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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was tun?



Rena18
27.08.2012, 15:16
Ich stehe vor einer ganz entscheidenden Frage und weiß ehrlich nicht, was ich tun soll. Meine mittlerweile 21j. Katze ist dement, blind, hat Blase und auch zeitweise Darm nicht mehr unter Kontrolle, entweder sie läuft nur hin und her oder sie legt sich einfach neben den Wassernapf. Sie kann nicht mehr auf ihren geliebten Platz aufs Sofa springen (ging noch vor wenigen Tagen), läuft gegen alles (obwohl sie blind ist hat sie bisher immer ihren Weg gefunden). Sie frisst unheimlich viel und genauso viel säuft sie auch. Okay, das hat wohl organische Ursachen wie Schilddrüse und Nieren, aber sie vergisst anscheinend auch, dass sie gerade gefressen hat. Sie wird auch immer dünner und ihr Fell, naja.... Ich weiß nicht, ob sie noch Lebensqualität hat oder ob das Lebensqualität ist. Da sie ständig in ihrem eigenen Urin liegt, stinkt sie, will sich aber nicht säubern lassen und sie selbst kann sich auch nicht mehr putzen. Ich benutze Wickelunterlagen aber die saugen gar nicht so viel wie sie pinkelt, gerade nachts. Nicht falsch verstehen, sie ist schon länger inkontinent, das war und ist für mich kein Grund, sie einzuschläfern aber sie baut jetzt immer mehr ab und ich habe einfach das Gefühl, sie kämpft nicht mehr, oder wie soll ich es ausdrücken. Wer hat eine ähnliche Erfahrung gemacht oder wie würdet ihr entscheiden?
Rena

Leigh44
27.08.2012, 16:01
Hallo Rena,

weil noch keiner etwas gesagt hat antworte ich Dir, auch wenn ich nichts anderes habe als Mitgefühl und eine Meinung.
Erfahrungen habe ich nicht. Glücklicherweise.

erstmal tut mir die Situation echt leid. 21 gemeinsame Jahre......
Wie wäre es mit Windeln damit sie nicht in ihrem Pipi liegt. Ich hatte hier bei Erlebnissen ein Bericht von einem verunfallten Kater gelesen, der Windeln während der Heilung getragen hat.

Ich weiss nicht was ich machen würde. Wenn da soviel Liebe ist.
Auch wenn 21 Jahre schon alt ist, das tröstet ja nicht wirklich.

Kannst Du ihm nicht eine Rampe zu der Couch bauen?

Gruss
Leigh44

Aschenputtel
27.08.2012, 16:03
Hallo:bl:
Deine Katze hat schon ein wirklich schönes Alter erreicht.
Hast Du mal Deinen Tierarzt gefragt,was er dazu meint?
Das ist sicher die schwerste Entscheidung,die ein Katzenhalter treffen muss.Das kannst nur Du allein.
Meine Meinung ist aber,die Katze sollte nicht unnötig leiden und wenn Du meinst,das sie das tut,wäre es evt.besser sie gehen zu lassen.
Ich musste auch schon zwei Katzen gehen lassen,wo es keine Rettung mehr gab,leider waren beide noch relativ jung.
Wünsche Dir ganz viel Kraft.:bl:

OESFUN
27.08.2012, 18:08
Solche Zeiten sind für Tierbesitzer die schlimsten -- aber es ist immer schwer von hier aus zu beurteilen inwieweit ein Lebewesen noch Lebensqualität hat , wann es nur noch vegetieren ist. Abschiednehmen ist immer schwer :o, aber die Entscheidung kann dir niemand abnehmen .
Fühl dich mal gedrückt:hug::hug:

Shingalana
27.08.2012, 18:31
Hallo Rena :cu:
Fühl' Dich gedrückt erstmal :hug::hug::hug:

Wenn Du einen TA hast,dem Du vertraust, würde ich auf sein Urteil hören.Wir Tierhalter sind da oft einfach zu sehr mit dem Herz dran.

Ich wünsche Dir viel Kraft :bl::bl:

Rena18
27.08.2012, 18:54
Danke für Eure Antworten. Es ist schon ein paar Wochen her, dass wir beim TA waren, er meinte, dass wir hier nicht mehr medizinisch eingreifen. Ich merke eben nur, dass die Kraft nachlässt. Ich kannn sie ja auch aufs Sofa heben, eine Rampe geht nicht, sie sieht ja nicht, wohin sie laufen muss, sie hat ihren Orientierungssinn verloren. Es ist schwer, sehr schwer. Ehrlich, am liebsten wäre es mir, sie würde einschlafen und nicht mehr aufwachen, mir quasi die Entscheidung abnehmen, ich beobachte sie weiter und werde sehen, ob es nur noch Quälerei ist.
Danke nochmal
Rena

UlliLili
27.08.2012, 19:34
Oh, das ist schwer. Aber ich glaube, sie macht sich eh bereit für ihren letzten Weg. Wenn sie nicht mehr fressen würde, wäre es sicher einfacher. Ist schwer zu entscheiden, ist sie nur alt mit allen Begleiterscheinungen oder hat sie Schmerzen, die man ihr nicht nehmen kann. Ich würde noch mal ein paar Tage abwarten, bis Du dir ganz sicher bist. Oder sie Dir diese Entscheidung abgenommen hat, was ich Dir wünschen würde. Ich würde ihr auch sagen, dass Du da bist, um sie in eine andere Welt zu begleiten und dass Du Dich nach ihr richtest. Dann wirst Du auch spüren, wenn sie nicht mehr kann. Ich war mit meiner Hermine auch schon mal in so einer Situation, aber sie hat sich wieder berappelt, sie ist aber auch jünger, aber halt auch sehr klapprig, SDÜ und leicht dement. Dass sich Deine Katze wieder erholt, ist nicht zu erwarten, mit 21. Was für ein gesegnetes Alter....
Viel Kraft!

Katzenbändiger
27.08.2012, 20:47
Das ist eine sehr schwere Zeit, ich habe meine Knutschi noch 8 Monate nach der Tumordiagnose haben dürfen.
Und mir immer geschworen das ich sie gehenlasse sobald es für sie nicht mehr geht. (gibt hier auch einen Faden darüber)

Eines Morgens lag sie nur noch da schaut mich an und wollte nicht mehr, das war der schlimmste Tag in meinem Leben, weil auch ich mir immer gewünscht habe das sie von selber einschlafen würde.

Und auch wenn es seltsam klingt, ich war erleichtert das ich ihr das ermöglichen konnte, im Nachhinein war es genau die Richtige Entscheidung sie gehen zu lassen. Sie ist bei uns geblieben so lange sie wollte und konnte. Dann durfte sie gehen.

Wünsche dir viel Kraft.

Aschenputtel
27.08.2012, 20:52
Ja,das ist manchmal der letzte Liebesbeweis,den man für seine Lieblinge tun kann:bl:
So schwer wie es auch ist.

SchniPoSa
28.08.2012, 18:10
Rena :hug:
Ehrlich?
Wenn ich das so lese, denke ich, dass Deine alte Dame sich auf den Weg macht oder schon gemacht hat.
Und wenn ich es mir nochmal durchlese, finde ich, dass Du das eigentlich schon weisst aber Dir schwertust.
Absolut verstaendlich...
Schau Dir Deine Pelzgurke genau an und hoer ebenso gut in Dich hinein und Du wurst wissen, was das Richtige ist.
Da bin ich mir sicher. Schliesslich bist Du ein "Tiermensch".
Ich wuensche Dir und Deine Fellfluse viel Kraft auf dem noch folgenden Weg.
LG

:kraul:

Rena18
29.08.2012, 10:22
Es stimmt schon, ich tue mir schwer. Ich habe schon innerhalb von 2 Jahren 4 Hunde gehen lassen müssen, das habe ich bis heute nicht vergessen, sie sind quasi von Welpe an mit dieser Katze aufgewachsen, wurde alle um die 13 Jahre alt und sie ist noch aus dieser Zeit der letzte Mohikaner. Ich werde sie genauestens beobachten. Ja, manchmal ist man feige. Ich werde Euch mitteilen, wie es weitergeht.
Danke an Alle
Rena

UlliLili
29.08.2012, 11:06
Hallo, liebe Rena, eine Katze soll nicht leiden müssen, aber sie soll auch ihr Leben zu Ende leben dürfen. Wir haben die Möglichkeit, aber nicht die Pflicht, einzugreifen. Außer natürlich, sie hat große Schmerzen etc. Ich finde auch, dass man so entscheiden sollte, wie man selber glaubt am besten zurecht zu kommen. Wenn eine Katze noch eine Lebenswillen hat, indem sie z.B. frisst, auch wenn es nur durch die SDÜ ist, tut sie sich vielleicht schwer, einzuschlafen. Und das ist dann für einen selber schwerer als wenn der TA nur ein Spritzchen braucht und sie dämmert weg.
Ich meine auch, dazu sind TÄ da, einem bei so einer Entscheidung zu helfen. Sie kennen Katze und Frauchen und haben meist ein ganz gutes Gefühl, wann es Zeit ist. Und man muss es nicht alleine entscheiden....

Grizabella
29.08.2012, 13:03
Es stimmt schon, ich tue mir schwer. Ich habe schon innerhalb von 2 Jahren 4 Hunde gehen lassen müssen, das habe ich bis heute nicht vergessen, sie sind quasi von Welpe an mit dieser Katze aufgewachsen, wurde alle um die 13 Jahre alt und sie ist noch aus dieser Zeit der letzte Mohikaner. Ich werde sie genauestens beobachten. Ja, manchmal ist man feige. Ich werde Euch mitteilen, wie es weitergeht.
Danke an Alle
Rena

Ich glaube, die exakte Treffsicherheit bei solchen Entscheidungen lernt man nie, wieviele Tiere man auch schon bis zum Lebensende gehabt hat. Es ist sicher so, dass alles, was man aus Liebe entscheidet, richtig ist.

Ich habe vor sieben Jahren von meiner damals 19-jährigen Fipsi Abschied nehmen müssen. Sie war wie deine Katze, dement, seit ihrem 17. Lebensjahr blind, nicht mehr recht beweglich. Schließlich hatte sie einen Zustand erreicht, wo ich den Tierarzt holen wollte (von Wollen kann eigentlich keine Rede sein), wobei mein NG widersprach, also ließ ich es fürs erste, fürchtete ja selbst diesen Moment. In den nächsten zwei Tagen war sie auch noch auffallend inkontinent, und dann ging sie ohne weitere Hilfe über die Regenbogenbrücke, was unendlich traurig war und doch auch tröstlich, da sie ihr Leben zu Ende gelebt hatte.

Und doch habe ich mich nachher gefragt, ob ich früher hätte eingreifen sollen. Viele körperliche Mängel kann man durch viel Liebe ausgleichen, aber an welchem Punkt hebt das Eine das Andere auf?

Nach deinen Schilderungen steht deine Katze schon vor der Regenbogenbrücke. Mir wurde damals, beim letzten Besuch Fipsis in der Tierklinik gesagt, "Nehmen sie sie mit nach Hause. So ein altes Tier schläft ziemlich sicher zu Hause am ruhigsten ein. Etwa drei Wochen noch." (Es waren fünf.)

Vor drei Wochen besuchte ich mit unserem achtjährigen Kater Ulli wegen Fressunlust die Tierärztin. Sie stellte mittels Ultraschall einen überaus großen Tumor an der bereits völlig entarteten Niere fest, und das war sein sofortiges Ende. Auch so kann es gehen, das hat mich völlig überfallen, und ich werde seitdem nicht mit der Trauer fertig, weil ich ja in keiner Weise mit so einem Ende gerechnet hatte.

Was ist es, wovor wir zurückscheuen? Es ist in jedem Fall die Berührung mit dem Tod, die wir wahrnehmen, wenn wir ein geliebtes Wesen bis zum Schluss begleiten und zurückbleiben müssen, in welcher Weise das auch immer geschieht. Du kannst nichts falsch machen. 21 Jahre Liebe, da ist deine Entscheidung in jedem Fall richtig.

:hug: :kraul: :hug:

SchniPoSa
02.09.2012, 23:19
Rena, gibt's was Neues?

Rena18
04.09.2012, 09:44
Nein, es gibt nichts Neues, bzw. neu ist, dass sie jetzt immer ihren Kot außerhalb der Toilette absetzt und nicht mehr wie vor einigen Tagen noch, ab und zu. Ihr geht es nicht schlechter, sie frisst sehr viel, also alles wie gehabt. Sie ist ruhiger geworden, d.h. sie meldet sich nicht mehr lautstark, wenn die Tür geschlossen ist und sie rein will, also Zimmertür. Da sie als Freigänger gewohnt war durch den Keller in die Wohnung zu gehen, wählt sie immer noch diesen Weg. Sie läuft jeden Tag in den Keller (sie kann ja nicht mehr raus) und wieder hoch und das mehrmals am Tag.
Ich melde mich auf jeden Fall, wenn sich etwas Gravierendes tut.
Rena

UlliLili
04.09.2012, 22:33
Ich glaube, die exakte Treffsicherheit bei solchen Entscheidungen lernt man nie, wieviele Tiere man auch schon bis zum Lebensende gehabt hat. Es ist sicher so, dass alles, was man aus Liebe entscheidet, richtig ist.
Ein wunderbarer und sehr kluger Beitrag, der ganze Beitrag. Danke, Helga!

Rena18
15.09.2012, 12:15
Heute war unser letzter gemeinsamer Morgen. Nachdem sie vor Schwäche sich kaum noch auf den Beinen halte konnte, stand der Entschluss fest. Ich musste sie gehen lassen. Es tut zwar weh aber ich bin sicher, es war richtig.
Danke an alle für die unterschiedlichen Beiträge.
Rena

Aschenputtel
15.09.2012, 12:52
Lass Dich mal ganz doll drücken:hug::hug::hug:
Du hast das Richtige getan:bl:Nun quält sie sich nicht mehr und ist erlöst:bl:
Und Ihr seht Euch sicher wieder:hug:Alles Gute für Dich und ganz viel Kraft:hug: