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Thema: Emma war erst 10 Monate...

  1. #81
    nureinhund Guest
    Dany . Ich seh halt, dass das Thema für dich eben noch nicht durch ist .

    Ich finde verschiedene Ansichten, Erlebnisse und Verarbeitungsformen in einem Thread sehr hilfreich . Für euch beide, dich und Ansgar, gilt, dass es vom Verstand her ganz klar gelöst ist, es ist so, nicht zu ändern. Aber auf der Gefühlsebene ist die Sache nicht bewältigt, kanns ja auch noch nicht sein.

  2. #82
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    achsooooo, ja nee DAS hab ich ja auch nie behauptet. ich schreib doch immer, dass ich immernoch nicht über ihren tod und die umstände die dazu führten hinweg bin. das is schon richtig.

    dann hamwer ummenander rumgeredet

  3. #83
    nureinhund Guest
    Dany, was bei mir beim Lesen ankommt, sind eben deine Zweifel - hätt ich sollte ich doch nicht. Ich spür noch so viel Zerrissenheit .

    So jetzt muss ich wirklich . Bin ja in einem Alter, vor die Generation vor mir am Ende des Weges steht. Auch da ist es genau so: Hätte ich, sollte ich ... Es ist schwierig zu entscheiden, was wichtiger ist. Meine Pflichten, meine Befindlichkeit (Kraft ist schließlich nicht unendlich) oder irgendwann das Gefühl zu haben, etwas versäumt, etwas nicht gut genug gemacht zu haben.

  4. #84
    Flamingo2410 Guest
    @ Dany:

    Auch ich drück Dich natürlich aus der Ferne ganz feste...

    Meine Gini lebt zum Glück noch und mir wird jetzt schon ganz mulmig, wenn der Tag X kommt. Das wird mich schwer schlauchen

    Deswegen nochmal

  5. #85
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    oh wie lüp von dir danke

  6. #86
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    Hallo alle zusammen,
    zuerst eine Neuigkeit: habe soeben von der Chefin der Chirurgie der Tierklinik eine etwas längere, recht einfühlsame und auch selbstkritische Mail bekommen. Auszug (Zitat):
    "Retrospektiv mache ich mir natürlich auch Vorwürfe, dass wir bei „Emma“ nicht prophylaktisch Antibiotika eingesetzt haben. Andererseits konnten wir durch die restriktive Antibiotikatherapie die Wirksamkeit an der Klinik wieder erheblich steigern."
    Sie hat mir versprochen, noch Einzelheiten nach der "Aufarbeitung" mitzuteilen und machte auch ein Gesprächsangebot.
    Und dann meine "Befindlichkeit"? Nun, natürlich schon Selbstvorwürfe und Wut, dass dies vielleicht doch nicht ein unausweichliger Ausgang war. Aber auf der anderen Seite auch das Gefühl, dass sich sowohl in der Tierklinik als auch bei mir durchaus ein tiefes Nachdenken eingesetzt hat. So langsam kann ich zumindest der Relaität ins Auge sehen, dass es nunmal Dinge - auch ganz scheussliche - gibt, die man im Nachhinein nicht mehr ändern kann. Akzeptieren werde ich das wohl nie können - wenn "menschliches Versagen" den Tod eines Lebewesens nach sich zieht....
    Weiter verwirrt und in Trauer,
    Euer Ansgar

  7. #87
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    Ganz ehrlich, ich finde, Du hast schon viel erreicht wenn die Klinik bereit ist mit Dir darüber zu reden und selbst eine Art "Aufarbeitung" plant.
    Weder aus der Human- noch aus der Tiermedizin ist mir bisher so ein Entgegenkommen begegnet. Ganz im Gegenteil.
    Vielleicht bringt Dein Beharren und Nachforschen anderen Tieren etwas für die Zukunft.
    Grüße von Mia+Grisu

    Infos zu blauen Bulldoggen

  8. #88
    hutzl Guest
    ganz ehrlich? so traurig es auch ist, dass man sein tier verloren hat und JAJAJAJAAAAAAA man darf trauern - muss man danach alles so genau wissen? nachbohren? es macht das tier auch nicht lebendig und selber macht man sich nur noch mehr fertig!

    es hilft ja niemanden, ob man hätte dies oder das...oder doch das machen sollen - man lernt aus gelebten und kanns beim nächsten mal besser machen!

    alles liebe
    claudia

  9. #89
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    Liebe Claudia, Du hast ja recht und ich habe mich das ja auch immer wieder gefragt, ob es irgenwem was bringt, nachzubohren. Aber, wie Du selbst schreibst, man lernt aus den Erlebnissen - und am meisten leider aus Fehlern... Wenn denn der frühe Tod von Emma überhaupt einen Sinn haben kann, dann vielleicht, zu lernen und es beim nächsten mal besser zu machen. Das klingt jetzt so rational - und wird meinen "Gefühlen" (wenn ich dass hier noch so sagen darf) überhaupt nicht gerecht! Auweia...
    LG, Ansgar

  10. #90
    Flamingo2410 Guest
    Zitat Zitat von hutzl Beitrag anzeigen
    ganz ehrlich? so traurig es auch ist, dass man sein tier verloren hat und JAJAJAJAAAAAAA man darf trauern - muss man danach alles so genau wissen? nachbohren? es macht das tier auch nicht lebendig und selber macht man sich nur noch mehr fertig!

    es hilft ja niemanden, ob man hätte dies oder das...oder doch das machen sollen - man lernt aus gelebten und kanns beim nächsten mal besser machen!

    alles liebe
    claudia
    Ich würde es auch wissen wollen. Mich würde es eher schlauchen, wenn ich nicht wüsste, woran mein Hund gestorben ist. Ich finds auf jeden Fall positv, dass die TK zu einem Gespräch bereit ist

  11. #91
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    Zitat Zitat von hutzl Beitrag anzeigen
    ganz ehrlich? so traurig es auch ist, dass man sein tier verloren hat und JAJAJAJAAAAAAA man darf trauern - muss man danach alles so genau wissen? nachbohren? es macht das tier auch nicht lebendig und selber macht man sich nur noch mehr fertig!

    es hilft ja niemanden, ob man hätte dies oder das...oder doch das machen sollen - man lernt aus gelebten und kanns beim nächsten mal besser machen!

    alles liebe
    claudia
    Nein, das Tier wird nicht wieder lebendig ... aber das Nachforschen kann vielleicht einem anderen Tier helfen. Nicht mal dem eigenen, aber vielleicht sucht z.B. hier jemand mal Rat - irgendwann - und man kann ihm / ihr sagen "du, achte mal darauf". Ich weiß nicht, ob ich es wissen wollte, aber ich kann das auch nicht so "trocken" aus dem Kopf heraus entscheiden.

  12. #92
    nureinhund Guest
    Zitat Zitat von ansgar.schulz Beitrag anzeigen
    Hallo alle zusammen,
    zuerst eine Neuigkeit: habe soeben von der Chefin der Chirurgie der Tierklinik eine etwas längere, recht einfühlsame und auch selbstkritische Mail bekommen. Auszug (Zitat):
    "Retrospektiv mache ich mir natürlich auch Vorwürfe, dass wir bei „Emma“ nicht prophylaktisch Antibiotika eingesetzt haben. Andererseits konnten wir durch die restriktive Antibiotikatherapie die Wirksamkeit an der Klinik wieder erheblich steigern."

    Da haben wir doch wieder die Ambivalenz . AB prophylaktisch, als Langzeitmedikation hätte doch sicherlich eine Resistenz hervorgerufen. Und was dann im akuten Fall?

    Sie hat mir versprochen, noch Einzelheiten nach der "Aufarbeitung" mitzuteilen und machte auch ein Gesprächsangebot.

    Vermutlich ist sie als behandelnde/verantwortliche Ärztin in diesem (kleinen) Teilbereich genau so im Zweifel wie du.


    Und dann meine "Befindlichkeit"? Nun, natürlich schon Selbstvorwürfe und Wut, dass dies vielleicht doch nicht ein unausweichliger Ausgang war.

    Immerhin bist du nun schon bei der Wut angekommen , ein erster Schritt auf dem Weg der Trauerarbeit ist gemacht.

    Aber auf der anderen Seite auch das Gefühl, dass sich sowohl in der Tierklinik als auch bei mir durchaus ein tiefes Nachdenken eingesetzt hat. So langsam kann ich zumindest der Relaität ins Auge sehen, dass es nunmal Dinge - auch ganz scheussliche - gibt, die man im Nachhinein nicht mehr ändern kann. Akzeptieren werde ich das wohl nie können - wenn "menschliches Versagen" den Tod eines Lebewesens nach sich zieht....

    Nein, der Ausdruck Versagen passt hier keinesfalls. Versagt hättest du, wenn du nicht mal den Versuch des Handelns unternommen hättest. Fehlentscheidung, mag sein. Aber auch das sehe ich nicht so, es gibt Dinge, die liegen einfach nicht in unserer Macht.

    Weiter verwirrt und in Trauer,
    Euer Ansgar
    Der Schmerz ist wie die Wellen des Meeres, er kommt und geht, wird schwächer, irgendwann verebbt er ganz. Aber das Meer bleibt. Und auch die Liebe zu dem Tier.

  13. #93
    Flamingo2410 Guest
    Zitat Zitat von nureinhund Beitrag anzeigen
    Der Schmerz ist wie die Wellen des Meeres, er kommt und geht, wird schwächer, irgendwann verebbt er ganz. Aber das Meer bleibt. Und auch die Liebe zu dem Tier.
    Das hast Du schöööön gesagt
    Der Ausspruch gefällt mir unheimlich gut. Muss ich mir merken...

  14. #94
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    Hallo Ansgar,
    Es tut mir so unendlich Leid. Ich fühle mit ganzen Herzen mit Euch,
    und wünsche Euch sehr viel Kraft in dieser schlimmen Zeit.
    Respekt das Du bei Deinem harten Beruf für Deinen Hund solche Gefühle aufbringen kannst.

    Ich habe meine „Peggy“ im November 09 verloren.
    Sie war schon 14,5 Jahre alt und zum Schluss sehr krank.
    Der Tierarzt kam ins Haus und sie konnte in
    ihrer gewohnten Umgebung einschlafen.
    Das war so würdevoll!!
    Ich sage Dir das war hart. Wir haben gelitten wie… (ich kann es gar nicht beschreiben)!

    Im ersten Moment habe ich gedacht wie Du…
    …ein neuer Hund ist Verrat!?

    Ich bekam regelrechte Wahnvorstellungen.
    Nachts wurde ich wach und hörte „Peggy“ über das Laminat laufen,
    wenn ich nach Hause kam und die Tür aufschloss habe ich sie schwanzwedelnd erwartet
    aber sie war nicht mehr da.
    Lange rede kurzer Sinn wir brauchte einen neuen Freund.
    In diesem Moment hatte ich, allerdings, nicht die Nerven für einen Welpen.
    Also Internet (Tierheime usw.) durchsucht.
    Vier Tage nachdem „Peggy“ gegangen ist wurde bei uns im Ort per Zeitungsinserat, für einen Beagle (drei Jahre alt) ein „liebesvolles zuhause“ gesucht.
    Wir haben „Gipsy“ besucht und sofort mitgenommen

    Sie brachte sofort wieder „Leben in der Bude“.
    Gipsy sollte Peggy, natürlich, nicht ersetzen sie hilft uns, jedoch,
    sehr über den Verlust hinweg und lenkt uns ab.
    Sie vertrieb uns die Schmerzen und brachte mir mein Lächeln zurück.
    Ich weiß eins: Peggy versteht das!

    Übrigens
    Peggy habe ich bei mir im Garten begraben, besuche sie fast täglich
    und habe ihr eine Homepage gewidmet (www.in-memoriam-peggy.de).
    Diese HP pflege ich regelmäßig, denke an Peggy und bin ihr in diesen Momenten ganz nah.
    Mir hilft das sehr.

  15. #95
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    "Der Schmerz ist wie die Wellen des Meeres, er kommt und geht, wird schwächer, irgendwann verebbt er ganz. Aber das Meer bleibt. Und auch die Liebe zu dem Tier."
    So ist es . da fällt mir Herbert ein:

    Momentan ist richtig,
    Momentan ist gut
    Nichts ist wirklich wichtig
    Nach der Ebbe kommt die Flut

    Am Strand des Lebens
    Ohne Grund, ohne Verstand
    Ist nichts vergebens
    Ich bau die Träume auf den Sand

    Und es ist, es ist ok
    Alles auf dem Weg,
    Und es ist Sonnenzeit
    Unbeschwert und frei

    Und der Mensch heißt Mensch
    Weil er vergisst,
    Weil er verdrängt
    Und weil er schwärmt und stählt
    Weil er wärmt, wenn er erzählt

    Und weil er lacht,
    Weil er lebt
    Du fehlst....

    Danke, Kurt, für Deinen Trost und Deinen traurige Geschichte - wie auch für die anderen traurigen Geschichten, die ich vielleicht nicht alle beantwortet, aber alle sehr betroffen gelesen habe...

    Viele Grüße,
    Ansgar

  16. #96
    hutzl Guest
    mei, da könnt i glei mit - herbert weiss, wie mans richtig sagt......

    aber es gibt auch viele schöne geschichten - und genau die sollen dir wieder die kraft geben, dir die traurigkeit nehmen und dich wieder lachen lassen!
    bunt wie ein regenbogen ist das leben, alles kommt und geht - aber in gedanken bleibt uns alles erhalten - wie ein regenbogen!

    http://sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-...0_183166_n.jpg
    (am nachhauseweg fotografiert)

    alles liebe
    claudia

  17. #97
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    Liebe Leute,
    heute habe ich nun die Nachricht von der Tierklinik erhalten, was bei Emma los war und warum sie sterben musste. Es war eine
    "Hochgradige eitrig-nekrosierende Zystitis mit Einbeziehung der Uretermuendung links und Verlegung des Ureters. Hochgradige akute eitrig-nekrotisierende Pyelonephritis links mit Bakteriennachweis. Hochgradige diffuse Peritonitis mit Nachweis von Bakterien."
    Zu gut deutsch, sie ist an einer schweren bakteriellen Infektion gestorben (Ausgang: die bekannte Blasenentzündung), die nicht oder zu spät behandelt worden ist. Wie schon ganz am Anfang gesagt, habe ich so was geahnt (bin nun mal Doktor) und muss nicht nur den TÄ sondern auch mir vorwerfen, die Katastophe nicht verhindert zu haben. Wenig Trost ist:
    "Der an dem selben Tag operierte Hund mit ektopischem Ureter hatte gleichfalls Kolikeime im Urin und konnte – obgleich genauso therapiert – bei gutem Befinden und ohne Inkontinenz entlassen werden."
    Und noch dazu kommt, dass ich befürchte, dass Emma in den letzten Stunden schon gelitten hat und wir keine Chance hatten, sie zu trösten, geschweige denn, Abschied zu nehmen...
    Voller Wut, Trauer und Selbstvorwürfe,
    Euer Ansgar

  18. #98
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    Zitat Zitat von ansgar.schulz Beitrag anzeigen
    ... Wie schon ganz am Anfang gesagt, habe ich so was geahnt (bin nun mal Doktor) und muss nicht nur den TÄ sondern auch mir vorwerfen, die Katastophe nicht verhindert zu haben
    Wegen Vorwurf: Dein allererster Beitrag zeigt doch, was Du alles unternommen hast, um Deinen Goldi wieder gesund zu bekommen. Das klingt alles überhaupt nicht Fahrlässigkeit, ganz im Gegenteil.

    Du meinst, Du hättest es besser wissen müssen, aber auch ein Arzt ist nicht immer perfekt, sondern ein Mensch, der gelegentlich etwas falsch einschätzt. Und zunächst sind die TÄ diejenigen, die (wenn überhaupt; ich kann das nicht beurteilen) ein Vorwurf trifft.

    Dein hoher Anspruch Dir selber gegenüber in allen Ehren, aber gesteh Dir auch zu, dass kein Mensch stets und zu jeder Zeit weiß, was das Richtige ist. Wir alle müssen im Leben Entscheidungen treffen, deren Ausgang wir nicht immer absehen können. Hinterher mögen sie sich als falsch herausstellen, aber wir sind nun mal unvollkommene Geschöpfe und begehen Irrtümer. Nur der liebe Gott (sofern es ihn gibt) ist unfehlbar, aber ein Mensch niemals - auch dann nicht, wenn er von Beruf Arzt ist.

    Beste Grüsse!
    Sabiba

    Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. - Dietrich Bonhoeffer

  19. #99
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    Liebe Sabiba,
    Du hast ja so recht - und bringst mich auf den Boden zurück. Was für ein überzogener Anspruch, sich als Herr über Krankheit und Tod aufzuspielen (sagt mir meine Frau und meine Tochter auch schon dauernd....). Das sehe ich nun auch immer deutlicher, wenn der Schleier der "blinden Trauer" sich hebt und ich endlich - glaube ich - anfange, richtig über und für Emma zu trauern - und nicht "nur" über meine stolze Unzulänglichkeit.

