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Thema: freifliegende Vogelhaltung --> welche Vögel geeignet?

  1. #1
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    freifliegende Vogelhaltung --> welche Vögel geeignet?

    Guten Tag,
    ich denke schon seid längerem darüber nach mir ein Haustier zuzulegen. Für mich ist das aber auch eine ehtische frage. Wozu das ganze? Grundsätzlich bin ich eigentlich dagegen Tiere einfach einzusperren nur damit man sich an ihnen belustigen kann. Woher hat man auch das Recht dazu? Argumente wie: "die würden hier im freien gar nicht überleben" oder "es dient ja auch der Artenerhaltung" sehe ich da eher als Vorwand an. Der Konsument bestimmt den Markt. Wer sich einen Wellensittig kauft sorgt dafür das ein weiterer (unter Gefangenschaft) nachgezüchtet wird. Was auch immer. Ich will ja jetzt keine ethische Diskussion über Vogelhaltung anstoßen.
    Was ich eigentlich wissen will ist: ist es möglich mit einem Vogel zussamen zu leben, ihn frei rumfliegen zu lassen, sodas er ein glückliches und erfülltes Leben hat? Ist das möglich ohne den Vogel irgendwie in seinem Leben einzuschränken oder ihm etwas zu nehmen?
    Welche Vögel würden sich dazu eignen?
    Ich hab schon vieles über freilebende Papageien gelesen. Es sollen sehr gesellige Tiere sein. Allerdings brauchen sie wohl grundsätzlich einen Partner. Meistens leben sie auch im Schwarm zusammen. Außerdem gehören sie grundsätzlich nicht hier her. Es sind ja Tropenvögel. Also währen sie vielleicht nicht so geeignet.
    Wie währ es mit heimischen Vögeln? Die finden hier vielleicht sogar auf natürliche Weise Gesellschaft. Ein Raabe währ vielleicht interessant. Allerdings darf man die wohl nicht ohne weiteres halten. Dazu benötigt es eine Lizens die als Privatperson beinnahe unmöglich zu erwerben ist. Was ja an sich kein Hinderniss sein muss. Aber vielleicht gibt es ja bestimmte Rabenarten auf die das nicht zutrifft?
    Was gibt es da noch für Vögel die man freilebend in geringen Stückzahlen halten könnte?

    mfg Multikulti

  2. #2
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    Hallo Multikulti,

    ich verstehe jetzt nicht so ganz, ob du die Vögel (ich schreibe mal in der Mehrzahl, alle Vogelarten sollten immer mind. zu zweit gehalten werden) in der Wohnung frei herumfliegen lassen möchtest, oder sollen sie richtig in der Natur herumfliegen? Letzteres halte ich kaum für möglich, man sieht das ab und an bei Papageien, aber ihnen wurden dann oft die Flügel gestutzt, damit sie nicht allzu hoch kommen. Tierquälerei in meinen Augen.

    Ich z.B. halte Wellensittiche, sie haben zwar einen Käfig, der steht aber 24 Std. am Tag offen, so dass sie sich frei im Zimmer bewegen können. Meiner Meinung nach - neben einer Außenvoliere - die ideale Haltungsform. Natürlich mit den Weiten Australiens nicht zu vergleichen, aber wohl das Optimum, das man hier schaffen kann. Auf heimische Vögel würde ich nicht zurückgreifen. Erstens ist das verboten, außer es liegt wirklich ein wichtiger Grund vor, z.B. Flugunfähigkeit, so dass sie draußen nicht überleben würden. Das muss dann aber wohl die Untere Naturschutzbehörde erst erlauben, weiß es nicht so genau. Zweitens sind die heimischen Vogelarten ja nicht domestiziert, d.h. sie sind sehr scheu gegenüber Menschen und würden den Kontakt mit ihnen wohl nicht grade toll finden. Ich würde also auf jeden Fall auf richtige Ziervögel zurückgreifen, wobei die meisten größeren Papageienarten sehr kompliziert in der Haltung sind und natürlich aufgrund ihrer Größe auch sehr viel Platz brauchen, was eine normale Wohnung meist gar nicht leisten kann.

