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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund rennt zu jedem hin



dobby
04.06.2003, 13:07
Hallo,

also ich bin ja wirklich froh, dass Aruscha so Menschenfreundlich ist. Aber wenn wir unterwegs sind (egal ob in der Stadt, ob mit oder ohne Leine oder in der S-Bahn) sie muss zu jedem fremden hinrennen und schnuppern. Erstens ist das ziemlich nervig, zweitens gibt es ja auch Menschen die Angst haben, wenn ein so großer Hund auf sie zu kommt (besonders kleinere Kinder) und drittens weiß ich nicht, ob sie bei bestimmten Menschen (besonders Männern) nicht doch mal Angst kriegt und schnappt. Traue ich ihr zwar nicht zu, aber ich weiß ja nicht, was der Hund schon alles durchmachen musste.

Also bis jetzt lief das ungefähr immer so ab: Aruscha an der Leine, geht zu Fremdem ich sage "Aruscha Nase weg" (o.Ä.) und ziehe sie weiter. ARuscha ohne Leine (dabei geht sie meistens so 5-10 m vor mir), geht zu Fremdem, ich sage "Aruscha geh weiter", und hoffe, dass sie es auch tut...

...und dann gibt es ja noch die Leute die einen dann angehen "Ach lassen sie sie doch!" und es nicht verstehen, dass der Hund eben nicht zu jedem hin sollen und alle Erziehung wieder zunichte machen:(

Habt ihr einen Tipp für mich?

Danke schon mal und schöne Grüße
Dobby

linus & mika
04.06.2003, 13:13
Tja, das hat meiner auch gemacht, allerdings war er auch noch viel jünger. (jetzt 18 Wochen)

Ich habe einfach bemerkt, je mehr Stadt und je mehr Leute, desto uninteressanter wirds nach einer Zeit. Irgendwann ists dann gar nicht mehr wichtig, sondern Frauchen oder Gerüche am Boden sind interessanter. Irgendwann geht er dann nur noch zu Leuten, die er kennt. Da Deine jetzt aber schon älter ist, und man nicht weiß, wie sie erzogen wurde, würde ich erstmal versuchen, die Bindung zu mir zu stärken. In reizarmer Umgebung. Das machst Du ja schon ziemlich gut mit dem Clicker. Dazu würde ich noch viel spielen und dabei das Komm und Anschauen üben. Verstecken spielen ist auch immer ganz gut, da der Hund dann merkt, daß Du vielleicht plötzlich weg sein kannst, wenn er sich für jemand anderers interessiert.

Ansonsten haben sicherlich erfahrene Hundeführer mehr Tipps, mit denen Du vielleicht mehr anfangen kannst.

Viel ERfolg

Azala
04.06.2003, 14:34
Hallo ihr Lieben!

Tja, auch mein kleiner Merlin ist ein regelrechter Menschennarr. Wenn wir gassi gehen und uns kommt ein Hund entgegen, wird immer Herrchen oder Frauchen mitbegrüßt und manchmal ist der andere Hund fast uninteressant. Nun, unser letztes (richtig unangenehmes) Erlebnis ist wohl schon einen Monat her... Wir, der Kleine unangeleint, ganz brav neben mir, spazieren Richtung Feld -> Frau im Vorgarten + offene Haustür -> Merlin weiß es nicht besser, begrüßt Frau und rennt ins Haus! Meine Güte war das (untertrieben) unangenehm. Und weitere Geschichten liefen voran...
Kurze Frage: Seid ihr darauf vorbereitet, dass ihr von einem Hund beim Spaziergang "angehüpft" werdet? Was macht ihr, wenns mal einer tut?
Na ja, ich bin nun immer recht vorsichtig was das "Ohne-Leine-Laufen" von Merlin angeht... Manche kapieren es einfach nicht, dieses Gehüpfe zu verbieten. "Ach, das macht ja nicht- damit muss man rechnen..." So ne Antwort finde (gerade) ich sehr schön, aber trotzdem sollten andere da ein wenig bei der Erziehung mithelfen. (Obwohl, auf eine Überreaktion von Spaziergängern kann ich verzichten...)

Viele Grüße von Merlin und Birgit

mellyonsurf
04.06.2003, 15:37
Hallöchen!

Da ich gerade ein Buch über Calming signals gelesen habe , möchte ich Euch mal mit meinen neuen Errungenschaften beglücken.

