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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : starkzwang wieder in mode ...



gini_aiko
20.10.2003, 16:09
... so lautet die überschrift dieses interessanten artikels:

http://www.hundezeitung.de/top/top-71.html
bitte lesen auch wenn es lang is

auch zu empfehlen die unten im link angeführten beiträge!

ich bin sprachlos und schockiert - WIE skrupellos die kreatur mensch sein kann, nur um sein ego zu puschen, im sport erfolgreich zu sein oder was auch immer ...

Die Treue des Hundes ist ein kostbares Geschenk, das nicht minder bindende moralische Verpflichtungen auferlegt, als die Freundschaft eines Menschen. Der Bund mit einem treuen Hunde ist so "ewig wie die Bindungen zwischen Lebewesen dieser Erde überhaupt sein können.
Konrad Lorenz

vielleichte sollte jeder, der schon mal dran gedacht so ein *erziehungsmittel* einzusetzen, mal genau über dieses zitat nachdenken.

liebe grüße claudi und aiko

Hundenarr
20.10.2003, 16:20
Hi Claudi,

solche Dinge sind für mich ohne Worte. Wo bleiben denn hier unsere Politiker, die die ach so tollen Verordnungen rausgebracht haben, aber hier, wo es wirklich klemmt nichts unternehmen :mad:

Traurige Grüße

Susanne & die tierische Rasselbande

Rüsselterriene
20.10.2003, 18:23
Wundert mich überhaupt nicht... ehrlichgesagt, wäre mir das keinen Artikel wert gewesen... Das Starkzwang und all seine abnormen Begleiterscheinungen immernoch praktiziert werden ist doch nun wirklich nichts, dass man "aufdecken" müsste.

Was mich allerdings wundert ist das die Leute, die effektiver ohne solche Mittel arbeiten lieber teure Trainingsstunden verkaufen, als ehrenamtliche Basisarbeit zu leisten.

Ich bin der Meinung, nur wenn das "Volk" von all den "Wunderdingen" erfährt, wird man Leute mit Kette-auf-Zug auf der Straße dumm angucken.

Ich weiss ehrlich nicht, was solch ein Artikel heute noch bewirken soll. Glaubt hier irgendwer, dass das noch da ankommt, wo es hinsollte?

Anke... grollt über derart verschwendete Energie :mad:

gini_aiko
20.10.2003, 18:37
hallo anke,

ich denke solch ein artikel ist keine verschwendete energie ... es gibt nämlich a) noch immer viel zu wenig leute, die von der immer (und wieder) ZUNEHMENDEN problematik wissen, b) leute, die es anwenden und nich wissen was sie tun und c) schließt das schreiben eines solchen artikels nicht aus, auch aktiv gegen solche *erziehungshilfen* vorzugehen!

claudi - die ebenso unnötig energie verschwendet hat, um auf einen beitrag zu antworten, der ebenso unnötig energiei kostete - wie immer mit aiko

Rüsselterriene
20.10.2003, 20:14
:rolleyes:
Ja, Claudi, auch wir verschwenden hier Energie...
Ich will nur zu bedenken geben, dass man mich nicht zum Kauf des guten Produktes, durch anprangern des schlechten Produktes bringt.

Wieso, machen sich die Verfasser solcher Hetztiraden (selbst wenn sie berechtigt sind) nicht die Mühe über die GUTEN DINGE so zu schreiben, das Frau Meier in Hupplahuppdorf endlich mit Waldi das Clickern anfängt?

Versteht ihr mich? :confused:

Anke

Mr.Rick
21.10.2003, 06:13
Anke,

vielleicht solltest du dich mal mit der Hundezeitung und ggf. mit dem Forum dazu näher befassen. Du wirst feststellen, dass es den Betreibern in aller erster Linie um die Hunde geht und dazu gehört auch ein solch kritisches Thema anzufassen (auch wenn du der Meinung bist es ist verschwendete Energie).

Gruß Michaela

AnnaS
21.10.2003, 07:07
Am besten fand ich diesen Satz:

<< Einige so genannte Hundepensionen mit angeschlossener Ausbildung bieten an, "Problemhunde" zu korrigieren. Der Hund wird hingebracht. Das Problem reist wieder ab.>>

Und ich glaube, genau das ist auch das Problem. Viele Hundehalten sind einfach zu stolz, sich Fehler einzugestehen. Wir Menschen betrachten uns doch als das Höchste, das Größte. Da wird es doch wohl ein Klacks sein, so ein niederes Tier wie einen Hund zu erziehen oder zu dressieren. Doch zeigen sich da ganz schnell Unfähigkeiten von uns, dem erhabenen Menschen. Kann Mensch zugeben, als das Größte vor einem so niederen Geschöpf versagt zu haben? Nein, das geht nun wirklich nicht. Also wird der Hund als Problemhund, als dominanter Hund, als widersetzlich und widerspenstig abgestempelt, und es werden Methoden gewählt, frei nach dem Motto "dir zeig ich schon, wer der Herr im Haus ist".

Nur frage ich mich allen ernstes nach dem Sinn eines Teletakts. Ich meine, beide meiner Hunde sind leider schon mal hier zu Hause in den Stromzaun gelaufen. Das war sicherlich nicht schön, aber es ist passiert. Aber sie sind weg gelaufen. In blinder Panik weggelaufen. Sie kamen nicht zu mir und blickten mich a la "Mein liebes, liebes Frauchen" an, sondern sie waren auf der Flucht. Sicher nicht vor mir, aber sie sind geflohen. Und dann soll ein Teletakt einen Hund zu Herrchen oder Frauchen zurück bringen, was auf eigene Faust auf die Jagd geht??? Es ist unvorstellbar für mich.

@ Anke:
Findest du es auch verschwendete Energie, wenn ich (und viele andere hier) sich tagtäglich um fremde Hunde kümmern, weil es immer wieder Menschen geben wird, die ihre Hunde zu Kampfmaschinen ausbilden, sie verwahrlosen lassen, oder es nicht für nötig halten, sie zu füttern? Weißt du, manchmal frage ich mich auch, warum ich Telefonkosten, Spritgeld, Nerven, Zeit, usw opfere (und alles nicht gerade unerheblich), weil es ein Fass ohne Boden ist. Die Antwort liegt in jedem Hund, der in Zukunft keine Schmerzen und Qualen mehr erleiden muss.
Solche Artikel kommen nicht bei schwer überzeugten Stachelhalsband-Fans oder Teletaktern an. Das ist logisch. Aber sie kommen bei den Leuten an, die unbedarft zu solchen Mitteln greifen. Sie erreichen so viele Leute, die sich vielleicht endlich mal dafür einsetzen, dass so ein Zeug aus dem Handel genommen wird, dass das Tierschutzgesetz dahingehend geändert wird. Und dann wird auch den Hunden geholfen werden, die leider Opfer dieser Fanatiker geworden sind.
Sowas nennt man Aufklärung. Und es gibt in jeder kleinsten Sache Aufklärung durch die Medien. Wieso dann bitte nicht hier? Weil es verschwendete Energie ist? Entschuldige, aber das kann wohl nicht dein Argument sein.

Zu deiner Frage, wieso Hundeausbilder ihre Stunden nicht ehrenamtlich anbieten, damit so viel Hundehalter wie möglich auf eine sanftere Erziehung umsteigen, bzw gleich mit ihr anfangen:
Warum sollten sie?
Es gibt Hundetrainer, die das nebenbei machen. Ihr Leben gilt aber ansonsten Familie, oder einem anderen Beruf. Mir hingegen sind Trainer lieber, die das mit Leib und Seele machen, die auf Seminare gehen, um sich selbst fortzubilden, die das zu ihrem Leben gemacht haben. Glaubst du nicht, dass diese Leute auch irgendwie ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen? Letztendlich ist eine Hundeschule eine Dienstleistung, die in Deutschland (und überall wo anders) bezahlt wird. Und die Leute, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen und durchaus immense Kosten für Weiterbildung tragen müssen, können sicherlich nicht so aufklären, wie es die Medien machen können, durch die die breite Masse erreicht wird. Was bitte ist ein Hundetrainer gegen eine Auflage einer Tageszeitung?

Gruß
Anna

Rüsselterriene
21.10.2003, 07:34
@ Anna:
Ich habe nichts dagegen, dass ein Hundetrainer Geld verdient. Basisarbeit heisst für mich auch AUFKLÄRUNG zB.in der Tageszeitung. Aber eben nicht Aufklärung über die bösen Teletakter, sondern Aufklärung über die besseren Methoden.

Ich finde nicht, dass die Unbedarften durch so einen Artikel abgehalten werden. Die "Unbedarften" sind in meinen Augen selbst nicht fähig Lösungen zu finden... dann geraten sie an eine x-beliebige Beratungsstelle... wo sie heutzutage höchstwahrscheinlich in einem kostengünstigen Verein (mit lauter Pokalen in der Vitrine) aufschlagen und angesichts solchen "Erfolges" alles weitere glauben... Der Verein darf nur nicht den Fehler machen, seine Stromspielzeuge zu früh rauszuholen... erst muss der "Unbedarfte" nämlich sehn, dass er mit seinem Hund so (ohne Alles quasi) nicht zurechtkommen kann! Und dann... ist er meiner Meinung nach schon abhängig genug, um im Teletakt seine "Rettung" zu sehn!

Tja, und sein Hund, der umständehalber dann bei dir (ANNA)landet... ist quasi nur der Schluß dieser Geschichte.

:( Was wäre nun aus diesem Hund geworden, wenn der "Unbedarfte" schon in der Schule gelernt hätte mit Tieren richtig umzugehen? Wenn die Eltern dieses "Unbedarften" bereits genug Wissen gehabt hätten?

Wir haben doch hier im Forum zZ ein gutes Beispiel (Rocky-Mone)... sie informiert sich seit 3 Jahren über "ihre" Rasse. Sie hat ein ungutes Gefühl, wenn sie einen Hund ohne Hütte im Zwinger sieht.... ABER: Habt ihr den Eindruck sie ist informiert genug um den Hund noch in 3 Jahren ohne Profihilfe (wo immer die herkommt!) zu halten?
(@Mone: ich will dich nicht angreifen, aber ich hab den Eindruck, du bist "unbedarft"...mail mich an, ich erklärs dir gerne)

Anke ... versteht euch gut, aber hat das Gefühl, das es Zeit ist umzudenken. :cu:

AnnaS
21.10.2003, 07:55
Hmm findest du es nicht ein bissl unfair, jetzt hier aus dem Forum Negativbeispiele zu nennen, wo man es nicht beurteilen kann, ob es tatsächlich negativ ist?
Wieso sollte sich Mone nicht informiert haben? Ist es nicht immer etwas anderes, ob man sich theoretisch informiert hat, oder plötzlich die individuelle Praxis zu Hause hat? Ich finde es äußerst unfair, jetzt noch weiter auf ihr herumzuhacken. Für diejenigen, die meinen, sie sei unbedarft (was ich mal mit unfähig gleichsetze) gibt es einen eigenen Thread, und ich glaube nicht, dass Mone sich toll fühlt, in Threads, die mit ihr gar nichts zu tun haben, sich einfach als Negtaivbeispiel wiederzufinden. Man kann seine Argumentation auch ohne Nennung von Namen bringen, oder meinst du nicht?

Zum Thema:
Wir haben auf unseren Seiten des TSV auch keine Hundebilder von hübschen, gepflegten Hunden mit top Ernährungszustand. Das wirkt nicht. Es wirkt, wenn die Leute sehen, was manche Menschen aus den Tieren machen. Das schreckt ab und dann fangen die Leute an, nachzudenken.
Genauso wenig wirkt es, wenn man den Leuten, die sich eh die billigste anstatt die kompetenteste Hilfe suchen, eine sanfte Methode nahebringen will, und nur schreibt "Hach ist die Welt doch rosig". Denn diese Leute werden irgendwann verzweifeln, weil sie keine Geduld haben. Der Hund muss perfekt erzogen sein, und wenn es nicht schnell genug geht, müssen andere Methoden her. Dann greifen sie zu Teletakt und Stachelhalsband, weil das ja die Lösung für vermeindlich schwer erziehbare Hunde ist. Doch wenn diese Leute mal etwas negatives über diese Methoden lesen und sehen, wenn mal Aufklärung über die Folgen und die Unsinnigkeit solcher Methoden stattfindet, erst dann können die Leute auch wissen, was sie anrichten.

Schalte mal deinen Fernseher ein. Dort gibt es mittlerweile massenhaft Berichte über die alternativen, sanften Methoden. Doch seltens gibt es Berichte über die negativen Auswirkungen von Starkzwangmethoden. Also muss doch in dieser Richtung aufgeklärt werden.

Ich verstehe dein Problem mit dieser Aufklärung ehrlich gesagt nicht. Und dass umgedacht werden muss ist klar. Doch das geht nicht, in denen man unbedarften Leuten, wie du sie nennst, die schöne heile Welt vorgaukelt. Denn das verblendet die Leute und sie werden immer unbedarft bleiben.

Gruß
Anna

Rüsselterriene
21.10.2003, 08:08
:rolleyes:
Ich sags nochmal: Ich verstehe euch gut.
...und ist es nicht dasselbe Bilder von kranken Hunden zu zeigen, weil dabei auf die Tränendrüse gedrückt wird, um schnellen Erfolg zu kriegen... siehe Anwendung des Teletakts?

Schneller Erfolg der in der Rückgabe eines Tieres endet?

Die Leute, die bereits beim Teletakt gelandet sind... das hast du selbst gesagt, die werden nicht mehr "Hundezeitung" lesen.

Sie dürfen einfach nicht dahinkommen!

Zu Mone. Ich setze unbedarft nicht mit unfähig gleich. Auch wenn ich rhetorisch ungeschickt formuliert habe.

Anke... hat schon gesagt, was sie wollte. :cu:

AnnaS
21.10.2003, 08:13
Es wird garantiert nicht auf die Tränendrüse gedrückt, und es liegt auch nicht im Sinne des Erfinders, dadurch Hunde zu vermitteln, die bald zurück kommen.

Es ist nur so:
Es gibt Leute, die sind blind. Ob sie nun zu naiv sind, zu sehen wo die Probleme liegen, oder ob sie es nicht sehen wollen.
Gibt man den Leuten das, was sie sehen wollen oder können, besteht die heile Welt. Aufwecken kann man sie aber nur, in dem man ihnen einhämmert, dass es auch anders läuft. Bleibt das aber hinter den Kulissen der Insider, kann auch keine Aufklärung stattfinden.

Gruß
Anna