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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Femurkopfresektion nach Oberschenkelhalsbruch



SusanneL
13.03.2005, 13:56
Bei unserem Maine-Coon Kater Neo mußte am Freitag eine Femurkopfresektion durchgeführt werden. Er hatte wohl ein vorgeschädigtes Hüftgelenk durch einen Unfall in früher Kindheit, von welchem wir nichts wußten. Dadurch hat sich sein Hüftgelenkskopf nicht reichtig ausgebildet. Wahrscheinlich hat er sich dann vor einigen Tagen bei einem weiteren Sturz oder bei einer Rangelei mit seinem Bruder (?) einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen. Am Freitag wurde er dann operiert, d. h. es wurde eine Femurkopfresektion ( der obere Teil des HÜftgelenkskopfes wurde abgetragen) durchgeführt.
Wir durften ihn abends wieder mit nach Hause nehmen. Es war ein Bild zum Heulen. dauernd versuchte er aufzustehen, fiel wieder um, natürlich auf die operierte Seite ...
Gestern, nach der Kontrolle durch die Haus-TÄ und einer Schmerzspritze hat er sich in meinen Augen schon wieder viel zu sehr bewegt ( wie hält man eine Katze vom Springen ab?) Heute liegt er allerdings meistens ruhig da und schläft. Appetit ist kaum vorhanden.
Hat jemand mit so etwas schon Erfahrungen gemacht ? Was kann man unterstützend als Nachbehandlung machen ? Wie hält man ihn davon ab, sich zu früh , zu sehr zu bewegen, springen und mit dem Bruder toben ? Kann er überhaupt wieder richtig toben etc. ?

LG eine verzweifelte Susanne mit Nugget und Neo

Ronjakatze
13.03.2005, 17:34
Hallo Namensvetterin,

so ein Pech mit Eurem Süßen, aber
KEINE PANIK :sn: :sn: !!
Meine "frühere" Kätzin Gugsi (leider mittlerweile krankheitsbedingt im Katzenhimmel) kam nach ein paar Tagen mit folgendenVerletzungen nach Hause:
einseitiger Beckenbruch, Hüftfraktur und Trümmerbruch des Unterschenkels, alles auf der linken Seite.
Becken und Unterschenkel wurden geschraubt, bzw. genagelt und der Kopf des Hüftknochens wurde entfernt.
Sie wurde an einem Freitag operiert und Samstag Mittag konnte sie schon wieder nach Hause. Dort fing sie auch sofort an sich zu bewegen, was mir auch nicht so gaaanz geheuer war, aber meinTA sagt, daß in der Narkose Schmerzmittel enthalten seien, die ca. 48 Std. anhielten, danach würde sie schon ruhiger werden.
Was auch stimmte. Kragen trug sie nur nachts, oder wenn ich nicht da war und auch nur bis die Fäden gezogen waren (knappe 10 Tage), danach nichts mehr. Allerdings habe ich sie, wenn ich nicht da war, nur im Flur und Bad laufen lassen, also nicht unbedingt da, wo sie unbeobachtet aus größerer Höhe hätte runterpurzeln können. Wenn ich zuhause war, konnte sie aber hin, wo sie wollte. Das Ganze hat ein knappes viertel Jahr gedauert, bis sie halt wieder rauß durfte, wobei ihr der genagelte Unterschenkel aber am meisten Unbehagen verursachte, die fehlende Knochenverbindung von der Hüfte zum Becken hat sie garnicht gestört.
Übrig geblieben ist nur:
Das Becken stand leicht schief, wenn man darüber streichelte, merkte man den Knochenstumpf und Gugsi konnte mit dem Bein kein Gewicht mehr aufnehmen, z.B. im Stand. Es war zwar am Boden, aber unbelastet.
Aaaaaber, zum RENNEN, KLETTERN, TOBEN, die "Kollegen" PRÜGELN und Hunde ÄRGERN war es noch BESTENS einsatzfähig :wd: :wd: :wd: !!!!!!!
Also, mach Dir keinen Kopf, Katzen sind äußerst widerstandfähig, wir Dosi's "leiden" da weitaus mehr, es dauert nur halt alles seine Zeit !!
Viiiiel Glück für Deine Fellnase.

Liebe Grüße

Susanne
mit den "kleinen Biestern" Ronja & Silvester

MartinaL
14.03.2005, 05:49
Hallo Susanne,
es tut mir sehr leid, was deinem Kleinen passiert ist - aber es wird alles gut werden, keine Sorge.
Unser Kater Rossa wurde vor zwei Jahren schwer verletzt und hatte einen völlig zertrümmerten Oberschenkelknochen und eine Hüftfraktur. Er musste mehrfach wochenlang in einem Käfig gehalten werden, da er absolut ruhig gestellt werden musste. Da er sich nach Entfernung der Schiene gleich nochmal das Bein brach, wiederholte sich die Prozedur nochmals. Insgesamt hat der arme Kerl innerhalb von 12 Monaten über ein Vierteljahr im Käfig verbracht - du kannst dir unsere verschiedenen Konstruktionen anschauen unter www.euphrosyne.de und hier unter "Rossa". DA Rossa ein quicklebendiger Freigänger war, war das sehr schlimm - aber wir haben die Zeit alle gut überstanden.
Erkundige dich nochmals beim TA, ob du deinen KLeinen eine Zeitlang ruhig stellen musst - dann könntest du ihm ein Laufgitter etc. herrichten. Ansonsten könntet ihr vielleicht einen Raum "entschärfen" - Regale mit Tüchern abhängen und die Sprungmöglichkeiten durch Styroporplatten zu schiefen Ebenen machen....
Ich wünsche euch alles Gute!!!!
LG
Martina

SusanneL
14.03.2005, 15:17
Dankeschön für das Mutmachen !

