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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rüdenkastration



Verena
03.08.2002, 14:34
hallo.

seit vier wochen leben wir mit einem zweiten rüden zusammen und sind nun am überlegen, ob wir ihn kastrieren lassen sollen. er ist 1 1/4 jahr alt und hat klöten in hühnereigröße, ist übermäßig oft mit intimpflege beschäftigt und soll laut pflegestelle bei hündinnen mehr oder weniger ausrasten (eigene empirische daten geben leider noch nicht allzu viel her). außerdem werden sich die beiden nicht so recht einig, wer das sagen haben soll, vielleicht könnte eine kastration da die entscheidungsfindung beschleunigen. und dann gibt es da ja auch noch den gesundheitlichen aspekt.
warum wir nun noch immer keine entscheidung getroffen haben: unser erster reagiert auf kastrierte rüden meist wie auf läufige hündinnen: starrer blick, seiber überall, und eine rute, die jeden augenblick abzufallen droht. er läßt sich auch durch nichts ablenken, einmal haben wir sogar den hundeplatz gewechselt, weil er ständig an einem kastraten dranhing, der sich auch partout nicht wehren wollte.
nun kann er das bei einem kastrierten mitbewohner natürlich nicht 24/7 durchhalten, aber muten wir ihm damit möglicherweise zuviel zu?
ansonsten ist er im sozialen umgang ausgeglichen und völlig normal.
und dann noch eine frage zum umgang zwischen fremden hunden und kastraten: wird ein kastrat nicht mehr als hund oder lediglich nicht mehr als gegner wahrgenommen, oder besteht vielleicht sogar die gefahr, daß ihn jeder mittelmäßig dominante rüde als versuchsobjekt hernimmt? - außerdem kam mir zu ohren, daß hündinnen oft auf kastraten gar nicht könnten.
wäre nett, wenn leute mit erfahrungen auf diesem gebiet mir ein paar tips geben könnten, ihr seht mich ratlos.

gruß, verena

Cockerfreundin
03.08.2002, 18:03
Hallo, Verena!

wie sich der Umgang zwischen nichtkastrierten und kastrierten Rüden in einem Haushalt gestaltet, weiß ich aus eigener Erfahrung bisher nicht (habe nur von einer Bekannten gehört, dass es dort keine Schwierigkeiten gab), aber zu Deiner anderen Frage kann ich Dir vielleicht was sagen:

Zitat
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und dann noch eine frage zum umgang zwischen fremden hunden und kastraten: wird ein kastrat nicht mehr als hund oder lediglich nicht mehr als gegner wahrgenommen, oder besteht vielleicht sogar die gefahr, daß ihn jeder mittelmäßig dominante rüde als versuchsobjekt hernimmt?
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Ich habe meinen Cocker Spaniel Basti (16 Monate) vor gut 2 Wochen kastrieren lassen (Einhoder) und war auch etwas unsicher, was die Neuorientierung bei Hundebegegnungen betrifft, zumal er (außer, es ist eine läufige Hündin im Spiel ;) ) überhaupt nicht raufig ist.

Meine Erfahrung bisher ist folgende: für unbekannte erwachsene Rüden ist er zunehmend uninteressant (die Hormonumstellung dauert ja so 6 bis 8 Wochen); heisst: solange er selbst keine Annäherungsversuche ;) macht, wird er vollkommen in Ruhe gelassen.

Bei ihm bekannten großwüchsigen eher dominanten Rüden hat er sich in den ersten Tagen/ Begegnungen nach der Kastration von sich aus sofort ergeben (auf den Rücken gelegt) bzw. er läuft einen großen Bogen, wenn er sie sieht. Ist auch ok. Nichts ist passiert. Inzwischen ist es wieder wie vorher: Man(n) :D lässt sich in Ruhe.

Bei den anderen, ihm bekannten Hunden (egal, ob Rüde oder Hündin), ist es so wie vorher auch. No problem.

Dass andere Rüden versuchen, ihn zu dominieren oder gar aufzureiten, ist bisher noch nicht passiert. Und von Agressionen kastrierter Hündinnen ihm gegenüber hab ich noch nichts gemerkt.

