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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kater rupft sich Fell aus



galapasche
14.03.2014, 14:49
Jack ist 10 Jahre alt, kastriert und kam vor 7 Jahren mit seinem Tierheimkumpel (waren vorher auch zusammen) zu uns.
Seit einiger Zeit hat Jack die Angewohnheit, sich das Fell auszurupfen. Der Unterbauch samt Innenseiten der Schenkel sind kahl. An den Unterarmen gehts auch los, und jetzt noch die linke Flanke.
Lt. Tierarzt liegt nichts organischen vor. Er habe Stress.
Allerdings hat sich seit den 7 Jahren nichts für ihn geändert.
Morgens und abends Spaziergang (die Jungs gehen bei schönem Wetter gerne "Gassi", ohne Leine), nachts bleiben sie (bis 6 Uhr) drin.
Wenn Jack mal zugegen ist und nicht schläft, spielen wir mit ihm (Federangel, steht er jetzt mehr drauf, früher eher Leder), jetzt mehr denn je (Tierarzt meinte, knuddeln reicht nicht, mehr spielen ... ist nur schwierig, wenn Jack meistens draußen ist oder schläft).
Feliway stelle ich an, wenn er zufällig im Wohnzimmer ist (da ist er am ehesten im Wachzustand :-) ).
Er darf im Bett und auf der Coach schlafen (auf Letzteren kuschelt er wie wahnsinng und ratzt, Bett ist nicht so seine Wahl).
So, nun meine Frage:
Was kann ich dem Kerlchen noch Gutes tun?
Kann es sein, dass ich ihn auch ihn seinem Verhalten verstärke, weil ich (nicht nur) ihn besonders oft streichel/knuddel/hoch nehme/ bespiele, wenn er "rupft"?
Eine Zeitlang hat er nachts gerupft, da habe ich ihn nur kurz geknuddelt, um 2 Uhr wird nicht gespielt.
Probiere gerne neue Ideen aus, bevor Jack sich auch noch blutig leckt ...

galapasche
14.03.2014, 14:52
Ach ja, etwas hat sich geändert: Seit letztem Jahr lebt ein gleichalter Kater in der Siedlung, der auch schon mal bei uns ins Haus gekommen ist. Außerdem ist eine neue Kätzin im Chaoten-Alter in die Siedlung gezogen, die gerne auch bei uns im Garten herumschleicht.
Meine Kinder meinten, ihm wäre vielleicht warm, weil ja der Frühling so früh gekommen ist und Jack richtig dickes Winterfell hat (er nimmt jeden Winter ein Kilo zu, und im Sommer auch wieder ab ... ohne unser Zutun).

Inanna
27.03.2014, 09:13
Hallo galapasche,
zweimal habe ich Erfahrungen gemacht mit Katzen, die sich das Fell rausreißen: einmal, "Muschi" lebte bei einer alten Frau in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung, durfte nicht auf den Balkon, war beschränkt auf die 2 Zimmer. Sie fraß nur Trockenfutter, hatte ganz hartes Fell und rupfte sich ziemlich stark. Dann mußte Frauchen ins Altenheim und Muschi/Fortune kam zu mir. Auch bei mir rupfte sie - mindestens ein halbes Jahr lang -. Aber sie konnte ins Freie, es gab noch andere Katzen, so dass ich sie nicht ständig festhielt, das mag sie nämlich nicht. Sie bekam auch Naßfutter, hat zwar nur drübergeschleckt, aber immerhin. Irgendwann war das Fell ganz weich, und Fortune hörte auf, Haare rauszureißen. Die Tierärztin sagte, es sei ein neurotisches Verhalten, das keine körperlichen Ursachen hat.
Das andere Mal: Oskar, der 18jährige Kater einer Freundin war sein Leben lang Wohnungskatze. In der letzten Zeit rupfte auch er sich das Fell raus. Aber er war alt, krank, sehr eingeschränkt in der Bewegung - also viel Grund für Stress.
Ich glaube, dass Fell rupfen ein Zeichen von Stress ist. Nicht an jedem Stress bist Du schuld. Wenn die Wesen (Menschen und Tiere) älter werden, dann ist das oft mit Stress verbunden.
Mach das, was Du eh tust: hab ihn lieb, sorg gut für ihn. Und wenn er rupft, dann rupft er halt. Es ist sein Leben. Sein Fell.
Alles Gute Dir .... Inanna

Micky
28.03.2014, 18:35
Hallo,
Stress könnte natürlich sein.
Mich würde interessieren, was der TA untersucht hat, z. B. Blut? Hat er die Analbeutel gecheckt? Bauch und Pfoten sind zwar nicht die typischen Stellen, aber Fell rupfen kann schon mal auf gefüllte Analbeutel hindeuten.

Felipe
29.03.2014, 18:11
Hallo,
Stress könnte natürlich sein.
Mich würde interessieren, was der TA untersucht hat, z. B. Blut? Hat er die Analbeutel gecheckt? Bauch und Pfoten sind zwar nicht die typischen Stellen, aber Fell rupfen kann schon mal auf gefüllte Analbeutel hindeuten.

Sorry, darf ich hier den Thread einmal OT benutzen und fragen welche Stellen typisch fuer " gefuellte Analbeutel"sind?

Micky
31.03.2014, 13:12
Typisch ist eher der hintere Rückenbereich, nahe der Schwanzwurzel, auch gerne mal Oberschenkel.
Es soll aber auch Kandidaten geben, die sich den Bauch kahl lecken.

Felipe
31.03.2014, 14:15
Typisch ist eher der hintere Rückenbereich, nahe der Schwanzwurzel, auch gerne mal Oberschenkel.
Es soll aber auch Kandidaten geben, die sich den Bauch kahl lecken.

:?::?: unser Fredi rupft sich seit einiger Zeit im hinteren Rueckenbereich Fell aus, kahle Stellen hat er nicht, ich habe Stress vermutet da ihm Oscar haeufig zusetzt, ich bin ehrlich gesagt gar nicht auf die Idee gekommen, dass dies eine koerperliche Ursache haben koennte:?: da sollte ich vielleicht doch mal unsere TA drauf ansprechen:?:

galapasche
02.04.2014, 08:09
@ Inanna
So handhaben wir es auch ungefähr. Bei uns hat sich nicht viel verändert. Ich bin immer noch zu Hause, und beim Rupfen versuchen wir, ihn abzulenken (möglichst schon vorher, sonst kommt der Behaviorist raus und sagt, dass wir das Rupfen positiv verstärken & förden). Natürlich sind die Kinder nicht mehr ganz so viel im Haus und wegen Abi-Vorbereitung gestresster, aber dafür spielen sie auch 'mal abends mit den Jungs. Ihn einfach rupfen lassen geht nicht, er hatte schon eine offene Stelle (ist wieder weg).
@ Freddy
Blut und Analbeutel wurden nicht untersucht, nur Parasiten wurden ausgeschlossen (für die ist Jack Spezialist, trotz allen Vorkehrungen hatte er schon Flöhe & Bandwürmer, sind aber alle weg).
Mit Analbeutel hatte er noch nie etwas zu tun (Popo rutschen etc., sein Kumpel Sam hatte es einmal).

Aus Ratgebern weiß ich, dass ältere Katzen (Jack wird im Sommer mind. 10, so genau wissen wir es aber nicht) sich noch enger an ihre Dosenöffner binden als vorher. Und Jack klebte uns schon immer an den Füßen (wenn er nicht gerade etwas anderes zu tun hatte). Und vielleicht braucht er noch mehr Nähe (er schläft jetzt jeden Abend bei uns auf der Coach ein, und da leckt er nicht). Wir werden ihn im Auge behalten.

Lieben Dank schon einmal. Wenn es schlimmer wird, gehen wir wieder zum TA.

Felipe
10.04.2014, 13:33
Nur zur Info:

gestern war ich wegen eines Matschauges mit Fredi beim TA und habe das Fellrupfen angesprochen, TA hat die/den Analbeutel untersucht, und siehe da sie waren entzuendet und beim Ausdruecken kam eitriges Sekret raus:eek:
Darauf waere ich ohne Micky nie gekommen, da Fredi ansonsten keine Auffaelligkeiten in diese Richtung zeigte:sporty:

galapasche
17.04.2014, 13:03
Heute geht's dann doch zum TA. Jetzt kommt noch der Rücken dazu, lt. TA typische Stelle für Flöhe (hatte Jack schon einmal, ist aber einige Jahre her). Dort hat er auch offene Stellen. Die am Bauch sind wieder zu. Bin gespannt, was rauskommt.
Vielleicht lassen wir ihn nachts dann doch raus (wir hatten immer Angst wegen der Tierdiebe & und der Mäuse im Schlafzimmer -> waren das Ergebnis des ersten Versuchs vor Jahren). Vielleicht ist es in seinem Alter zu anstrendgend, jeden Morgen aufs Neue den anderen, nachrückenden jüngeren Katzen wieder zu "erklären", wer Chef in unserem Garten ist. Ich würde dann eine Katzenklappe mit Chiperkennung nehmen, wir haben ca. 50 Katzen in unserer Straße & Umgebung. Die müssen nicht alle ins Haus :-O . Hat jemand damit Erfahrung?

tweiss
17.04.2014, 13:23
Wir haben eine Sure Flat mit Chiperkennung. Bei uns funktioniert es anstandslos und tadellos. :tu:Unsere können rein aber keine anderen Katzen. Würde ich jederzeit wieder einbauen.
Es gibt zwei, unsere ist etwas kleiner, für "Schwergewichte" über 6 Kilo könnte es eng werden. Über die größere Klappe hab ich hier und da schon mal Beschwerden gelesen

Plüschi
17.04.2014, 13:51
Wir hatten auch diese Klappe und waren zufrieden.... bis wir einen Riesenkater bei uns hatten. Er passte nur mit großer Mühe und Baucheinziehen durch. ;) Da sind wir auf eine große normale Klappe umgestiegen. Da wir für diese den Wandausschnitt vergrößern mussten, bleibt es auch bei dieser.
Vergiss nicht, die Batterien im Auge zu behalten! ;)

galapasche
17.04.2014, 21:41
Jack ist lt. TA fit, keine Flöhe o.ä..

Da Sam gut 6 Kilo hat, muss ich noch überlegen, ob ich die kleine oder die große Klappe nehme. Gelenkig ist er ja noch .
Heute lassen wir sie zum ersten Mal seit Jahren wieder nachts raus (natürlich mit offener Klappe), bin gespannt, ob ich heute Nacht jagen muss ;-)

galapasche
18.04.2014, 05:32
So, nächtlicher Freigang ist spannend.
Sam saß draußen auf "seinem" Hügel. Gegen 21.30 h war es ihm wohl zu dunkel, jedenfalls hat er mich erst einmal angepuckelt. Dann war er aber schmusig.
Jack hat dem Frieden nicht getraut. Draußen wurde ich freudig begrüßt, aber in die Nähe des Hauses wollte er nicht.
Heute früh war Sam drin und hat mich sofort stürmisch begrüßt.
Jack war draußen. Na ja, hell genug war es ja schon, und der nächtliche Regen hatte sich verzogen.
Nach einigen Metern drang ein tierisches Geschrei aus dem Unterholz. Ich dachte erst, das Jack sich mit einem anderen Kater angelegt hatte, aber er hatte einen Fuchs im Schlepptau. Jack ist dann auch kurz mit rein gekommen, ich hab' ihm den nackten, nasskalten Bauch abgetrocknet und jetzt ist er wieder raus. Verletzungen konnte ich keine feststellen.
Zur Klappe: Da ich die Jungs wegen Arzt, Spot-On o.ä. auch mal drin lassen muss, wie sicher ist die halbe Absperrungen (rein: ja - raus: nein)? Bei unserer Klappe hatte Jack nach drei Tagen raus, wie er die Klappe mit der Kralle nach innen öffnet :-O
Und, wenn die Batterie leer wird, bleibt die Klappe dann offen oder können meine Jungs auch nicht mehr rein?
Lieben Dank euch allen :-)

Pampashase
18.04.2014, 07:28
Ich denke, darüber brauchst Du Dir keine Gedanken zu machen. Wenn die Batterie leer wird, fängt ein kleine
Lämpchen an zu blinken. Jedenfall ist das bei unserer Sure Flap so.

Wenn Du mit den Katzen zum TA musst, könntest Du ja die Klappe nach beiden Seiten verriegeln. Mache ich zur Sicherheit auch immer.

