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Thema: Moritz ist nicht mehr da

  1. #1
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    Moritz ist nicht mehr da

    Hallo, wir mussten gestern unser heissgeliebter Kater Moritz (15,5 jahre) einschläfern und ich komme einfach mit der Trauer nicht klar. Er hat solch ein Loch in mein Herz hinterlassen, dass ich es nicht ertragen kann. Mein Mann meinte ich würde mich da so reinsteigern und es wäre nicht gut für meine Seele. Ich habe sehr oft so Weinausbrüche und mein drei jähriger Sohn guckt mich schon ganz verstört an.
    Ich muss aber auch zugeben dass mein Moritz eine ganze besondere Bindung zu mir hatte. Er war mein erster Kater als ich junge Stundentin war und er hat mich uberall begleitet. Sogar in den Skiurlaube. Das erste Jahr war er alleine mit uns und danach habe ich einen zweiten Kater (Max) aus einem Griechenland Urlaub mitgebracht. Zusammen waren die wie Brüder. Max musste uns vor 4 Jahren verlassen weil er Krebs hatte (Fibrosarkom), obwohl wir wircklich alles ermögliche versucht haben die Krankheit zu bekämpfen (OP, Strahlentherapie, misteltherapie). Der Abschied dauerte da sehr lang weil wir irgendwann gemerkt haben dass die Therapien nicht anschlagen und die Knoten waren überall auf dem ganzen Körper verteilt. War eine sehr aggressive Form von Fibrosarkom.
    Moritz hat sehr darunter gelitten dass sein treuer Freund Max ihn verlassen hat. Ich habe seit dem immer penibel Moritz regelmässig zum TA geschleppt und regelmässig mit ihm Vorsorgeuntersuchungen gemacht. Der TA war immer begeistert wie gut es dem alten Kater ging, er hatte mit seine 15 Jahre fast noch alle Zähne im Mund. Vor 3 Monate war er das letzte mal beim TA weil er Erbrechen hatte und da wurde Blut abgenommen und Röntgenbilder gemacht. Alles in Ordnung, er hatte leichte Vergiftungserscheinungen, weil er da an einem Rasendünger gekommen ist. Ansonsten nichts unauffälliges und Röntgen war alles ok. Genau vor 2 Wochen fing das Erbrechen wieder an, ich wieder beim TA, Blutuntersuchung, TA meinte anhand der Werte könnte man eine beginnende chronische Pankreatitis erkennen. Ich sollte ihm Kortison Tabletten geben. Vor einer Woche fing er hinten an komisch zu laufen und er magerte ganz stark ab. Gegen Ende der Woche fing er an sehr schwer zu atmen. Am Samstag waren wir in der Tierklinik weil er aus seine Box nicht mehr kommen wollte, nichts mehr essen wollte und sehr apatisch aussah. In der Tierklinik wurde dann Wasser in der Lunge entdeckt. Er wurde punktiert und dabei wurden 300 ml Flüssigkeit entnommen. Fast wäre er bei der Punktierung gestorben. Nach der Punktierung wurde wieder ein Röntgen gemacht und es stellte sich fest er hat mehrere Knoten in der Lunge. Nach nur 3 Monate von dem letzten Röntgenbild wo alles im Bauch und Lunge normal aussah, hatte er Lungenmetastasen. Wir sind immer noch sehr geschockt. Ist immer noch unbegreiflich.

    Wir haben Moritz nach Hause mitgenommen und haben uns von ihm verabschiedet. Man merkte es wie schnell es ihm schlecht ging. Vorgestern war ich bei unser TA und er meinte da hätte sich wieder Wasser in der Lunge angesammelt, ungefähr ein Drittel von der Menge die entommen wurde und wir sollten ihn erlösen weil er drohen würde zu erstícken. Ich fühlte mich so hilflos und habe so ein schlechtes Gefühl weil ich den Eindruck habe ich habe nicht um ihm gekämpft wie bei Max. Das einzige wie ich ihm dabei helfen konnte, war nur ihm die Spritze zu geben. Ich komme damit uberhaupt nicht zurecht. Das ging alles so schnell dass ich es kaum fassen kann. Von der Diagnose bis zum Einschläfern drei Tage. Und das obwohl ich regelmässig zum TA war, seine Blutwerte regelmässig gecheckt habe usw.

    Moritz und Max waren die Kater aus der Zeit wo mein Mann und ich kinderlos waren, und wir zu denen eine sehr enge Bindung hatten. Als unser Adoptivsohn kam, war Max schon weg, aber für Moritz haben wir noch zwei weitere Kater (nach und nach) dazugeholt, damit er nicht wieder alleine ist. Er hat die beiden akzeptiert obwohl es keine so enge Bindung gab wie zwischen ihm und Max. Für mich waren Max und Moritz wie meine Kinder und ich hätte alles für die getan. Nur dass ich für Moritz so hilflos war und nichts mehr machen konnte bricht mir so das Herz.

