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Thema: Tigerle ist über die Regenbogenbrücke gegangen

  1. #1
    Gast54 Guest

    Tigerle ist über die Regenbogenbrücke gegangen

    Viele von euch kennen uns und unsere beiden Kater Tiger und Mohrle - manche sogar persönlich.

    Die beiden sind 13 Jahre alt. Wir bekamen sie als winzige Katerchen mit 5 Wochen. Ihre Mutter war verschwunden - überfahren worden oder was auch immer. Der Bauer, bei dem sie lebten, wollte sie daraufhin umbringen.

    Das verhinderten seine Kinder, so kamen die beiden - noch blauäugigen - Zwerge über ein paar Umwege zu uns.
    Am gleichen Tag war unser vorheriger Kater Fritzi nach schwerer Krankheit eingeschläfert worden.
    Eigentlich wollten wir uns ein bißchen Zeit lassen, bevor wir neue Fellis aufnehmen wollten. Aber die beiden suchten einen Platz, bei uns war grade einer frei geworden - also zogen sie bei uns ein.
    Noch nie hatten wir so kleine Katzentiere gehabt, und unsere Sorge, alles richtig zu machen, damit sie groß und stark würden, war groß.
    Es ist aber alles gut gegangen, die beiden wurden putzmuntere Kater, die zusammen mit uns und unseren Schildkröten ein schönes Leben führten. Sie genossen an jedem schönen Tag den Aufenthalt im gesicherten Freigehege. Die Schildkröten gehörten dazu, die Tiere akzeptierten einander. Manchmal krabbelte so ein vorwitziges Kröterl schon "gefährlich" nahe an einen im Gras ruhenden Kater heran, was Mohrle mit Drohknurren und manchmal einem Tatzenhieb, aber mit eingezogenen Krallen, quittierte.
    Tiger wich dem anrückenden "Panzertier" lieber aus, es war ihm nicht so ganz geheuer...

    So lebten die beiden glücklich und zufrieden bei uns.
    Bis auf eine Infektion mit Giardien war Tiger immer gesund gewesen. Bei Mohrle brach mit 8 1/2 Jahren eine chronische Krankheit - die IBD (eine chronische , genetisch bedingte Entzündung des Verdauungstraktes -) aus. Mit Hilfe unserer guten Tierärzte und Cortisondauermedikation bekamen wir Mohrles Krankheit so einigermaßen in den Griff. Tigerle schien lange Zeit davon verschont geblieben zu sein. Das aber war leider ein Trugschluß. Seit letztem Jahr im August fing er, der immer alles mit Begeisterung gefressen hatte, zu mäkeln an - ein typisches Zeichen für IBD, die dann heuer im Frühjahr tatsächlich auch bei ihm ausbrach!
    ZFE , Bluthochdruck und ein leistungsschwaches Altersherz kamen dazu.
    Nach der Entfernung der schlechten Zähne, Medikamentengabe für den Blutdruck und später auch Cortison für die IBD ging es ihm aber wieder recht gut, er fraß sehr gerne und viel und nahm sogar fast alles, was er vorher abgenommen hatte, wieder zu.
    Nur eines blieb verändert: Seit August letzten Jahres war uns aufgefallen, daß er nicht mehr so viel Wert auf liebevolle körperliche Nähe zu uns suchte! War er früher jeden Nachmittag beim Mittagsschlaf meines Mannes auf ihm gelegen, und jeden Abend beim Fernsehen bis zum Zubettgehen auf seinem Schoß gesessen, so mochte er das auf einmal nicht mehr! Spätestens nach 10 Minuten stand er auf und setzte sich woanders hin...Wir schoben das auf altersbedingte Wesensänderungen.

    Vor 3 Tagen fiel mir auf, daß er morgens unheimlich langsam in die Gänge kam. War er sonst immer der Erste gewesen, der nach dem Aufstehen DRINGENDST seine 1. Futterration einforderte, so interessierte ihn das nun kaum..
    Vorgestern kam er sehr langsam zum Futterschüsserl, als ich ihn rief.
    Außerdem wurden seine Bewegungen immer unkoordinierter, und das Aufwachen nach dem Schlafen dauerte immer länger; selbst heißgeliebte Leckerlis verschmähte er.
    Gestern fuhren wir zur TÄ und schilderten ihr alles. Sie führte viele Tests durch , auch Blutproben wurden untersucht.
    Alles war in Ordnung, nur der Pupillenreflex war verlangsamt. Sie schloß daher auf einen Überdruck im Gehirn; woher der kam, konnte sie nicht feststellen.
    Er bekam mehrere neurologisch wirksame, auch homöopathische Medikamente gespritzt und eine Akupunktur. Daraufhin schien es ihm besser zu gehen, er fraß in der Praxis gerne etwas von dem angebotenen Futter, beim Gehen schwankte er weniger.
    Daheim fraß er sogar mehrmals und benutzte die Toi., auch schnurrte er, wenn wir ihn streichelten - meine Hoffnung , daß er wieder gesund würde, war groß. Leider war das nur der bekannte letzte Aufschwung vor dem Ende.
    Seit gestern abends verfiel er zusehends, konnte nicht mehr gehen und war vollkommen abwesend. Von wegen Nahrungsaufnahme, Anteilnahme, Zuwendung zu uns - nichts mehr.
    Heute früh war es klar - das Ende war nahe.

    Ich rief den TA an, er kam und untersuchte Tiger , aber nur kurz, ohne ihn zu bedrängen. Sofort war kla: Er war schon mehr weg als noch da.
    Die Ursache für den Verfall vermutete er aufgrund der Symptome in einem Hirntumor, der auf verschiedene Zentren im Gehirn drückte und somit deren Funktion störte oder sogar ganz verhinderte.
    Vielleicht war ja auch das Emotionszentrum mitbetroffen - und Tiger hatte deshalb schon seit längerer Zeit keinen Wert mehr auf Körperkontakt gelegt!

    Dann ging der TA an sein trauriges Werk und sorgte für Tigerles Heimgang...

    Wie meinem Mann und mir zumute ist, brauche ich euch nicht zu schildern. Die meisten von euch werden diese traurige Erfahrung ja schon gemacht haben.
    Auch bei uns war es nicht das erste Mal - aber es ist jedes mal noch schlimmer und trauriger als vorher...

  2. #2
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    zwischen Sodom und Gomorrha
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    Eva!
    Liebe Eva, soviel Liebe und Geborgenheit habt ihr soviele Jahre gegeben. Und nun habt ihr den letzten Weg genauso gestaltet: in Würde, mit ganz viel Liebe, ohne Leiden.
    Das Tigerle hätte keine besseren Menschen für sich finden können!

    Liebes Tigerle, komm gut über die Regenbogenbrücke! Nun kannst du über die Steppen sausen und mit unseren vielen Lieblingen, die schon da sind, einfach nur Spaß haben. Pass schön auf die Dosis und Mohrle auf, sie haben es ganz dolle verdient.

    Ach Eva....., mir ist ganz anders - auch weil ich das gleiche Gespann wie du habe....

    Liebe Grüße Minione
    "Wer keine Katzen mag hat nur noch nicht die Richtige getroffen"


    Katzennetzwerk.de
    Wir helfen Katzen - helfen Sie mit!
    KNW auf Facebook? http://www.facebook.com/Katzennetzwerk

  3. #3
    Gast54 Guest
    Zitat Zitat von Minione Beitrag anzeigen
    Eva!
    Liebe Eva, soviel Liebe und Geborgenheit habt ihr soviele Jahre gegeben. Und nun habt ihr den letzten Weg genauso gestaltet: in Würde, mit ganz viel Liebe, ohne Leiden.
    Das Tigerle hätte keine besseren Menschen für sich finden können!

    Liebes Tigerle, komm gut über die Regenbogenbrücke! Nun kannst du über die Steppen sausen und mit unseren vielen Lieblingen, die schon da sind, einfach nur Spaß haben. Pass schön auf die Dosis und Mohrle auf, sie haben es ganz dolle verdient.

    Ach Eva....., mir ist ganz anders - auch weil ich das gleiche Gespann wie du habe....

    Danke für deine lieben Worte und deine Anteilnahme!

  4. #4
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    Augusta Vindelicorum
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    113.443


    Alles, was schön ist,
    bleibt auch schön, auch wenn es welkt.
    Und unsere Liebe bleibt Liebe,
    auch wenn wir sterben.


    Maxim Gorki




    Renate mit Rebecca, Jonas & Muffin
    LG von Renate, Muffin & Bonny-Noëlle
    ... sowie Patenkaterchen "STANLEY"
    und Aiderbichl-Patenkind "LUDWIG"



  5. #5
    Gast54 Guest
    Zitat Zitat von Becky Beitrag anzeigen


    Alles, was schön ist,
    bleibt auch schön, auch wenn es welkt.
    Und unsere Liebe bleibt Liebe,
    auch wenn wir sterben.


    Maxim Gorki




    Renate mit Rebecca, Jonas & Muffin
    Danke, Renate!

  6. #6
    Grizabella Guest
    Tigerle,

    Persönlich habe ich dich nie kennengelernt, aber immerhin wusste ich doch, dass du ein sehr lieber und geliebter Hausgenosse warst.

    Es ist so sehr traurig, dass du jetzt von deiner Familie gehen musstest, obwohl wir doch alle wissen, dass das gemeinsame Leben mit unseren Lieblingen immer auch ein Ende findet.

    Trösten wir uns in dem Gedanken, dass du nun deinen Frieden gefunden und deine Schmerzen hinter dir gelassen hast; die Verbindung eurer Seelen wird niemals enden.

    Eva Maria, es hilft euch vielleicht daran zu denken, dass euer Tigerle kein schöneres Leben hätte haben können und dass es ihm nun wieder gut geht.


  7. #7
    Oriental Cats Guest


    Leb wohl Tigerle du hinterlässt eine riesige Lücke. Aber in den Herzen lebst du weiter.

    Evi und W., wir wünschen euch für die nächste Zeit viel Kraft.

  8. #8
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    Gute Reise kleiner Tigerle .... Abschied fällt leider immer schwer .

  9. #9
    Gast54 Guest
    Danke euch allen!

  10. #10
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    Dicht bei HH, aber noch SH ;)
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    Wieder ein Sternenkaterchen mehr

    Komm gut auf die goldenen Steppen, Tigerle!

    Eva

  11. #11
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    Komm gut über die Regenbogenbrücke kleines Tigerle , grüß mir meine Regenbogenkinder . Bestimmt wirst Du ihnen erzählen, wie schön es war, bei Dir zu hause und wie sehr Du geliebt wurdest

    Eva.... , ich wünsche Euch viel Kraft und ja, es fällt jedesmal ein bißchen schwerer
    Liebe Grüße von Carola, Belle, Lina, Freddie und Tizia

    Fotoalbum1

    Fotoalbum2



    Für immer im Herzen meine Regenbogenkinder
    Meine Regenbogenkinder

  12. #12
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    Liebe Eva Maria, lieber W.,

    ich habe immer noch keine Worte ... Drum auch hier noch einmal
    LG Sabine II

  13. #13
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    Eva-Maria, das tut mir sehr sehr leid! Ich habs immer ein bisschen mitverfolgt, die Aufs und Abs. Aber dass es jetzt doch so schnell ging.... Wie geht es Mohrle, kommt er damit zurecht? Wie es Euch geht, kann ich mir vorstellen.
    Ganz viele liebe Grüße, Ulli
    Ulli mit Paulchen, Happy, Ramsis und Ronja, den Dreibeinchen Jenia und Fritzle, den Blindmäusen Nikos und Stella, Isidor und Lucky sowie den Engelchen Hermine und Rosalie
    Immer aktuell: MIMMIs Blog mit allen Infos zu MIMMIs Katzenhilfe

  14. #14
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    Lieber Tiger komm gut über die RBB und grüß mir meine Sternenkinder.

    Eva ich fühle mit dir/euch

  15. #15
    Gast54 Guest
    Danke an alle!
    Es tut gut, so lieb getröstet zu werden!
    Ja, es ist schnell gegangen - aber das hat uns wenigstens die Entscheidung erleichtert!

    Mohrle - er geht kaum in das Zimmer, wo Tiger gestorben ist! Daß er ihn sucht, hab ich nicht den Eindruck. Er ist ein dominanter Kater und wird es wohl eher genießen, unsere ganze Aufmerksamkeit und Zuwendung für sich allein zu haben.

