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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zoff mit Rüden....ich weiß nicht mehr weiter!



Tigerjana
30.10.2003, 00:03
Ich brauche bitte Eure Hilfe!

Ich bin so langsam ratlos und verzweifelt:

Mein 3 1/2 jähriger Rüde (Elchhund-Mix) flippt total aus sobald er einen einzelnen Rüden trifft (nur noch schlimmer wenn er oder gar beide an der Leine sind). Bei Hündinnen flippt er auch erst mal aus bis er dann checkt, daß es eine Hündin ist und alles ist ok.
Er bellt, reißt an der Leine, steigt hoch, wird richtig giftig mit Knurren etc.

Sobald er in eine Gruppe mit mehreren Hunden kommt , ist er der netteste Hund aller Zeiten, spielt, "unterhält sich mit den anderen": eben ganz normal.

Ich war mit ihm schon in der Hundeschule (inkl. Konditionierung auf Schellen), Halti und Stachelhalsband haben wir auch hinter uns. Resultat: NULL!

Ich bin am Ende meiner Nerven, da auch andere Hunde/Hundebesitzer Angst vor ihm haben und mir immer "schlaue" Ratschläge geben. Ich kann aber leider nicht täglich dahin fahren wo er mit vielen anderen frei rennen kann.

Kann mir jemand einen Rat geben?
Danke
Tatjana :0(

AnnaS
30.10.2003, 06:41
Ich glaube, durch diese ganzen Dinge (Halti, STACHELHALSBAND und Schellen) hast du mehr und mehr Unsicherheit in deinen Hund bekommen. Ein Halti ist in der Situation noch ok in meinen Augen. Aber alles andere fördert nur die Erkenntnis deines Hundes "ein anderer Hund, gleich kommt was schreckliches von Frauchen, also ist ein anderer Hund natürlich schrecklich".

Das Stachelhalsband bereitet deinem Hund Schmerzen, und durch die Schellen wird dein Hund erschreckt. Sei du mal in einer Stress-Situation und jemand kommt und sagt "wenn du jetzt nicht augenblicklich deinen Stress niederlegst, tu ich dir weh", oder wenn du dann so derbe erschreckt wirst. Würde das deinen Stress abbauen, oder würdest du nur noch wuschiger werden?

Was war das für eine Hundeschule, die dir das Stachelhalsband empfohlen hat??

An deiner Stelle würde ich mir eine HuSchu suchen, in der mit normalen Methoden gearbeitet wird. Und dann wirst du mit kompetenten Trainern auch eine vernünftige Lösung finden. So musst du dir allerdings einen großen Teil Schuld selbst zugestehen.

Gruß
Anna

poekelmaus
30.10.2003, 09:01
Hallo!
Ich würde Dir mal empfehlen, mach Dich über Calming-Signals schlau, z.B. von Turid Rugaas, tolles Buch und man lernt sehr viel über Hunde und ihre Signale. Wahrscheinlich ist Dein Hund extrem unsicher und hat Angst und das kann dann in Agression umschlagen. Such Dir einen kompetenten Hundetrainer der auch in Verhaltenstherapie Erfahrung hat und arbeitet gemeinsam mit dem Hund. Das wirkt Wunder! Viel Glück!
Lg Ingrid

juebili
30.10.2003, 10:32
@ Tigerjana

Wir hatten das auch!
In der verschärften Version:
Bella machte bei mir immer Rabatz und bei meinem Mann war sie das Lämmchen in Person. Ich habe alle Hände und Füße gebraucht, um sie überhaupt halten zu können, bin in so einer Situation sogar schon von ihr gebissen worden. Und mein Mann hat es mir nicht mal geglaubt!

Auf dem Hundeplatz war das nie!

Was mir diese Sache deutlich gemacht hat - nicht der Hund war aufgeregt, wenn ein anderer Hund kam, sondern ich.

Als ich ruhiger und gelassener wurde, wurde es Bella auch.

Erste Regel (für mich):

Nie ohne Leckerli aus dem Haus.

Zweitens (wieder für mich;) ):

Ich muß die anderen vor ihr sehen und Bella rechtzeitig mit Spiel oder Leckerli auf mich fixieren.

Nach einigen Tagen konnte ich das wilde Getue (um meinen Hund auf mich zu lenken) abmildern, und mittlerweile ist es schon seeeeehr entspannt geworden.

(Sie hat immer noch ein paar Feinde - wenn die kommen muss ich immer noch aufpassen. Und sie hasst Kastraten;) .
Wenn wir ganz entspannt auf einen fremden Rüden zugehen und sie riecht dann, daß er kastriert ist..... Da muss ich echt schauen, daß sie ihn nicht frisst, egal ob groß oder klein.
Bei bekannten, kastrierten Hunden hat sie das nicht, nur bei fremden.)

Bei uns hat Anfangs auch die Spritzpistole geholfen, damit konnte ich Bella auch noch ablenken, wenn sie den anderen Hund schon gesehen hatte und schon gebellt hat und auf Hörzeichen eben nicht mehr reagiert hat. Kurz gespritzt, Bella schüttelt sich und hört deshalb auf zu bellen - sie ist so ruhig, daß sie meine Stimme wieder wahr nimmt.:wd:

Ein bißchen Geduld und ihr kriegt das hin.

Kopf hoch,
Bianca

mitton
30.10.2003, 10:41
Hallo Du,

sag mal seit wann tickt Dein Hund denn aus, wenn er anderen Rüden begegnet?

Wenn das schon immer so ist, dann hast grundsätzlich Du etwas falsch gemacht.

Aber wenn es sich erst mit dem Erwachsenwerden eingestellt hat, hast Du einige Zeichen übersehen - bekommt man aber auch wieder in den Griff.

Versuch es mal grundsätzlich mit "Sitz" besser noch "Platz" machen lassen wenn andere Hunde Euch begegnen.
Dann hat er eine Aufgabe korrekt zu erfüllen und kann sich nicht zu stark auf den anderen Hund konzentrieren.

Außerdem ist er nicht selbst in der Bewegung - denn aus der Bewegung heraus reagieren viele Hunde noch temperamentvoller.

Des weiteren überprüfe mal für Dich - so ganz im stillen Kämmerlein ob die Rangordnung bei Euch eindeutig festgelegt ist.

Viele Grüße und viel Erfolg
Kerstin und Nando

Tigerjana
01.11.2003, 19:29
Hallo an Alle!

Danke für Eure Antworten! Ich kann mich ein wenig "entlasten", weil ich den Hund aus dem Tierheim habe und er vom ersten Tag an so war (übrigens auch bei allen Leuten die ihn bisher geführt haben).....in so fern darf ich jetzt die Altlasten ausbaden.

Ich war in der vom Tierheim empfohlenen Hundeschule (sollte man doch meinen, daß es ok wäre, oder???), nachdem der Hundeplatz genau bei mir um die Ecke ein Polizei- und Wachhundeverein ist und die mir nur was von "Hasso faß" erzählt haben.

Leider habe ich nicht die Mittel nochmal ein paar hundert Euro für eine andere Hundeschule auszugeben.

Leider hat keiner von Euch ein Mittel gewußt, daß ich noch nicht probiert hätte, ich werde es jetzt wieder handhaben wie früher: Rico darf im Feld frei rennen (da er dann ja zahm wie ein Lamm ist zu allen Hunden) und die Hundebesitzer, die ihre (meist winzigen) Hunde auf den Arm reißen und mich anmotzen, müssen einfach weiter motzen.

Vielen Dank aber trotzdem nochmal!

Viele Grüße
Tatjana :cu:

AnnaS
02.11.2003, 07:23
Hab ich es zusammengefasst richtig verstanden? Du lässt deinen Hund frei herum laufen, selbst wenn andere Hunde kommen, weil dir eine Hundeschule zu teuer ist und hier keiner einen Rat wusste, den du noch nicht ausprobiert hast, und ersparst dir somit einfach weitere Kosten und Mühen???? :confused:
Ich finde, du machst es dir ein bisschen einfach. Dein Hund ist 3,5 Jahre. Er ist also noch relativ jung. Was glaubst du, wie lange es gut geht, bis du ernsthaft Ärger bekommst, weil ein anderer Hundehalter es vielleicht nicht nur beim Motzen belässt? Als Hundehalter hast du auch Pflichten zu übernehmen.

Diese Pflichten wären u.a. Rücksichtnahme und Erziehungspflicht. Du bist dafür verantwortlich, dass NIEMAND von deinem Hund belästigt wird, oder in Gefahr gerät. Du provozierst aber die Gefahr, weil ein anderer Hund durchaus auch mal zickig werden kann, wenn er angeleint ist und dein Hund kommt einfach so an. Lass da mal Kinder zwischen sein.
Du scheust die Mühe und vermeidest also somit die "nervige" Erziehung deines Hundes, in dem du aufgibst. Und du hast verdammt noch mal dazu beigetragen, dass dein Hund so reagiert und du bist dazu verpflichtet, deinen Fehler wieder gut zu machen.

Es macht mich so sauer! Du hast dir einen Hund angeschafft, dann trage auch die Konsequenzen, wenn es mal unangenehm wird!
Das gibts ja alles gar nicht!!! :mad:

Gruß
Anna

mitton
02.11.2003, 19:04
Hi Tigerjana,

nicht gleich resignieren. Hundeschulen sind auch keine Alleskönner. Meistens wollen sie auch gar nichts außergewöhnliches machen.

