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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welpe ist eingezogen nun kommen die Fragen



Cody2009
08.11.2009, 08:53
Hallo zusammen,

ich bin neu hier und hoffe das ich von euch etwas Hilfe bekomme.
Am Dienstag ist ein kleiner Welpe bei uns eingezogen. Super süßes Kerlchen:). Er ist gerade mal 8 Wochen alt und noch sehr abgemagert. Der kleine kommt aus Rodos und hat seine Mama und seine Geschwister leider dort drüben verloren. Nun meine Fragen. Er fühlt sich hier schon sehr wohl und ist sogar schon fast sauber was ich sehr erstaunlich finde. Ab wann kann ich mit ihm etwas länger draussen bleiben und weiter gehen? Klar das er noch Angst hat möchte nur eure Erfahrungen hören ab wann eure Hunde mehr vertrauen zu Ihrer Umgebung hatten. Dann das altbekannte Thema Nass- oder Trockenfutter. Im Moment bekommt er Nassf hab es mit Trofu versucht aber das kann er sehr schlecht kauen. Was haltet Ihr für besser? Er schlingt mir auch zuviel hat andauernd schluckauf. Ganz toll findet er auch uns in die Füsse zu beissen oder die Beine allerdings finden wir das nur halb so toll:sn: wie kann ich ihm das am besten abgewöhnen?
So erst mal genug für den Anfang. Würde mich über eure Antworten sehr freuen.

Lotta
08.11.2009, 17:09
Hallo Cody,

erst einmal herzlichen Glückwunsch zum neuen Familienmitglied. Vor euch liegt eine schöne und anstrengende Zeit.
Dein Welpe verhält sich ganz normal, etwa 14 Wochen lang bleiben Wildhundwelpen an ihrem Lager. Die Angst, die direkte Umgebung ihres Unterschlupfes zu verlassen, ist lebensnotwendig. Wenn sie in Abwesenheit der Eltern herumstreunen würden, würden sie nicht lange leben. Sie dürfen ihren Eltern auch noch nicht folgen, wenn diese fortgehen.
Die Eltern gehen bis etwa 5 Monate mit ihrem Nachwuchs nicht "spazieren", sondern führen ihn nach und nach zu neuen, interessanteren Spielplätzen, wo sie eine Weile unter Aufsicht spielen, und dann wieder zurückkehren. Erst ab etwa 5 Monaten begleiten die Junghunde ihre Eltern auf Jagdausflüge.

Für dich heißt das, bring den Hund nach und nach zu neuen interessanten Plätzen in eurer Umgebung. Vermeide wenn irgend möglich, ihn an der Leine irgendwo hinzuzwingen oder zu locken. Trag ihn lieber ein Stück und lass ihn an sicherer Stelle frei laufen und die Welt erkunden. Wenn ihr einen Garten habt, könnt ihr getrost noch zwei Wochen drinbleiben, nur regelmäßige Kontakte mit anderen Hunden solltest du ermöglichen. Ansonsten folge dem Tempo des Hundes, wenn er ängstlich ist, mach langsam voran, wenn er neugierig losmaschiert, ist Zeit für den nächsten Schritt.

Und keine Sorge, spätestens mit 6 Monaten wird der Hund begeistert spazierengehen und schon bald wird er euch zu längerem Draußenbleiben animieren wollen..

Viele Grüße von Lotta

der dicke hund
08.11.2009, 21:00
hallo du
auch von mir alles gute.....
ist es denn ein windi?
zum füttern......füttere viele kleine portionen.........ich gehe davon aus das ihr beim TA wart er entwurmt ist.
ob nass oder trocken das ist eine glaubensfrage es gibt spezielle welpen nahrung sowohl nass als auch trocken...


zum in die füsse beissen..............sage ganz klar und deutlich nein.nehme ihn weg.zur not auch 100x hintereinander dann wird er es verstehen. man nennt das *abbruchsignal*
zum laufen.er sollte sich nur lösen draussen....dann wieder rein......wenn er sich ein wenig sicherer fühlt könnt ihr die gegend erkunden.......aber nicht lange der kleine kerl kann noch keine grossen strecken laufen darf er auch nicht.
wenn du fragen hast dann frage ruhig und wenn du ein foto hast wäre ich glücklich:D:D:D:D:D

Gruschka
08.11.2009, 21:44
Hallo Cody, ich bin's schon wieder :D
Dass Euer Welpe Euch in Hände und Füße "beißt", finde ich völlig o.k. und eigentlich auch wichtig für die gegenseitige Bindung. Er muss allerdings lernen, dabei nicht zu rau zu werden. Wenn er Dir weh tut, gib' einen empörten Quieker von Dir, dann ein scharfes "Nein" (oder was auch immer Du als Abbruchsignal verwenden möchtest), dreh' Dich um und geh'. Er soll dadurch lernen, dass das schöne Spiel vorbei ist, wenn er zu wild wird. Wenn er das nicht begreifen will und unbeirrt weiter macht, rempel ihn ruhig mal zur Seite. Um ihm beizubringen wie man am besten spielt, ohne den anderen zu bedrängen, ist ein nicht allzu gutmütiger Althund ideal. Der wird dem Kleinen seine Grenzen deutlicher machen als jeder Mensch das kann. Wenn Du sowas in Deiner Bekanntschaft hast, nutze es!