    Wir haben nicht vor, ihm nochmals eine/n Partner/in zu geben. Er haßt fremde Fellnasen! Die machen ihm großen Streß - z.B., wenn er im Gartengehege ist und die Nachbarskatzen/ Kater vorbei gehen!
    Aber Streß ist Gift für ihn! Der würde seine Immunabwehr vermindern - die ja durch das Cortison schon heruntergefahren ist! Dann wäre er erst recht anfällig für weitere Krankheiten!

  16. #16
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    Liebe Eva, es tut mir wahnsinng Leid zu lesen, dass ihr Tigerle gehen lassen musstet. Ich wünsche euch ganz viel Kraft für die nächste Zeit.

    Tigerle - spiel schön im Regenbogenland!
    Birgit mit Cameo, Birdie, Kezia und Woody & den Sternenkatern Kimba, Lucky und Gizmo ganz fest im Herzen

  17. #17
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    Liebes Tigerle,

    komm gut oben an Und schick deiner Mama und deinem Papa ganz viel Trost Und ab und zu einen Regenbogen

    Liebe Eva und NG,

    In Gedanken sind NG und ich bei euch Ich wünsch euch ganz viel Kraft
    Fühlt euch umarmt

  18. #18
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    Liebes Tigerle,

    komm gut über die Regenbogenbrücke.

    Evi ich drück dich und W.
    Liebe Grüße von mir und den Fellpopos


    Auf leisen Pfoten kommen sie wie Boten der Stille, und sacht, ganz sacht,
    schleichen sie in unser Herz und besetzen es für immer mit aller Macht.

    Eleonore Gualdi

    Meine Regenbogenkatze Shila immer im Herzen .

  19. #19
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    Eva! Hab gerade erst gelesen Tut mir so leid für euch und fürs Tigerle!

    Drück euch!
    LG Silvia mit Loki und Mimir


  20. #20
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    Flieg, Schmetterling, flieg

    Und wenn die Kraft nicht reicht,
    dann lass uns deine Träume träumen
    und wir begleiten dich zu andren Räumen,
    wo alles zeitlos wird und frei und leicht.

    Und wenn die Kraft nicht reicht,
    dann werden unsere Wünsche neue Wege weben
    und unsere Kraft wird deiner Seele Flügel geben
    ganz zarte, wie ein Schmetterling vielleicht.

    Und wenn die Kraft nicht reicht,
    dann werden Wut und Trauer sich vereinen
    und manchmal hört man dann auch Schmetterlinge weinen,
    ganz oben in den Wolken - unerreicht.

    Und wenn die Kraft nicht reicht,
    dann wird dein Schnurren nun in unseren Herzen leben
    und immer, wenn die Schmetterlinge schweben,
    dann hat dein Schnurren uns im Hier erreicht.

    Und nun flieg, kleine Seele flieg.

    (Autor: Elke Dorothea Hagen)



    Liebe Eva!
    Ich weine mit dir, und wünsche dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit!

    Tigerle, komm gut über den Regenbogen, und grüß' mir meinen geliebten Merlin!
    Liebe Grüße von Claudia & Cats


    http://litenfoss.jimdo.com

    Norwegische Waldkatzen

  21. #21
    Gabsi Guest
    Liebe Eva, lieber W leider finde ich hierfür nie die richtigen Wort,

    mann kann den Schmerz aber auch nicht in Worte fassen es ist einfach schrecklich und jeder von uns weiss, auch wir werden eines Tages vor dieser Entscheidung stehn.Auch wenn man zweifelt obe es richtig oder falsch ist diesesn letzten Schritt zu gehn, so können wir unseren Lieblingen wenigstens noch größeres Leid ersparren.

    Leb wohl kleines Tigerle

  22. #22
    Gast54 Guest
    Ihr Lieben!

    Ich danke euch allen so sehr für euer Mitgefühl, eure Anteilnahme , eure lieben Worte - und, Gabi: ja, sie sind die richtigen!
    Dein Gedicht, Claudia - es ist so schön.. aber natürlich weine ich , wenn ich es lese..

    Auch W. gehts genauso - Tiger war ja SEIN ganz spezielles Katerchen..
    Wie ich ja oben schon erzählt hab, hat Tigerle bis vor einem 3/4 Jahr jeden Mittagsschlaf auf W.s Bauch genossen hat; und abends beim Fernsehen ging er von W.s Schoß bis zum Schlafengehen nicht mehr runter...
    Genau das hatte letztes Jahr aprubt geendet - plötzlich hielt es Tiger höchstens noch 10 Minuten auf dem Bauch oder dem Schoß W.s aus, dann setzte er sich wo anders hin.. (s.o.)Ob das schon ein Anzeichen der Krankheit war, die dann zu seinem Tod geführt hat Wir wissen es nicht und werden es nicht mehr erfahren!

  23. #23
    Registriert seit
    02.05.2010
    Beiträge
    41
    Zitat Zitat von Eva Maria Beitrag anzeigen
    Viele von euch kennen uns und unsere beiden Kater Tiger und Mohrle - manche sogar persönlich.

    Die beiden sind 13 Jahre alt. Wir bekamen sie als winzige Katerchen mit 5 Wochen. Ihre Mutter war verschwunden - überfahren worden oder was auch immer. Der Bauer, bei dem sie lebten, wollte sie daraufhin umbringen.

    Das verhinderten seine Kinder, so kamen die beiden - noch blauäugigen - Zwerge über ein paar Umwege zu uns.
    Am gleichen Tag war unser vorheriger Kater Fritzi nach schwerer Krankheit eingeschläfert worden.
    Eigentlich wollten wir uns ein bißchen Zeit lassen, bevor wir neue Fellis aufnehmen wollten. Aber die beiden suchten einen Platz, bei uns war grade einer frei geworden - also zogen sie bei uns ein.
    Noch nie hatten wir so kleine Katzentiere gehabt, und unsere Sorge, alles richtig zu machen, damit sie groß und stark würden, war groß.
    Es ist aber alles gut gegangen, die beiden wurden putzmuntere Kater, die zusammen mit uns und unseren Schildkröten ein schönes Leben führten. Sie genossen an jedem schönen Tag den Aufenthalt im gesicherten Freigehege. Die Schildkröten gehörten dazu, die Tiere akzeptierten einander. Manchmal krabbelte so ein vorwitziges Kröterl schon "gefährlich" nahe an einen im Gras ruhenden Kater heran, was Mohrle mit Drohknurren und manchmal einem Tatzenhieb, aber mit eingezogenen Krallen, quittierte.
    Tiger wich dem anrückenden "Panzertier" lieber aus, es war ihm nicht so ganz geheuer...

    So lebten die beiden glücklich und zufrieden bei uns.
    Bis auf eine Infektion mit Giardien war Tiger immer gesund gewesen. Bei Mohrle brach mit 8 1/2 Jahren eine chronische Krankheit - die IBD (eine chronische , genetisch bedingte Entzündung des Verdauungstraktes -) aus. Mit Hilfe unserer guten Tierärzte und Cortisondauermedikation bekamen wir Mohrles Krankheit so einigermaßen in den Griff. Tigerle schien lange Zeit davon verschont geblieben zu sein. Das aber war leider ein Trugschluß. Seit letztem Jahr im August fing er, der immer alles mit Begeisterung gefressen hatte, zu mäkeln an - ein typisches Zeichen für IBD, die dann heuer im Frühjahr tatsächlich auch bei ihm ausbrach!
    ZFE , Bluthochdruck und ein leistungsschwaches Altersherz kamen dazu.
    Nach der Entfernung der schlechten Zähne, Medikamentengabe für den Blutdruck und später auch Cortison für die IBD ging es ihm aber wieder recht gut, er fraß sehr gerne und viel und nahm sogar fast alles, was er vorher abgenommen hatte, wieder zu.
    Nur eines blieb verändert: Seit August letzten Jahres war uns aufgefallen, daß er nicht mehr so viel Wert auf liebevolle körperliche Nähe zu uns suchte! War er früher jeden Nachmittag beim Mittagsschlaf meines Mannes auf ihm gelegen, und jeden Abend beim Fernsehen bis zum Zubettgehen auf seinem Schoß gesessen, so mochte er das auf einmal nicht mehr! Spätestens nach 10 Minuten stand er auf und setzte sich woanders hin...Wir schoben das auf altersbedingte Wesensänderungen.

    Vor 3 Tagen fiel mir auf, daß er morgens unheimlich langsam in die Gänge kam. War er sonst immer der Erste gewesen, der nach dem Aufstehen DRINGENDST seine 1. Futterration einforderte, so interessierte ihn das nun kaum..
    Vorgestern kam er sehr langsam zum Futterschüsserl, als ich ihn rief.
    Außerdem wurden seine Bewegungen immer unkoordinierter, und das Aufwachen nach dem Schlafen dauerte immer länger; selbst heißgeliebte Leckerlis verschmähte er.
    Gestern fuhren wir zur TÄ und schilderten ihr alles. Sie führte viele Tests durch , auch Blutproben wurden untersucht.
    Alles war in Ordnung, nur der Pupillenreflex war verlangsamt. Sie schloß daher auf einen Überdruck im Gehirn; woher der kam, konnte sie nicht feststellen.
    Er bekam mehrere neurologisch wirksame, auch homöopathische Medikamente gespritzt und eine Akupunktur. Daraufhin schien es ihm besser zu gehen, er fraß in der Praxis gerne etwas von dem angebotenen Futter, beim Gehen schwankte er weniger.
    Daheim fraß er sogar mehrmals und benutzte die Toi., auch schnurrte er, wenn wir ihn streichelten - meine Hoffnung , daß er wieder gesund würde, war groß. Leider war das nur der bekannte letzte Aufschwung vor dem Ende.
    Seit gestern abends verfiel er zusehends, konnte nicht mehr gehen und war vollkommen abwesend. Von wegen Nahrungsaufnahme, Anteilnahme, Zuwendung zu uns - nichts mehr.
    Heute früh war es klar - das Ende war nahe.

    Ich rief den TA an, er kam und untersuchte Tiger , aber nur kurz, ohne ihn zu bedrängen. Sofort war kla: Er war schon mehr weg als noch da.
    Die Ursache für den Verfall vermutete er aufgrund der Symptome in einem Hirntumor, der auf verschiedene Zentren im Gehirn drückte und somit deren Funktion störte oder sogar ganz verhinderte.
    Vielleicht war ja auch das Emotionszentrum mitbetroffen - und Tiger hatte deshalb schon seit längerer Zeit keinen Wert mehr auf Körperkontakt gelegt!

    Dann ging der TA an sein trauriges Werk und sorgte für Tigerles Heimgang...

    Wie meinem Mann und mir zumute ist, brauche ich euch nicht zu schildern. Die meisten von euch werden diese traurige Erfahrung ja schon gemacht haben.
    Auch bei uns war es nicht das erste Mal - aber es ist jedes mal noch schlimmer und trauriger als vorher...
    Auch wenn wir heute schon telefoniert haben...

    Liebe Eva,

    es tut mir so leid! Ich leide mit Euch! Für alle, die Fellkinder auf "der anderen Seite" haben:

    "Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
    wird es dir sein, als lachten alle Sterne,
    weil ich auf einem von ihnen wohne,
    weil ich auf einem von ihnen lache.
    Du allein wirst Sterne haben,
    die lachen können.“

    (Antoine de Saint Exupéry, Der kleine Prinz)

  24. #24
    Registriert seit
    02.05.2010
    Beiträge
    41
    "Die, die wir lieben, gehören uns nicht.
    Wann sie gehen, entscheiden wir nicht.
    Wir entscheiden, ob wir die Erinnerung als Geschenk annehmen"

  25. #25
    Registriert seit
    02.05.2010
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    41
    "Der Tod ist nichts
    Der Tod ist nichts,
    ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
    Ich bin ich, ihr seid ihr.
    Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.
    Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
    Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
    Gebraucht keine andere Redeweise,
    seid nicht feierlich oder traurig.
    Lacht weiterhin über das,
    worüber wir gemeinsam gelacht haben.
    Betet, lacht und denkt an mich.
    Betet für mich,
    damit mein Name ausgesprochen wird,
    so wie es immer war
    ohne irgendeine besondere Betonung,
    ohne die Spur eines Schattens.
    Das Leben bedeutet das, was es immer war.
    Der Faden ist nicht durchgeschnitten.
    Weshalb soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
    nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
    Ich bin nicht weit weg,
    nur auf der anderen Seite des Weges."
    Henry Scott Holland (1847-1918)

  26. #26
    Registriert seit
    02.05.2010
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    41
    Und nun brauche ich Taschentücher!
    Fühl Dich umarmt!

  27. #27
    Gast54 Guest
    Liebe Claudi!

    Auch dir nochmals vielen lieben Dank für deine tröstenden Worte und die schönen Gedichte!
    Es ist so tröstlich, euch alle - wenn auch nur virtuell - an der Seite zu haben!
    Damit helft ihr uns , den schweren Verlust besser zu ertragen!
    Auch W. freut sich sehr über so viel Zuspruch !

  28. #28
    Registriert seit
    16.09.2007
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    Südbaden
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    3.305
    Liebe Eva-Maria,

    auch ich möchte Euch mein ganzes Mitgefühl aussprechen ...

    Wir kennen uns zwar nicht, dennoch kann jeder von uns, der schon einmal einen solchen Verlust hat erleiden müssen, nachfühlen, wie es Euch geht Und genau das schätze ich so sehr an diesem Forum. Auf so viele Gleichgesinnte zu treffen, die das Schöne miteinander teilen, aber auch das Leid Im "realen" Leben trifft man nicht oft auf so viel Verständis.
    Als wir vor vielen Jahren unsere Tammi haben gehen lassen müssen, hat es mir fast den Verstand genommen und ich wäre froh gewesen, sowas wie hier damals schon gehabt zu haben. Ich bzw. wir waren völlig alleine mit unserer Trauer und es gab kaum jemand, mit dem man darüber sprechen konnte oder der gar Trost gegeben hat.

    Es tut mir sehr leid, dass Euer Tigerle über die Regenbrücke gegangen ist. Ich wünsche von ganzem Herzen viel Kraft

    "Was wir an Schönem erfahren haben, können wir nicht verlieren.
    Alles, was wir innig lieben, wird zu einem Teil von uns". (Helen Keller)
    Liebe Grüße von mit ...


    *Carmen*
    Und immer sind da Spuren Deines Lebens, Gedanken, Bilder und Augenblicke.
    Sie werden uns an Dich erinnern, uns glücklich und traurig machen und Dich nie vergessen lassen.

  29. #29
    Gast54 Guest
    Zitat Zitat von tammi Beitrag anzeigen
    Liebe Eva-Maria,

    auch ich möchte Euch mein ganzes Mitgefühl aussprechen ...

    Wir kennen uns zwar nicht, dennoch kann jeder von uns, der schon einmal einen solchen Verlust hat erleiden müssen, nachfühlen, wie es Euch geht Und genau das schätze ich so sehr an diesem Forum. Auf so viele Gleichgesinnte zu treffen, die das Schöne miteinander teilen, aber auch das Leid Im "realen" Leben trifft man nicht oft auf so viel Verständis.
    Als wir vor vielen Jahren unsere Tammi haben gehen lassen müssen, hat es mir fast den Verstand genommen und ich wäre froh gewesen, sowas wie hier damals schon gehabt zu haben. Ich bzw. wir waren völlig alleine mit unserer Trauer und es gab kaum jemand, mit dem man darüber sprechen konnte oder der gar Trost gegeben hat.

    Es tut mir sehr leid, dass Euer Tigerle über die Regenbrücke gegangen ist. Ich wünsche von ganzem Herzen viel Kraft

    "Was wir an Schönem erfahren haben, können wir nicht verlieren.
    Alles, was wir innig lieben, wird zu einem Teil von uns". (Helen Keller)
    Danke für deine lieben Worte, Marion!
    Es ist bei uns nicht das 1. Mal, daß wir ein Felli gehen lassen mußten. Unsere 1. Katze "Miezi" und der nächste, Kater "Fritzi", sind auch schon im Katzenhimmel.
    Und auch wenn sich das der eine oder andere nicht vorstellen kann - auch der Heimgang einiger unserer geliebten Panzertiere war sehr traurig für uns!
    Leider "gewöhnt" man sich NIEMALS an so etwas, es ist jedesmal wieder eine Tragödie...

    Aber wie du es schreibst: Es tut gut, von so vielen lieben Foris in diesen schweren Zeiten unterstützt zu werden!

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    Von Topsy im Forum Hunde - Trauer & Trost
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    Letzter Beitrag: 17.09.2003, 19:10

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