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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hilfe!! "Wucher" bei Tierarztrechnung ??



Hora-Li
02.08.2005, 11:50
Hallo allerseits,

ich beim surfen durch's Netz auf Eure HP und dieses Forum aufmerksam geworden und habe da eine kleine/große Sorge, bei der mir vielleicht jemand ein wenig weiter helfen kann.

Es geht bei mir um meine Katze "Lucy" und deren Zähne.

Folgendes ist mein "Problem":

Lucy ist eine 9 Jahre alte Katze (EKH), die an starken Zahnproblemen litt. Einige Zähne waren locker, ein Reißzahn hatte sie schon verloren und das Zahnfleisch war stark entzündet. Da die Katze sehr scheu ist und sich sehr ungern transportieren lässt, habe ich einen Tierarzt zu Rate gezogen, der Hausbesuche anbietet. Wir vereinbarten einen Termin für den 24.06.2005, wobei ich die Zahn-Problematik der Katze am Telefon vorher eindeutig zur Sprache brachte. Um meine Katze überhaupt genauer untersuchen und behandeln zu können, verabreichte der Tierarzt ihr eine leichte Narkose. Er begutachtete den "Schaden" im Maul und teilte uns dann mit, dass er 3 - 4 Zähne nicht mehr retten könne und diese gezogen werden müssten. So weit so gut... ich gab mich mit der Behandlung einverstanden. So wurden 3 Zähne gezogen und eine Zahnsteinentfernung mit Ultraschall gemacht. Das Zahnfleisch war zwar durch die Entzündung stark geschwollen, aber trotzdem klappte das Entfernen der Zähne recht unproblematisch - es mußte nichts "herausoperiert" werden... es kam lediglich eine "Zange" (ich bitte meine laienhafte Ausdrucksweise zu entschuldigen) zum Einsatz, womit die Zähne gefasst und gezogen wurden. Da ich die ganze Zeit anwesend war, konnte ich das alles recht gut beobachten. Die Katze bekam im Anschluß an die Behandlung noch einiges an Antibotikum verabreicht und das Maul wurde nochmals gründlich ausgespült. Alles im allen hat der Eingriff von Verabreichung der Narkose bis hin zum Ausspülen ca. 45 bis 60 Minuten gedauert. Für diese von mir geschilderte Behandlung wurde dann eine Rechnung in Höhe von insgesamt (inkl. Medikamtenten) 747,30 (!!) Euro gestellt. Kann das "Rechtens" sein ?? Auf der Rechnung ist die Entfernung der Zähne als "schwierig" und inkl. Wurzelbehandlung deklariert ... wann gilt eine Entfernung der Zähne als "schwierig" und warum inkl. Wurzelbehandlung ?? Eine Wurzelbehandlung wurde m. E. nicht durgeführt. Alleine dieser Posten taucht mit ca. 138,06 Euro (netto) PRO ZAHN auf !! Dazu kamen dann noch die Posten für die allgemeine Untersuchung, Narkose und die Medikamente sowie die Anfahrt. Selbst wenn diese Abrechnung korrekt erfolgt sein sollte, ist es nicht im Gewissen Maße grob fahrlässig nicht auf eine solch zu erwartende hohe Rechnung hinzuweisen ?? Welcher "Otto-Normal-Verbraucher" hat denn "mal eben" so einen Betrag über ??

Nun haben wir Anfang Juli den Rechnungsbetrag ersteinmal zur Hälfte beglichen, denn ehrlich gesagt kommt mir die Angelegenheit mehr als zweifelhaft vor. Ich habe seit etlichen Jahren mit Tieren zu tun, besass u. a. über 15 Jahre lang ein eigenes Pferd, sowohl Katzen als auch einen Hund. Demnach bin ich mit Tierarztkosten eigentlich durchaus vertraut und habe ein "gesundes Verhältnis" zu den Kosten, die entstehen können. Aber das scheint mir doch außerhalb jeglichen Verhältnisses zu stehen. Nur mal so als Vergeleich... eine 3-tägiger (davon 2 Feiertage) Klinikaufenthalt bei einer akuten Kolik meines Pferdes, inkl. Intensiv-Betreuung und Nachtwache hat mich "gerade mal" 100,00 Euro mehr gekostet - wo bitteschön ist hier das Verhältnis ?? Auch für Zahnbehandlungen an meinem Pferd (inkl. Sedierung - allerdings ohne Entfernung von Zähnen) habe ich je nach Aufwand ca. 50,00 - 75,00 Euro bezahlt... das ist ein Zehntel !!

Da ich aus o. g. Gründen mich mit Tierärzten und Rechnungen ein wenig "auskenne" bin ich eigentlich kein sehr mißtrauischer Mensch, aber auf Grund dieser Rechnung in Höhe von knapp 750,00 Euro habe ich mich in anderen Tierarztpraxen erkundigt, was eine Behandlung in geschilderter Größenordnung so kosten würde. Mir wurden Beträge von ca. 60,00 Euro bis (im schlimmsten Fall) ca. 300,00 Euro genannt - wie kann das sein ?? Selbst wenn ich im schlimmsten Fall von 300,00 Euro ausgehe, ist das immernoch weniger als die Hälfte, von "meinem" Rechnungsbetrag. In allen von mir aufgesuchten Praxen schüttelte man absolut entsetzt den Kopf als ich den mir in Rechnung gestellten Betrag nannte und man riet mir dringends, Ihren Rat hierzu einzuholen.

Hat jemand von Euch eventuell ähnliche Erfahrungen gemacht ?? Wenn ja, wie soll ich am besten vorgehen ??

Sorry, dass ich solch einen "Roman" hier verfasst habe, aber ich bin echt ziemlich verzweifelt und würde mich über jeden Rat wirklich freuen.

Übrigens... für die Nachuntersuchung entstand nochmals eine Rechnung von 130,00 Euro - allerdings ist diese bisher noch nicht bei uns eingegangen. Auch bei der Nachuntersuchung wurde nochmals eine komplette Narkose und eine allgemeine Untersuchung aufgelistet... 130,00 Euro für eine Folgeuntersuchung - ist das bitteschön noch "normal" ?? Wie gesagt ist diese Rechnung noch nicht bei uns eingetroffen - ich habe aber den Betrag schon gesehen, da der Tierarzt direkt am Anschluß an die jeweiligen Behandlungen die Rechnungen im mitgeführten Laptop fertig gestellt hat. Na ja... vielleicht kann ich ja Hoffnung habe, dass er selber ein paar "Skrupel" hat, eine solche Rechnung für eine nichteinmal 10-Minütige Nachuntersuchung abzuschicken.

Vielen Dank für Euer "Ohr"

Viele Grüße
Britta

Hier noch ein paar Ergänzungen zur Rechnung im Detail:

Bei meiner Katze wurde nichts geröntgt und es wurden "ganz normal" die Zähne gezogen. Es mußten keine Zahnreste nachträglich entfernt werden o. ä.

Die Rechnung ist klar aufgegliedert und so heißt es in der Rechnung beim "größten Posten" wie folgt:

"Zähne Extraktion mehrere inklusive Wurzelbehandlung" - Faktor 3 (3 Zähne) = 414,18 (netto)

Dazu kommt dann noch einmal die Zahnsteinentfernung/-prophylaxe, Ultraschall mit Scaling für 122,72 (netto), sowie die allgemeine Untersuchung mit Beratung für 14,32 (netto) und die Narkose für 30,68 (netto).

Dann sind noch die Medikamente aufgelistet, die aber alle zusammen "gerade mal" eben über 30,00 Euro netto ausmachen

michi2
02.08.2005, 12:02
Schau mal hier, ob Du die Beträge zusammenbekommst. Tierärzte können bis zum 3-fachen Satz abrechnen. Vielleicht hilft das weiter.

http://www.vetvita.de/tierrecht/got/hinweis.shtml

Ich finds teilweise schon heftig, was so alles verlangt wird und ich trau meiner letzten Tierärztin deswegen nicht mehr über den Weg, weil ich bei ihr echt das Gefühl hatte, dass man abgezockt wird.

LG Michaela

Katzenmammi
02.08.2005, 12:04
Hallo,

also, zuerst einmal ist die Grundlage der Honorare die Gebührenordnung für Tierärzte GOT, die man auch im Internet runterladen kann. Abweichungen davon müssen wie bei uns Menschen VORHER mit dem Patienten besprochen werden. Die meisten Ärzte lassen sich dann diese besonderen Leistungen vor Erbringen unterschreiben. Sicherlich ist es immer besser, sich vor einer größeren Behandlung mit dem Arzt über mögliche (Folge-)Kosten zu unterhalten. Aber der TA kann keine Phantasiepreise festlegen, die niemand nachvollziehen kann. Eine Bekannte hat letztes Jahr für eine vergleichbare OP um die 300 EUR bezahlt.

Wurzelbehandlung: auf einem Röntgenbild sind die Stifte eindeutig zu erkennen - das wäre auch bei Deiner Katze der Fall. Laß Dir das Röntgenbild zeigen.

Daß für eine Nachbehandlung, also ein Check der Zähne eine Narkose gemacht werden muß - naja .... ist die denn wirklich erfolgt?

Laß Dich nicht einschüchtern, das scheinen ja komische Praktiken zu sein. Studiere mal die GOT, zu welchem Ergebnis die kommen. Und dann wende Dich noch mal an die Praxis.

Viel Erfolg und für Deine Mimi alles Gute

Suse
02.08.2005, 12:33
Wenn die anderen TÄ einen Preis von ca 60,- Euro genannt haben, dann wars vielleicht ein Kommafehler?

Warst Du denn schon öfter bei diesem TA - kennst Du ihn?

Ich denke da bringt nur ein klärendes Gespräch etwas. Gut wäre natürlich, wenn Du Dir vorher die GOT ausdruckst.

Viel Erfolg,
:cu: Suse

Hora-Li
02.08.2005, 14:21
Hallo allerseits,

vielen Dank schonmal für Eure Antworten.

Bei den genannten Betrag von ca. 60,00 Euro eines anderen Tierarztes handelt es sich keineswegs um einen Kommafehler. Die von mir recherchierten Beträge von anderen Tierärzen sind lediglich "Anhaltspunkte" und weichen natürlich stark ab, da man ja nie einen genauen Betrag im Vorwege nennen kann. Aber alle von mir aufgesuchten Praxen waren entsetzt über den von mir genannten Betrag.

Zur Wurzelbehandlung... ein Röntgen-Bild ist nie gemacht worden... das ist ja unter anderem hauptsächlich das, was mich so stuzig macht. Es erfolgte meines Erachtens garkeine Wurzelbehandlung, sondern es handelte sich "lediglich" um eine ganz normale Extraktion von 3 Zähnen. Außerdem hat er die Extraktion als "schwierig" eingestuft, was laut GOT den Preis nochmals kräftig nach oben bringt.. aber was ist "schwierig" ??

Zur GOT... wenn ich das so richtig sehe, dann hat der Tierarzt für sämtliche Leistungen den doppelten Satz berechnet. Woran macht ein Tierarzt das fest ? Weiß das evtl. jemand genauer, an welchen Bedingugen die Höhe des Satzes fest gemacht wird ? Es lag weiß Gott hier kein außergewöhnlich schwerer Fall vor und meine Katze ist auch keine "Risiko-Patient" gewesen. Zudem war es ein ganz normaler Werktag zu einer ganz normalen Uhrzeit (14:00 Uhr).

Die Narkose wurde zur Nachbehandlung tatsächlich durchgeführt. Ich war dabei und obwohl ich meine Einwände gegen eine Narkose hatte (die Katze war durch das Sedlin schon stark beruhigt), hielt der TA es trotzdem für unbedingt nötig, da er angeblich sonst nicht gründlich "nachuntersuchen" könne.

Wie sieht es damit aus, dass ein Tierarzt auf evtl. günstigere Behandlungsmethoden hinweisen muß ?? So weiß ich jetzt z. B., dass diese spezielle Zahnsteinentfernung per Ultraschall purer "Luxus" war, denn eine ganz normale Entfernung per Hand hätte den Sinn und Zweck genauso erfüllt und hätte weniger als die Hälfte gekostet. Aber darauf wurde vorher in keinster Weise hingewiesen. Gibt es da keine "ethischen Grundsätze" für Tierärzte ?

Ich habe mich heute auf Anraten eines Bekannten an die zuständige Tierärztekammer gewendet. Bin mal gespannt, was die dazu sagen, zumal eine Nachbarin von uns mit dem gleichen Tierarzt genau das gleiche "Problem" hat und auch schon Einspruch gegen die Rechnung erhoben hat.

Viele Grüße
Britta

mariabonita
02.08.2005, 14:54
hallo britta!

also was tierarztrechnungen betrifft, weiss ich auch nicht, nach welchen kriterien die sich ihre kosten zusammenreimen...hab mal diesen link durchgelesen, finde aber einige tierärzte wirklich unverschämt!

vor ein paar wochen wollte ich mit meinen 2 katzen zum tierarzt,um sie mal durchchecken zu lassen,da lilly häufig erbricht (aber schon seit jahren), und mein neu dazugeholter kater immer mal wieder durchfall hatte (futterumstellung?)...

bei einem tierarzt 2 strassen weiter wurde mir bei einem anruf gesagt, eine ganz normale routineuntersuchung würde mich pro katze 49,95 euro kosten !!!!!

ich hab meine katzen ja sehr lieb, aber ich bin studentin!