Du bist auf dem richtigen Weg, denke ich. Leider hast Du nicht geschrieben, wie lange der Hund schon bei Dir wohnt.

Elchhunge gehören ja auch zu Spätentwicklern. Er braucht vielleicht noch eine Weile bis er die Flegelphase hinter sich hat und gelernt hat, daß er sich in Deiner Nähe keine Sorgen machen muß.

Der Aufenthalt im Tierheim hat wohl auch noch dazu beigetragen. Denn wenn er ohne Leine "zahm wie ein Lamm ist" ist er doch gut sozialisiert.

Viele Hunde benehmen sich an der Leine aggrssiever als ohne. Oft aus mangeldem Selbstbewußtsein. An der Leine fühlen sie sich stark. Weil - Frauchen ist ja da.

Vielleicht versucht Du sein Selbstbewußtsein etwas aufzupolieren. Und immer Ruhe bewahren - so schwer es auch ist. Wenn Du Dich auch aufregst, wird es nicht besser.

Situationen bewußt suchen. Am besten mit Rüdenbesitzern die Du kennst. Wo der andere Rüde sich relativ ruhig verhält. Und auch mal ´ne Weile miteinander plaudern. Jedenfalls so tun als ob.

Mit viel Zeit, Geduld und Ruhe schafft Ihr das schon.

Tigerjana
02.11.2003, 22:45
Hallo Kerstin (und auch Nando sei gegrüßt),

vielen Dank für Deine mutmachenden Worte! Ich bin begeistert, daß Du zu den Menschen gehörtst , die meinen Beitrag mit etwas mehr Ruhe und Gelassenheit hinnehmen und versuchen, mir zu helfen. DANKE!

@ AnnaS:
Ich erspare mir jeden Kommentar zu Deinem Beitrag; ich werde mich mit Sicherheit vor Dir nicht rechtfertigen. Du brauchst nicht zu glauben, nur weil Du zu allem und jedem hier Deinen Senf dazu gibst, hast Du wirklich Ahnung von allem. Hättest Du diese nämlich würdest Du konstruktive Tips geben und nicht die Leute fertig machen!!! Ich wünsche Dir auf jeden Fall eine schöne Zeit mit Deinem Hund und hoffe für Dich, daß Du Dir ein wenig mehr Ausgeglichenheit aneignest.

Liebe Grüße an Alle!

Tatjana :bd:

AnnaS
03.11.2003, 06:12
Ich gebe hier nicht zu allem und jedem meinen Senf dazu, sondern ich sage nur dort etwas, wo ich entweder Ahnung habe, oder aber meine Meinung sagen will. Einen konstruktiven Tip hast du bekommen von mir, nämlich eine anständige Hundeschule und einen kompetenten Trainer, und zusätzlich das Weglassen vom Stachelhalsband.

Weitere konstruktive Tips kann ich dir nicht geben, weil ich es recht riskant finde, hier zum Beispiel zu raten, dem Hund mehr Selbstvertrauen einzuflößen, wenn u.U. an zu viel Selbstvertrauen liegen könnte.
Weiterhin kann man sich doch konstruktive Tips sparen, wenn du schon schreibst, dass du nun so weitermachst wie bisher, eben weil du die konstruktiben Tips wie Hundeschule oder Verhaltenstherapeut nicht annehmen willst.

Ich mache hier auch nicht die Leute fertig, sondern sage manchmal eine Meinung, die dem anderen vielleicht nicht gefällt. Wenn dich im Speziellen das fertig macht, liegt es an dir und nicht an mir.

Gruß
Anna

Rüsselterriene
03.11.2003, 06:40
:( Hi Tigerjana,

Ich habe bisher nichts zum Thema gesagt, weil ich im Moment ein ähnliches Problem zu bearbeiten hab und nur zu gut weiß, das es den "Patent-Tipp" nicht geben kann.

Dein "Danke für die Tipps" - posting klang leider sehr nach Aufgabe. Das finde ich schade.
Ich kenne das Gefühl, wenn man sich irgendwann sagt, "hach, lass ich die Leine weg, wird sich schon selbst erledigen"... Aber gerade in deiner Situation würde ich davon Abstand nehmen.
Du hast den Hund aus dem Tierheim - Sei ihm ein besserer Besitzer als die Leute davor! Du hättest wissen müssen, dass ein Tierheimhund Arbeit und Geld kostet!

Aber wenn du das Geld nicht hast oder ausgeben willst, dann such dir bitte Gleichgesinnte zum üben! Les dich schlau!

Es macht viel mehr Spaß Gassi zu gehn, wenn man nicht ständig eine Rauferei befürchten muss!
Dein Hund und du profitiert davon!

Anke... Kopf hoch, ihr schafft das.:cu:

cheroks
03.11.2003, 09:48
Hallo Tigerjana,
nun geb ich auch noch mal meinen Senf dazu;)

Ich denke auch bei deinem Hund ist die Motivation nicht wirklich Aggression gegen den anderen Rüden, sondern Angst, z.b. weil er sich an der Leine plötzlich unsicher fühlt (nun hängt er an seinem unberechenbaren Besitzer). Angst kann sich in verschiedenen Variationen zeigen, einmal mit Drang zurück ( Körpersprache ist demütig, klein) und einmal mit Drang nach vorne (Körpersprache ist selbstbewusst, gross).

Da er ja heftiger reagiert, wenn er an der Leine ist, hast du es vielleicht noch nicht raus ihm Sicherheit zu vermitteln, was ja keine Schande ist, denn wer weiss, was dein Hund nicht noch alles schon über sich ergehen lassen musste, wobei Halti,Stachler und Schellen auch nicht dazu beigetragen haben ihm Sicherheit und Vertrauen zu vermittlen, da es ja nichts gebracht hat und der Hund sein Verhalten weiterhin durchsetzt.

Gerade bei TH Hunden ist es schwer, das richtige Mass zu finden, denn die Vorgeschichte ist ungewiss.

Wie lange hast du deinen Hund denn?

Ich glaube nicht, dass dein Hund etwas falsch macht, das Problem liegt meistens beim Besitzer. Wie reagierst du denn auf das Verhalten deines Hundes?

Noch lust zu antworten?

LG Tina

Tigerjana
04.11.2003, 09:48
Ja, wie reagiere ich? Falls es der andere Hundebesitzer zulässt (es passiert ja nur mit Hunden, die Rico noch nicht kennt: bei denen die er kennt ist er ja cool), spreche ich den anderen Hundebesitzer schon auf große Entfernung an und versuche zu erklären, daß Rico sich nur aufspielt, eigentlich aber harmlos ist und daß wir die Hunde doch bitte "guten Tag" sagen lassen sollen. Je größer der andere Hund ist umso schneller sind die Halter bereit, das auch zu tun. Dann ist die Situation auch sofort ok. Sobald er merkt, daß es ein Weibchen ist: spielen....wenn es ein Rüde ist wird kurz geklärt wer der "Chef" ist indem sie sich maximal Anknurren oder die Lefzen hochziehen und mal ist Rico "überlegen" mal der andere Hund. Nachdem das geklärt ist sinkt das Interesse für den anderen Rüden auf 0 und es passiert auch nie wieder, wenn wir den gleichen Hund treffen.
Das größere Problem sind Besitzer mit kleinen Hunden (wohlgemerkt die Besitzer und nicht die Hunde), denn die haben meistens Angst um ihren Liebling (selbst wenn es ein Jack Russel ist, die sich SEHR gut Respekt auch bei großen Hunden verschaffen können), zerren ihn zurück , weichen aus, antworten mir gar nicht bzw. machen einen verschreckten Eindruck (und wenn ich das schon merke hat Rico das längst gerochen). Schlimmstenfalls lassen sie uns doch rankommen und gerade wenn die beiden Rüden "die Sache klären wollen" (nochmals angemerkt für ALLE: ich meine KEINEN Kampf....das würde ich NIE zulassen) reißen sie ihren Liebling auf den Arm und dann tickt Rico völlig aus. Ich hatte dann auch schon den Fall, daß der Halter mich dann ganz arg beschimpfte und ich völlig verständnislos im Acker stand.
Fazit also: je größer der andere Hund je kleiner das Problem

Kannst Du mit der Schilderung was anfangen und etvl. einen Rat geben?

Liebe Grüße
Tatjana

Thomas
04.11.2003, 11:05
Hallo Tatjana,

Was genau ist eigentlich Deine Frage bzw. was ist Dein "Ziel", welches Du mit Rico anstrebst?

So wie ich Dich verstanden habe, hat Rico im Freilauf noch nie einen anderen Hund verletzt, richtig? Wenn er angeleint ist, gibts eben keinen Hunde-Kontakt (wozu auch?), fertig aus. Worin besteht das Problem? Das er nen Aufstand baut wenn er angeleint ist? Warum legst Du wert darauf, das sich die Hunde "Guten Tag" sagen können? Dein Hund legt sicher keinen Wert darauf. Und zu "klären" haben zwei, sich zufällig treffende Rüden, m.M. nach eigentlich auch nichts.

Gruß
Thomas

PS. Was Tina wissen wollte, war wohl eher, wie Du auf Deinen Hund reagierst, wenn er das Verhalten zeigt. Also: ignorieren, abstrafen (wie?) oder sonstwas...?

Dani81
04.11.2003, 11:16
Hallo Thomas,

da bin ich aber gar nicht Deiner Meinung, denn ich denke auch, dass sich Hunde an der Leine nicht anzoffen sollten.
Ich habe einen super lieben Hundetrainer, der Früher bei der Polizeihundestaffel Ausbilder war. Auch er legt großen Wert darauf, das sich Hunde an der Leine JEDEM, ob Hund oder Mensch, gegenüber neutral verhalten !
Oder sollte immer ein Hundebesitzer auf die andere Straßenseite gehen ??!!
Nein !
Aber es ist auch harte arbeit, seinem Hund beizubringen, sich an der Leine, wo er sich super stark fühlt, dazu zu erziehen lieb zu sein !
Wir machen es mit ständigem üben solcher Situationen : Hundebesitzer mit angeleintem Hund gehen aufeinander zu, bleiben voreinander stehen, die Hunde werden ins Sitz gebracht und gelobt, wenn sie sich friedlich verhalten. Knurren, bellen, ... , sie, werden sie ins Platz gelegt oder mit einer Halsparade bestraft. So lernen auch aggressive Hunde sehr schnell, sich an der Leine vernünftig zu benehmen.

Liebe Grüße

Dani

Tigerjana
04.11.2003, 12:11
Hallo Thomas!
Also, meine Intention ist kurzgesagt die: ich möchte mit Rico nicht immer nur in "Dreckklamotten" durch den Acker stapfen können, sondern ihn auch mal wohin mitnehmen wo man evtl. auch auf andere Hunde trifft: Stadt, Ausflugslokale, Fahrradtouren etc. Das geht aber nur, wenn er sich wenigstens "neutral" verhält, sonst haben die Leute Angst und leider ist er kein Minihund wo man das noch "niedlich" findet.
Liebe Grüße
Tatjana

P.S.: Ich ignoriere negatives Verhalten von ihm, versuche ihn zu beruhigen und belohne positives Verhalten ...

Dani81
04.11.2003, 12:30
Hallo Tatjana,

was Du an Thomas geschrieben hast, von wegen negatives Verhalten ignorieren, das kann ich nicht ganz unterstützen. Denn bei Hunden mit einem guten; AUSGEPRÄGTEN SELBSTBEWUSSTEIN hilft ignorieren nicht viel, denn ein Hund lernt auch schnell, das Du ihn in so einer Situation zwar ignorierst, hinterher aber wieder sein bester Freund bist. Daher gibt es heutzutage sehr viele Hunde, denen ignorieren nichts mehr ausmacht.
Und er lernt besster, wenn Du ihm direkt zeigst das Du sein Vehlverhalten nicht tollerierst.
Deswegen sollte er an der Leine z.B. durch Platz machen oder eine Halparade gestraft werden und wenn er frei läuft reicht ein Steinchen, eine Disc, Schlüssel,etc, das an seinem Kopf VORBEIfliegt , zu verstehen das sein verhalten nicht richtig war.
Gruß
Dani

Thomas
04.11.2003, 12:55
Hallo Tatjana,

sorry - ich muss nochmal ein paar Nachfragen stellen, weil ich nach wie vor ein etwas diffuses Bild vor Augen habe:

Bei Deinem ersten Posting schriebst Du, das Rico total austickt wenn er auf einen EINZELNEN anderen Rüden trifft. Auch wenn sich beide Hunde unangeleint begegnen? Problem oder kein Problem? Denn zuletzt gehen die Schilderungen mehr und mehr zu einer reinen Leinenagression. Wie ist eigentlich seine Körpersprache dabei? Hast Du den Eindruck, das ganze entsteht rein Angstmotiviert (vorsorgliches bleib mir/uns vom Leib-Gezeter)? Was ist Dein Hund nun für "einer"? Einer der eher schon mal gerne auf "stänkern" aus ist? Oder hast Du vielleicht eher den Eindruck, das er Dich (seinen Beta? *nur_mal_so_nachfrag*) beschützen will?
Wielange hast Du ihn schon? Hast Du den Eindruck, das Deine Reaktionen (Negativ-Verhalten ignorieren, Postiv-Verhalten bestätigen) schon eine Besserung erziehlt hat?
Wäre schön, da noch ein bisserl mehr zu erfahren bzw. kommst Du dadurch ja selbst auf die URSACHE seines Verhaltens....?

Gruß
Thomas

Tigerjana
04.11.2003, 13:36
...wenn ich auf alle Deine Fragen eine Antwort wüßte, hätte ich wahrscheinlich kein Problem

Ich glaube nicht, daß es irgendwas mit Beschützen zu tun hat.....eher so was wie: "Hurra, hurra ein anderer Hund, ich will dahin und zwar SOFORT" Er würde auch wenn er ohne Leine ist über zig Meter dahinrasen, leider ohne Rücksicht auf Straßen, Fahrradfahrer oder sonst was. Ist er aber an der Leine fängt er wie die Hölle an zu ziehen und ich "flattere" hinterher. Bleibe ich dann ruhig stehen und hindere ihn damit am Zerren entlädt sich seine ganze Aufregung so: Er wird stocksteif, der Schwanz über dem Körper aufgerichtet, der ganze Kerl fängt an zu Zitten und dann geht das Bellen, hochsteigen, Zerren, mit den Krallen in die Straße festhaken und ziehen los. Je mehr man ihn dann daran hindert dahin zu gehen (Ablenkung funktioniert in dieser Situation noch nicht mal mit seinem Oberallerliebsten: Stock) je mehr versucht er es. Er wird dann erst wieder ruhig, wenn die Hunde sich entweder treffen oder der andere Hund weg ist. Und jetzt stell' Dir mal vor mit so was durch die Stadt zu gehen wo einem alle 5m ein Hund begegnet....
Wenn er ohne Leine ist, ist er auch aufgeregt, wenn andere Rüden kommen, aber es regelt sich immer gütlich. Aber ich finde schon, daß er immer ein bißchen stänkert (vergleichbar mit jungen Männern in der Pubertät: Riesenklappe, Zoff anfangen und dann klein beigeben) :D

Ich habe ihn seit 3 Jahren, habe ihn aus dem Tierheim als er 6 Monate alt war.

Gruß
Tatjana

Cockerfreundin
04.11.2003, 13:50
Dani schrieb
__________

Knurren, bellen, ... , sie, werden sie ins Platz gelegt oder mit einer Halsparade bestraft.
__________

Was, bitte schön, ist eine "Halsparade"???

fragen sich

Annette + Basti

AnnaS
04.11.2003, 14:25
:confused: Hab ich auch noch nie gehört, aber es klingt nicht gerade !gemütlich" :?:

Gruß
Anna

Ilona
04.11.2003, 14:57
Hi Tatjana,

du schriebst ein einem Deiner Postings

P.S.: Ich ignoriere negatives Verhalten von ihm, versuche ihn zu beruhigen und belohne positives Verhalten ..

Wenn Du versuchst, ihn zu beruhigen (sprichst Du mit ihm oder wie tust Du das?), hast Du sein Verhalten nicht ignoriert, ne?

Ich möchte mal ein paar Denkansätze von meiner Seite zu diesem Thema beisteuern:

Wenn ich es richtig verstanden habe, möchtest Du irgendwann mal einen Hund haben, der an der Leine friedlich an anderen Hunden vorbei läuft, ohne diese anzumotzen. Dieses Ziel zu erreichen, ist schon eine Kunst für sich. Das Training dahin ist nicht leicht und erfordert viel Fingerspitzengefühl, richtiges Timing in jeder Beziehung und einen langen Atem. Gearbeitet wird in zwei aufeinander folgenden Schritten: mit der Gegenkonditionierung und der Desensibilisierung.

Gegenkonditionierung bedeutet: der Hund muss lernen, ein alternatives Verhalten zum bisher gezeigten (sich in die Leine stellen, bellen, steif werden etc.) anzubieten. Das lernt er, indem wir zunächst trainieren, den Hund auf uns zu fixieren, wenn sich ein fremder Hund nähert. Das ist schon mal schwer wie nur irgendwas. Aber machbar. Es wird über Entfernung zum Objekt der Begierde gearbeitet, über das Bögen laufen, über positive Verstärkung, wenn Hund sich uns zuwendet usw.

Desensibilisierung meint, dass schrittweise die Entfernung wieder verkürzt wird zum anderen Hund, bis man eines Tages so weit ist, dass man in einer angemessenen Entfernung ohne nennenswerte Reaktionen vom Hund aneinander vorbei laufen kann.

Gut wäre, Du würdest jemanden finden, der Dir bei den täglichen Spaziergängen auf die Finger schaut, Dir Ratschläge gibt und Dich korrigiert und mit dem Du jeden einzelnen Schritt des Trainings durchsprechen kannst.

Dieser teilweise Mist, der auf den Hundeplätzen probiert wird, um einen Hund, der anderen gegenüber an der Leine aggressiv reagiert, unter Kontrolle zu bringen, ist so dermaßen kontraproduktiv, dass Du ihn beruhigt vergessen kannst. Da kann einem nur die Galle hochkommen. Allein schon beim Lesen der Zeilen, was Du schon alles versucht hast, ist mir ganz schlecht geworden.

Das war jetzt kein Angriff auf Dich, man sucht ja nach Hilfe und nimmt, was man kriegen kann. Es war eigentlich mehr eine rein rethorische Bemerkung.

Grüße, Illi

Dani81
04.11.2003, 15:11
Hi,
das ist eine Art der Bestrafung die vor allem bei Polizeihundeausbildung eingesetzt wird. Voraussetzung hierbei ist eine Gliederkette als Halsband (im Zoohandel auch Gesundheitswürger genannt). Da eine Halskette sich nach dem zuziehen dierekt von selber wieder lockert, was bei vielen Zuziehhalsbändern oft nicht der Fall ist.
Aber zur Halsparade: es ist ein kurzer Ruck an der Leine durch die sich die Kette kurz zuzieht, der Hund einen kurzen Schmerz hat und weiß, dass das was er getan hat falsch war.
Ich weiß, viele weden jetzt sagen, das ist ja brutal ! Und auch ich dachte das erstmal als mein Trainer (er war früher Ausbilder bei der Polizeihundestaffel) es erklärte, "das tue ich meinem Schatz doch nicht an!", aber ich konnte sehen, wie andere Hunde es direkt verknüpften. Da ich es mich nicht selber traute gab ich meinem Trainer meinen Hund zum üben und schaute zu. Er bekam vom Trainer 2 Paraden für falsches Verhalten und ich litt wesentlich mehr als mein Hund, der sofort verstand, "das darf ich und das nicht" Der Hund stellt nach der Parade direkt sein falsches Verhalten ein und wird sofort für das nun richtige, friedliche Verhalten gelobt.
Und doch war ich damals noch unsicher, doch ich sah, das mein Hund meinem Trainer ab diesem Zeitpunkt abgöttisch liebte, da ab nun klare Komandos herrschten, viel Lob und eine klare Konsequenz für falsches Verhalten.
Auch bleibt es in den Hunden ein für allemal drin, haben sie für etwas einmal eine Halsparade bekommen werden sie es nicht noch einmal tun.
Und ich sage es nochmal, es hört sich vielleicht für die meisten brutal an, aber das ist es nicht, man muss sich das vorstellen wie bei einem kleinen Kind, das einen kleinen Klaps auf die Finger bekommt und dann weiß, das es das nicht machen darf.
(ich habe aber natürlich auch meine Tierärztin gefragt, was sie dazu meint und ob man den Hund wirklich nicht verletzt, sie meinte das wäre tausendmal gesünder als das der Hund zum Beispiel durch ständiges ziehen an der Leine mit einem normalen Halsband, schwere Schäden an der Luft- und Speiseröhre zuzieht.)

Liebe Grüße
Dani

Thomas
04.11.2003, 15:12
Bleibe ich dann ruhig stehen....
Also DAS scheint mir auf alle Fälle schon mal ein grundsätzlicher Fehler zu sein. Bleibe NIEMALS stehen, sprich auch nicht beruhigend (kommt bei ihm u.U. ganz anders an als von Dir gemeint..) auf ihn ein, Ablenkung bringt -wie Du selbst schreibst- in Deinem Fall auch nichts. OK, was spricht nun dagegen, das Du ihn einfach "mitnimmst" (also weitergehen), falls Du dazu körperlich in der Lage bist. Natürlich sollte er dabei ein Geschirr tragen wenn Du ihn für ein paar Meter mit Dir mit"schleifst" (von dem anderen Hund entfernend). Das ganze sollte möglichst ruhig, aber dennoch zügig von statten gehen. Vorallem rechtzeitig, bevor er auf die Idee kommt sich reinzusteigern. Klingt nach davonlaufen, gelle? Ja, das stimmt in gewisser Weise schon.
Ich sehe es allerdings eher als ein "Herausnehmen" aus der gerade aktuen Situation.

Weiterhin schreibst Du. "Er wird dann erst wieder ruhig, wenn die Hunde sich entweder treffen". Da passt die Reihenfolge nicht. Wenn er sich aufführt würde ich keinen Kontakt zulassen. Sonst lernt ja ja genau das Gegenteil von dem was Du möchtest.

Tatjana, ich habe versucht, durch Nachfragen ein etwas klareres Bild zu bekommen. Das ist mir leider nicht wirklich gelungen. Liegt nicht an Dir, wahrscheinlich ist das auch garnicht möglich. Unterm Strich habe ich jedenfalls KEINEN Hund vor Augen, der -sagen wir mal Retrievermäßig- schwanzwedelnd- zu anderen Hunden hinstürmen will und einfach nur friedlichen Kontakt aufnehmen möchte. Hingegen habe ich sehr wohl ein gedankliches Bild von einem Hund, der ernorm unter Stress steht. Inwiefern Du diesen Stress durch Fehlverhalten noch weiter begünstigst ist schwer zu sagen.
Wie du selbst schreibst: Du wärst "weiter" wenn Du die Ursachen genauer kennen würdest. Ich streiche hiermit an dieser Stelle die Segel und denke, das es unverzichtbar ist, das sich eine kompetente Person das Gespann Tanja-Rico anschauen sollte um adäquate Tips zu geben.

Ich hab mal "nachgeschaut"....du wohnst nur 40 km entfernt von der recht empfehlenswerten Aschaffenburger Hundeschule <click> (http://www.hundeschule-ab.de/) (Petra Führmann). "Weiterwurschteln" wie bisher kanns ja nun nicht sein, und das willst Du ja auch nicht für die kommenden 10 Jahre.

Viel Glück
Thomas

Thomas
04.11.2003, 15:24
@ Dani

Ich will nur kurz auf Deine Tips mit einer Frage eingehen:
Kannst Du Tatjana garantieren, das die von Dir propagierte "Halsparade" von Rico zweifelsfrei mit seinem Fehlverhalten und NICHT mit dem anderen Hund (anderer Hund = Negativreiz) verknüpft wird? Kannst Du es verantworten, falls Rico ab sofort diese Abstrafung u.U. mit dem anderen Hund in Verbindung bringt, das die ganze Problematik noch weiter eskaliert?

Gruß
Thomas

PS. Wie du merkst - geht es mir nicht um eine (schon tausend mal geführte) Diskussion über Erziehungs"Methoden", Gewalt, Schmerzempfinden von Hunden usw.

AnnaS
04.11.2003, 15:29
Dani, entschuldige, aber bei dem was du schreibst stellen sich meine Nackenhaare auf.

1.) Wenn irgendwas mit meinem Hund gemacht wird, muss ICH es verantworten können. Kann ich es verantworten, mache ich es selbst bei meinem Hund (abgesehen von TA-Geschichten natürlich). Gebe ich aber meinem Trainer die Leine in die Hand und sage "Mach! Ich bring das nicht übers Herz" - sorry, aber stehst du dann dahinter? Normal sollte es doch so sein, dass ein Trainer die Methode und den Sinn erklärt und man dann entweder sagt "Supi, probier ich aus" oder "Nee, nicht mit meinem Hund". Aber wie kann man sagen "Nee, ICH mache sowas nicht mit meinem Hund - mach du das bitte"???

2.) Glaubst du, dein Hund hat deinen Trainer abgöttisch geliebt, weil dein Trainer ihm Schmerzen zugefügt hat? Glaubst du das wirklich??? Hast du schon mal was davon gehört, dass die augenscheinlich freudigen und liebenden Zeichen einfach nur Beschwichtigung sein können? Beschwichtigung, damit man ihm nicht wieder weh tut?

3.) Ich hab bisher von niemandem eine Antwort auf folgende Frage bekommen, aber ich stell sie doch noch mal:
Was sollte den Hund von einer Handlung abhalten, die ihm mit Schmerzen als "verboten" dargestellt wurde, außer die Angst vor neuem Schmerz??? Und ist es Ziel einer Erziehung, dass mein Hund etwas nicht mehr tut, weil er Angst hat?

4.) Die sogenannten Gesundheitswürger.....tolles Wort. Man fügt ihnen, wie du ja selbst sagst, Schmerz damit zu. Muss man sowas als Gesund deklarieren? Also Gesund und Schmerz sind für mich zwei Worte, die in keinster Weise zusammenpassen. Aber nur, weil die Leute es als Gesundheitswürger (allein dieses Wort ist ein Widerspruch in sich) verkaufen, ist es dann alles halb so schlimm, oder wie?

Ich versteh es nicht, tut mir leid.

Gruß
Anna

Rüsselterriene
04.11.2003, 15:48
:sn: Nun regt euch doch nicht auf, da kommt halt wer, der nicht Leinenruck sondern Halsparade sagt. Und nicht Würgehalsband sondern Gesundheitswürger.

Da wird einfach nur ein Hund so ausgebildet, wie das die meisten hier längst nicht mehr tun würden...

Glücklicherweise!

Anke... :?: fragt sich gerade: Sind die Beiträge hier immernoch nicht vorwiegend auf "sanfte Methoden" ausgerichtet? Oder überlesen die von der "Alten Schule" nur einfach gerne?

Ich würde mir jetzt vorkommen, wie auf der falschen Fankurve abgestellt...
:cu: