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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leukose



wynnie66
24.01.2006, 21:08
Hallo Ihr Lieben,

wir (mein Freund und ich) haben im Internet zwei Katzen aus Spanien gefunden, denen wir gern hier in Deutschland ein neues Zuhause geben möchten. Leider haben beide von ihrer Mutter direkt im Mutterleib Leukose bekommen die auch trotz innigster Versuche der Pflegemutti nicht verschwand. Sind jetzt ca. 5 und 7 Monate alt und ziemliche Brocken. Nicht dick, aber sehr athletisch groß gewachsen. Beide sind Siam-Mix und er bereits 5 kg schwer. Also gesunde vitale Miezies. :)

Zur Leukose wurde mir gesagt, daß es nur direkt von Katze zu Katze über die Körperflüssigkeit weitergegeben werden kann. Es soll ein Keim sein, der (ähnlich wie der HI-Virus) jahrelang "schlummern" kann um dann mit dem nächsten Infekt oder sobald das Immunsystem das nächste Mal mit etwas anderem "beschäftigt" ist, die Armen überfällt. Die Katzen werden dann übelst krank und siechen so dahin bis es vorbei ist. :0(
Soweit werde ich es bei den Beiden natürlich nicht kommen lassen; werde ggf. erlösen. Im Moment möchte ich darüber aber noch nicht nachdenken, weil beide "kerngesund" sind; d. h. fit wie ein Turnschuh und totale Schmuser.
:hug:
Ich habe auch im Internet gelesen, daß diese Keime, diese Krankheit für andere Tiere wie auch Menschen völlig ungefährlich sein soll. Hat jemand von Euch eine mit Leukose erkrankte Katze? Könnt ihr das bestätigen? Die jetztige Pflegemami hatte schon mal eine Katze die sich mit 2 Jahren mit Leukose angesteckt hat und noch weitere SECHS Jahre gelebt hat. Ist doch immerhin etwas, oder? Auch hat sie noch gesagt, daß sie den beiden jetzt ein immunabwehrstärkendes Medikament von Tierarzt gibt, was die beiden auch bereitwillig nehmen. Jeden Tag eine Tablette. Das ist doch hinzukriegen, denke ich. Damit geht es ihnen wohl sehr gut soweit.

Hat jemand von Euch Erfahrung damit? Auf was man achten sollte und so? Natürlich muß ich die beiden besonders auch vor Infektionen usw. schützen, das ist klar, aber was gibt es sonst noch zu beachten?

Achso, und ist der Keim gefährlich wenn man schwanger ist? Und was denkt Ihr darüber, wenn jemand sagt, daß man seine Katze abschaffen muß, wenn man schwanger ist? Reicht es nicht wenn ich bezügl. Toxoplasmose nicht in der Zeit das Katzenklo saubermache und nach dem Streicheln der Katzen mir die Hände wasche?

Ich weiß, daß sind eigentlich zwei Themen, aber dafür jetzt extra einen neuen Beitrag auf zu machen fand ich etwas übertrieben.

Danke schon mal im Voraus für Alles!!:-*

:p

Biene73
25.01.2006, 13:20
Hallo Wynnie,
zur Leucose kann ich dir nicht viel sagen.

Aber Toxoplasmose und Schwangerschaft ist kein Problem, wenn man ein paar Regeln beachtet. Wenn möglich nicht das Katzenklo selber reinigen, da der Erreger über die Exkremente übertragen wird. Aber wer faßt schon Katzenhäufchen an und steckt dann die Finger in den Mund :confused:
Eine Freundin von mir hat sich bei einer anstehenden Schwangerschaft beim Frauenarzt auf Toxoplasmose testen lassen. Muß man selber zahlen, kostet aber nicht die Welt. Denn den Erreger bekommt man hauptsächlich über rohes Fleisch und Gemüse und nicht über Kontakt mit Katzen. Deshalb sind rohe Lebensmittel während der Schwangerschaft eigentlich Tabu.
Es ist also eher wahrscheinlich, dass du dir die Toxoplasmose über Lebensmittel einfängst als bei deinen Miezen.

Liebe Grüße von Biene und Mia :)

Rennsemmel
25.01.2006, 14:11
Wie wäre es mit einem Leukosetest :?: ?

Das Labor Alomed schreibt über Leukose folgendes:

Die virämische Phase einer FeLV-Infektion Die Phase einer Infektion, in der man das Virus im Serum/Plasma sicher nachweisen kann ist jedoch zeitlich begrenzt, man nennt sie die 'virämische Phase'. Bei den meisten infizierten Katzen dauert sie nur wenige Wochen, weil das Immunsystem in der Lage ist, die Viren aus dem Organismus schnell und auf Dauer zuss entfernen. Dies nennt man dann eine transitorische Virämie, die Viruskonzentration im Blut ist nur mäßig hoch. Die Tiere scheiden danach keine Viren mehr aus und ihre durch die überstandene Infektion erworbene Immunität schützt sie zumindest einige Zeit vor einer neuen Infektion.

Unterschiedliche Formen des Erkrankungsverlaufs Ist jedoch das Immunsystem entweder noch nicht voll ausgebildet (wie bei Welpen), oder nicht mehr voll funktionsfähig (wie bei geschwächten, chronisch kranken oder alten Tieren), so kann eine Infektion nicht 'zurückgeschlagen' werden und das Abwehrsystem der Katze wird vom FeLV überrannt. Die Viruskonzentration im Blut steigt auf höhere Werte, die über Monate bestehen bleiben können. Dies nennt man eine persistierende Virämie. Die Tiere werden zuss Dauerausscheidern und von der Krankheit früher oder später befallen. Etwa 80 % der Tiere mit persistierender Virämie sterben spätestens 3 Jahre nach Beginn der Infektion. Im Verlaufe der Erkrankung kann es dabei zuss Tumoren der weißen und roten Blutzellen (Leukämie), der Stammzellen des blutbildenden Systems und von einzelnen Organen kommen. Bei diesen Tumoren ist das FeLV häufig nicht mehr im Blut nachweisbar.
Es kann jedoch auch eine 3. Form des Erkrankungsverlaufs auftreten, die sogenannte Viruslatenz. Sie kann sich an eine virämische Phase anschließen, wenn das Virus im Knochenmark verbleibt, ohne daß jedoch eine massive Ausschwemmung in den Blutstrom stattfindet. In der Regel sind diese Tiere keine Ausscheider, die Infektion kann jedoch reaktiviert werden (z.B. auch bei Welpen) und wieder in einer virämischen Phase münden, mit den oben beschriebenen Folgen.

FeLV-ELISA (Leukose-Test) muss eine hohe Sensitivität besitzen Aufgrund der beschriebenen Zusammenhänge ist es von großer Bedeutung, im Labor ein Testverfahren mit höchster Empfindlichkeit einzusetzen, mit dem das FeLV in den Erkrankungsphasen , wo es sich im Blut befindet, auch erfaßt werden kann. Nicht nur bei hohen und höchsten Konzentrationen, sondern nach Möglichkeit auch bei transitorischer Virämie, beginnender persistierender Virämie und evtl. auch Viruslatenz. Nur dann lassen sich Infektionen rechtzeitig, schon vor dem Auftreten massiver klinischer Symptome erkennen.

Grizabella
25.01.2006, 14:57
Hallo, Wynnie,

Ein leukosekrankes Tier hatte ich noch nicht, aber eine mit Corona-Viren infizierte Katze, die immerhin fast 19 Jahre alt wurde und dann an diversen Altersbeschwerden gestorben ist. Wenn du noch keine Katze hast und die beiden gerne nehmen würdest, würde ich das tun. Was FIP betrifft, habe ich schon von einem Kater gehört, der auch über die Jahre ein immunabwehrstärkendes Medikament bekam und damit steinalt wurde. Meine Fipsi wurde aber auch ohne dieses Medikament steinalt. Diese Infektionskrankheiten bei Katzen tangieren den Menschen nicht, auch nicht das Ungeborene. Du solltest aber sehr auf Parasiten, also z.B. Würmer und Flöhe achten, also ggfs. sofort dagegen angehen.

Hier in Österreich ist während der Schwangerschaft mindestens ein Toxoplasmose-Test auf Regimentsunkosten vorgeschrieben. Wenn es bei euch anders ist, würde ich einen solchen auf eigene Kosten machen lassen. Natürlich ist es gut, wenn dann jemand anderer für die Reinigung der Ka-Toiletten sorgt. Ich habe mich allerdings während meiner ersten Schwangerschaft auch von keinen Dreckarbeiten abhalten lassen, und später wurde festgestellt, dass ich schon Kontakt mit Toxoplasmose gehabt haben müsste, also habe ich während der nächsten drei Schwangerschaften auch nichts ausgelassen, entsprechende Hände- und sonstige Hygiene vorausgesetzt. Meine Kinder sind immer neben einer Unmenge von Tieren aufgewachsen und waren nicht einmal häufig krank. Waren sie es doch, hatte es nichts mit den Tieren zu tun.

Den Kontakt zu Mitmenschen, die mir den guten Ratschlag gaben, die Tiere mit Rücksicht auf die zu erwartenden oder schon vorhandenen Kinder wegzugeben, habe ich abgebrochen, das ist nichts für mich. Ich bin der Meinung, dass dort, wo Tiere keinen Platz (mehr) haben, eigentlich auch kein Platz für Kinder ist. Ganz abgesehen davon, dass die sehr häufig auch gegenseitige Erziehungsarbeit leisten - den Kindern allerdings muss man häufig auf die Finger schauen, damit es nicht zu grob hergeht.

Auch bei mir sind seit elf Monaten zwei getigerte Spanier. Was Anhänglicheres und Liebevolleres ist kaum vorstellbar.

Stürz dich also in das neue Katzenabenteuer!

wynnie66
27.01.2006, 21:42
Hallo Ihr Lieben,

danke für die sehr schönen und informativen Antworten. Bin schon viel beruhigter und schlauer! Nehmen werden wir die zwei auf jeden Fall. Es fehlt nur noch die Vorkontrolle und schon kann´s losgehen.

Ich freu mich drauf, danke nochmal.

w.

Renate W.
27.01.2006, 23:09
Hallo,

ich würde die beiden auch nehmen, aber es ist da einiges zu beachten:

Zu allererst würde ich den FeLV-Test in Deutschland noch einmal machen lassen, um wirklich Sicherheit zu haben, ob die beiden FeLV-positiv sind, da es auch falsch-positive Ergebnisse gibt.

Nicht alle Katzen, die FeLV(Felines Leukosevirus) infiziert sind, erkranken auch.

Auf meiner HP unter "Krankheiten", "FeLV - Felines Leukosevirus" findest du weitere Infos.

http://members.chello.at/mypersians

Da die Infektion durch Lecken, Deckakt (werden wohl kastriert, scheidet also aus), vor allem aber durch Bisse, übertragen wird, dürfen die Katzen keinen Freigang haben. Außerdem solltest du auf keinen Fall eine gesunde Katze (außer sie ist FeLV-negativ getestet und zumindest zweimal FeLV geimpft, d.h. die Grundimmunisierung ist gegeben) zu den FeLV-positiven Katzen nehmen.

:cu:

Ronjakatze
28.01.2006, 12:42
Hallo,

eine meiner Freundinnen hat auch zwei Leukose-Katzen.
Ihr Kater hatte sich wohl, trotz Impfung, als Freigänger irgendwo angesteckt.
Daraufhin hat sie ihn mühsamst zum "Stubentiger" umfunktioniert, war WIRKLICH streßig, aber jetzt nach zwei Jahren kann sie ihn auch wieder auf den vernetzten Balkon hinauslassen, ohne das er versucht auszubrechen.
Damit Mikesch aber nicht so einsam ist, sie muß ja auch arbeiten, hat Biggi aus dem TH eine zweite Leukose-positive Katze dazugenommen.
Gottseidank haben sich die beiden Kater von Anfang an sehr gut verstanden und mittlerweile sind sie schon wie siamesische Zwillinge.
Beide Kater sind groß und kräftig, haben ein herrliches Fell und toben wie die "Blöden" durch die Wohnung.....nach außen hin einfach nur schöne, kerngesunde Katzen

Weil ich aber meine "kleinen Biester" keiner Gefahr aussetzen wollte, wenn ich Biggi mal besucht habe und NATÜRLICH auch mit Mikesch und Tigger geschmust habe, habe ich mich einfach bei verschiedenen TA's schlau gemacht.
Ergebnis:
Wenn ich jetzt heimkomme, lasse ich meine Schuhe draussen, wasche ich mir erst mal GRÜNDLICH die Hände und das Gesicht und ziehe mich komplett um, wobei ich die getragenen Sachen sofort wasche.

ICH würde die Beiden nehmen, sofern Du nicht unbedingt Freigänger haben willst. Denn Freigang wäre für andere Katzen wegen der Infektionsgefahr einfach zu gefährlich.

Liebe Grüße

Susanne

wynnie66
02.02.2006, 14:31
Hallo,

am Samstag ist die Vorkontrolle. Wenn dann gesagt wird, daß wir passen, bekommen wir sie.

Eine Frage noch: Ist es wirklich so, daß man sich umziehen muß, damit man das nicht weiterträgt? Davon hatte ich bisher nichts gehört. Ich hatte nur gehört, daß es von Katze zu Katze ansteckend wäre.

Wäre toll, wenn mir da jemand noch weiterhelfen könnte.

Das mit dem nochmaligen Test hier in Deutschland ist übrigens eine tolle Idee. Danke nochmal an Alle.

Wynnie66

Biene73
02.02.2006, 14:44
Übertragen wird das durch Ausscheidungen. Also auch Speichel, Kot usw. Das kannst du auch auf der Kleidung oder an den Schuhen haben.

Renate W.
02.02.2006, 17:51
Hallo Wynnie,

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Eine Frage noch: Ist es wirklich so, daß man sich umziehen muß, damit man das nicht weiterträgt? Davon hatte ich bisher nichts gehört. Ich hatte nur gehört, daß es von Katze zu Katze ansteckend wäre.
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Katzen können sich durch engen Körperkontakt mit Artgenossen (Bisse, Lecken, Deckakt) infizieren. Außerdem kann das Virus in der Gebärmutter einer trächtigen Kätzin auf die ungeborenen Kätzchen übergehen.

Ich denke, auch dein Tierarzt ist der Meinung "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste". Daher kommt wohl die Aussage, dass man sich umziehen soll.
:cu: