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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Methusalem mit Verdauungsproblemen



Büsifan
24.05.2015, 15:05
Hallo liebe Katzenliebhaber und -experten

Nach drei Besuchen bei zwei verschiedenen Tierärzten bin ich genauso ratlos wie zuvor. Meine Katze ist sehr alt (19-jährig) und hat seit ein paar Wochen Probleme mit der Verdauung. Der Tierarzt hat auf mein Verlangen hin Nieren- und Zuckerwerte (die Katze hat seit ca. 4 Jahren Diabetes) überprüft und ist der Meinung, meine Katze sei topfit ("bessere Werte als so manche junge Katze"). Leider ist meine Katze überhaupt nicht topfit.

Ich fange erstmal von vorne an, mit dem Fragebogen:

„Erbrechen“ - Fragebogen
1. Wie alt ist die Katze?
19
2. Freigänger oder Wohnungskatze?
Ehemals Freigänger, seit 4 Jahren Wohnungskatze, jedoch mit gelegentlichen Spaziergängen
3. Befinden sich mehrere Katzen im Haushalt? Wenn ja, ist die betroffene Katze das einzige Tier mit Symptomen?
Nein
4. Bekommt die Katze Medikamente? Wenn ja, weshalb und welche Medikamente werden gegeben?
Zwei mal täglich Caninsulin, 1x Fortektor
5. Wie sieht das Erbrochene aus (Farbe, Geruch, Konsistenz)?
Wenn sie vorher nichts gefressen hat, ist es ein wenig weisser Schleim. Wenn sie gefressen hatte, dasselbe inklusive unverdautem Futter.
6. Taste bitte den Bauch Deiner Katze ab (vorsichtig!): Ist der Bauch hart oder aufgebläht? Wie reagiert die Katze auf das Abtasten (Schmerzen)?
Sie scheint keine Schmerzen zu haben, der Bauch ist weich und nicht aufgebläht.
7. Frisst die Katze öfter Gras? Oder: hat die Katze möglicherweise giftige Zimmerpflanzen angefressen?
Beim letzten Freigang hat sie Gras gefressen, das ist aber schon eine Woche her. Zimmerpflanzen rührt sie nicht an
8. Sind Haarreste im Erbrochenem zu erkennen?
Nein.
9. Wie groß ist der Zeitabstand zwischen Fütterung und Erbrechen?
Relativ kurz. Sie erbricht einmal am Tag. Was auffällt ist, dass sie immer zuerst Kotet und dann sofort im Anschluss erbricht.
10. Sind Futterreste im Erbrochenen zu erkennen? Wenn ja: Sind diese Futterreste gänzlich unverdaut oder angedaut?
Siehe 5.
11. Ist das tägliche Futter „kühlschrank-kalt“?
Es hat Zimmer- oder frisch-gekocht-und-abgekühlt-Temperatur.
12. Erfolgt die Fütterung mehrerer Katzen aus einem Napf oder auf engem Raum mit anderen Katzen? Oder: ist es eine Einzelkatze mit Katzenklappe?
Einzelkatze ohne Katzenklappe.
13. Schlingt die Katze beim Fressen?
Nein. Sie hat eher wenig Appetit.
14. Wurde innerhalb der letzten 24 Stunden auf ein neues Futter umgestellt?
Nein.
15. Neigt die Katze dazu, Bänder, Spielzeug, Bälle ausgiebig zu bekauen bzw. hat sie in der Vergangenheit Spielzeug oder andere Kleinteile gefressen?
Nein.
16. Leidet die Katze neben Erbrechen auch an Durchfall?
Im Gegenteil, ihr Kot ist härter als normalerweise.
17. Wie ist der Gesamtzustand der Katze? Wirkt sie matter als sonst? Schläft sie viel? Sitzt sie sehr zusammengekrümmt mit zusammengekniffenen Augen (evtl. Zeichen für Bauchschmerzen)? Verzieht sie sich? Nimmt sie Kontakt zu anderen Katzen bzw. Menschen auf?
Das ist unterschiedlich, häufig ist sie lustlos, müde, appetitlos, andererseits sucht sie den Kontakt zu mir, wenn es ihr gerade etwas besser geht. Ihr Allgemeinbefinden erscheint mir nicht gut.
18. Was wurde bisher zur Behandlung unternommen (evtl TA Besuch?, Blutuntersuchung?)?
Erster Tierarztbesuch wegen Durchfall und gelegentlichem Erbrechen (ca. 1x pro Woche) - Behandlung mit Imocat. Hat nur kurzfristig geholfen.
Daraufhin Besuch bei einem anderen Tierarzt. Ca. zwei Wochen lang FortiFlora von Purina ins Futter gemischt. Die Symptome gingen ewas zurück.
Inzwischen ist der Kot auffällig hart. Die Katze hat Mühe, ihn herauszupressen. Danach erbricht sie immer.
Dritter Tierarztbesuch: Blutabnahme zur Untersuchung. Behandlung: Spritze gegen Übelkeit, sowie Infusion (die Katze war dehydriert). Ich habe ein Infusionsset mit nach Haus genommen und die Katze eine Woche lang selber infundiert. Die Übelkeit und Verdauungsprobleme bleiben. Das Allgemeinbefinden verschlechtert sich.

Ich bin frustriert mit meinem Tierarzt und ziemlich ratlos. Er tat so, als sei die Katze topfit und ich solle mich nicht so anstellen, sie ist halt alt.

Ich sehe absolut ein, dass sich bei einer alten Katze nicht jede Therapie noch "lohnt". Aber noch nicht einmal eine Diagnose? Das ist sehr unbefriedigend. Noch nicht einmal eine Idee einer möglichen Ursache - trotz mehrerer Nachfragen - nichtmal eine Vermutung...
Ich habe erwartet, dass der Tierarzt mir sagen kann:
Sie hat dies und das/dies oder das, es ist heilbar/unheilbar. Aber leider: NICHTS. Ist das zuviel verlangt?

Hat jemand eine Idee, was meine Katze haben könnte?

Soll ich sie einschläfern lassen, weil sie irgendwie alt ist und ihr irgendetwas fehlt?

Ich möchte sie nicht auf gut Glück mit einem weiteren Tierarzt quälen, der dann keine Lust hat, sich mit ihr zu befassen. Und ich möchte sie auch nicht dahinsiechen lassen und so tun als sei nichts.

Danke für eure Antworten!

Liebe Grüsse

Büsifan

Manu 64
24.05.2015, 15:16
Hallo und :hi::hi:im Forum
Leider kenne ich mich damit nicht aus .
Ich habe meinen 1.Kater fast 18 Jahre gehabt, musste ihn aber gehen lassen .
Er hatte sehr abgenommen, seit 4 Jahren Diabetis .
Wenn deinem Kater es soweit gut geht ( altersbedingt ) würde ich ihn auf gar keinen Fall einschläfern lassen. Die Reaktion von deinem TA kann ich nicht nach vollziehen. Hast du die Möglichkeit in eine gute TK zu fahren :?::?: Leider kann ich dir da nicht weiter helfen, aber ich würde mich freuen wenn du weiterhin berichtest. Alles Gute für deinen Kater:kraul::kraul:

Steppenläufer
24.05.2015, 15:17
Hi,

eine echte Idee habe ich leider auch nicht, ich würde aber an deiner Stelle möglichst bald den Tierarzt wechseln. Ohne Diagnose kann man nur im Nebel stochern.

Ein paar einfache Ideen wären: Futter mit ausreichend Feuchtigkeit geben (also nur Nassfutter, vielleicht sogar noch mit einem Schwupps Wasser dazu), Futter mit mehr Ballaststoff geben (Kartoffel eignet sich gut, gehacktes Gras etc.), ein gewisser Fettanteil im Futter (Hühnerhaut, Butter, Schwarte etc.) hilft ebenfalls dabei, Kot abzuführen. Aber das berückstichtigst du wahrscheinlich schon.

Kann sie ihre Toilette gut erreichen? Alte Tiere sind oft weniger beweglich, haben auch öfter Arthroseschmerzen, was dazu führen kann, dass sie nicht mehr gerne Stufen übersteigen.

Plüschi
24.05.2015, 15:34
Hallo Büsifan!
Was ich jetzt schreibe, ist nur eine Idee!
Wir haben vor 4 Jahren einen Kater aus dem TH geholt, weil er ohne Hometesting konstant jeden Tag Caninsulin in viel zu hoher Dosierung bekam. Sein Körper machte "dicht". Ein Wunder, dass er überlebt hat. Wir fuhren zu einem Spezialisten für Katzendiabetes und Eddi kam sofort an den Tropf. Auch sein Körper war dehydriert durch die falsche Medikamentierung. Anschließend wurde er auf das Medikament Lantus umgestellt. Dieses ist viel verträglicher für Katzen und braucht nur, mit äußerst feinen Nadeln, in geringer Dosierung gespritzt werden. Außerdem wurden wir in Hometesting unterwiesen, so dass wir das Medikament anpassen konnten. Eddi blühte sichtlich auf, sein schlechter Allgemeinzustand gehörte der Vergangenheit an.

Diese Seite hat mir geholfen:
http://www.katzendiabetes.de/

Vielleicht hängt der schlechte Gesundheitszustand Deines Katers auch mit der Diabetes bzw. dem Caninsulin zusammen? Hast Du die Möglichkeit, einen Spezialisten um Rat zu fragen? Aber es sollte tatsächlich ein Spezialarzt sein, denn "normale TÄ" tun sich oft schwer mit dem Thema Diabetes. Diese traurige Erfahrung mussten wir leider oft machen.

Ich wünsche Euch viel Glück und Deinem Kater alles Gute!!!

Ups....es soll natürlich Katze heißen! Habe mich von "Methusalem" beirren lassen! :o

Maria71
24.05.2015, 16:45
Hallo Büsifan,

Ich habe einen Kater, der seit einigen Jahren als Folgen einer Verstopfung einen ausgeleierten Darm hat, der den Nahrungsbrei nicht mehr ausreichend weitertransporitert. Als Folgen: immer wieder Verstopfung. Deshalb habe ich mich mit dem Thema dann natürlich eingehender beschäftigt. Vom Tierarzt habe ich da auch keine hilfreichen Infos bekommen.
Löst den eines der Medikamente bekannterweise Verstopfungen aus?

Das Erbrechen deiner Katze kann zwar durch Diabetes verursacht werden (geht wenn dann aber eher mit Durchfall einher). Aber da sie sofort und direkt nach dem Kotabsetzten erbricht, ist es wahrscheinlich durch die Anstrengung des Pressens. Wäre z.B. das Futter der Grund, müsste sie doch häufiger und nicht nur direkt nach dem Toilettengang erbrechen.
Das der Kot so hart ist, wird wahrscheinlich darauf zurückzuführen sein, dass sie zuwenig Flüssigkeit bekommt (was ja offensichtlich der Fall ist, Infusionen). Katzen ziehen, als ehemalige Wüstentiere, die vom Körper benötigte Flüssigkeit weitgehend aus ihrer Nahrung und wenn nicht genug Wasser im Nahrungsbrei bleibt, wird der Kot eben hart. Was bekommt sie als Futter? Frisst sie durch den Appetitmangel weniger und nimmt dadruch zu wenig Flüssigkeit auf? Zum Futter meines Katers setze ich zur Erhöhung des Kotvolumens, aber auch zur erhöhten Flüssigkeitsaufnahme, in Wasser eingeweichte und dann gehackte Gemüseflocken und um die Sache geschmeidiger zu gestalten, ebenfalls in Wasser eingeweichte Flohsamenschalen dazu. Das alles gibt das Wasser nur langsam wieder ab und dadurch gelangt das Wasser mit bis in den Darm und kann so den Kot weicher machen. Ebenfalls hilfreich die Gabe von Lactulose (gebe ich mit ins Futter), die Wasser in den Nahrungsbrei zieht. Da muss natürlich eine insgesamt ausreichende Flüssigkeitsaufnahme garantiert sein, damit die Nieren auch noch genügend abbekommen.

Das sie weniger aktiv ist kann natürlich mit am Alter liegen, 19 Jahre! Bewegt sie sich denn wesentlich weniger als vorher? Bewegung hat eben auch Einfluss auf die Verdauung. Aber das würde ich im Auge behalten. Wie auch alte Menschen könne Katzen an alterungsbedingten Krankheiten leiden (z.B. Arthrose) und durch die Schmerzen wird eben die Bewegungsaktivität geringer. Es ist bei Katzen schlecht festzustellen, ob sie Schmerzen haben. Wichtig ist ja auf alle Fälle, dass sie ausreichend frisst. Kannst du sie durch irgendwas zu mehr Bewegung animieren?

Was meinem Katerchen auch hilft, ist eine sanfte Bauchmassage. Ich habe diese Bauchmassage aus dem Buch "Katzen massieren- Massagegriffe zum Wohlfühlen" von Claudia Jung. Da gibt es für viele Gesundheitsprobleme Massagegriffe, aber auch zum Verwöhnen und zur Steigerung des Wohlbefindens. Eine Massage tut uns ja schließlich auch gut. Kann also nicht verkehrt sein. Wie es richtig gemacht wird, um der Katze nicht zu schaden, steht alles mit drin. Sehr empfehlenswert.

Ich denke, mit Ausnahme der Lactulose, dürften die anderen Sachen unbedenklich sein. Man muss natürlich sich an die benötigten Größenordnungen herantasten. Meinem Katerchen hilft es offensichtlich, da seit über zwei Jahren keine Verstopfung mehr auftrat.


Das Allgemeinbefinden würde ich im Auge behalten. Vor allem, die anhaltende Übelkeit. An Einschläfern würde ich erst denken, wenn es der Katze wirklich offensichtlich sehr schlecht geht. Wegen schlechter Verdauung und im Rahmen liegender runtergefahrener Aktivität, weniger Appetit würde ich nicht gleich ans Einschläfern denken.

Das ältere Katzen sich öfter mal zurückziehen, an ein ruhiges sicheres Örtchen ist eigentlich auch normal. Da wird dann eben nach Bedürfnis beim Dosenöffner vorbeigeschlendert, um sich ein paar Streicheleinheiten abzuholen. Auch fürs Katzenaltern habe ich ein hilfreiches Buch, dass auch solche alterungsbedingten Verhaltensänderung behandelt "Wenn Katzen älter werden" von Susanne Vorbrich. Auch vieles andere hilfreiche zum "Umgang" mit einem Katzensenior.

Vielleicht hilft ja mein Roman irgendwie weiter.

Lg

lammi88
24.05.2015, 20:12
Wie sieht das Fell aus? Eher etwas struppig, ggf etwas fettig? Putz sie sich?

Dann laß bitte auf alle Fälle die Leber untersuchen! Großes Blutbild und Ultraschall. Vieles, was Du da schreibst, könnte auf "Leber" hinweisen. Könnte, muß nicht. ggf auch einen anderen Tierarzt die Medikamentierung der Diabetis checken lassen.
Ebenfalls Nieren checken lassen. Arbeiten die Nieren nicht mehr ganz einwandfrei entgiftet der Körper über die Leber. Auch dann kann es eben zu diesen "Lebersympthomen" kommen.
Falls Du einen sehr guten Tierheilpraktiker weißt, der Haaranalysen macht, würde ich mich an den wenden. Die Haaranalyse zeigt eher an, wenn da ein Ungleichgewicht im Körper ist. Bis es im Blutbild zu erkennen ist, ist die Krankheit oftmals schon weit fortgeschritten. Außerdem kann man über das Blutbild auch Defizite im Körper bestimmen.

Meld Dich mal, wie es ihr geht. 19 ist ja noch kein Alter :tu:

Büsifan
31.05.2015, 10:53
Vielen Dank für eure Antworten

Ja er ist tatsächlich ein Kater

Also ich war jetzt nochmal bei einem anderen Tierarzt, der hat ihn gründlich untersucht.
Bei der Ultraschall / Röntgentaufnahme, konnte man ausser dem Skelett nicht wirklich viel erkennen, da er scheinbar Wasser im Bauch hat. (Die Organe waren weiss verschwommen)
Das Blutbild, Niere und so weiter waren alle noch "okay".

Ich frag mich halt, da wir ihn beim ersten Tierarzt vor rund 2 Wochen durchchecken liessen weil er so dünn wurde.
Jetzt ist er zwar immer noch dünn/wird dünner aber sein Bauch ist ziemlich aufgebläht.
Der Tierarzt meinte das hänge wohl mit der Bauchspeicheldrüse zusammen und gab mir ein Antibiotika dafür. (Clavaseptin - gegen Infektion)
Das ist lediglich ein Versuch falls die Bauchspeicheldrüse entzündet ist. Wenn es Krebs ist können wir dann wohl nicht mehr viel machen..

teilweise hat er dann doch wieder so phasen wie Krallen schärfen, interessiert schauen und mit uns reden sowie herausgehen wollen..
Und eben habe ich ihn auf mir gehabt und seinen Bauch massiert, er scheint per Druck nirgendwo Schmerzen zu haben, er schnurrt und scheint "freude" zu haben.