    Ich würde dir Sittiche empfehlen, Wellensittiche oder Nymphensittiche beispielsweise. Und du musst ja auch nicht zwangsläufig durch die Vogelhaltung die weitere Vermehrung unterstützen. Es gibt unzählige Abgabevögel, die dringend ein neues Zuhause suchen und wenn alle die Vogelhaltung aufgeben würden, wären diese ja trotzdem noch da.
    Liebe Grüße von Steffi
    mit Charlie, Fritz, Elsie, Leno, Rigoletto und Purzel

  3. #3
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    Danke für die Antwort und entschuldigung für die verspätete Rückantwort
    Ja ich denke tatsächlich daran den Vogel frei draußen rumfliegen zu lassen. Ich habe da auch schon einige Storys von Papageien gehört. Ob die dazu zwangsläufig die Flügel gestutzt haben müssen denke ich nicht. Aber da ich den Vogel absolut freifliegend halten möchte, halte ich halte es für sinvoller einen heimischen Vogel zu halten der auch hier in der Gegend vertreten ist z.b. der Kolkrabe. Er würde hier also Artgenossen finden. Natürlich währe es dann möglich oder sogar wahrscheinlich das er eines Tages "auszieht", aber so soll es dann halt sein. Raben bilden ja bekanntlich auch Partnerschaften fürs Leben.
    Das es aber tatslächlich möglich ist ein Rabe auf diese weise zu halten ist längst bewiesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Raben_u...e_als_Heimtier

    Das es in Deutschland verboten ist Wildlebende Tiere als heimtiere zu halten ist mir bewusst. Ich kann diese Regelung aber nicht nachvollziehen, da der Staat gleichzeitig erlaubt tropische Vögel aus ihrer Heimat zu stehlen und hier unter völlig anderen Bedingungen als Haustier zu halten. Ich weiß nicht ob man bei diesen sogenannten "Ziervögeln" von einer Domnestizierung sprechen kann. Ich denke die genetischen Veränderungen sind minimal und abhängig von der Zuchtgeneration. Ein "zier" Ara unterscheidet sich wahrscheinlich überhaubt nicht von einem wild lebenden Ara. Der Verhaltensunterschied kommt ledeglich von der Aufzucht durch den Menschen.
    Moralisch gesehen macht es für mich also keinen Unterschied ob es nun ein Heimischer Vogel ist oder ein so genannter "Ziervogel". Bei der von mir erwähnten komplett freilebenden Haltungsform währen heimische Vögel sogar "Moralisch vertretbarer", da er hier unter natürlichen bedingungen und vor allem mit Gesellschaft aufwächst. Außerdem lebt der Vogel ja in gewisser weise immer noch Wild, sofern er freien Zugang nach draußen hat.
    Natürlich setzt ein solches zusammenleben vorraus das der Vogel von mir aufgezogen wurde.
    Das ist der eigentliche Knackpunkt. Sowohl vom Know How als auch wiederrum von der moralischen Sicht. Ich möchte natürlich keinen Vogel bzw. Vogelei der Natur entnehmen. Deswegen würde ich gerne herrausfinden ob Rabenhaltung in anderen Ländern erlaubt ist. In der Schweiz gibt es ja z.b. einen Mentalisten der sich auch einen Raben hält. Vincent Raven heißt der.
    Dort könnte man evtl. ein Ei oder Jungtier bekommen.

    Es ist übrigens erlaubt ein Verletztes Tier ohne aufwändige Genehmigung zu pflegen. Hier bietet sich auch ein Juristisches schlupfloch, da nicht unbedingt nachweisbar ist ob das Tier verletzt war oder aus dem Nest gefallen ist.
    Trozdem währen eventuelle Juristische folgen natürlich auch noch abzuwägen.

    Wie man wahrscheinlich merkt, möchte ich hier vor allem eine ethische Diskussion anstoßen. Aber es geht mir natürlich auch darum praktische Tipps zu bekommen.

    In Kurzfassung:
    - gibt es vielleicht heimische Vögel dessen haltung erlaubt ist?
    Alternativ:
    - in welchen Ländern ist Rabenhaltung erlaubt, bzw. wo bekomme ich ein Jungtier oder Ei her

    - Wo kann ich mich über die richtige Aufzucht eines Vogels erkundigen?
    - Wie ist das eigentlich mit der Stubenreihnheit bei Vögeln?

    mfg Multikulti

  4. #4
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    Also was die Domestizierung angeht, würde ich dir einfach mal wiedersprechen. Wenn man eine Vogelgeneration zugrunde legt, dann sind die heute angebotenen Ziervögel zig Generationen von der Wildform entfernt, was sich auf jeden Fall auch im Verhalten bemerkbar macht. Man merkt es deutlich, ob man einen domestizierten Vogel oder einen Wildvogel vor sich hat. Selbst Wellis, die ohne jeglichen Kontakt zu Menschen aufgewachsen sind (habe hier solche Exemplare hier), zeigen nicht mehr oder weniger Angst vor Menschen als die, die bei einem guten Züchter mit Menschenkontakt (damit meine ich keine Handaufzucht!) aufgewachsen sind. Immer vorausgesetzt, dass es natürlich auch individuell auf den Vogel ankommt, aber man kann es eben nicht vom Menschenkontakt abhängig machen. Dementgegen habe ich auch ein Beispiel für einen Wildvogel, den ich sogar teilweise aufgezogen habe, war aber schon ein Ästling, d.h. vollständig befiedert und konnte auch schon fliegen. Es war ein Spatz, absolut nicht dumm und ist auch zum Füttern sofort hergekommen, aber kein Vergleich zu einem domestizierten Vogel. Er wurde natürlich, nachdem er selbstständig fressen konnte und seine Wunde (er wurde von einer Katze angefallen) verheilt war, wieder ausgewildert. Daher halte ich das Verbot einer Wildtierhaltung für sehr sinnvoll.

    Von einer Handaufzucht würde ich komplett abraten, das hat für mich nichts mehr mit Tierliebe zu tun, sondern nur mit Egoismus. Man zieht sich ein Tier so heran, wie man es möchte, ohne an die Konsequenzen fürs Tier zu denken. Und die sind sehr vielfältig, ich habe dir mal ein paar Links rausgesucht: http://www.vwfd.de/2/22/224.php (Wellensittiche), http://www.tierschutz-tvt.de/merkblaetter.html (Merkblatt: Stellungnahme zur Handaufzucht von Papageien). Ich weiß, dass es oftmals üblich ist, Küken mit der Hand aufzuziehen, auch der Loroparque auf Teneriffa macht das bedauerlicherweise nicht nur mit wirklich seltenen Vögeln, wo es der Arterhaltung dient, sondern leider auch als Publikumsmagnet mit überhaupt nicht bedrohten Vogelarten. Das macht eine Handaufzucht wohl irgendwie gesellschaftsfähig, was ich schlimm finde.

    Was mir auch nicht klar ist, wie du einen Vogel an dich binden willst, so dass er wieder zu dir zurück kommt, obwohl er draußen Kontakt mit seinesgleichen hat? Denn mit einer Handaufzucht wirst du möglicherweise einen Vogel haben, der voll und ganz auf dich geprägt ist, aber der wird nichts mehr mit seinen Artgenossen anfangen können. Du willst ja einen Vogel freifliegend halten, damit er möglichst natürlich leben kann, daher ist eine Handaufzucht das genaue Gegenteil von dem, was du möchtest.

    Die Wildvogelhilfe (www.wildvogelhilfe.org) hat mir bei der Aufzucht des Spatz' sehr geholfen, da dich ja Wildvögel sehr zu interessieren scheinen, kannst du da sicher auch einige gute Infos bekommen. Ich habe es jetzt nicht gleich gefunden, aber selbst hier wird geraten, einen Jungvogel nicht ohne Artgenossen groß zu ziehen.
    Liebe Grüße von Steffi
    mit Charlie, Fritz, Elsie, Leno, Rigoletto und Purzel

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