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Thema: Geschichte als Mahnung!

  1. #1
    Dagi Guest

    Unhappy Geschichte als Mahnung!

    Hallo,

    wer bei Erziehung + Verhalten meinen Beitrag über Amys alten Verehrer gelesen hat, der wird sich kaum wundern, warum ich mir gerade bei dieser Geschichte, die mich eben erreichte, die Augen aus dem Kopf geheult habe. Wahrscheinlich kennen viele diese Geschichte, aber sie sollte hier als Mahnung stehen:

    "WIE KONNTEST DU NUR?"

    Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester Freund. Immer, wenn ich böse war, erhobst Du Deinen
    Zeigefinger und fragtest mich "Wie konntest Du nur?" - aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.

    Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als
    erwartet, denn Du warst furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff. Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte schöner nicht sein. Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde", sagtest Du), und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr
    wartete.

    Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen.

    Ich wartete geduldig auf Dich, tröstete Dich über iebeskummer und Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungenund überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und als Du Dich verliebtest.

    Sie, jetzt Deine Frau, ist kein "Hundemensch" - trotzdem hieß ich sie in unserem Heim willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr. Ich war glücklich weil Du glücklich warst.

    Dann kamen die Menschenbabies, und ich teilte Deine Aufregung darüber. Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch und wollte sie genauso bemuttern.
    Nur dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich könnte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in meiner Hütte.
    Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu
    einem "Gefangenen der Liebe". Als sie aber größer waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem Fell fest, zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger in meine Augen, inspizierten meine Ohren und
    gaben mir Küsse auf die Nase. Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden - und ich hätte sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es nötig gewesen wäre. Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und gemeinsam
    warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt.

    Es gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die Frage, ob Du einen Hund hättest, ein Foto von mir aus der Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich. In denletzten Jahren hast Du nur noch mit "Ja" geantwortet und das Thema gewechselt. Ich hatte mich von "Deinem Hund" in "nur einen Hund" verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir ein Dorn im Auge.

    Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt, und Du und sie werdet in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du hast die richtige Wahl für "Deine" Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine einzige Familie.

    Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest die Formulare aus und sagtest "Ich weiß, Sie werden ein gutes Zuhause für
    sie finden". Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu. Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze in "mittleren" Jahren erwartet auch mit "Stammbaum".

    Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen, als er schrie "Nein, Papa! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!" Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben.

    Zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden und höflich auf das Halsband und die Leine verzichtet. Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.

    Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden. Sie schüttelten den Kopf und fragten "Wie konntest Du nur?". Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natürlich werden wir gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren. Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig kam, in der Hoffnung, das seiest Du - dass Du Deine Meinung geändert hättest - dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei ...oder ich hoffte, dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten könnte.

    Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber ihrem eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.

    Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum. Ein angenehm ruhiger Raum.
    Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung. Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl der Erleichterung. Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen.

    Meiner Natur gemäss war ich aber eher um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte. Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während
    eine Träne über ihre Wange floss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten, genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte.

    Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein. Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte "Wie konntest Du nur?".
    Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb "Es tut mir ja so Leid". Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich bald einem besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf
    mich allein gestellt wäre - einem Ort der Liebe und des Lichts,
    vollkommen anders als dieser irdische Ort.

    Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit einem Klopfen
    meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein "Wie konntest Du nur?" nicht ihr gegolten hatte.

    Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten.

    Möge Dir ein jeder in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen.

    Copyright Jim Willis 2001


    Dagi & Amy

  2. #2
    Cleo2103 Guest
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    Ich kenne diese Geschichte auch aber jedesmal muß ich wieder weinen. Ich kann einfach nicht verstehen wie grausam manche Menschen sein können.
    Ich liebe meinen Hund so sehr, ja ich vergötter Cleo sogar
    darum ist es für mich noch unverständlicher.

    Traurige Grüße Sabrina

  3. #3
    SweetAngel Guest

    Unhappy

    Hallo!

    Sitze gerade hier und habe Tränen in den Augen...
    Es ist ja sooooo furchtbar.
    Meine Aysche musste ja auch eingschläfert werden...(

    Es tat mir ja auch so Leid.

    Macht`s gut

    Lena

  4. #4
    dobby Guest

    Unhappy

    Das traurigste an der Geschichte ist, dass es wirklich viele solcher armen Hunde gibt.

    Es ist einfach nur zum Heulen( ( (

    Dobby und Aruscha (die ich nimmermehr hergeben würde)

  5. #5
    linus & mika Guest
    Oh mann, ich hocke hier mitten im Büro und heule mir die Seele aus dem Leib.

    Grausam echt

  6. #6
    Registriert seit
    31.03.2003
    Ort
    New Jersey.Browns Mills
    Beiträge
    2.123
    Über verstopfte Tränendrüsen kann ich mich auch nicht beklagen.
    Viele liebe Grüße Marianne und ihr kleiner Zoo

  7. #7
    SweetAngel Guest

    Hallo *schluchz*

    Hallo!

    Ich kann dieses Gedicht einfach nicht mehr vergessen...
    Es ist sooooooooooooooooooooooooooooo ooooooo traurig!

    Gott wie furchtbar!!!!

    Eure (schon wieder) schluchzende Lena

  8. #8
    Registriert seit
    11.04.2002
    Ort
    Niedersachsen
    Beiträge
    792
    Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen, als er schrie "Nein, Papa! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!" Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben.
    Diesen Absatz finde ich besonders traurig...
    Mascha

    Man wird alt wie 'ne Kuh
    und lernt immer noch dazu!

  9. #9
    Nittl80 Guest
    Hallo,

    an alle!!!!

    Sitze im Büro und muss nur noch weinen!

    Kann momentan gar nichts dazu sagen - bin sprachlos und traurig!!!

    Anita

    Elvis mein Schatz ich hab dich lieb!!!! Für meinen Wauzi

  10. #10
    Eyespot Guest

    Geschichte als Mahnung!

    ich bin immer wieder entsetzt,wenn Menschen soetwas tun!
    Mein eigener Hund musste auch Eingeschläfert werden,wegen Krebs.
    Ich habe ihn bis zum letzten Atemzug begleitet,weil er in meiner Kindheit mir ein treuer Begleiter war.Das war das mindeste was ich für ihn tun konnte.
    Ich werde ihn trotzdem nie vergessen!!!!!!!

  11. #11
    Saka Guest

    Ich heule ja schon, wenn ich E.T schaue, aber jetzt stürzt gerade ein Bach an mir runter.
    Ich denke nur, gottseidank, daß wir unsere Schnecke (Rusnik) aus dem Tierheim geholt haben.
    Ich glaube sie muß mich eben trösten.
    saka

  12. #12
    bette-midler Guest
    hallo erst mal,
    ich sitze grad auch hier und heule rotz und wasser, denn wie oben beschrieben sind meine mädels meine familie...
    niemlas würde mir in den sinn kommen auch nur daran zu denken meine hunde weg zu geben nur weil sie "lästig" sind.
    "schöne" geschichte, ich finde sie total rührend werd sie mir gleich ausdrucken und bei uns am hundeplatz aushängen!
    alles liebe mella

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