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Gast54
13.02.2009, 13:11
Hat irgendjemand von Euch Erfahrung mit IBD = Inflammatory Bowel Desease
oder auf Deutsch: Chronisch entzündliche Erkrankung der oberen Verdauungsorgane ?

Das hat mein fast 10-jähriger Kater Mohrle.
Er hat ungefähr in seinem 2. Lebensjahr angefangen, sehr mäkelig zu werden und hat sein Spektrum an Nafu immer weiter eingeschränkt, zum Schluß hat er nur mehr 2 Sorten gefressen.
Es ging so weiter, daß er immer ein paar Tage ganz gut gefressen hat, dann wieder ein paar Tage wenig bis nichts, sodaß ich ihn sogar zwangsernähren mußte.
Natürlich waren wir in einer - bekannt guten -TA-Praxis ständig "zu Gast", Mohrle wurde - sozusagen - auf den Kopf gestellt, also alle Untersuchungen durchgeführt, die nur möglich waren; so z.B. auch eine Magenspiegelung.
Außer einer leichten , unspezifischen Rötung der Magenschleimhaut wurde absolut nichts festgestellt.
Ende 2007 hatte Mohrle eines Nachts starkes blutiges Erbrechen. Also wieder TA, bei Magenspiegelung Gastritis festgestellt, mit AB und anderen Medis - auch Cortison behandelt.
Nach Absetzen der Medis gabs aber leider einen Rückfall, also wieder Medis usw. in schöner Reihenfolge. Bei der Gastritis war auch eine Biopsie gemacht worden, es zeigten sich bestimmte Entzündungszellen - ist ja logisch bei Gastritis.
Nachdem es trotz weiterer Behandlung nicht wirklich besser wurde, versuchten wir unser Glück beim Tier - Homöopathen - wieder kein Erfolg. 1/2 Jahr später, als es wieder ganz kraß wurde - Mohrle hatte praktisch aufgehört, selber zu fressen,- hatte unsere TÄ auf einer Fortbildung von IBD gehört. Genau diese Zellen, die bei Mohrles Gastritis gefunden worden waren, waren der Beweis, daß er das hat!
Die Krankheit ist in einer Doktorarbeit beschrieben- ich hab diese Arbeit gespeichert, wenn sie jemand interessiert, kann ich sie weiter geben.
Die Entzündung ist nicht heilbar, kann nur mit Cortison - und zwar lebenslang - behandelt werden, wobei die Entzündung nur zurück gedrängt wird, sodaß das Tier wohl keine Schmerzen hat und wieder selbständig frißt.
Jeder weiß aber, daß Cortison Nebenwirkungen erzeugt - abhängig von der Dosis, die verabreicht wird.
Leider ist die Prognose laut dieser Doktorarbeit nicht gut; die längste Überlebensdauer der Katzen in dieser Studie war 2 1/2 Jahre.
Bei unserem Mohrle sind wir jetzt auf 1/2 Tablette Prednisolon täglich (= 0,5 mg / kg Körpergewicht). Er hat bis jetzt keine erkennbaren Nebenwirkungen, frißt gut: Ca. 200g Nafu täglich, hält sein Gewicht und ist im Verhalten unverändert.
Ich würde mich freuen, wenn es jemanden unter Euch gibt, der mir seine Erfahrungen mit dieser Krankheit schildern würde.