    Ausserdem komme ich auch gar nicht mit der Reaktion meines Kindes klar, mit dem Tod von Moritz. Ich glaube er versteht es nicht, grad weil er noch 3 jahre alt ist, aber ich weiss nicht wie ich mit meine Gefühlen umgehen soll. Gestern fing er an zu singen, 'moritz ist gestorben', was bei mir zu einem Heulkrampf geführt hat. Da guckte er auch ziemlich verstört. Mein Mann hat ihm erklärt dass man darüber nicht singen kann. Heute morgen sagte mein Sohn er möchte sich als Moritz verkleiden, oder dass er jetzt ein Moritz einkaufen geht. Er merkt dass es mir sehr schlecht geht wenn er nur Moritz sagt, und trotzdem sagte er es die ganze Zeit. Ich versuche auch stark zu sein um nicht in seine Anwesenheit zu heulen. Das gelingt mir aber nicht immer. Ich habe das Gefühl ich sehe überall Moritz oder höre sein Mauzen. Ich habe sogar nach ihm gerufen obwohl ich genau weiss er nicht da. Er und Max fehlen mir so sehr... Diese Trauer die ich für die zwei Kater empfinde habe ich nicht mal empfunden als meine Oma gestorben ist. Ich finde das auch sehr verstörend für mich. Ist das noch normal? Wie ergeht es euch?

  2. #2
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    Hallo
    Es tut mir sehr leid, dass du deinen geliebten Kater gehen lassen musstest. Ich glaube du hast ihm einen Liebesdienst erwiesen, dass ändert aber nichts an deiner Trauer.
    Ich finde deine Reaktion nicht unnormal.Als unser Rufus 2012 überfahren wurde ( so bin ich auch ans Forum gekommen) haben wir auch tagelang geheult und waren froh, dass wir nicht arbeiten mussten.
    Wir haben aber auch keine Kinder, da können andere vielleicht eher was zu sagen.Mein Eindruck ist schon, dass du dein Kind mit deinen Reaktionen verstörst. Er ist drei, versteht manches noch nicht und geht auf seine kindliche Art damit um.Wenn du als Reaktion auf ihn los weinst, könnte ihn das ziemlich verunsichern.
    Ich finde deine eigene Reaktion verständlich und nicht unnormal aber ich würde versuchen es dem Kind nicht so zu zeigen, bestenfalls wenn du denkst man kann ihm schon erklären, warum du so traurig bist.Ich wünsche dir viel Kraft

    Liebe Grüße von Tanja mit Gladdys, Emma, Ascha, Eddie und Bella.
    *Rufus* tief im Herzen


    Es gibt nur zwei Möglichkeiten vor dem Elend des Lebens zu flüchten, Musik und Katzen.

    (Albert Schweizer)

  3. #3
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    Exclamation

    Hallo Sportyiri!
    Ich kann deinen Schmerz absolut nachvollziehen. Es tut mir so leid, dass dein Moritz nun nicht mehr bei dir sein kann.
    Auch ich hatte beim Tod meiner geliebten Kater festgestellt, dass ich das letzte Mal so sehr geweint habe, als meine Omi starb.
    Vor einem Monat musste ich völlig überraschend meinen Kater Theo erlösen lassen. Ich kann diese Entwicklung auch jetzt noch nicht richtig fassen. Alles ging so rasend schnell, die Diagnose war Krebs. Ich hatte wunderbare Ärztinnen an meiner Seite und hätte sogar einen Kredit aufgenommen, wenn Geld hätte Theo retten können. Aber es wäre auf Quälerei und irgendwie auch Egoismus hinausgelaufen, wenn ich hätte nicht loslassen können. So habe ich entschieden, Theo nicht mehr aus der OP - Narkose aufwachen zu lassen. Diese Entscheidung war medizinisch bestimmt richtig, aber emotional die Hölle!
    Ich bin mir sicher, auch du hast Moritz einen großen Dienst erwiesen, auch wenn dieser dir das Herz zerreißt.

    Ich habe auch keine Kinder, kann dir bestimmt diesbezüglich keinen Rat geben. Einerseits finde ich richtig, dass auch Kinder langsam an Tod und Trauer herangeführt werden und man Trauer auch zulässt. Das ist wichtig für die Seele. Die Reaktion deines Sohnes entspricht sicher der eines Dreijährigen. Er kennt so eine Situation noch nicht, sieht seine Mutti traurig und weinend und das irritiert ihn, macht ihm vielleicht auch Angst. Sein Versuch, dir zu helfen, indem er einen neuen Moritz kaufen oder er sich als Moritz verkleiden will, ist einfach ganz rührend. Ich könnte mir vorstellen, wenn du deinem Sohn das alles ehrlich und kindgerecht erklärst, wird er das einordnen und in gewisser Weise verstehen.

    Moritz hatte ein sehr schönes Leben bei euch. Selbst Gefährten durfte er haben. Und ihr habt ihn begleitet, alles für ihn getan. Als eine Heilunge nicht mehr möglich war, wart ihr an seiner Seite und habt ihm Siechtum und Qual erspart. So ein Glück haben nicht alle Katzen. Vielleicht können dir eines Tages auch diese Gedanken helfen.

    Alles Gute für euch und viel Kraft für die schwere Zeit.

    Für eine Zeit halten wir deine Pfötchen fest, dein Herz aber ein Leben lang!



    Liebe Grüße von Heike mit ihren Schnurrern Luis, Willi, Fritzchen, Rudi und Rico


    Für immer im Herzen und im Kopf ....Plüschi, Oskar, Jacki, Otti, Lottchen, Theo, Hugo und Nelly

  4. #4
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    Es tut mir unendlich leid
    Ich und viele andere können dich sehr gut verstehen
    Leider musste wir unsere Lilly im Januar 2015 gehen lassen sie war erst 3.5 Jahre hatte ein bösartigen Darmtumor
    Ich drück dich ganz fest und wünsche dir viel Kraft in der schwren Zeit

  5. #5
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    Ich finde das ganze ziemlich schwer, gerade wegen mein Sohn auch. Er braucht mich und fragt ob ich mit ihm spielen kann. Ich bin aber in so ein tiefes Loch gefangen dass ich zu gar nichts mehr Lust habe. Ich kann mit ihm nicht spielen. Ich habe ihm erzählt dass Mama sehr traurig ist, weil gerade Moritz für mich wie ein Baby war, weil er lange vor mein Sohn mit mir war, und er deswegen so eine besondere Bindung zu mir hatte.
    Ich habe ihm auch erzählt dass man solche Tiere nicht ersetzten kann, es sind ja keine Stofftiere. Die haben eine Persönlichkeit und das kann keiner ersetzten. Habe ihm so gesagt dass er auch keine zweite mama kaufen kann wenn ich mal nicht da bin. Jeder Mensch und Tier ist ein Unikat der Natur! Auch wenn Tiere oder Menschen ähnlich aussehen sind die Charakter unterschiedlich. Das muss er noch lernen.

    Jetzt vor Weihnachten fällt das ganze so schwer. Ich traue mich schon gar nicht den Tannenbaum aufzustellen, weil ich genau weiss das Moritz den so sehr liebte. Ich errinere mich schon als ich ihn einmal mitten im Baum gefunden habe. Oder als er den Tannenbaum umgekippt katte und der auf dem Couchtisch lag.

    Er fällt mir überall. Immer wenn ich in den Keller gehe, sehe ich seine Box unter der Treppe und da es da dunkel ist, denke ich, da ist er wieder. Er war ja ein schwarzer Kater und deswegn konnte man ihn schlecht in der dunklen Box erkennen. Wenn ich das Haus lüfte fehlt er mir so sehr. Er war immer direkt an den offenen fenstern und versuchte von da auch auf dem Dach zu gehen. Ich musste immer besonders auf ihn aufpassen. Er war der älteste von der drei Kater mit seine 15 Jahre, aber auch der pfiffigste und neugierigste von allen drei. Als wir vor einem Jahr in das neu gebaute Haus eingezogen sind, war er auch der erste der überall herum stolzierte. Und er war der Ausbruchkönig. Wir haben den Gartenausbruchsicher gemacht, aber er hat immer ein weg gefunden rauszukommen. Ichfand das so lustig dass der älteste von allen drei so fit war. hat uns auf Trab gehalten. Die anderen zwei sind erst 5 Jahre alt und 7-8Jahre alt und nicht so mobil, die schlafen den ganzen Tag irgendwie nur. Natürlich schmusen die auch, aber nicht so wie Moritz. Er kam immer auf mein Schoss und nuckelte dann an seinen Schwanz. Dsa war so niedlich. Er hat das auch nur gemacht wenn er sich wohl fühlte und das nur bei mir, mein mann und meine Schwiegermutter die öfter auf ihn aufpasste wenn wir in Urlaub waren. Es war total niedlich den durch sein schwanz nuckeln war die Fell farbe da eher braun als schwarz.

    Moritz hat so ein tiefes Loch in mein Herz gerissen. Ich vermisse ihn so sehr und ich kann nicht aufhören zu heulen und an ihn zu denken. ich möchte ihn den ganzen Tag suchen in der Hoffnung er kommt wieder. Dsa Leben mit ihm war so aufregend und jetzt... Die andern zwei sind eher ruhig. Dieser kleiner Wirbel fehlt mir so.

  6. #6
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    Ich kann gut verstehen das es dir schlecht geht ...... aber , dein Sohn ist eindeutig noch zu klein um den Tod zu verstehen , er ist vollkommen verunsichert und vielleicht ist es nicht die cleverste Idee ihm zu sagen das er die Mama ja auch nicht ersetzen kann , wie soll er verstehen das du nicht auch einfach verschwindest wie Moritz ?????? Das versteht ein Erwachsener oder ein Jugendlicher aber kein dreijähriger . Bitte versuch dich für IHN und im Umgang mit IHM zusammen zu reissen so schwer der Verlust deiner Katze auch sein mag

    Ein Optimist findest immer einen Weg. Ein Pessimist findet immer eine Sackgasse. – Napoleon Hill -

  7. #7
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    Hallo,
    ich kann Deine Trauer auch sehr gut verstehen. Es sind ja auch gerade erst 3 Tage, so schnell kann man gar nicht wieder zu sich finden, wenn man ein geliebtes Familienmitglied (und das war Moritz für Dich) verloren hat. Gib Dir Zeit, Du darfst auch weinen und traurig sein, aber bitte versuche trotzdem, für Deinen Sohn da zu sein und auch mit ihm zu spielen und mit ihm zu lachen. Er kann doch noch gar nicht verstehen, was da in Dir vorgeht, und ich finde es auch übertrieben, es ihm jetzt wie einem Erwachsenen zu erklären. So muss er ja fast denken, dass Moritz Dir wichtiger war als er... Bitte bitte, reiß Dich in Anwesenheit Deines Sohnes zusammen. Du kannst ihm doch auch kindgerecht erklären, warum Du traurig bist. Und sag ihm bloß, dass das alles gar nichts mit ihm zu tun hat, und dass Du ihn unendlich lieb hast. Ich glaube, Dein Sohn ist bestimmt im Moment komplett durcheinander.

    Wir mussten vor fast genau 2 Jahren unsere geliebte Katze gehen lassen. Wir waren auch extrem traurig, ich habe im Büro geheult, sobald mich jemand angesprochen hat. Ein paar Tage später hatte ich auch noch Geburtstag, und da habe ich bei jedem Anruf von Freunden oder Familie erst einmal geheult. "Feiern" musste ich dann auch noch, und das war für mich echt die Hölle. Einige meiner Freunde konnten das nicht wirklich nachvollziehen, immerhin war sie ja "nur" eine Katze, aber das war und ist mir egal. Sie war mein Super-Tiger, meine Seelen-Katze, die in dem Moment aus dem Nichts bei uns auf der Terrasse stand, als es mir gerade sehr schlecht ging. Sie war das liebste Tier, das ich je kennengelernt habe. Aber ihre Zeit war gekommen, das mussten wir irgendwann einsehen. Dabei sollte sie doch eigentlich ewig leben... Ich hatte in der ersten Woche geglaubt, ich könnte nie wieder fröhlich sein. Aber dieses ganz tiefe schwarze Loch vergeht wieder, glaube mir.

    Konzentriere Dich darauf, dass Moritz ein ganz tolles Leben bei Dir hatte, und dass Du ihm noch einen allerletzten Dienst erweisen konntest. Er ist Dir dafür sicher dankbar, und er wird wollen, dass Du wieder nach vorne schaust. Dass das nicht unbedingt nach 3 Tagen geht, ist klar. Aber Du hast eine Familie, ein Kind, zwei Katzen, die Dich alle brauchen. Bitte konzentriere Deine Liebe nicht auf Moritz, er ist jetzt frei und ohne Schmerzen, er braucht Dich nicht mehr (das ist nicht böse gemeint, ich hoffe, Du verstehst, was ich damit meine). Dein Sohn braucht Deine Liebe, Dein Mann natürlich auch, aber auch die beiden Katzen, die noch bei Dir sind. Bitte denke daran, dass auch sie evtl. um Moritz trauern. Vielleicht könnt Ihr Euch gegenseitig trösten (Katzen sind ja meist ganz wundervolle Tröster).

    Ich wünsche Dir alles Liebe,
    Ally
    LG Ally mit Bonnie, Lucy, Nelly und Dolly

    sowie Emilia und Modi im Land hinter dem Regenbogen

  8. #8
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    Vielen lieben Dank für die tröstende Worte von euch. Ich habe vor 4,5 jahren schon solch eine Trauer gehabt als Max an Krebs trozt riesen kampf gestorben ist. Damals war es für mich das erste Mal dass ich mich vor einem so geliebten Tier trennen musste. Ich hatte damals zum Glück kein Kind, so dass ich der Trauer freien Lauf geben konnte. Auch wenn viele das nicht verstanden haben, dass ich für so eine Katze trauerte.
    Diesmal ist es schwieriger durch meinen Sohn. Sicher versuche ich mich zusammen zu reißen, aber ich bin selber sehr sensibel und kann total schlecht meine Gefühle verstecken und dazu bin auch noch sehr nah am Wasser gebaut. Ich brauche nur ein Foto von einer schwarzen Katze zu sehen und schon schiessen mir die Tränen. Sicher habe ich mein Sohn im Arm genommen und gesagt dass ich ihn ganz doll lieb habe. Das weiss er auch. Gestern habe ich ihm erzählt dass am Himmel jetzt ein Moritz Stern ganz stark leuchtet, neben dem von Max. Er hat Moritz bevor er gestorben ist, auch ein Bild gemalt für seine Reise (einen Tannenbaum). Hat sogar Max ein Bild gemalt, damit Moritz es mitnehmen kann. Er kennt Max nur von dem Bilder und seine Urne.
    Ich bin auch froh dass ich so einen lieben und herzlichen Mann habe. Er nimmt mir in Moment auch viel Arbeit ab. Ich glaube dadurch Moritz jetzt gestorben ist, bin ich umso mehr trauriger weil mir bewusst wird dass ein weiterer Lebensabschnitt zu ende ist. Und ich mag Veränderungen gar nicht. Mit Max und gerade Moritz haben wir so vieles erlebt, und die waren bei so viele wichtige Lebensereignisse dabei, (studium, erste eigene Wohnung, Hochzeit, erste Arbeitsstelle, die kater waren für mich da als mein Mann wegen seiner Promotion/ Post Doc ein Jahr im Ausland war, Moritz war dabei als unser Adoptivsohn mit ein paar wochen zu uns kam, Hausbau). Und jetzt wo wir erst seit einem Jahr im neuen Haus sind, stirbt unser treuer und verückter Begleiter so plötzlich, ohne dass wir ihm noch helfen konnten, ausser ihm die erlösende Spritze zu geben.
    Ich mach mir ständing Vorwürfe ich habe vielleicht was übersehen, dass es vielleicht ihm schon eher schlecht ging. Ich muss leider zugeben dass durch unser Sohn, mein Fokus sich natürlich verschoben hat, und mein Sohn natürlich an erster Stelle steht. Das musste ich schmerzlich feststellen als ich jetzt nach Bilder von Moritz gesucht habe im neuen Haus und erschreckt war das es fast nur noch 2-3 Bilder waren. Den Rest der Bilder war mein Sohn mit Spooky sein heiß geliebter Kater, der alles mit sich machen last, wenn Kinder da sind.

    Ich habe für mich das Gefühl ich habe ihn vernachlässigt die letzten 3 Jahre. Und es tut mir so leid und ich hoffe er verzeiht es mir, dass ich nicht mehr so viel Zeit für ihn hatte. Ich habe ihn so geliebt!!!!!!!!

  9. #9
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    Hallo Sportyiri,

    es tut mir leid, dass Dein Moritz über die Regenbogenbrücke gehen musste. Du hast das Richtige getan und hast ihn gehen lassen. Das ist er größte Liebesbeweis, den wir unseren Fellingers erbringen können.

    Ich bin selbst Mutter von zwei Kindern und habe in den letzten 25 Jahren 6 Katzen gehen lassen müssen. Als mein Ninchen im Alter von nur 8,5 Jahren am 19.12.2015 von Bastet Che Nupet ins Regenbogenland gerufen wurde, glaubt ich eine Welt stürzt ein.
    Aber mit der Zeit habe ich gelernt, meine Augen wieder zu öffnen. Und ich sah drei Katzen (Fannchen, Rickchen und Seni) die alle auf eine andere Weise und jede auf ihre Art genauso lieb und liebenswert sind, wie mein Ninchen.

    Was Deinen Sohn betrifft. Wenn er singt, dass Moritz tot ist, ist das für Dich als Mutter wahrscheinlich schwer nachzuvollziehen. Aber es ist seine Art mit dem Tod von Moritz umzugehen. Im Studium in Psychologie hatten wir auch das Thema des Erlebens von Tod und Trauer bei Kindern besprochen und gerade, dass Kinder trotz dem Tod eines geliebten Familienmitglieds wieder singen und spielen können. Und uns wurde gelehrt, dass das für Kinder überlebensnotwendig ist.
    Und ich will auch daran erinnern, dass auch wir Erwachsene als Trauerarbeit singen, z.B. an Allerheiligen singen wir mit unserem Chor auf dem Friedhof, z.B. Sei behütet auf allen Wegen!
    Vielleicht kannst Du Deinen Sohn nehmen und am Grab von Moritz angemessene Lieder singen.
    Ich finde es auch lieb von Deinem Sohn, dass er für Moritz einkaufen will. Geh mit ihm einkaufen für Moritz, etwas fürs Grab, einen Bilderrahmen für ein geliebtes Bild eine kleine Schale mit Pflanzen, die ihr auf das Grab oder neben sein Bild stellt.
    Beziehe ihn in angemessener Weise in Deine Trauer ein, schließe ihn nicht aus und gib ihm das Gefühl, dass sein Weg nach dem Tod von Moritz der richtige ist. Kinder in dem Alter haben kein Böses in sich.

    Und lass Deinem Sohn Dir helfen. Spiele mit ihm, gehe mit ihm spazieren, lasse Deine anderen Katzen Dir helfen. Öffne Dein Herz wieder für die anderen. Moritz hätte das gewollt.
    Dann möchte ich Dir noch drei Bücher von Andrea Schacht ans Herz legen: "Ein Tag mit Tiger", "Auf Tigers Spuren", und "Tigers Wanderungen".
    Eines Tages findet Anne ihren Kater Tiger schwer verletzt auf der Straße. Sie weiß, dass er sterben wird legt ihn in sein Körbchen und verbringt seine letzte Nacht mit ihm und hat einen wundersamen Traum, in dem sie als Katze mit ihm loszieht.
    Nach Tigers Tod lebt die Katze Nina bei ihr, die eines Tages ein vollkommen verwahrlostes Katzenkind, Junior und erzieht ihn. Eines Tages erhält Junior den "Auftrag" den wiedergeborenen Tiger zu suchen und nach Hause zu bringen. Allerdings ist das nicht so einfach, denn Tiger ist weit entfernt in einem ganz anderen Katzenpelz wiedergeboren worden.