Alles Gute, Gruschka

Jim Knopf
08.11.2009, 21:56
Warum soll ein Welpe sich draußn lösen und dann wieder rein? Wenn der Hund neugierig ist und draußen etwas erkunden will dann würde ich ihn lassen.
ich finde den Tip von Gruschka sehr gut.:tu:

Gruschka
08.11.2009, 22:11
Warum soll ein Welpe sich draußn lösen und dann wieder rein? Wenn der Hund neugierig ist und draußen etwas erkunden will dann würde ich ihn lassen.


Im Prinzip gebe ich Dir völlig Recht. Aber wenn man morgens um halb fünf barfuß und im Bademantel bis zu den Knöcheln im Schnee steht, sieht man den Erkundungsdrang seines Welpen etwas kritischer :D
Das ist halt die Krux bei den Winterwelpen...

Cody2009
09.11.2009, 09:14
Guten Morgen,

erst mal danke für eure Antworten:wd:.
Er ist ein Wildhund, der Tierschutz in Rodos hat ihn mit seiner Mutter und seinen Geschwistern auf der Strasse gefunden. Allerdings hat er nicht sehr lange auf der Strasse gelebt er ist ja noch sehr klein. Er ist geimpft, entwurmt und gechippt. Ich werde diese Woche nochmal zum TA gehen damit er ihn nochmal unter die Lupe nimmt.
Er frisst jetzt auch das Trofu fand er ja anfangs nicht so toll. Mir ist das Trofu lieber weil er nicht so schlingt wenn er es frisst. Hatte von dem Nassfutter immer Schluckauf. Ich füttere Ihm das Trofu von Bosch das soll ja ganz gut sein.
Das blöde an der zwickerrei ist nur das er die Kinder auch schonmal zwischen hat. Ich versuche ihnen gerade zu erklären warum er das macht und was sie machen sollen damit er aufhört ich hoffe es klappt.
Dann noch eine Frage. Der Zwerg ist ja in eine recht grosse Familie rein geraten. Wir haben nicht nur zwei Kinder sondern auch drei Katzen:kraul:.
Er findet die drei super und will Spielen aber da haben die so gar kein Verständniss für. Soll ich da irgendwie eingreifen oder abwarten? Sie tun ihm nichts fauchen nur wenn er zu wild wird.
Zum Spazieren gehen- Mittlerweile gehen wir etwas weiter. Anfangs nur bis zum Baum vor der Tür, jetzt schaffen wir es schon etwas weiter bis zur Hunde wiese. Da spielt er dann auch mit umher fliegenden Blättern. Allerdings vergisst er dann schonmal das Pippi machen:man:. Aber auch das wird er noch lernen. Er ist echt ein süsses Kerlchen und ganz schön schlau. Er macht sogar schon sitz auf Komando. Ich glaube er will alles so machen das wir mit ihm zufrieden sind. Er hat auch immer ein ganz schlechtes gewissen wenn er in die Wohnung gemacht hat dann schleicht er sich immer in sein Körbchen.

Lotta
09.11.2009, 10:06
Hallo Cody,

das klingt ja sehr gut bei euch! Der Kleine hat sicher noch nicht auf der Straße gelebt, sondern in irgendeinem Versteck, er kann ja erst 6 oder 7 Wochen alt gewesen sein, als er gefunden wurde. Er wurde wohl in der Nähe des Wurflagers gefunden oder die Hündin hat gerade versucht, mit den Welpen umzuziehen. Aber im eigentlichen Sinne schlechte Erfahrungen auf der Straße kann er wohl kaum gemacht haben.

Zu der Zwickerei kann ich nur noch raten, ein Spielzeug in der Nähe zu haben, z.B. ein Tau oder gern einen alten Lederhandschuh, den man dem Welpen fix zwischen die Zähne schiebt. Wir wollen ja, dass er mit uns spielt und das tut er nun mal mit dem Maul, aber beißen eben bitte ins Spielzeug, nicht in uns. Das Umlenken muss aber schnell gehen, beißt er trotz Spielzeug weiter ist Abbruch und Ignorieren wie oben beschrieben die richtige Methode. Wird er, gerade gegenüber den Kindern, so richtig wild und knurrt beim Beißen, ist auch mal eine Disziplinierungsmaßnahme (durch die Erwachsenen) dran. Man fasst ihn fest in das Nackenfell, drückt in leicht runter (nicht hochheben, nicht schütteln!) bis er stillhält (oft schreit er dabei wie am Spieß), setzt ihn dann auf seinen Platz und geht.

Hallo Jim Knopf,


Warum soll ein Welpe sich draußn lösen und dann wieder rein?

Die Bgründung hatte ich oben mit dem Wildhundeverhalten beschrieben. Ein Wildhundewelpe schnuppert am Löseplatz in diesem Alter auch nicht herum, sondern kehrt - von seiner angeborenen Angst und Unsicherheit getrieben - fix ins sichere Lager zurück. Für den kleinen Welpen bei uns ist das Lager eben die Wohnung. Ab ca. 7, 8 Wochen erweitern die Eltern den Spielplatz nach und nach, entsprechend nimmt die Angst ab und die Neugierde wächst. In Codys ersten Beitrag klang es noch nach "er will gar nicht", deswegen haben wir geraten, ihn nur zum Lösen draußen zu lassen. In ihrem zweiten Beitrag beschriebt sie genau die zu erwartene Entwicklung - er ist langsam zu mehr bereit.
Leider wissen so viele Welpenbesitzer nicht, dass die Verbindung Hund=spazieren gehen für Welpen noch nicht zutrifft. Manchmal wird die Weigerung, von Zuhause wegzugehen, sogar als Trotz oder gar Dominanz gedeutet - mit gruseligen Folgen. Deswegen hier unsere Antworten.

Viele Grüße von Lotta

Suzanne
09.11.2009, 10:17
Er findet die drei super und will Spielen aber da haben die so gar kein Verständniss für. Soll ich da irgendwie eingreifen oder abwarten? Sie tun ihm nichts fauchen nur wenn er zu wild wird.


das kenn ich zu gut :p

Nein, nicht eingreifen. (Allerdings am Anfang immer ein Auge draufhaben, manche Katzen sind recht rabiat und ins Auge gehen - im wahrsten Sinn des Wortes - muß es nicht.) Es ist völlig normal, daß er mit ihnen "spielen" will, das Verhalten der Katzen ist auch normal. Er wird lernen.

Meine Altkatzen damals verhielten sich genau so. Als später ein Katzenwelpe einzog, wollte sie spielen - der Hund, seinerzeit den Welpenbeinen entwachsen - dann nimmer.

Grüße Susanne

Jim Knopf
09.11.2009, 12:27
Hund im Nackenfell nehmen:eek: Runterdrücken? Bloss nicht was soll das bringen?

Zum entfernen des Welpen vom Bau. Da stimme ich Dir nur teilweise zu, sind die Erwachsenen da, tollen die Welpen rund um den Bau (und nicht im Bau)
Kontakt zu Artgenossen draußen ist wichtig, sonst wächst er ja die ersten Wochen isoliert auf, kennt nichts. Ist der Welpe Neugierig kann man ihm die Welt schon zeigen.

Okay barfuß im Schnee ist natürlich ein Argument

Lotta
09.11.2009, 21:35
Hallo Jim Knopf,


Hund im Nackenfell nehmen Runterdrücken? Bloss nicht was soll das bringen?


Mal ehrlich, hast du dich schon mal mit Hundeverhalten beschäftigt? Mit diesem Verhalten weisen Wolfs- und Hundeeltern ihren Nachwuchs zurecht. Sowohl die Reaktion als auch das Verständnis dafür ist angeboren. Ich habe es bei Zoowölfen gesehen und auch die Mutter meiner Hündin disziplinierte ihre Rasselbande regelmäßig auf diese Weise. Alternativ gibt es auch mit den Zähnen seitlich ins Nackenfell greifen und mit der Schulter zu Boden drücken. Davon gibt es ein schönes Foto in Trummlers: "Das Jahr des Hundes". In beiden Fällen schreien die Welpen schon mal vorsorglich, obwohl es wohl kaum wehtun kann. Sie verstehen eben, was gemeint ist, warum sollte man das zur Erziehung nicht nutzen. Allerdings sparsam, weil es gerade für schüchterne Welpen eine ganz schöne Machtentfaltung darstellt.

Das soll es bringen...

Und zur Wohnung: Der Welpe wird wohl kaum die ganze Wohnung als Wurflager verstehen. Für ihn ist sie Wurflager (längst nicht immer sind das Höhlen) mit Primärspielplatz, dort ist er sicher und kann ganz entspannt spielen. Von dort ausgehend erweitern er dann nach und nach seine Welt.
Hundekontakt ist wichtig, aber vor der 12. Woche nicht durch Spazierengehen mit ständig wechselnden Kontakten sondern lieber mit einigen wenigen welpenfreundlichen erwachsenen Hunden und anderen Welpen.

Viele Grüße von Lotta