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Thema: Der "Trost von Fremden"

  1. #1
    Registriert seit
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    744

    Der "Trost von Fremden"

    Hallo Foris,
    ich würde gern eure Meinung zu einem eher sensiblen Thema hören:
    Heute traf ich während der Gassi-Runde eine Frau mit Jung-Labbi, die mir erzählte, sie kenne mich, bzw. meinen Hund noch aus den Zeiten, wo sie ihren alten Hund hatte. Aus dem weiteren Gespräch – eher oberflächlich – habe ich entnommen, dass dieser Hund mittlerweile tot ist. Ich habe das nicht weiter kommentiert…
    Außerdem treffe ich in ziemlich regelmäßigen Abständen ein älteres Paar, das bis vor kurzem mit einem 15-jährigen Deutsch Drahthaar unterwegs war. Nun gehen sie allein und ich kann mir vorstellen, was aus dem Hund geworden ist…

    Ich habe einfach Angst, dass die Leute in Heulkrämpfe ausbrechen, wenn ich sie konkret fragen würde (und mir wäre das in Anwesenheit „Fremder“ extrem peinlich).
    Wie geht ihr mit so etwas um, als Betroffener oder „Unbeteiligter“?

    Ratlose Grüße
    Gruschka

  2. #2
    Mauzitunk Guest
    Also wenn ich solche Situationen habe weiß ich ja dass irgendetwas im Busch ist... und ich warte dass die Leute im Gespräch allein das schwere Thema ansprechen. Wenn nicht dann lasse ich es auch

  3. #3
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    hallo,

    also das ist so ein thema, dass von situation zu situation entschieden werden muss, ist meine meinung.

    ich kenne ein älteres ehepaar deren cain terrier vor einiger zeit gestorben ist. ich hab sie nie drauf angesprochen, nur gegrüßt. letztens hat die frau ein gespräch mit mir angefangen und da sind wir auf den tod des rüden gekommen. da hab ich ihr auch gesagt, dass es mir unheimlich leid tut, dass der verlust halt sehr schmerzt etc. sie hat das auch sehr gut aufgenommen, ich denke weil es schon ein paar monate her ist.

    eine andere frau mit windhund habe ich immer frühs beim spazieren gehen getroffen. letztens hatte ich die hündin meiner freundin in pflege und da haben wir sie auch ohne ihre hündin getroffen. da die hündin schon sehr alt war, hab ich gedacht sie ist evt. nur zuhause geblieben. sie fragte mich nach der pflegehündin und ich nach ihrer, da hat sie gesagt ihre hündin musste 2 tage vorher eingeschläfert werden sie war aber sehr gefasst weil die hündin schon 15 jahre alt war.

    mein problem ist bei sowas, dass mir immer die tränen in die augen steigen weil ich halt an unseren arko denke. das ist mir immer unangenehm, weil ja die leute gerade akut trauern und ich es doof finde, wenn ich dann heule

    lg anna
    lg von anna und wuff cora / im andenken an arko


  4. #4
    shirkan Guest
    Hallo,

    es kommt schon auf den Einzelfall an.

    Als mein Shirkan starb hat es mich wirklich sehr, sehr getroffen. Die ersten Wochen vermied ich es dort spazieren zu gehen, wo bekannte Gassigeher auch sein könnten. Als ich dann auf den Tod angesprochen wurde, konnte ich erstaunlich gut antworten. Im Gegenteil, die mitfühlenden Nachfragen taten mir sehr gut. Konnte ich doch meinen Hund nicht vergessen und fand es schön dass Mitmenschen ihn auch nicht vergessen hatten.

    Grüße

  5. #5
    Daisy&Schnitzel Guest
    Ich habe meine Daisy vor zwei Monaten verloren. Es hat mich tief getroffen und der Schmerz ist auch jetzt noch sehr groß, wenn ich an sie denke oder an ihrem Grab stehe. Wir beide waren auch mehr oder weniger stadtbekannt, da ich mitten in der Stadt lebe, wir eigentlich alles zusammen in über 13 Jahren gemacht haben und sie die letzten 2 1/2 Jahre aufgrund ihrer teilweisen Lähmung die größten Wegstrecken hinten auf meinem Fahrrad mitgefahren ist. Das fällt auf und bleibt den Leuten in Erinnerung. Mir war das so gar nicht bewusst, bis eben Daisy starb und ich ohne sie unterwegs war. Mich sprachen Leute auf meine Kleine an, die ich vorher nie registriert hatte ... aber seltsamerweise, trotz aller Trauer, konnte ich gefasst mit diesen Menschen sprechen und ich empfand es als angenehm, mit Fremden über den Verlust sprechen zu können. Das ist oft einfacher als mit der eigenen Familie oder Freunden - für mich jedenfalls. Aber auch die Gespräche mit Hundebekanntschaften halfen und helfen mir, mit der Trauer umzugehen.

    Ich hatte früher auch immer Bedenken, mit den Leuten - die gerade ihren Hund verloren haben - darüber zu sprechen. Doch jetzt weiß ich aus eigener Erfahrung, dass diese Bedenken eigentlich grundlos sind. Ich glaube, viele sind sehr froh, wenn sie über ihren Hund sprechen können, eben weil sie merken - wie Shirkan schrieb -, dass auch andere ihn nicht vergessen haben bzw. ihn auf irgendeine Weise vermissen.

  6. #6
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    Warum soll man den die Hundebesitzer nicht ansprechen, wenn man sie ohne Hund sieht? Und selbst, wenn sie in Tränen ausbrechen - was ist daran so schlimm? Dann sagt man halt, wie leid einem das tut, das der geliebte Wuff tot ist und wartet ein bisschen - meistens sind die Menschen doch froh, wenn sie über ihren Verlust sprechen können. Und wer könnte sie besser verstehen als der, der selber einen geliebten Hund hat. Mir passierte es schon, dass ich mitgeheult habe, weil ich daran dachte, dass meine Madame ja auch eines Tages gehen wird.
    In einem anderen Fall habe ich den Leuten einen kleinen Blumenstock vorbei gebracht - für den toten Hund bzw. für sein Grab - einfach als kleinen Ausdruck meines Mitgefühls.

    Man muss sich doch nicht schämen für seine Trauer und seine Tränen. Mir hat die Anteilnahme anderer Menschen - und wenn es nur ein kurzer Ausdruck des Mitgefühls war - bei meinen persönlichen Verlusten immer geholfen.

    Beste Grüsse!
    Sabiba

    Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. - Dietrich Bonhoeffer

  7. #7
    MicoMaushund Guest
    Schämen? Wegen Tränen? Nein, da ist man doch unter sich. In dem Moment empfinde nicht mal ich andere HuHa als Fremde, so fremd sind sie ja nun nicht, immerhin weiß man um den Hund, und meist wechselt man doch gelegentlich zumindest ein paar Worte. Aber mir wird immer schon ganz anders, wenn ich jemand ohne Hund sehe und ich weiß, der Vierbeiner ist schon in dem Alter, wo es jeden Tag so weit sein könnte. Oft frage ich dann Dritte , wenn ich jemand eine Zeit nicht getroffen habe.

    Kommt jemand plötzlich ohne Hund, sehe ich ihm in die Augen. Dann muss ich nicht mehr fragen. Und warum soll man nicht auf der Straße stehen und heulen, interessiert doch eh niemand, leider.

    Oft sprechen mich auch ältere Leute an, die früher selber mal einen Hund hatten und jetzt aus Altersgründen keinen mehr haben können. Sollen sie doch meinetwegen Mico die Haare vom Leder streicheln und ihn mit Leckerchen mästen, ist doch ok, wenn es dem Menschen hilft. Und auch dabei fließen oft noch Tränen ...

  8. #8
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    Zitat Zitat von MicoMaushund Beitrag anzeigen
    Schämen?
    Liebe Barbara,
    a) Du bist ein Schatz
    b) das neue kleine Signet ist niedlich

    Beste Grüsse!
    Sabiba

    Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. - Dietrich Bonhoeffer

  9. #9
    Registriert seit
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    Danke für eure Antworten.
    Ich fand es sehr interessant, wie vielfältig die Meinungen und Reaktionen zu diesem Thema sind.
    Es hat mich allerdings darin bestätigt, es so zu halten wie Mauzitunk: Lass' den anderen entscheiden, ob er reden will oder nicht.

    Gute Nacht an euch alle. Schlaft gut und ich hoffe, dass wir dieser Situation als Betroffene erst sehr, sehr spät ins Auge sehen müssen...

    @Daisy&Schnitzel: Bitte fühl' dich gedrückt

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