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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Plötzliches Humpeln



Gabi
25.04.2005, 07:40
Mein Tommy macht mir Sorgen.

Es kommt ab und zu vor, dass er sehr stark humpelt, wohl auch ziemliche Schmerzen hat - und am nächsten Morgen ist dann alles weg.

So war es gestern z.B. - es war alles OK, er legt sich nachmittags noch zu mir auf die Gartenbank in die Sonne...nach Stunden lag er immer noch am gleichen Platz, es wurd schon langsam kühl, er machte aber keine Anstalten, reinzugehen, als ich ich von der Bank scheuchen wollte, fing er an zu knurren. Dann hab ich gesehen, dass er sehr stark gehumpelt hat, konnte sein rechtes Hinterbein kaum aufsetzen, er hat sich dann in sein Körbchen gelegt, wusste aber nicht recht, wie er liegen soll, man hat gesehen, dass es ihm wehtut.

Nun wollte ich gleich heute Morgen mit ihm zum TA, um eine schmerzstillende und entzündungs-
hemmende Spritze zu holen...und heute war überhaupt nichts mehr zu sehen, dass es Tommy gestern schlecht ging.

Ach so, Tommy ist grade 12 Jahre alt geworden...kann ich ihm vorbeugend etwas geben...für die
Gelenke? Wie kann man feststellen ob er Rheuma, Arthrose oder Arthritis oder wie auch immer hat? Gibt es Schmerzmittel, was man bei einem akuten 'Anfall' geben kann?

Saraa
25.04.2005, 07:51
Ich kenne da von einem alten Hund, der humpelte auch wenn er lange lag, manchmal kam er gar nicht richtig hoch. Wenn er sich dann eine Weile bewegte war es normal.
Evtl. auch wirklich Arthrose oder Rheuma, denn er wird ja auch langsam ein gesetzter Herr. Am besten fragst du mal deinen TA, ob er Untersuchungen kennt, mit denen man bei Katzen sowas feststellen kann.
Wenn er dann wirklich sowas hat, kann dir dein TA sicherlich ein Schmerzmittel für Notfälle geben.

Gabi
25.04.2005, 07:56
Ja, ich werd meinen TA sowieso anrufen...wollte mich halt vorher schon mal erkundigen

Saraa
25.04.2005, 07:56
Hier noch was zu Arthrose (bei Menschen)

Eine Arthrose ist eine verschleißbedingte oder altersbedingte Veränderung des Gelenks. Neben Überlastungen sind frühere Verletzungen (Meniskusschäden!), angeborene oder erworbene Gelenkfehlstellungen (X-Beine, O-Beine) oder Fehlanlagen (z.B. "Hüftgelenksdysplasie") häufige Ursachen von Arthrosen. Typische Ursachen sind die Kniegelenksarthrose bei einem Fußballspieler mit Meniskusverletzung (leider auch nach Meniskusoperation), die Hüftgelenksarthrose bei Schwerarbeitern (z.B. Hafenarbeitern) oder die Arthrose der kleinen Wirbelgelenke in den Hauptbelastungszonen einer Skoliose (Wirbelsäulenachsabweichung). In besonderem Maße bei Frauen, allerdings auch bei Männern ist starkes Übergewicht ein Risikofaktor für eine Arthrose.

Bei der Arthrose kommt es zunächst zu einer Verschmälerung und Auffaserung der Knorpelschicht (Gelenkknorpel), später zu einem fortschreitenden Knorpelverlust. In späten Stadien einer Arthrose reibt dann Knochen auf Knochen. Begleitend bilden sich an den Knochenrändern Knochenausziehungen, später immer gröbere Knochenspangen (Osteophyten).

