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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund ist extrem ängstlich und trauert



bigchris83
30.11.2009, 09:03
Hallo an alle,

habe folgendes Problem. Wir haben den Hund einer bekannten aufgenommen da diese sehr schwer Erkrankt ist und wahrscheinlich die nächsten Tage nicht übersteht. Der Hund lässt sich nicht anpacken und verkriecht sich nur in die Ecke. Er frisst nicht und trinken tut er auch so gut wie nichts. Er war vorher ein paar Tage bei der Schwester der Erkrankten und dort, hat er auch kaum oder gar nichts gefressen und was das trinken angeht weiß ich es nicht. Er liegt nur auf seiner Hundedecke und macht ab und zu ein paar komische Geräusche. Er wirkt drinne irgendwie ein bißchen abwesend. Das Spazierengehen klappt soweit ganz gut. Wir haben ja auch noch einen anderen Hund der genau das Gegenteil von ihm ist, aber der hilft ihm irgendwie auch nicht.
Der Hund kommt ursprünglich aus Ungarn und wurde dort getretten und mißhandelt und das nicht zu knapp. Die Erkrankte die ihn dann aufgenommen hat, hat aber nichts gegen seine Angst getan sondern ihn nur noch mehr bestätigt. Wir können den Hund weder abputzen wenn wir mit ihm draußen waren und anpacken und so geht auch gar nicht. Er lässt sich seine Leine nur dran machen wenn er in einer Ecke steht. Er macht dann einen richtigen Buckel.
Was würdet ihr denn machen, wenn ihr so einen Hund hättet? Er wird zu 95% auch bei uns bleiben, außer die Erkrankte kommt wieder auf die Beine was aber so gut wie ausgeschlossen ist(auch schon 80).
Wir haben überlegt uns Rat beim Tierarzt zu holen, welcher auch schon mal eine Hundeschule hatte.

Sabiba
30.11.2009, 09:31
Hallo bigchris83,
was würdest Du machen und brauchen, wenn Du der Hund wärest? Genau: Du hättest auch Angst und würdest trauern. Und bräuchtest In-Ruhe-Gelassen-Werden, viel Geduld und Verständnis von Deinen Mitmenschen.
Der Hund hat traumatische Erfahrungen gemacht und nun sein gewohntes Zuhause verloren. Ist doch klar, dass er nicht fröhlich durch die Gegend springt. Gebt ihm Sicherheit, Geborgenheit und viel Zeit für die Umstellung. Das wird irgendwann schon besser.
Ich finde es übrigens riesig nett von Euch, dass Ihr den Hund aufnehmt. Alles Gute für Euch.

bigchris83
30.11.2009, 11:56
Wäre vielleicht so ein Pheromon-Stecker D.A.P. was für ihn? Vielleicht hilft das, damit er sich ein bißchen entspannt.

hutzl
30.11.2009, 12:39
ach der arme knopf....schon so schlechte erfahrungen gemacht und jetzt ist auch noch seine bezugsperson weg....

er trauert und hat angst - stell dir vor, du wärst in seiner haut!
ich würde ihn auf keinen fall zu etwas DRÄNGEN - ganz viel liebe, zuneigung und verständnis sind jetzt gefragt. vielleicht kannst du ihn ganz besonders lieb belohnen, wenn er sich zb. die leine drangeben hat lassen...dan siehst er: ohhhhh ich werde belohnt, weil ich mri die leine dranmachen lasse....und das würde ich ganz langsam schritt für schritt machen.
jetzt sagen sicher einige, du sollst in die hundeschule gehen - ich glaub, ich würde es noch nicht machen - keine anderen hunde, menschen, die ihn vielleicht nochmehr stressen....vielleicht gibts wo einen trainer, der mal zu dir nachhause kommt und sich das vor ort ansieht und dir dann tipps gibt?

ich wünsche euch alles erdenklich gute und dass ihr bald einen draht zueinander habt....

lg claudia

bigchris83
30.11.2009, 15:23
Danke für eure Hilfe. Schönes Bild ;-) . Das mit der Hundeschule wäre wirklich jetzt nichts für den kleinen, dass wäre der totale Horror für ihn.

Emma1978
30.11.2009, 17:53
Hallo.

Wie hat sich denn der Hund bei seiner eigentlichen Besitzerin verhalten? War er da auch schon so ängstlich? Kennt Euch der Hund?
Ich würde ihn gar nicht groß beachten in der ersten Zeit.... vorallem nicht anlocken oder großartig anreden.... mach alles in Ruhe, gib ihm eine stille Ecke, wo er seine Ruhe hat und dort nicht gestört wird....
Fressen wird er, wenn er sich halbwegs sicher fühlt.... aber auch da würde ich kein Großes Tamtam drum machen.... Futter hinstellen, halbe Stunde stehen lassen, Hund in Ruhe lassen und nicht anlocken oder zugucken !!! - wenn er nicht frißt Futter ohne Kommentar wegnehmen.... das ganze würde ich 3 x am Tag versuchen... :?:
Viel Glück mit dem Kleinen - das wird schon :tu:

Suzanne
30.11.2009, 18:45
Hi

Ich kann mich Emma1978 nur anschließen - ich würde ihn auch komplett ignorieren.

Eines würde ich noch zusätzlich versuchen - Du schreibst, ihr habt noch einen Hund. Ich würde "über ihn" versuchen, den anderen bischen aus seiner Lethargie zu holen. Ist es möglich, daß Du Dich mehr mit dem anderen Hund beschäftigst, und zwar "übertrieben" mehr? Spiele, sich dabei freuen, "ja fein, prima etc." mehr Knuddeln, Schmuseeinheiten einfordern. Irgendetwas, wo der andere Hund beobachten kann "es ist alles halb so schlimm, es scheint denen Spaß zu machen". Es wäre möglich, daß er sich irgendwann mitreißen läßt und so anfängt, aufzutauen :?: zumindest, wenn er anfängt, den Kopf zu heben und euch beobachtet, das wäre schon ein kleiner Schritt nach vorne.

Das noch ein anderer Hund da ist, sehe ich als großen Vorteil. Wenn Du dich mit dem anderen Hund beschäftigst, würde ich dem ängstlichem (der komplett zu ignorieren ist) den Rücken zuwenden. Nimm wenn Du hast, einen kleinen Spiegel, Kosmethikspiegel o.ä. in die Hand - so kannst Du dabei beobachten, was der ängstliche tut.

Grüße Susanne

der dicke hund
30.11.2009, 21:20
hallo
ich schliesse mich sanne und claudia an............bitte nicht bedrängen.auch nicht zuviel theater machen wenn es um alltägliche dinge des lebens geht.
nicht übermässig freuen auch nicht beim anleinen.der hund denkt dann*hm das muss was besonderes sein*
er wird sich eingewöhnen. du hast geschrieben seine besitzerin .es tut mir sehr leid das sie krank ist.........ihn doch sehr verwöhnt hat.
er wird ein paar wochen brauchen für den hund hat sich viel geändert aber es geht ihm nicht schlecht.........und in deutschland ist noch nie ein tier vor gefülltem napf verhungert.
wenn das tier gesund ist.
ich wünsche dir viel kraft wenn du magst kannsz du mir gerne pn`s schreiben.ich kenne mich mit der thematik ziemlich gut aus.

bigchris83
01.12.2009, 09:11
Werde eure Tipps anwenden und danke euch nochmals für die vielen guten Ratschläge. Ja er kennt uns, da er schon ein paar mal zu Besuch bei uns war. Er verhält sich bei seiner eigentlichen Besitzerin auch eher ängstlich. Ich denke das er vielleicht durch unseren Hund ein bißchen aus der Reserve gelockt wird.