Wie gesagt, soweit unsere Erfahrungen bisher. Bis jetzt kann ich nur sagen: ich würde es jederzeit wieder so machen. Alles ist viel entspannter :)

Viel Glück bei der Entscheidungsfindung wünschen
Annette + Basti

Alpha
03.08.2002, 21:51
Hallo Verena!
Es ist ratsam,Rüden zu kastrieren.Die Vorteile sind:ein Kastrat hat wesentlich weniger Stress,wird dadurch ausgeglichener;zum anderen bekommt ein Nicht-Kastrat im Laufe seines Lebens bis zu einem gewissen Alter immer wieder Dominanzschübe,der kastrierte Rüde nicht ..Das Aufreiten hat nur dann etwas mit Sexualtrieb zu tun,wenn ein erwachsener ,nicht kastrierter Rüde auf eine läufige Hündin aufreitet und dabei sein Genital in ihr Genital "tut".
Warum kastrierst Du nicht beide Rüden?Dann gäbe es normalerweise kein Geprügel mehr um läufige Hündinnen,was ja passieren kann.Die Rangordnung müssen die Hunde selbst festlegen,auch wenn einer kastriert ist.Das das länger als vier Wochen dauern kann,sollte klar sein.
Wenn der Rüde andere Rüden nach Chefmanier "bereitet",solltest Du ihm zeigen,daß er nicht der König ist(was er wohl zu sein glaubt).Ich rate jedem Hundehalter,Rüden bis zu einem Alter von ca. 6 Jahren zu kastrieren.Der Hundehalter hat weniger Probleme,der Hund weniger Stress-was spräche dagegen?Wenn Du nur einen Rüden kastrierst,wird der andere Rüde ihn vielleicht auch noch mal berammeln-aber nur,bis die Rangordnung geklärt ist!
Gruß,Alpha

Chaostruppe
03.08.2002, 22:54
Mein großer Rüde ist ein richtig dominanter Drecksack, und anfangs hatte ich wirklich vor, ihn kastrieren zu lassen. Dabei ging es mir aber nur um sein Verhalten anderen dominanten Rüden gegenüber (Beissereien). Mehrere Tierärzte haben mir abgeraten, weil er zu dem Zeitpunkt schon fast 4 Jahre alt war, (er war 3 als ich ihn aus dem Tierheim holte) und sein Verhalten auch durch eine Kastration nicht zu ändern gewesen wäre.

Meiner Erfahrung nach stellt er leider kastrierten Rüden sogar mehr nach, als Hündinnen, und er ist nicht der einzige. Früher auf der Hundewiese gab es einen Kastraten, um den es regelrecht "Schlägereien" gab. Irgendwie müssen die meisten Kastraten super gut riechen. Dabei ist er gar nicht so wild mit einer läufigen Hündin in der Nachbarschaft. Nur wenn er sie direkt vor der Nase hat ist er nicht mehr zu halten, aber sonst ist er wie immer.

Inzwischen habe ich drei Rüden die nicht kastriert sind, und es gibt keine Probleme. Klar sind sie an läufigen Hündinnen interessiert, aber es hält sich alles im Rahmen. Und zumindest bei den jüngeren kleinen Rüden konnte ich bis jetzt keinen Dominanzschub feststellen. Das mag aber auch daran liegen, daß der große sie dominiert, ich weiß es nicht.

Jedenfalls würde ich jüngere Rüden jederzeit kastrieren lassen, sofern es noch problematisches Rüdenverhalten unterbinden kann. Später, oder wenn der Rüde unproblematisch ist, würde ich es eher nicht tun. Hab ich ja auch nicht, aber das ist nur meine persönliche Meinung. :)

Liebe Grüße,
Andrea

Verena
04.08.2002, 09:46
hallo, alpha.

warum ich den älteren nicht kastrieren lassen möchte: nachdem er als welpe und junghund trotz unterwürfigkeit pausenlos übelst zugerichtet wurde, hat er zwei jahre gebraucht, um selbstsicherheit im umgang mit artgenossen zu entwickeln. inzwischen ist er fünf jahre alt und kommt mit allen gut zurecht. und da ich eben oft negatives über den umgang anderer hunde mit kastraten gehört habe, er sowieso sehr ausgeglichen ist und auf läufige hündinnen wie schon von andrea beschrieben reagiert, kam eine kastration in seinem fall für mich nicht in frage.
das "versuchsobjekt" bezog sich übrigens nicht auf sexuell motiviertes aufreiten, sondern darauf, daß einige halter von kastraten bemerkt hatten, daß ihr hund nun als freiwild gilt, dem jeder mal eins draufgeben darf.

gruß, verena

Alpha
04.08.2002, 19:48
Hallo Verena!
Was Euch wohl nicht bekannt ist,aus den Beiträgen zu lesen,ist folgendes:Kastraten riechen nicht wie Rüden,sondern geschlechtlos-deswegen ist auch völlig klar,daß gerade sie oft erstmals "gestutzt" werden.Logisch,nicht wahr?Aha?
Gruß,Alpha

Maggie_HH
04.08.2002, 21:32
also riechen Kastraten nicht wie läufige Hündinnen???? ich dachte das immer.....
woher weißt du das???
(mein Rüde ist überhaupt nicht dominant und auch nicht sehr sexualmotiviert-würdest du mir trotzdem raten ihn kastrieren zu lassen???? immerhin wäre es ja eine op und ein GESUNDER hund, dem ich den stress aussetzen würde!)

Juliane

Chaostruppe
05.08.2002, 07:25
meine Beobachtungen was Kastraten angeht sind ganz unterschiedlich. Manche sind für meine Rüden völlig uninteressant, aber allzu oft reagieren sie genauso wie auf eine läufige Hündin. Eine Hündin läßt sich aber solche Aufdringlichkeiten nicht gefallen und beißt den Rüden weg. Aber ich hab oft beobachtet, daß Kastraten sich nicht wehren, sondern im besten Fall versuchen zu flüchten.

Dieser Kastrat auf der Hundewiese, den ich oben erwähnt habe, war ein Pointer und ziemlich schnell. Kaum ist er aufgetaucht, spielten mindestens die Hälfte aller anwesenden Rüden verrückt, und er hatte immer mehrere "Verehrer" hinter sich. Solange er gerannt ist (er zeigte keine Angst), rannten sie ihm hinterher. Blieb er mal stehen, kam er zu regelrechten "Prügeleien" um ihn.
In diesem Fall, und in einigen anderen die ich kenne, hatte ich nicht den Eindruck, daß es um "zurechtstutzen" geht, sondern daß diese Aufdringlichkeit der Rüden durchaus sexuell motiviert ist.

Warum der eineKastrat auf Rüden wirkt wie eine Läufige Hündin und der andere nicht, das wüßte ich auch gerne. :)
Liebe Grüße,
Andrea

Superjeile Zick
05.08.2002, 13:20
Hallo!

Also ich bin auch am überlegen Sam kastrieren zu lassen und konnte mich bisher noch nicht dafür entscheiden. Sam bespringt einfach alles und jeden. Bei uns (Bein oder so) konnten wir es ihm mit hartem Anbrüllen und evtl. einem Klapps auf den Hintern abgewöhnen. Aber andere Hund (egal ab Rüde oder Weibchen) leiden teilweise sehr unter ihm und ich komme in den Situationen auch nicht so einfach an ihn heran.

Das mit dem Geschlechtsteil lecken bzw. sogar dessen Entzündungen und somit regelmäßiges Behandeln geht mir mittlerweile auch ziemlich an die Nerven. Das Ausspülen macht ihm bestimmt (so sieht sein Gesicht zumindest aus) auch keinen Spass.

Jetzt habe ich von einer sogenannten "chemischen Kastration" gehört. Diese soll nur für ca 2-3 Wochen anhalten und man kann, so zu sagen, "testen" welche Einflüsse eine Kastration auf den jeweiligen Rüden hat. Hat hiermit jemand Erfahrungen gemacht?

Mich würde auch mal interessieren wer seinen Rüden aus welchen Grund hat kastrieren lassen und ob es auch wirklich den entsprechend Erfolg hatte.

Gruß
Nadine

Sandy&Fido
05.08.2002, 17:10
also fido war auch ungefähr in dem alter, als ich beschloß ihn kastrieren zu lassen. der grund dafür lag auf der hand : er war ein wahrer temperamentsbolzen und sehr dominant bei anderen rüden.

die kastration an sich verlief ohne komplikationen. nur an seinem verhalten hat sich nicht wesentlich was verändert. ein wenig ruhiger (und dicker *gg*) ist er geworden.

was das thema kastrierter hund vs. nicht-kastrierter hund angeht hab ich keine unterschiede bemerkt. fido wird von vollwertigen rüden nicht als "mädchen" oder opfer angesehen. im gegenteil, er zeigt heute immer noch jedem halbwegs ernst zunehmendem rüden wo der hammer hängt.

also ich seh in einer kastration keinerlei nachteile was das angeht.

mfg sandy und der entmannte fido ;)

Alpha
05.08.2002, 19:56
Hallo Julane!
Nein,
Kastraten riechen eben nicht wie läufige Hündinnen,sondern eben geschlechtslos(mit dem Hinweis dachte ich käme der Aha-effekt!),also wie...na?...Junghunde! Und was macht ein erwachsener Hund im Erstkontakt mit einem (vermeintlichen) Junghund?Klar,zurechtstutzen,e rziehen-die Chance lässt sich kaum ein Hund entgehen.Und auf welche Art und Weise versuchen Junghunde vorallem,Stärke zu zeigen(bzw.den Versuch)?Durch das Aufreiten.Und das weiß auch noch der erwachsene Hund.Und wenn mehrere Hunde einen Kastraten "haben",will natürlich jeder als erster Hund Diesem "den Hammer zeigen".Manche machen das auch bis zu anderthalb Jahren weiterhin bei anderen Hunden,egal wie alt diese sind.Dann gibt es natürlich auch noch die Zu-früh-Kastrierten-die werden ewig die Gejagten und Geprügelten sein,meist werden sie eh früh sterben müssen,das ist die Natur.Zum Themawelcher Hund soll kastriert werden",habe ich ja oben geschrieben.Den Stress sollte man meiner Meinung nach von jedem Rüden fernhalten,wenn er eh nie in den "Genuß" kommen soll.
Gruß,Alpha

Maggie_HH
05.08.2002, 20:52
das klingt sehr einleuchtend für mich, aber ich dachte echt immer die riechen dann nach läufigen hündinnen!!!! hmmm....mich würde ja mal interessieren woher du dein wissen hast! (sagst du es mir bitte???)
ach ja noch was, du hast geschrieben, dass die zu-früh-kastierten immer die geprügelten sind....wann ist denn das geeignte alter???

Grüße,
Juliane

Chaostruppe
07.08.2002, 17:06
was mir immer noch nicht einleuchtet (steh anscheinend mal wieder auf der Leitung), warum reagieren diese Rüden, die dem Kastraten derartig nachstellen, nicht genauso auf "neue" Junghunde??? Soweit ich das beobachten konnte, wurden Junghunde relativ in Ruhe gelassen. Zwar wurde durchaus mal versucht aufzureiten, aber es entstand wirklich NIE, NIEMALS so ein Tumult, wie um manche Kastraten, dieser Pointer vorneweg.

Bei mir in der Nähe wohnt ein kleiner Kastrat, der schon vor der Geschlechtsreife kastriert wurde, und auf den auch alle Rüden "abfahren". Der Besitzer beklagt sich immer darüber. Einmal wirkt dieser Hund in seinem ganzen Verhalten in keinster Weise wie ein ewig Geprügelter, sondern ist ein freundlicher, selbstbewußter Hund. Außerdem glaube ich schon, zumindest bei meinen eigenen Hunden unterscheiden zu können, ob sie einen Hund "zurechtstutzen" wollen, oder total auf ihn "abfahren". Auf diese Kastraten scheinen sie tatsächlich "total abzufahren"! (Junghunde sind eher uninteressant)

Wer hilft mir auf die Sprünge?? :confused:
Liebe Grüße,
Andrea

Maggie_HH
07.08.2002, 22:28
das stimmt, das ist mir auch schon aufgefallen......hätte jetzt aber net daran gedacht zu fragen....
Bin mal auf die antworten gespannt!!

Juliane

Thea
08.08.2002, 23:27
Hallo,
warum macht man sich bloss so viel Gedanken um die Rüdenkastration. Bei uns war es vor einem Jahr genauso, sämtliche kier aufgeführte Bedenken hatten wir auch, aber jeder! Tierarzt hat uns dazu geraten. Teilweise wird es direkt aus Tierschutzgründen enpfohlen. Man nimmt den Rüden durch die Kastration eine grosse Last, sie müssen endlich nicht mehr ihrem Sexualtrieb folgen, der ja sowieso nie zum gewünschten Ergebnis führt. Unser Rüde hat sich folgendermassen verändert:
- die ersten Tage hatte er Schmerzen von der OP und war sehr ängstlich (da tat es mir erst leid)
- dann wurde er auf den Spaziergängen immer entspannter
- er kann wieder mit Hündinnen spielen, ohne ständig aufreiten zu wollen
- er kann mit Rüden spielen ohne Rangodnungskämpfe anzuzetteln
- anfangs war er anderen Hunden vor allem Rüden gegenüber ängstlich und unsicher, fand aber immer mehr seinen eigenen Platz
- heute lässt er fremde Rüden erst aufreiten (was diese wirklich fast immer machen), wenn es ihm zuviel wird, wehrt er sie aber ab
- mit anderen kastrierten Rüden gibt es nie Probleme
- warum lässt nicht jeder seinen Rüden kastrieren, dann hätten wir viele Dominanzprobleme weniger
- warum lässt man den eigenen Rüden mit seinem Sexualtrieb kämpfen nur weil andere Rüden sich sonst unerwünscht verhalten?

pepsi
09.08.2002, 09:30
Hi @ all
also ich habe die gleichen Erfahrungen wie Thea gemacht.
Er ist seit dem nie wieder hinter heiße Hündinen her gerannt Und angesprungen hat er auch keine mehr.Er ist jetzt noch verschmuster als vorher und er kommt mit Rüden und Hündinen gleicher massen aus.Unser Hundi war damals 10 Monate alt (ist sehr Früh) aber es ging nicht mehr anders weil er ;sobald er eine Spur hatte ;einfach wechgelaufen ist.Ich konnte ihn nur noch an der Leine führen es war schrecklich.Jetzt ist das ganze fast 8 Monate her und ich bin froh es gemacht zu haben.Übrigens unserem Hund ging es nach der OP sehr gut er wollte gleich spielen und einen Haufen hat er auch gleich draussen gemacht.
Gruß Pepsi:)

Cockerfreundin
09.08.2002, 11:27
@ Thea

100% Zustimmung!!!

Annette + Basti :)

Superjeile Zick
09.08.2002, 12:43
Hallo!

Also ich habe jetzt lange und reiflich überlegt ob Sam nun kastriert wird oder nicht. Bin jetzt hin gegangen und habe mir eine List mit Vor- und Nachteilen gemacht. Ich muss sagen, die Nachteile sind wirklich nur ein verschwindet geringer Teil. Nächsten Dienstag her er jetzt einen Voruntersuchungstermin beim TA. Bin schon gespannt. Das einzige worum ich ein bisschen Angst habe ich die Narkose:( .

Wie sieht es eigentlich bei Euren Hundis aus mit der Gewichtszunahme? Habe jetzt hier schon mal einiges über Diätfutter gelesen. Sollte man die Fütterung hiervon direkt nach der Kastration beginnen?

Gruß
Nadine & Sam

Jacky77
09.08.2002, 12:55
Hallo Nadine!

Wir haben unseren Rüden im letzten Oktober kastrieren lassen und haben danach nicht auf ein Light oder Balance-Futter gewechselt. Bei uns hatte der Futterwechsel andere Gründe, aber das gehört jetzt nicht hierher (ist ein Thema für sich) ;-).
Es ist nicht unbedingt notwendig auf ein Light-Futter umzusteigen. Es ist schon richtig, dass die Hunde durch die Hormonumstellung leichter zunehmen, da heisst es dann gerade mit Leckerlies aufpassen und evtl. die jetzige Futtermenge anpassen/reduzieren.
Du solltest erst einmal beobachten wie er danach zurecht kommt. Wenn Du merkst dass er zunimmt, trotz vielleicht reduzierter Futtermenge, dann kannst Du Dich nach einem Futter umsehen, dass geringere Fettprozente hat.
Was fütterst Du denn jetzt? Wie aktiv ist Dein Hund, wird er normal, wenig oder hoch belastet?

Viele Grüße,
Dani

Chaostruppe
09.08.2002, 15:09
ich hab mir um die Rüdenkastration sogar sehr viel Gedanken gemacht, immerhin ist es eine kleine OP unter Vollnarkose.Wie schon gesagt, wollte ich ursprünglich meinen großen Rüden kastrieren lassen, um eine Verhaltensänderung zu bewirken. Sein Problem ist die "Rüdendominanz" und die Beissereien, die letztlich daraus resultieren. Nur war er da schon vier Jahre alt, und sein Verhalten so eingeschliffen, daß eine Kastration wohl nichts mehr bewirkt hätte. Jetzt ist er 10 J. und auf seine alten Tage erspare ich ihm die OP jetzt auch.

Meine beiden anderen Rüden, 3 und 1,5 Jahre, habe ich auch nicht kastrieren lassen, weil deren "Mann sein" kein Problem ist. Irgendwie leben sie trotzdem recht stressfrei. Sie gehen nicht streunen, sie "besteigen" nicht alles, was nicht niet und nagelfest ist, sie sind anderen Rüden gegenüber nicht agressiv, zeigen vielmehr überhaupt kein Dominanzgehabe, und reagieren auch auf läufige Hündinnen nicht extrem.
Gerade heute ist uns eine im Wald begegnet. Klar wollten sie sofort hin, und ich mußte sie anleinen. Aber sobald die Hündin außer Sichtweite war, konnten wir ganz normal, ohne Leine weitergehen. Der Große übrigens auch.

Ich bin überhaupt nicht gegen eine Kastration, im Gegenteil, und wenn mein Großer jünger gewesen wäre, wäre er jetzt ein Kastrat. Aber wenn ein Rüde auch unkastriert stressfrei leben kann, keine medizinische Notwendigkeit vorliegt, und er keine Auffälligkeiten zeigt, warum soll ich ihm dann eine Vollnarkose zumuten?

Liebe Grüße,
Andrea

pepsi
09.08.2002, 15:24
Hi chaostruppe
Wenn dein Hundi schon 10Jahre alt ist würde ich ihn auch keiner nicht umbedingt notendiger OP unterziehen.Ich hätte da auch Angst das er nicht mehr wach wird und wenn es ja so einiegermassen gut klappt mit den drein dann las es lieber so wie es ist.
Gruß Pepsi

Agility Aussie
11.08.2002, 16:53
Hi ihr!!
Also, da schon so viele so lang geschrieben haben hab ich oft die Beiträge nur etwas überflogen, aber ich muss trotzdem meinen Senf abgeben! Wir gehen ja regelmäßig auf den Hundeplatz und dort wurde uns gesagt (als wir mal, völlig sinnloser weise) überlegten unser Chiefchen zu kastrieren, das wir es nicht machen sollten. Chief hat ein wirklich vorbildliches "Rüdenverhalten". Absolut friedlich, fängt ungern stunk an (er wird nur selten grantik wenn er angepöppelt wird oder ein anderer zu dominant wird) und hat einfach ein wesen- zum knutschen :D ! Mir wurde gesagt (auf dem Hundeplatz) das kastrierte Rüden oft probleme mit artgenossen hätten! egal ob Hündin oder Rüde, wenn diese etwas dominat sind! Da ein kastrierter Rüde für die Hunde nicht mehr wie "Hund" riecht und sie es nicht einordnen können. Auf denen wird dann "am liebsten" rumgejukelt!
Auch die wesensveränderung bei der Kastration vom Rüden... naja, die will ich auf keinen Fall eingehen. auch wenn wir (irgendwann *seufz*) mal einen zweiten Hund, genauer... eine Hündinn dann haben wir Chief nicht kastriert. Die Hündin wird kastriert und damit hat sich wohl die Sache! Die Gefahr, das Chief von der kastration ruhiger wird, die will ich nicht eingehen!!!

Grundsätzlich bin ich nicht gegen das kastrieren, manche Hunden tut das wohl gut ;) . Würde Chief leiden weil ihm ständig Läufige Hündinnen vor der Nase rumlaufen würden müsste ich das wohl nochmal überdenken... aber so... da bleiben die eier dran *lol*:D

tschüüü Sandra+ Chief

Superjeile Zick
12.08.2002, 15:04
Hallo Dani!

Also zur Zeit füttere ich Matzinger Topform Vollkost und ich bin jetzt wieder dazu übergegangen 2 klein Portionen pro Tag zu füttern anstatt eine Größere. Er ist ein sehr aktiver Hund. Er läuft ohne Ende und ist manchmal wirklich Schwer zu bremsen.

Werde wohl wirklich erst einmal abwarten was das Gewicht nach der OP so macht. Ich will halt nur früh genug reagieren, damit ich nicht einen Rollmops an der Leine mitnehmen muss :rolleyes:.

Morgen hat er ja seinen Termin zur Vorkontrolle. Bin schon richtig aufgeregt. Irgendwie tut Sam mir jetzt schon leid. Nicht wegen dem Verlust seiner "Männlichkeit" sondern wegen der Narkose.

Grüße
Nadine & Sam

Cockerfreundin
12.08.2002, 17:53
Hallo, Nadine!

Zitat
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Morgen hat er ja seinen Termin zur Vorkontrolle. Bin schon richtig aufgeregt. Irgendwie tut Sam mir jetzt schon leid. Nicht wegen dem Verlust seiner "Männlichkeit" sondern wegen der Narkose.
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Das kann ich gut nachempfinden. Ging mir auch so. Aber die Voruntersuchung ist ja dazu da, den Hund durchzuchecken und das Narkoserisiko so zu minimieren.

Klär doch mit Deinem TA vorher ab, ob/ dass Du solange dabei sein kannst, bis die Narkosespritze wirkt. Ich denke, für einen guten (und einfühlsamen) TA ist das kein Problem.

Alles Gute Euch!

Annette + Basti :)

PS: Basti mußte nach der Narkose übrigens nicht einmal brechen.

Ulla
13.08.2002, 21:15
Du hattest mal die Frage nach den Hormonspritzen gestellt. Wir haben das im Mai gemacht um festzustellen, ob eine Kastration sinn macht. Unser Rüde hat sich mit jedem größeren fremden Rüden sofort gerauft und das war ziemlich nervig (nicht die Rauferei, sondern die anderen Hundebesitzer) und wir wollten wissen ob eine Kastration was bringt. Die TÄ riet uns diese Spritze, die ca. 3-4 Wochen wirkt, mindestens zweimal nacheinander zu geben um wirklich eine Wirkung feststellen zu können. Was soll ich sagen, bereits eine Woche nach der ersten Spritze hatten wir einen völlig anderen Hund. Sehr anhänglich, gehorsam, verschmust und und und... Alles Eigenschaften, die er sonst nicht so an den Tag gelegt hat und auch sein Verhalten anderen Rüden gegenüber war viel entspannter. Nach der zweiten Spritze stand für uns fest: der Hund wird kastriert und Ende Juni wars dann soweit.
Bisher sind wir sehr zufrieden und bereuen die Entscheidung auch nicht, aufdringliche andere Rüden konnte ich noch nicht feststellen (ist vielleicht auch noch zu früh dafür), Appetit ist zwar besser, aber noch im Rahmen und er ist viel verspielter als vorher, zumindest mit unserer Hündin (muß ja auch nicht mehr jedem anderen Rüden zeigen daß er der Größte ist), von daher auch keine Gewichtsprobleme.
Ich kann also (bisher) nur positives berichten und hoffe, daß das auch so bleibt. Ich würde auch immer wieder Hormonspritzen einsetzen um zu sehen, ob eine Kastration wirklich was bringt, zumindest bei einem "älteren" Rüden (Meiner ist drei Jahre alt).

Ulla

Superjeile Zick
14.08.2002, 11:50
@Cockerfreundin

Wir sind also gestern zur abschließenden Beratung und Untersuchung beim TA gewesen. Sam ist super Fit und die Narkose stellt kein Problem dar :p . Ich darf auch bei ihm bleiben bis er eingeschlafen ist. Der TA meinte, dass er dies sowieso immer macht, da die Aufregung so schon sehr hoch ist und er möchte jedem Tier den Stress mit alleine da bleiben müssen ersparen :D. Der OP Termin wurde Aufgrund des Wetters (könnte in den nächsten Tagen zu warm werden) und unseres Urlaubs ab dem 08.09. auf den 23.09. September festgelegt. Hat er also Glück gehabt und noch einen guten Monat Schonfrist bekommen :cool: .

@Ulla
Mein TA hat sich mal alle seine "Eigenschaften" beschreiben lassen (Besonders das lebhafte Bespringen von allem und jedem und noch mal sein Bestes Stück auf die Vorhautentzündung untersucht) und meinte, da gibt es eigentlich keine große Diskussion. Er kann eine Kastration einfach nur empfehlen. Daher werden wir uns die Hormonspritzen sparen können. Mit dem Appetit meint er nur, dass ein Hund meistens nach der Kastration ca. 20% weniger Energie verbraucht also auch weniger Futter benötigt. Dies liegt aber nicht an der Kastration sondern an dem geringeren Energieverbrauch durch das ändernden Verhalten, kein Stress mit anderen usw., einfach ein entspannteres Leben. Ich soll daher einfach darauf achten nicht einfach Futter in ihn rein zu stopfen, was man ja aber auch bei einem nicht kastrierten Hund schließlich beachten sollte :rolleyes: . (P.S. Sam ist jetzt ca. 15 Monate alt.)

Gruß
Nadine & Sam

Cockerfreundin
14.08.2002, 17:44
Hallo, Nadine!

Das klingt doch alles recht vernünftig und beruhigend, was Euer TA so sagt. Basti war bei der Kastration auch 15 Monate alt und ich bereue es bis jetzt (1 Monat später) keinen Moment - im Gegenteil.

Der Streß schwindet tatsächlich von Tag zu Tag, was sich z.B. auch auf das Fress- und Schlafverhalten positiv auswirkt :) :)

Ich habe, da Basti eher untergewichtig war, das Futter nach der Kastration nicht umgestellt und auch nicht reduziert. Er hat dieselbe Menge Futter bei derselben Menge täglicher Bewegung bekommen (hinter Stöckchen rennt er ja immer noch her und mit seinen Freundinnen spielt er auch nach wie vor ). Wie gesagt, er frisst jetzt total regelmäßig (vorher mal so, mal so) und hat in den letzten 4 Wochen 400gr zugenommen. Halte ich bis jetzt noch für vertretbar.

Eine schöne Urlaubszeit
wünschen Annette + Basti :)

Ulla
14.08.2002, 21:30
Der Streß schwindet tatsächlich von Tag zu Tag, was sich z.B. auch auf das Fress- und Schlafverhalten positiv auswirkt :) :)


kann mich Annette nur anschließen (bei uns ist es jetzt fast sechs Wochen her). Ben war früher auch immer ein sehr mäkeliger Fresser, da er aber gesund war (und ist) hatte mich das nie sehr gestört. Jetzt läßt er keinen Krümel über. Die Futterrationen hatte ich die letzten Wochen sowieso etwas verringert, da er acht Tage nachdem er den lästigen Kragen wg. der Kastration los war von einem Rüden gebissen wurde und dabei leider so schlimm verletzt wurde, daß er für zwei Wochen wieder den Kragen tragen mußte und nur an der Leine rausdurfte. Seit 10 Tagen ist er glücklicherweise wieder kragenfrei und wie ich heute selbst feststellen konnte ist er bei weitem nicht mehr so aggresiv wie früher. Wir haben den verhaßtesten Rüden Nr. 2 (Nr. 1 wohnt nebenan) getroffen und er hat sich überhaupt nicht drum geschert, obwohl der andere ständig versuchte ihn anzumachen. Ich muß dazu sagen, daß beide an der Leine waren, aber Ben war trotzdem absolut nicht interessiert. Es war sogar mal möglich, daß ich mich mit der anderen Hundebesitzerin einige Minuten in Ruhe unterhalten konnte; früher wäre das undenkbar gewesen!

Bin also sehr froh, daß er jetzt kastriert ist und hoffe, das sich sein Verhalten weiterhin so positiv verändert. An Gewicht hat er zwar ein wenig zugelegt, das werde aber ich im Auge behalten und wenn es zuviel wird, werde ich wohl auf Light-Futter umsteigen. Weil er aber erst seit einigen Tagen wieder "normalen" Auslauf hat, warte ich erst mal ab, ob die "normale" Portion zuviel ist.

Euch wünsche ich zunächst einen schönen Urlaub (meiner beginnt in 11 Tagen *juchhu*) und für die OP alles Gute.

Ulla

Ulla
14.08.2002, 21:32
also irgendwie hab ich nicht richtig kapiert wie das mit den Zitaten funktioniert..... Der erste Satz sollte als Zitat von Annette erscheinen:confused: :confused: :confused:

Verena
17.09.2002, 18:44
Original geschrieben von Alpha
Kastraten riechen eben nicht wie läufige Hündinnen,sondern eben geschlechtslos(mit dem Hinweis dachte ich käme der Aha-effekt!),also wie...na?...Junghunde!

sag mal, alpha, woher weißt du, wie hunde riechen - ob sie nun nach junghunden oder hündinnen riechen zum beispiel? - wenn ich meinen rüden frage, grinst er mich stets nur versonnen sabbernd an und sagt: "gut!"
unser zweitrüde kam als junghund zu uns. inzwischen ist er kastriert (vielen dank übrigens nochmal an alle für die geschilderten erfahrungen) und das verhalten unseres erstrüden hat sich radikal verändert. das befürchtete verhalten trat ein, nicht nur bei ihm, sondern auch bei anderen rüden. und immer frage ich die halter, ob ihr rüde auch so auf junghunde reagiere, und immer sagen sie nein. haben wir nun alle so wenig hundeverstand, oder sind unsere hunde alle verhaltensgestört? - ich finde, angesichts der doch recht herablassenden art deines vortrags hätte ich eine antwort verdient.

gruß, verena

Superjeile Zick
28.09.2002, 17:24
Hallo!

Wollte mich nur mal kurz hierzu melden und sagen, dass bei Sam alles gut geklappt hat. Er kuschelte sogar am Tag danach wieder mit dem TA :D. Sein Ausfluss wird auch von Tag zu Tag weniger.

Das einzige dumme ist, dass er die ganze Zeit jetzt diese blöde Halskrause tragen muss. Haben es zwar mal mit dem T-Shirt verkehrtherum vesucht, aber er schafft es dann immer wieder an die Nähte zu kommen. So muss er halt jetzt noch bis Freitag diesen Trichter tragen. Ihm macht es zum Glück auch nicht viel aus. Nur die Möbel und meine Waden leiden ein wenig :rolleyes:.

Zu dem anders Richen für die Hunde. Das stimmt so vom Prinzip her. Der Hund (egal ober männlich oder weiblich) produziert keine Sexualhormone mehr. Daher richen sie nicht mehr so "aufreizend" für andere. Richen aber wohl halt auch nicht wie ein Junghund. Aber genauer sollte man mal die Hunde selbst befragen. Schließlich wissen die es doch immer noch selbst am besten.

Liebe Grüße
Nadine & Sam

Cockerfreundin
30.09.2002, 07:59
Hallo, Nadine + Sam!

Schön, dass alles gut gegangen ist und noch weiterhin Gute Besserung, Sam!

Ich kann von Basti (vor 10 Wochen kastriert mit 15,5 Monaten) folgendes erfreuliches berichten:

Gestern war der ultimative Echt-Test ;) ;) Isser nun wirklich kastriert oder nicht???

Freundin Paula (Labi, 17 Monate) ist das 2. Mal läufig und wir haben uns trotzdem zu einem gemeinsamen 3stündigen
Spaziergang verabredet.

Das Ganze lief so ab: Begegnung... spielen, spielen, spielen... dann 3x an Paulas Hinterteil schnüffeln ... keine weitere Reaktion .... also Spaziergang.... jede Menge aufdringliche Vereher an Paulas hinterteil, aber Basti hat es gar nicht interessiert .... kein Theater ... nix... und basti war für keinen dieser Rüden interessant...

Im Gegensatz dazu lief es bei Paulas erster Läufigkeit bei gemeinsamen Ausflügen wie folgt ab: basti hing pausenlos an Paulas Hinterteil... mangels Erfolgserlebnis ;) waren trockenübungen in den Waldboden angesagt ... jeder Rüde wurde von Basti wie ein Berserker angegangen... der ganze hund ein reines Nervenbündel ....

Dass Basti jetzt 10 Wochen später von irgendeinem Rüden "berammelt" wurde haben wir noch nicht erlebt. manchmal erscheint ihm der ein oder andere zu aufdringlich beim schnuppern. Dann brummt er. Ist ja auch ok.

Aber das Leben ist wirklich stressfreier so wie es ist.

grüße von
Annette + Basti :)