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Thema: @ Loulou: Mineralienverluste bei erhöhter Wasseraufnahme?

  1. #1
    ema Guest

    Exclamation @ Loulou: Mineralienverluste bei erhöhter Wasseraufnahme?

    Hallo Loulou
    ich hoffe, daß Du mal wieder Zeit hast, hier hereinzuschauen.
    Vielleicht erwischst Du beim Reinschauen sogar diesen Thread und weißt eine Antwort für mich
    Es geht um folgendes:
    wenn man seiner Katze das Futter mit etwas Wasser vermischt (z.B. ein Schluck heißes Wasser zum Anwärmen des Futters), dann "verdünnt" man dadurch ja das Futter. Was passiert nun, wenn man das Futter zu sehr "verdünnt", also zuviel Wasser zugibt?
    Ist es möglich, daß eine (gesunde) Katze durch evtl. vermehrte Harnausscheidung dann auch Mineralien / Elektrolyte / Vitamine verliert?
    ((Ich weiß, daß z.B. nierenkranke Katzen Verluste an Vitamin B über den Urin haben; das meinte ich jetzt aber hier nicht, sondern es geht mir definitiv um das Mischen des Futters mit etwas Wasser und evlt. resultierende Mineralienverluste?))

    In dem Buch "Ernährung des Hundes" von Meyer + Zentek steht:
    << Nach körperlichen Belastungen oder bei hohen Umgebungstemperaturen nehmen Hunde, falls die Möglichkeit besteht, vermehrt Wasser auf. Da sie mit der Wasserabgabe gleichzeitig keine Mineralien verlieren, können sie ihren Wasserbestand immer wieder rasch normalisieren. >>

    Nun ist das ja ein Buch über Hunde und nicht über Katzen. Leider weiß ich nicht, ob der Körper der Katze diese Ausscheidung ebenso wie der des Hundes regulieren kann, also ob er sozusagen nur soviel Mineralien abgibt, wie er entbehren kann. Ansonsten würden ja die Mineralien mit dem Urin "nur so rauslaufen" und das stelle ich mir ziemlich
    problematisch vor für einen lebenden Organismus, wenn es da keine Regulationsmöglichkeiten gäbe. Andererseits ist die Katze ja natürlich ein Lebewesen, das von Natur aus nicht viel trinkt; vielleicht ist ihr Körper nicht darauf eingestellt.

    Hm. Interessantes Thema ;-)

    Wenn Du dazu eine Antwort wüßtest, das fände ich ganz prima, denn es wäre doch wirklich spannend zu erfahren.

    Bussi für Mio

  2. #2
    ema Guest
    - schubs -

  3. #3
    bea_z Guest
    Huhu, Ema,

    das Thema zieht ja Kreise

    Ich für meinen Teil gebe jetzt die 100 ml pro kg Fleisch zu und fertig. Mehr Wasser gibts im Moment für meine Racker nicht im Futter drin.
    Wasser in Schälchen und im Zimmerbrunnen steht natürlich zur Verfügung.
    Zu Animonda und Grau gebe ich auch kein Wasser zu.

    Nur dann, wenn es abends etwas TroFu gegeben hat, dann gebe ich morgens Wasser ins Futter.

    Übrigens habe ich eine neue Überlegung angestellt: Gestern kamen meine beiden Racker pitschenass von draußen rein. Und haben sich natürlich gründlichst sauber- bzw. trockengeleckt. Die Natur gibt also auch manchmal zwangsweise etwas Wasser hinzu.

    Grüßle, die Bea

  4. #4
    Loulou Guest
    Hallo ema,

    Bei einer gesunden Niere musst Du Dir diesbezüglich keine Gedanken machen, die Nieren lassen nichts „raus“, was für den Organismus wichtig ist, bzw. holen es sich zurück.
    Und für Notfälle (die bei einer gesunden Katze mit normaler Fütterung und freiem Zugang zu Wasser nicht auftreten), hat der Organismus auch Programme, die dann Prioritäten setzen.

    Nieren sind sehr stark durchblutete Organe. Und auch durch die kleinen Katzennieren laufen einige hundert Liter Blut am Tag, die gefiltert werden müssen.

    Es ist ein sehr umfangreiches und ausgeklügeltes System von Ausscheidung und Rückresorption von (nicht nur) Elektrolyten und Wasser zur Aufrechterhaltung eines Gleichgewichtes.

    Und es ist von Substanz zu Substanz oft unterschiedlich, wo und was in der Niere damit geschieht.

    Manche Elektrolyte sind an Proteine gebunden und gelangen daher gar nicht, oder kaum, in den Harn. Andere werden zuerst ausgeschieden und dann rückresorbiert, und können z. T. dabei andere Substanzen „transportieren“.

    Die Niere ist bemüht, das Blut und das Blutvolumen im Gleichgewicht zu halten
    Bei Volumenmangel erfolgt z. B. eine verstärkte Natriumrückresorption, bei Volumenüberlastung eine verminderte. (Natrium bindet Wasser. Wissen wir alle selbst, denn wenn wir sehr salzig gegessen haben, kommt unweigerlich der Durst)

    Wenn die Katze ausreichend ernährt wird, wird sie je nach Bedarf mehr oder weniger der entsprechenden Substanz ausscheiden.
    Diese Regulation geschieht in jedem Augenblick, also ständig, da die Niere kontinuierlich ihre Aufgaben erfüllt.

    Es ist nicht so, das Wasser einfach durch den Körper „durchläuft“. Es muss alles schön ausbilanziert werden, damit nirgends zuwenig und zuviel ist.

    Und so ist es sicher auch eine Mehrleistung, die die Nieren erfüllen müssen, wenn Futter sehr stark mit (überflüssigem) Wasser verdünnt angeboten wird.
    Aber einen Schaden werden die Nieren nicht nehmen, wenn sie hin und wieder mehr Wasser ausscheiden müssen.

    Wenn eine gesunde Katze mit Feuchtfutter ernährt wird, wird sie entsprechend zusätzlich Wasser aufnehmen, falls der Bedarf über das Futter nicht ausreichend gedeckt wird.
    Das reguliert das Durstgefühl, genau wie bei anderen Tieren und auch uns Menschen.

    Eine gesunde Katze würde ich nicht mit „Suppe“ ernähren. Das entspricht nicht unbedingt ihrer natürlichen Ernährung. Alles, was an Wasser zu viel ist, muss, wie gesagt, selbstverständlich ausgeschieden werden.

    LG Loulou

  5. #5
    ema Guest
    Hallo Loulou
    herzlichen Dank für Deine Antwort. Das war sehr nett von Dir und jetzt weiß ich doch gleich wieder ein bißchen mehr
    Viele Grüße + Bussi für Mio

  6. #6
    ema Guest
    .......... hab natürlich wieder was vergessen

    Eine Frage bleibt jedoch im Raum stehen: Wieviel ist "normal" ? Ich würde davon ausgehen, daß circa - grobgeschätzt - 70 bis 80 % Wassergehalt des Futters "normal" sind? (ugf. Feuchtigkeitsgehalt Maus bzw. bei vielen Dosenfuttersorten?)

  7. #7
    Loulou Guest
    Hallo ema,

    Ja, ich denke auch, dass der Feuchtigkeitsgehalt einer Maus sicher "normal" ist.
    Man muß und kann sich, was den Wasserbedarf angeht, sicher nicht an enge Grenzen halten. Es spielen viel zu viele Faktoren mit hinein.
    Deshalb gibt es ja auch sowas wie Durst, nämlich eine effiziente Möglichkeit den Wasserhaushalt in Ordnung zu bringen.
    Wenn der Flüssigkeitsbedarf nur über die Nahrung geregelt würde, wäre das Durstempfinden ja überflüssig.

    Der Wassergehalt der natürlichen Nahrung schwankt, und auch das ist "normal".
    Junge (Beute)tiere sind zumeist wasserhaltiger als alte. Und auch die verschiedenen Tierarten unterscheiden sich in ihrem Wassergehalt.
    Wenn eine wilde Katze ein paar trockene Heuschrecken verzehrt hat, wird sie sich bei Bedarf einen Wassertümpel suchen und Wasser aufnehmen.
    Hat sie ein Gelege junger Vögel aufgefressen, wird sie eventuell gar kein zusätzliches Wasser benötigen.

    Diese Schwankungen machen einer gesunden Niere keine Probleme, das jetzt in Prozent anzugeben, wäre eher was für die Statistik.

    Katzennieren sind außerdem in der Lage - mehr als z. B. Hundenieren - Wasser zu "sparen", d. h. sie können den Harn bei Bedarf stark konzentrieren. (Eine sinnvolle Einrichtung bei einem Tier aus ariden Gebieten)

    Gerade der Wasserhaushalt ist dermaßen wichtig und komplex, wenn es da keine effizienten Regelmechanismen gäbe, würden nicht nur die Tiere, sondern auch wir Menschen nicht existieren können.

    Eine gesunde Niere leistet unglaubliche Arbeit!
    (Dabei ist der Wasserhaushalt nicht mal ihre einzige Aufgabe)


    LG Loulou

  8. #8
    ema Guest
    Hallo Loulou!

    Original geschrieben von Loulou .... Deshalb gibt es ja auch sowas wie Durst, nämlich eine effiziente Möglichkeit den Wasserhaushalt in Ordnung zu bringen. Wenn der Flüssigkeitsbedarf nur über die Nahrung geregelt würde, wäre das Durstempfinden ja überflüssig.
    Das stimmt natürlich! Aber es spricht ja auch dagegen, das Futter einer Katze zu sehr mit Wasser zu "verdünnen" oder zu "versuppen", dann *muß* sie das Wasser ja aufnehmen, ob sie will oder nicht (wenn sie das Futter haben will). Das war auch der Ausgangspunkt meiner Frage ... Ich glaube aber ehrlich gesagt auch nicht, daß eine Katze ein total "versupptes" Futter überhaupt fressen würde; ich bin mir sicher, meine würden es nicht. 1 Eßlöffel heißes Wasser zum Anwärmen des "Kühlschrankfutters", das ist OK und wird gern genommen, aber mehr - also wenn das Fleisch "drin schwimmt", das mögen sie nicht. Dieser 1 Eßlöffel zum Anwärmen dürfte sicherlich in die Grenzen fallen, wo es OK ist ...

    Diese Schwankungen machen einer gesunden Niere keine Probleme, das jetzt in Prozent anzugeben, wäre eher was für die Statistik.
    Jaaaaaaaaa - aber Du weißt doch, Kalkulationen und Zahlen und Statistiken sind mein Lebensinhalt *LOL*
    [Selbstironie]

    Danke nochmals für Deine Antworten,,

  9. #9
    Loulou Guest
    Hallo ema,

    Ja, dieser Zwang das überschüssige Wasser mit aufzunehmen, wenn die Katze die Nahrung erhalten will, dass ist auch etwas, was mir sehr gegen den Strich geht.
    Ich sehe auch keinen Vorteil darin, eine gesunde Katze mit Wasser zu "überschwemmen". Dieses Tier wurde von der Evolution für eher gegenteilige Bedingungen geschaffen. Die Katze ist ein "Wassersparer".

    Eine normal ernährte Katze wird solch ein Futter wohl kaum anrühren, da bin ich Deiner Meinung.

    Ich muß dabei aber auch immer an die vielen, armen, kleinen Bauernhofkatzen mit Durchfall, dicken Wurmbäuchen und verstopften Nasen und tränenden Augen denken, die solange schlabbern, bis auch das letzte Tröpfchen Kuhmilch verschwunden ist. Ihre abgezehrten Mütter haben keine Chance genügende Beute für sich und die Kleinen zu fangen und häufig ist eine große (oder kleine) Schüssel Milch das einzige, was solche Katzen am Tag erhalten, weil sie "sonst ja keine Mäuse" fangen.

    Wenn es ums nackte Überleben geht, wird eine Katze auch größere Mengen sehr wasserhaltiger Nahrung zu sich nehmen, sonst eher nicht.

    Und, wie ich es auch schon geschrieben hatte, suppiges Futter ist nicht die natürliche Nahrung einer Katze.
    Wenn sie ihr Dosenfutter oder ihre Rohmahlzeit gefressen hat, und der Wassergehalt nicht ausreichend war, wird sie eben, wenn der Körper das Signal gibt, noch entsprechend Wasser schlabbern.
    Sie spürt, genau wie wir, wann sie "nachtanken" muß!


    LG Loulou

    (Und ein schönes Wochenende für Dich und Deinen "Anhang")

  10. #10
    ema Guest
    Liebe Irene,
    ich wünsche auch Dir und Deinem "Anhang" (allensamten) ein schönes Wochenende und freue mich, daß wir mal wieder kurz miteiander geplaudert haben!

  11. #11
    ema Guest
    Hallo an alle,
    ich hab zu dem Thema grad noch was im Web gefunden, in einem Skript der Vet-Uni Zürich: ich stell mal rein, für den Fall, daß es außer mir noch jemanden interessiert:

    --------------------------------------------
    >> Die Katze deckt den grössten Teil ihres Wasserbedarfs
    über das Futter.

    Wassergehalt Futter ..... 10 ....... 45 ......... 75 ..... %
    Wasseraufnahme ......... 109 ..... 108 ...... 179 ... ml/Tag
    Urin Menge ..................... 63 ........ 57 ........ 102 ... ml/Tag
    Urin spezif. Gewicht ...... 1053 ... 1053 .... 1034
    (nach Gaskell, 1985)

    Mangelnde Flüssigkeitsaufnahme über das Futter
    kompensiert sie durch Ausscheiden von weniger,
    aber konzentrierterem Urin! <<
    -------------------------------------------

    Also, wie ich das sehe, daraus geht klar hervor, daß die Wasseraufnahme bei einem normalen Feuchtfutter (~ 75%) am höchsten ist und dabei auch am meisten Urin produziert wird, der das geringste spezifische Gewicht hat, weniger konzentriert ist und dadurch auch weniger "reichhaltig" an Mineralien usw (-> Harnsteinrisiko geringer).
    Natürlich sagt dies jetzt nichts darüber aus, was passieren würde, wenn die Katze zu viel Wasser "verabreicht" bekommt, aber dieser Fall dürfte auch eher selten sein, da die meisten Leute ja eher damit zu kämpfen haben, daß die Katze bei Trockenfutterfütterung zu wenig Wasser trinkt.

    OK, das war's dann aber wirklich, schönes Wochenende allerseits

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