    Ich drücke Dich ganz fest und wünsche Dir viel Kraft.
    Liebe Grüße von Sabine mit



    & den Regenbogenkatzen - für immer im Herzen

  10. #10
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    Liebe Sportyiri, ich kann deinen Schmerz und deine Trauer sehr gut nachempfinden. Habe beim Lesen deiner Zeilen viel geweint.
    Dass dein kleines Kind Moritz´ Tod anders empfindet – vielleicht freudig - mag daran liegen, dass Kinder ein anderes oder vielleicht sogar erweitertes Bewusstsein haben... dass er ihn sieht von Liebe und Freude umgeben... während uns der Schmerz zerfrisst und wir das so (noch) nicht sehen können. Es gibt so viel zwischen Himmel und Erde, das noch nicht eindeutig beantwortet ist.

    Ich musste am Sonntag, 4.12., mittags meine über alles geliebte Trixie (Trixelchen, Trixbär, Trixie-Belle, ca. 18/19 J.) gehen lassen und komme überhaupt nicht damit klar.

    Als ca. 8 Wochen altes Kätzchen mit blauen Augen kam sie zu mir und eroberte mein Herz im Sturm. Sie war immer an meiner Seite. Schlief nachts in meinem Arm. Sie war die wundervollste Katze für mich und meinen Sohn Pascal (27 J.). Unsere Familie bestand nur aus uns dreien. Sie tröstete mich so oft. Ich musste mich für sie nie verstellen. Sie nahm mich so, wie ich bin.

    Sie war so unfassbar lieb... sie redete viel mit mir... schimpfte auch mit mir. War in den schlimmsten Phasen meines Lebens diejenige, die dafür gesorgt hat, dass ich weiterlebe.

    Vor 3 Jahren erkrankte sie an CNI und Schilddrüsenüberfunktion. Die Werte mussten ständig ärztlich untersucht werden. Diätfutter hätte sie fressen sollen – akzeptierte sie aber nicht und das widerrum akzeptierte ich. Mir war klar, dass von da an unsere Zeit begrenzt war und ich wollte sie nicht quälen in dem ich ihr kein anderes Fressen mehr gab. Sie sollte ihre letzte Zeit geniessen können. Tatsächlich hatten wir in diesen 3 Jahren 2-3 mal das Gefühl, dass es zu Ende geht. Aber sie hat sich jedesmal wieder berappelt – sehr zum Wunder ihres Tierarztes.

    Leider entdeckte der Tierarzt vor ca. 1 Jahr bei einer der Kontrolluntersuchungen einen Knubbel an der Wirbelsäule. (Mir war er schon viel früher aufgefallen, aber er war kaum Daumennagelgroß und es schien ihr nicht weh zu tun, wenn ich dran fasste.) Erleichtert war ich als der TA es als eine Art Fettablagerung abtat, weil sie noch vor der CNI-Erkrankung stark übergewichtig war (8,5kg).

    Als sie anfing häufiger zu erbrechen, alleine der Geruch von Fressen oder Milch in ihr bereits Würgereize auslöste, wollte der TA den Knubbel punktieren, da er auch größer geworden war. Es stellte sich heraus, dass sie ein „gutartiges Bindegewebsfibrom“ hatte. Der Pathologe, der die Gewebeprobe untersucht hatte, riet zur sofortigen OP, zumal diese Art Tumor auch bösartig werden könnte. Aber der TA riet auf Grund ihres schlechten Allgemeinbefindens davon ab. Erst sollten ihre Werte insgesamt wieder besser werden. Er gab auch zu bedenken, dass sie eben schon eine sehr alte Dame sei...

    Die Bauchspeicheldrüsenentzündun g wurde zwar besser, aber die restlichen Werte schwankten immer mal weiter.
    Und dann fing das Fibrom unaufhaltsam an zu wachsen. Dennoch hatten wir nie das Gefühl, dass sie Schmerzen haben könnte.
    Der TA meinte, wir sollten es als einen „Schönheitsmakel“ betrachten. Und so sahen wir das dann auch.

    Es ging ihr gut. Sie sprang durch die Wohnung wie eine junge, gesunde Katze – genoß ihre neue Beweglichkeit Dank der Tatsache, dass sie ihr Gewicht halbiert hatte. Eine Beweglichkeit, die sie viele viele Jahre nicht hatte. Meine arme Trixie...

    In der Nacht vom 27. November (sonntags) veränderte sich alles schlagartig.

    Sie sprang in die Badewanne – was sie zuletzt gemacht hatte, als sie jünger war. Ich musste dann immer den Wasserhahn zum Tröpfeln bringen und sie beugte dann ihr Köpfchen drunter und schlabberte. Diesmal tat sie das nicht. Sie saß nur bedröppelt da. Ich hob sie wieder raus und wollte sie zu mir mit ins Bett nehmen. Aber sie sprang vom Bett und wieder in die Badewanne. Das ging in dieser Nacht immer wieder so. Das beunruhigte mich enorm und so nahm ich für die Woche Urlaub. Ich ahnte etwas...
    Aber gleich montags verließ sie die Badewanne. Es „normalisierte“ sich wieder. Das einzige, das komisch war, sie trank auch aus ihrem Schälchen kein Wasser mehr. So stellte ich ihr Katzenmilch hin (wohlwissend, dass CNI-kranke Katzen das nicht trinken sollten), aber auch da ging sie zuerst nur mit dem Gesicht rein und trank nicht. Ich wurde schier verrückt. Im Laufe des Tages jedoch trank sie die Milch und fraß auch sehr viel.

    Donnerstag dann ging ich mit ihr zum Tierarzt und bekam den Schock meines Lebens: sie wog nur noch 1,5 kg. Die TÄ meinte dann auch noch „wenn sie davon jetzt noch das mögliche Gewicht des Tumors abziehen... es tut mir leid... wir können nichts mehr für Trixie tun“. Weitere Untersuchungen wollte man ihr ersparen und ich sah das ein, aber einschläfern lassen wollte ich sie nicht gleich. Ich wollte, dass mein Sohn und ich bei uns zu Hause von ihr Abschied nehmen konnten und vereinbarte den Freitag Abend.
    Daheim kamen mir dann aber wieder Zweifel, ob es zu früh war, sie das vielleicht garnicht wollte und so stornierte ich den Termin.
    Der Freitag mit ihr war okay. Samstags saß sie sogar noch ca. eine halbe Stunde in der Sonne auf dem Garagendach, das sie vom Wohnzimmerfenster aus erreichen konnte. Nur fraß sie an dem Tag schon extrem wenig. Abends fing das dann wieder mit der Badewanne an... und dort verbrachte sie dann – vermutlich in sitzender Position – die Nacht. Als ich gegen 04h wach wurde und nach ihr schaute, schnürte mir ihr Anblick die Kehle zu und ich wusste, das ist jetzt das Ende, wir müssen sie gehen lassen.

    Den Sonntag Vormittag versuchte ich immer wieder sie zum Essen zu animieren. Sie roch an allem nur.
    In Absprache mit meinem Sohn kontaktierten wir dann den tierärztlichen Notdienst. Da keiner von uns ein Auto hat, rief ich einen Nachbarn und guten Bekannten an und bat ihn, uns zu fahren. Er teilte mir zu meiner Überraschung mit, dass unser Tierarzt gerade an seinem Haus vorbei gelaufen sei und nun in die Praxis gehen würde. Das war fast nahezu ein Wunder in dieser Situation. Ich rief dann heulend dort an und er sagte, wir könnten gegen 11:30 Uhr kommen.

    Als es so weit war, mein Nachbar mit dem Auto schon vor der Haustür stand, holte ich die Transportbox hervor und als Trixie das sah, flüchtete sie. Ich fing sie ein und sie miaute fürchterlich. Ich musste sie fast mit Gewalt in die Box schieben. Sie saß da drin und miaute herzzerreissend. Heute hasse ich mich dafür.
    Wollte sie noch nicht gehen?
    Wollte sie mir damit sagen, dass ich das nicht tun soll?
    Wollte sie von alleine einschlafen?

    Ich bin unendlich verzweifelt deswegen und heule nur noch rum.
    Da ist nicht nur dieser riesengroße Schmerz um ihren Verlust, da ist auch dieser furchtbare Ballast, dass es nicht die richtige Entscheidung war. Es hilft mir auch nicht zu denken, dass es ihr jetzt besser geht oder dass ich sie erlöst habe.
    Ich fühle mich, als hätte ich ihren letzten Willen ignoriert und gebrochen.
    Ich hatte in dem Moment auch tatsächlich meine Bedenken... aber mein Nachbar stand vor der Tür... und ich wusste nicht, wie lange der Tierarzt in der Praxis warten würde... Ich schob meine Bedenken beiseite.

    Als sie die Spritze verabreicht bekam, miaute sie nicht einmal. Sonst waren Spritzen etc. immer ein absolutes Drama.
    Sie legte auch wenige Sekunden später ihr Köpfchen auf die Seite und schlief max. 5 Minuten später für immer ein.
    Mein Sohn und ich heulten, streichelten sie, küssten sie die ganze Zeit, redeten aber auch mit ihr und bedankten uns.

    Wieder daheim zurück öffneten wir den Deckel der Transportbox und streichelten immer mal wieder über ihr Fell.

    Für uns war es wichtig, sie bis zur Beerdigung noch ein paar Stündchen um uns herum zu haben. Oh Gott, es war so
    schrecklich...

    Und nun macht alles irgendwie keinen Sinn mehr.
    Ich habe meine Freude und mein Licht verloren.
    Auch die Wohnung ist nun still und leer...

    Ich komme überhaupt nicht klar mit diesem Verlust.
    Esse schon seit 1 Woche fast nichts mehr. Sitze nur noch herum und rauche und heule und rauche und heule.

