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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kleiner Kater - nehmen?



Anna G.
27.08.2003, 20:43
Hi all,

ich war zwei Wochen im Urlaub und was passiert? Mein Mann fand beim Fahrradfahren einen 3 Wochen alten Kater ohne Mutter weit und breit, mitten drin auf dem Fussgängerweg. Das Auge total verklebt. Verdacht: Katzenschnupfen.
Das Ganze war vorletzten Sonntag. Nach langem Hin- und Her (unser TH hat gesagt, er sollte den Kleinen dahin bringen, wo er ihn gefunden hat, sie könnten für wilde Katzen nix machen (!!!!). (Das wird noch ein Nachspiel haben, ich werde einen sehr bösen Brief schreiben, weil solche Aussagen mit dem Tierschutz nix zu tun haben.)

Dann war er mit ihm zum Notarzt. Diagnose Katzenschnupfen, Anfangsstadium. Vorschlag 1: wieder zurückbingen, Prognose: tot oder Auge wird dran glauben. Zweite Möglichkeit: alle 2 Stunden füttern, rund um die Uhr, Auge mit Tropfen behandeln.

Danach nach hause, Katzenhilfe angerufen. Die wollten eine passende Aufzuchtfamilie finden, aber es sollte 2-3 Tage dauern. Ging dann doch ganz schnell: mein Mann hatte eine Nacht den Kleinen versorgt und hat ihn am nächsten Tag zur Pfelgefamilie gebracht.

Dort waren wir heute abend mit viel Katzenfutter und Spielzeug. Der Kleine hat fast nix mehr am Auge (wird noch behandelt), frisst super, geht aufs Katzenklo, versteht sich super mit den restlichen 4 erwachsenen Katzen, hat an meinem Finger genuckelt und bei mir auf dem Schoss geschlafen.

Nun wollen wir schon seit ca. einem halben Jahr eine dritte Katze zu unseren beiden aufnehmen. Natürlich haben wir sofort gesagt, den Felix nehmen wir. (Den Namen hat ihm die TÄ gegeben übrigens.)

Heute rief ich unseren TA an. Er hat Bedenken, dass der Kleine unsere beiden anderen Katzen anstecken könnte. Auch wenn es nicht so kommen muss, wie er sagte. Ich würde natürlich gerne den Felix untersuchen lassen (Katzen-AIDS und Leukose). Der TA sagte, zuverlässige Tests sind erst mit der 16 Woche möglich, dann ist er aber auch zu alt, um ihn zu unseren Katzen dazu zu setzen (die sind fast 2 und 2,5 Jahre alt). Und er hatte Bedenken, dass der Kleine andere Viren in sich tragen könnte, weil die Pflegefamilie regelmäßig Katzen aufnimmt und sie dann weiter vermittelt.
Außerdem sagte er, wenn Felix eine wilde Mama hat, könnte es schwierig werden, ihn im Haus zu halten. (Ich würde ihn, wir die beiden anderen auch, nicht frei nach draußen lassen, nur gesichert bzw. an der Leine, wenn es ihm denn gefällt. )

Jetzt kommt die große Frage: was sollen wir machen Eurer Meinung nach? Erst vor einigen Wochen gab es ein Posting hier, in dem jemand schrieb, dass eine Katze aus dem "Altbestand" sich von einem Findligskitten angesteckt hat und gestorben ist... :mad: DAS möchte ich auf keinen Fall riskieren. Dann finde ich für den Kleinen eine schöne Familie, wo ich ihn vielleicht noch besuchen kann und er kriegt ein Sack Futter als Aussteuer. Aber wir (auch mein Mann, weil er Felix hier die Nacht versorgt hat) wprde ihn auch wirklich so gerne aufnehmen! Hat jemand Erfahrung mit solchen Fällen?

Viele Grüße und vielen Dank an Euch im Voraus,
Anna

dogcat
27.08.2003, 21:03
Hallo Anna,

ich kann euch sehr gut verstehen, daß ihr den Kleinen aufnehmen möchtet. Ich selbst hab vor fast 2 Jahren auf der Straße ein Katzenkind aufgesammelt. Der war damals ca. 12 Wochen alt, und machte einen gesunden Eindruck. Hatte Eddie, so heißt er, erstmal im Bad untergebracht. Hatte zu dem Zeitpunkt auch 2 erwachsene Katzen. Nach 3 Tagen stand für mich fest, den kleinen Kerl gibst du nicht mehr her. Nach ein paar Tagen hab ich ihn zu den anderen gelassen, ungetestet...

Heute würde ich sowas nicht noch einmal machen. Die Angst, irgendwas reinzuschleppen ist zu groß. Aber ich kucke auf keinen Fall weg, wenn ein Tier Hilfe braucht.

Wenn ihr Felix aufnehmen wollt, würd ich auf jeden Fall alle möglichen Tests machen lassen, um schlimme Erkrankungen auszuschließen. Eine Zusammenführung mit den zwei "Großen" klappt auch mit 16 Wochen, da bin ich mir ziemlich sicher.

Und mit dem Freigang glaub ich kaum, daß er in diesem Alter schon seine Freiheit verlangt. Sollte er bei der Pflegefamilie Auslauf bekommen, betrachte ich die Sache schon schwieriger.

Also mein Eddie hat überhaupt keinen Freiheitsdrang. Meine Miezen sind alles Wohnungskatzen. Bei ihm wußte auch keiner, wie lange er schon draußen war. Glaube, der war einfach nur glücklich, jemanden gefunden zu haben.

Berglöwe
27.08.2003, 22:16
Und nun?

Nehmt ihr den kleinen Mann ??? Ihr hat doch so ein großes Herz

sabine136
28.08.2003, 06:17
mit 16 wochen kann er auch noch gut integriert werden. katzen, die wie er nur in einem sehr zarten alter freigang kennen gelernt haben, gewöhnen sich zuverlässig an wohnungshaltung. alles andere ist ein irrglaube (auch vom TA!!!). selbst eingefleischte freigänger (allerdings: charakterabhängig) können zu wohnungslöwen mutieren. hatte selbst so einen.
ansteckung: es dürfte kaum probleme geben, wenn deine gut durchgeimpft sind. allerdings würde ich auch keine ungetestete katze aufnehmen. da muss man halt durch.

Katzenmammi
28.08.2003, 07:20
Wenn man eine Katze mit 16 Wochen nicht mehr integrieren kann, dann geben dreiviertel der Leute hier falsche "Mitbewohnerzahlen" an. :D

Laß Dich nicht verrückt machen, aber geh den sicheren Weg. Dann haben alle letztendlich was davon. Wir drücken dem Zwerg auf jeden Fall alle Daumen und Pfötchen - toll, daß Ihr dem Kleinen helft!

Gruß

Nadine2
28.08.2003, 07:22
Mensch Anna,

das ist ja verzwickt. Naja, ungetestet würde ich ihn nicht aufnehmen, das Risiko wäre mir echt zu groß. Aber schließlich braucht der Kleine ja auch ein zu Hause und bei euch ist er bestimmt gut aufgehoben. Wichtig ist dann natürlich, dass er keinen Freilauf mehr bekommt, sonst wird es wohl doch schwierig.

Aber mit 16 Wochen ist er doch bestimmt nicht zu alt. Frag doch mal Andrea, die hat doch nur Senioren und diese auch nicht als Babies bekommen. Andererseits kannst du ja auch mal die ganzen Threads von Ena durchlesen, sie ist hier in letzter Zeit zur ehrenamtlichen Verhaltenstherapeutin geworden. ;) Sie gibt sehr gute Ratschläge.

Das er zu wild ist, glaube ich nicht, bei eurem Besuch schien er ja nicht scheu zu sein, und noch ist die mütterliche Prägephase ja noch nicht vorbei.

Ich wünsche dir da jedenfalls ganz viel Glück, wäre doch toll, wenn der kleine Felix (der Name passt super!) zu euch kommen könnte.

:cu:

Gabi
28.08.2003, 07:26
Hallo Anna,

die Sache mit dem Freilauf ist nicht so, wie Dein TA sagt. Meinen Tommy und seine Schwester habe ich damals ja auch gefunden und sie zu mir genommen, als sie 6 Wochen alt waren. Beide waren von da an nur in der Wohnung und es hat sie überhaupt nicht gestört, die ersten 3 Jahre hatten sie nicht mal einen Balkon.

Ich kann nur bestätigen, dass Felix auch mit 16 Wochen noch nicht zu alt ist, um integriert zu werden. Geronimo war ja auch schon knapp 16 Wochen alt, als er bei uns einzog und es hat bestens geklappt.

Wie aussagekräftig sind die Tests denn überhaupt? Wie hoch ist das Restrisiko? Das wären so die Fragen, die mir durch den Kopf gehen.

naturekid
28.08.2003, 07:46
Hallo Anna !

Also doch keine Türkisch Angora ??? *gg*

Ich kann Gabi nur beipflichten. Du wirst, wenn er 16 Wochen alt ist keine Probleme haben ihn in Deine Gruppe zu integrieren. Viele Züchter geben ihre Kitten mittlerweile sogar erst mit 16 Wochen in ihr neues Zuhause (siehe Gabi's Geronimo). Selbst ein erwachsenes Tier lässt sich in eine Gruppe integrieren, wenn man das notwendige Nervenkostüm besitzt.

Ich würde die notwendigen Tests machen lassen (Leukose, FIV, ev. FIP) und ihn dann, wenn alles ok ist in Eure Familie aufnehmen. Sonst wird er Euch sowieso immer im Kopf herumschwirren.

Ich habe meine erste Kätzin (Nike) von meinem TA übernommen; sie hatte dort vorübergehend ein Zuhause in der Praxis gefunden bis zu ihrer Vermittlung. Sie hatte draussen gelebt, Anna, und mein TA versicherte mir, dass ich keinerlei Schwierigkeiten diesbezüglich mit ihr haben würde. Er hatte recht - sie hatte und hat niemals den Drang nach draussen.

Gerade bei einem so kleinen Kerl, auch wenn seine Mutter ein Wildling ist, glaube ich nicht, dass es Probleme bezgl. Freiheitsdrang geben wird. Und selbst wenn...dann kaufst Du ihm halt ein Geschirr und gehst mit ihm spazieren.

Halte uns bitte auf dem Laufenden und ich drücke Euch ganz feste die Daumen, dass die ganze Sache für Euch und den kleinen Felix positiv ausgeht.

LG, Susanne

chaoscats
28.08.2003, 07:54
Hallo, Anna...:D :D

so kanns kommen, gell??? Und im Grunde habt ihr euch schon längst entschieden...:p
Lasst die Tests machen, und dann her mit ihm, den kleinen Mann!!!
Viel Spass noch...;)

Chaoscats:wd:

Anna G.
28.08.2003, 09:35
Hallo Mädels,

danke für Euren Zuspruch. Ich habe heute in einer TA-Prxis angerufen (sie rufen zurück), in die meine Kollegin mit ihrer Katze geht. Mal sehen, was sie sagen. Dann wäre noch die Möglichkeit, mit dem Kleinen zu unserem TA zu fahren und ihn dort untersuchen zu lassen. Und mit ohm nochmal vor Ort alle Risiken und Wahrscheinlichkeiten durchsprechen.

Ich halte Euch auf dem Laufenden.

@Andrea: Du weißt bestimmt, welche Tests notwendig sind bzw. was besonders gefährlich/ansteckend wäre?

Viele Grüße,
Anna

chaoscats
28.08.2003, 10:26
An Tests fällig wären eigentlich
- Leukose
- FiV
- FiP
bei Katzen im normalen Aufnahmealter.
ABER
bei all den genannten Infektionskrankheiten hätte so ein kleines Kitten im Allgemeinen ohnehin keine Chance, überhaupt grosszuwerden! Der Kleine ist ca. drei Wochen alt? Wenn er diesen Katzenschnupfen übersteht und sich in den nächsten Wochen keine ernsthaften Entwicklungsstörungen oder chronische Erkrankungen dazugesellen, hat er den Test - nach dem natürlichen Ausleseverfahren - ohnehin bestanden. Die drei oben genannten gefährlichen Erkrankungen bedingen nämlich eigentlich gehäuft Fehlgeburten oder Missbildungen bzw. kränkliche Mickerlinge, soweit ich weiss.
Sobald man den kleinen Felix testen kann, sollte man das zur Sicherheit nochmals tun - wirklich 100% sicher kann man aber nie sein!
Ich hab meine Neuzugänge auf die drei Erkrankungen testen lassen, mehr kann man m. E. ohnehin nicht tun.
Und jetzt freu dich auf den Kleinen, der weiss schon genau, wem er da vors Rad gelaufen ist...:D

Merline
28.08.2003, 11:07
Hallo Anna,

tja, Du solltest eben nicht alleine in den Urlaub fahren oder vielleicht gerade ?? :D :D

Ich denke auch, dass die Entscheidung, den kleinen Felix bei Euch aufzunehmen schon ziemlich lange gefallen ist (auch wenn ihrs selbst noch nicht wusstet, er wusste es bestimmt ;).

Alle Daumen drück ich Euch, dass alles gut ausgeht und Ihr bald drei unwiderstehliche Schnurrer um Euch habt !!

Tina 2
28.08.2003, 11:22
Hallo Anna,
wir haben uns ja schon darüber unterhalten ;)
Ich würde den kleinen auch auf jeden fall testen lassen und noch einmal in Ruhe mit dem TA Rücksprache halten.
Denn du wirst ihn sowieso nicht mehr aus dem Kopf bekommen.
Ist echt eine schwierige Entscheidung.

Anna G.
01.09.2003, 21:26
Hi,

wir haben uns nach dem langen Hin- und Herüberlegen doch entschieden, den Kleinen nicht zu nehmen..... :( :(
Ich halte viel auf unseren TA und wenn er sagt, lieber nicht, dann muss ich mich seinem Urteil beugen.

Vielen Dank für alle Postings! Jetzt heißt es: sehr nette, katzenliebe Menschen suchen, die unserem kleinen Felix ein schönes Zuhause geben wollen. :0(

Viele Grüße,
Anna

eis
01.09.2003, 22:09
Hm, also mein TA war da ganz anderer Meinung. Habe im November Madam Mim aufgenommen. Sie war damals ca. 9 Monate alt, verwildert und hatte fürchterlichen Katzenschnupfen. Da sie sehr klein für ihr Alter war, bekam sie nicht genug Fressen und wäre draussen verhungert. Meine damalige Meute bestand aus Bandit, Susi (je 4 Jahre) und Felix (damals auch 9 Monate). Sie sind gegen Tollwut, Leukose, Katzenschnupfen und -seuche geimpft.
Habe die Madam von ihm untersuchen lassen, entwurmen und entflohen mal selbstverständlich. Er gab grünes Licht und so kurierte sie ihren Schnupfen schon bei uns aus. Keine Ansteckung! Und die Integration? Kein Thema, war gleich mittendrin statt nur dabei.

Sissi und Jimmy waren schon gut ein Jahr, als sie im Februar bei uns landeten. Bei sind soweit gesund, nur Jimmy hat einen chronischen Schnupfen. Mit der Integration dieser beiden gab es auch kein Problem. Die beiden Geschwister sind auch verwilderte Katzen.

Ganz ehrlich, meine können rein und raus, wann sie wollen. Aber die 3 verwilderten sind diejenigen, die absolut keinen Drang zum Freigänger haben.

Liebe Grüße
Eva, die der Meinung ist, dass sich Felix ganz bewußt euch ausgesucht hat

Anna G.
01.09.2003, 22:36
Hi Eva,

könnte es sein, dass bei Freigängern Katzenschnupfen nicht das Problem ist? Unsere sind eben keine Freigänger und z.B. gegen Tollwut nicht geimpft. In der Pflegefamilie hat Felix auch schon 5 Katzen zum Spielen, aber das sind alles Streuner gewesen, die unsere Pflegemutti nach und nach aufgenommen hat, die auch alle schon Katzenschnupfen hatten.

Viele Grüße,
Anna

eis
02.09.2003, 21:06
Die häufigste Krankheit bei den Freigängern (hier bei uns) sind Katzenschnupfen und -seuche. Gelegentlich tritt Leukose auf, die aber meist durch Raufereien, bei denen offene Verletzungen, von Mardern verursacht, auftreten. FiV und FiP sind hier noch überhaupt nicht aufgetreten *freu*. Aber selbstverständlich lasse ich die neuen Katzen trotzdem testen, da es sich auch oft um ausgesetzte Tiere handelt, die recht schnell (da nicht ans freie Leben gewöhnt) verwahrlosen. Und keiner weiß so genau, wo sie herkommen. Die Leute bringen die Tiere nachts im Auto her, wer erkennt da schon das Nummernschild?
Wir leben zwar in einem tollwutgefährdetem Bezirk, aber der letzte amtliche Tollwutfall eines Fuchses liegt schon ca. 4 Jahre zurück.

Liebe Grüße
Eva