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SusiNelles
14.02.2005, 14:36
OP Ja oder Nein - was ist mehr Qual -offener Ductus botalli
20.01.2005
Katze Mimi ist 1Jahr und ca. 9Monate (etwa April 03 geb.) EKH
Schwere Gebärmutter- und Eierstockentzündung z.n Total-OP nach Geburt von 2 Babies April 04 intermittierender Husten und Hustenattacken bis 2Min. Mimi ist dabei auf dem Boden gepresst.
Medies:
ACE-Hemmer 1,25 2x1/4 und Furosemid 10mg 2xtgl. (NEU seit h20.01.05)
Futter:
Miamor Feine Filets 10-50g tgl. Tütchen Aldi10-60g tgl. Royal-Canin oral Care Max 100g tgl. meist ist Sie nur je 10g pro Mahlzeit
Sohn Mobby 28.04.04 geb. Milz vergrößert und Herz wenig vergrößert sowie Herzgeräusch, kein pathol. Befund zu finden Kontrolle in einem Jahr empfohlen.
Schwester von Mobby, Quirlie verstorben mit ca 7 Monaten an Thymus-Sarkom-Leukose assoziirt (Leukose negativ!)
Liebe, junge Katze, optisch guter Zustand, kann noch rennen kurze strecken wirkt nicht Todkrank, ißt nur wenig.
OP mit Spirale offener Ductus botalli letale Shunt-Umkehr in ca 4 Wochen erwartet. Tatsächlich eine Chance zu überleben.?

Nach Übernahme von Mimi und ihrem Bruder Kater Max vom Tierschutz aus wohl sehr schlechten sozialen Verhältnissen, wobei selbst die Kinder der Fam. kaum/nichts zu essen hatten und Tritte, Schläge und Kindergeschrei üblich waren, Sahen sie schmall aus und das Fell war stumpf und viele Stellen unbehaart und die Ohren durchscheinend, sie hatten Angst vor Schritten und Füßen. Nach 2 Wochen kahmen die 2 Jungen zur Welt 88 und 90gramm leicht.
Mimi hatte noch einen dicken Bauch und es fühlte sich an als ob noch was drinne wär. Beim Röntgen zeigte sich ein sark vergrößerter Uterus mit 3 ca Tischtennisbällen ohne Knochen darin und eine difusen unförmige Vergrößerung. Mimi hatte Fieber um 40-41°C und brauchte Antibiose.

Sie konnte die Babies kaum säugen und wärmen war ihr extrem unangenehm, verständlicher Weise. Also kamen die Jungen auf ein Wärmekissen und wurden von Hand alle 2-4h zugefüttert je nach Bedarf, sie gediehen gut. Nach wiederholten Fieberattacken und mäßigem zusammenziehen des
Uterus/Gebärmutter wurde dieser entfernt und es zeigte sich das auch die Ovarien/Eierstöcke erheblich ödematös und entzündlich verändert waren und sie wurden entfernt
Auf Tumor bestand zwar mäßig verdacht, wurde aber nicht untersucht.
Im Verlauf zeigte sich intermittierender Husten und
Hustenattacken bis 2Min. Die Katze Mimi lag dabei meist auf dem Boden gepresst. Das allgemeine schwächeln wurde den vorangegangenen Strapazen zugesprochen und sie galt halt kein guter esser.
Die Frage:
Die gestrige Untersuchung in Gießen zeigte eine großes Herz im Röntgen und im anschließenden Herzultraschall eine erhebliche Stauung im Lungenkreislauf mit Erweiterung der Pulmonalis sowie einem sehr weitem offenen Ductus botalli mit intermittierender Shunt-Umkehr und daraus
vermutlich gravierendem, resultierendem Sauerstoffmangel,(Vermutet wurden ein intermittirendes/immer wieder kommend und gehendes Lungenödem /Wasser in der Lunge sowie interm. Aszites/Wasser im Bauch).
Das Herz ist vergrößert bes. der rechte Ventrikel aber auch der Vorhof.
Der erhebliche Fluss durch den Ductus botalli ist im doppler gut zu sehen. Und die weite der Gefäße ist erschreckend aber die Katze klinisch mäßig bis wenig beeinträchtigt. Als Überlebenszeit wird ohne OP max ein halbes Jahr vermutet mit OP und einsetzen der Spirale, falls er überlebt wird ist die aussicht auf einige Jahre leben mit tgl. Medis.
Abgesehen von den 1500Euro Kosten die schwer aufzubringen sind ist es auch schwer trotz einiger Vorkenntnisse das Risiko abzuwägen.
Es wurde dringend empfohlen die OP innerhalb der nächsten 4 Wochen vorzunehmen ohne Garantie, selbstredend. Aber ob sie wirklich eine Chance hat, mit OP ist doch eher fraglich, wie seht Ihr das????
Ich vermute das durch abrupten Schluss des Ductus Botalli bei OP mit Spirale das Herzchen sofort überfordert ist, oder die Lunge es nicht schafft mit dem veränderten Druck klar zu kommen. Und auch danach wird sie auf Dauer von Medis abhängig sein.
Seh ich das womöglich durch die bedrängende Situation oder durch Vorkenntnisse beim Menschen zu pessimistisch oder denkt Ihr auch, das zumindest das Sterberisiko höher ist als ein mögliches Überleben.
Ich denke nur die Medis und abwarten und zu gegebener Zeit einschlafen lassen, wäre eher tierfreundlicher, als dieser schwere ungewisse Eingriff, zumal Katzen wesentlich filigranere und verzweigtere Gefäße haben als Hunde oder Menschen und dies ja nur 5 mal oder so bisher bei Katzen gemacht wurde ?????????????
Vielen Dank für Eure Mühe
Liebe Grüße Susi aus Heusenstamm
Und Danke das ich mir das mal von der Seele schreiben durfte.


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catweazlecat
14.02.2005, 15:30
Hallo Susi

eine wirklich schwere Entscheidung die Euch da bevorsteht!

Kann mich nicht wirklich in Eure SItuation versetzen da ich nicht weiss wie es ihr zur Zeit geht. Wenn sie schmerzfrei leben kann und das zu erwartende OP-Ergebnis nicht wirklich positiv, würde ich ihr das nicht mehr zumuten.
Wenn sie wirklich bereits so schwach ist wie sich das anhört würde ich mal vermuten das sie die Narkose nicht überstehen würde. Offenbar ist das Herz ja bereits sehr angegriffen.

Grauenhaft unter welchen Umständen manche Tiere vor sich hin vegetieren müssen bevor sie in liebevolle Hände gelangen :0(

Wie hoch wird die Chance das sie noch ein paar schöne Jahre haben kann nach der OP eingeschätzt? Wäre es denn möglich ihr die Medikamente ohne grosse Probleme einzugeben oder wäre das für sie auch mit Abwehr etc. verbunden?