2 tage später hat sich henri einen zeh aufgeschnitten/gerissen (weiss immer nochnicht wies passiert ist, hatte schon darüber hier im forum geschrieben), ich bin zum zweitnähsten tierarzt aus den gelben seiten gefahren, dieser musste den zeh mit kralle amputieren (mit narkose, antibiotika etc.),.....jedenfalls: ich hatte alles in allemeine rechnung über ca. 140 euro! ausserdem hat der tierarzt von sich aus angeboten, dass ich auch erstmal 70 euro anzahlen könnte, und den rest nächsten monat!! :wd: ich bin begeistert! auf meine nachfrage, was eine normale untersuchung denn bei ihm kosten würde, meinte er:
14 euro!!! das kann doch irgendwie nicht sein!
14 euro oder 49 !!
das fäden ziehen und nachuntersuchen hat übrigens nichts gekostet !!!

ich wohne in frankfurt, könnte mir also schon vorstellen, dass es preisliche unterschiede zu ländlicheren regionen gibt, aber dass 1,5 km zwischen 2 praxen so nen unterschied machen:confused: ??
es würde mich wirklich mal interessieren was andere tierärzte so für eine "normale" untersuchung an einer katze verlangen....

vielleicht könnte man mal ne umfrage starten(mit wohnort?)??

auf jeden fall finde ich deine geschichte nahezu unglaublich...was mach ich nur, wenn mir mal sowas passiert?(lilly hat auch nicht soo tolle zähne:( ) kredit aufnehmen :confused:

ich wünsch dir auf jeden fall viel glück, und deiner katze alles liebe....

katrin

Rennsemmel
02.08.2005, 14:57
Bei mir auf der Rechnung stand damals auch schwierig drauf, aber das war es wohl auch da es Backenzähne waren und ja nur noch die Reste drin waren und das eben wohl aufwendiger ist, als wie bei dir. Aber was genau ist schwierig? Gute Frage. Nachdem deine Nachbarin das gleiche Problem hatte, hört es sich tatsächlich nach Abzocke an. Erzähle bitte wie es weitergeht, bin neugierig.

Rennsemmel
02.08.2005, 15:01
Original geschrieben von mariabonita

vielleicht könnte man mal ne umfrage starten(mit wohnort?)??


katrin

Au ja! Selbst beim Krallen scheiden hab ich schon Preisunterschiede gehabt. Der eine wollte 20 Euros für alle Pfoten ( und der hat auch unterschieden ob es alle Pfoten waren oder nur vorne oder nur hinten) und ein anderer hat 6 Euros verlangt. 20 Euros sind zwar nicht viel Geld, aber auf die Dauer läppert es sich.

Toru
02.08.2005, 15:04
ich denke mir,mein tarzt ist günstig.
er weißt mich immer darauf hin,was etwas kostet und was teuer werden könnte.

letzte woche hat meine mutter 100,-euro bezahlt.röntgen,narkose,check und antibiotika.für die katze.

tierärze können aber trotzdem ganz schön ins geld gehen.
viell.kannst dus ja nochmal prüfen.

winks und liebe grüße

Butterling
02.08.2005, 15:10
Also der doppelte Satz wurde vermutlich berechnet, weil es ein Hausbesuch war. Finde das auch ok. Andere Gründe für 2- oder 3-fache Berechnung wären z.B. Wochenende, Nacht usw.

Das mit dem "schwierig" ist natürlich schwierig. Woran macht man das fest?
Würde übrigens so eine OP unter Narkose NIE zuhause machen lassen. Finde das schon komisch irgendwie. Da lieber der Katze die Autofahrt antun.

Wünsche jedenfalls viel Erfolg, dass die Rechnung ggf. noch geändert wird!

Suse
02.08.2005, 16:18
Hallo Britta,
ich meinte es andersrum: Daß Dein TA einen Kommafehler gemacht hat. Aber das wäre dann wirklich ein Ultraschnäppchen und es würde sicherlich nicht mal seine Unkosten decken.

An Deiner Stelle würde ich die Antwort der TÄ Kammer abwarten und den TA dann um ein Gespräch bitten.
Natürlich hat er einen erhöhten Aufwand gehabt, aber er hatte z.B. An - und Abfahrt ja auch in Rechnung gestellt, oder?
Ganz schön schwierig das ganze zu beurteilen.

:cu: Suse

turtles
02.08.2005, 16:19
hallo,

ist das ein normaler tierarzt oder ein zahnarzt? ich weiss nur beim ultraschall - wenn ich den herzultraschall in der klinik machen hätte lassen wären das knapp 80 euro gewesen - da er vom kardiologen gemacht wurde waren es 140 euro (das wusste ich vorher aber) - ich mein nur dass fachärzte einfach einen höheren satz haben.

trotzdem find ich diese rechnung happig - ich hab ja nichtmal für ultraschall und sonstigen pipapo zur diagnose von tigers asthma mehr bezahlt.

also wurzelbehandlung - ist das nicht mit mehrmals hingehen usw? und wenn er den zahn zieht - ähm was behandelt er vorher die wurzel? die zieht er doch mit.

kompliziertes ziehen ist teurer - wo da die grenze ist weiss ich nicht.

selbst die hälfte des von dir genannten betrages find ich noch zuviel. da würde ich wirklich nochmal anrufen und genauer nachfragen - vielleicht hat ja der tierarzt bei seiner rechnung nen kommafehler? und meinte irgendwie etwas über 70 euro?

liebe grüsse
luka ilana

Hora-Li
10.08.2005, 13:53
Hallo allerseits,

sodale... wie versprochen, versuche ich mal Euch in Sachen "Wucher bei der Tierarztrechnung" auf dem Laufenden zu halten.

Die Angelegenheit hatte ich ja der TA-Kammer in Hamburg übergeben und die haben sich der Sache jetzt angenommen und die Rechnung mitsamt meiner Schilderung in einem "Komitee" beraten. Nun soll sich der Tierarzt dazu äußern und rechtfertigen, warum er den doppelten Satz abgerechnet hat, denn ein Hausbesuch rechtfertigt noch lange keinen doppelten Satz, zumal er die Kosten für einen Hausbesuch ja schon extra auf der Rechnung mit 20,00 Euro abgerechnet hatte. Dazu kommt dann noch, dass definitiv KEINE Wurzelbehandlung durchgeführt worden ist und er eine Gebühr, die schon eine Extraktion mehrerer Zähne beinhaltet nochmals mit dem Faktor 3 (für 3 Zähne) multipliziert hat. Soviel steht fest... DAS ist auf jeden Fall nicht Rechtens und würde die Rechnung schon erheblich schmälern, selbst wenn er den doppelten Satz (wie auch immer ) vor der TA-Kammer rechtfertigen kann.

Laut GOT ist es nämlich so, dass der TA nach GÜNSTIGSTEM Ermessen abrechnen muß und ein doppelter oder dreifacher Satz dann gerechtfertigt ist, wenn es sich z. B. um ein besonders wertvolles oder ein besonders seltenes Tier handelt, wenn der Patient ein "Risiko-Patient" wäre, bei unvorhersehbaren Komplikationen (z. B. Atemstillstand oder starke Blutungen) usw.. Da das alles aber NICHT zutrifft, bin ich mal auf seine Äußerung dazu gespannt.

Für mich heißt es auf jeden Fall ersteinmal abwarten und so lange wie dieses Verfahren noch läuft, soll ich laut TA-Kammer die anderen 50% der Rechnung nicht bezahlen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht bereit bin zu zahlen, ich möchte eben lediglich den KORREKTEN und angemessenen Betrag für die Behandlung zahlen und der ist wohl mit den bereits gezahlten 370,00 Euro schon mehr als "abgegolten".

So vermuten wir, dass der Tierarzt die Sache "auf sich beruhen lässt" um eventuelle Schwierigkeiten zu vermeiden und sich mit den 370,00 Euro zufrieden gibt... ich denke, dann hat er zwar immernoch zuviel abkassiert, aber um das genau herauszufinden, müßte ich einen Anwalt hinzuziehen - und das will ich mir dann doch ersparen und sehe diese Geschichte als "teures Lehrgeld" an.

Gruß und ich werde Euch über das "Endergebnis" informieren.
:cu:

Ach ja...@turtles, es handelte sich NICHT um einen Fachtierarzt, sondern um einen ganz "normalen" TA für Kleintiere.

michi2
10.08.2005, 14:01
Original geschrieben von Hora-Li
Hallo allerseits,

sodale... wie versprochen, versuche ich mal Euch in Sachen "Wucher bei der Tierarztrechnung" auf dem Laufenden zu halten.

Laut GOT ist es nämlich so, dass der TA nach GÜNSTIGSTEM Ermessen abrechnen muß und ein doppelter oder dreifacher Satz dann gerechtfertigt ist, wenn es sich z. B. um ein besonders wertvolles oder ein besonders seltenes Tier handelt, wenn der Patient ein "Risiko-Patient" wäre, bei unvorhersehbaren Komplikationen (z. B. Atemstillstand oder starke Blutungen) usw.. Da das alles aber NICHT zutrifft, bin ich mal auf seine Äußerung dazu gespannt.

Gruß und ich werde Euch über das "Endergebnis" informieren.
:cu:



Hallo,

das ist ja wirklich interessant und gut zu wissen, wie TÄ abrechnen dürfen und wie nicht. Und die Gründe dazu.
Ich drücke die Daumen, daß es gut verläuft für Dich.

Rennsemmel
10.08.2005, 14:05
:cu: Hora Li,
find ich echt klasse daß du die Sache nicht einfach hin genommen hast und sie der Kammer übergeben hast. Vielleicht sollte das deine Nachbarin auch mal machen ;)
Bin gespannt ob er Stellung nimmt und ob er sich mit den 50% zufrieden gibt.
:cu:

Hora-Li
10.08.2005, 14:35
Hallo Nicole,

das hat meine Nachbarin auch getan... :-) Jetzt sind wir schon zu zweit mit dem gleichen "Problem" bei dem gleichen Tierarzt.

Die TA-Kammer hat sich diesen Umstand auch "zu Herzen" genommen und berücksichtigt, dass gleich zwei derartige Fälle in sehr zeitnahen Abständen bei besagtem TA vorkgekommen sind - so kann man halt auch nicht mehr von einem "Versehen" oder "bedauerlichem Einzelfall" sprechen, sondern ich bin so "frech" und unterstelle dem TA "Abzocke" oder um's drastischer zu formulieren... Betrug!!

Gruß und habt alle vielen lieben Dank für's "Daumen drücken" :wd:

Suse
10.08.2005, 14:41
Original geschrieben von Hora-Li


Laut GOT ist es nämlich so, dass der TA nach GÜNSTIGSTEM Ermessen abrechnen muß und ein doppelter oder dreifacher Satz dann gerechtfertigt ist, wenn es sich z. B. um ein besonders wertvolles oder ein besonders seltenes Tier handelt, ................

Hallo Hora-Li,
das ist ja echt super, was Du schon alles erfahren hast.
Warum ein TA die Zahnbehandlung / Ziehung mehrerer Zähne bei einem wertvollen Tier mit dem dreifachen Satz abrechnen darf, verstehe ich dennoch nicht.
Zähneziehen ist Zähneziehen, oder?
Ab wann ist eine Katze wertvoll?

:cu: Suse

Hora-Li
10.08.2005, 15:00
Na ja... eine solche Rechnung zwingt einen ja geradezu, sich mit dem Thema mehr als man eigentlich möchte auseinanderzusetzen - so habe ich in den vergangenen 2 Wochen eine Menge Info's zusammengesammelt.

Eine gute Frage... "was ist wertvoll ?"

Für jeden Haustier-Besitzer ist sein Haustier wohl "wertvoll" (sollte zumindest so sein), aber ich kann mir schon vorstellen, dass ein TA mit einem höchst seltenen oder besonders wertvollen Tier (im wirtschaftlichen Sinne) anders "umgeht" und eine Behandlung unter Umständen aufwändiger gestaltet wird, weil z. B. eine besondere Vorsicht geboten ist. Auch wenn es eng gesehen vielleicht nich so sein sollte, aber wenn ich es mal ganz sachlich sehe, dann würde ich mit 'nem alten VW-Polo auch anders durch die Gegend fahren als mit einem Maybach ;) Auch wenn beides nicht meine Autos wären, so wäre ein evtl. "Schaden" am Maybach doch mit erheblich mehr "Problemen" verbunden - wie gesagt... alles von wirtschaftlicher Seite betrachtet.

Ein doppelter oder dreifacher Satz kann aber z. B. auch bei besonders "widrigen Umständen" genommen werden. Was auch immer das genau und im einzelnen heißen mag... :confused:

Viele Grüße
Britta

Suse
10.08.2005, 16:28
Hallo Britta, natürlich hast Du recht ....... nur, wenns drum geht, einer Tierheimkatze einen Zahn zu ziehen, oder einem (wirtschaftlich gesehen) sehr wertvollen Zuchtkater, dann ist das Ergebnis ja das gleiche - der Zahn ist draussen ;)
Und die Zange anzusetzen, den Zahn zu ziehen, anschliessend die Wunde zu spülen ........ ist auch exakt das gleiche.

Bei anderen medizinischen Eingriffen ist es schon eher einzusehen.

Nun bin ich sehr gespannt auf das abschliessende Ergebnis der Kammer.

:cu: Suse

Kelendria
10.08.2005, 17:26
Also 750 Euro fürs Zähne ziehen ist jawohl echt heftig.

Meinen beiden mußten auch Zähne gezogen werden und bei den verbliebenen Zähnen wurde der Zahnstein entfernt, gereinigt etc. Auf der Rechnung wurde die Zahnextraktion auch als schwierig eingestuft. Für beide zusammen habe ich gut 280 Euro bezahlt.

Die preislichen Unterschiede sind echt Hammer.

spooksie
10.08.2005, 17:31
Original geschrieben von Rennsemmel

20 Euros sind zwar nicht viel Geld

Für mich schon.
Das sind fast 40 DEM für 4 Füße...ich könnte ja als Krallenschneiderin durch die Lande reisen. Würde sich fast lohnen. ;)

blackyblue
10.08.2005, 22:24
Original geschrieben von spooksie
Das sind fast 40 DEM für 4 Füße...ich könnte ja als Krallenschneiderin durch die Lande reisen. Würde sich fast lohnen. ;) Bor, da hab ich hab mich schon reich gespart durch selbst ist die Frau... Habe mir beim TA das Krallenschneiden zeigen lassen und seitdem mache ich es selbst. Der TA hat es mir demonstriert und erklärt worauf ich achten muss, die Helferin hat Katerchen dabei auch festgehalten und gekostet hat es - nichts. Krallenschneiden gehört laut diesem TA im Rahmen einer Untersuchung zum Service. :wd:

spooksie
10.08.2005, 22:29
Ich hab 3, das wären dann 60 Öhre für Krallenschneiden?
Nö, mach ich auch selbst...habs mir von der Züchterin zeigen lassen.

Das nächste, was ich mir zeigen lasse, ist spritzen...aber echt hey ;) zu meinem Doc sinds 60 km hin und zurück, ich sag nur: Benzinpreis.

Rennsemmel
11.08.2005, 16:10
Original geschrieben von blackyblue
Bor, da hab ich hab mich schon reich gespart durch selbst ist die Frau... Habe mir beim TA das Krallenschneiden zeigen lassen und seitdem mache ich es selbst. Der TA hat es mir demonstriert und erklärt worauf ich achten muss, die Helferin hat Katerchen dabei auch festgehalten und gekostet hat es - nichts. Krallenschneiden gehört laut diesem TA im Rahmen einer Untersuchung zum Service. :wd:

Tja, aber ich hab niemanden der mir meinen Kater fest hält und den müsstet ihr mal beim Krallen schneiden erleben. Der schreit die ganze Praxis zusammen und Außenstehende denken Wunder was wir dem "armen Kerl" alles antun weil er so brüllt :rolleyes: :eek:
Wer kommt freiwillig zum Krallen schneiden vorbei? Preis ist Verhandlungssache ;)

ana
21.10.2005, 15:12
Hallo Hora-Li,

ich habe gerade mit großen Interesse Deinen Bericht gelesen. Mein Merlin hatte im Mai auch eine ambulante Zahnbehandlung in Hamburg mit einer exorbitant hohen Rechnung.

Ich habe mich ebenfalls an die Tierärztekammer gewendet, die der Sache derzeit noch nachgeht. Mir wurde mitgeteilt, dass ich nicht die Einzige bin, die sich beschwert hat.

Vielleicht hatten wir ja den selben TA? Dann wären wir schon zu Dritt.

Ich würde mich freuen, von Dir zu hören.

Gruß von Ana und Merlin

Hora-Li
21.10.2005, 17:49
Hallo Ana,

soviel ich weiß, gibt es in Hamburg nur zwei mobile Kleintierpraxen. Ich möchte ungern hier Namen veröffentlichen, da auch bei mir noch das Verfahren mit der Tierärztekammer läuft und ich nach wie vor auf Klärung der Angelegenheit warte. Aber wenn Du magst, dann mail mich doch mal unter b.kock@web.de an - dann können wir uns per Mail nochmal austauschen :)

Viele Grüße
Britta

sabine136
21.10.2005, 17:57
750 tacken für die 'normale' extration von 3 zähnen + zahnsteinentfernung + sedierung + ab ist W E I T überzogen. das hab ich noch nicht mal für ne darm-op incl. stationärer behandlung bezahlt - in einer tk, die nicht gerade 'günstig' (aber gut) ist.....

incl. hausbesuch zu unchristlicher zeit wären allenfalls 250 teuros angemessen.

wolfgangbhaas
05.03.2012, 00:23
Seit 14 Tagen kann ich wirklich etwas zum Wucher bei Tierarzt-Rechnungen beitragen.

Zu diesem Zeitpunkt erlitt unser 6-jähriger Kater Paul eine Thrombose nach der er seine
Hinterbeine nicht mehr bewegen konnte und fürchterlich schrie.
Durch Empfehlung unserer Tierärztin kamen wir zu einer Tierklinik in der Nähe von Obertshausen
bei Hanau, wo man Paul untersuchte und die Erkrankung für heilbar hielt. Wir musste Paul
da lassen; man wollte uns gegen 14:00 über das Ergebnis einer eingehenden Untersuchung
unterrichten. Aussage um14:00 -> Kater Paul stabil; ein weiterer Behandlungstag notwendig.
Am 4. Tag konnten wir Paul abholen. Die Beine konnte er immer noch nicht bewegen.
Sofort zu zahlen waren 1.300 EUR.
Drei Tage später starb Paul äußerst qualvoll vor unseren Augen.

In Wikipedia konnten wir dann nachlesen, dass die Prognose für diese Erkrankung schlecht war und
dass es in der Folge immer wieder zu neuen Thrombosen kommt.

Wenn man uns das zu Anfang offen gesagt hätte, hätten wir Paul enorme Qualen und uns
erhebliche Kosten ersparen können.

Pampashase
05.03.2012, 00:54
Erst mal herzliches Beileid! :hug::hug::hug:
Dein Paul ist jetzt in einer besseren Welt, wo er keine Schmerzen mehr hat und wo es ihm gut geht.
Ich kann Dir gut nachfühlen, wie es Dir geht, da es jetzt fast ein Jahr her ist, seit unser Mikesch über die Regenbogenbrücke
gegangen ist.

Wie das mit der TK abgelaufen ist und wie es mit der Aussicht der Behandlung wirklich aussieht, kann ich nicht beurteilen.
Wir haben zwar seit 1991 Katzen. Allerdings hatten wir noch nie mit der Diagnose Thrombose zu tun.
Wenn wir an Deiner Stelle wären, hätten wir nochmals mit der TK gesprochen und sie mit den Informationen von Wikipedia
konfrontieren.
Du könntest auch mal mit einem Anwalt sprechen, was eine Beratung bei ihm bei der Behandlungssumme kosten würde.

Sheratan
05.03.2012, 11:50
Erstmal mein Beileid zu diesem Verlust!

Woran ist Paul denn letztendlich gestorben, habt ihr keine Medikamente mitbekommen? Habt ihr eine genaue Aufschlüsselung der Kostenpunkte bekommen? Ich vermute, es wurde wohl ein Herzultraschall mit Farbdoppler gemacht, und laut diesem sah die Prognose gut aus oder wie? Hattet ihr einen Kostenvoranschlag?

Gentle_cats
05.03.2012, 12:23
Wir hatten die gleiche Symptomatik bei unserem Kater vor ca. 8 Jahren. Unsere damalige Tierärztin schickte uns damals gleich weiter in die Uniklinik Gießen. Ich nehme mal an, dass man euch erklärt hat, dass dieses Problem durch einen Herzfehler verursacht wird? Damals sagte man uns gleich : " Wir können es versuchen, aber eine Garantie gibt es nicht. Die Kosten werden sich bei mindestens 1000 Euro belaufen. Entscheiden sie gleich jetzt und hier!" Dazu muss man sagen, dass mein Mann da allein mit dem Kater stand, weil ich mit unserer 5 Tage alten Tochter gerade aus dem Krankenhaus gekommen war. Es folgten tägliche Gespräche mit dem Kardiologen und der zuständigen Tierärztin. Nach einer Woche kam er heim mit Gefühl in den Beinen, aber ohne wirklich laufen zu können. Das hat bedeutet, dass wir ihn ca. 2 Monate lang in einem Raum ohne Möglichkeiten zu springen unterbringen mussten. Ausserdem haben wir 3 x täglich Krankengymnastik gemacht und ihm 3x täglich eine Spritze gegeben + 2x täglich eine Tablette verabreicht. Später konnten wir auf 2 Spritzen reduzieren. Die ganze Aktion hat ihm ungefähr ein weiteres Jahr gegeben. Dann kam die nächste Thrombose, die nicht ganz so heftig war und wir haben es mit einer Magnetfeldtherapie wieder hinbekommen. Vier Wochen später gab es dann allerdings die nächste Thrombose und wir haben uns auf Anraten der Ärztin entschieden ihn gehen zu lassen.
Die ganze Prozedur hat nur deswegen funktioniert, weil unser Julius ein extrem ruhiger und ausgeglichener Kater war. Ich würde das nicht mit jeder Katze durchziehen.

Hat man euch denn nicht gesagt, dass die Thrombose jeder Zeit wiederkommen kann und habt ihr keine Medikamente geben müssen? Wie sah es aus mit Krankengymnastik? Bei den Kosten bekommt doch normalerweise auch vorher gesagt, wie hoch die Kosten werden können.

hunnit
26.03.2012, 15:10
750 für eine Behandlung?! Das ist schon ein bisschen zu viel, wie ich finde...
Wie viele Tierärzte gibt es denn bei dir in der Nähe... vielleicht könnte man ja da mal eine geschickte Anfrage stellen...
Schlechte Werbung kann sich ja niemand leisten.... womöglich damit mal kommen...