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Thema: Muttergefühle bei tragenden Katzen?

  1. #1
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    Muttergefühle bei tragenden Katzen?

    Hallo Ihr Lieben!
    Viele von Euch sind ja schon seit langer Zeit intensiv mit Katzen zusammen. Da seid Ihr doch meine richtigen Ansprechpartner.
    Vor 2,5 Jahren holten wir unser Lenchen aus dem Tierheim. Sie war zwar gar nicht "geplant", faszinierte mich aber sofort und schwupps, landete auch sie, neben dem Notfellchen Jacki, im Körbchen.
    Lenchen war dort kurz vorher kastriert worden (ich habe jetzt bestimmt wieder den falschen Begriff... ). Mit Entsetzen mussten wir erfahren, dass sie tragend ins TH kam und ihr bei der OP ihre Babys gleich mit entfernt wurden. Unsere Meinung nach muss die Tragezeit schon weit fortgeschritten gewesen sein, da die Zitzen sehr ausgeprägt waren. (Wirklich Ahnung haben wir nicht) Richtig gute Infos seitens des TH haben wir auch nicht bekommen. (von dem TH halte ich eh nicht viel )
    Ja, und da drängten sich mir die Fragen auf, so aus Interesse. Kann Lenchen das zuordnen, dass ihre Kinder entfernt wurden? Kann sie während der Tragezeit schon Muttergefühle entwickelt haben? Ist so ein Eingriff nicht auch irgendwie traumatisch für eine (verhinderte) angehende Katzenmutti? Mir hat das Ganze furchtbar leid getan.
    Vielleicht wisst Ihr was?
    Vielen Dank und liebe Grüße in die Runde!
    Heike

    Für eine Zeit halten wir deine Pfötchen fest, dein Herz aber ein Leben lang!


    Liebe Grüße von Heike mit ihren Schnurrern Willi, Rico, Fritzchen und Rudi


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  2. #2
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    Also auch wenn ich nur Hunde habe glaube ich nicht das eine Katze (oder ein Hund) in der Tragezeit "Muttergefühle" entwickelt. Das sind menschliche Begriffe die sich nicht ins Tierreich übertragen lassen. Ich denke das das Pflegeverhalten durch Geburt / Hormonausschüttung ausgelöst wird . Auch wenn die Welpen nach der erfolgreichen Aufzucht in ein neues Heim wechseln habe ich noch nie grosse Trauer oder ähnliches beobachten können.

    Ein Optimist findest immer einen Weg. Ein Pessimist findet immer eine Sackgasse. – Napoleon Hill -

  3. #3
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    Leider werden oftmals auch kurz vor der Geburt stehende Katzen kastriert. Wohin mit den Kleinen, wenn die Tierheime auch so überquellen? Nicht jeder Tierschützer kann das aber.

    Was mir dabei durch den Kopf geht: Der ganze Körper hat sich hormonell auf die Geburt vorbereitet. Und dann werden die Kitten entfernt. Dem Körper der Katze kann es eigentlich danach nicht gut gehen.

    Seelisch wird die Katze wohl keinen Schaden nehmen. Denn dann müsste sie sich ihrer Schwangerschaft bewusst gewesen sein.
    Liebe Grüße von Jutta mit Tammy, der Queen, Mimmi, dem Erdmännchen, und Lilly, der Zauberfee


  4. #4
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    ich finde solche spät-kastras furchtbar. und sie sind ein verstoß gegen das tschg - wonach keinem tier unnötig und grundlos schmerz oder leid zugefügt werden darf. wie muss man sich das vorstellen? die rausgeschnittenen kitten ersticken qualvoll. wo soll das besser sein, als neugeborene in der tonne zu ertränken? und glaubt man wirklich, dass kitten wenige tage vor der geburt keinen schmerz und keine angst fühlen können? dass sie nicht panisch nach luft ringen mit ihren unausgebildeten lungen? und das eine oder andere, dass sogar lebensfähig wäre - glaubt man, dass solche tierärzte es euthanisieren nach den regeln? nicht doch, viel zu teuer. kitten sind auch nicht anders als menschenbabies im mutterleib, wo unbestritten ist, dass sie hören, fühlen und auf einfache weise auch denken können. tierärzte, die sich für so was hergeben, haben ihren beruf verfehlt. aber es gibt ja auch tierärzte, die in tierheimen lustig alles wegspritzen, was zu krank (also zu teuer) oder unpassend, weil nicht vermittelbar oder sonstwie nicht in den kram passt.
    in einem frühen stadium kann man das sicher noch machen, aber wie meine tä immer sagt: "alles, was fell hat, bleibt wo es ist, basta"
    die mutterkatze hat psychisch sicher damit kein problem, sie reflektiert wohl kaum über eine schwangerschaft.

  5. #5
    Steppenläufer Guest
    Hm, viele Vermutungen, aber man weiß nichts genaues... Vielleicht waren die Kätzchen noch gar nicht so alt? Vielleicht wurden sie schonend getötet?

    Könnten die Zitzen noch von früheren Würfen her gut entwickelt sein? Ein Gesäuge, das schon einmal einen oder gar mehrere Würfe aufgezogen hat, sieht selbst Monate oder Jahre später nicht wieder so winzig aus wie bei einem Tier, das nie Junge aufgezogen hat.

    Hormonell war die Katze sicherlich noch auf "Trächtigkeit" eingestellt. Die hormonelle Umstellung auf "nicht mehr trächtig ohne Kinder" ist nicht schwieriger als auf "nicht mehr trächtig mit Kindern".
    Muttergefühle wird sie nicht entwickelt haben, denn bevor die Kinder nicht da sind, weiß die Katze noch nicht, was da auf sie zu kommt.

    Ich beführworte Kastrationen gegen Ende der Trächtigkeit auch nicht gerade, aber je nach Katzenmenge im jeweiligen Tierheim kann ich diesen Schritt durchaus verstehen. Unsere Tierheime haben hier oft Aufnahmestopp selbst für gefundene Katzenwürfe ohne Mutter und mit Handaufzuchtbedarf, einfach weil sie schon aus allen Nähten platzen. Katzen lassen sich so schlecht stapeln.

  6. #6
    Cybeth Guest
    Zitat Zitat von CaveCanem Beitrag anzeigen
    Seelisch wird die Katze wohl keinen Schaden nehmen. Denn dann müsste sie sich ihrer Schwangerschaft bewusst gewesen sein.
    Also gehst du davon aus, dass eine Katze ihren Nachwuchs nicht im Körper, Bauch spürt und merkt nicht das sie schwanger ist?

    Wie kommst man auf solch eine These? Schon mal früher eine Katze gewesen?

  7. #7
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    sowas ist ganz bestimmt nicht schön, aber düstere Gedanken würd ich mir da nicht machen deswegen. Das haben die Tierärzte zu verantworten, nicht der zukünftige Katzenbesitzer. Die Zukunft liegt vorne und nicht in der Vergangenheit! Und wichtig ist, daß die Katzen ein gutes Zuhause haben, daß sich um sie gekümmert wird.
    ich vermute mal daß es bei Tieren nicht so krass ist, weil das Baby ja noch nicht da ist. Bei Menschen- Frauen ist das wohl schlimmer, wenn sie abtreiben (müssen). Ich denke da haben viele einen Knacks weg, wenn die Vernunft siegt und sie sowas machen lassen. Hängt aber wohl auch mit einer Kirche zusammen, die Frauen in Not deswegen verteufelt (anstatt ihnen wirklich zu helfen). Aber ich denke mal, auch da tragen die Ärzte die "Schuld", nicht die Frau. und solange alles im legitimen Bereich stattfindet, ist es doch sowieso mM o.k.. Solche Diskussionen bringen meiner Meinung nichts, weil da könnt man dann auch fragen, ab wann ist die Seele im Körper, ab wann ist Abtreibung Mord unswusf. Das ist ein Faß ohne Boden. Und keiner denkt dabei wirklich an die Mutter, wie es ihr geht.