    Gestern hat mich mein Sohn zum Arzt begleitet, ich habe mich krankschreiben lassen. Ich will jetzt niemanden
    sehen und auch keine Fragen beantworten. Ich bin froh, dass er gestern bei mir bleiben konnte. Heute arbeitet
    er wieder – für ihn ist das besser, sagt er. Für mich nicht.
    Ich weiß, ich muss mich aufraffen, für meinen Sohn, aber ich wäre am liebsten bei ihr.
    Sie war mein Ein und Alles. Meine enzige wahre Liebe. Mein Kind. Mein Wunder. Mein Wundervoll.

    Dass es ihr nun besser geht und sie über die Regenbogenbrücke gegangen ist, mag eine schöne Vorstellung sein -
    aber mir fehlt die Gewissheit. Ich würde so gerne mit ihr reden und sie fragen, wie es ihr geht und ob sie mir ver-
    zeiht. Aber an Tierkommunikation kann ich nicht so recht glauben.


    Liebe Sportyiri, ich wünsche dir ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit, auch wenn ich weiß, dass Worte dir jetzt
    nicht helfen können und dir den geliebten Schatz nicht zurückbringen können.

    Alles Liebe für dich !

  11. #11
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    2
    [QUOTE=Bittermoon;2620821]Liebe Sportyiri, ich wollte dir unbedingt antworten, habe aber blind durchs Weinen hier ein paar mal Fehler beim Speichern meiner email gemacht. Die ist nun wohl mehrfach hier platziert und ich bekomme sie nicht gelöscht. Verzeih mir dieses Chaos bitte!

  12. #12
    Registriert seit
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    Bittermoon - ich hab zwei von den drei Beiträgen gelöscht

    Ein Optimist findest immer einen Weg. Ein Pessimist findet immer eine Sackgasse. – Napoleon Hill -

  13. #13
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    Liebe Bittermoon,
    auch Deine Geschichte ist furchtbar traurig und bewegend. Es tut mir leid, dass Du Deine Seelenkatze gehen lassen musstest. Bitte mach Dir keine Vorwürfe, sie hatte ein gesegnetes Alter und ein wunderschönes Leben bei Dir. Es geht ihr gut, wo sie jetzt ist, da bin ich mir ganz sicher. Und sie wird immer ein Teil von Dir bleiben und somit nie wirklich sterben.

    Auch wenn es für Dich noch viel zu früh ist, so möchte ich Dir trotzdem das Testament einer Katze ans Herz legen. Ich hatte auch so eine Seelenkatze (sie war zwar nur 9 Jahre bei uns,
    ist aber auch ca. 18 - 20 Jahre alt geworden, und es ging alles ähnlich plötzlich wie bei Dir), auch wir haben uns Vorwürfe gemacht, ob wir richtig gehandelt haben damals, und wir reden
    noch oft davon, ob wir es besser hätten machen können. Ich hätte mir gewünscht, sie würde einfach ewig leben, aber wir wissen alle, dass das leider nicht möglich ist.

    Mit hat eine Freundin diese Zeilen geschickt:

    Testament einer Katze

    Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament,
    um ihr Heim und alles, was sie haben
    denen zu hinterlassen, die sie lieben.

    Ich würde auch solch´ ein Testament machen,
    wenn ich schreiben könnte.

    Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
    würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
    meinen Napf, mein kuscheliges Bett,
    mein weiches Kissen, mein Spielzeug
    und den so geliebten Schoß,
    die sanft streichelnde Hand,
    die liebevolle Stimme,
    den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
    die Liebe, die mir zu guter Letzt
    zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
    gehalten im liebendem Arm.

    Wenn ich einmal sterbe, dann sag' bitte nicht:
    "Nie wieder werde ich ein Tier haben,
    der Verlust tut viel zu weh!"

    Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus
    und gib' ihr meinen Platz.
    Das ist mein Erbe.

    Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles,
    was ich geben kann.

    (Margaret Trowton)

    Uns haben diese Worte dazu gebracht, ein paar Wochen nach dem Tod unserer geliebten Katze ein Tierheim aufzusuchen. Und nun sind wir seit fast zwei Jahren
    glückliche Sklaven von zwei goldigen Katzen. Sie sind anders, aber sie sind genauso liebenswert. Sie sind es wert, von uns geliebt zu werden und ein schönes
    Zuhause zu bekommen, und wir sind froh, wieder mit zwei so wundervollen Wesen unter einem Dach zu leben.

    Ich möchte Dich zu gar nichts drängen, alles braucht Zeit, und ich glaube, jeder spürt irgendwann einfach, ob er wieder bereit ist, sich auf ein neues Wunder
    einzulassen. Aber bitte sieh so etwas niemals als Verrat an Deiner verstorbenen Katze, das Gegenteil ist richtig, sie wird sich freuen, weil Du so ein großes
    Herz hast.

    Ich drück Dich.

    LG Ally
    LG Ally mit Bonnie, Lucy, Nelly und Dolly

    sowie Emilia und Modi im Land hinter dem Regenbogen

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