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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hundeerziehung...wir schaffen es nicht



Lisa80
25.10.2009, 13:32
Hallo,

wir hoffen das wir hier evtl. ein paar Tipps für unsere "Probleme" bekommen. Wir haben einen, jetzt fast 7 Monate alten Golden Retriever namens Gizmo. Wir haben Ihn seit ca. 4,5 Monaten.

Wir gehen mit Gizmo seit seiner 13. Lebenswoche in die Hundeschule, zunächst Welpenspielstunde, jetzt in die Junghundeschule (1 bis 2 mal pro Woche).

Wir haben unsere Situation bereits mit dem Züchter und unserem Hundetrainer besprochen, dazu gleich mehr.

Folgendes bekommen wir einfach nicht in den Griff: Wenn Gizmo abgelenkt ist, dann hört er überhaupt nicht, rein gar nicht.

Weder auf seinen Namen, noch auf "komm" oder "Platz" oder sonstige Kommandos.

Wir wohnen direkt am Ortsrand und um uns herum sind freie Felder und Wiesen. Wenn ich oder mein Mann mit Gizmo spazieren gehen (i.d.R. 3 mal am Tag á ca. 45-60min), dann lassen wir ihn freilaufen. Sobald wir andere Personen sehen (z.B. Jogger, Radler, Spaziergänger), dann leinen wir ihn an, da er sofort auf die Leute zurennt. Er bellt nicht, er knurrt nicht, er rennt nur hin und will hochspringen und spielen. In solchen Momenten kennt er keine Kommandos, er sieht es und rennt hin.

Unser Tiertrainer meinte das wir ihn mit Schleppleine laufen lassen sollen, das haben wir auch gemacht (10m lang). Aber sobald er etwas wie beschrieben sieht, dann zerrt er an der Leine und will unbedingt hin. Oder er verbeisst sich in die Leine (was er bei seiner "normalen" Leine nicht macht).

Ausserdem sollen wir uns "interessant machen" und Gizmos Aufmerksamkeit auf uns zu lenken. Auch das versuchen wir, wir singen seinen Namen förmlich oder springen juchzend umher. Er schaut dann evtl. mal kurz zu uns auf, aber auf ein Kommando wie "komm" oder seinen Namen hört er überhaupt nicht. Einmal kurz zu uns geschaut, dann sofort weiter zu seinem Ziel gerannt oder gezogen.

Das Spazierengehen wir echt zur Katastrophe.

Heute hatten wir bei uns im Garten folgende Situation: Wir machen den Garten gerade winterfest und haben die Beete kplt. runtergeschnitten. Gizmo war im Garten und kaum hatten wir im kurz den Rücken zugedreht, da hat er sich einen Stock geschnappt und ist weggerannt. Ich wollte ihm den Stock abnehmen und gegen ein Leckerchen bzw. sein Spielzeug tauschen, doch kaum bin ich in seine Nähe gekommen, hat er sich wieder den Stock geschnappt und ist vor mir weggerannt. War ich ausser Reichweite, hat er sich wieder hingelegt und an seinem Stock gekaut. Als ich dann kurz in seiner Nähe war, hat er sich das Leckerchen geschnappt und seinen Stock und ist wieder weggerannt.

Das geht solange bis er die Lust an dem Gegenstand verliert. Wir nehmen im i.d.R. auch nichts ab, wir mussten ihm nur einmal etwas aus dem Maul nehmen, da er eine Schraube am Straßenrand aufgehoben hat. Das ist aber schon lange her.

Wir haben Gizmo niemals geschlagen, nie mit Gewalt erzogen oder sonstiges. Er kommt aus einem guten Zwinger, hat Kontakt zu Artgenossen und ist vom Grund auf ein sehr braver Hund, in unseren vier Wänden ist er absolut artig, gehorsam und gelehrig.

Nur sobald er Dritte sieht oder auf einen Gegenstand fixiert ist, da ist es damit vorbei. Und in jedem Buch über Hundeerziehung steht was anderes.

Was können wir tun ? Wir haben vor allen Dingen sehr große Angst davor das er wegläuft und ein Unfall passiert. Aber wir können ihn doch auch nicht nur angeleint spazieren lassen.

Gibt es spezielle Kommando- oder Verhaltensübungen die wir mit ihm machen können ? Wir ziehen auch ein Wechsel der Hundeschule in Betracht.

Liebe Grüße


Lisa

Grimi
25.10.2009, 13:44
Hallo und :hi:

Also, so wie sich das liest, habt ihr die besten Tipps schon bekommen.

Zur Schleppleine: Was macht ihr denn wenn er irgendwo hinzieht? Reagiert ihr vorher?

Ich denke ein Wechsel der Hundeschule bringt euch nicht weiter. Konsequentes Handeln ist jetzt der einzige Weg. Euer Hund steht am Anfang der Flegelphase, das wird in den nächsten Monaten alles eher noch anstrengender und nicht leichter. Ich weiß wovon ich spreche, mein Rüde ist jetzt 21 Monate alt und testet mich jeden Tag aufs Neue.

LG Mia

Theolino
25.10.2009, 13:59
Hallo Lisa
:hi: und willkommen im Club ;)
ich hab den Eindruck, der kleine Racker nimmt Euch nicht so recht ernst..... tröste Dich, das ist bei unseren genauso :D
Bei unserm Theo hab ich den Eindruck, daß dieses "sich für den Hund interessant Machen" nicht funktioniert, weil er sich unser so sicher ist.... und bei ihm gab es auch Zeiten, da war jeder andere Hund weitaus interessanter als das beste Leckerli. Das hat sich jetzt etwas gelegt, so daß wir zweierlei mit eingebaut haben:
1. hin und wieder sind wir einfach mal weg. D.h., wenn die Hunde mit Stöbern Schnuppern usw. beschäftigt sind und nicht nach uns schauen, verschinden wir mal hinter einem Baum oder Strauch oder nehmen einfach einen ganz anderen Weg als sonst. Damit muß der Hund einfach auch zwischendurch auf uns achten.
2. Wir konditionieren unsere Hunde auf ein sogenanntes Superwort.... d.h., das Superwort bedeutet DEN Jackpot,, das ultimative Leckerli, das es sonst nicht gibt. Wie man das macht, kann man Euch in der Hundeschule sicher erklären.

Nicht verzweifeln, das wird..... und selbst wenn der Hund mal ein Jahr nur an der Schleppleine läuft - da muß er halt mit durch.

Jim Knopf
25.10.2009, 16:21
Für Euren Hund ist alles eben ein Spiel:D Habt Ihr schonmal über eine Ausbildung mit Dummy gedacht? Wir selbst haben keine Retriever aber ich kenne viele die mit Ihren Retriever diese Ausbildung angefangen haben und auch weiterhin darin arbeiten. Vielleicht ist Euer Hund auch unausgelastet (davon hängt nicht die Dauer des Spazierganges ab sondern was er dort erlebt) wie wird er gefördert?

peanutsnorfolks
25.10.2009, 16:29
Hallo,
ich denke, das Ganze ist zwar ärgerlich, aber nicht unmormal in dem Alter.
Der Hund hat sich jetzt richtig gut eingelebt bei Euch, kann euch einigermaßen einschätzen und will sein Leben geniessen.
Mit 7 Monate ist er mal gerade aus dem Welpenalter raus und hat nur Blödsinn im Kopf. Von gefestigter Erziehung kann da nicht die Rede sein.

Nehmt das Schleppleinentraining wieder auf und zieht das konsequent durch.
An der Schleppleine ran holen, Richtungswechsel und dann belohnen, wenn das gut geklappt hat.
Und verzweifelt nicht, wenn Ihr das noch 1 ober 1 1/2 Jahre so machen müsst.
Einen zuverlääsig gehorchenden Hund hat man nicht nach 3 Monaten.

Gruß
Jutta

Lenox
26.10.2009, 09:06
Hallo Lisa,
wenn ich deinen Thread lese, dann erinnert mich jedes einzelne Detail an unsere Jeannie in dem Alter.
Ich weiß, es ist anstrengend und manchmal frustrierend, wenn die ganze Erziehung nicht zu fruchten scheint, aber das täuscht.
Wenn ich mit Liebe und Konsequenz erzieht (gegebne Kommandos auf jeden Fall durchsetzen und Regeln nicht ändern, nur weil's im Moment zu anstrengend ist) dannn werdet Ihr sehen, dass es sich gelohnt hat. Leider kann ich Euch aus Erfahrung für die nächsten Monate noch keine großen Hoffnungen machen. Euer Gizmo ist jetzt ein Jungspund, der die Welt entdecken will und dem momentan alles da draußen wichtiger ist, als Herrchen oder Frauchen, jedenfalls, wenn er draußen unterwegs ist.
Wie schon gesagt, dass sich die ganze Anstrengung gelohnt hat, werdet Ihr mit etwa 2-3 Jahren sehen.
Bis dahin braucht Ihr leider manchmal gute Nerven und einge ganze Portion Geduld.
Zur Schleppleine. Sie ist ein sehr gutes Erziehungsmittel - sozusagen der "verlängerte Arm" von Euch. Allerdings müsst ihr mit ihr gezielt arbeiten. Sie sollte nicht nur dazu da sein, um zu verhindern, dass Gizmo ausbüxt.
Dass Gizmo in die Schleppleine beißt ist doch verständlich - dieses kluge Kerlchen hat kappiert, dass das der Grund dafür ist, dass er nicht zu seinem Ziel kommt. Wenn er mal wieder hineinbeißt - stehen bleiben, ihn ignorieren, bis er damit aufhört, dann erst den Weg wieder fortsetzen.
Viel Erfolg beim Training
LG
Lenox