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Thema: Gewöhnung Hund / Katze

  1. #1
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    Gewöhnung Hund / Katze

    Hallo ihr Lieben,

    ich hoffe, ihr könnt mir ein paar Tipps geben. Bei uns ist zurzeit folgende Situation:

    Unser Kätzchen Amy (2 Jahre alt) war in unserem Haushalt bisher "Einzelprinzessin". Seit vorgestern haben wir (vorläufig?) einen Hund dazu bekommen. Zu dem Hund: Es ist ein 3,5 Jahre alter AmStaff-Rüde, der von seinem Besitzer aus Krankheitsgründen nicht mehr gehalten werden kann und mittlerweile schon länger versucht, ein neues Zuhause zu finden. Da mein Partner und ich ihn gerne aufgenommen hätten, haben wir ihn im Februar diesen Jahres kennen gelernt. Leider ist Kimbo ein Hund, der im Welpenalter bei einem Alkoholiker gelebt hat und dort vermutlich misshandelt wurde. Aus diesem Grund hat er massive Probleme mit fremden Leuten (vor allem Männern) und geht, sobald er sich bedrängt fühlt, in Gegenwehr, d.h. er schnappt zu. Nun muss ich natürlich erwähnen, dass ich selbstverständlich über Rassekenntnis verfüge und mich bewusst für einen Listenhund entschieden habe bzw. entscheiden würde. Mir war ebenfalls bewusst, dass Kimbo "schwierig" ist, weshalb wir das Kennenlernen mit ihm sehr vorsichtig und über mehrere Termine gestaltet haben. Dies hat allerdings wunderbar geklappt und er hat sehr schnell Vertrauen zu uns gefasst. Er ist ein Hund, der sich "seine Leute" aussucht, und uns mochte er offenbar auf Anhieb.
    Als er dann "zur Probe" bei uns war, gab es natürlich eine Vorkontrolle über den vermittelnden Verein und leider hat Kimbo hierbei auch nach der Dame geschnappt, die bei uns war, so dass der Verein nicht mehr bereit war, die Verantwortung für eine Vermittlung zu übernehmen. Da wir damals auch schon Bedenken hatten, ob es mit unserer Katze überhaupt klappen würde (sie ist in den paar Tagen, als Kimbo hier war, so gut wie gar nicht von ihrem Platz auf dem Küchenregal heruntergekommen), und da eine Vermittlung ja nur über einen Verein möglich gewesen wäre, konnten wir Kimbo damals nicht aufnehmen und haben ihn an die Mutter des Besitzers zurückgegeben.
    Eine Zeitlang sah es nun so aus, als könne er bei ihr bleiben, so dass eine Vermittlung eigentlich nicht mehr zur Debatte stand. Des Weiteren hat sie Kimbo einem Trainer für "Problemhunde" sowie einer Tierpsychologin vorgestellt. Beide kamen in mehreren Sitzungen übereinstimmend zu dem Schluss, dass Kimbo keine "tickende Zeitbombe" ist, sondern dass er lediglich unsicher ist und gelernt hat, dass er in Situationen, die ihn ängstigen, nach vorn gehen muss, um sich zu verteidigen. Davon abgesehen ist er ein sehr gelehriger, lieber Kerl, mit dem man super arbeiten kann, so dass beide sicher sind, dass man sein Fehlverhalten mit entsprechendem Training und einer Person, der Kimbo vertraut, korrigieren kann. Dies hat die Mutter des Besitzers auch bereits angefangen und Kimbo weiterhin bei sich behalten. Ihr Vermieter war davon zwar alles andere als angetan, hat es aber erstmal toleriert. Bis Kimbo letzte Woche auch nach ihm geschnappt hat. Daraufhin stellte der Vermieter das Ultimatum, der Hund müsse bis Sonntag weg.
    Am Samstag sollte er dann in einer "Hals-über-Kopf-Situation" zu einem neuen Interessenten, der ihn gerne genommen hätte. Allerdings hat Kimbo diesen Interessenten am Samstag zum ersten Mal kennen gelernt und schien ihn ebenfalls nicht zu mögen. Es kam dann zu der Situation, dass eine Leckerchentüte heruntergefallen ist und der Interessent sie ihm schnell wegnehmen wollte, damit Kimbo kein Plastik frisst. Leider hat er sich dabei über ihn gebeugt und es kam, wie es kommen musste, und Kimbo hat ihn in den Arm geschnappt.
    Die Mutter des Besitzers war daraufhin so verzweifelt, dass sie mich anrief, um zu fragen, ob Kimbo - erstmal - wieder zu uns kommen darf. Die Alternative wäre gewesen, dass sie noch am selben Abend mit ihm in die Klinik fahren und ihn einschläfern lassen.
    Natürlich haben wir dann zugesagt und ich war ehrlich gesagt ein bißchen erstaunt, wie SEHR Kimbo sich gefreut hat, uns wiederzusehen. Wir haben ihn draußen vor dem Haus in Empfang genommen und er hat sich überhaupt nicht mehr eingekriegt und uns von oben bis unten mit Küsschen abgeschlabbert. Zudem habe ich den Eindruck, dass das Training, das er bisher bekommen hat, schon erste Erfolge zeigt, denn er ist sehr viel ruhiger als letztes Mal, als er hier war. Er hört auch aufs Wort (jedenfalls in der Wohnung) und ordnet sich problemlos unter. Von einem "bissigen, unberechenbaren" Hund sehen wir hier zwar aktuell absolut nichts, aber wir sind uns natürlich bewusst, wie er sein KANN, und gehen daher entsprechend mit ihm um. Sprich: Es herrschen klare Regeln, er wird zurzeit ausschließlich aus der Hand gefüttert und wir bedrängen ihn nicht, sondern lassen ihn zu uns kommen.
    Da wir auch viel Unterstützung durch einen Verein und den Trainer, der bereits mit ihm gearbeitet hat, bekommen könnten, haben wir nun überlegt, ob wir Kimbo nicht noch eine Chance geben sollen. Ehrlich gesagt - und das sehen alle Beteiligten auch so - sind wir vermutlich seine letzte Chance. Außerdem wäre es eine Katastrophe für ihn, wenn er jetzt NOCHMAL neue Leute kennen lernen und sich wieder irgendwo neu eingewöhnen müsste, obwohl er sich hier bei uns anscheinend pudelwohl fühlt.

    Das einzige Problem, das wir also momentan sehen, ist unser Kätzchen bzw. Kimbos Umgang mit ihr. Bei der Mutter des Besitzers gab es zwar auch Katzen, diese waren jedoch Freigänger und hatten kaum Kontakt zu Kimbo. Unsere Amy ist allerdings maßlos empört darüber, dass Kimbo nun wieder hier ist und kommt in der Regel nicht von ihrem Platz herunter. Vorhin hat sie der Hunger allerdings doch einmal heruntergetrieben, als ich ihr neues Futter in ihren Napf gegeben habe. Dieser steht auf der Anrichte in der Küche, so dass Kimbo ihn nicht erreichen kann. Nun saß Amy vor ihrem Napf und mit einem Mal sprang Kimbo an der Anrichte hoch bzw. stand auf den Hinterbeinen und hat sie mit einem Abstand von ca. 20 cm angeguckt. Amy hat direkt Panik bekommen, einen Buckel gemacht und gefaucht, woraufhin Kimbo sofort die Lefzen hochgezogen und dann nach ihr geschnappt hat.
    Ich habe das natürlich sofort unterbunden, indem ich ihn von der Anrichte geschubst und aus der Küche geschickt habe. Nun hockt Amy wieder auf ihrem Platz in sicherer Höhe und wird vermutlich erstmal nicht so schnell wieder herunterkommen.
    Dennoch hat mir diese Situation jetzt arge Zweifel gemacht, ob es wirklich eine gute Idee ist, es mit Kimbo zu versuchen. So gern ich wieder einen Hund hätte (ich hatte schon zwei und kann mir ein Leben ohne Hund eigentlich nicht vorstellen), aber Amy war nun mal zuerst da und sie soll in keiner Weise eingeschränkt werden oder in ihrem eigenen Zuhause in Angst leben müssen. Da geht sie nun mal vor - zumal Kimbo ein Kaliber ist, gegen das sie sich im Notfall nicht unbedingt wehren könnte.

    Ich bin also schwer hin- und hergerissen. Einerseits finde ich, dass Kimbo seine Chance auf jeden Fall verdient hat. Zumal ansonsten für ihn Endstation wäre. Und eine bessere Chance als uns bekommt er mit seiner Vorgeschichte leider so schnell wohl auch nicht. ABER es kann auch nicht sein, dass wir Amy jetzt hinten anstellen.
    Habt ihr vielleicht eine Idee bzw. einen Rat, was wir nun tun sollen? Ich weiß schon, dass es verschiedene Optionen zur Gewöhnung gibt, wie z.B. Türgitter etc., aber der Punkt ist, dass Amy wirklich so ängstlich ist, dass sie eine Begegnung mit Kimbo wahrscheinlich lieber komplett vermeiden wird, vor allem nach heute.

    Bin für jeden Rat/jede Meinung dankbar!
    Liebe Grüße!

  2. #2
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    Hallo MissBilligend,

    wäre es eventuell eine Lösung, ein neues Zuhause für die Miez zu suchen? Einzelkatze in einer Wohnung ist ja ohnehin nicht so optimal... Mit dem Hund wäre es mir definitiv zu gefährlich, zumal er offenbar nach ihr schnappen würde - er ist Katzen ja offenbar nicht gewohnt? So oder so wäre mir wichtig, dass es einen kompletten Raum gibt, in den der Hund nicht kann, wo Amy sich zurückziehen kann!

    Danke für die schöne Zeit: Merlin (2002 - 2018), Orko (2001 - 2019) und Gandalf (2002 - 2016)

  3. #3
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    Hi Sheratan,
    Amy abzugeben kommt für uns absolut nicht in Frage. Eher würden wir schweren Herzens versuchen, Kimbo noch so lange wie möglich bei uns zu behalten und zu versuchen, doch noch passende Leute für ihn zu finden, die ihn dann vielleicht bei uns und mit Trainer in Ruhe kennen lernen können. Aber das wird wie gesagt nicht einfach und geht sicher nicht von heute auf morgen.
    Meinst du, wir sollten die Küche erstmal für Kimbo unzugänglich machen? Unsere Wohnung ist leider auch nicht die Größte und bisher war eigentlich das Wohnzimmer "tierfreie bzw. katzenfreie" Zone. Aber Amy hält sich auch ohne Hund im Haus hauptsächlich in der Küche auf - wir haben neben dem Kühlschrank ein paar Regale und sie hat irgendwann mal das oberste zu "ihrem" Platz erkoren, deshalb liegt dort auch ihr Kuschelkissen und sie verbringt ohnehin die meiste Zeit da oben. Gefüttert wird sie ja auch in der Küche, also müssten wir "nur" ihre Toilette noch dort hinstellen, damit sie sich relativ frei bewegen kann. Aber optimal ist das alles nicht und gerade bei einer Katze den "Kloplatz" zu wechseln kann ja auch ordentlich schief gehen. :/

  4. #4
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    Es sagen bestimmt noch ein paar Foris mit Hund und Katze was dazu!
    Natürlich wäre auch irgendwie blöd, wenn die Küche dann immer zu und Amy "eingeschlossen" ist Macht er denn Anzeichen, sie zu verfolgen, wenn sie außerhalb der Küche unterwegs ist? ggf. wäre ja so ein Türengitter, durch das sie durchpasst und er nicht, eine Idee. Mir wäre wichtig, dass Amy sichere Rückzugsorte komplett ohne Hund hat. Öffnet ihr das Wohnzimmer nun auch? Bestünde vlt. die Möglichkeit, Amy Freigang zu geben?

    Danke für die schöne Zeit: Merlin (2002 - 2018), Orko (2001 - 2019) und Gandalf (2002 - 2016)

  5. #5
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    Das Problem ist ja, dass Amy sich komplett zurückzieht und gar nicht erst runterkommt, sobald Kimbo hier frei läuft. Nachts ist er bei uns im Schlafzimmer und wir schließen die Tür ab (er kann leider auch noch Türen öffnen *seufz*), so dass sie dann wenigstens mal auf's Klo gehen kann, aber tagsüber ist sie ausschließlich oben auf ihrem Platz.
    Und Freigang geht bei uns leider auch nicht - wir haben direkt vor der Tür sowohl eine Bahnlinie als auch eine Hauptstraße. Ich muss allerdings noch sagen, dass Amy als "Einzelkatze" tatsächlich auch zufrieden ist. Solange kein Hund in der Wohnung ist, ist sie hier der absolute Chef und wir toben und spielen auch sehr viel mit ihr, damit sie "nichts vermisst" bzw. ausgelastet ist. Sie hängt auch extrem an uns und schläft mitunter auch mal im Bett, aber auf all das muss sie momentan verzichten und das ist für uns wirklich ein Problem. Wenn Amy nicht wäre, wäre es auch keine Frage, dass wir es mit Kimbo ernsthaft versuchen, aber Amy geht nun mal vor. Sie war zuerst hier und gerade für meinen Freund ist sie die absolute Prinzessin, die hier sämtliche Rechte hat.

  6. #6
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    Wie schätzt du denn die Gefahr für Amy ein, sollte sie sich doch mal nach unten wagen?

    Danke für die schöne Zeit: Merlin (2002 - 2018), Orko (2001 - 2019) und Gandalf (2002 - 2016)

  7. #7
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    Puhhh - ich persönlich halte es viel zu gewagt, hier irgendwelche Ratschläge zu geben und werde das meinerseits auch nicht tun. Das hat aber nichts mit der Hunderasse zu tun. Jeder ausgewachsene Hund, gleich welcher Rasse, kann wenn er will einer Katze Schaden zufügen.

    Einzig kann ich sagen - beim Einzug meines Welpen vor 13 Jahren "wohnten" meine Kater auf der Anrichte für einige Zeit, ihnen war der Welpe nicht geheuer, zu stürmisch, zu tapsig . Auch beim Einzug meines zweiten Welpen zog sich meine Katze erstmal zurück und war vorsichtig. Das sich die Katze erstmal zurückzieht und eher das Weite sucht als Nähe, das ist normal. Ich wäre auch nicht begeistert, stünde jemand fremdes in meinem Wohnzimmer und sagt "ich wohne jetzt auch hier".

    Ich wünsche Euch, ihr findet einen Weg - alles Gute meinerseits

    Susanne
    Für immer im Herzen
    Dennis,Duke und Frieda

  8. #8
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    Hallo,

    erst einmal Hut ab, dass ihr diesem Hund noch eine Chance gebt und euch so toll um ihn bemüht. Es sollte wirklich viel mehr Leute wie euch geben, dann gäbe es viel weniger "böse" Hunde. (Ich finde die Bezeichnung Listenhund zum - eigentlich sind es die Leinenträger, die Hunde misshandeln, die auf eine solche Liste gehören.)

    Ich habe selbst mit der Kombination Hund/Katze keine Erfahrung, würde aber auch dazu raten, Kimbo nicht mehr in die Küche zu lassen, damit eure Miez dort einen sicheren Rückzugsort hat. Und dann intensiv mit Kimbo trainieren, dass Amy für ihn tabu ist. Also sobald er in ihre Richtung spitzt, unterbrechen. Und sobald sie sich bewegt und er das ignoriert, belohnen.

