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buffymaus
15.12.2003, 08:19
Hi,
wie einige ja mitgekriegt haben, lebt seit 15 Tagen eine ganz süße Pflegehündin bei uns.
Ihre totale Ängstlichkeit (uns gegenüber kaum gewesen) hat sie schon gut abgelegt.
Draußen ist sie auch offener geworden.
Grundregeln, wie "sitz", "komm", "weiter" klappen schon ganz prima.
Seit drei Tagen gehen wir die abendrunde getrennt, d. h. mein Mann mit Arco und ich mit shakira in eine andere Richtung.
Habe mir dafür Richtung Dorf ausgesucht.
An der Straße, bzw. auf dem Bürgersteig absitzen lassen, funktioniert auch schon prima.

Gestern abend war folgendes.
Auf dem Hinweg klappte alles bestens, mäßig Verkehr, wenige Spaziergänger (kein Wunder, bei dem Wetter)
Auf dem rückweg, wollte ich sie gerade absitzen lassen, als eine Haustüre geöffnet wurde und zwei Personen wohl verabschiedet wurden.
Shakira reagierte nur noch panisch, Flucht oder in mich reinkriechen.
Ich habe dann insofern reagiert, das ich ein stück weiter gegangen bin, ca. 50m und dann, als ob nichts gewesen wäre, sie wieder ins "sitz" gehen sollte.
Da ging überhaupt nichts mehr.
Habe sie sanft mit dem Po runtergedrückt, hat sie auch mitgemacht, dann die Straße überquert, aber die Angst war noch deutlich zu spüren.

Ich bin jetzt schon etwas verunsichert,
ich habe bewußt darauf geachtet, das sie soviel Kontakt wie möglich, aber sowenig wie es nur geht, überfordert wird.
Es war nicht mal eine Extremsituation.

Deshalb habe ich den einzelspaziergang auch auf Abends gelegt, damit sie nicht direkt mit dem ganzen Verkehr und Menschenmassen konfrontiert wird.

Würdet Ihr es erstmal so bei behalten oder lieber auch tagsüber versuchen??
Wollte eigentlich keine Reizüberflutung für die Maus.
So lange ist sie ja auch noch nicht hier.

Liebe Grüße
Andrea

Mäusezahn
15.12.2003, 10:12
Hallo, Andrea,
der Abend hat einen Nachteil: es ist naturgemäß dunkel und viele Hunde reagieren im Dunkeln ängstlicher. Man sieht auch selber nicht gleich, was da läuft. Ansonsten würde ich auch so verfahren, dass erst mal in ruhigen Zeiten / Gegenden gearbeitet wird, Erfahrungen von Dir weitgehend kontrolliert werden. Ich habs mit Giulio so gemacht: die ersten vier Wochen nur Haus -> Gassi -> Haus, wenig Besuch, dann mal mit zu meinen Eltern, in ein Restaurant und jetzt (nach 7-8 Wochen) nehme ich ihn mit zum Bahnhof oder Flughafen, wenn ich meinen Mann abhole.
Sicher wird Shakira Zeit brauchen, um ihre Ängstlichkeit abzulegen, aber was Du schreibst klingt doch schon recht schön.
Liebe Grüße
Karin:snow: (hats bei Euch auch geschneit? Bei uns zumindest ein Bißchen!)

buffymaus
15.12.2003, 13:40
Hi,
ja,
warscheinlich war ich in der kurzen zeit von ihr schon verwöhnt, weil alles so schnell klappt;)

Wir bleiben am Ball:-)

Nein, Schnee habe ich nicht mitbekommen, aber es fieselt hier im Moment und ist saukalt.

Liebe Grüße
Andrea

Pissnelke
22.12.2003, 22:49
Ich denke ihr macht das schon ganz gut! Aber "provozier" bloß keine reizüberflutung, dann kannst du nämlich mit der harten Arbeit von vorne anfangen!

Frohe Weihnachten, melanie

P.s.: Selbst bei uns liegt seit letzter nacht etwas schnee!

manurtb
23.12.2003, 08:58
Zwing Deinen Hund nicht dazu, Befehle auszuführen, wenn er vor Angst nicht aufnehmen kannst, was Du ihm sagst.
Versuche ihre Angst z.B. durch laufen (ein kleiner Spurt auf dem Bürgersteig) abzubauen und erst dann wieder einen Befehl geben. Wenn sie sich dann an solche Situationen gewöhnt hat, dann wird sie auch weniger Angst zeigen und blockieren.

buffymaus
23.12.2003, 09:20
Hi,
keine Angst, ich arbeite nicht mit Zwang;)

Es ist mittlerweile auch schon besser geworden, die Angst vor Fremden läßt nach, auch draußen;)

Nachdem sie auf der einen Route Sicherheit hatte, sind wir eine andere gegangen.
sie zögerte zwar, aber alles lief gut.
Sie läßt sich von vorbeifahrenden Autos auch nicht mehr erschüttern.
Kommt und jemand entgegen, ist das mittlerweile fast selbstverständlich geworden.
Ich denke, sie hat so "Knackpunkt", wo sie erst mal drüber muß, passiert nichts schlimmes, ist es für sie ok.

Schöne Feiertage
Liebe Grüße
Andrea

sandinchen
23.12.2003, 14:10
Ich versuch bei meinen Hund nicht nachzuhelfen, wenn er ein Kommando nicht ausführt. Er ist manchmal auch wie "versteinert", dann ist "irgendwas" und er hat einen Grund, warum er sich nicht setzt.

Ich hätte auch auf die Dunkelheit als zusätzlicher Angstauslöser getippt. Oder eben ein bestimmter Geruch etc. den sie negativ verknüpft... Man weiß nie.

Pissnelke
26.12.2003, 22:13
Man sollte Kommandos immer nur einmal geben und dann darauf achten, dass der Hund es ausführt, ansonsten muss man nachhelfen!!!!! Wenn man weiß, dass der Hund wegen eines bestimmten Reizes das Kommando nicht ausführen wird, bzw. jedenfalls nicht sofort, sollte man darauf verzichten!

LG, Melanie

sandinchen
27.12.2003, 13:53
Man sollte Kommandos immer nur einmal geben und dann darauf achten, dass der Hund es ausführt, ansonsten muss man nachhelfen!!!!!
Ich versuche keinen Zwang auszuüben. Wie gesagt, wenn mein Hund sich nicht freiwillig hinsetzt, dann "beunruhigt" ihn etwas, die Umgebung, mein Tonfall, andere Menschen...
Ich gehe ein paar Schritte mit ihm, geb ihm das Kommando noch mal und dann klappt das. Ich musste so aber nicht körperlich auf ihn einwirken, denn da kommst du bei ihm nicht weit. :sn: Er merkt so aber genauso, dass er nur an sein Ziel kommt, wenn er meine Siganle ausführt.

Und was diesen Fall hier betrifft...
Man kann von einem Hund der sich in einer Angstsituation befindet nicht verlangen, dass er Kommandos zu 100% richtig zuordnet. Dazu wärst du auch nicht in der Lage!

Pissnelke
28.12.2003, 14:10
da hast du recht, aber wie schon gesagt, wenn ich vorher weiß, dass mein Hund beunruhigt ist aus welchem Grund auch immer, gebe ich keine kommandos! Ich untergrabe selbst meine Autorität, wenn ich ihm ein Kommando gebe, sehe er tut es nicht und lasse ihn damit durchkommen! Der Hund wird also immer mehr versuchen auf seine Weise an das zu kommen was er will!
Ich denke man sollte nicht zu körperlich auf ihn einwirken, aber etwas darf es schon sein! Wenn er sich also nicht setzt, wird er vielleicht einmal hinten runtergedrückt! So weiß er aber ziemlich schnell, dass er tun muss, was ich sage! Er wird es also bald von ganz alleine beim ersten Mal tun!

Liebe Grüße, melanie

sandinchen
28.12.2003, 14:46
wenn ich vorher weiß, dass mein Hund beunruhigt ist aus welchem Grund auch immer, gebe ich keine kommandos! Ich untergrabe selbst meine Autorität, wenn ich ihm ein Kommando gebe, sehe er tut es nicht und lasse ihn damit durchkommen!

Hunde werden immer mal probieren, ob sie drum herum kommen. Wenn du etwas sagst und er reagiert nicht, dann "drückst" du. Er wird beim nächsten mal also vielleicht noch das Drücken abwarten. Man könnte also sagen, mit deinem "Drücken" untergräbst du dein Gesagtes. ;)

Mein Ziel ist, die Übungen freiwillig und spaßig ablaufen zu lassen, sodass Hundi sich nicht gezwungen fühlt, sondern es immer gleich gerne macht. Mit körperlichem Nachhelfen nimmt man den Hunden meist en Spaß. Meine Erfahrung. ;)

Pissnelke
28.12.2003, 18:24
Ich denke jeder hat da andere Vorstellungen und jeder sollte es so tun wie er möchte!

Bei meinem läuft das etwas anders, als du es beschrieben hast, wenn ich auf die Kommandos bestehe, notfalls mal runterdrücke, dann warte er dieses körperliche Handeln nicht ab, sondern weiß einfach, dass ich es ernst meine! Ich drücke ihn vor allem nicht immer runter, eher gesagt ziemlich selten, denn seine Erziehung ist nur mit Leckerlis zustande gekommen!

Da ich ihn außerdem immer frei laufen habe, muss er die Kommandos sicher beherrschen, wenn z.B. ein Auto kommt muss er sich setzen und darf dann nicht das Kommando ignorieren, dann hat er seinen Spaß nämlich auch nicht mehr lange, wenn er unters Auto kommt! Oder wenn er einem Reh hinterher läuft, kann ich ihn mit "sitz" stoppen, wenn ich das nicht könnte, hat er vielleicht für einen Moment Spaß dem Reh hinterher zu jagen, wenn dies allerdings ein Jäger sieht, hat er auch hier nicht mehr lange seinen Spaß!

Das ist meine Meinung und jeder macht es so wie er es für richtig und angebracht hält!

LG, melanie

sandinchen
28.12.2003, 19:48
Ich könnte jetzt weiter drauf rum reiten und sagen, dass er scheinbar noch nicht wirklich weiß, dass du deine Kommandos ernst meinst, wenn du ab und zu runter drücken musst. Wenn du nicht drückst, meinst du es dann nicht so ernst? :D
Naja, aber das bringt uns auch nicht weiter.
Ich persönlich finde es nicht gut, Hunde frei laufen zu lassen, wenn Autos in der Nähe sind. Egal wie gut der Hund gehorcht. :rolleyes: