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Thema: Wielange dauert der Bindungsaufbau?

  1. #1
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    Wielange dauert der Bindungsaufbau?

    Hallo zusammen,

    ich hab ja schon ein-zweimal was gepostet, mit Erziehungsfragen etc.

    Wir haben ja einen Hund aus Griechenland adoptiert . Manni. Er ist ca 13 Monate alt.
    Seit 11 Tagen wohnt er nun bei uns.
    Er ist im Grunde wirklich lieb. Stubenrein, dass er nicht ins Bett soll und am Tisch nichts zu essen bekommt, hat er schnell begriffen und es ist somit kein Problem. Ihr seht: Wir setzen ihm somit eben auch Grenzen. Auch das Anspringen ist schon zu 95% abgewöhnt. Es gibt Situationen, da vergisst er sich und springt an. Wird dann aber sofort korrigiert (leichtes Wegschupsen und NEIN).

    Sitz kann er ja auch schon sehr gut und auch BLEIB geht schon recht gut.
    Und: wir gehen trotz der gesetzten Grenzen sehr liebevoll mit ihm um. Spielen und kuscheln viel mit ihm.

    Aber: ich habe den Eindruck, dass die Bindung noch nicht wirklich richtig da ist. Ich meine, draussen sind wir ihm zb ziemlich egal. Da ist einfach ALLES interessanter. Jeder Strohhalm, andere Hunde, andere Menschen. Er ist ein extrem freundlicher Hund, schmeisst sich bei jedem direkt zum kuscheln vor die Füsse.

    Dass er uns draussen ziemlich ignoriert ist , wie ich gegoogelt habe, ein Bindungsproblem. Aber ich habe sowas von keine Ahnung, wie lange es dauert, bis es anders wird.
    Wir machen es schon so, dass wenn er nach links geht, wir nach rechts gehen. Damit er uns mehr Aufmerksamkeit schenkt. Aber das geht dann vlt 2 Minuten gut, dann sind die Grasbüschel auf der anderen Strassenseite wieder viel interessanter
    Ich würde einfach so gern WICHTIGER für ihn sein... also dass er weiss, DAS sind MEINE Menschen!
    Ist es normal, dass das nach 11 Tagen noch nicht so ist? Sollen wir ihm einfach Zeit geben? Versteht mich nicht falsch: ich meine damit nicht, dass wir ihn wieder abgeben würden. No way!!! Sondern eher: ist es normal? Oder müssen wir irgendwelche anderen Massnahmen ergreifen?

    Danke und Gruss,
    Spooky

  2. #2
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    Es dauert eindeutig länger , vor allem weil es sich um einen Hund handelt der bereits eine Vorgeschichte hat bei der er mit grosser Wahrscheinlichkeit auf sich selbst gestellt war und es auch nicht kennt einen Menschen als "Partner" zu sehen. Ihr müsst ihm Zeit geben und dürft da keine Wunder erwarten, 11 Tage sind da echt gar nix.

    Ein Optimist findest immer einen Weg. Ein Pessimist findet immer eine Sackgasse. – Napoleon Hill -

  3. #3
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    ok. das beruhigt mich ein wenig. Ich hab schon echt die Angst gehabt, wir machen alles falsch

  4. #4
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    Nein, macht ihr nicht aber eure Erwartungshaltung ist - meiner Meinung nach - etwas zu hoch. Man sagt das ein Hund der das zuhause wechselt so ca. sechs Wochen braucht um anzukommen und sein normales Verhalten zu zeigen und da spricht man noch nicht vom Bindungsaufbau

    Ein Optimist findest immer einen Weg. Ein Pessimist findet immer eine Sackgasse. – Napoleon Hill -

  5. #5
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    gut. dass ist doch schonmal ne Aussage, die mir hilft!
    Weil er total lieb ist und sich bei uns sichtlich wohlfühlt (und uns offensichtlich auch mag) hatte ich gedacht, dass das das Zeichen ist, dass er schon angekommen sei. Aber vlt ist er einfach nur sehr anpassungsfähig und bedeutet offensichtlich nicht, dass er schon angekommen ist.

  6. #6
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    @Spooky
    also zu allererst: tief Luft holen, langam ausatmen und ENTSPANN DICH!
    Ich weiß wie aufregend das ist wenn man zum ersten mal in seinem Leben einen Strassenhund hat. Aber Du erwartest zu viel zu schnell.
    Du setzt Dich so unter Druck das Du garnicht die Zeit geniessen kannst... ...und den Strassenhunden tut zu viel Druck auch nicht gut...

    Gehe alles mit ein bischen mehr Gelassenheit an. Dann wird sich alles finden. Ihr seid auf dem richtige Weg.
    Grade Bindunsgaufbau braucht seine Zeit.

    Unser erster Hund kam aus der Türkei und hatte dort auch schon schlechtes erlebt. Ohne Leine laufen lassen konnten wir ihn bereits nach 2 Wochen. Aber überall anfassen und streicheln konnten wir ihn erst nach 1 Jahr.
    Unser Hund jetzt kommt aus Spanien. Er ist seit 7 Wochen bei uns. Er lässt sich überall anfassen, streicheln etc. man kann toll mit ihm spielen. Aber ohne Leine laufen lassen geht noch nicht. Dafür ist alles viel zu toll... er fängt jetzt an das er auch draussen auf seinen Namen hört. Er fängt jetzt im Garten an das man ihn über eine größere Distanz rufen kann.... aber der ganz große Durchbruch isses noch nicht. Unser Ziel ist es das er innerhalb des nächsten Jahres ohne Leine draussen laufen kann.

    Wie Du liest definiert sich Bindung nicht nur durch "frei laufen lassen".... da gehört einfach mehr zu.

    Und da deine Posts so rüber kommen als wärst Du in allem total unsicher was hälst Du davon eine Hundeschule zu besuchen? Dort lernt man nicht nur einen hund durchs Leben zu führen, sondern man kann auch Erfahrungen austauschen. Zusammen lernen macht einfach Spaß.
    Und mit jedem Lernerfolg kommt auch ein kleines Stück Bindung!

    LG und viel Erfolg!
    Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich. (Konrad Adenauer)

  7. #7
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    ja, Hundeschule haben wir für Anfang kommenden Jahres im Kopf. Allerdings bin ich auch da besorgt. Denn erstens liest man überall von "schlechten" Hundeschulen. Und ausserdem: Die vermittelnde Pflegestelle sagte uns, dass Hundeschule nicht für alle Hunde gut wäre. Einer ihrer Hunde war wohl bei einer Hundeschule total überfordert und gestresst. Er wäre abends nicht mehr er selbst gewesen. Vlt sollte ich wirklich einfach erst mal ein zwei Monate abwarten.

  8. #8
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    Also als ich meine Sina mit einem Jahr übernommen habe ......hat das auch ordentlich Zeit gebraucht, bis sie richtig angekommen war.........
    Sei nicht so ungeduldig...........
    Such dir eine Hundeschule.........und wenn du dich dort nicht wohlfühlst, such dir eine andere.................
    Mach langsam und genieß das kennenlernen..............
    Sina und ich waren nach ca 1/2 Jahr ein Team.........aber sie ist auch ein gut geprägter- auf ein Leben mit mir vorbereiteter Hund gewesen.................kein TS Hund.................das dauert alles etwas...............
    Gruß von Kerstin

  9. #9
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    Also ich hab mal deine Posts überflogen und wow... man kriegt ja beim Lesen schon Blutdruck

    Sei doch nicht so hektisch und ungeduldig.

    Lernt euch doch einfach nur kennen. Ein Hund braucht einen ruhigen und souveränen Menschen an seiner Seite, einen der ihn nicht ständig volltextet. Auch keinen wenn der Hund mal rechts schnüffelt, der ihn gleich nach links reisst. Ich übertreibe absichtlich.

    JEDER macht "Fehler", jeder denkt sich bei jedem Hund irgendwann *hätt ich anders machen können* aber deswegen hat noch kein Hund die Weltherrschaft an sich gerissen.

    Der muss nach 11 Tage noch gar nix können, weder Sitz noch Fuss noch Hierher noch muss der leinenführig sein. Lass ihn doch erst mal in Ruhe ankommen.

    Selbst beim Sprechen reicht flüstern. Ist wesentlich effektiver als rumhektiken.

    Tief ausatmen und sich die Ratschläge hier zu Herzen nehmen, dann wird das von ganz alleine.

    Ich war bei 3 Hunden nicht perfekt, bin ich sicher heute auch noch nicht, aber mein jetziger Hund reagiert auf mich extrem. Auf die Mimik, Bewegung, auf jeden Wimpernschlag und das ist keine Übertreibung. Da bleibt dir gar nix anderes über als absolut ruhig zu agieren und zu reagieren, selbst in einer Gefahrensituation. Jetzt kann ichs.
    LG
    Iris

    *Was mich nicht glücklich macht, kann weg*

  10. #10
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    Hallo,

    ich will dir keine Angst machen oder dir den Mut rauben, aber die Antwort auf deine Frage lautet: Ein Leben lang Gerade bei einem Hund, den du praktisch schon "fertig" übernommen hast. Im ersten Lebensjahr lernt ein Hund sehr viel, und ein Straßenhund lernt in dieser Zeit vor allem, draußen selbstständig klarzukommen. Ich spreche da aus Erfahrung, wir haben unsere Große auch mit einem Jahr von einem Tierschützer übernommen, und sie hat ihren eigenen Kopf, sie weiß genau, dass sie im Ernstfall auch allein klarkommt. Das kriegt man nicht mehr ganz raus.

    Aber, und das ist ein ganz dickes Aber: Du kannst zu deinem Hund eine ganz enge Bindung aufbauen. Er wird lernen, dir zu vertrauen, sich bei dir sicher und geborgen zu fühlen. Vielleicht wirst du ihn draußen nie ganz ohne Leine laufen lassen können (ich kann es bei meiner Großen auch nach über 8 Jahren nicht, nur mit Schleppleine). Bindung heißt nicht, dass der Hund an deiner Seite klebt - Bindung heißt, selbst wenn er mal abhaut, kommt er über kurz oder lang zurück Und dazu brauchst du eigentlich nicht mehr als Geduld, Konsequenz und positive Bestärkung.

    Wichtig ist, jedes Training immer zuerst zu Hause, d.h. in möglichst reizarmer Umgebung zu beginnen und erst nach draußen zu verlagern, wenn der Hund das Prinzip begriffen hat. Und auch dann wird es nicht immer klappen. Es gibt Tage, da bin ich mit der Futtertasche für meine Große der Mittelpunkt des Universums - an anderen Tagen wittert sie auf dem Feld ein Karnickel und ich kann mir die Futtertasche fröhlich selber zuwerfen, meinen Hund interessiert sie nicht die Bohne.

    Was Hundeschulen angeht, kann ich aus meiner Erfahrung die D.O.G.S.-Schulen empfehlen. Die sind zwar nicht billig, aber ich finde deren Ansatz einfach unschlagbar. Was ich wichtig finde, ist, dass der Trainer zu dir nach Hause kommt. Der Hund sollte in "seiner" Umgebung trainiert werden. Viele Hunde benehmen sich auf dem "Schulplatz" 1a, aber drehen zu Hause am Rad.

    Der langen Rede kurzer Sinn: Dranbleiben! Nicht vom Frust unterkriegen lassen (der immer mal wieder eintreten wird) - dein Hund wird es dir danken und dir viel mehr Freude als Ärger bereiten
    Wenn du einen reichen Freund nicht besser behandelst als einen armen; wenn du der Welt ohne Lüge und Täuschung gegenüberstehen kannst; wenn du sagen kannst, dass es in deinem Herzen keine Vorurteile gegen die verschiedenen Rassen und Religionen gibt; wenn du bedingungslos lieben kannst, ohne Druck auszuüben oder Erwartungen zu haben - dann, mein Freund, bist du fast so gut wie dein Hund.

    Alina (*2008), Renée (2007-2018) und Artus (1996-2007)

  11. #11
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    @Spookyjule
    Allerdings bin ich auch da besorgt. Denn erstens liest man überall von "schlechten" Hundeschulen. Und ausserdem: Die vermittelnde Pflegestelle sagte uns, dass Hundeschule nicht für alle Hunde gut wäre.
    Liebelein, so ganz allmählich denke ich mir das Du zu viel liest.
    Versuche es mal mit "gesundem Menschenverstand". Fahr mal mit Deinen Ansprüchen und Erwartungen bis in den Keller zurück.
    Natürlich liest man mehr über "schlechte" Hundeschulen. Wobei ich denke die meisten sind nicht schlecht sondern einfach für den jeweiligen Hund-Halter unpassend.
    Manchmal muss man verschiedene HuSchu austesten um die für sich persönlich richtige zu finden.
    Und was Pflegestellen anbelangt. Da haben auch nicht alle die Weisheit mit Löffeln gefressen!!!! ... hab da auch so meine Erfahrungswerte...

    Hunde die nach HuSchu überfordert und gestresst sind, die mussten oft zu hohe Erwartungsansprüche der Halter erfüllen!
    Und die andere Sache ist, wie definiert man überfordert und gestresst? Oder war der Hund einfach ko weil er "Regeln und Benimm" lernen musste?

    Mach Dir über solche "ungelegten Eier" nicht so viele Gedanken.

    Auch wenn meine Worte jetzt für Dich vielleicht hart und unfair klingen, Du bist zu ungeduldig und ewartest zu viel. Du erwartest zu viel von Deinem Hund und Du erwartest das vieles schief läuft und nicht klappt. Das sind die falschen Voraussetzungen um mit einem (Strassen-)Hund zusammen zu leben und glücklich zu werden.

    Nimm Dir mehr Zeit

    LG
    Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich. (Konrad Adenauer)

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