  8. #8
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    wir haben uns auf gesamtgesellschaftliche standards geeinigt - ob der einzelne jetzt damit übereinstimmt, spielt eigentlich keine rolle. und solche spätkastrationen sind ein verstoß gegen das tierschutzgesetz. wir haben in deutschland nur dieses eine lächerliche gesetz, um tiere zu schützen und wenn selbst tierheime sich nicht dran halten - welchen grund sollte es dann geben, für den rest der welt, sich dran zu halten?
    und auch euthanasie (wers glaubt, wird seelig) vorm rausschneiden (das würde einen ultraschall benötigen und wenn die welpen hintereinander leigen, sind sie gar nicht zu sehen) ist nach dem tierschutzgesetz verboten. euthanasie - und diese grenze muss man einfach ziehen, ist nur gestattet in den fällen, wo halt nichts mehr zu machen ist, um leid abzukürzen. aber weder das eine noch das andere kann durch platzmangel gerechtfertigt werden.
    ja, die tierheime platzen aus allen nähten, aber viele, das muss man einfach so sagen, werden unprofessionell geführt, halten sich nicht im mindesten an standards und wundern sich dann, wenn sie von der bevölkerung abgelehnt werden und nicht die vermittlungen haben, die sie haben könnten. und wenn eine verein als träger eines tierheims meint, von der kommune nicht genug geld zu bekommen oder sonst ungenügend ausgestattet zu sein, dann muss man das auch nicht weiter machen, dann kann man auf die bremse treten. soll die kommune doch sehen, wo sie bleibt, denn rechtlich ist die kommune in der verpflichtung, nicht der verein.
    in unserem hiesigen th - auch auf der negativ-hitliste - läuft das so: der entsprechende verein ist träger des th, gebäude und grund - alles vollkommen ungeeignet, weil viel zu klein, wurden von der kommune gestellt. 2,3 mitarbeiter, vereinsmitglieder natürlich, werden von der kommune in festanstellung bezahlt. haben die irgendwann ein interesse, die zustände, die ungenügende finanzausstatung anzuprangern? natürlich nicht. und auch wenn ich nicht in abrede stellen will, das ihre ursprüngliche motivation pro tier war, das verwischt sich dann. dazu kommt dann noch der amtstierarzt, denn unser tierheim müsste eigentlich geschlossen werden. die zwingergrößen der hunde sind noch nicht mal nach den buchstaben des gesetzes ausreichend, es gibt keinen (!) auslauf, 25 katzen pro zimmer auf 30 qm, die hygienischen zustände entsprechend. würde ich als privatperson das so treiben, ich hätte längst dichtgemacht bekommen. aber ein angestellter tierarzt weiß natürlich, wem er verpflichtet ist.... das gelände ist viel zu nah an einem dorf, die beschweren sich (zu recht) fortlaufend wegen der lärmbelästigung, das klima ist entsprechend vergiftet. gleich daneben ist ein lpg-stall, also wenn es nicht nach hunde/katzenscheiße riecht, stinkt es halt anderweitig - als besucher möchte man nur fort von diesem ort. reden wir nicht davon, wie die tiere sich fühlen.
    und so ist das an vielen orten in deutschland.
    und da bringt es nichts den platzmangel zu bedauern, wir sind die reichste nation der welt und wenn gesamtgesellschaftlich immer weiter nach ausflüchten gesucht wird....diese wundervolle grüne partei hat uns allen für die energiewende ganz viele cents pro kilowatstunde aufgeholfen...für eine wende, eine abkehr von der kommunalen finazierung beispielweise, da gibt es keine lobby.
    also sollten wir als bürger darauf dringe, dass wenigstens in tierheimen die absoluten mindeststandards des tschg eingehalten werden, sonst findet sich für alles immer eine ausrede.

  9. #9
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    ja, Du hast vollkommen Recht, Carlo.
    an die Gesetze muß sich gehalten werden, das ist das Mindeste und nur ein kleines Recht für Tiere.
    und ich ziehe vor jedem den Hut, der sich dafür einsetzt, für Tiere einsetzt und für sie kämpft.

    aber für die Schweine aus der industriellen Landwirtschaft hat sich ein klein wenig was verbessert hier in diesem Bundesland, in dem mehr Schweine als Menschen "leben".... in ihrem kurzen Leben durch den Einsatz der grünen Partei. ich finde es gut so und freue mich darüber, auch wenn ich nicht alles o.k. finde was die sonst noch so machen.

  10. #10
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    Uiiii, hier wird ja richtig diskutiert! Bin ein bisschen froh, dass ich nicht die Einzige bin, die ein wenig im Zwiespalt ist. Über das Vorgehen bei der Abtreibung möchte ich gar nicht nachdenken. Wir haben schon das eine oder andere "Tänzchen" mit dem seeehr "kompetenten" Tierheimarzt gehabt. Ich danke Euch für Eure Meinungen. Vieles deckt sich mit meinen Gedanken. Mein Fazit wäre, dass wohl nur wirklich die Katzen selber wissen, wie es in ihnen in so einer Situation aussieht. Aber die werden es uns nicht sagen...

    Für eine Zeit halten wir deine Pfötchen fest, dein Herz aber ein Leben lang!


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  11. #11
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    Zitat Zitat von Plüschi Beitrag anzeigen
    Mein Fazit wäre, dass wohl nur wirklich die Katzen selber wissen, wie es in ihnen in so einer Situation aussieht. Aber die werden es uns nicht sagen...
    Und da ich im früheren Leben keine Katze war (oder mich nicht mehr daran erinnere), kann ich auch nur die Vermutung aussprechen, dass seelisch die Katze nicht leidet. Die Zeugung wird nicht bewusst herbeigeführt à la "Komm, wir machen mal Babies". Es wird der Sexualtrieb ausgelebt, und der Instinkt sagt der Katze, welchen Kater sie erwählen sollte. Ob sie sich dann den Mutterfreuden hingibt, überlegt, wie viele Kitten es sein werden, welche Namen sie haben werden, wage ich zu bezweifeln. Sie lebt ihren Instinkten entsprechend. Und selbst bei Menschen wird der Mutterinstinkt oft erst nach der Geburt geweckt, und Menschen reflektieren im allgemeinen ihr Leben und ihren Zustand. Oft fühlen sich Frauen sogar schuldig, weil sie nicht vom ersten Tag der Schwangerschaft an eine Bindung zum Kind aufbauen.
    Liebe Grüße von Jutta mit Tammy, der Queen, Mimmi, dem Erdmännchen, und Lilly, der Zauberfee


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