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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : kastration



aspelenie
30.08.2002, 22:12
hallo,

könnt ihr mir vielleicht etwas über die kastration erwachsener hunde sagen? vor- und nachteile? eigene erfahrungen? preis? bei katzen ist das ja schon selbstverständlich- fragt man aber so manchen hundebesitzer kommt es einem vor, man hätte vorgeschlagen, IHN zu kastrieren. wer hat erfahrungen?

gruß aspelenie

Cockerfreundin
30.08.2002, 22:26
Was ist es denn für ein Hund? Rüde? Hündin? Wie groß/ schwer? Wie alt?

So pauschal läßt sich eigentlich nur eins sagen: Kastration ist nicht DAS Wundermittel zur Lösung aller Verhaltensprobleme und ersetzt keine Erziehung!

Im übrigen gibts hier ne ganze Reihe ausführlicher Threads zum thema mit allen Pros und Contras. gib doch einfach mal das Schlagwort Kastration in die Suche ein.

grüße von
Annette + Basti, der kastriert ist und erzogen wird :)

Phillis
31.08.2002, 20:30
...Du einen konkreten Grund über eine Kastration nachzudenken?

aspelenie
31.08.2002, 22:10
Hallo Annette,
hallo Phillis

okay, ich versuche mal, etwas konkreter zu werden. Natürlich ist mir klar, dass eine Kastration nicht die Erziehung ersetzt. Konkret geht es um einen zweijährigen kleinen Münsterländer, der wirklich bei jeder sich bietenden Gelegenheit Menschenbeine bespringt- und am liebsten leider ganze jüngere Kinder. Mir ist schon klar, dass die meisten Rüden das ab und an machen- aber soetwas ausdauerndes und exessives habe ich noch nicht gesehen.

Der zweite Grund meiner Frage ist eine Dackelhündin (7 Jahre), die schon beinahe dauerläufig ist und häufig unter Scheinschwangerschaften leidet. Möglicherweise könnte ihr dieser "Dauerfrust" (so stelle ich es mir wenigstens vor) durch eine Kastration erspart werden?

Beides sind nicht meine Hunde, sonst hätte ich schon mal einen Tierarzt gefragt.

Konkret genug?

Bin gespannt Aspelenie

Thomas
01.09.2002, 01:16
Hallo Aspelenie!

Kleiner Münsterländer, Rüde:
Es mag vielleicht andere, noch nicht genannte Gründe geben, die für eine Kastration des KM sprechen. Der von Dir genannte, stellt allerdings meiner Ansicht nach kein wirkliches Argument dar. Das besteigen/aufreiten ist bei dem Hund ich offensichtlich NICHT sexuell motiviert - ich würde da eher auf -ACHTUNG etz kommt das Unwort des Jahres, ein Dominanzproblem und/oder ein allge. psychische Störung tippen. Du schreibst das die meisten Rüden ab und zu Menschenbeine vorallem die von Kindern bespringen. Das ist mir absolut neu - kann ich so überhaupt nicht bestätigen. Ich finde, es handelt sich absolut um ein Fehlverhalten, das mit entsprechendem Einschreiten/Training des/der Halter/in unterbunden werden muss. Ob eine Kastration hier den gewünschten Effekt erziehlt, halte ich für äußerst fraglich, da die eigentlichen Ursachen (nicht Sexualtrieb) dabei ausser Acht gelassen werden.

Dackelhündin:
Ich würde in diesem Fall durchaus zu einer Kastration raten. Die Hündin würde ja ohne weiteres noch 15 -20 läufig werden, gepaart mit dem nachfolgenden Scheinschwangerschafts-Symptomen. Ich habe meine Hündin aus denselben Gründen kastrieren lassen. Es exitstiert zu diesem Thema ein extra Thread:
Klick mal hier. (https://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?threadid=1043)

Gruß
Thomas

Wheatenmummy39
01.09.2002, 01:27
Hallo Aspelenie,

ich unterstütze Thomas seine Meinung. Ich denke auch eher das es ein Dominanzproblem ist das man sicherlich mit einer Erziehung in den Griff bekommt. Bevor ihr eine Kastration in Angriff nehmt würde ich es erst mit der Hormonspritze für Rüden probieren.
Bei der Dackelhündin würde ich ganz dringend zu einer Kastration raten.


Sei lieb gegrüsst

Anja und ihre Wheatenteddys Kimba und Lisa

PS: Lisa wurde erst mit 6 1/2 Jahren kastriert auch um Scheinschwangerschaften zu verhindern.

Cockerfreundin
01.09.2002, 13:28
Hallo, Aspelenie!

Schließe mich Thomas und Anja an.

Beim Rüden lässt sich durch eine Kastration nur sexuell bedingtes Verhalten reduzieren/ steuern/ korrigieren, nicht aber anderweitig bedingtes Fehlverhalten. Und das nicht sexuell motivierte Aufreiten (heißt, wenn der Rüde nicht eine läufige Hündin, sondern Welpen, Junghunde, Rüden, Gegenstände, Menschenbeine etc besteigt) ist, wie Thomas bereits sagte, ein Fehlverhalten, dass durch erziehung zu korrigieren ist.

Im übrigen ist es absolut nicht "üblich", dass ein Rüde das ab und an tut - im Gegenteil. es ist in jedem fall ein sofort zu korrigierendes Fehlverhalten!

Also, wenn es keine anderen Gründe für eine Kastration gibt, dieses Verhalten wird sich alleine durch die Kastration nicht ändern.

Was die Hündin betrifft, so schließe ich mich meinen VorrednerInnen ebf. an.

Grüße von
Annette

aspelenie
03.09.2002, 00:43
Hallo Annette,
hallo Thomas,
Hallo Wheatenmummy

ehrlich danke für die Info. Erstmal Thomas: Hab deine hilfreichen Link-setzungen schon an anderer Stelle genutzt- und wirklich selten so wunderbare glatte "Wege" erlebt, wenn du weißt was ich meine (problemloses Hin- und Herspringen ohne begriffsstutzige "Die Seite kann nicht angezeigt"- werdens, hm, nun ja...capice?)

Ich wußte nicht, daß das ich ich immer salopp "juckeln" nenne ein Dominanzproblem ist. Immerhin habt ihr es mir gesagt, bevor ich Zali (besagten kleinen Münsterländer) vor zwei Tagen bekam. Er hat es bei mir bisher erst zweimal versucht. Das erste Mal stand ich an der Spüle und war im Gange, also habe ich ihn einfach abgeschüttelt ("Aus!"), das zweite Mal saß ich, hab ihn um die Schnauze gefasst und seitlich auf den Boden gedrückt ("Aus!"). War etwas zäh, da ich ihm natürlich nicht wirklich wehtun wollte, funktionierte aber. Glaubt ihr, ich bin da auf dem richtigen Weg? Was mache ich z. B. bei Kindern auf Spaziergängen? Kinder "liebt" Zali nämlich leider wirklich. Bisher hab ich ihn einfach weggezogen, keine Lösung auf Dauer, zumal meine beste Freundin eine zweijährige Tochter hat. Und der Lara würde vermutlich sogar ein "Mißverständnis" einen gelinden Schock versetzen.

Die Info für Luzy (Dackelhündin meines Cousins) werd ich weitergeben. Ich glaube aber leider nicht, dass es etwas nützt. Mein Cousin lehnt "unnatürliche" Eingriffe ab, sogar Frontline, da das ja "Gift" sei. Vielleicht wäre eine Kastration auch ein zu schwerer Eingriff bei einem Dackel, der bereits an der Bandscheibe operiert wurde. Ich weiß es wirklich nicht.

Meine beiden Katzen bekommen sommers Frontline und Zali wird es auch bekommen. Vergifte ich meine Tiere? Helft mir auch da.

liebe Grüße Aspelenie

Phillis
03.09.2002, 12:43
...verwerflich, daß Dein Cousin unnatürliche Eingriffe ablehnt.
Das hat zumindest mal den Vorteil, daß er sich richtig viele Gedanken um die Problematiken macht und nicht vorschnell mal eben ne OP machen läßt.
Finde ich gut.

Bevor Dein Cousin sich zu der OP quält soll er was anderes ausprobieren.
Einmal die Läufigkeit zu regulieren (je nachdem, was Du mit Dauerläufugkeit meinst) und was gegen die Scheinschwangerschaft zu tun....homöopatisch.

Der Versuch ist es wert!
Interessiert?

Phillis.

aspelenie
04.09.2002, 01:47
Ach Phillis,

wär ja schön, wenn es so wäre. Mein Cousin macht sich leider überhaupt keine Gedanken ( er ist nur genervt wenn Luzy es gelingt, sich eines seiner Seidenhemden von der Leine unter die Zähne zu reißen- als Junghund sozusagen). Mit dauerläufig meine ich ebendas. Luzy reißt leider dauernd - und damit ist Dauernd gemeint die Kuscheltiere des Kindes der Familie an sich, kann nirgendwohin mitgenommen werden und spottet auch deiner leisen Ironie. Luzy hat eine Bandscheibenoperation hinter sich. Sie sollte mal werfen- reinrassiger Dackel mit Papieren und so. Ist denn jetzt recht- immer läufig, häufig scheinschwanger- aber ja wirklich noch immer natürlich, das ja, auf alle fälle. VÖLLIG NATÜRLICHH:

Alpha
04.09.2002, 02:13
Hallo Aspelin!oder wie auch immer-
grundsätzlich macht man nichts verkehrt,wenn man Rüden kastriert.Das Bereiten ist eine Form von Dominanz,ganz klar.Wer das nicht weíß,..gute Nacht.Kastrierte Hündinnen hingegen zeigen recht´oft schwere irreparable Verhaltensauffälligkeiten.,de swegen ist in den meisten Fällen von einer Kastration abzuraten,Rüden zu kastrieren ist eine immer sehr gute Entscheidung .

Chaostruppe
04.09.2002, 08:20
was denn für schwere, irreparable Verhaltensauffälligkeiten? Das konnte ich bis jetzt noch gar nie feststellen. Nur eine Hündin die ich kenne, hat leichtes Urintröpfeln, aber das ist auch schon alles an Nachteilen. die mir bei einer kastrierten Hündin je untergekommen sind. Sonst hat´s bis jetzt immer nur enorme Vorteile gehabt.

Liebe Grüße,
Andrea

04.09.2002, 15:06
Hallo Alpha,
jetzt weiß ich endlich, was mir die ganzen letzten Tage im Talk gefehlt hat !!! Deine unqualifizierten Beiträge waren es, die ja auch für Leute mit echten Problemen absolut hilfreich sind!!!
Woher hast Du eigentlich Deine Informationen zur Kastration?
Seriöse Quellen können es nicht gewesen sein. Ich schließe mich was die Beweggründe für Kastrationen angeht, meinen Vorrednern an(außer Dir natürlich!). Ständige Scheinträchtigkeiten oder zu häufige Läufigkeiten, Gebärmuttervereiterungen etc. sind sehr wohl triftige Gründe, bei der Hündin eine Kastration vornehmen zu lassen. Die Probleme danach dürften sich in Grenzen halten (leichte Inkontinenz, ev. Fellprobleme...) und sind mit Sicherheit kleiner als die Probleme davor!!! Bei Rüden sieht die Sache durchaus anders aus und leider ist es in Mode gekommen, Erziehungsprobleme mit Kastration lösen zu wollen-was schiefgehen wird.
Viele Grüße, Simone

Phillis
04.09.2002, 15:13
....zu kastrieren ist immer ein gute Entscheidung?
Was ist denn da dran eine immer gute Entscheidung?
Eine immer gute Entscheidung IM NORMALFALL ist, wenn man nicht kastriert...was ist bloß los auf der Welt?
Was macht einer, der keine Möglichkeit (wie auch immer) zur Kastration hat?
Die Dominanzgeschichte ist doch nicht der Grund für die immer richtige Entscheidung, nä?
Was wenn der Rüde auf mal eine irreparabele Verhaltensauffälligkeit zeigt... sind ja nicht alle gleich unsere Rüden, nicht?
Wieso schaffen wir s nicht mit unseren Tieren so zusammen zu leben, wie wir sie ausgesucht haben? Ist nicht bequem genug, ne?
Viel Freude noch bei der immer richtigen Entscheidungsfindung, bei der der Tierarzt sicher gerne mithilft.
Phillis.

igelchen
04.09.2002, 16:10
Hallo Aspelenie!

Eine Kastration ohne medizinische Indikation ist nach dem Tierschutzgesetz übrigens verboten!! Auch wenn's mittlerweile (leider) schon üblich ist..
Medizinische Indikation bedeutet: Gefährdung für die Gesundheit des Tieres, wenn es nicht kastriert wird!!
Bist Du sicher, dass das bei der Dackeldame der Fall ist? Was sagt denn der TA Deines Cousins dazu? Da Du sagst, Dein Cousin mache sich keinerlei Gedanken über die Gesundheitsprobleme seines Hundes, hat er wahrscheinlich wirklich noch nicht alles ausprobiert...
Eine Kastration ist absolut endgültig und kann auch negative Folgen wie Hormonstörungen haben.

Viele Grüße
Igelchen

Phillis
04.09.2002, 18:26
...der, um dessen Dackeldame es hier geht, will ja scheinbar gar nicht kastrieren!!
Er lehnt unnatürliche Eingriffe ab!
Ich bin sicher, daß er seinen Weg da noch raus findet.
Nicht sicher bin ich, ob Aspelenie mit der nichtstattfindenden Kastration von des Cousins Dackeldame klarkommt!

Ich wetter, der gute Mann würde nen Affen kriegen (zusätzlich zu seinem Problem), wenn er wüßte, daß wir ihn hier zum Thema haben.

Phillis.

aspelenie
04.09.2002, 20:35
Hey Leute,

ist ja echt heiß, was hier abgeht! Kaum guckt man mal einen Tag nicht. Vielleicht kann ich euch ja noch etwas erhellen:

Mein Cousin weiß, dass ich hier nachgefragt habe- und ich bin sicher, er freut sich sicher sehr über alles was ihr dazu zu sagen habt.

Zu Alpha (ich weiß ich sollte, kanns mir aber nicht verkneifen), der ja offenbar mit dem kompletten Wissen der gesamten den Hund betreffenden Szene auf die Welt gekommen ist:

Also, wenn einer, der anderen raten will und nicht imstade ist, sich abwertende Bemerkungen zu verkneifen,- dann gute Nacht. Dann sollte er besser die Klappe halten. Aber 'sist eh vergebliche Liebesmüh, gelle. (Oder hilft hier der Schnauzengriff?)

Ich kann ziemlich gut mit jeder wie immer gearteten Entscheidung meines Cousins leben. Es war nur eine Frage.
Wenn ich alles wüßte...

Nevertheless Aspelenie