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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : @Doc und alle Kater hat Stromschlag abbekommen



zuckerkatze
11.05.2005, 15:41
Hallo, ich war lange nicht mehr hier, sorry. Ich poste das hier für eine Freundin, die im Moment mit argen Problemen mit ihrem Kater kämpft. Vielleicht hatte von euch mal jemand so einen Fall und weiß, was man noch tun kann?

Kater Louie, Diabetiker, hat in der nacht von Sonntag auf Montag beim Kötzeln genau die steckdose getroffen. Meine Freundin hat
davon erstmal nichts mitbekommen, da sie früh morgens als erstes nur überall Erbrochenes gefunden hat (Kater hatte Katzengras gefressen).
Sie musste den Kater suchen. er lag im Schrank und sie musste ihn da rausholen was er mit fürchterlichem Schreien kommentierte. Das Wasser lief ihm aus dem Maul, und zwar so extrem dass wirklich alles nass war.

Die TÄ konnte anhand der geschilderten Symptome erstmal nicht viel feststellen. Er wurde lange untersucht und bekam Medikamente gegen Erbrechen und Übelkeit.

Ihm gings zu Hause immer schlechter. Sobald man ihn anfasste schrie er und ansonsten lag er apathisch auf seinem Platz. Gefressen hat er nicht. Das wurde so schlimm, dass er nicht mal mehr auf Zuruf reagierte.

Am frühen Nachmittag, als ihr Freund nach Hause kam, hat meine Freundin ihn auf eine vermeintlich defekte Steckdose aufmerksam gemacht. Ihr war morgens aufgefallen dass sie brizzelte und qualmte, sie hat das aber in keinen Zusammenhang mit Louie gebracht. Er schaute sich das genauer an und sagte, es sieht so aus als wenn Louie da wirklich auf den stecker gekötzelt hat, was dann in die steckdose reingelaufen ist. Wahrscheinlich hat er dabei einen Schlag abbekommen.

Sie sind dann nochmal zur TÄ, Louie wurde wieder völlig auf den Kopf gestellt. Fieber gemessen, ein grosses BB gemacht und alle Organe abgetastet. zusätzlich bekamm er 500 ml Infusion und Medis gegen Übelkeit, Erbrechen, für die Gefässe usw., ausserdem bekam er noch Valium. Er muss sehr starke Schmerzen am ganzen körper gehabt haben. Desweiteren stellte sie fest das die Augen ganz trüb waren. Die Symptome ähneln lt. TÄ wohl einem schlaganfall.

Gestern hat Louie etwas gefressen. Heute nicht, ihm ist ständig übel, er erbricht und hat hohe Blutzuckerwerte. Er läuft selbständig, geht auch aufs Klo, aber sonst stimmt einfach nichts.

Hat irgendjemand eine Idee dazu? Wie sieht die Behandlung bei sowas aus? Was kann man tun? Worauf achten?? Im Diabetesforum stehen wir da ein wenig auf dem Schlauch, Stromschläge hat man ja nicht alle Tage. Ist es möglich, dass Louie so eine Art Gehirnerschütterung hat? Sollten die Organe geröntgt oder besser mit Ultraschall überprüft werden?

Liebe Grüße
Conny

Butterling
11.05.2005, 18:22
Ich würde damit ganz dringend in eine Tierklinik fahren! Bei Menschen ist es so, dass noch 24 h nach dem Unfall das Herz aus dem Takt kommen kann, weil der unnatürliche Stromimpuls den natürlichen Taktgeber des Herzens beeinträchtigt (mein Papa ist Elektriker und war im Rettungsdienst). Besonders bei so hohen Stromdosen bei einer so kleinen Masse (die Katze) ist das mit Sicherheit gefährlich.

Ich begebe mich jetzt auf Terrain von Vermutungen, aber vielleicht hat er innere Verbrennungen durch den Strom? Kommt man äußerlich mit Strom in Verbindung verursacht dieser auch Verbrennungen.

Was man sonst noch machen kann weiß ich nicht, aber ich würde notfalls wirklich eine 2. Meinung zu Rate ziehen wenn es nicht besser wird und Tierkliniken sind da besser ausgerüstet.

Alles alles Gute!

zuckerkatze
11.05.2005, 19:45
Hallo Vanessa,

das mit dem Herzen ist schon mal ein super Tipp, wir hatten im Diabetesforum ja nun schon fast jeden Mist, aber Stromschläge noch nicht. :(

Sie war heute mittag nochmal bei der TÄ, nochmal alles kontrolliert, wenn er morgen immer noch erbricht, wird sich die TÄ Ultraschall und Röntgen irgendwo leihen und ihn schallen und durchleuchten.

Meine Freundin wird Louie sowieso keine Sekunde aus den Augen lassen, vermute ich.

Liebe Grüße
Conny

Nuk
12.05.2005, 09:50
HAllo Conny,

das ist ja ganz schlimm, was da passiert ist! Da muß man sich ja fast überlegen, Steckdosen mit Kindersicherungen zu versehen! Ich hoffe für Louis, daß alles wieder ins Lot kommt.
Leider kann ich Dir überhaupt keinen Rat geben, mir ist sowas noch nie untergekommen.

Gruß

Nuk

RotFuchs
13.05.2005, 21:47
Hallo Conny,

gibt es was neues von Louie?
War Deine Freundin heute nochmal bei der TÄ?
Ich würde auch sagen, direkt in eine Klinik,
nach Möglichkeit mit den Befunden, die bereits von der TÄ erstellt wurden.
Nicht länger warten.
Wenn es wirklich ein Stromschlag war, dann wird dieser kleine Körper ziemlich arg mitgenommen sein.
Da soll Deine Freudin keine Minute länger warten.

Ich hoffe, es geht alles gut und man findet heraus, warum er solche Schmerzen hat und sich nicht anfassen läßt.

Wir drücken vier Daumen und 8 Pfötchen!

zuckerkatze
16.05.2005, 19:03
Hallo,

ich berichte mal kurz, wie es weiterging.

Louie behielt überhaupt kein Futter mehr bei sich, also ging es umgehend in die Tierklinik, wo er stationär aufgenommen wurde. Diagnose: schwere Gastritis plus Infekt, wahrscheinlich unfallbedingt.

Meine Freundin hat alles eingepackt, was der kleine Diabetiker so braucht, sein Insulin (sie verwendet ein spezielles), Spritzen etc. und hat den Tierärzten dort genaueste Anweisungen gegeben, wann und wieviel Insulin zu spritzen ist. Louie ist nämlich eigentlich fast insulinfrei (gewesen, krankheitsbedingt halt momentan nicht).

Sie hat dort natürlich öfter angerufen und nach zwei Tagen (am Freitag abend) die Aussage bekommen, es ginge ihm besser und wenn er am Samstag abschließend untersucht worden sei, dann könne sie ihn abholen.

Große Freude - tja, bis sie ihn abholte. Ihr Insulin hat die Klinik weggeworfen (1 Flasche kostet ca. 60 EUR) und einfach anderes verwendet. Davon aber reichlichst gespritzt, nämlich viel zuviel. Rausgerückt haben die den Kater nur gegen Bezahlung von über 300 EUR (bar). Medikamente oder weitere Anweisungen, wie sie zu Hause mit ihm weitermachen soll, gab es nicht. Wusste auch keiner richtig Bescheid, so am Samstag ...

Resultat ist, dass Louie immer noch fast nichts bei sich behält und meine Freundin gerade mit ihrer normalen TÄ zusammen alle Register ziehen muss, um ihn einigermaßen über die Runden zu bringen.

Es war übrigens keine kleine Dorf-Tierklinik sondern eine empfohlene, gut ausgestattete, mit reichlich Tierärzten und Geräten versehene, sogar mit Internetauftritt und allem Pipapo.

Fazit: Über 300 EUR für nix hingeblättert und das teure Insulin ist auch futsch. Die Sorgen sind nicht weniger geworden, geschweige denn Louie irgendwie gesünder.

Liebe Grüße
Conny

Grizabella
17.05.2005, 01:34
In erster Linie würde ich auch wie Vanessa auf eine Störung des Herzrhythmus tippen, aber das wird womöglich nicht alles sein.

Vielleicht kann euch eine Klinik oder Abteilung eines Krankenhauses für Humanmedizin wenigstens telefonisch weiterhelfen, mit welchen Schäden man da rechnen muß.

Habt ihr keine Uniklinik für Veterinärmedizin in erreichbarer Nähe? Wobei der Kater wahrscheinlich nicht in so guter Verfassung ist, dass er sonst noch wohin geschleppt werden könnte. Wahrscheinlich ist momentan die Behandlung durch die örtliche Tierärztin und viel Ruhe das Beste.

Butterling
17.05.2005, 09:42
Oh man, das klingt ja nicht so toll! :(

Dann hoffe ich mal, dass die reguläre TÄ jetzt weiterhelfen kann und der Kleine wieder gesund wird.

Das habe ich gerade bei Google zu Stromunfällen gefunden:

Was ist ein Elektro-Unfall?

Bei einem Stromschlag gerät der menschliche Körper in einen Stromkreis, meistens zwischen einem Metallgegenstand, der Strom führt, und der Erde. Die gesundheitlichen Folgen sind von der Stromstärke, der Stromdauer und dem Weg, den der Strom durch den Körper nimmt, abhängig. Von einem Elektro-Unfall betroffen sind vor allem Gehirn und Herz, wenn sie im Stromfluss liegen.

Die meisten Unfälle ereignen sich durch Haushaltsstrom mit 220 Volt und Wechselstrom von 50 bis 60 Herz. Der elektrische Strom löst Herzrhythmusstörungen aus, wenn das Herz im Stromfluss liegt (z. B. wenn der Strom von der Hand über den Körper zum Fuß führt).

Die Muskulatur verkrampft sich, es kann zum unwillkürlichen "Festhalten" der Stromquelle oder zu mechanischen Verletzungen kommen. Starkstromunfälle (über 1000 Volt) sind im Kindesalter selten. Neben Herzrhythmusstörungen und Bewusstlosigkeit kommt es zu Schocks, Verbrennungen und zur Schädigung des Gewebes.

Nach einem Stromunfall sollte immer der Arzt wegen einer EKG-Kontrolle aufgesucht werden!

Steffi-Anna
17.05.2005, 10:14
Hallo!

Ich kann es ebenfalls nur bestätigen, dass ein Stromschlag sich beim Herzen bemerkbar macht.

Ich selber habe seit mehr als 2 Jahren zeitweise leichte bis starke Herzrhythmusstörungen. Bin deswegen auch in Behandlung. Doch gefährlich ist es bei mir nicht.

Jedenfalls hatte ich vor ca. 2 Monaten wieder solch eine Phase. An einem Wochenende war ich mal wieder bei meinen Pflegepferden und habe ausversehen an den Stromzaun gefasst. Ich bekam derartig eine "geschossen" :eek: :sn: . Es ist nämlich nicht nur so ein bisschen auf dem Zaun, das macht den Pferden nämlich nix und sie gehen trotzdem durch den Zaun. Mit der jetzigen Stromstärke gehen sie nicht mehr dadurch. Jedenfalls ist mein Herz seitdem wieder im normalen Rhythmus :wd:

Da hätten die Ärzte ja auch mal drauf kommen können ;)

Jetzt aber mal zum Thema: Ich würde der Tierklinik eine Rechnung schicken über die 60 Euro und schleunigst weitere Untersuchungen machen lassen.

Damit ist wirklich nicht zu spassen!

admin
17.05.2005, 11:04
@zuckerkatze,
ich denke nicht, dass Louie einen Stromunfall hatte. Das ist zu weit hergeholt, auch wenn er beim Erbrechen die Steckdose getroffen hat.

Ich denke eher, dass bei Louie der Diabetes entgleist ist.
Wurde ein kompleetes Blutbild gemacht?
Also neben den Zuckerwerten auch Blutfette, Nierenwerte. Leberwerte etc? Differentialblutbild?
Wie ist der Impfstatus? Darf Louie raus?
Diese Punkte wären für eine Einschätzung wichtig.


Mit freundlichen Grüßen
Dr. Kirsten Thorstensen
Vet Services Manager

Zooplus AG

zuckerkatze
21.05.2005, 12:49
Hallo alle, hallo Frau Dr. Thorstensen,

so ging es dann weiter:

Louie hat eine schwerste Gastritis, wodurch hervorgerufen ist im Nachhinein nicht feststellbar. Er hat nichts mehr bei sich behalten - und genau deswegen war er ja in der TK! Die hatten aber dahingehend nicht unbedingt ein glückliches Händchen.

Durch die Aufnahme von gar keiner bis nur ganz wenig Nahrung hat er nun auch noch Leberprobleme. Es sah zwischendurch wirklich schlecht aus!

Frau Dr. Thorstensen - nein, der Blutzucker kann nicht entgleist gewesen sein. Meine Freundin misst ihn mehrmals täglich und Louie war beinahe in Remission, er benötigte nur verschwindend geringe Mengen Insulin. Die Werte waren beneidenswert klasse.

Aber: ein dreifach Hoch auf das Katzendiabetesforum, wir haben es gemeinsam geschafft, Louie auf den Weg der Besserung zu bringen. Durch schnelles Verschicken von allerlei Sachen wie Flüssignahrung, einem Lebermedikament, das es nur in USA gibt, Geldspenden etc. etc. - die TÄ hatte Louie letzte Woche beinahe aufgegeben, wir aber nicht und nun frisst er wieder alleine, zwar kleine Mengen, aber es bleibt drin!!!!

Also: Hochdramatisch zwischendurch, aber nun mit bis jetzt gutem Augang!

Liebe Grüße
Conny

Suzanne
21.05.2005, 13:02
Hallo Conny,

ich konnte die Geschichte eben erst nachlesen. :(

Gottseidank hat sich jetzt alles zum Guten gewendet. Ich habe über 10 Jahre im Odenwald gewohnt (Vielleicht kennen wir uns ja ;) und muß leider sagen, daß ich dort im Umkreis keine gute Klinik kenne. Wir haben einmal den langen Weg auf uns genommen und sind in die Uniklinik nach Gießen gefahren. Von dort kann ich nur Gutes berichten. Ist mittlerweile aber schon Jahre her.

Alles Gute weiterhin fürs Katerle!!!

LG Susanne

zuckerkatze
22.05.2005, 12:52
Hallo Suzanne,

das Ganze hat sich nicht im Odenwald abgespielt sondern im Raum Köln-Düsseldorf.

Aber dank des Internets hat man heute, auch wenn man im hintersten Winkel Deutschlands wohnt (Odenwald, hehe), überall Freunde, mit denen man prima in Verbindung sein kann.

Wo haste denn gewohnt??

Liebe Grüße
Conny

Suzanne
22.05.2005, 13:42
Original geschrieben von zuckerkatze
Hallo Suzanne,

Wo haste denn gewohnt??

Liebe Grüße
Conny

Hi Conny,

wir haben in Mörlenbach gewohnt :p (liegt zwischen Weinheim und Fürth) und mit den Pferden haben wir wunderschöne Ausritte - meist auf die Tromm - unternommen. Die Pferde haben wir entweder angebunden oder auf die kleinen Koppeln gelassen und haben lecker gegessen und getrunken.:p Zum Reiten ist der Odw. einfach klasse, im Gegensatz zu hier......:(

:cu: LG Susanne