Ergebnis 1 bis 31 von 31

Thema: Tigerle

  1. #1
    Registriert seit
    13.04.2002
    Beiträge
    634

    Tigerle

    Du mein geliebtes Tigerle bist nun nicht mehr.

    Eine ganze Woche haben wir nun noch einmal gekämpft gegen "deine" Krankheit.
    Eine Woche von so vielen in den letzten Jahren.

    Irgendwie wussten wir doch immer, dass die Krankheit eines Tages diesen Kampf gewinnen würde, oder?
    Aber wahrhaben wollten wir es nie.
    Du warst nun der von uns beiden, der entschieden hatte, nicht mehr zu wollen und zu können. Und weist du mein Bärchen, ich kann dich verstehen.
    In den letzten Wochen zu sehen, wie du immer weniger wurdest...und nichts mehr tun können, das war unendlich schwer.

    Aber weist du Tigerle, ich bin glücklich, dass wir sieben verdammt gute Jahre miteinander hatten.

    Danke dafür mein kleines Bärchen.

  2. #2
    K2008 Guest
    Herzliches Beileid, liebe Manuela!

  3. #3
    Registriert seit
    25.05.2008
    Beiträge
    916
    Von mir auch herzliches Beileid!

  4. #4
    Registriert seit
    04.12.2005
    Ort
    Unterfranken
    Beiträge
    5.728
    Liebe Manuela, wie traurig! Was hatte denn Dein Tigerle? Ganz viele Grüße, Ulli
    Ulli mit Paulchen, Happy, Ramsis und Ronja, den Dreibeinchen Jenia und Fritzle, den Blindmäusen Nikos und Stella, Isidor und Lucky sowie den Engelchen Hermine und Rosalie
    Immer aktuell: MIMMIs Blog mit allen Infos zu MIMMIs Katzenhilfe

  5. #5
    Registriert seit
    01.09.2005
    Ort
    Burgenland/Österreich
    Beiträge
    263
    Das tut mir so leid, dass du dein Tigerle gehen lassen musstest! Fühl dich auch von mir ganz fest gedrückt
    was hatte er denn?
    Liebe Grüße

    Elena + Tiger, Moritz, Whiskas und Sternchen Sam


  6. #6
    Registriert seit
    13.04.2002
    Beiträge
    634
    Hallo,

    vielen Dank für Eure lieben Wünsche.
    Obwohl ich meinen Felix und mein Flöckchen noch habe, ist heute alles anders, es fehlt was. Daran werde ich mich erstmal gewöhnen müssen.
    Bei meinen Miezeln habe ich nicht den Eindruck, dass sie Tigerle vermissen. Aber das liegt vielleicht daran, dass sie nie dicke Freunde waren, sie haben sich aber gut akzeptiert.
    Tigerle hatte FIV.

    Liebe Grüße

    Manuela

  7. #7
    K2008 Guest
    Liebe Manuela,

    ich kann Dir so gut nachfühlen und 7 Jahre sind ja eigentlich zu wenig. So ist es schön zu wissen, daß es *gute* Jahre waren.
    Krankheit und Tod gehören zum Leben. Du hast ihn bis zum Schluß begleitet und Dein Tigerle wird Dir dafür dankbar sein.
    Ich kann mir vorstellen, wie sehr Du ihn vermissen mußt. Laß Dich von Deinen anderen beiden trösten - Dein Tigerle bleibt unvergesslich in Deinem Herzen und hoffentlich tut es bald nicht mehr so weh. Fühl Dich gedrückt!

  8. #8
    Registriert seit
    13.04.2002
    Beiträge
    634
    Tigerle bekommt eine schöne kleine Urne, eine bunte Glaskugel, die will ich mir hier in die Vitrine stellen. Dann ist er sozusagen wieder bei uns. Ich wollte ihn nicht in die Tierverwertung geben, das wäre für mich so gewesen, als wenn ich ihn wie Müll entsorge. Allerdings musste ich diese Angelegenheit regeln, als er noch lebte, das war auch schwer.
    Gestern habe ich noch einmal in meinem Buch über Katzenkrankheiten zum Thema FIV gelesen. Da ist der Verlauf der Krankheit in 5 Phasen eingeteilt. Die Krankheitsbilder, die in den einzelnen Phasen auftreten, sind alle aufgeführt und die Zeit grob in Monate oder Jahre eingeteilt. Tigerle war absolut in der letzten Phase angekommen und ich zweifle nicht daran, dass meine Entscheidung richtig war, ihn zu erlösen, denn eine Besserung wäre nicht mehr eingetreten, was man auch versucht hätte.
    Sonderbarerweise war das Einschläfern selbst nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte, weil Tigerle selbst gezeigt hatte, dass er nun gehen wollte. Das Wichtigste war, dass ich bei ihm war. Die Tierärztin hatte auch die Tränen in den Augen, weil sie Tigerle inzwischen auch ganz gut kannte, nachdem er dort in den letzten zwei Jahren sehr oft gewesen war.
    In dem Buch stand auch, dass die Haltungsbedingungen eine nicht unwichtige Rolle spielen, wie lange ein Tier mit dieser Krankheit leben kann. Demnach zu urteilen, hat sich Tigerle hier sehr wohl gefühlt, denn er war ja von Anfang an krank, nur wusste ich über ein Jahr nicht, was ihm wirklich fehlt. Ich habe ihn im Herbst 2001 aus dem Tierheim geholt und das ist doch schon eine ganz schön lange Zeit. Zum Glück hatte er auch ein paar Zeiten ohne jegliche Beschwerden zwischendurch.
    Obwohl Tigerle immer ein ruhiger und von seinem Wesen her sehr pflegeleichter Zeitgenosse war, ist es im Moment hier sehr leer irgendwie. Er hat doch eine große Lücke gerissen. Felix hat war gestern mal wieder enorm schmusig, so als wollte er mich trösten. Flöckchen hat sich aber den ganzen Tag kaum blicken lassen, außer zu den Malzeiten. Sie merkt eben auch, dass etwas anders ist jetzt. Wahrscheinlich müssen die beiden Miezeln ihre Position erst wieder neu finden jetzt, da Tigerle trotz seiner Krankheit der Boss war. Ich muss jetzt erstmal wieder einen festen Rhythmus finden, besonders bei den Malzeiten, durch die Krankheit ist die Fütterung so ziemlich aus den Fugen geraten, weil sich auch da alles nach der Krankheit richten musste.

    Man sagt ja, die Zeit heilt alle Wunden, so wird es sein. Man wird sich an die schöne Zeit erinnern und im Herzen wird mein Tigerle immer bleiben.

    Liebe Grüße

    Manuela

  9. #9
    K2008 Guest
    Zitat Zitat von Manuela Beitrag anzeigen
    Tigerle bekommt eine schöne kleine Urne, eine bunte Glaskugel, die will ich mir hier in die Vitrine stellen. Dann ist er sozusagen wieder bei uns. Ich wollte ihn nicht in die Tierverwertung geben, das wäre für mich so gewesen, als wenn ich ihn wie Müll entsorge. Allerdings musste ich diese Angelegenheit regeln, als er noch lebte, das war auch schwer.
    Gestern habe ich noch einmal in meinem Buch über Katzenkrankheiten zum Thema FIV gelesen. Da ist der Verlauf der Krankheit in 5 Phasen eingeteilt. Die Krankheitsbilder, die in den einzelnen Phasen auftreten, sind alle aufgeführt und die Zeit grob in Monate oder Jahre eingeteilt. Tigerle war absolut in der letzten Phase angekommen und ich zweifle nicht daran, dass meine Entscheidung richtig war, ihn zu erlösen, denn eine Besserung wäre nicht mehr eingetreten, was man auch versucht hätte.
    Sonderbarerweise war das Einschläfern selbst nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte, weil Tigerle selbst gezeigt hatte, dass er nun gehen wollte. Das Wichtigste war, dass ich bei ihm war. Die Tierärztin hatte auch die Tränen in den Augen, weil sie Tigerle inzwischen auch ganz gut kannte, nachdem er dort in den letzten zwei Jahren sehr oft gewesen war.
    In dem Buch stand auch, dass die Haltungsbedingungen eine nicht unwichtige Rolle spielen, wie lange ein Tier mit dieser Krankheit leben kann. Demnach zu urteilen, hat sich Tigerle hier sehr wohl gefühlt, denn er war ja von Anfang an krank, nur wusste ich über ein Jahr nicht, was ihm wirklich fehlt. Ich habe ihn im Herbst 2001 aus dem Tierheim geholt und das ist doch schon eine ganz schön lange Zeit. Zum Glück hatte er auch ein paar Zeiten ohne jegliche Beschwerden zwischendurch.
    Obwohl Tigerle immer ein ruhiger und von seinem Wesen her sehr pflegeleichter Zeitgenosse war, ist es im Moment hier sehr leer irgendwie. Er hat doch eine große Lücke gerissen. Felix hat war gestern mal wieder enorm schmusig, so als wollte er mich trösten. Flöckchen hat sich aber den ganzen Tag kaum blicken lassen, außer zu den Malzeiten. Sie merkt eben auch, dass etwas anders ist jetzt. Wahrscheinlich müssen die beiden Miezeln ihre Position erst wieder neu finden jetzt, da Tigerle trotz seiner Krankheit der Boss war. Ich muss jetzt erstmal wieder einen festen Rhythmus finden, besonders bei den Malzeiten, durch die Krankheit ist die Fütterung so ziemlich aus den Fugen geraten, weil sich auch da alles nach der Krankheit richten musste.

    Man sagt ja, die Zeit heilt alle Wunden, so wird es sein. Man wird sich an die schöne Zeit erinnern und im Herzen wird mein Tigerle immer bleiben.

    Liebe Grüße

    Manuela
    Liebe Manuela,

    schön wie Du alles geregelt hast mit der Urne und so. Ich kann mir gut vorstellen, wie viel Kraft das gekostet hat.
    Felix und Flöckchen merken natürlich, daß Tigerle fehlt und sie merken in erster Linie, daß Du traurig bist.

    Alles, alles Gute!

  10. #10
    sbsl Guest
    Liebe Manuela, ich bin in Gedanken bei dir Du hast das richtige getan und ihn gehen lassen dafür wird er dir sehr dankbar sein. Ich wünsche dir für die nächste Zeit ganz viel Kraft

  11. #11
    Registriert seit
    04.12.2005
    Ort
    Unterfranken
    Beiträge
    5.728
    Liebe Manuela, wie schön und wie toll, dass Du Tigerle damals aufgenommen hast. Wenn er im Tierheim geblieben wäre, hätte er sicher nicht so lange durchgehalten. Als wir Anfang letzten Jahres und kleines Kätzchen Edeltraud verloren hatten, haben wir sie draußen an einem sehr schönen Platz begraben. Ein befreundeter Holzgestalter hat eine kleine bunte Hozsäule gemacht. Mich hat das sehr getröstet. Und auch der Austausch hier im Forum. Sonst wird man ja gerne belächelt, wenn man um eine Katze weint.
    Ich habe Monate gebraucht, um drüber weg zu kommen.
    Ganz viele Grüße, Ulli
    Ulli mit Paulchen, Happy, Ramsis und Ronja, den Dreibeinchen Jenia und Fritzle, den Blindmäusen Nikos und Stella, Isidor und Lucky sowie den Engelchen Hermine und Rosalie
    Immer aktuell: MIMMIs Blog mit allen Infos zu MIMMIs Katzenhilfe

  12. #12
    Drottning Guest
    Gerade habe ich das gelesen und möchte dir nur sagen, dass ich mit dir fühle. Es tut weh, wenn sie gehen, es ist ein Trost, dass Schmerzen und Leid dann für immer vorbei sind. Es braucht seine Zeit - lass dir die Zeit die du brauchst zum Trauern.

  13. #13
    Registriert seit
    11.01.2009
    Ort
    Berlin-Charlottenburg
    Beiträge
    22
    Liebe manuela, mein herzliches Beileid! Ich weiß wie Du fühlst. Ich bin auch gerade am weinen, vermisse ich doch meinen Nucki so sehr. Es tut so weh und man kämpft und kämpft...ich habe auch gegen Nuckis krankheit gekämpft und zunächst zeigte sich Besserung, sodass ich hätte die Welt wieder umarmen können. Aber dann: der Rückschlag und ...naja am 08.01. gab es nur noch die Erlösung. Nucki begrüßt Tigerle gerade...ich fühle es in meinem Herzen. Ich wünsche Dir soooooooo viel Kraft und sende Dir aus Berlin eine dicke Umarmung!

    LG
    Markéta
    mit Regenbogenkater Nucki im Herzen
    http://zergportal.de/baseportal/Tier...&Id==2047.html

  14. #14
    Registriert seit
    13.04.2002
    Beiträge
    634
    Hallo,

    vielen Dank für Euer Mitgefühl.

    Heute wird Tigerle nun eingeäschert.

    Er fehlt natürlich sehr, das ist klar, aber es wäre ja auch schlimm, wenn nicht.
    Felix und Flöckchen jetzt zu haben, ist sehr schön. Felix ist momentan äußerst schmusig, das war er eigentlich immer, aber jetzt noch mehr. Flöckchen zieht sich etwas mehr zurück, aber ich denke, das wird sich auch geben mit der Zeit. Sie ist sowieso eine ziemlich ängstliche und sensible Maus. Außerdem kehrt Felix jetzt gern mal den Boss raus.

    Liebe Grüße

    Manuela

  15. #15
    Registriert seit
    13.04.2002
    Beiträge
    634
    Es weht der Wind ein Blatt vom Baum
    von vielen Blättern eines
    das eine Blatt, man merkt es kaum
    denn eines ist ja keines

    doch dieses eine Blatt allein
    war Teil von unserem Leben
    drum wird uns dieses Blatt allein
    auch immer wieder fehlen.

  16. #16
    VelvetKitty Guest

  17. #17
    Registriert seit
    13.04.2002
    Beiträge
    634
    Hallo,

    diese Woche hatte ich am Donnerstag so ein Tief...bzw. ein großes Nachdenken.

    Ich fuhr von der Arbeit nach Hause, was ein Weg von ungefähr einer halben Stunde ist.
    Da kam mir mein Tigerle in den Kopf.

    Die Logik sagt, ich habe richtig entschieden, Tigerle einschläfern zu lassen, das sagt mir auch jeder.

    Aber so richtig klar komme ich damit nicht.

    Die letzte Woche war die schlimmste, da konnte man jeden Tag sehen, wie das Katerle mehr abbaute. Er hatte Katzenaids, das wusste ich auch.
    Im Nachhinein habe ich in Wikipedia gelesen, dass der Wasserhaushalt in den Zellen gestört wird (Tigerle war auch ziemlich ausgeztrocknet), in dem Standartwerk über Katzenkrankheiten (was ich mir vor ein paar Jahren gekauft hatte /ein Wälzer von von fast 900 Seiten) ist Katzenaids auch beschrieben, alle Symptome treffen zu über das Endstadium, was ein paar Monate dauert. Und dennoch, ich grübele...
    denn immerhin hatte Tigerle schon 2003 so stark abgebaut, was Koordination seines Körpers betrifft. Das war im Januar wieder so, er konnte zum Schluss noch nicht mal mehr aufs Bett springen oder wenn er runter sprang, kam er auf den Knochen auf, einmal hing er am Bett, da hob ich ihn rauf, weil er nicht mehr hoch kam. Daraufhin legte ich Tigerle in der Stube auf ein rundes Katzenkissen. Aber da wurde Felix (mein anderer Kater) ein wenig eifersüchtig, so dass ich mein Sommerbettkissen bezog, damit beide Kater ihr Kissen hatten. Zum Schluss legte ich Tigerle ins Badezimmer, damit er seine Ruhe hat. Zwischendurch in der Woche lies mein Vater mal so einen Spruch los ..." jetzt geht die Tierquälerei los"...(sehr hilfreich, wenn man in so einer Situation ist...) zumal er wusste, wie sehr ich gerade an Tigerle hänge...ich hatte in der Woche noch mit meiner Tierärztin gesprochen, die sagte, ein Tier zeigt das an, wenn es nicht mehr will. Tigerle wollte am betreffenden Freitag nichts mehr essen und trinken. Er wollte nur noch Ruhe..