Typisch für die Arthrose ist der Startschmerz, der bei der ersten Bewegung und unter den ersten Bewegungen eines Gelenks auftritt und dann rasch nachläßt sowie der belastungsabhängige Schmerz, der sich mit der Belastung eines Gelenks entwickelt (z.B. zunehmende Schmerzen in den Knien bei einer längeren Gehstrecke; bei schwereren Arthosen aber z.B. auch bereits beim Treppensteigen oder nach wenigen Metern in der Ebene). Unter Entlastung klingt der Arthroseschmerz dann rasch wieder ab. Typischerweise schmerzt ein Arthrosegelenk in Ruhe oder in der Nacht nicht (wichtiger und ganz charakteritischer Unterschied zur Arthritis). Wenn es bei einer Arthrose zum Auftreten von Ruheschmerz und Nachtschmerz kommt, ist dies ein deutliches Zeichen dafür, daß man das Gelenk vorher überlastet hat. Oft besteht dann gleichzeitig auch eine Schwellung und eine Überwärmung des Gelenks, manchmal auch ein Gelenkerguß. Diese Symptome werden durch eine Entzündung des Gelenks hervorgerufen; man nennt dies dann eine aktivierte Arthrose.
Therapie:
Ein weiteres wichtiges Ziel einer Bewegungstherapie ist der Erhalt der Gelenkfunktion. Durch regelmäßige Kontrolle des Bewegungsausmaßes und tägliches Trainieren des vollen Bewegungsumfanges kann ein zunehmender Bewegungsverlust und eine Einsteifung des arthrotischen Gelenkes vermieden werden.

Kälte oder Wärme kommen je nach Aktivitätsgrad der Arthrose zur Anwendung (Physikalische Therapie). Bei der aktivierten Arthrose mit Überwärmung des Gelenks, Schwellung und Ergußbildung wird oft die Kälte als angenehmer empfunden (zur richtigen Anwendung der Kältebehandlung siehe Physikalische Therapie), stehen Steifigkeit, muskelkaterähnliche Schmerzen und ein dumpfer Schmerz im Vordergrund, hilft die Wärme oft besser.

Bei der medikamentösen Therapie unterscheidet man die rein schmerzlindernde Behandlung mit Schmerzmitteln (z.B. Paracetamol, Metamizol, Tramadol) von der schmerzlindernden und entzündungshemmenden Behandlung. Eine entzündungshemmende Therapie ist besonders bei der aktivierten Arthrose sinnvoll (cortisonfreie Entzündungshemmer). Es gibt zunehmend positive Berichte über die günstige Wirkung von Vitamin E bei Arthrose. Viele Patienten benötigen nach einer gewissen Zeit neben Vitamin E keine weiteren Medikamente.

Nuk
25.04.2005, 07:58
ja sowas ist typisch für Gelenkprobleme, wenn sie länger liegen bzw. sich nicht bewegen und dann in Bewegung kommen, dann schmerzt es erst mal und geht dann wieder weg. Meines Wissens kann man zumindest Rheuma durch Blutuntersuchung feststellen.

Grüßle

Saraa
25.04.2005, 07:58
Zu Arthritis:
von arthros = griech. Gelenk und –itis = Entzündung. Eine Arthritis ist also die Entzündung eines Gelenkes.

Diese Entzündung äußert sich in erster Linie durch Schmerzen, aber auch durch eine Überwärmung des Gelenks, Hitzegefühl, desweiteren eine Schwellung und z.T. auch eine Ergußbildung (Gelenkerguß = Wasser im Gelenk, hat mit Blutergüssen nichts zu tun).

Im Gegensatz zu einer verschleißbedingten Gelenkerkrankung, einer sogenannten Arthrose, tritt der Schmerz bei einer Gelenkentzündung typischerweise in Ruhe auf und bessert sich bei Bewegung. Bei starken Entzündungen kommt es zu nächtlichen Gelenkschmerzen, von denen man aufwacht.

Ebenfalls typisch für entzündliche Gelenkerkrankungen sind eine ausgeprägte Morgensteifigkeit, die je nach Schwere und Aktivität der Erkrankung bis weit in den Tag andauert und z.T. sogar den ganzen Tag über nicht verschwindet.

-> Eine Entzündung sollte man eigentlich auf einem Röntgenbild dann erkennen können.

Saraa
25.04.2005, 08:00
Zu Rheuma gibt es keine spezifischen Symptome, weil das eher ein Überbegriff ist. Aber da weiss auch sicherlich der TA wie man die Diagnose stellen kann - und wenn nicht, weiss das ein Humanmediziner!

Gabi
25.04.2005, 08:01
Danke Sarah, sehr interessant was Du da rausgesucht hast.

Die jährliche Blutuntersuchung bei Tommy steht eh wieder an, also werde ich das auch prüfen lassen.

Saraa
25.04.2005, 08:05
Wenn du dann weisst was es ist, dann kannst du ihm sicherlich helfen, z.B. drauf achten, dass er nicht zu kalt oder hart liegt, oder ähnliches.
Ich habe vor einiger Zeit ein schönes Buch ind er hand gehabt, das genau erklärt, wie man die Knochen und Muskeln durch Massagen bei Katzen entspannen und trainieren kann. Aber da musst du natürlich auch erst den TA fragen, nicht das er dadurch noch Schmerzen bekommt. Aber gerade bei bestimmten Rheumaerkrankungen helfen Massagen gut. Aber warten wir erstmal ab, vielleicht hat er auch "nur" eine Zerrung.

Merline
25.04.2005, 09:29
Hallo Gabi,

erstmal ein dickes *tröst* für Tommy :)

Das Humpeln kann wirklich die unterschiedlichsten Ursachen haben...
Abgesehen von den reinen Gelenk- und sonstigen Erkrankungen kann es auch ganz was anderes sein.
Barny hat zum Beispiel sehr stark gehumpelt und konnte nicht mehr auftreten, so dass wir dachten, er hätte sich sein Beinchen verstaucht. Es lag aber an den Nieren, er hatte so starke Schmerzen, dass er nicht mehr auftreten konnte.
Das war auch nicht dauerhaft die erste Zeit, sondern sporadisch

Aber da Du ja eh ein Blutbild machen lassen willst, wird sich ja zeigen, ob die Werte ok sind oder nicht (hoffentlich sind sie es !!!).

Gabi
25.04.2005, 09:38
hmmm - vor einem Jahr war noch alles OK beim Blutbild, hoffe nicht, dass sich so schnell alles ändert
und es wirklich von den Nieren kommt.

TA meinte grad, das sei Arthrose und dafür soll ich mir Medis rausholen, die bekommt er dann über einen längeren Zeitraum. Damit wird die Krankheit gelindert und es sollten keine solchen schmerzhaften Schübe mehr auftreten.

Blutbild werd ich natürlich sowieso machen lassen

Nuk
25.04.2005, 10:45
Hallo Gabi,

was hat der TA gemacht, daß er so schnell weiß, ob es Arthrose ist? Ich trau als diesen "schnellen" Diagnosen nicht, leider genug schlechte Erfahrungen mit menschlichen Ärzten dahingehend gemacht, daß schnell eine Diagnose gestellt wird, weil er eigentlich nicht so genau weiß, was es ist oder es einfach nicht wissen will.

Gabi
25.04.2005, 10:54
Nix hat er gemacht...er hatte Tommy allerdings vor ein paar Monaten mit den gleichen Sympthomen zur Untersuchung dort

mk75
25.04.2005, 11:43
Hallöchen,

Arthrose scheint bei Katzen wohl öfters vor zu kommen, wie wir jetzt vielleicht meinen.
Meiner Schwester ihre Katze hat schon sehr früh Übergewicht gehabt, was nicht so recht in den Griff zu kiegen war, aber es war nicht so, dass sie sich gar nicht bewegen konnte, war halt etwas moppiger. Mit 8 Jahren bekam sie Arthrose und hat dann von sich auch aufgehört raus zu gehen und auch das Treppensteigen hat sie sehr eingestellt. Sie hat damals ein Medikament gehabt für die Schübe, damit die Schmerzen nicht arg werden, aber sonst ging es ihr bis zu ihrem Tot (Krebs) mit 15 Jahren gut.
Deshalb versuche ich bei meinen Katzen auch auf ein "optimales" Gewicht zu achten. Was bei meinem Kater leider nicht so gut gelingt, damit die Gelenke nicht zu sehr belastet werden, was dann im Alter sich als Arthrose oder Rheuma bemerkbar machen kann.

Viele Grüße
Micha
Jeanie und Aladin

Gabi
25.04.2005, 11:55
Tommy war leider auch nie der Schlankste...auch ist sein Gang in den Hüften etwas steif...ich denk
schon, dass Arthrose stimmt...

Ich habe gerade von zwei Züchtern einen super Tipp bekommen und werde das hier ausprobieren: http://www.muvitaks.de/ bevor ich zu Hammermedikamenten greife. Die beiden haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht und ich bin gespannt wie blöd, wie es wirkt

Andreag
25.04.2005, 13:21
Original geschrieben von Gabi

Ich habe gerade von zwei Züchtern einen super Tipp bekommen und werde das hier ausprobieren: http://www.muvitaks.de/ bevor ich zu Hammermedikamenten greife. Die beiden haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht und ich bin gespannt wie blöd, wie es wirkt

Das hört sich doch sehr vielversprechend an. Einen Versuch ist es auf alle Fälle wert. Ich wünsche Tommy auch ganz baldige Besserung!! :tu: :cu:

solane
25.04.2005, 13:49
Wünsch Tommy auch alles Gute!!!:)

Was ist eigentlich das ideale Gewich eines Katers??
Bei meinem hängt immer der Bauch runter- aber scheint mir eher Haut als Fettgewebe zu sein. Durch seinen Fenstersturz is er nicht mehr sooo quirlig. aber immer noch munter und zu spielen aufgelegt. Mein Freund meint er wär fett. Dadurch dass er immer noch so ne Metallschlinge in der Pfote hat, mach ich mir so meine Gedanken. ich mein Tommy is do ch so fit...hat keine Brüche oder so gehabt? Und wenn der Arthrose hat....dann fürcht ich mich wenn Bogus älter werdenwird...

Kann man Arthrose vorbeugen???

cikey
25.04.2005, 14:34
Gabi, ich drücke Euch alle Däumchen :tu: wär ja wirklich super, wenn Ihr die Hammermedikamente umgehen könntet... Tommy :kraul:

Gabi
26.04.2005, 06:30
danke Euch für die guten Wünsche :cu:

Mullemiez
26.04.2005, 06:54
Moin Gabili,
sodele, ich hab mal in dem Becvar nachgelesen;) aaalso:

Rhus toxicodendron D12 empfiehlt er, wenn sich die Symptome in Ruhe und bei naßkaltem Wetter verschlimmern, der Patient sich aber wieder nach einigen Schritten eingelaufen hat.

Natrium muriaticum D12 wird empfohlen, wenn sich der Zustand bei Kälte verschlimmert und sich der Patient mißmutig und unwirsch gibt (Zackenbarsch?), gereizt ist und sich nicht gern bewegen mag..

Liegt er gerne kühl und hat er nur eine träge Verdauung? Schwellen die Gelenke an? Dann Pulsatilla D30.

Harpagophytum D6 (Teufelskralle) gibt innerhalb kürzester Zeit Schmerzfreiheit, weil sie der weiteren Zerstörung des Gelenkknorpels entgegenwirkt und die Gelenkschmiere von Entzündungsproblemen befreit. Das wirkt am besten bei Problemen im Schulter und Hüftgelenk.:cu:

catweazlecat
26.04.2005, 07:37
Hallo Gabi

drücke dir auch die Daumen das alles gut verläuft. Lass doch mal hören wie zufrieden du mit Muvitaks bist.

Gute Besserung für Tommy!

Gabi
26.04.2005, 07:55
oooh Bridda, tausend Dank, das hilft mir sehr weiter :hug:

Zackenbarsch *laaaach* :D

Danke auch Dir Silke, ja ich werd mich dann in 4 bis 5 Wochen dazu melden, wie das Muvicat gewirkt hat