    Vielleicht gelingt es euch auch, ihn an den Maulkorb zu gewöhnen, um weitere Beißvorfälle zu verhindern. Ein Hund muss einen Maulkorb ja nicht als Strafe empfinden, ganz im Gegenteil. Ich hatte in einer Gruppe der Hundeschule einen sehr aggressiven kleinen Rüden dabei - mit Maulkorb war er lammfromm und tiefenentspannt. Genauso wie ein ehemaliger Polizeihund (körperlich das genaue Gegenteil von dem Kleinen), der trug den Maulkorb, damit sein Leinenträger sich entspannen konnte, und er damit auch. Das ist natürlich keine 24/7-Lösung, sorgt aber zumindest im Training oder wenn Besuch kommt für Entspannung.

    Amy darf natürlich auch nicht zu kurz kommen, deshalb würde ich versuchen, sie zum Spielen zu animieren/zu kuscheln/zu trainieren, wenn Kimbo Gassi geht. Wenn sie sich an den Geruch des Hundes gewöhnt hat und es eine Weile nicht mehr zum direkten Kontakt zwischen den beiden gekommen ist, beruhigt sie sich bestimmt auch wieder. Dann könnt ihr auch anfangen, mit beiden zusammen zu arbeiten (einer mit dem Hund, einer mit der Katze, oder den Hund auf seinen Platz schicken und mit der Katze spielen).

    Das wird sicher eine sehr langwierige Geschichte, aber ich drücke euch die Daumen, dass ihr das schafft und am Ende alle, ob mit Fell oder ohne, glücklich miteinander leben können.
    Wenn du einen reichen Freund nicht besser behandelst als einen armen; wenn du der Welt ohne Lüge und Täuschung gegenüberstehen kannst; wenn du sagen kannst, dass es in deinem Herzen keine Vorurteile gegen die verschiedenen Rassen und Religionen gibt; wenn du bedingungslos lieben kannst, ohne Druck auszuüben oder Erwartungen zu haben - dann, mein Freund, bist du fast so gut wie dein Hund.

    Alina und Renée mmmmmmmmund Artus (+ 2007) in liebender Erinnerung

  9. #9
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    Hui, das kann ich eigentlich gar nicht einschätzen, dazu kenne ich Kimbo nicht gut genug. Ich glaube eher nicht, dass er sich abrufen lassen würde, wenn es mal hart auf hart käme. Dazu haben wir noch keine ausreichende Bindung, er ist ja jetzt erst seit zwei Tagen wieder hier. Momentan ist zwar gegenseitige Sympathie vorhanden (also bei Kimbo und mir), aber wir haben natürlich keine gefestigte Beziehung, in der ich ihn auch wirklich maßregeln könnte.

  10. #10
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    Was die Bezeichnung "Listenhund" angeht, hast du vollkommen Recht. Hab sie nur benutzt, weil ich "Kampfhund" noch viel schlimmer finde.

    Aber ja, wir sind absolute Staff-Liebhaber und kennen die Rasse eben auch sehr gut, deshalb gehen wir auch keinesfalls blauäugig an "so einen Hund" ran. Da muss man sich schon bewusst für entscheiden. Ok, im Grunde haben wir das (noch) nicht, weil wir ihn Samstag erstmal total spontan aufgenommen haben, damit er halt nicht eingeschläfert wird. Wie es jetzt genau weitergehen soll, ist eigentlich noch ziemlich offen. Im Grunde hatten wir uns mittlerweile gegen einen neuen Hund entschieden, aber angesichts dessen, was Kimbo vielleicht bevorsteht, wenn wir ihn "aufgeben" und sich auch niemand anders findet... SCHWIERIG!
    Wir haben Kimbos Weg aber auch, nachdem er schon mal bei uns gewesen ist, weiter verfolgt und die Einschätzung des Trainers und der Psychologin traf genau das, was wir auch in ihm gesehen haben. Ich denke einfach, dass er durchaus das Potenzial hat, mit dem richtigen Training so manche seiner Probleme in den Griff zu bekommen. Er wird nie ein Hund sein, der freundlich und offen auf andere Menschen zugeht, aber im Training hat er nach nur 5 (!) Minuten gelernt, in einer Gruppe ihm völlig Fremder zu stehen und diese zu ignorieren.
    Na ja, aber das mit Amy ist schon ein echtes Problem. Eine Freundin, die auch ein Staff-Mädel hat, hat mir aber vorhin Mut gemacht. Ihre Hündin war früher 20 Minuten lang nicht mehr ansprechbar, wenn sie eine Katze gesehen hatte. Sie ist dann völlig durchgedreht, stand in der Leine und hat gekreischt, als wäre der Teufel hinter ihr her. Seitdem sie auch mit diesem Trainer arbeitet, der Kimbo ja schon gesehen hat, liegt ihre Hündin total entspannt im Garten und die Katze latscht einen Meter vor ihrer Nase vorbei.
    Wir werden voraussichtlich noch diese Woche einen Termin bei diesem Trainer machen und dann warten wir mal seine Einschätzung ab.

    Ich habe es jetzt erstmal so geregelt, dass die Küchentür geschlossen bleibt. Wenn Kimbo heute Nacht bei uns im Schlafzimmer ist, hat Amy erstmal wieder freie Bahn. Das ist natürlich keine Dauerlösung, aber so wie die Dinge liegen, denken wir hier gerade ohnehin nur von einem Tag zum nächsten.

  11. #11
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    Zitat Zitat von MissBilligend Beitrag anzeigen
    Wir haben Kimbos Weg aber auch, nachdem er schon mal bei uns gewesen ist, weiter verfolgt und die Einschätzung des Trainers und der Psychologin traf genau das, was wir auch in ihm gesehen haben.
    Psychologin? Welche Psychologin - Was hat man da für eine Ausbildung? Für Hunde? Was es scheinbar nicht alles gibt
    Für immer im Herzen
    Dennis,Duke und Frieda

  12. #12
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    Hehe, ja genau. Eine Tierpsychologin. Ich hab das tatsächlich auch studiert.

  13. #13
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    Jeder wie er mag Ob Psychologie unsere Hunde brauchen? Das weiß ich auch nicht. Ich tendiere eher zum "nein". Ich halte das für Nonsens Und das beantwortet auch meine Frage nicht - welche Ausbildung hat man? "Ich hab das studiert". Ja gut. Aber wo und nach welchen Kriterien, wo, wielange, was genau, welcher Abschluß? Die. Antwort " ich hab das tatsächlich auch studiert ist keine fundierte Aussage" Ich kann auch "studieren" in dem ich mich einlese...

    Ich zitiere aus einem Buch vom Martin Rütter:

    "Der Hund soll beispielsweise im Park trotz unzähliger spannender Ablenkung vorbildlich an der Leine laufen, im Büro oder zu Hause mehrere Stunden ruhig und entspannt ausharren, ohne gleich das Haus samt Einrichtung in Schutt und Asche zu legen, er soll beim gemütlichen Fernsehabend genügsam auf dem Sofa liegen, Kuscheleinheiten wie auf Knopfdruck ertragen, natürlich ohne zu fordern und zu nerven, mit den Kindern immer gut gelaunt spielen, auf das Haus aufpassen und Eindringlinge verbellen oder gar vertreiben, Gäste freundlich willkommen zu heißen und im Idealfall noch den Müll rausbringen und das Auto waschen" Zitat Ende.

    Ein Hund ist und bleibt ein Hund, egal welcher Rasse. Eine Katze ist und bleibt eine Katze, egal welche Rasse. Je älter beide Tiere sind, desto langwieriger kann die Zusammenführung sein, muss nicht, KANN. Ob der Hund dabei Beschädigungsabsichten der Katze gegenüber zeigt kann man in einem Forum nicht beantworten. Das ist meine Meinung. Es kann gutgehen, es kann nicht gutgehen. Und einem Psychologen in der Hinsicht würde ich persönlich nicht vertrauen - das ist für mich Nonsens.
    Für immer im Herzen
    Dennis,Duke und Frieda

  14. #14
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    Nun ja, im Grunde ist die "Hundepsychologie" ja letztlich nichts anderes als ein Verhaltenstraining, das gerade bei Problemhunden zur Anwendung kommt. Solche Leute können aufgrund ihrer Erfahrung besonders gut einschätzen, woher welche Probleme kommen, welches die genauen Auslöser sind usw.
    Ich halte das schon für sinnvoll, da viele Hundeschulen zwar das "normale" Erziehungsprogramm vermitteln können, bei wirklichen Problemfällen aber leider auch oft überfordert sind bzw. gar nicht die Kapazitäten haben, um so intensiv mit dem jeweiligen Hund zu arbeiten. Da hat ein Verhaltenstherapeut ganz andere Möglichkeiten.

    Aber so oder so - was Amy angeht, haben wir ja auch nicht vor, die Psychologin zu fragen. Die war damals im Spiel, weil genau geschaut werden sollte, ob Kimbo grundsätzlich aggressiv ist oder ob sein Schnappen rein aus Unsicherheit auftritt und wie er auf entsprechendes Training reagiert, was ja absolut positiv gelaufen ist. Eigentlich sollte der Trainer ihn beurteilen, aber gerade in so einem Fall wollte er das nicht allein entscheiden, sondern hat - nach dem Motto "Vier Augen sehen mehr als zwei" - die Psychologin dazu geholt.
    Aber natürlich hast du Recht - inwieweit man sich darauf einlassen will, bleibt jedem selbst überlassen. Ich kann nur sagen, ich habe jetzt schon vielfach die Erfahrung gemacht, dass wirklich gute Verhaltenstrainer selbst bei "Härtefällen" sehr viel erreichen können.

  15. #15
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    Was mir noch einfällt, bevor ich ins Bett hüpfe/krieche:
    Es ist natürlich schon bisschen blöd, dass der Hund nun nachts bei euch schläft, wenn das vorher "ihr" Platz war bzw. sie manchmal nachts bei euch schlief. Wäre ggf. eine Idee, den Hund in ein anderes Zimmer einzusperren nachts und die Katze hat dann nachts die Möglichkeit, zu laufen wo sie mag? Wenn sie eh tags meist auf dem Schrank sitzt?

    Bezüglich "Psychologie" - ist doch egal, wie man es nennt, es zählt ja nur, dass jemand mit professionellem Blick und neutral das Ganze unterstützen kann. Und da gibt es sicher in jedem Bereich gute und schlechte Professionelle. Das Rütter-Zitat bezieht sich ja auch eher auf das reine "Training", der Grundgedanke der Psychologie wäre ja, zu verstehen, wieso der Hund sich wie verhält und wäre rein von der Begrifflichkeit ja eher entgegen dem kritischen Kommentar Rütters. Nur durch Lesen kriegt man halt keinen Abschluss und den verbinden wir eigentlich mit Studieren im heutigen Sprachgebrauch. Verschiedene Institute stellen eben solche Abschlüsse aus.

    So, nun gute Nacht

    Danke für die schöne Zeit: Merlin (2002 - 2018), Orko (2001 - 2019) und Gandalf (2002 - 2016)

  16. #16
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    Hey! Hab deinen Post durchgelesen und bin sehr ins grübeln gekommen. Zum einen finde ich es natürlich schön, das ihr einem "Problemhund" ein Zuhause geben wollt. Aber. Ich glaube, ihr habt hier etwas sehr stark mit dem Herzen und etwas wenig mit dem Kopf entschieden. Ich halte selbst Hund und Katzen gemeinsam, finde auch, dass das grundsätzlich möglich ist und auch ein harmonisches Zusammenleben ergeben kann. Allerdings ist die Katze im Konfliktfall eigentlich IMMER die Benachteiligte, wenn der Hund erstmal erkannt hat, dass er stärker ist - was in eurem Fall so zu sein scheint. Ich glaube nicht, dass ich meine Katzen dem Risiko aussetzen würde, auch wenn mir der Hund von Herzen leid tut.
    Was mir noch etwas Bauchweh macht: Du schreibst, eure WOhnung ist so klein, dass es kaum möglich ist, Hund und Katz räumlich zu trennen. Seid ihr euch sicher, dass ihr damit die passnden Haltungsbedingungen für einen großen Hund bietet? Sogar bei uns, wo Hund und Katz sich gut verstehen, gibt es Bereiche, die nur den Katzen als RÜckzugsraum zur Verfügung stehen - was der entspannten Atmosphäre sehr gut tut. Und wenn Besuchshunde da sind, die mit Katzen nicht so gut können, dann haben wir zusätzlcih die Möglichkeit, zwischen Erdgeschoss und 1. Stock eine Trennung einzuziehen, damits nicht zu konflikten kommt. Ich denke, enger Wohnraum, ein Hund der sich schnell bedrängt fühltund dann nach vorne geht und eine Katze, die es gewohnt ist, lieber allein zu sein - das klingt für mich nach einer eher unguten Kombination... Wie sehen denn die Haltungsbedingungen sonst bei euch aus? Wie viel Auslauf gibt es? Sind die Tiere tagsüber allein? Geht ihr regelmäßig zu einem (guten) Hundetrainer? Welche Beschäftigungsmöglichkeiten nutzt ihr für die beiden bzw. könnt ihr noch für die beiden nutzen (Ausgelastete Tiere sind erfahrungsgemäß friedlicher... )

    Woher ungefähr kommst du denn? Ich weiß, dass es ein paar Einrichtungen gibt, die sich speziell auf die Resozialisierung von "Listenhunden" (seltsamer Ausdruck, aber mir fällt grad auch kein Besserer ein) spezialisiert haben - die meisten sind ja nicht "wirklich" aggressiv, sondern haben lediglich als Junghunde absolut ungeeignete Halter gehabt, die sie "versaut" haben. Dort wird mit ihnen gearbeitet, um eine normale Vermittlung zu ermöglichen - allerdings gibts das halt nicht überall - in Bayern bspw., wo "Listenhunde" generell nicht so recht vermittelt werden dürfen/können bzw. zumindest Steine zwischen die Beine geworfen bekommen, gibts sowas allerdings meines Wissens nicht. Vielleicht könntest du gezielt nach so einer Einrichtung suchen? Weil ich fürchte, dass die Chancen auf ein friedliches Zusammenleben bei euch wohl nicht sooo extrem gut aussehen...

    Ich wünsch euch viel Glück!

    Mein Hund hat mich schon sehr gut erzogen...

  17. #17
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    Hallo Moirah,
    danke für deine Antwort. Ich gebe dir in sehr, sehr vielen Punkten absolut Recht! Wie gesagt - es war Samstag eine total überstürzte Entscheidung, weil eben als Alternative die Einschläferung im Raum stand. Im Grunde war es ja zurzeit eigentlich für uns kein Thema mehr, einen Hund bei uns aufzunehmen. Auch, oder vll sogar hauptsächlich wegen Amy. Allerdings haben wir auch noch gar nicht zugesagt, ihn wirklich für immer zu behalten. Mit den Besitzern war abgesprochen, dass wir ihn "erstmal" aufnehmen, damit wieder etwas mehr Zeit zur Verfügung steht, um vernünftige neue Halter zu finden. Dass ich momentan ehrlich gesagt nicht weiß, wo die herkommen sollen, macht mir allerdings auch etwas Bauchschmerzen und ich habe das Gefühl, dass die Halter hoffen, dass es bei uns so gut funktioniert, dass wir ihn dann doch auf Dauer behalten. Das ist aber von unserer Seite aus noch völlig offen bzw. war EIGENTLICH nicht so geplant.

    Was deine Fragen zu den sonstigen Haltungsbedingungen angeht: Unsere Wohnung ist ca. 53 qm, im Prinzip also auch nicht sooooo winzig. Ich habe hier auch über 10 Jahre mit meinem weißen Schäfi und zwei Katzen absolut unproblematisch zusammen gelebt. Da gab es nie irgendwelche Probleme. Allerdings hatte ich bei meinem Rambo (der Name war sowas von unpassend) auch NIE Bedenken, dass er den Katzen etwas tun könnte. Im Gegenteil - er hat sich lieber auf Abstand gehalten und wurde dann eher von den Katzen geärgert, hat sich aber nie gewehrt.
    Auslaufmöglichkeiten sind natürlich auch reichlich vorhanden. Wir wohnen zwar eher städtisch (in der Umgebung von Dortmund), haben aber in direkter Nähe jede Menge Wiese und Wald. Mit einem "normalen" Hund sehe ich da eigentlich keine Probleme, hat jedenfalls immer spitze funktioniert - auch mit der Staffhündin, die ich eine Weile zur Pflege bei mir hatte, lief es sehr gut.
    Zudem arbeitet mein Freund nachmittags/abends und ich ausschließlich in der Nachtschicht. Einer von uns ist also in der Regel immer Zuhause und momentan lassen wir die beiden sowieso nie alleine.

    Einen Trainer gibt es aber jetzt auch - das ist derselbe, der Kimbo damals schon angesehen und mit ihm und der Mutter des Halters (bei der Kimbo ja zuletzt war) gearbeitet hat. Am Freitag haben wir einen ersten Termin bei ihm in Düsseldorf und er soll wirklich sehr gut sein. Er ist soweit ich weiß auch auf "Problemhunde" spezialisiert und hat selber u.a. einen Mini-Bulli, der früher wirklich hochgradig angriffslustig war und mittlerweile völlig unkompliziert ist.
    Was aber nun das Spielen bzw. Auslastung angeht, so habe ich den Rat bekommen, Kimbo zunächst erstmal ausschließlich zur Ruhe zu bringen, damit er gar nicht erst im Trieb hochfahren kann und sich dadurch vll eine brenzlige Situation ergibt. Das heißt - es wird in der Wohnung überhaupt nicht gespielt und wir halten Distanz zu ihm, damit er von sich aus die Nähe zu uns suchen kann, wenn ihm danach ist. Das funktioniert auch sehr gut, finde ich. Er ist jedenfalls definitiv sehr viel ruhiger als letztes Mal, als er bei uns war. Er schläft sehr viel, ist dabei megaentspannt und kommt immer wieder zu uns und will gestreichelt werden und Küsschen geben. Sobald er aber unruhig oder aufgeregt wird, wird er auf seinen Platz geschickt und muss runterkommen. Spaziergänge sind momentan zwar nicht lang, dafür aber häufig, und dabei wird an der Unterordnung gearbeitet und er muss immer wieder kleine "Aufgaben" erledigen. Es ist also momentan ein bisschen eine Gratwanderung - er darf nicht auf die Idee kommen, den Chef raushängen lassen zu können, aber andererseits haben wir noch nicht die "entspannte" Bindung, in der wir ihn dann auch entsprechend maßregeln könnten, wenn er es denn mal versuchen sollte. Der Hauptfokus liegt zurzeit also wirklich darauf, absolute Ruhe in den Hund zu bringen und gleichzeitig im Vorfeld darauf zu achten, dass er nicht "hochfährt".

    Was ich aber auch noch als problematisch ansehe, ist eben die Sache, dass Kimbo sich natürlich mehr und mehr an uns binden wird, je länger er bleibt. Das ist ein absoluter Teufelskreis. :/

    Und was Amy angeht, so regeln wir es zurzeit so, dass Kimbo tagsüber die meiste Zeit bei geschlossener Tür mit mir im Schlafzimmer ist. Da er ja eh hauptsächlich zur Ruhe kommen soll, geht das - noch. So kann Amy aber (und das tut sie inzwischen auch schon wieder) ganz ungehindert durch die Wohnung tapern. Sie zieht sich dann nur wieder auf ihren Platz zurück, wenn Kimbo auch "frei" läuft. Dasselbe gilt für nachts, und heute Früh, als ich von der Arbeit kam, war sie eigentlich völlig normal, ist hier rumgeflitzt und wir haben wild mit Klopapierbällchen gespielt. (Das LIEBT sie! ) Sie hat also "verstanden", dass sie freie Bahn hat, wenn die Tür zum Schlafzimmer zu ist, und nutzt das zum Glück auch aus. Dennoch ist das, wie gesagt, alles keine Dauerlösung. Nicht für uns, nicht für Amy und last but not least auch nicht für Kimbo.

    Ich denke, dass wir doch recht schnell eine Entscheidung treffen müssen.

  18. #18
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    Franken
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    Hallo auch! Entschuldige die späte Antwort, gerade in deiner Situation, wo man schnelle Entscheidungen treffen muss, ist warten natürlich unschön.

    Vorab: Ich finds super, dass ihr so engagiert arbeitet und euch auch entsprechende Hilfe dazu holt!

    Es ist auch auf jeden Fall schonmal gut zu hören, dass eure Amy sich mittlerweile frei bewegen kann/traut, wenn Kimbo eingesperrt ist - wie du aber schon selbst sagst, ist das natürlich dennoch keine Dauerlösung. Dass die Situation sich so entspannt wie damals bei deinem Schäferhund wäre natürlich das angenehmste - ist bei Kimbos Vorgeschichte allerdings nicht in allzunaher Zukunft zu erwarten. Und wie Susanne schon geschrieben hat, wäre die Situation bei einem Cockerspaniel hier leider für Amy genauso gefährlich, wie bei einem Pitbull - nur das bei letzterem die Vermittlungschancen schlechter stehen.

    Völlig richtig, dass der Trainer von "pushenden" Spielen abrät. Aber: Wie schauts denn mit ruhigen Beschäftigungsmöglichkeiten aus? Gerade Pitbulls sind ja meines Wissens recht schlaue Hunde, die für Denksport recht offen sind. Vielleicht Fährtenarbeit, Suchspiele oder Futterarbeitsspiele? Damit könnte er beschäftigt werden, ohne sich zu pushen. Und der Vorteil wäre, dass ihr da auch Zuhause etwas arbeiten könntet und nicht nur bei den Spaziergängen. Daheim kannst du dich dann auch voll auf ihn konzentrieren, ohne nach Links und rechts schielen zu müssen, ob wer kommt...

    Wie schätzt der Trainer denn die Situation zwischen Amy und Kimbo ein? War er schon mal bei euch zuhause? Vielleicht kann er euch auch hier Handlungssicherheit geben? Spontan fällt mir auch der Verein Tierschutz Pitbull, Staff und Co in Köln ein, über den wurde mal in Hund, Katze, Maus oder so berichtet, die solln wohl ganz ordentilch arbeiten, hatte persönlich aber noch nie was mit ihnen zu tun (wohne in Franken) - vielleicht haben die eine Idee zwecks Vergesellschaftung mit Amy oder aber zwecks angemessener Weitervermittlung - aber wie gesagt, das ist bei mir jetzt leider auch nur hörensagen. Wär aber vielleicht eine Nachfrage wert, schließlich wollt ihr in erster Linie verhindern, dass Kimbo wieder in falsche Hände gerät oder ein echter Wanderpokal wird...

    Liebe Grüße, halt uns auf dem Laufenden! Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass ihr eine gute Lösung findet!

    Mein Hund hat mich schon sehr gut erzogen...

  19. #19
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    Hi Moirah,

    danke dir für deine Anregungen! So kleine "Denksportaufgaben" machen wir Zuhause schon, das wäre aber bestimmt noch ausbaufähig. Suchspiele sind eine tolle Idee - er ist ja wirklich ein verdammt Schlauer (Segen und Fluch zugleich ), da hätte er sicher Spaß dran. Werde ich nachher direkt mal ausprobieren!
    Außerdem muss er sich einen Teil seines Futters, das er ja immer noch nur aus der Hand bekommt, sozusagen "verdienen". Deshalb arbeiten wir auch ganz spielerisch an seinem Gehorsam und er wird dafür mit Futter belohnt. Vorhin hat er sich übrigens eine 1 mit Sternchen verdient - da habe ich ihm ein Stück Pansen vor die Nase gelegt (richtig GUTE Leckerchen gibt's natürlich auch zwischendurch mal) und er durfte es erst nehmen, als ich es erlaubt habe. Das hat so spitze funktioniert, dass ich ehrlich gesagt ganz platt war!

    Der Termin bei dem Trainer war übrigens auch WELTKLASSE! Zum Einen hat er uns absolut schlüssig und total super erklärt, wieso Kimbo so tickt wie er tickt und dass er im Grunde gar kein aggressiver Hund ist. Er löst ja nur aus, wenn er sich bedrängt fühlt - obwohl das bei ihm eben wahnsinnig schnell geht. Wir haben dann auch mal ein paar Übungen gemacht, um zu sehen, inwieweit Kimbo meine Führung akzeptiert, und auch das war ein Erfolg auf ganzer Linie. Er hat sich SOFORT per Augenkontakt auf mich bezogen und nach nur 15 Minuten war er dermaßen entspannt, dass er brav im Platz gelegen hat, während fremde Leute an ihm vorbeigegangen sind und ein anderer Hund höchstens zwei Meter hinter ihm stand. Das war der WAHNSINN! Aber natürlich ist das kein Dauereffekt und der Trainer hat ganz klar gesagt, dass es Kimbo gegenüber auch unfair wäre, wenn wir diese Art von Training mit ihm anfangen würden, obwohl wir noch gar nicht wissen, ob wir ihn behalten wollen. Bei dem Training geht es nämlich in erster Linie um Beziehungsaufbau und darum, dass Kimbo lernt, uns soweit zu vertrauen, dass er auf auslösende Reize nicht mehr reagiert, sondern das an uns "abgibt". Und wir können ihn ja jetzt nicht an uns binden und dann nach ein paar Wochen wieder wegschicken. Dann ist es mit seinem Vertrauen vermutlich völlig aus und vorbei.
    Andererseits hat uns der Trainer einen Großteil, wenn nicht sogar alle, unserer Bedenken genommen. Kimbos Hauptproblem ist ja seine Unsicherheit und die daraus resultierende Unruhe. Er hat also meistens ohnehin schon ein recht hohes Trieblevel und wenn dann der Auslösereiz kommt - PENG! Hat er aber den richtigen Menschen an seiner Seite, dem er vertrauen kann, und lernt er generell, ruhiger zu werden, dann - so sagt der Trainer - kann eigentlich kommen, was will. Fremde Menschen, Hunde, Katze... völlig egal. Wenn die Beziehung stimmt, wird er darauf vertrauen, dass wir alles für ihn regeln und er überhaupt nicht mehr hochschießen muss. Der Trainer ist auch absolut davon überzeugt, dass Kimbo ein Kandidat ist, bei dem sich sehr schnell erste Erfolge zeigen werden, weil er ja unheimlich lernwillig und intelligent ist. Und weil er "froh" sein wird, wenn er die Verantwortung für alles endlich an "seine" Menschen abgeben kann. Tja, und laut dem Trainer hat Kimbo seine Menschen wohl schon gefunden. Er vertraut uns für seine Verhältnisse schon sehr - das haben wir ja auch bei den Übungen gesehen. Ich kann den Mann übrigens nur empfehlen - der ist einfach SPITZE und weiß genau, wovon er redet und kann das auch supergut erklären!!! Falls es dich interessiert, such mal bei Google nach Carsten Wagner und "Mit Hunden leben". Das ist er.

    Insgesamt gehen unsere Überlegungen inzwischen also doch eher in die Richtung, Kimbo zu behalten. Aber noch ist nichts endgültig entschieden - wir wollen erstmal noch weiter schauen, wie es läuft. Er ist ja noch gar nicht richtig "angekommen" bei uns. Und wir wollen diese Entscheidung auch nicht übers Knie brechen, das wäre weder für uns noch für Kimbo gut.

    LG
    Sabine

  20. #20
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    Thumbs up

    Klingt doch super, was du da schreibst! Ich denke, wenn man sieht, wie engagiert ihr arbeitet und wenn ihr da wirklich auch kompetente Fachleute an eurer Seite habt, dann kann sichs so auch gut entwickeln, auch wenn ich schon denke, dass ihr immer ein sorgsames Auge auf Kimbo haben werden müsst, v.a. wenn Fremde oder eventuell Kinder mit im Spiel sind.

    Hattet ihr mal Zeit mit dem Trainer über die Situation mit Amy zu sprechen? Weil was ich mir jetzt nämlich auch schon gedacht hatte: Eventuell gibts auch die Möglichkeit, die Wohnung umzugestalten - eine Bekannte hat in ihre Wohnung an der Wand entlang Regale und Liegeplätze eingezogen, weil ihre Katze einfach gern erhöht unterwegs war, quasi als "zweite Ebene" für die Katze. Eventuell könntet ihr Amy auf diese Weise sicheren Rückzugsraum schaffen? Zumindest wenn ihr euch entscheidet, dass ihr Kimbo bei euch aufnehmen wollt und ein Umzug in eine Wohnung oder ein Haus, die/das räumlich eher aufgeteilt werden kann für euch nicht in Frage kommt.

    Liebe Grüße! Schön, dass du uns auf dem Laufenden hältst!

    Mein Hund hat mich schon sehr gut erzogen...

  21. #21
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    Ja, da hast du Recht. Kimbo wird nie ein Hund werden, der offen und freundlich auf jeden zugeht, das ist einfach so. Aber ich finde sowieso, dass mein Hund es nicht erdulden muss, von Hinz und Kunz einfach angegrapscht zu werden - ob es jetzt Kimbo ist oder ein anderer Hund. Und solange er durch das Training lernt, die Nähe von Fremden wenigstens zu tolerieren, ohne dabei so extrem zu reagieren, finde ich das völlig akzeptabel. Außerdem ist er als Staff ja auch nicht gerade prädestiniert dafür, dass jeder ihn anfassen will. Ich bin zwar natürlich grundsätzlich absolut GEGEN das schlechte Image dieser und anderer Rassen, aber in Kimbos Fall könnte es uns ausnahmsweise mal nützlich sein. Jedenfalls solange er im Training ist.

    Tja, ein Umzug kommt für uns leider so gar nicht in Frage, da wir in einer Eigentumswohnung leben. Allerdings scheint Amy gerade eher so der aktive Part zu sein, der den Kontakt sucht. Momentan ist nichts mehr mit "zurückziehen" - im Gegenteil. Sie legt es förmlich darauf an, Kimbo zu begegnen. Und sie ist generell auch eher "unten" unterwegs. Nur wenn sie wirklich mal ungestört schlafen will, geht sie auf ihr Kissen oben im Regal. Ansonsten tobt sie hier fröhlich durch die ganze Bude.
    Ich muss aber auch sagen, dass Kimbos Verhalten ihr gegenüber schon besser geworden ist. Zumindest, solange Amy außer Reichweiter ist. Wenn ich ihn jetzt mit in die Küche nehme und Amy oben auf ihrem Schlafplatz liegt, dann guckt er zwar mal kurz hin, aber er regt sich weder auf noch versucht er, an sie heranzukommen. Es ist dann eher so, dass Amy aufsteht und runter auf die Anrichte kommen will, aber dann wird Kimbo rausgeschickt. Das ist mir echt noch viel zu gefährlich. Aber es ist schon mal echt gut, dass er auf Distanz so ruhig bleibt, wenn er sie sieht. Ich würde mal behaupten, das ist ausbaufähig.

    Und wenn wir uns für ihn entscheiden, dann geht ja auch sofort die Arbeit mit dem Trainer los. Und von dessen Methode sind wir echt absolut überzeugt, so dass ich schon glaube, dass man auf Dauer erreichen könnte, dass Kimbo und Amy sich zumindest tolerieren. Ehrlich gesagt hab ich da gerade eher Zweifel, was Amy angeht - sie ist ja eine echt freche, verwöhnte kleine Maus. Und wenn sie erstmal merkt, dass Kimbo ihr nichts tut (wenn er's denn wirklich nicht tut), dann kriegt sie mit Sicherheit Oberwasser und tanzt ihm auf der Nase rum. Aber lieber so als andersrum.

  22. #22
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    Nur mal kurz nebenbei: Ich habe inzwischen mit Kimbo Suchspiele gespielt. War ein voller Erfolg! Er hatte irre Spaß daran, obwohl er anscheinend fast schon ZU intelligent dafür ist. Zuerst haben wir es mit einem "Hütchenspiel" probiert, also Leckerchen unter Bechern versteckt. Da hatte er nicht nur sofort den Dreh raus, wie er rankommt, sondern auch, als ich mehrere Becher genommen habe, wusste er jedes Mal gleich, unter welchem das Leckerchen ist. (Auch wenn er nicht gucken durfte, wo ich es drunter lege und ich die Becher danach sogar noch vertauscht habe.)
    Das fand ich dann zu einfach für ihn, also habe ich dann mehrere Leckerchen im Zimmer versteckt und "Such" gesagt. Da ist er auch sofort losgeprescht und hat auf Anhieb alles gefunden. Nach zwei Runden hatte er dann auch sämtliche Verstecke "gespeichert" und ist die später alle ganz zielgerichtet nochmal abgegangen, um zu gucken, ob nicht doch wieder was da liegt.
    Ich bin echt beeindruckt, wie schlau der kleine Mann ist. Und so verfressen wie er zudem ist, gibt mir das wieder ganz doll Hoffnung, dass man mit ihm prima arbeiten kann.

  23. #23
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    Das klingt prima - und als wäre die Entscheidung eigentlich schon gefallen...

    Is bei uns auch so, dass die Katzen dem Hund auf der Nase rumtanzen - Ihr müsst halt nur bei eurer speziellen Kombi wie Wulle aufpassen, dass sie es mit Kimbo nichtzu doll treibt,weil er sichim Zweifelsfall vermutlich nicht nur mit einem genervten Knurren wehren wird... Aber ich denk auch, dass euer Trainer hier kompetent unterstützen kann - hab mir mal die Website angesehen und vor allem die Blogtexte hams mir angetan - allen Voran "Die Hunde klären das unter sich", weil ich eben das genau so erlebt habe und diesen blöden Spruch echt nicht mehr hören kann...

    Mein Diego (Border Collie) liebt Suchspiele auch. Am Anfang hab ich "nur" im Zimmer versteckt, dann hab ich begonnen unter Teppiche und Decken, in Regale etc zu verstecken. Irgendwann auch unter umgedrehte Schüsseln, in Schuhe, Schränke und sonstwohin. Normal schafft er es nach ein bisschen denkarbeit, die leckerchen selbst zu holen, wenn nicht gibt er mir klar Bescheid,dass er gefunden hat und ich ihm das "Hindernis" wegräumen soll (z.B. wenns hinter ner geschlossenen Schranktür ist). Und während ich versteck muss er immer im anderen Zimmer warten - er kennt zwar den Befehl "schau weg", aber manchmal spitzt er eben doch heimlich Was für Diego noch toll war, ist die Schnuffeldecke - ist zwar keine große Denkleistung, macht ihm aber immer wieder Freude. Impulskontroll-Spiele wären sicher auch nicht schlecht für Kimbo, allerdings falln mir da grad keine ein, die einen entsprechend veranlagten Hund nicht auch noch etwas pushen würden... Vielleicht weiß der Trainer hier ja was - oder es muss eben warten, bis sein Trainingsstand etwas weiter ist. Letztlich denk ich, dassjede Art ruhiges SPiel gut für dich und Kimbo ist, weils die Bindung stärkt und ihn auslastet.

    Übrigens: Ich gehöre zu denen, die bei "Knautschgesichern" wie Dogo, Pit und RR sofort weich werden und kuscheln wollen... finds immer ganz schade, dass die Rassen bei uns in Bayern eben dochzwecks Gesetzeslage recht selten sind und die wenigen, die man trifft, ständig dabei sind, sich für alles zu entschuldigen, auch wenn ihr Hund sich nur beim kuscheln an einen hin drückt, eifnach weil sie ständig Angst haben, dass es als Aggressiv gewertet werden könnte und sie irgendwelche unsinnigen Auflagen aufgebrummt bekommen... Echt traurig, wenn man das so erlebt. Vor allem weil in Bayern ja sogar der RR, der nach Zucht meines Wissens ja "nur" ein Jagd- und Wachhund ist, als Kategorie2-Hund eingestuft wird...- einfach nur, weil er groß und kräftig ist... Aber naja. Das ist ein anderes Thema.

    So. Und jetzt wünsch ich euch viel, viel Durchhaltevermögen, dass ihr die Gefahr, die letztlich immer da ist, trotz aller Erfolge nicht aus den Augen verliert und ein gutes Mensch-Hund-Katz-Team werdet! Freue mich immer über Updates

    Mein Hund hat mich schon sehr gut erzogen...

  24. #24
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    Wow, das klingt ja echt nach einem Traumhund Was nur wieder beweist, dass nicht die Hunde auf irgendwelche Listen gehören, weil sie aggressiv sind, sondern die Menschen, die sie aggressiv machen... Und dass man mit Liebe, Geduld und Konsequenz beinahe jeden Hund zurückholen kann, der von Menschen kaputt gemacht wurde.

    Wenn Kimbo auf Suchspiele so heiß ist, könnt ihr die ja auch draußen spielen und ihn damit aus potentiell riskanten Situationen rausholen. Ich werfe zum Beispiel so kleine Trockenfische ins hohe Gras oder versteck sie in Mauerritzen, wenn uns andere Hunde entgegenkommen. Dann sind meine Ladies mit "Ey Mann, wo ist mein Fisch?" beschäftigt, und der andere Hund wird (meistens) komplett ignoriert.

    Ich wünsche euch witerhin viel Erfolg und Freude an eurem Hund (ich könnte ihn jedenfalls, wenn ich schon so weit mit ihm gekommen bin, nicht wieder hergeben )
    Wenn du einen reichen Freund nicht besser behandelst als einen armen; wenn du der Welt ohne Lüge und Täuschung gegenüberstehen kannst; wenn du sagen kannst, dass es in deinem Herzen keine Vorurteile gegen die verschiedenen Rassen und Religionen gibt; wenn du bedingungslos lieben kannst, ohne Druck auszuüben oder Erwartungen zu haben - dann, mein Freund, bist du fast so gut wie dein Hund.

    Alina und Renée mmmmmmmmund Artus (+ 2007) in liebender Erinnerung

  25. #25
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    Achja, Intelligenzspielzeug kann man auch aus allem Möglichen selber basteln. Papprollen vom Küchenpapier, leere Plasteflaschen (aber die stabilen), alte Handtücher, Kartons, die Möglichkeiten sind da echt endlos. Wir verstecken unseren Hunden oft Futter im Garten (vor allem Knochen und Knorpelplatten u.ä.), das wird dann z.B. unter umgedrehten Blumentöpfen oder in Plasteröhren versteckt, drüber ein Plasteeimer, eingewickelt in eine Plane oder ein großes Handtuch und unter die Gartenbank gestopft. Dauert zehn Minuten, das zu verstecken - und gefühlte 30 Sekunden, bis die Hunde es gefunden haben. Aber in den 30 Sekunden haben sie einen Riesenspaß...
    Wenn du einen reichen Freund nicht besser behandelst als einen armen; wenn du der Welt ohne Lüge und Täuschung gegenüberstehen kannst; wenn du sagen kannst, dass es in deinem Herzen keine Vorurteile gegen die verschiedenen Rassen und Religionen gibt; wenn du bedingungslos lieben kannst, ohne Druck auszuüben oder Erwartungen zu haben - dann, mein Freund, bist du fast so gut wie dein Hund.

    Alina und Renée mmmmmmmmund Artus (+ 2007) in liebender Erinnerung

  26. #26
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    Hey ihr Lieben,
    danke für die weiteren Tipps! Das werde ich auf jeden Fall alles noch ausprobieren. Vielleicht muss ich den Schwierigkeitsgrad einfach direkt mal erhöhen.

    Aber es macht wirklich wahnsinnig Spaß mit ihm. Wenn ich nicht schon selbst gesehen hätte, wie er jemanden angeht, dann könnte ich es fast nicht glauben. Aber natürlich haben wir das immer auf dem Schirm, und auch wenn wir ihn behalten und dann mit dem Trainer arbeiten, wird es ja noch eine Weile dauern, bis man da etwas entspannter rangehen kann. Ich riskiere jedenfalls nichts, denn wenn mal irgendwas passieren sollte, ist Kimbo am Ende ja auch der Leidtragende (von seinem möglichen Gegenpart mal ganz abgesehen!). Aber du hast schon Recht, Moirah - Kimbo macht uns die Entscheidung gerade wirklich leicht.

    Und ich bin ECHT froh, dass wir nicht in Bayern leben. Da hätte er vermutlich so gar keine Chance gehabt. Das der RR bei euch sogar Kategorie 2 ist, wusste ich gar nicht! Die Mutter von Kimbos Besitzer, bei der er ja die letzten Monate gelebt hat, hat drei Ridgebacks - ein super funktionierendes Rudel. Mit denen kam Kimbo auch klar, weil er die von klein auf kennt. Alles wunderschöne Hunde und echt gut erzogen! Unfassbar, dass die bei euch auf der Liste stehen...

    Übrigens macht der kleine Stänkerkopp inzwischen sogar Fortschritte, was Leute betrifft, die am Auto vorbeigehen, wenn er drin sitzt!!! Normalerweise ist er da auch komplett durchgeknallt und hat ein Theater veranstaltet, dass ich dachte, der geht mir gleich durch die Scheibe. Aber mittlerweile lässt er sich nicht nur super ablenken, sondern vorhin hat's auch OHNE Leckerchen geklappt, indem ich ihn einfach nur an der Brust gekrault habe (das LIEBT er) und ganz ruhig gesagt habe, dass "alles gut" ist. Das beweist mir auch wieder, dass der Trainer absolut die richtige Richtung vorgeschlagen hat. Wenn Kimbo erstmal generell mehr zur Ruhe kommt und uns vertraut, dann flippt er auch nicht mehr so schnell aus. Wir sind echt total überzeugt von dem Mann, vor allem, weil er eben auch Rassekenntnis besitzt. Und das finde ich gerade bei einem ohnehin ziemlich triebstarken Hund wie einem Stafford schon wichtig. (Der Blogeintrag von wegen "die klären das unter sich" ist wirklich super und den unterschreibe ich auch sofort!)

    So, ihr Lieben, ich wünsche euch und euren süßen Schnuckelbacken ein schönes Wochenende! Ich lasse definitiv wieder von mir hören und freue mich übrigens, dass ich hier so nette Leute kennen gelernt habe!

  27. #27
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    Huhu MissBilligend,
    so sehr ich auch gut finde, dass du Kimbo eine neue Chance gibst, gebe ich doch zu bedenken, ob das Ganze nicht eine massive Verschlechterung der Lebensqualität deiner Katze ist. Ganz ehrlich: 53 qm, die nicht komplett benutzt werden können, weil ein Hund da ist und/oder einzelne Zimmer geschlossen sind, das finde ich arg wenig für eine Einzelkatze. Bei Freigängern sähe es ganz anders aus. Mir wären die Einschränkungen für die Katze zu hoch

    Danke für die schöne Zeit: Merlin (2002 - 2018), Orko (2001 - 2019) und Gandalf (2002 - 2016)

  28. #28
    Registriert seit
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    13
    Hi Sheratan,

    da stimme ich dir im Prinzip ja zu. Wie gesagt - die Entscheidung, Kimbo bei uns aufzunehmen, war SEHR spontan und eigentlich nur der Tatsache geschuldet, dass er ansonsten vielleicht eingeschläfert worden wäre. Wir hatten aber von Anfang an etwas Bauchschmerzen, was ihn und Amy angeht. Fakt ist nur leider auch, dass Kimbo aktuell sowieso nirgendwo anders hin kann.
    Andererseits klingt es ein bißchen so, als müsste Amy als "Nicht-Freigänger" ohnehin schon mit starken Einschränkungen leben, was ich aber eigentlich nicht so sehe. Sie ist seit der 8. Lebenswoche bei uns und kennt es gar nicht anders. Da wir sehr viel mit ihr spielen und sie hier (eigentlich) absolute Narrenfreiheit hat, glaube ich nicht, dass ihr in dieser Hinsicht etwas fehlt. Und natürlich sehen wir momentan zu, dass ihre Einschränkungen so minimal wie möglich sind. Dennoch hast du natürlich Recht - es gibt Einschränkungen. Allerdings denke ich, dass sie damit zurzeit gut zurecht kommt. Sie hat sich schon alle Räume "zurückerobert" und wenn der Hund eingesperrt ist, tobt sie durch die Wohnung wie eh und je. Ich glaube also, dass wir im Moment zwar eine Gratwanderung zwischen den Bedürfnissen des Hundes und der Katze hinlegen, aber ich habe nicht das Gefühl, dass so, wie wir es jetzt geregelt haben, einer ständig zu kurz kommt. Natürlich ist es nicht optimal, aber wir hoffen ja, dass es sich mit Hilfe des Trainers alles noch mehr entspannt und die beiden in naher Zukunft gut zusammen leben können. (Falls wir Kimbo denn wirklich behalten, was aber ja danach aussieht.)
    Aber ich kann dir versichern, dass wir wirklich sehr darauf achten, beiden Tieren nach Möglichkeit gerecht zu werden und die Einschränkungen z.B. mit besonders viel Spiel und Zuwendung (vor allem in Amys Fall) auszugleichen. Eine Dauerlösung ist das selbstverständlich nicht, aber wie gesagt, die Hoffnung, dass es sich wieder normalisiert, besteht ja.

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