    "Du stirbst nicht, weil Du krank bist, sondern Du stirbst, weil Du lebst", sagt Montagne, glaube ich. Geht daher auch nicht jeder, der sich auf eine enge Beziehung zu einem Lebewesen einlässt, geradezu die Garantie ein, Leid und Verlust zu "erleben"? Vielleicht war ich lange Zeit mit Emma (und bewahre, vielleicht auch im Umgang mit anderen) zu naiv, diese schlichte Tatsache im Auge zu behalten - und damit das geschenkte Leben richtig zu schätzen?

    Jetzt höre ich aber auf mit dem Philosophieren... aber vielleicht gibt es ja doch nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis einen Trauerprozess, den man - und das mag mir und anderen irgendwann mal ein Trost sein - auch als wertvolles Geschenk annehmen kann?

    Ansgar
    Emma

  20. #100
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    Zitat Zitat von ansgar.schulz Beitrag anzeigen
    Jetzt höre ich aber auf mit dem Philosophieren... aber vielleicht gibt es ja doch nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis einen Trauerprozess, den man - und das mag mir und anderen irgendwann mal ein Trost sein - auch als wertvolles Geschenk annehmen kann?

    Ansgar
    Ob wertvolles Geschenk oder nicht - der Tod ist eine Tatsache, der man ins Auge blicken muss. Daran kommt man nicht vorbei. Deshalb mit dem Lieben aufzuhören, würde das Geschenk des Lebens entwerten.

    Trauer ist nichts Schönes. Ein Verlust ist ein Verlust - und bleibt es auch dann, wenn der Schmerz aufhört. Die Frage ist, wie man mit dem Verlust weiterlebt. Daraus kann man lernen und vielleicht wachsen. Die Trauer ist nur die Zeit davor. Aber ohne die geht es nicht.

    Fühl Dich gedrückt.

    Beste Grüsse!
    Sabiba

    Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. - Dietrich Bonhoeffer

  21. #101
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    Liebe Saiba,

    "Trauer ist nichts Schönes. Ein Verlust ist ein Verlust - und bleibt es auch dann, wenn der Schmerz aufhört. Die Frage ist, wie man mit dem Verlust weiterlebt. Daraus kann man lernen und vielleicht wachsen. Die Trauer ist nur die Zeit davor. Aber ohne die geht es nicht."

    Der Verlust bleibt, im Moment bleibt der Schmerz auch. Einer in unserer Familie zweifelt - verzweifelt gerade immer... Hätte man es verhindern können? Wer ist Schuld? Müßige Fragen, ja - aber man kann sie nicht "abschalten". Ich kann im Moment das ganze nur aushalten, weil ich fest überzeugt bin, nicht wir hirn- und hilfolsen Menschen bestimmen über Leben und Tod - sondern eine höhere Macht; eine Macht, die jetzt Emma liebevoll umfängt uns uns einst wieder mit ihr zusammenführt.........
    Ich hoffe, heute wieder weinen zu können und nicht zu rational mit dem allen umzugehen - Emma ist immer bei uns, oder? Drücke Euch alle, Ansgar
    Emma

  22. #102
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    Hi zusammen,
    anbei ein Link mit einigen Bildern von Emma - ich kann sie jetzt wieder ansehen, aber "die Flugzeuge sind schon noch im Bauch"...

    http://picasaweb.google.com/ansgar.s...eat=directlink

    Gruß,
    Ansgar
    Emma

  23. #103
    hutzl Guest
    ach wie süss ist das denn - besonders das *schmutzige*

    schön, wenn du die bilder wieder ansehn kannst und klar, sowas geht nicht von heut auf morgen weg )

    lg claudia

  24. #104
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    Ja, Emma war schon so eine, manchmal ganz Dame, manchmal ganz Lausbub - sie fehlt mir so!
    lg Ansgar
    Emma

  25. #105
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    Eine zauberhafte Lady ...

  26. #106
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    Ja, zauberhaft war Emma - irgendwie verzaubert waren auch die wenigen Monate, die sie bei uns gelebt hat. War es ein schöner Traum, aus dem wir jetzt in die Realität erwachen - oder ist das jetzt immer noch ein Alptraum, aus dem wir irgendwann erwachen? Manchmal ist es noch so:

    Fühl mich leer und verbraucht
    Alles tut weh
    Hab Flugzeuge in meinem Bauch
    Kann nichts mehr essen
    Kann dich nicht vergessen
    Aber auch das gelingt mir noch...