Du hast recht Susanne, jetzt, wo das Schmerzmittel in der Wirkung nachgelassen hat, ist unser Neo ganz vernünftig und hat keine Sprung- und Kletterambitionen mehr.
In der Wohnung darf er sich laut Tierklinik frei bewegen. Er dürfte nicht raus, aber da er eh ein Etagentiger ist, brauchen wir uns darüber keine Gedanken machen. Eure beiden Süßen hat es ja auch noch schlimmer erwischt, wenn man das so liest.
Schön zu hören, das er später wieder mit seinem Bruder durch die Wohnung düsen kann:D .
Habt Ihr mit euren Pelznasen Physiotherapie gemacht ?
Haben Eure Miezen auch gar keinen Appetit gehabt ? Neo mag fast garnichts fressen.

Liebe Grüße Susanne und Neo und Nugge

SusanneL
14.03.2005, 15:25
Nachtrag :
Mensch Martina, habe mir gerade Deinen Rossa angeschaut, das war ja heftig, so ein armer Kerl. Mußtet Ihr ihm denn irgendetwas ins Futter geben, wie z. B. Calcium, damit der Knochen besser wächst, oder hilft nur Geduld ?

Ich hoffe, es geht ihm jetzt gut !!!!!

LG Susanne und Neo Und Nugget

Ronjakatze
14.03.2005, 18:41
Hallo Susanne,

nö, viel Appetitt hatte Gugs am Anfang auch nicht.
Mach aber nicht den Fehler wie ich, nuuuur Leckereien in das aaaarme Tierchen stopfen zu wollen, damit es eeeendlich was frißt. Die Quittung kriegst Du nämlich hinterher..........
wenn das liiiebe Tierchen wieder gesund ist und meint, daß Du das "normale" KaFu im Napf ja nun wirklich nicht ernst meinen kannst....:p :p :p !!
Es ist noch keiner vor dem vollen Napf verhungert !!
Physiotherapie........
Jaaaa, da war was.......
Sprich aber bitte Deinen TA drauf an. Ich weiß die Übung nämlich nicht mehr ganz genau (ist mittlerweile 5 Jahre her) und bevor ich Euch was gänzlich Falsches sage......
Und nicht den Kopf hängen lassen, DAS merkt Dein Katerchen nämlich auch. Immer POSITIV denken !!!!
Ich weiß, sieht am Anfang einfach nur gruselig aus, wenn Katerchen sich abmüht, das Bein zu benützen. Aber Du darfst nicht vergessen, daß jetzt die Muskulatur, die Sehnen und Bänder die Arbeit des fehlenden Gelenks mit übernehmen müssen. Und die müssen sich erst dran gewöhnen und sich dementsprechend "aufbauen". Und das dauert halt seine Zeit.
Komischerweise gabs dann aber auf mal einen riesen "Schub" und dann gings mit der Motorik des Beines rasend schnell bergauf, so nach etwa 3 Wochen.
Wie gesagt, wenn alles planmäßig verheilt, wirst in ein Paar Monaten nur noch DU sehen, daß Dein Katerchen eigentlich ein bisserl "gehbehindert" ist. Ein Fremder wird nichts feststellen und Dein Katerchen stört sich erst recht nicht dran ..;) ;) .
Liebe Grüße an Deine Fellnasen und alles Gute.

Susanne
mit den Chaoskatzen (heute könnte ich sie.......:schmoll: :schmoll:

MartinaL
14.03.2005, 19:08
Hallo Susanne,
Rossa hat Pasten ins Futter bekommen, die alle möglichen Mineralien und Vitamine enthalten haben. Ich habe ihm auch homöopathische Mittel gegeben. Leider woltle er nach einigen Wochen fast nicht mehr fressen und ist dann ein Thunfisch-Junkie geworden:)))).
Mittlerweile geht es ihm aber wieder blendend. Allerdings hat er eine Arthrose im Hüftgelenk zurückbehalten.
Ich habe übrigens während seiner Käfigzeit täglich mit ihm "Gymnastik" gemacht. Musst du das auch machen?
Wenn er sich in der Wohnung frei bewegen darf, dann ist das Ganze halb so schlimm - er wird seine Grenzen schon begreifen.
Ich wünsch euch alles GUte!
LG
Martina

SusanneL
15.03.2005, 17:40
Hallo Susanne und Martina !

Vielen Dank für die liebe Aufmunterung. Es geht mir schon viel besser, heute läßt er sich schon nicht mehr so hängen. Allerdings Fressen will er auch nicht, nicht einmal Sahne wollte er haben, morgen muß ich sowieso bei der TÄ anrufen, mal sehen, was sie dazu meint. Und wenn wir am Donnerstag zum Nachsehen sind, spreche ich sie dann auch auf evtl. Physiotherapie an.

Liebe Grüße und:kraul: für Eure Fellnasen

Susanne und Neo und Nugget