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Thema: Tierrettung fremder Tiere im Notfall

  1. #1
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    Tierrettung fremder Tiere im Notfall

    Hallo, Ihr Lieben!
    Seit Langem treibt mich folgende Sache um und ich hoffe, bei Euch Rat zu finden.
    Mein Weg zur Arbeit führt über Dörfer nach Berlin, zwischen 3.45 Uhr und 4.30 Uhr. Oft hatte ich schon die sehr traurige Aufgabe, tote Katzen von der Strasse zu bergen und im Gras abzulegen. Nun drängt sich mir danach immer die Frage auf, was mache ich, wenn das arme Tier noch lebt? Wer hilft mir um diese Uhrzeit? Erleichtert war ich, als ich erfuhr, dass direkt an einer Hauptstrasse, die ich befahre, in Berlin eine Tierklinik ist, die 7Tage/Woche und 24h/Tag geöffnet ist. Da kann ich das verletzte Tier ja ins Auto nehmen, die TK per Telefon von meinem Kommen in Kenntnis setzen und den Patienten dort abgeben...
    Tja, ein informativer Anruf in dieser Klinik belehrte mich eines "Besseren" ...Wenn ich ein verletztes Tier finde, das nicht meins ist, muss ich die Polizei anrufen. Diese bringt dann das Tier in die TK, damit auch die Kostenverteilung geregelt ist. Auf meinen Einwand, dass doch bis zum Eintreffen der Pol. unnötig lange Zeit vergehe und das Tier schon tot sein könne, bedauerte man das zwar, aber so wäre eben die Bürokratie.
    Ist es tatsächlich so, dass die Ärzte berechtigt sind, mir, im übertragenen Sinne, die Tür vor der Nase zuzumachen, nur weil das Tier nicht meines ist? Muss ich für die Arztkosten aufkommen, wenn ich auf Hilfeleistung bestehe? Ist es nicht Pflicht der Tierärzte, verletzten Tieren zu helfen??? Mich hat das irgendwie wütend gemacht. Haben denn alle nur noch Dollarzeichen in den Augen???

    Habt Ihr vielleicht Erfahrungen und könnt mich und mein Gewissen beruhigen?
    Vielen Dank!

  2. #2
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    Ich kann dir leider nicht helfen, würde mich deiner Frage aber gerne anschließen. Ich habe neulich eine tote Katze gefunden und mich später gefragt, was ich eigentlich (an einem Sonntag) gemacht hätte, wenn das Tier verletzt gewsen wäre? Unser Tierarzt hat eine Notfallnummer, die hätte ich wohl angerufen. Wäre ein Wochentag gewesen, hätte ich das Tier sofort zum Tierarzt gebracht, und wäre nicht auf die Idee gekommen, die Polizei zu rufen. Geht es da "nur" un die Kosten oder hat das noch andere Hintergründe?

    Liebe Grüße von Tanja mit Gladdys, Emma, Ascha, Eddie und Bella.
    *Rufus* tief im Herzen


    Es gibt nur zwei Möglichkeiten vor dem Elend des Lebens zu flüchten, Musik und Katzen.

    (Albert Schweizer)

  3. #3
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    ich hab mal wieder gegoogelt - gefunden hab ich das

    Behandlung verletzt aufgefundener Tiere

    Unklarheiten bezüglich der Kostenübernahme bestehen oftmals in dem Fall, wenn eine Privatperson ein verletzt aufgefundenes Tier zum Tierarzt bringt. So vertraten Allmacher und Schwenkglenks (199 1) die Ansicht, daß eine Privatperson kein Fremdgeschäft für eine Verwaltung führt, wenn sie ein Fundtier zum Tierarzt bringt und eine Kostenübemahmepflicht damit für die Gemeinde nicht besteht. Von einer ähnlichen Auffassung ging das Bayerische Staatsministerium des Inneren aus (Anonym, 1990). Eine Übernahme der Kosten durch die Gemeinde erfolgte also nur dann, wenn das verletzte Tier zur zuständigen Behörde (Gemeinde, Polizei bzw. Ordnungsamt) gebracht und die Behandlung von dieser in Auftrag gegeben bzw. deren Einverständnis eingeholt wurde. Eine solche Verfahrensweise würde dem Grundanliegen des Tierschutzgesetzes widersprechen und insbesondere bei schwerverletzten Tieren die notwendige Versorgung hinauszögern. Außerdem sinkt dadurch die Bereitschaft von Bürgern, sich verletzter Tiere anzunehmen. Der Finder eines verletzten Tieres wird in der Regel einen praktischen Tierarzt aufsuchen. Die Einholung einer Bereitschaft vom Ordnungsamt bzw. von der Fundbehörde zur Kostenübernahme für jeden Einzelfall ist in praxi kaum möglich oder nur mit einem sehr hohen Aufwand zu realisieren. Die Ablehnung einer Notversorgung durch den Tierarzt bei nicht geklärter Kostenübernahme verbietet sich aus berufsethischen bzw. berufsrechtlichen Gründen. Entsprechend der Musterberufsordnung ist der Tierarzt als berufener Schützer der Tiere - im Rahmen seiner Möglichkeiten - zur Hilfeleistung in Notfällen verpflichtet.

    In den letzten Jahren erfolgte allerdings ein Umdenken. So äußerten sich die zuständigen Ministerien in Bayern, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg zu dieser Problematik. Nach Auffassung dieser besteht die Erstattungspflicht der Gemeinden als zuständige Fundbehörden für die Kosten unaufschiebbarer tierärztlicher Behandlungen verletzt oder krank aufgefundener Tiere auch dann, wenn der Finder (als Privatperson) das Tier unmittelbar zum Tierarzt bringt. Die Fundanzeige und eine sich anschließende Überführung in das entsprechende Tierheim stellen dabei eine Voraussetzung dar. Diese Regelung gilt gleichermaßen für Fundtiere wie für herrenlose Tiere, die als solche nicht erkannt und deshalb als Fundtiere angesehen werden.
    und zwar hier

    http://www.vetmed.de/vet/download/re..._fundtiere.htm

    ist zwar schon eine etwas ältere Veröffentlichung und ich versteh das so, das das was die TK gesagt hat nicht so ganz stimmt.

    Ein Optimist findest immer einen Weg. Ein Pessimist findet immer eine Sackgasse. – Napoleon Hill -

  4. #4
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    Meiner Cousine und mir ist vor 17 Jahren mal eine Katze ins Auto gelaufen. Wir haben sie zu einem uns unbekannten TA gebracht, der Notdienst hatte. Leider war ihre Wirbelsäule gebrochen und er hat sie eingeschläfert. Die Katze war tätowiert und er sagte uns, daß er sie in die Kühlung legt (es war WE) und dann die Besitzer ausfindig machen wird. Bezahlen mußten wir nichts. Die Besitzer waren - bei aller Trauer - unendlich dankbar, daß wir ihre Katze gesucht und zum TA gebracht haben (sie hatte sich im ersten Schock verkrochen).

    Und einmal habe ich eine verletzte Brieftaube gefunden und zu meiner HausTÄ gebracht. Da mußte ich nur etwas für die Kaffeekasse geben.

    Wie es allgemein gehandhabt wird, weiß ich nicht.

  5. #5
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    Vielen Dank an Euch alle für Eure doch recht positiven TÄ-Erfahrungen und für das Abtauchen in Googles unendliche Tiefen.
    Ich finde es einfach traurig und beschämend, dass um die Versorgung eines verletzten Lebewesens überhaupt erst Debatten geführt und Paragraphen gewälzt werden müssen!
    In Berlin waren wir, als wir Neu-Katzen"eltern" und auf der Suche nach einem guten TA waren, erstmalig in der Praxis einer schon älteren TÄ. Eine Frau kam aus dem Sprechzimmer, hinter ihr die Ärtzin mit einer Katze, die in eine Decke eingehüllt war. So bekamen wir mit, dass die Frau diese Katze schwer verletzt auf der Strasse gefunden hatte und zu dieser TÄ brachte. Diese schläferte die Katze ein, knöpfte der Frau 30,-€ ab und packte ihr die tote Katze ins Auto!!! Wir sind da fast vom Glauben abgefallen! Diese hilfsbereite Frau hilft nach dieser Erfahrung so schnell bestimmt keinem Tier mehr! Und uns hat diese TÄ einmal und nie wieder gesehen!!!
    Hier nun, auf unserem Dörfchen, gibt es einen, wie wir finden, prima TA, mit dem man auch über alles reden kann. Er erklärte uns, als wir ihm das erzählten, dass, wenn man ein Tier bringt, das nicht das eigene ist, die Gemeinde für die Behandlungskosten aufkommt.
    Also werde ich, sollte ich doch mal in diese schlimme Situation geraten, die TK TK sein lassen, meinen guten Herrn Doktor aus dem Bett klingeln und ihm die Kaffeekasse auffüllen. Denn ein verletztes Tier liegen lassen, könnte ich mit meinem Gewissen nie vereinbaren! Aber das Liebste wäre mir natürlich, ich finde gar nicht erst ein Tier auf der Strasse...

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