    Ich weiss, ein ganz anderes Thema besingt Herbert da - und es "gelingt" mir sicher nicht, sie zu vergessen! Aber eins weiss ich und hat uns Emma beigebracht - wie ihr wohl alle auch mit euren lieben Hunden erfahren habt: Lebt nicht gestern und nicht morgen, lebt jetzt, Jetzt, JETZT. Das gestern ist vorbei und kommt nicht wieder, das morgen nocht nicht da - und wer weiss, wie es wird!
    LG
    Ansgar
    Emma

  27. #107
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    Hallo Ansgar,

    es wäre doch furchtbar, wenn du Emma vergessen könntest / würdest. Dann wäre ihr Leben umsonst gewesen ... und eure gemeinsame Zeit auch. Nichts davon war umsonst.

    Bonhoeffer schrieb mal, und ich denke, das gilt für alle, die wir lieben, ob Mensch oder Tier:

    "Zunächst: es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann, und man soll das auch gar nicht versuchen; man muß es einfach aushalten und durchhalten; das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugleich ein großer Trost; denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden. Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus; er füllt sie gar nicht aus, sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt, und hilft uns dadurch, unsere echte Gemeinschaft miteinander – wenn auch unter Schmerzen – zu bewahren. Ferner: Je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht mehr einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich."
    (Brief an Renate und Eberhard Bethge, Gefängnis Berlin-Tegel an Heiligabend 1943)

  28. #108
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    Nein, Emma will und werden wir nicht vergessen - aner vielen Dank für die schönen Worte von Bonhoeffer.
    "Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht mehr einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich."
    Wenn DAS denn irgenwann geingt, ist das sicher ganz im Sinne von Emma. Und was die Ereignisse um Emmas "missglückter" OP anbelangt, muss ich doch folgenden Spruch anfügen, den ich versuche zu beherzigen:
    "Herr, gib mir die Kraft, das zu ändern, was ich ändern kann, gib mir die Gelassenheit, das anzunehmen, was ich nicht ändern kann, und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden." (Soll vom Hl Ignatius oder von Konfuzius stammen oder von wem auch sonst - Kraft, Gelassenheit und Weisheit gehören ja wirklich zusammen...)
    LG, Ansgar
    Emma

  29. #109
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    Hallo,

    es kommt mir so vor als könnte es die schwester von meiner abby sein.

    Denn unsere abby wird auch nicht mal ein jahr weden ;(
    Wir müssen sie in den nächsten paar wochen einschläfern lassen.
    Ich glaube wir fühlen uns alle gleich.
    Jacqueline.

  30. #110
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    Hi Jacqueline,
    wie traurig und ganz schrecklich, dass Ihr das schon vorasussehen müsst. Ein wenig trösten wir uns nach dem Motto der alten Lateiner: "Longa est vita, si plena est" - das Leben ist dann lang, wenn es Fülle enthält... Und was geibt es mehr an "Fülle" als mit einem Hundkind zu leben und sein Sterben zu begleiten. Au, muss das weh tun!
    Ich dücke Euch die Dumen und Pfoten, dass ihr das aushaltet!
    LG, Ansgar
    Emma

  31. #111
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    Es ist schrecklich da jeder der sie gekannt/kennt weis was wir verloren/verlieren werden. ;((

  32. #112
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    Liebe Leute, die mir hier so treu geantwortet haben und mich versucht haben zu trösten: Wir haben seit etwa 2 Wochen wirklich wieder einen kleinen Welpen - Momo, eine kleine süße GR-Dame. Sie ist so ganz anders als Emma, was uns "ablenkt", aber auch immer wieder schmerzlich an den Verlust von Emma erinnert... Nochmal, Emma werden wir nie vergessen, aber es ist schön, wieder ein kleines Trippeltier im Hause zu haben. Könnt Ihr das verstehen?
    Ein wenig Stress haben wir mit der Züchterin von Emma: sie ist zwar bereit, den Kaufbetrag in Raten zurückzuzahlen, was im "Kaufvertrag" auch so vorgesehen ist. Sie sieht aber nicht wirklich ein, dass es sich um ein vererbtes Leiden handelte, obwohl das aus medizinischer Sicht und bei einem weiteren betroffenen Welpen ganz ohne Zweifel so ist. An den OP-Kosten wird sie sich wohl auch nicht beteiligen, obwohl vorab so angekündigt. Am meisten schmerzt es mich, dass sie nicht versteht, dass wir nicht von ihr oder aus ihrem Bekanntenkreis wieder einen Hund haben wollten - aber das haben wir nun wirklich nicht übers Herz gebracht. Was meint Ihr dazu?
    Manchmal weiss ich wirklich nicht, ob wir das Richtige tun - aber mit Momo haben wir wirklich etwas Richtiges getan und jetzt bei uns, das sagt uns jeden Tag unser Herz...
    Liebe Grüße, Ansgar
    Emma

  33. #113
    peanutsnorfolks Guest
    Hallo Ansgar,
    rein rechtlich betrachtet hast Du keine Chance. Dann hättest Du der Zücherin die Hündin zur Behandlung überlassen müssen, denn ein Züchter hat das Recht, den Hund bei einem TA seiner Wahl behandeln zu lassen.
    Zum zweiten wäre sie ja bereit, Euch einen anderen Hund zu geben.

    Dass Ihr das nicht möchtet, steht auf einem anderen Blatt.

    Das eine ist halt die rechtliche, das andere die moralische Sicht.

    Gruß
    Jutta

  34. #114
    Flamingo2410 Guest
    Hallo Ansgar,

    wie es mit der rechtlichen Seite aussieht, ist Jutta die richtige Ansprechparterin. Ich freue mich jedoch für Euch, dass wieder ein kleiner Wirblwind bei Euch einziehen durfte. Ich wünsche Euch und der Kleinen alles Gute.

  35. #115
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    Liebe Jutta,
    ja, da hast Du wohl leider recht - haben uns das auch gedacht und nichts weiter unternommen. Aber wir sind einfach enttäuscht, da wir doch für Emma das beste wollten...
    Danke Sabine auch für die geteilte Freude, Momo beansprucht uns wirklich auch ganz!
    Grüße, Ansgar
    Emma

  36. #116
    hutzl Guest
    das find ich ja super

    und niemand denkt, dass ihr was falsches macht - freut euch über das hundekind, geniesst die zeit die ihr habt, macht euch ein schönes leben mit hund und geniesst es einfach!!!!!!!

    gibts auch fotos von momo? wie seid ihr zu ihr gekommen oder hat sie euch gefunden?

    ich freu mich mit euch mit,

    lg claudia

  37. #117
    Registriert seit
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    Hi zusammen,
    klar haben wir auch schon Bilder von Momo - sie ist so ganz anders, obwohl sie auf den ersten Blick Emma ähnlich sieht. Mach euch gene auch ein Bild:

    http://picasaweb.google.com/ansgar.schulz/Momo#

    Mindestens einmal am Tag muss ich noch ganz dolle und mit viel Schmerzen, aber auch dankbar für die schlöne Zeit an Emma denken.
    LG Ansgar
    Emma

  38. #118
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    527
    Ist die süß!

    Ich wünsche euch ganz viel Spaß mit der kleinen Maus!

    Und viele neue schöne Erinnerungen, die sich zu denen von Emma dazu gesellen können.
    Grüße von Mia+Grisu

    Infos zu blauen Bulldoggen

  39. #119
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    Liebe Mia und Grisu,
    Spaß haben wir mit Momo und tolle Erinnerungen mit Emma - aber es tut manchmal -eigentlich immer- noch so weh. Ist uns Emma nicht böse? Wär si doch noch bei uns!
    Ansgar
    Emma

  40. #120
    Registriert seit
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    Lieber Ansgar,
    ich glaube nicht dass Emma euch böse ist. Schau dir unsere Hunde an, sie lieben uns beinahe bedingungslos. Und wo immer Emma jetzt ist, sie weiß sicherlich, dass ihr sie nicht ersetzt habt. Ihr gebt jetzt einem anderen Hundekind die ganze Liebe und Aufmerksamkeit, die ihr Emma nicht mehr geben könnt. Und Emma wäre bestimmt, sofern man von sowas reden kann, nicht glücklicher, wenn ihr unglücklich seid.
    Und dass es noch weh tut wenn ihr an sie denkt zeigt doch nur wie wichtig sie euch war und dass ihr sie gar nicht ersetzen könnt, dass ihr sie geliebt habt und vermisst, und dass sie bei euch ein gutes Zuhause hatte.
    LG Mia
    Grüße von Mia+Grisu

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