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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anbellen von Sonntagsausflüglern (dicke, große Männer)



Winni
30.05.2004, 19:42
Hallo,
ich mal wieder, Kita hat eine neue Marotte entwickelt...

Neuerdings hat sie sich dicke, große Männer zum verbellen ausgeguckt :o .

Wenn wir z.B. in einem Park mit Leinenbefreiung (doch doch, sowas gibts noch) spazieren sind hört sie sehr gut, Hier ist kein Problem. Kommen uns aber Spaziergänger ohne Hund entgegen, die in irgendeiner Weise seltsam wirken, möchte mein Hund sie gerne verbellen.
Ich meine damit Betrunkene, hier gibs ein Heim für geistig Behinderte die man öfters mal sieht, einen dunkelhäutigen Menschen haben wir jetzt mal gesehen der gehört auch nicht in ihr Alltagsbild.
Und am schlimmsten sind große, dicke Männer, am besten mit Vollbart.
Sehe ich die Leute vor Ihr leine ich sie an und wir kommen völlig unauffällig an ihnen vorbei.
Sieht Kita die Leute vor mir bleibt sie mit gebührenden Abstand vor Ihnen stehen (mindestens 5 Meter) und bellt los.
Mit Hier lässt sie sich zwar abrufen, aber peinlich ist es trotzdem.
Heute hat sie 3 arme Leute zu tode erschreckt, die auf einer Bank saßen (direkt hinter einer Kurve halb im Gebüsch versteckt). Ich hab mich zwar entschuldigt aber peinlich wars trotzdem. :o
Wie bekomme ich das aus Ihr raus?
Hilft da schleppleine? Sie stoppt das bellen zwar auf Nein, aber wie mache ich ihr klar das sie garnicht erst anschlagen soll?
Und heute hat sie auf das erste "HIer" auch nicht reagiert, beim 2. Mal ist sie aber gekommen (ich weis, ich weis, normalerweise nur einmal rufen, aber im Schreck hab ichs doch mal gemacht)
:?:
Bin damit momentan überfordert.
Nehme mir jeden Ratschlag zu Herzen.

Grüße

Ilona
01.06.2004, 11:38
Hallo Winni,

dann müßt Ihr halt ganz bewußt üben, dass prinzipiell kein Mensch angebellt wird.

Wir haben das so gemacht:

Die Menschen, von denen Du glaubst oder weißt, dass sie eventuell angebellt werden (bei uns waren das Radfahrer und Skateboarder), werden dem Hund "schmackhaft" gemacht. Grundsätzlich sollte beim Hund sinngemäß ankommen: "Komische Menschen sind oberlecker". Damit ist gemeint, jedesmal, wenn ich so einen Menschen sehe, werde ich den Hund mit einem Leckerchen (alternativ auch Spielzeug) zu mir heranholen und ihn fürs Kommen mit einem Leckerchen belohnen. Dabei achte ich darauf, dass das Heranrufen passiert, wenn der Hund noch keine Chance hatte zu bellen.

Mit dem Heranrufen trainierst Du Deinem Hund ein Alternativverhalten an. Statt zu Bellen kommt er zu Dir. Er weiß, dass er dafür belohnt wird. So werden "verdächtige" Menschen mit der Zeit "lecker";)

Da Ihr, wie es scheint, ein ganz gutes Übungsfeld habt, wo Ihr spazieren geht, kannst Du beim aktiven Üben (bitte immer an der Leine) jeden Menschen nutzen, um das Herankommen zu trainieren. Laufe sehr vorausschauend und such Dir die Leute aus, bei denen Dein Hund herangerufen und belohnt wird. Zur Belohnung: die Leckerchen (wenn Du damit arbeiten willst) werden wie folgt gegeben: kurz bevor der Mensch auf Eurer Höhe ist, das nächste folgt sofort, wenn er genau auf Eurer Höhe ist, das nächste folgt, wenn er knapp an Euch vorbei ist. Gleichzeitig wird der Hund mit einem "Okay, fein" entlassen.

Wollt Ihr diese Situation nicht trainieren, sondern nur spazieren gehen, sucht Euch einen Weg aus, wo Du weißt, da trefft ihr keine dicken, bärtigen Männer oder andere auffällige Personen.

Gruß, Illi (hoffe ich konnte helfen)

Winni
01.06.2004, 12:34
Vielen Dank für den Rat- wir wollen das Gebelle natürlich abstellen. Außerdem kenne ich kein Spaziergebiet in dem einen nicht irgendwann ein "verdächtiger" (natürlich nur für den Hund ;) ) Mensch entgegen kommt.
Mir ist nur auch nicht klar was sie mit dem Gebelle bezwecken soll- außer: "Komm mir ja nicht zu Nahe!"

Ich dachte schon ich hab alle großen ähmmm schweren Männer hier beleidigt und bekomme garkeine Antwort :p

Grüßle
Sonja und Kita

Ilona
01.06.2004, 13:23
Hi Sonja,

wenn jeder angebellt wird, dann wird halt mit jedem Menschen geübt. Immer schön ablenken (machst Du ja wohl schon, ne?) und das konsequent. Erreicht ist Dein Ziel, wenn Dein Hund, anstatt einen fremden Menschen anzubellen, zu Dir kommt, Dich anschaut und von Dir das okay bekommt, wieder voraus laufen zu dürfen.

Das Gebelle ist in meinen Augen immer eine Art von Unsicherheit. Wer bist Du, woher kommst Du, tust Du mir was? Hau lieber ab! - das sind so Gedanken, die sicherlich in einem Hundekopf umher schwirren.

Meist sagt man, dass Hunde, die ungenügend auf Menschen geprägt wurden, dieses Verhalten zeigen oder dass Hunde in einem gewissen Alter mal eine Phase haben, wo Menschen verbellt werden. Aber allgemein kann man sagen, dass ein gut sozialisierter Hund dieses Verhalten eher nicht zeigen wird.

Viel Glück beim Üben. Schau halt, dass Deine Motte ihr Verhalten nicht mehr zum Ausdruck bringen kann. Je seltener sie die Gelegenheit hat, es zu zeigen (das heißt, je besser Du reagierst im Vorfeld), um so schneller bist Du es los;)

Illi

Winni
04.06.2004, 05:30
So hallo,
erstmal: jeden Fremden bellt sie natürlich nicht an.
Aber mindestens einen besonders großen/schweren/lauten Mann pro Spaziergang trifft man sicher.

Ich habe sie nun tatsächlich immer rangerufen wenn ich so einen entdeckt habe, Leckerlie reingestopft, Mensch auf gleicher Höhe Leckerlie rein, Mensch ein stück weg, du ahnst es schon, leckerlie. Klappt alles wunderbar, nur jetzt kommt das nächste Problem.
Jetzt kommts manchmal vor das sie den Menschen einmal anbäfft und dann zu mir läuft und ihr Leckerlie will :confused:
Ähhh was mach ich da?
Natürlich passe ich ja eigentlich auf damit das NICHT mehr passiert (das Gebelle) aber sie ist eben grade ein quirrliger Junghund und manchmal "rutscht" noch ein Beller durch.
Oder der Mensch ist so suspekt das man Leckerlie Leckerlie sein lässt und vorsichtshalber nochmal hinbrummelt.

Das ist auch mein erster Hund den ich von Welpe an habe, ich mag sie nicht total versauen.

Grüße
Sonja und Kita

cheroks
04.06.2004, 12:56
Hallo,
mein Tipp, lass die Leckerlies mal weg;) kenne ich nur zu gut, dass ein Hund falsch verknüpft!
Ruf sie ran, lass sie an deiner Seite laufen, geh in einem Bogen an der unheimlichen Person vorbei. Damit zeigst du ihr, mich beunruhigt diese Person gar nicht, ich gehe einfach locker dran vorbei! Lass sie doch mit SL laufen und will sie hin, drauftreten, NEIN - HIER und dran vorbei! Danach loben, so ist fein, gut gemacht!!!

Lass sie nur so weit vor laufen, wie du auch sehen kannst! Also vor einer Kurve oder Ecke warten lassen bis du auf ihrer Höhe bist und zusammen um die Ecke, dann kann es auch keine Überraschung geben.

Am besten hin zu den unheimlichen Männern und zeigen, hey, gar nichts schlimmes dran! Lieber Situationen kontrolliert provozieren als vermeiden.
Ist im übrigen ein ganz normales Verhalten, was viele Junghunde zeigen. Wenn ein Hund wärend der Sozialisationsphase nicht oder nur selten mit z.B. Ausländern, Kindern und Behinderten etc. in Kontakt gekommen ist, dann sind die erst mal fremd und merkwürdig, da irgendwie anders... Du musst deinem Hund nur verklickern, wie man mit solchen Situationen umgeht! Eben möglichst gar nicht drauf reagieren oder in einem Bogen drum herum. Verbellen ist nicht! Man kann als Hund seine Angst auch anders zeigen, z.B. im Bogen drum herum laufen oder zum HF laufen.

lg tina:cu:

Winni
05.06.2004, 19:38
Hallo,
ich komme gerade von einer Dalmatinerwanderung mit 18 Hunden. An einem Ufer stand ein einsamer Angler, den exakt 3 Hunde angebellt haben. Welcher war dabei? Meiner.
Interessant war das die drei Bell-viecher alles Junghunde waren...
Wenn wir alleine sind komme ich Ihr jetzt ja immer zuvor, aber in diesem Pulk freilaufender Hunde wars doch zu wuselig, der Angler ist aber auch geradezu aus den Büschen gekrochen und war bestimmt 25 Meter entfernt. Zumindest lies sie sich sofort abrufen und hat auch NICHT nachgebrummelt.

Wenigstens hat sie jetzt kapiert das sie nicht bellen soll.
Denn Rest bekommen wir auch noch hin.

Die mit den älteren Hunden meinten nur das ihre Hunde das von alleine wieder gelassen hätten, aber darauf will ich mich nicht verlassen.

Grummelige Grüße
Sonja und Kita, die schon tief und fest schläft