Füchse sind für gesunde Katzen und erwachsene Katzen eigentlich keine Gefahr.

Zu Deinem Gedanken im ersten Beitrag. Ja, Du kannst jedes Verhalten durch für das Tier positive erlebte Reaktionen und Verhaltensweisen anlernen und verstärken, wenn sie kurz nach dem Verhalten erfolgt und von dem Tier mit dem Verhalten in Verbindung gebracht wird.
Du kannst langsam gegensteuern, wenn Du sein unerwünschtes Verhalten ignorierst und erwünschtes Verhalten belohnst.
Dabei gilt aber Geduld haben. Ein erlerntes Verhalten wieder ab zu gewöhnen, dauert mindestens so lange, wie die Zeit die es von
Anfang an bestanden hat.
Deinem Jack alles Gute und Dir viel Kraft.:hug::kraul:

galapasche
18.04.2014, 08:10
@ Pampashase
Was den Fuchs betrifft ... in der Ecke ist der Fuchsbau. Ich tippe, dass Jack überrascht wurde. Früher hat er mit Vorliebe Schäferhunde angegriffen (sonstige Hunde: Kein Problem, aber bei Schäferhunden war ihm egal, ob Altdeutsche Langhaar, "Blonde" oder die "Normalen"). Mittlerweile duckt er sich. Bei laut kläffenden Mini-Hundchen neigt er zu genervtem Rückzug, und das Geschrei hörte sich nicht nach Jack an. Ich schätze, wirklich Angst o.ä. hatte er nicht. Vielleicht war es eine Fähe, und Jack ist dem Bau zu nah gekommen. Wir hatten schon einmal Jungfüchse in der Nähe.
Mit der positiven Verstärkung haben wir die Jungs soweit gebracht, dass sie - bis auf wenige Ausnahmen - Beutegeschenke tot auf der Terrasse ablegen. Ich hoffe, sie behalten das so bei. Jack hat mit dem Todesbiss anscheinend Probleme, weil ihm ein Reißzahn fehlt. "Falsch" abgelegte Beute wird ignoriert, entfernt oder gefangen. "Richtig" abgelegte Geschenke werden gelobt und gegen Leckerchen getauscht. Jagen werden wir ihnen nicht abgewöhnen können, aber so können wir alle ganz gut damit leben. Was das Schlecken betrifft, hoffe ich einfach, dass er Knuddeln etc. nicht hundertprozentig damit in Verbindung bringt. Schließlich ist unser Kampfkater auch ein Kampfschmuser.
Was die Klappe betrifft: Die "Normale" ist sehr klein, da hat Sam ( 6 kg) bestimmt Probleme. Wir werden wohl die größere Haustierklappe nehmen müssen (ist nur minimal breiter als unsere, aber gleichhoch)

@ tweiss
Welche Beschwerden hat es wegen der größeren Klappe denn gegeben? Die "normale" ist kleiner als unsere, wir werden die größere nehmen müssen.

Pampashase
18.04.2014, 09:05
:tu:Ich hätte eigentlich auch lieber die große Ka-Klappe gehabt. Aber bei uns ist die Chipklappe von draußen in den Keller. In einer Stahlbetonmauer.
Es wäre ein riesiger Aufwand gewesen, den wir auch alleine nicht hätten leisten können, wenn wir die Aussparung für die KA-Klappe hätten vergrößern müssen. So müssen wir halt, bei der Auswahl von Katzen die großformatigen Flauschis ausschließen.:0(


Dann bist Du ja ein richtiger Profi, was Katzenerziehung betrifft.:tu:

galapasche
18.04.2014, 14:56
Ne, kein Profi. Die Beiden sind unsere ersten Fellnasen. Aber ein Bisschen Logik, ein Touch Verständnis, und nichts für selbstverständlich nehmen ... einfaches Rezept, das manchmal "aufgeht".

Ach ja, als Sam zu uns kam, hatte er auch noch ein paar Gramm weniger :-) Auf die 6 Kilo hat er sich jetzt eingependelt. Er behält das Gewicht, egal ob Sommer oder Winter, nicht wie "Jo-Jo-Jack" >^.^<