Gruss

Grizabella
16.02.2005, 00:22
Hallo, Susi,

Persönlich bin ich fast immer dafür, eine Chance wahrzunehmen, andererseits hat deine Mimi schon wirklich viel mitgemacht. Wenn ich mir mit meinen Tieren über so eine Lage nicht sicher bin, frage ich den TA, was er machen würde, wenn es sein Tier wäre, wobei die Antwort fast immer "Pro Operation" lautet, ist irgendwie auch klar. Was Mimis vergrößertes Herz, separiert gesehen, anbelangt, kann man sicher durch all die Medikamente ein katzenwürdiges Dasein erreichen. Ich neige in deinem Fall ein bißchen dazu, Mimi mit Hilfe der Medikamente ein so schönes Leben als es nur möglich ist zu bereiten und sie dann in Ruhe gehen zu lassen. Mimi selbst hat von sich aus keine Angst vor dem Tod wie wir es hätten in diesem Zustand. Wichtig wäre es auch, den Tierarzt zu fragen, wie er sich in diesem Fall ihr Ende vorstellen kann. Bei meiner am 21.1. verstorbenen Fipsi, die seit mehr als 1 1/2 Jahren Herz- und andere Medikamente in hoher Dosierung bekam, hat sich die Prognose ganz genau bewahrheitet: "Sie wird schwächer werden und in Ruhe einschlafen." Wobei ich durch den Tierarzt nachgeholfen hätte, wäre es anders gewesen. Soweit ich sehen konnte, da ich das Glück hatte, bei ihr zu sein, hat sie nicht gelitten in ihrer Todesstunde. Ich muß zugeben, sie war sehr alt (fast 19 Jahre), aber in jedem Fall (auch bei uns Menschen) ist das "Wie" der letzten Stunde das Allerwichtigste, nicht so sehr das "Wann". Vielleicht also kannst du dieses Gespräch mit deinem Tierarzt vor einer endgültigen Entscheidung noch führen.

Keine Entscheidung ist falsch, wenn sie nur aus Liebe geschieht.

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute.

SusiNelles
18.02.2005, 18:27
Hallo und Danke für die antworten und die Ratschläge.
Also Mimi geht es den Umständen entsprechend recht gut.
Sie läuft umher geht noch gerne raus in den Garten und auch stromern wenn auch nicht mehr so weit und so lange. Hat ein gutes Winterfell bis auf die rasierten Stellen vom Ultraschall.
Sie wirkt häufiger etwas belastet und Müde wobei ich nicht sicher bin ob der lätscherte Blutdruck durch die Medis eher der
Grund ist oder ob es wegen dem wenigen Sauerstoff ist da ja kaum welches durch die Lunge fließt.
Aber alles in allem sieht sie eher gut aus. Aber dennoch merkt man das es ihr nicht richtig gut geht.
Was die Tierärzte bzw. die Tierklinik Gießen angeht würden sie schon operieren wollen . 1 Katze hätte es auch schon mal ganz gut überstanden, deren Zustand ähnlich war wie der unserer Mimi. Aber wir tendieren inzwischen bei Gewichtung aller Umstände und das Wohl von Mimi berücksichtigend eher dazu Die Medis so günstig wie Möglich zu dosieren und sie nicht operieren zu lassen. Und sollte sie bei zunehmender Schwäche
zu sehr unter Atemnot geraten würden wir ihr schweren Herzens ihren Weggang erleichtern wollen. Alles Liebe Susi
Ich Berichte weiter! Danke

SusiNelles
18.02.2005, 20:11
Ja es ist wirklich eine schwere Entscheidung die uns da mal wieder trifft. Als ob jetzt nich schon genug Mietzen bei uns gestorben sind.
Ist natürlich eine recht spezielle Problematik.
Irgendwie geht es Ihr mäßig gut also sie läuft rum und so aber man merkt das Ihr was fehlt Schmerzen werden nicht das Problem sein sie bekommt nicht genug Sauerstoff und wird schließlich auch an Sauerstoffmangel sterben bzw. erstickenweil das Herz demnächst rückwärts läuft und das Blut die Lunge nicht mehr erreichen kann und deshalb auch kein Sauerstoff aufnehmen kann
Falls sie die OP widererwartend überleben sollte und sich auch wieder fängt müßte sie Zeitlebens Medis weiternehmen und könnte etwa bis zu 10 Jahre weiterleben. Sie mag die Medigabe nicht aber sie hat gemerkt das sie die braucht und nimmt sie nicht erfreut aber doch an. Da sie nicht gut essen tut und keine Bröckchen oder Leckerchen mag in denen man die Tabletten verstecken könnte lösen wir sie auf in Wasser oder auch mal Milch bzw. Katzenmilch und lassen sie sie aus ner 2ml Spritze trinken mit entsprechendem vorsichtigem Nachdruck.
Wie gesagt Noch toleriert sie es weitgehend gut. Manschmal wirkt sie recht schwach manchmal fast fit, wir befürchten das sie eineNarkose eher nicht übersteht uns selbst wenn, ist das Einsetzen der Spirale in das Gefäß ne ziemliche Druckbelastung für den Kreislauf und das Kathedern an sich ist bei Katzen auch schon ziemlich filigran und schwierig.
Es ist auch wirklich Grauenhaft das wir die erlebten Umstäde nicht besser und länger wieder gut machen dürfen, furchtbar was sie und leider auch wir schon alles erlebt haben.
Die Chance das sie noch ein paar schöne Jahre haben kann nach der OP wäre denkbar bis zu 10, wenn sie eine OP überhaupt übersteht. Das ist in eiem frühen Stadium wahrscheinlich aber in ihrem fortgeschrittenem Stadium eher sehr wage einzuschätzen? Es wäre möglich ihr die Medikamente mit kleineren Problemen einzugeben ,ob sie es auf Dauer tolerieren würde kann natürlich keiner sagen. Wir hätten aber auch kein Problem die Medis zu spritzen und Knuddelumsorgungseinheiten bekommt sie auch so viele das sie es wohl tolerieren würde, Wir würden keine Mühe scheuen wenn es aussicht auf erfolg Gäbe aber es ist wirklich sehr Wage. Das ist das bittere daran.
Liebe Grüße Susi
Ach und Grizzabella herzlichst sorry für Deine Fipsie.
Man behält sie immer im Gedächtnis, leider kann man mehr nicht tun. Und es tut doch imer wieder weh wenn man dran denkt. Dennoch ist es schön das sie doch sehr alt werden durfte in liebevollen Händen.
wir wünschen uns mal für ein paar Jahre, nur 2 oder 3, eine wirklich gesunde Katze, das wäre echt schön, aber irgendwie ziehen wir alle Krankheiten und mögen sie noch so selten sein magisch an, echt bitter.
Susi

SusiNelles
06.03.2005, 15:54
Zur Zeit haben wir uns relativ definitiv aus medizinischen Gründen gegen eine OP entschieden, ich weiß zwar nicht ob wir das durchstehen und wir evtl. doch noch umschwenken wenn es ihr schlechter geht, auch wenn die Überlebenschancen dann natürlich auch noch schlechter sind. Aber wir glauben fest das es besser ist und wir sie noch länger haben wenn sie nicht operiert wird. Die meisten die wir gefragt haben Freunde, Bekannte und Menschendocs und Tierdoctors denken auch das eine OP echt recht wage ist in ihrem bereits fortgeschrittenem Stadium.
Wir hoffen das es ihr noch recht lange halbwegs gut geht .
Sie geht nach wie vor auch bei Schnee und Kälte raus, darauf besteht sie und läßt sich die Medis gut mit einer 2mlSpritze in den Mund träufeln auch wenn es ihr nicht unbedingt schmeckt. Sie ißt halt sehr wenig aber damit können wir leben.
Vermutlich belasten sie das Essen zu sehr und das merkt sie ja wohl selbst am Besten wenn sie was möchte bekommt sie jederzeit immer was, sei es frisches Hühnchenfilets oder Nassfutter oder Trofu steht eh immer da und besonders frisches Wasser meistens frisch aus der Flasche oder mal aus dem Wasserhahn. Sie verliert ja viel durch die Entwässerungsmedis und hat daher viel Durst.
Stilles Wasser ist daher wohl wichtig weil sie auch viele Mineralstoffe verliert.
Sie sieht auch noch recht gut aus so vom Felll her und so, derzeit wiegt sie recht konstant 3,6 kilo.
Also Danke für die Mails und bis demnächst.
Liebe Grüße von Mimi und ihrem Sohn Mobby sowie ihrem Frauchen Susi aus Heusenstamm.