    So entschloss ich mich am Morgen des 9. Januar dazu, Tigerle einschläfern zu lassen.

    Das habe ich so getan.

    Im Nachhinein weiß ich nicht, ob es richtig war.
    Das bleibt die große Frage für mich.

    Ich habe kürzlich in einem Forum gelesen, dass man oft allzuschnell sein Tier sozusagen "über die Regenbrücke" gehen lässt, um es mit diesen lieblichen Worten auszudrücken.

    Doch letztlich habe ICH persönlich entschieden, meinem Tier das Leben zu nehmen,..
    ...oder?

    Damit komme ich bis heute nicht wirklich klar.

    LG

    Manuela

  18. #18
    Bounty&Raider Guest
    Liebe Manuela,

    ich bin mir sicher, du hast das Richtige getan, auch wenn es bis heute schwerfällt. Ich denke, dein Tigerle wird hinter der Regenbogenbrücke zu schätzen wissen, was du ihm für einen letzten Liebesbeweis erbracht hast.

    LG

    Antonia

  19. #19
    Drottning Guest
    Liebe Manuela,

    ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Mir fällt dazu ein, was Bonhoeffer mal geschrieben hat. Er war ja im 3. Reich im Widerstand und im Konflikt, ob es richtig sei, Hitler zu töten oder nicht. Er hat sich für Letzteres entschieden und dazu sinngemäß gesagt: "Egal, wie wir entscheiden, machen wir uns schuldig. Wir sind auf die Gnade Gottes angewiesen." Sicherlich ein blöder Vergleich, aber doch nicht sooo abwegig. Hättest du dein Tigerle weiter leiden lassen sollen? Oder eben ihm das Leben nehmen? Beides scheint einfach nur falsch zu sein. Ich denke, solche Gewissenskonflikte sind kaum auszuhalten - und nicht mit guten Worten schönzureden. Und doch gibt es Gnade und Vergebung - und das zu glauben, ist auch nicht leicht, gerade in einer solchen Situation. Aber ohne dies möchte ich nicht leben müssen.

    Du hast nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt - und es war richtig und falsch zugleich. Es gibt Situationen, wo es die "perfekte Tat" einfach nicht gibt. Aber es gibt einen Trost - den Trost der Vergebung und den Trost, dass auch dein Tigerle in Gottes Händen sehr, sehr gut aufgehoben ist. Er muss nicht mehr leiden. Zurück bleibst du, die ihn so gerne wieder hätte... - weil du zu ihm eine besondere Beziehung hattest. Es wird nie mehr so sein, wie es war. Ich hoffe, dass dich der Gedanke an Tigerles Glück ein wenig trösten kann.

  20. #20
    sunnysu Guest
    Liebe Manuela,

    ich kann sehr gut nachvollziehen was in dir vorgeht, mir geht es nämlich ganz ähnlich und das nach fast 5 Jahren, die vergangen sind, daß ich meinen Kasi habe einschläfern lassen. Noch heute frage ich mich oft, ob ich zu voreilig gehandelt habe. Obwohl mir die TÄ sagte, daß der richtige Zeitpunkt gekommen ist und er nur noch leiden würde und in den nächsten Tagen so und so gestorben wäre, frage ich mich, ob ich wirklich richtig gehandelt habe, oder ob ich ihm noch die wenigen Tage, die ihm warscheinlich geblieben wären, hätte geben sollen, oder ob er wirklich nur noch gelitten hätte.
    Ich glaube, daß man diese "Schuld" niemals wirklich los wird ... und daß man es niemals wirklich beantworten kann, weil man das Tier ja nicht fragen kann. Ich denke, man muß für sich selbst einen Weg finden, damit zurecht zu kommen, sei es im Glauben an Vergebung oder auf andere Art. Ich habe bisher leider auch noch keinen Weg gefunden, es wirklich zu verarbeiten, immer mal wieder, gerade wenn sein Todestag näher rückt, quält mich der Gedanke, ob es wirklich richtig war, bzw. der richtige Zeitpunkt, oder ob es nicht doch noch eine Chance für ihn gegeben hat.

    Jedoch muß ich dazu sagen, daß ich damals, als es zu Ende ging, ich absolut davon überzeugt war, daß es jetzt der richtige Zeitpunkt ist. Sein Blick damals, die Apathie, die Nahrungsverweigerung und die Abmagerung ... all das hat mich dazu bewogen, ihn zu erlösen. Er hatte CNI und war sehr krank und geschwächt und hat sich kaum noch bewegt. Wir haben 1 Jahr gegen die Krankheit gekämpft, doch am Ende hat man ihm zusehen können, wie er abbaute und nichts mehr bei sich behielt. Ich hätte nicht mehr gewußt, wie ich ihm noch helfen könnte und auch die TÄ meinte, man müßte ihn nicht noch unnötig quälen. Es war der schwerste Gang meines Lebens.

  21. #21
    Registriert seit
    04.12.2005
    Ort
    Unterfranken
    Beiträge
    5.728
    Liebe Manuela, Du must dran denken, Lebensqualität geht vor Lebenszeit. Du hast das sicher richtig gemacht. Ich musste zwar noch nie ein Tier einschläfern lassen, aber ich glaube, dass ist wirklich ein echter Liebesdienst, den man dem Tier erweist. Liebe Grüße, Ulli
    Ulli mit Paulchen, Happy, Ramsis und Ronja, den Dreibeinchen Jenia und Fritzle, den Blindmäusen Nikos und Stella, Isidor und Lucky sowie den Engelchen Hermine und Rosalie
    Immer aktuell: MIMMIs Blog mit allen Infos zu MIMMIs Katzenhilfe

  22. #22
    Registriert seit
    19.06.2007
    Ort
    Kurpfalz
    Beiträge
    3.858
    Liebe Manuela,

    Du sprichst mir aus dem Herzen - auch wir mussten letztes Jahr unsere erste Katze einschläfern lassen. Auch ich habe mich natürlich oft gefragt, ob das wirklich notwendig war, sich über die Natur hinweg zu setzen...

    Was ich aber genau weiß: Tracy hätte lebensverlängernde Maßnahmen selbst abgelehnt! Durch ihre schwere Vorgeschichte und Panik kam z. B. ein Klinikaufenthalt mit unsicherem Ausgang nicht in Frage. Das hilft mir, ich weiß, Tracy hätte weitere med. Maßnahmen nicht gewollt und das Sterben war abzusehen, nur der Zeitpunkt noch flexibel.

    Nicht Einschläfern lassen kann auch heißen, einen schrecklichen Todeskampf mit anzusehen - so passiert bei einer Freundin von mir mit ihrer Katze. Das ist ja genau das, was wir unseren Anvertrauten NICHt zumutzen wollen.

    Es ist normal, dass auch Wochen und Monate immer mal wieder Gedanken kommen, ob es so richtig war. Aber das nimmt mit der Zeit ab und zurück bleibt Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit.

    Du packst das!

    P. S. Wir haben mittlerweile wieder einer armen Seele ein Heim gegeben, das hilft auch.
    Viele liebe Grüße von Samantha mit den wilden Kerlen Louie, Barney, Winnie und Lino!
    Tracy, Clary, Tinker und Tiger tief im Herzen


  23. #23
    Registriert seit
    13.04.2002
    Beiträge
    634
    Vielen Dank für all eure Antworten.
    Die Vernunft sagt mir, dass es richtig war, aber es ist eben so endgültig und das ist schwer. Und außerdem hatte Tigerle ähnliche Symptome 2003, als er seine Ohrgeschichte hatte. Klar ist aber auch, dass er seit 2 Jahren stetig abgebaut hatte. Und er war definitiv im FIV-Endstadium, daran ist nicht zu rütteln. Es ist auch besonders schwer, weil ich Tigerle über alle Maßen geliebt hatte, er war etwas ganz Besonderes. Mir war auch immer klar, dass der Tag X kommen würde. An diesem Tag habe ich eher mechanisch gehandelt, aus der Vernunft heraus, um Tigerle nicht Angst zu machen, so als fahren wir wieder mal wie so oft zum Tierarzt, das kannte er ja. Meine Tierärztin hatte auch geweint, was mich etwas erstaunte, weil sie doch bestimmt öfter solch ungeliebte Arbeit tun muss. Nun ja, sie kannte Tigerle ja auch gut, da ich in den letzten Jahren jeden Monat mehrmals dort war. Eingeschläfert hat Tigerle aber eine Kollegin.
    Alle sagen zu mir, dass Tigerle ein Superleben bei mir hatte. Es waren nur ein paar Jahre, aber die hatten Qualität. Das war auch immer mein Anliegen, die paar Jahre, die er hat, ihm schön zu machen.
    Trotzdem stellt man sich immer diese Fragen.
    Ich hoffe auch, dass ich besser damit umgehen kann, wenn etwas Zeit vergangen ist.

    Also danke für eure lieben Antworten

    Manuela

  24. #24
    Registriert seit
    04.12.2005
    Ort
    Unterfranken
    Beiträge
    5.728
    Ach, Manuela, es sollte mehr Menschen wie Dich geben! Die eine kranke Katze aufnehmen, die versorgen und lieben und ihr ein schönes Katzenleben machen. Und sie dann auch erlösen, wenn es Zeit ist. Wann kann sich eine Katze mehr wünschen? Aber ich weiß, es ist sauschwer, Abschied zu nehmen und die Fragen kommen sicherlich immer mal wieder. Ganz viele Grüße, Ulli
    Ulli mit Paulchen, Happy, Ramsis und Ronja, den Dreibeinchen Jenia und Fritzle, den Blindmäusen Nikos und Stella, Isidor und Lucky sowie den Engelchen Hermine und Rosalie
    Immer aktuell: MIMMIs Blog mit allen Infos zu MIMMIs Katzenhilfe

  25. #25
    Registriert seit
    13.04.2002
    Beiträge
    634
    Hallo Lilienbecker,

    auch für deine Antwort möchte ich mich noch bedanken.
    Ich bin froh, dass ich Tigerle haben durfte, er war ein toller Kerl.
    Auf seine Art hat er mir Alles tausendmal zurückgegeben, was ich ihm Gutes tun konnte.

    Liebe Grüße

    Manuela

  26. #26
    Assuntha Guest
    Hallo Manuela,

    lass Dich auch mal drücken; das tut mir auch total leid, mit DEiner Katze. Das war sicherlich nicht leicht; die ganze Zeit der schweren Krankheit der Katze mitzuerleben und wie sie immer mehr abbaut. Mach Dir wirklich keine Vorwürfe.. Es ist leicht gesagt, ich weiß, denn ich mache mir wegen meienr Katze welche.. Sie ist vor einer Woche gestorben, und ich mußte mit ansehen und hören, wie sie sich quält beim Sterben und ich konnte überhaupt nichts für sie tun... Wir haben es einfach nicht rechtzeitig zur Tierklinik geschafft, obwohl wir schnell losgefahren sind.. Ich hätte ihr dieses Leiden so gern erspart, und es quält mich, dass sie das durchmachen mußte. Es war aber vorher auch nicht abzusehen, dass es ihr schlecht geht.. Das ging auf einmal ganz schnell..Ich hätte sie so gern vorher erlösen wollen.. So etwas muß weder Mensch, noch Tier durchmachen müssen, aber leider passiert es.. Du hast bestimmt das Richtige getan..

  27. #27
    Registriert seit
    13.04.2002
    Beiträge
    634
    Hallo Assuntha,

    ganz lieben Dank.
    Ich habe gerade deine Geschichte gelesen, bzw. die deiner Katze. Deshalb kann ich deinen Kummer absolut nachvollziehen. Es ist ja das Schlimmste, sein Tier so leiden zu sehen und selbst nicht helfen zu können. Man macht sich immer Selbstvorwürfe, fragt sich, hätte man dies oder das besser machen können. Ich frage mich diese Fragen auch immer noch (besonders die letzte Woche betreffend), im Kopf geht man die Situationen immer mal wieder durch.
    Mir wurde von allen Seiten gesagt, dass ich das Richtige getan habe, mir wäre lieber, Tigerle könnte mir selbst diese Frage beantworten. Das geht wohl jedem Menschen so, der so eine unwiderrufliche Entscheidung treffen muss, welche über Leben und Tod eines anderen Lebewesens entscheidet mit allen Abwägungen.

    Aber ist es nicht auch gut so, dass diese Entscheidung so schwer ist?
    "Gut" deshalb, damit wir das Leben achten, auch das Leben unserer Mitgeschöpfe, der Tiere. Ein Gewissen, das uns quält bei so einer Entscheidung und auch danach hat also auch seine Berechtigung und Aufgabe.
    Es tröstet aber ungemein, wenn man ohne Zweifel sagen kann, dass man das Tier im Leben gut behandelt hat, man sollte sich immer bewusst sein, dass auch der Umgang mit dem Tier zu Lebzeiten eines Tages das Gewissen beschäftigen wird, denn auf lange Sicht gesehen sind es ja nicht nur die letzten Lebenstage eines Tieres, die einen später seelisch beschäftigen, positiv oder negativ. Ich für mich bin in diesem Punkt im Reinen mit meinem Gewissen.
    Ich will damit sagen, wenn deine Katze es zu Lebzeiten gut hatte bei dir, dann wird das auf lange Sicht der entscheidende Faktor sein.
    Es ist nun ein halbes Jahr her bei mir, dass ich diese Entscheidung treffen musste bei Tigerle und in gewissen Fragen bleiben immer noch Zweifel, aber ich bin schon wieder soweit, dass ich Bilder von Tigerle anschauen kann, mit ganz viel Liebe aber auch Wehmut im Herzen und auch mit Fragen, z.B. warum wurde mein Tigerle mit dieser Krankheit bestraft?( ein Kater, der das Liebste war, was man sich nur vorstellen konnte)...?
    Sorry, dass ich so weit ausgeholt habe, aber es ist eben auch jetzt noch nicht so leicht.

    Ich wünsche dir und allen, die zur Zeit das Gleiche durchmachen auf jeden Fall ganz viel innerliche Kraft.

    LG

    Manuela

  28. #28
    Gast54 Guest
    Hallo, Manuela - Du hast ganz bestimmt das Richtige getan: Deinem Tigerle den letzten Dienst erwiesen!

    Ich fühle aus ganzem Herzen mit Dir: Auch mir steht dieser Dienst an meinem Mohrle - zwar nicht unmittelbar, aber doch in absehbarer Zeit - bevor. Er hat IBD, und es kann vielleicht noch ein Jahr dauern; aber irgendwann wird es sein müssen...

    Vielleicht tröstet Dich dieses Gedicht ein wenig...

    Wenn es soweit ist

    Bin ich dereinst gebrechlich und schwach
    und quälende Pein hält ständig mich wach -
    was Du dann tun mußt - tu es allein.
    Die letzte Schlacht wird verloren sein.

    Daß Du sehr traurig, verstehe ich wohl.
    Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll.
    An diesem Tag - mehr als jemals geschehn -
    muß Deine Freundschaft das Schwerste bestehn.

    Wir lebten zusammen in Jahren voll Glück.
    Furcht vor dem Muß? Es gibt kein Zurück.
    Du möchtest doch nicht, daß ich leide dabei.
    Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei.

    Begleite mich dahin, wohin ich gehn muß.
    Nur - bitte bleib bei mir bis zum Schluß.
    Und halte mich fest und red mir gut zu,
    bis meine Augen kommen zur Ruh.

    Mit der Zeit - ich bin sicher - wirst Du es wissen,
    es war Deine Liebe, die Du mir erwiesen.
    Vertrauender Blick ein letztes Mal -
    Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.

    Und gräme Dich nicht, wenn Du es einst bist,
    der Herr dieser schweren Entscheidung ist.
    Wir waren beide so innig vereint.
    Es darf nicht sein, daß Dein Herz um mich weint.


    Aus dem Englischen übertragen von Werner Schuster 1983
    __________________

  29. #29
    Assuntha Guest
    Zitat Zitat von Manuela Beitrag anzeigen
    Hallo Assuntha,

    ganz lieben Dank.
    Ich habe gerade deine Geschichte gelesen, bzw. die deiner Katze. Deshalb kann ich deinen Kummer absolut nachvollziehen. Es ist ja das Schlimmste, sein Tier so leiden zu sehen und selbst nicht helfen zu können. Man macht sich immer Selbstvorwürfe, fragt sich, hätte man dies oder das besser machen können. Ich frage mich diese Fragen auch immer noch (besonders die letzte Woche betreffend), im Kopf geht man die Situationen immer mal wieder durch.
    Mir wurde von allen Seiten gesagt, dass ich das Richtige getan habe, mir wäre lieber, Tigerle könnte mir selbst diese Frage beantworten. Das geht wohl jedem Menschen so, der so eine unwiderrufliche Entscheidung treffen muss, welche über Leben und Tod eines anderen Lebewesens entscheidet mit allen Abwägungen.

    Aber ist es nicht auch gut so, dass diese Entscheidung so schwer ist?
    "Gut" deshalb, damit wir das Leben achten, auch das Leben unserer Mitgeschöpfe, der Tiere. Ein Gewissen, das uns quält bei so einer Entscheidung und auch danach hat also auch seine Berechtigung und Aufgabe.
    Es tröstet aber ungemein, wenn man ohne Zweifel sagen kann, dass man das Tier im Leben gut behandelt hat, man sollte sich immer bewusst sein, dass auch der Umgang mit dem Tier zu Lebzeiten eines Tages das Gewissen beschäftigen wird, denn auf lange Sicht gesehen sind es ja nicht nur die letzten Lebenstage eines Tieres, die einen später seelisch beschäftigen, positiv oder negativ. Ich für mich bin in diesem Punkt im Reinen mit meinem Gewissen.
    Ich will damit sagen, wenn deine Katze es zu Lebzeiten gut hatte bei dir, dann wird das auf lange Sicht der entscheidende Faktor sein.
    Es ist nun ein halbes Jahr her bei mir, dass ich diese Entscheidung treffen musste bei Tigerle und in gewissen Fragen bleiben immer noch Zweifel, aber ich bin schon wieder soweit, dass ich Bilder von Tigerle anschauen kann, mit ganz viel Liebe aber auch Wehmut im Herzen und auch mit Fragen, z.B. warum wurde mein Tigerle mit dieser Krankheit bestraft?( ein Kater, der das Liebste war, was man sich nur vorstellen konnte)...?
    Sorry, dass ich so weit ausgeholt habe, aber es ist eben auch jetzt noch nicht so leicht.

    Ich wünsche dir und allen, die zur Zeit das Gleiche durchmachen auf jeden Fall ganz viel innerliche Kraft.

    LG

    Manuela

    Du hast schon recht, wenn Du sagst, dass es vor allem wichtig ist, dass die Katze es gut bei einem hatte, und das trifft bei Lucy auch zu...Ich versuche mir das auch ins Gedächnis zu rufen; es ist aber auch klar, dass es seine Zeit braucht...es ist ja mal gerade eine Woche und ein paar Tage her...ich denke wir beide haben jeweils das Richtige getan..und es sollte so kommen, es bringt ja auch nichts sich danit zu quälen, aber wie Du auch bemerkst, ist dazu ein Gewissen da.. ich wünsche Dir auch weiterhin alles Liebe und ganz viel Kraft..

  30. #30
    Registriert seit
    13.04.2002
    Beiträge
    634

    Ich denke heute an dich

    Heute ist mal wieder so ein Tag...

    Eigentlich wollte ich nur hier im Forum mal wieder reinschauen. Nun schweifen meine Gedanken wieder zu dir, mein Bärchen.
    Nun ja, du fehlst halt immer noch, auch wenn ich deinen Tod schon akzeptiert habe.

    Jetzt haben wir so schöne Sommertage und ich denke oft, die hättest du auch so genossen in deiner geliebten Hängematte auf dem Balkon.
    Nun liegt Felix manchmal in ihr, aber nicht so oft wie du. Und Flöckchen geht neuerdings auch gerne mal raus auf den Balkon, sie wird im Alter mutiger.

    Deine Urne war vor einiger Zeit am Glassfuß zerbrochen und hatte sich vom Holz gelöst, wahrscheinlich,weil Spannungen im Material waren. Ich habe Alles wieder geklebt. Auch war ich sehr verzweifelt, weil du doch nun Ruhe und Frieden haben sollst. Ich habe das, was von dir übrig ist, mal genau angeschaut, aber das war doch zu unbegreiflich, diese paar kleinen Knochenreste. Und mir kam in diesem Moment auch allzusehr in den Sinn, wie deine Krankheit deinen Körper zerstört und dich gequält hatte und die Frage nach dem "Warum".
    ...nun ja, du bist so klaglos damit umgegangen, wie es dir entsprach.

    Mir bleiben nur die Erinnerungen.

    Wie so oft, höre ich in solchen Momenten, wenn ich an dich denke, das Lied Now We Are Free aus Gladiator, ein wunderschönes Lied, es gibt für mich so viel wieder von dir, und und all dem, was war in den Jahren, deinen Kampf, dein einzigartiges Wesen, deine wunderschönen tiefgründigen grünen Augen, in die man immerzu schauen mochte, wie die Kontrolleurin vom Tierheim damals so treffend sagte, als sie hier war, um zu schauen, ob du es gut hast jetzt in deinem neuen Zuhause...
    ja Bärchen, deine Augen waren wirklich die faszinierendsten Katzenaugen, die ich jemals gesehen habe...


    Ich erinnere mich....


    ...unsere erste Begegnung damals im Tierheim, so als sollte es so sein, dich zu bekommen, und dann doch auch nicht, weil du mir den Arm so zerkratzt hattest, als ich dich in den Kennel packte, weil du ja Angst hattest und nicht wissen konntest, dass du ein neues Zuhause bekommst nach bald 2 Jahren in Tierheimen und vorher aus einer Haltung von Animal Hoarding (wo du wahrscheinlich auch mit deiner Krankheit angesteckt wurdest) die Narbe sehe ich jetzt noch, wenn ich meinen Arm gegen das Licht halte..

    ...die erste Zeit hier, in deinem neuen Zuhause, du hattest es mir sehr leicht gemacht, dich in mein Herz zu schließen, denn du hattest so ein wunderbares Wesen. Auch die ersten Krankheitszeichen deuteten sich schon an, was wir damals (2001) aber noch nicht ahnen konnten, du warst scheinbar nur besonders anfällig.


    ...Februar 2003 Schock der Diagnose und "damit leben zu lernen"..

    ...deine Krankheit und unser Kampf dagegen über die Jahre, mit Höhen und Tiefen, mit all den Hoffnungen und Niederlagen, wie tapfer du immer warst bei all deinen Tierarztbesuchen, und es waren so viele..

    ...von guten, ja fast unbeschwerten Jahren, als du sein konntest, wie jede Katze, die ihr Leben in den Tag hinein lebt, auch die erinnere ich jetzt, an einem Tag wie heute, wo du mich mal wieder so überwältigst. Es gab auch Vorwürfe in dieser Zeit, weil ich dich trotz deiner FIV-Erkrankung nicht weggegeben habe und mit Felix und Flöckchen zusammen leben lies. Aber wie hätte ich dich hergeben können? Das ist so schön theoretisch daher gesagt, ich wusste ja auch nicht, dass du FIV hattest, als ich dich bekam.

    ...und dann kam die Zeit, als sich deine Krankheit wieder in unser Leben schlich, erst ganz heimlich, wie es dieser Krankheit eigen ist, in Form eines entzündeten Zahns.

    Ich weiß immer noch nicht so richtig, was ich über FIV als Krankheit denken soll, denn einerseits ist es eine Krankheit, die das Leben nicht schnell nimmt, nein, sie gibt Hoffnung und lässt Lebenszeit, aber eines Tages schlägt sie zurück, so als wollte sie sagen, "du hast es ja gewusst, dass ich wieder komme".

    das war so bei dir Tigerle, rückblickend seit Anfang 2008 wusste ich schon, dass deine Krankheit über dich siegen wird (eine böse Vorahnung schlich sich in meine Gedanken), ehrlich gesagt, mit jeder Behandlung, die immer weniger anschlug, wurde mir das mehr klar.

    Mit dieser verzweifelten Hoffnung und vielen Tierarztbesuchen retteten wir dann noch ein Jahr.
    Aber etwa seit Weihnachten 2008 wusste ich, dass du wohl den nächsten Sommer nicht mehr bei mir sein würdest und ich dich gehen lassen muss, so schwer es auch fällt.

    Dann kam der Tag.

    ...ich, mein Bärchen habe am Abend des 08.01.2009 entschieden über dein Leben, und am nächsten Morgen (es war so ein kalter Januartag)...

    ...für dich war es eine Narkose von so vielen...
    zumindest habe ich versucht, dir dieses Gefühl zu geben...obwohl ich es besser wusste...



    Jetzt ist wieder Sommer, Tigerle, und heute ist wieder so ein Tag, wo du mir ganz besonders fehlst.

    Aber das ist gut so Bärchen, ich möchte dich auch nicht vergessen.

  31. #31
    Registriert seit
    22.11.2009
    Beiträge
    2.014
    Wie traurig!

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Ähnliche Themen

  1. Sorgen um Tigerle
    Von Manuela im Forum Katzen - Gesundheit & Medizin
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 10.06.2007, 17:12
  2. Tigerle ...???
    Von Birgit Fritsch im Forum Katzen - Gesundheit & Medizin
    Antworten: 17
    Letzter Beitrag: 21.08.2003, 20:51

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •