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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wauzi guckt nicht hoch beim fuß-gehen



ToxicToast
26.10.2003, 21:40
ich mach mit meinem wauzi in ein paarwochen die BH und ich krieg ihn einfach nicht dazu hoch zu schauen wenn der fuß geht. er läuft wirklich schön aber wenn er ab und zu mal hochgucken würde wär das schon ganz gut... ich habs schon mit bällchen/leckerchen zeigen probiert und zur zeit schmeiss ich den ball immer ein paar meter weg wenn er hochgeschaut hat... weiß aber nicht ob das klappt..
irgendwelche tipps?
danke (:

Mascha
26.10.2003, 22:22
Hallo!

Das Problem kenne ich auch... Wo übt Ihr denn? Auf dem Hundeplatz? Mit Leine oder ohne? :rolleyes:
Mein Wuffi hat an der Leine recht gut zu mir geschaut, als ich das neulich mal (mit Clicker und Leckerli) geübt habe; aber ohne Leine wollte er nicht.
Ich dachte, vielleicht erscheint es ihm zu unsicher, wenn er nicht auf den Weg achtet? Wir sind eben auch einfach "irgendwo" gegangen, nicht unbedingt auf ganz ebener Wiese oder ähnlichem.

Prinzipiell kann ich das Clickern gerade für ein solches Detailproblem empfehlen!


:cu:

Mascha

Milka
26.10.2003, 22:31
Hallo, versuchs mal so: was dein Wuffi gerne hat, z.B. Spielzeug, eine kl. Tasche mit seinem Lieblingsleckerli etc. in deine Brusthöhe anbringen/Jackentasche, oder um den Hals hängen, habe mir meinem Rüden einen kl. Zweig an e. Schnur um den gb

Milka
26.10.2003, 22:33
Fortsetzung folgt:
Habe bei meinem Rüden mir seine Beißwurst um den Hals gehängt, bzw ein Täschch. mit Guttis, hat gewirkt.
Gruß Milka

ToxicToast
26.10.2003, 22:42
hmm clickern klingt nicht schlecht. balu ist auf den clicker auch schon konditioniert (vielleicht frisch ichs nochmal auf) aber ich hab noch nie was damit gemacht... soll ich einfach immer clicken wenn er hochguckt?

danke schonmal für die tipps!

Mascha
27.10.2003, 09:23
Hallo ToTo!

Original geschrieben von ToxicToast
hmm clickern klingt nicht schlecht. balu ist auf den clicker auch schon konditioniert :) Das ist doch schon mal gut!


soll ich einfach immer clicken wenn er hochguckt? Ja, genau! Zu Beginn solltest Du sofort clicken, wenn Balu in Richtung Deiner Brust/ Deines Gesichtes schaut, dann allmählich nur noch bei Augenkontakt. :cool: Und dann kannst Du ganz langsam die Dauer des Ansehens verlängern - so würde ich es jedenfalls machen.
Vielleicht sollten wir es auch nochmal üben!? :D

Viel Spaß!

ToxicToast
27.10.2003, 11:23
ich werds heute mal ausprobieren.... schlimmer kanns ja nicht werden (;

Cockerfreundin
27.10.2003, 11:47
Hochschauen zu Dir wird Dein Hund nur bzw. in dem Maße, wie er damit
a) etwas Spannendes verbindet ;-) und
b) eine vertrauensvolle Bindung zu Dir hat aufbauen können

Das braucht ganz viele positive Erfahrungen und ein Training z.B. auf Sichtzeichen hin.
Das mit den positiven Erfahrungen schreibe ich (auch) deshalb, weil ich gerade Deinen Beitrag in dem anderen Thread (Hundeaggression) gelesen habe ... würdest DU zu jemandem hochschauen, der Dich im nächsten Augenblick u.U. zu Boden drückt und sich auf Dich drauf setzt ???

Annette

ToxicToast
27.10.2003, 13:52
würdest DU zu jemandem hochschauen, der Dich im nächsten Augenblick u.U. zu Boden drückt und sich auf Dich drauf setzt ???

was soll ich denn machen wenn er so abtickt,... ich unterwerfe ihn damit ja nur, was ja hundesprache ist und was er somit verstehen sollte... ausserdem tue ich ihm nicht weh dabei, ich fixiere ihn nur am boden. ich setz mich auch nicht richtig auf ihn drauf. mein hintern bleibt immer in der luft...
...wird man hier eigendlich für alles angepöbelt? ich weiß ja nicht was für schäfchen eure bzw. dein hunde ist,... meiner (30kg geballter hass gegen rüden) muss halt manchmal daran erinnert werden dass nicht er der boss ist, sondern ich. und wie sollte das besser gehen als in hundesprache? ausserdem mach ich das ja nicht willkürlich nach dem motto: och mein hund der ist grad so brav, den muss ich jetzt mal unterwerfen. ich mache dass nur wenn er echt abtickt...den nackengriff sollte er auch richtig inerpretieren, da das die hundemama auch macht wenn die kleinen frech werden. ich finde das nicht schlimm.)

zu dem clickern:
ich war grad mit ihm gassi und hab auch ein bisschen geübt. hat schon ganz gut geklappt.
kann ich gleichzeitig zu dem hochschaun auch ander sachen clickern (sitz und platz aus der bewegung) oder verwirrt ihn das zu sehr?

simone schimmel
27.10.2003, 14:20
Hallo, ich hab mal den Tip bekommen die Leine mit was toll-riechendem einzureiben, also z.Bsp. mit Trockenfisch oder Pansen. Das hat mir mal Jemand erzählt der mit Hund zur Ausstellung gegangen ist und da soll der Beagle wenn eben möglich den Kopf auch schön hoch halten. Vom Prinzip ja das was Du möchtest. Ich persönlich werd deutlich mehr/öfter angeschaut seitdem wir "clickern" :-) Lg Simone

Daggi
27.10.2003, 14:58
Hallo, also bei uns war es ja ähnlich: Hochgucken beim Fuß laufen ..... nee, da ist doch oft der Boden interessanter :p :mad:
Fast verständlich bei einem Jagd- und/oder Stöberhund. Wir haben ja auch vermehrt vor der BH dieses "Problem" versucht zu beheben. Besser wurde es bei uns auch durch ständiges "Schau" üben (also auch z. B. mit Clicker). Aber nicht nur beim Fuß laufen, sondern auch sonst beim Laufen an der normalen, kurzen Leine. Auch da wurde (fast) jedes Hochschauen belohnt. Besser wurde es aber auch bei uns beim Fuß laufen, wenn ICH nicht mit hängenden Armen, sondern mit schwingenden Armen (Hände zur Fast) lief. Denn in diesen Fäusten KÖNNTEN ja auch Leckerlis versteckt sein. Und dann kam halt mal so urplötzlich aus den schwingenden Armen bzw. Händen ein Leckerli geflogen (vorher aber das Kommando "Fuß" wieder aufheben!) während ich das verbale Lob aussprach. So wusste Hundi bald, dass das Hochschauen auch von oben interessantes bringen konnte.
Bei der BH selbst (die ja kürzlich war) war unser Hund zwar (mit Leine) wie meist immer, recht uninteressiert an mir (wenn ich die Richtung wechseln muss, werde ich es schon merken, ander gespannteren Leine :mad: ), aber ohne Leine (da ist es bei uns eh immer besser gwesen) war es viel besser, als vor diesen Übungen! Aber denke dran, nur weil der Hund nicht unbedingt ständig zu Dir hochguckt verhaust Du die Prüfung nicht.
Ich wünsche Dir viel Glück.
Ach ja, ich selbst würde nicht so sehr viele Dinge gleichzeitig üben. Zumindest nicht am gleichen Tag. Ich habe immer nur zwei, drei Tage hintereinander eine Übung geübt (Fuß z. B.), am anderen Tag - jeweils natürlich nur ganz wenige Minuten pro Gassirunde) - eine ander (z. B. Platz aus der Bewegung).

klasu
27.10.2003, 15:24
Hi T.T.,
mal so als grundsätzliche Überlegung: ist es wirklich wichtig, daß dein Hund Dich bei der BH ansieht?
Wir hatten beispielsweise nicht den Ehrgeiz, als Tagesbester bei der BH-A abzuschneiden und von daher haben wir diesem Punkt keine grosse Bedeutung beigemessen. Man kann es sicher mit Clickern versuchen, in der "Streßsituation" Prüfung wird Dein Hund Dich dann aber eh wahrscheinlich nicht anschauen. Bei den Prüfungsläufen, die ich bisher so gesehen habe, war dies auch eher selten der Fall.
Rein wertungstechnisch wird beispielsweise dem Abliegeteil der Prüfung und den anderen Übungen eine wesentliche höhere Wertung zugestanden als dem Anschauen.

Viel Glück bei der Prüfung wünscht
klasu

Rintintin
27.10.2003, 15:29
Original geschrieben von simone schimmel
Hallo, ich hab mal den Tip bekommen die Leine mit was toll-riechendem einzureiben, also z.Bsp. mit Trockenfisch oder Pansen.

Halte ich für keine gute Idee, bringt den Hund nur auf den Gedanken, das Teil zu fressen. Außerdem eine "Vera****ung" des Hundes. Ein echtes Lecker, das man auch fressen kann, finde ich besser. Außerdem soll der Hund nicht an der Leine hochglotzen, sondern seinen Menschen ansehen!
Darüber kommt Mensch nämlich - auch wenn's lange dauert - zu einer Kommunikation mit seinem Hund, die auf ganz leise und sehr harmonische Weise funktioniert: ein leichtes Kopfschütteln, ein freundliches Lächeln, ein Stirnrunzeln, ein Lippenschlecken kann dann den Hund bremsen, ihm was erlauben, ihn zurücktreten lassen oder beschwichtigen. Wir sind noch lange nicht soweit, vor allem in "aufregenden" Situationen. Aber es wird immer besser und ich selbst bin am meisten überrascht, wie gut ich mit meinem Hund inzwischen non-verbal, aber über Blickkontakt kommunizieren kann. Das wird aber nie und nimmer über Gerüche an Leinen passieren.
Anfänge sind, dass der Hund erfahren durfte, es "lohnt" sich, seinen Menschen im Auge zu behalten! Weil er gelobt wird, weil es was Feines, ein Spielchen oder ein Knuddeln gibt - je nachdem, wonach der Hund am meisten "lechzt".
Ich selbst habe in einer ruhigen, entspannten Minute, beim gemeinsamen Sofaliegen am Ende des Tages, ausgerannt, satt gefressen (der Hund) und kraulender Weise (ich)angefangen, dem Hund direkt in die Augen zu sehen und den Blick zu halten (Hund lernt: nicht jedes "Stieren" = Bedrohung). Später dem Hund mit dem Zeigefinger zart auf die Nase getippt (ebenfalls in völlig entspannten Situationen!), dann Zeige- und Mittelfinger zart gespreizt von seiner Nase zu meinen Augen geführt: der Hund sieht den Finger nach und landet bei meinen Augen, und dabei leise gesagt: "Schau!", während die linke Hand weiter krault - nicht hektisch oder nebenbei, sondern fast massierend, mit ruhigen Bewegungen und da, wo es dem Hund "guuuut" tut (weiß ja jeder, was sein Hund am liebsten mag, meine liebt Ohrenmassage) - Hund hält den Blick. Dafür habe ich nicht belohnt, hätte nur die Ruhe gestört und der Hund war auch so völlig entspannt und zufrieden.
Später sagte ich dann auch draußen mal: "Schau!" - mit der gleichen leisen Stimme, mit der wir "geübt" hatten. Das darf man natürlich nur langsam steigern. Am Anfang eigentlich immer nur in Situationen, die es eigentlich gar nicht "nötig haben", weil Hund und Mensch sowieso entspannt sind.
Aber heute kann ich auch schon in "aufregenderen" Situationen mit einem leisen "Schau!" den Blick meines Hundes "einfordern", was viel gewalttätiger klingt, als es ist: sie dreht sich einfach zu mir und sieht mich an. Einen (längeren) Moment den Blickkontakt gehalten und man kann fast spüren, wie eine gewisse Entspannung sich breit macht.
Das "funktioniert" inzwischen bei Begegnungen mit fremden Hunden sehr gut (war unser Problem). (Als Weichei muss ich jedoch zugeben, dass ich es noch nicht versucht habe, wenn wir auf "alte Intimfeinde" aus "Vor-Ausbildungszeiten" treffen. Da versuche ich es lieber mit einer knackigen und wenig subtilen Ablenkung wie Bällchen.)
Der Blickkontakt ist was ganz wunderbares. Es ist, als ob ein Band hergestellt würde.
Erklären kann ich es nicht, weiß auch nicht, warum und auf welche Weise es "funktioniert". Bedrohung kann ich nicht glauben, weil mein Hund keinerlei Beschwichtungssignale zeigt. Er wird einfach ruhig(er) und konzentriert sich sehr gut auf nachfolgende Signale.
Habe eine sehr arbeitslustige, einst geradezu aufgedrehte drei Jahre alte Hundedame, der das "Dämpfen" dieser Art kein Stück ihrer Lebensfreude genommen zu haben scheint, sie jedoch von einer Nervenquälquelle in einen mehr als angenehmen Hund verwandelt hat.
Dass wir ihrer Bewegungslust Rechnung tragen und ihr was "zum Arbeiten" bieten, versteht sich von selbst. Der Hund soll ja nicht ruhig-gestellt werden. Aber auf ganz leise Weise zu ihr "durchdringen" zu können, finde ich einfach wunderbar!
Wenn Du - so Du die Geduld dazu aufbringst - auf diese Weise Deinen Hund dazu bekommst, dass er jederzeit Blickkontakt mit Dir aufnimmt, erledigen sich viele Probleme von ganz allein. Ich weiß übrigens durchaus, wovon ich rede, denn wenn ich auch nur einen 7-Kilo-Hund am anderen Ende der Leine habe, so glaube ich nicht, dass sie das weiß. Im Bewusstsein einer Größe, die mindestens dem einer Dogge entsprach, wollte sie noch vor einem Jahr am liebsten alle Hundebegegnungen "kalt" machen. Wir hatten also nur die Wahl: lebenslange Leinenhaft oder ein wirklicher Neuanfang. Er hat sich gelohnt wie noch fast keine Bemühung, die ich in meinem Leben unternommen habe. Ich habe - nur für mich - die Erfahrung gemacht, dass aus Ruhe und Entspannung mehr Gutes erwächst als jemals aus Unterdrückung. Druck erzeugte bei meinem Hund nichts als Gegendruck. Und mit jedem Gegendruck wird der Hund stärker. . .
Auf meinen Hund setze ich mich nicht, es ist mir lieber, er setzt sich - mich ansehend - neben mich.
Der Blickkontakt des Hund-Mensch-Paares wird übrigens nicht deshalb in Prüfungen verlangt, um Gehorsam abzufragen, sondern sagt was über die Bindung Hund-Mensch.
Deshalb wird auch beim Hundeführschein anders bei der BH mehr Wert auf die Bindung gelegt als auf den exakten Sitzwinkel. Und nur über eine gute Bindung kann ein Mensch - meiner Meinung nach - auch sicher auf seinen Hund einwirken. Aber das ist ein anderes Thema. . .

ToxicToast
27.10.2003, 15:55
danke erstmal für die weiteren tipps, das mit der leine werd ich wohl micht machen, weil er den ganzen spaß ja auch ohne leine können sollte...

klasu: ich möchte gerne dass mein hund mich ab und zu mal anschaut wenn er fuß geht,.. der aufmerksamkeit halber.... sonst trottet er so neben mir her und träumt vor sich hin...bisaaaah rechtskurve schnell hinterher...(nur als beispiel)
und ich habe ebenfalls nicht das ziel bei der BH als tagesbester abzuschneiden...das hab ich auch nie gesagt. ich wollte eigendlich einfach nur besehen *g* (mit dem liegenbleiben auf dem platz wo die prüfung sein wird hat ers nicht so...hehe)
aber das hochgucken und die aufmerksam kein können ja nicht schaden...

Rintintin: bei deinem hund mag das ja funktioniert haben ohne unterdrückung aber mein hund hat höchst wahrscheinlich einen anderen charakter (und ich auch) ich habe es versucht mit bällchen ablenken mit "schau" bit augen zu halten ...aber es klappt halt nicht... und ich meine wenn sich mein hund mall mit nem anderen kloppt, dann wird einer der beiden auch unterworfen und liegt aufm rücken bis er still hält, deshalb versteh ich nicht warum so natürliche verhaltensweisen, die ich versuche anzuwenden so kritisiert werden, ich meine ich verprügel meinen wauzi doch nicht oder so, ich tu ihm nichtmal weh wenn ich ihn auf den rücken dreh (er tut mir vorher viel mehr weh -> reißt mir fast den arm raus und ich hatte schon brandblasen von der doofen leine...)
ich liebe meinen hundi über alles und vermeide es soweit es geht diese sachen anzuwenden aber manchmal gehts halt nicht anders...
(ich schreib das jetzt nicht nur wegen dir, du bist nur schon die zweit die mich deshalb "kritisiert" und ich habe auch gesehn, dass was du geschrieben hast deine eigenen erfahrungen sind, ich möchte meine methode mal rechtfertigen, nicht das es noch heißt, dieser gemeine tierquäler setzt sich auf ihren hund wenn er nicht hört! :sn: )

igelchen
27.10.2003, 16:24
Hallo Toxic Toast!

Geht's Dir v.a. darum, dass Dein Hund mehr auf Dich achtet (beim Fussgehn oder generell) oder dass er richtigen Blickkontakt hält?

Ich musste meiner Boxermix-Hündin auch schon öfter erklären, dass ich hier die Chefin bin. :rolleyes: Und habe ebenfalls das Problem, dass sie keinen Blickkontakt hält.
Allerdings ist es unter Hunden ja auch eine Provokation, dem Cheffe in die Augen zu schaun. Wenn ich Nubia also zu lange (egal wie freundlich) anschaue, beschwichtigt sie und dreht sich weg.

Nubia schaut durchaus oft zu mir hin, aber eben nicht an mir hoch. Sie orientiert sich da eher an meinem Knie...

Wir arbeiten am Blickkontakt mit Clicker. Das geht bei uns aber nur zu zweit, weil Nubia ganz zusammenfallen würde, wenn ich sie minutenlang anstarren würde, damit ich sehe, wann sie mich anschaut. :rolleyes:
Also, einer läuft mit dem Hund und trägt die Leckerle bei sich und der andere beclickt jeden Blick vom Hund zum Halter.

Viel Glück!

LG
Igelchen

P.S.: Ayshra hingegen hält minutenlangen Blickkontakt - wi müssen immer acht geben, dass wir nicht gegen Bäume laufen. :D

Thomas
27.10.2003, 17:00
Hallo giftiges Weissbrot-Quadrat ;)

Shaping per Clicker bietet sich in der Tat bei dieser Sache ganz gut an (mit variabler Bestätigung die Anguck-Phase zeitlich ausdehnen).

Rintintin hat, wie ich finde, einen sehr lesenswerten Beitrag über die Sache mit dem "Schau" geschrieben. Ich würde an Deiner Stelle nicht gleich auf Konfrontation gehen ("Dein Hund hat wahrscheinlich ein anderen Charakter..." --> reine Spekulation - Rintintin hat ja geschrieben, das ihr Hund vor einem Jahr "nicht ganze ohne war"...) sondern das Geschriebene wirklich mal in Ruhe auf mich wirken lassen.

Offtopic:
Zum Deinen Unterwerfungs-Aktionen:
Du schließt aus dem Beobachten zweier, sich raufender Hunde, das ein "auf-den-Rücken-drehen" eine hundliche Massregelung/Abstrafung sei? Das sehe ich nicht so. Bei den Hunden wird ausgetestet wer nun der stärkere ist bzw. das sagen hat. Der Unterlegene legt sich jedoch STETS freiwillig auf den Rücken und unterwirft sich AKTIV. Keineswegs ist es so, das er von dem Stärkeren mit Zwangsmitteln umgedreht wird. Daraufhin stellt sich Sieger stellt sich auf nur über den Unterlegenen und muss ihn nicht fixieren/festhalten. All das läuft anders, sobald Du Deinen Hund auf den Rücken drehst - oder würde er sich freiwillig vor Dir auf den Rücken schmeissen? Eher nicht, oder? Somit handelt es sich also NICHT um eine hündische Unterwerfungsgeste. Nimm das jetzt nicht als Angriff auf Deine Person oder dergleichen, sondern überdenke die Sache einfach mal. Falls Du Interesse hast: Zusätzliche Informationen findest Du in diesem Text über die sog. "Alpharolle" <click> (http://www.hundezeitung.de/editorial/editorial64.html). Niemand hat behauptet, Du würdest Deinem Hund weh tun (wollen). Natürlich nicht. Trotzdem sind solche Aktionen mehr als fraglich, was den "Erfolg" anbelangt.

Gruß
Thomas

Cockerfreundin
27.10.2003, 17:48
Hallo, TT!

Zitat
______

ich weiß ja nicht was für schäfchen eure bzw. dein hunde ist,...
______

Mein "Schäfchen" ist ein 2,5 Jahre alter Cocker Spaniel mit ausgesprochen großem Selbstbewußtsein ... wenn's nach ihm ginge, würde der Herr sich durchaus gerne ab und an mal mit nem anderen (auch körperlich größeren) Rüden prügeln :-(( ... Also auch hier ist Vorsicht geboten und Konsequenz!

Ich halte sehr viel davon, vorausschauend Spazieren zu gehen ... heisst: ICH sehe die mögliche Gefahrensituation VOR meinem Hund und agiere. Beispiel gerade heute: wir laufen einen relativ engen Weg (neben einer Wiese lang) und ich sehe in der Ferne auf eben diesem Weg einen jungen Mann mit (angeleintem) Junghund kommen, mit dem Basti sich gerade vergangene Woche einen sog. Kommentkampf geliefert hat - also: nix passiert, aber beide haben die Zähne gezeigt. Gut, brauch ich heute nicht wieder :-( ... Also ruf ich meinen Hund (freilaufend) ran und lauf mit ihm zusammen nen Riesen-Bogen quer über die Wiese :-)) ... Basti hat den anderen Hund gar nicht "gesehen" und der konnte, da angeleint, auch nicht zu Basti hin. Also: Alles paletti :-)

Die Anderen haben es ja schon (zum Teil) gesagt: dein Hund weiß, dass DU kein Artgenosse = also kein Hund bist. Du wirst also in seinen Augen keinen Deut an Ansehen/ Respekt gewinnen, wenn Du ihn auf "hündisch" zu unterwerfen versuchst. Wenn Du aber versuchst, vorausschauend zu handeln und so Deinem Hund Sicherheit zu geben vermagst, wird das Band zwischen euch sicherlich wachsen ... denn

Zitat
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Der Blickkontakt des Hund-Mensch-Paares wird übrigens nicht deshalb in Prüfungen verlangt, um Gehorsam abzufragen, sondern sagt was über die Bindung Hund-Mensch.
_____

Grüße von
Annette + Basti :-)

ToxicToast
27.10.2003, 17:57
igelchen: nee er muss mir nicht unbedingt in die augen starren warum denn auch ich muss ja auch mal gucken wo ich hingeh (bäume sind schließlich gefährliche hindernsse)und kann ihn nicht die ganzezeit agucken (; er soll nur aufmerksam sein und nicht so trotten... (:

thomas: mein hund schmeißt sich auch freiwillig auf den rücken wenn ich "böse" werde, nur dann fängt er an zu zappeln, knabbeln etc.
ich schmeiß ihn auch nicht direkt als bestrafung um, sondern zuerst versuch ich es anders, mit "nein!" (und er weiß genau was nein ist...), schnauzengriff, in platz legen, etc... aber wenn das nicht hilft versuche ich mit auf-den-rücken-legen meine rangstellung klar zu machen, weil er mir ja vorher auf der nase rumgetanzt ist.
(kling jetzt so als wär mein hund totales chaos *g*)
ach ja, danke für den link ich werd ihn nacher oder morgen lesen (hab grad schon bei hundezetung.de ca. 5 artikel gelesen und hab grad keine lust mehr ;) ....)

was macht ihr den wenn der hund nicht auf nein etc. reagiert, und zum beispiel nen anderen hund agressiv anbellt (und nicht aufhört)?
(ich werd mich ja "bessern" aber ich brauche sinnvolle alternativen.)

Cockerfreundin
27.10.2003, 18:08
Zitat
____

was macht ihr den wenn der hund nicht auf nein etc. reagiert, und zum beispiel nen anderen hund agressiv anbellt (und nicht aufhört)?
____

Macht er zwar (noch) nicht, aber ich würde umdrehen und in die andere Richtung gehen ...

Gruß,
Annette

steffi&chipsi
27.10.2003, 19:56
Hallo TT,

versuchs mal so: so bald er dich anschaut, bestätigst du ihn mit dem ball oder mit der beisswurst. würde das spielzeug für den anbiß so in brusthöhe halten und nicht wegwerfen.
du kannst dies auch in der grundstellung üben. sobald er dich anschaut, sofort bestätigen. danach machste die abstände größer, erst nach zwei metern, dann nach 5 meter usw. würde dir raten so wenig wie möglich nach schema zu arbeiten. der hund soll ja lernen, dass er dich so aktivieren kann. dann wird dein hund auch viel freudiger gehen. ein hund der nicht aufmerksam ist, mit dem kann man nicht arbeit und selbstverständlich macht es dem hund keinen spass. außerdem ist ein hund der überall hinguckt, nur nicht zum hundeführer, sehr vielleichter abzulenken. was macht man dann auf prüfungen, wo so viele leute sind. geschweige denn draußen. meine hündin entwickelt bei der arbeit soviel trieb, dass sie garnicht weiß, wo sie auf dem platz ist. außerdem bin ich bei meiner hündin darauf angewiesen, da sie taub ist. aber ich würde das bei einem normalen hund auch erwarten. man sollte dieses natürlich nicht über zwang machen(dies sieht man deutlich, ob ein hund das aus arbeitsfreude macht oder...)wünsche dir weiterhin viel spass mit deinem wautz und viel, viel Glück(aber dies braucht ihr sicherlich garnicht)

lg
steffi & chipsi
http://www.schaefiland.de:cool

Juke
27.10.2003, 20:01
Hallo

also was bei uns immer gut gezogen hat ist schlicht und einfach "Fleischwurst":?: Ich halte immer einen Schnippel in der Hand. Wirkt Wunder.

Da klappt es dann supper mit dem Blickkontakt. Ich schneide die Wurst ganz klein in Schnippel. Er bekommt keine grossen Stücke. Wie gesagt bei Blickkontakt immer loben:D

Gruss

:cu:

ToxicToast
27.10.2003, 20:18
Steffi: das mit dem ball vor der brust hab ich schon probiert aber irgendwann finded ers doof (; bin grade auf dem schutzhundeplatz (sonst auf nem agilityplatz), weil da die prüfung ist und die meinten ich soll immer wenn er guckt den ball ein paar meter kullern und dann weitermachen damit der hund immer denkt "oh da könnte ja gleich der ball kommen"
aber das hat auch noch nicht so gut geklappt...
(und ein bisschen glück ist schon nötig weil der neue platz soooo aufregend ist, da riecht doch alles so gut hehe)

Juke: Funktioniert auch nicht .... irgendwann lässt er sich auch nicht mehr durch das futter motivieren (komischer hund haha)

trotzdem vielen dank für die hilfe (:

ich denke ich werd das jetzt mit dem clicker probieren, weil ich fand das das bis jetzt am besten geklappt hat.

lila100
27.10.2003, 20:23
Hallo,
mit Gina habe ich es so gemacht, dass, wenn sie mich angesehen hat, gesagt habe: guck mal. Dann habe ich direkt ein Leckerchen nachgeschoben, feiiiiner Hund!
Es hat bei ihr sehr schnell funktioniert, allerdings war sie ja auch noch jung.
Inzwischen ist es so, dass sie fast nur guckt (ist auch schon passiert, dass sie dabei am Laternenpfahl oder am Popo von Max gelandet ist :D :D :D ).
Das einzige Prob, das wir noch haben, sind andere Hunde . Da hilft auch kein guck mal oder Leckerchen. Dann kläfft sie, was die Stimmbänder hergeben. Meist drehe ich dann entweder um oder verschwinde in einer Seitenstraße. Wenn sie dann ruhig ist, muss sie sitz machen (den Befehl in Sichtweite eines Hundes zu geben, ist sinnlos), dann gibt´s wieder ein Leckerchen und der Spaziergang kann entspannt weitergehen.
Aber ich hoffe, irgendwann klappt es auch,wenn Hunde zu sehen sind.
Ich hatte das Kläffprob auch bei Menschen, durch dieses guck mal und die Leckerchen in der Jackentasche haben wir das schon super hingekriegt.
Deshalb bin ich guter Hoffnung, dass wir das bei Hunden auch schaffen.

lila100
27.10.2003, 20:25
PS.:
habe noch was vergessen, Leckerchen sind bei uns normales TroFu, das von der Tagesration abgezogen wird.

LG
Gabi

Mascha
27.10.2003, 20:53
was macht ihr den wenn der hund nicht auf nein etc. reagiert, und zum beispiel nen anderen hund agressiv anbellt (und nicht aufhört)?
Folgende Strategien habe ich:
1. Vermeiden der Situation - dazu hat Cockerfreundin Annette ja schon ein schönes Beispiel beschrieben. :p
2. Wenn die Situation (also im Beispiel das Anbellen, wie agressiv auch immer es sein mag) nicht vermeidbar war und Hundchen nicht mehr ansprechbar ist, versuche ich das auch gar nicht lange. Wie ich dann im einzelnen reagiere, hängt von den Umständen ab.
Oft lässt sich ein "agressives" Treffen entschärfen, wenn die Menschen einfach weitergehen! Solange man dabeisteht und die Hunde anfeuert (durch Schimpfen, das ja nicht weniger agressiv ist), kann man kaum eine Änderung erwarten...
3. Wenn sich mein Hundchen in einer Stress-Situation so verhält, wie ich es mir wünsche, lobe ich (mit Worten) und belohne, wenn es geht, mit Freilauf und Ballspiel - Bewegung hilft, die Anspannung abzubauen.

Liebe Grüße!

Rintintin
28.10.2003, 10:32
Original geschrieben von ToxicToast
was macht ihr den wenn der hund nicht auf nein etc. reagiert, und zum beispiel nen anderen hund agressiv anbellt (und nicht aufhört)?

Also ich kann jetzt nur sagen, was ich mit meinem Hund gemacht habe, der sich beim Anblick fremder Hunde auf zwei Hinterbeinen sich kläffend und keifend in Monsterpositur begab:
a) Ich lasse das Nein-Sagen, weil es ja doch nicht befolgt wird und mein Hund vor allem eins lernt: er muss nicht auf mein Gelaber hören.
b) Ich sehe, dass uns da ein Hund entgegen kommt, nehme die Leine schön kurz (aber nicht ruckartig, sondern sachte!)und den Hund so, dass ich zwischen "Gegner" und meinem Hund bin, lege einen ordentlichen Zahn zu, und laufe - so der Ort es erlaubt - einen Bogen (wortlos).
-> auf jeden Fall kann ich so die "Anmache" zumindest abkürzen!
c) In dem Moment, in dem mein Hund sich eingekriegt hat (= nicht mehr nach Hund glotzt und keift) kommt eine freundliche Ansprache, irgendein Kommando, das er gut und sicher beherrscht, und wenns nur ein Sit! ist und eine Belohnung. Erlaubt es die Umgebung, folgt ein Spielchen.
Dazu brauchte ich am Anfang extrem viel Nervenkraft, denn ich schämte ich mich vor den anderen Hundebesitzern, dass ich meinen Hund scheinbar "ungerügt" andere anmachen ließ (ist ja nicht die feine Art!) Aber ich hatte auch festgestellt, dass alle hektisch-laut-scharfe stimmliche "Zugaben" meinerseits sie offenbar noch zusätzlich "aufputschten". Also habe ich mal an meiner eigenen "Unaufgeregtheit" gearbeitet. Das dauerte schon eine Weile - mir hat es geholfen, mir dabei vorzusagen: "Ich bin völlig ruhig, ich gehe jetzt weiter, ich bin völlig ruhig. . ." Vor allem fand ich es schwierig, nicht hinterher - wenn der Hund schon wieder ruhig war - noch weiterzumäkeln.
Aber: es hat Früchte getragen!

Schritt zwei (ich habe ja nicht nur das gemacht, ich habe ja allgemein versucht, meinen Hund noch mal "umzukrempeln", sprich ihm einen guten Grundgehorsam zu vermitteln auf Basis positiver Verstärkung.): ich sehe, es kommt ein Hund auf uns zu:
a) Ich quietsche mit dem Bällchen in meiner Tasche -> aufmerksamer Blick von meinem Hund Richtung Tasche.
b) Wenn Aufmerksamkeit da: Ausgesprochen freundliches Ansprechen, das Bällchen aus der Tasche zaubern, quietschen lassen, selbst begeistert quietschen,
c) wenn Aufmerksamkeit immer noch gefesselt: Quietschie meinem Hund im Moment der engsten Hunde-Begegnung zum Selberquietschen überlassen.
d) wenn Hundebegegnung passiert, ohne Anmache weil Aufmerksamkeit auf Frauchen gelenkt: Jack-Pot, Begeisterung, Spiel.
Auch dabei: Hund nach außen, Bogen laufen. Wenn irgendwann Aufmerksamkeit des Hundes von mir weg zum anderen Hund hin mit "Anmache" -> zurück zu Schritt eins: wortloses, schnelles Weitergehen.
Diese Phase ging problemloser und schneller: Aufmerksamkeit von Frauchen ist immer besser als nicht, die Fixierung auf Spielzeug oder Lecker hat sehr schnell geklappt.
Nun kann es ja aber auf Dauer nicht sein, dass ich permanent im Stress rumlaufe um immerzu den Aff zu machen. Denn was, wenn ich mal die Hände voll habe? Darf Hund dann wieder anmachen, weil Frauchen nicht sofort zur Stelle? Neeeiiiin!
Schritt drei:
Die helle, deutlich Aufmerksamkeit heischende Begeisterung samt Quietschie werden laangsam (bei jedem "Misserfolg" sofort wieder zum vorherigen Schritt zurück!) reduziert zu einem leisen, ermunternden "Geplauder" samt Hand in der Tasche.
Dieser Schritt ging noch schneller als Schritt zwei.
Schritt vier:
Wir "plaudern" zwar, aber ich lenke meinen Hund nicht mehr ununterbrochen von den Artgenossen ab. Eine Pause meines Geschwätzes erlaubt mal einen Blick rüber. Wie ein bisschen zu deutlich "gestarrt" wird, geht das Geplauder weiter, mit leisen, schwerst lobenden Tönen, "so eine brave Maus, nein, was für ein gescheiter Hund" oder ähnlicher Schwachsinn, der einem einfällt.
Nach jeder "erfolgreichen" Begegnung gibt es natürlich was Tolles, ein Ohrkraulen, ein Leckerchen, die "Belohnungen" fallen "ruhiger" aus, um die Hektik ein bisschen rauszukriegen.
Jetzt gings bei uns ganz schnell weiter mit Schritt fünf:
Wir sehen Hunde, mein Hund geht inzwischen von selbst an meine andere Seite, sieht zu mir hoch, wird bestätigt, blickt mal rüber, sieht zu mir hoch, wird bestätigt.
Ohne es belegen zu können, behaupte ich, dass mein Hund nun weitaus stressfreier läuft und ihm das selbst am angenehmsten ist.
Parallel dazu haben wir Beutespielchen auf dem Feld gemacht, sind ins Agility - sehr begehrt bei meinem Hund, konzentriert und voll bei der Sache (hier ausschließlich Lob niemals Tadel!) Sie hatte also jede Menge Anregungen, die sie scheinbar zum ersten Mal "auslasteten". Habe aber auch einen Hund, der - zum meinem eigenen Erstaunen - extrem lernfreudig ist!
Schritt fünf:
Treffen wir heute andere Hunde, rufe ich sie zu mir, wir gehen weiter / vorbei, ich lasse sie wieder ins "Lauf!"
Oder: wir sind gerade sowieso mit einer kleinen "Übungseinheit" oder einem Beutespielchen "beschäftigt", dann interessieren sie fremde Hunde sowieso nicht mehr. Werden gar nicht registriert / als "unwichtig" abgehakt?
Wollen wir uns mit anderen, fremden Hunden treffen, leine ich sie an, vermeide aber, dass andere sie beschnuffeln, solange sie angeleint ist. Das kann sie nicht leiden und ich habe gelernt das einfach mal so hinzunehmen. Man muss ja Rückschläge nicht provozieren! Ihr Blick zu mir, ein freundliches Nicken von mir (und ich fühle mich dann auch wirklich freundlich, voller Zuneigung), ihr Blick zu mir, mein "Sit!", Ableinen, mit einem leisen "Lauf!" schicken. (Leise wirkt immer!) Entspannt trabt sie dann zwischen den anderen weiter, schnuffelt, springt vor und zurück, manchmal sehe ich mich nach ihr um, dabei ist sie in meinem Kielwasser. Sie macht keinen an, die anderen sie auch nicht. Kommt ihr mal eine andere Hündin zu nahe, reicht inzwischen auch ein "warnendes" "gestottertes" "O-o-ooo!" - nicht zu laut, aber bestimmt. Dann dreht sie den Kopf weg und zockelt entspannt weiter. Inzwischen kann ich nämlich auch mal ein langgezogenes "Neeeeiiiiin!" oder eben das "O-o-ooo!" einsetzen, weil sie darauf reagiert.
Von Schritt eins bis zur jetzigen Situation habe ich sechs Monate gebraucht. Dabei habe ich selbst viel mehr gelernt als mein Hund. Sie wird nie ihr Glück in freundlichen Hundebegegnungen sehen. Artgenossen, vor allem spielende, balgende, öden sie an. Aber ich habe gelernt, dass sie was "zu tun" haben muss, dass meine Ruhe sie ruhig macht, dass Druck sie nur "steif" und widerspenstig macht. Ich akzeptiere auch, dass sie nie mit Hunden "spielt". Vielleicht ist es ihr zu blöde, ich kann halt nicht in ihr Hirn reinsehen. Aber mit diesem entspannten Miteinander kann ich sehr gut leben!
Die "Lebensfreude pur" gibt's dann im Tunnel oder beim Beutespielchen . . .
Es tut mir Leid, dass es so lang geworden ist, dabei habe ich nur einen Bruchteil gesagt. Hoffentlich bist Du inzwischen nicht :z:
Sorry!

Rintintin
28.10.2003, 10:38
PS: Der letzte Schritt ist natürlich Schritt sechs.

Mascha
28.10.2003, 10:51
Mensch, Rintintin, SUPER! :tu:

Cockerfreundin
28.10.2003, 11:11
Rintintin schrieb
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Die helle, deutlich Aufmerksamkeit heischende Begeisterung samt Quietschie werden laangsam (bei jedem "Misserfolg" sofort wieder zum vorherigen Schritt zurück!) reduziert zu einem leisen, ermunternden "Geplauder" samt Hand in der Tasche.
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Oh ja :-))) ... Die magische (linke) Hand in der magischen (linken) Jackentasche signalisiert Basti inzwischen zuverlässig "Hier ist das Paradies versteckt" ;-))) ... Und dafür lohnt es sich schon, immer wieder mal von selbst hoch zu blicken und seeeehr schön "bei mir" zu laufen :-)) ...

Das Ganze auch bei uns begleitet von einem freundlichen Geplauder, bei dem ich mit Basti schon die tollsten Nebensächlichkeiten der welt diskutiert habe ;-)))

LG von
Annette + Basti :-)

juebili
28.10.2003, 12:42
Hi Hi,

egal ob Dackel oder Dogge (Dockel. wie mein Sohn sagt), sie "funktionieren" alle irgendwie gleich!

Auch Bella (Boxer, dominant, in dem wilden Rudel auf dem Hundeplatz eindeutig Alphatier, einem Streit nie(!) abgeneigt) reagiert mittlerweile auf freundliche Ansprache und die berühmte linke Tasche mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Ohne Leine immer. an der Leine zu 90%. Selbst beim Erzfeind!

Noch ein Hinweis! Leckerli sind bei uns TroFu einer anderen! Futtermarke, die es nur als Belohnung gibt, nie einfach mal so, nie auf der Fährte und nie von Besuch oder so. Wird von allen Hunden auf dem Hundeplatz gierig angenommen. Bei uns Doko classic, weil das nicht krümmelt und nicht fettig ist und ich es deshalb auch mal drei oder vier Tage in der Jackentasche spazieren tragen kann (hab gerade in der Winterjacke noch die Reste vom letzten Frühling gefunden
:D )

Liebe Grüße,
Bianca

igelchen
29.10.2003, 11:54
Original geschrieben von ToxicToast
nee er muss mir nicht unbedingt in die augen starren warum denn auch ich muss ja auch mal gucken wo ich hingeh (bäume sind schließlich gefährliche hindernsse)und kann ihn nicht die ganzezeit agucken (; er soll nur aufmerksam sein und nicht so trotten... Hallo,

ein aufmerksames "Bei Fuss"-Gehen erreicht man meist schon durch möglichst viel Abwechslung und (für den Hund) unvorhersehbare Bewegungen.
Anstatt immer nach Schema F zu laufen, geh doch mal zwischendurch schnell ein paar Schritte nach rückwärts-außen (also vom Hund weg) und gib den Jackpot, wenn der Hund dabei folgt. Bau in die Fuß-Übung Sprünge in alle möglichen Richtungen, Rückwärtsgehen, sich im Kreis drehen sowie die üblichen Kurven, Wendungen und Tempiwechsel ein. Geh mal "verloren", indem Du zuerst so tust, als würdest Du links an einem Baum vorbeigehen wollen und dann auf dem letzten Meter rechts vorbeiläufst. Wenn Dein Hund dann auf der anderen Seite des Baumes steht und Dich irritiert anschaut, lockst Du ihn hintenrum zu Dir und belohnst mit Jackpot, v.a. wenn er von selbst zu Dir aufschließt. ;)


mein hund schmeißt sich auch freiwillig auf den rücken wenn ich "böse" werde, nur dann fängt er an zu zappeln, knabbeln etc.Wenn sich Dein Hund auf den Rücken schmeißt, weil Du böse auf ihn bist, dann musst Du in diesem Moment aufhören, ihn zu bedrohen! Indem Du dann weiterschimpfst, vermittelst Du ihm, dass sein Unterwefungssignal bei Dir nicht ankam und er wirklich fürchten muss, dass Du ihm etwas antust. Also geht er in die Defensive und schnappelt oder er bekommt Panik und zappelt rum, beschwichtigt noch stärker...
Wenn Du schon "hündische Bestrafungen" anwenden möchtest, dann solltest Du dies schon richtig tun! Ein überlegener, selbstsicherer Hund stellt sein Bedrohen des anderen Hundes (z.B. auch das Fixieren) in dem Moment ein, indem der andere Hund beschwichtigt (z.B. den Blick abwendet oder sich die Nase leckt).


ich schmeiß ihn auch nicht direkt als bestrafung um, sondern zuerst versuch ich es anders, mit "nein!" (und er weiß genau was nein ist...), schnauzengriff, in platz legen, etc... aber wenn das nicht hilft versuche ich mit auf-den-rücken-legen meine rangstellung klar zu machen, weil er mir ja vorher auf der nase rumgetanzt ist.In welchen Situationen handelst Du denn so? Entschuldige, aber wenn Dein Hund genau wüsste, was "nein" bedeutet, würde er es befolgen... Es sei denn, ersteht dermaßen unter Hochspannung, dass er Dein Kommando garnicht mitbekommt.


was macht ihr den wenn der hund nicht auf nein etc. reagiert, und zum beispiel nen anderen hund agressiv anbellt (und nicht aufhört)? Das hängt ganz stark davon ab, welcher meiner Hund das macht bzw. warum der Hund so reagiert.
Ayshra z.B. hat Angst vor anderen Hunden und tut dann so, als würde sie den anderen Hund in der Luft zerreissen, wenn er näher kommt. Wenn ich sie nun für ihr Bellen (also ihre Angst) bestrafen würde, würde sie ja noch unsicherer werden... Also stopfe ich sie mit Leckerlies voll, wenn Hunde auf uns zukommen, spiele mit ihr usw.
Nubia hingegen prügelt sich einfach gerne (Boxermix eben :rolleyes: ) oder möchte Ayshra beschützen. Ich habe ein absolutes Abbruchkommando eingeführt (lass es), dessen Einhaltung wir anfangs mit der Rappeldose geübt haben (unter Anleitung einer sehr guten Trainerin!). Kommt nun ein anderer Hund und Nubia beginnt, sich aufzubauen, genügt ein einfaches "lass es" und sie hört auf damit und bellt garnicht erst. Daraufhin gibt's dann 'nen Jackpot oder ein megatolles Spiel. Ich habe von Anfang an jede Sekunde, in der sie die Klappe gehalten hat, beclickt, auch wenn sie erst zu aufgeregt war, um Leckerlis annehmen zu können.

LG
Igelchen

ToxicToast
29.10.2003, 19:05
Wenn sich Dein Hund auf den Rücken schmeißt, weil Du böse auf ihn bist, dann musst Du in diesem Moment aufhören, ihn zu bedrohen! Indem Du dann weiterschimpfst, vermittelst Du ihm, dass sein Unterwefungssignal bei Dir nicht ankam und er wirklich fürchten muss, dass Du ihm etwas antust. Also geht er in die Defensive und schnappelt oder er bekommt Panik und zappelt rum, beschwichtigt noch stärker...

ich habe nirgendwo gesagt dass ich ihn "ausschimpfe" wenn er auf dem rücken liegt. ich fixiere ihn nur.
er weiß genau was nein ist, wenn er zum beispiel etwas nehmen will was er nicht soll "nein!" wer lässt es.... wenn er nen weg runterrasen will wohin er nicht soll "nein!" etc... er lässt es... also gehe ich schon davon aus, das er weiß was dieses wort bedeutet aber wenn er hunde anbellt, dann sind die ohren halt zu und dann sehe ich das als infragestellung meiner position an und weise ihn in seine schranken.
Balu bellt auch nich weil er angst hat.... er bellt ja nur unkastrierte rüden an und er ist recht dominant, deshalb vermute ich dass der "nen dicken" machen will. und das muss ja nicht sein und ich kann ihn auch nicht vorher mit leckerchen vollstopfen weil er wenn er nen rüden entdeckt schon voll durchn wind ist und seine fixierung ist kaum zu lösen... ich krieg das schon hin...
gehe schließlich aufn hundeplatz und trainiere in der gruppe und irgendwann wirds schon klappen...

ENDE ;)

rollo001
29.10.2003, 21:10
Hallo zusammen
Alsoooo,erstmal finde ich das schon reichlich merkwürdig, daß
Du ne`Begleithundeprüfung machen willst und hast noch nicht einmal die erste Lexion der Hundeerziehung gelernt.
Aufmerksamkeitst ist eigentlich das erste was man mit dem Hund übt.
Bei unserem Erziehungskurs haben wir den Hund vor uns sitzen lassen, ein Leckerli zwischen unsere Augen gehalten, und da der Hund natürlich zum Lekerli guckt bekommt er dieses auch.
Danach hält man das Leckerli am zur Seite ausgestreckten Arm.
Der Hund wird erstmal dem Leckerli folgen, da er es aber nicht bekommt wird er dich fragend anschauen.
In diesem Moment sofort das Leckerli geben.
Wenn Ihr das gelernt habt könnt Ihr das auch beim Fußgehen.
Beim Fußgehen ohne Leine oder mit langer Übungsleine solange die Richtung wechseln bis der Hund auf gleicher Höhe ist und Dich ansieht, dann erst loben.
Bei uns hat das damals supi geklappt
Viel Spaß beim üben Jörg

Rintintin
30.10.2003, 08:28
Original geschrieben von rollo001
Aufmerksamkeitst ist eigentlich das erste was man mit dem Hund übt.

Hallo Rollo, ich weiß zwar nicht, wieviele HuSchun Du "durchprobiert" hast, wenn das aber Deine erste war, dann hast Du - und das meine ich ganz ehrlich - das leider auch heute noch lange nicht selbstverständliche Glück gehabt, an eine in meinen persönlichen Augen GUTE zu geraten. Oder Du hast Dich natürlich im Vorfeld lange und gezielt umgeschaut!
Allein dieser von Dir beschriebene "kurze" "Einführungs"lehrgang erfordert schon eine Ruhe und auch Konzentration, die viele nicht aufbringen wollen / können?
Finde ich aber toll!
Das findest Du jetzt "normal". Du wirst beim Umhören - unterwegs mit Deinem Hund oder im Forum - ziemlich entgeistert sein, was Hundler alles "auf Rat meiner Hundeschule / Hundevereins" machen. . . einfach, weil sie vertrauensvoll einem glauben, der "genau weiß, wie man mit Hunden umgeht". . .
Erzähl einfach von Deinen Erfahrungen, nur so gehts.
(wenn Du dann noch Zeile 2 bis 4 im Wissen streichst, dass der "Schüler" ja nur das wissen kann, was der "Lehrer" ihm vermittelt, um niemanden von vornherein in die Defensive zu treiben,) dann suchen sich vielleicht manche doch eine andere Hundeschule. Wär doch ein echter Erfolg.
LG

igelchen
30.10.2003, 11:48
Original geschrieben von ToxicToast
ich habe nirgendwo gesagt dass ich ihn "ausschimpfe" wenn er auf dem rücken liegt. ich fixiere ihn nur. Entschuldige, da hatte ich mich falsch ausgedrückt. ;) Ich meinte mit "weiterschimpfen" eben den Hund weiterhin bedrohen (z.B. durch Fixieren, Knurren, am Boden festhalten u.ä.), aber dieses Wort klang mir zu hart...

also gehe ich schon davon aus, das er weiß was dieses wort bedeutet aber wenn er hunde anbellt, dann sind die ohren halt zu und dann sehe ich das als infragestellung meiner position an und weise ihn in seine schranken.Ich würde eher sagen, wenn er andere Hunde verbellt, ist er derart im Stress, dass er Dein Kommando weder hören noch befolgen kann. Und inwiefern stellt er dadurch Deine Position infrage? Schließlich hat er doch einen Konflikt mit dem anderen Hund und nicht mit Dir?!? Dadurch, dass Du ihn dann "in die Mangel" nimmst, stresst Du ihn eher noch mehr... Oder hört er dann auf, wenn Du ihn fixierst? Was soll er denn dadurch auch lernen? Wenn ein anderer Hund kommt, wirft mich Herrchen zu Boden? :?:
IMHO solltest Du auf größere Distanz arbeiten. Auch wenn Du das momentan vielleicht nicht einschätzen kannst, aber es GIBT eine Distanz, in der der fremde Rüde Deinen Hund noch nicht aufregt und dann müsste er auch für Kommandos empfänglich sein.


ich kann ihn auch nicht vorher mit leckerchen vollstopfen weil er wenn er nen rüden entdeckt schon voll durchn wind ist und seine fixierung ist kaum zu lösen...Hmm, dann musst Du Deine Äuglein schön weit aufmachen, immer die Brille anhaben und versuchen, jeden Rüden schon zu entdecken, bevor Balu ihn sieht. :D


ich krieg das schon hin... gehe schließlich aufn hundeplatz und trainiere in der gruppe und irgendwann wirds schon klappen... Wie übt ihr das denn auf dem Hundeplatz? Natürlich schaffst Du das! ;) Ich gehe ja mit meinen Hunden wegen desselben Problems in die Hundeschule und habe es jetzt recht gut im Griff...


ENDE ;)Ende dieser Diskussion? Schade... ;)

LG
Igelchen

rollo001
30.10.2003, 16:51
@Rintintin
Vieleicht sehe Ich das auch alles ein bißchen eng, aber Du hast schon recht, daß einige Tipps die man hier so lesen kann
zum Haare ausrupfen sind.
Ich will aber auch nicht zu allem meinen Senf dazugeben.
Nichtsdestotrotz finde Ich aber schon ,das wenn man sich einen Hund anschafft sollte man sich schon im Vorfeld mit solchen Dingen beschäftigen.
Und eine vernünftige Hundeschule zu finden macht natürlich
auch ein bißchen Arbeit. Genauso wie das tägliche üben.
Ich wollte auch niemanden zu nahe treten, aber wie Du schon richtig erkannt hast halte ich das für ganz normal, daß man mit Aufmerksamkeit anfängt.
Gruß rollo