    Du hast selber gar keinen Hund ?
    Nein, aber beschäftige mich seit gut 17 Jahren mit Hunden, weil ich immer einen haben wollte und meine Eltern keinen. Ich habe mehrere Hunde trainiert, meist kleinere, wie Jack-Russel und Mops. Dafür habe ich einiges an Büchern gelesen und verschiedene Trainingsarten kennengelernt.

    Aber noch habe ich keinen...

  5. #5
    Cappu Guest
    Nun ja, Theorie und Praxis liegen manchmal Welten auseinander. Ich kann dir nur noch den Tipp geben, auf die Körpersprache der Tiere zu achten.
    Unbekannte Geräusche können Interesse und damit Aufmerksamkeit wecken, dann sieht aber die Körpersprache anders aus als bei Angst.

    Tierheime freuen sich übrigens immer über regelmäßige Gassigeher und wenn du Glück hast, haben die in deiner Reichweite auch eine Hundeschule angeschlossen, wo sowohl die Hunde als auch die Gassigeher in die Lehre gehen können. Langfristiges Training ist ganz was anderes als ein paar kurze Tests an fremden Hunden - wobei ich auch misstrauisch werden würde, wenn mir jemand erlauben würde, mit seinem Hund Trainingsversuche durchzuführen. Erstens weil ein Hund in der Regel gar nicht auf Fremde hören soll (und das also auch nicht trainiert werden soll) und zweitens, weil man mit einem falsch durchgeführten Training auch eine Menge kaputt machen kann.

    Vergiss bei den Filmen nicht, dass sie zusammengeschnitten sind. Der Zuschauer bekommt nur eine durchgeplante Story vorgesetzt, was hinter den Kulissen passiert ist, erfährt er nicht. Und die Platzhirsche im Trainingsfernsehen wissen sich gekonnt in Szene zu setzen, anders wären sie nicht so erfolgreich.
    Sehr werbewirksam ist es natürlich, einen erst als um sich beißendes Monster präsentierten Hund ein paar Szenen später als zahmes Lamm inmitten der wuselnden Kinder der Familie zu zeigen. Schon bei diesem typischen Millan-Plot kommen mir mehr Fragen in den Sinn als ich zählen kann.

    Die Bücher von Jan Fennell hatte ich dir ja schon empfohlen.

  6. #6
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    Ja, Körpersprache ist immer ein großes Thema. Da will ich auf jeden Fall auch weiter dran arbeiten. Sowohl bei mir, als auch bei dem Erkennen selbiger bei Tieren

    In unserem örtlichen Tierheim war ich schon ein paar Mal zur Ferienarbeit, aber leider nur im Katzenhaus Und auch jetzt könnte ich nicht wirklich regelmäßigt, als dass sich das Hundetraining lohnen würde... Ich brauche etwa eine Stunde da hin... ._. Und nur am WE bringt ja nichts... Das ist ja inkonsequent...

    Weil meine Eltern keinen Hund wollten, hatten sie eine Bekannte gefragt, ob ich mich mit dem Hund beschäftigen darf. Der war super trainiert, da habe ich auch kaum was "trainiert". Sie hatte mich nur mal gefragt, ob ich einen Weg finden würde, dass der Hund ordentlich an der Leine läuft.
    Bei einem anderen Hund habe ich über die Sommerferien geholfen. Die Besitzer waren total überfordert mit dem kleinen Mops. Meinten, der müsse taub sein, weil er icht höre und unsauber war er auch... Bei ihm lag es an Unterbeschäftigung. Der hatte super schnell die Grundkommandos drauf und war von heute auf morgen stubenrein... Ich hatte den Besitzern ein paar Hinweise gegeben, aber nach ein paar Wochen war wieder alles beim Alten mit ihm, nachdem ich aufgehört hatte... ._.
    Aber kaputt gemacht habe ich zumindest augenscheinlich nichts... War ja auch immer nach Absprache, was ich machen soll und so...

    Leider spiegelt das Fernsehen selten handfeste Tatsachen wider... Ich weiß...

    Ich schau mal, ob ich die Bücher von Fennell hier finde. Vielleicht möchtest du ja mal völlig unvoreingenommen in Millans Bücher reinschauen? Dann kann mir gerne gesagt werden, ob sich das als Erziehungsgrundlage eignen würde oder nicht, wenn ich später einen Hund haben sollte

    Mir ist bewusst, dass die Filme zusammengeschnitten sind...

  7. #7
    Cappu Guest
    Hunde sind echt toll und bringen einem eine Menge bei, auch übertragbar für zwischenmenschliche Dinge, Führungsqualitäten, das Leben... Wenn Zeit und Geld und Interesse da sind, kann ich so einen vierbeinigen Begleiter nur wärmstens empfehlen

    Zur Zeit nicht. Vielleicht laufen mir mal Bücher von ihm in der Bücherei über den Weg, aber da war ich schon ewig nicht mehr.
    Hier wird zwar in zweidrei Jahren wieder ein Hund einziehen und es ist generell immer gut, sein Wissen auf dem neuesten Stand zu halten, aber mein Eindruck von ein paar Filmen ist eben, dass Millan für mich ein deutlicher Rückschritt wäre. Meine Eltern nehmen, seit wir aus dem Haus sind, immer wieder angstgestörte osteuropäische Hunde auf und diese machen innerhalb des ersten Jahres eine enorme Verwandlung durch. So ein Prozeß ist eine langwierige Sache und nicht in ein paar Wochen abgeschlossen. Und das funktioniert nur komplett gewaltfrei, denn du willst ja keinen Angstbeißer haben, sondern einen Hund, der dir vertraut und dem du vertrauen kannst. Bei Gewalt kombiniert mit Erziehung stellen sich mir artübergreifend einfach die Nackenhaare auf, so einen Weg würde ich mit einem Buchkauf nicht unterstützen wollen.
    Aber ich bin mir sicher, du wirst den für dich und deinen künftigen Hund richtigen Mischmasch finden. Solange du Hirn und Mitgefühl nicht ausschaltest und alles, was du liest und siehst, kritisch hinterfragst, kannst du nur auf einem guten Weg landen

  8. #8
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    Wenn wir die Zeit haben, später einmal, dann kommen auf jeden Fall eins-zwei Hunde Davon träume ich schon, seit ich 6 Jahre alt bin... Aber nicht jetzt, mit unserer Katze, die froh ist, dass sie den Hund los ist

    Einfach mal in die Bibliothek und die Bücher reinschauen. Bei uns gibt es allerdings keine Millan-Bücher in der Bibliothek ^^ Vielleicht sind da ja ein paar neue, gute Ideen drin. Für mich sind die Bücher nicht gewaltverherrlichend und "zwang"-Methoden, wie Würgehlsband, Stachelhalsband, ElektroHB, etc kommen mir ja nicht ins Haus.

    Mit einer Art Angsthund hatte ich bis jetzt nur einmal zu tun... Der Hund war absolut auf seine Besitzerin geprägt, aber für mich wirkte das nicht mehr wirklich gesund... Ich war damals 14 oder so, deshalb kann meine Einschätzung auch falsch sein... Aber er lag/saß immer unmittelbar vor der Tür, wenn Besi weg ging. Lag stundenlang da und hat sich zu nichts überreden lassen...
    Der Hund hat mich aber auch absolut nicht gemocht, da haben wir das bald gelassen. So ca. 4 oder 6 Monate hatten wir versucht, dass der Hund sich an mich gewöhnt, ich sollte ja nur mit ihm raus gehen... Aber der mochte mich absolut nicht...

    Danke für den Zuspruch ^^
    Gern mehr über Erziehung und Erfahrungen hier rein, ich lese so gern unterschiedliche Methoden, dann kann ich über etwas nachdenken.

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