Wenn ein Hund EUCH ständig anspringt, habt ihr das "üben" selbst in der Hand. Ist er nur unbändig und springt nicht, dann dreht einfach das Gesicht weg. Wenn das nichts nützt oder der Hund tierisch an euch hochspringt, dann dreht euch um. Der Hund sollte dieses Signal verstehen und nicht mehr springen. Sobald er dann auf dem Boden der Tatsachen ist, wendet ihr Euch dem Hund wieder zu und lobt ihn.

Bei FREMDEN ist das schon schwieriger. Am besten ist es, wenn ihr mit "bekannten" Fremden übt. Sobald der Hund stürmisch auf sie zurast, sollen sie das Gesicht weg drehen. Setzt der Hund trotzdem noch zum Sprung an, sollen sie dem Hund den Rücken zuwenden. Der Hund erkennt dieses "Beschwichtigungs"-Signal und wird sein Tempo verlangsamen.

Wenn ihr das einige male übt, wird der Hund es auch bei "richtigen" Fremden nicht mehr versuchen.

Liebe *ganzvoncalmingsignalsbegeiste rte* Grüße,

Melly & Co

dobby
04.06.2003, 15:42
Hallo Melly,

über diese Calming Signals habe ich schon gelesen. Kenne aber bisher nur das Gähnen zur Beruhigung. Da Aruscha überängstlich, nein panisch, bei Gewittern ist wollte ich mal fragen, ob du mir nicht noch ein paar einfache Signale nennen könntest, die sie ein wenig beruhigen. Das Gähnen funktioniert schon relativ gut. Aber ein ganz dolles Gewitter hatten wir hier noch nicht, seit ich das ausprobiert habe (nur so ein bisschen donnergummeln)

Vielen dank schon mal und einen schönen Abend

Dobby

Tina2809
04.06.2003, 16:51
Hallo!
Ich habe als Timmy noch klein war gute Erfahrungen mit folgender Vorgehensweise gemacht.
Voraussetzung ist, daß man draußen ohne Leine immerimmerimmer vorausschauend läuft und entgegenkommende Menschen noch vor dem Hund sieht.
Sobald man einen im Visier hat, die Aufmerksamkeit des Hundes holen- entweder durch Leckerchen oder durch den Lieblingsball, den ich dann aus der Tasche zaubere (Ist son Schleuderball mit Glöckchen drin, den hört er in jeder Entferneung ;) ). Wenn es 100% klappt, ist auch das "Hier" oder Ablegen aus der Entfernung super, das muss natürich aber vorher erst geübt werden,d amit es zuverlässig klappt.
Vor allem wenn man mit anderen läuft und erzählt, merkt Hund das sofort,d aß ich nicht 100% auf ihn achte- deshalb besser die erste Zeit beim Üben schweigend (oder auch wenig redend) nebeneinander her laufen.
Wenn Timmy an der Leine ist, gilt bei uns das absolute "Nein". Punkt. Und das muß in dem Momant kommen, wenn im Hund der Gedanke reift: "Da geh ich mal hin und schnuppere". Ich meine, wenn man seinen Hund kennt, sieht man das ganz gut, Voraussetzung ist aber auch hier, daß man sehr Aufmerksam ist.
Liebe Grüße
Tina

Ilona
04.06.2003, 23:02
Hi Dobby,

da ich einen Rotti habe, muss ich immer besonders vorsichtig sein. Kennst ja sicher die öffentliche Meinung bei Menschen über diese Bestie:(

Ich habe das so geübt: Lange, bevor Mensch uns näher kam, hatte ich schon ein Leckerchen in der Faust versteckt. Benji durfte sehen, wie ich es aus der Tasche nahm, bekam es aber nicht. Er klebte nun mit der Nase an meiner Faust und wurde so an Menschen vorbei geführt. Ganz kurz nachdem der Mensch uns passiert hatte, wurde das Leckerchen frei gegeben. So konnte ich verhindern, dass er an jedem Menschen, der an uns vorüber ging, schnüffelte.

Bald war es dann schon so weit, dass er, sobald er einen Menschen in der Ferne sah, Blickkontakt zu mir aufbaute. Ich hab das bestätigt, indem ich ein Leckerchen aus der Tasche nahm, in der Faust versteckte und Benji so zu mir kam, damit wir gemeinsam an dem Menschen vorbei laufen konnten.

Ist Deiner auch ein Leckerchenfanatiker? Dann könnte das gut klappen.

Bei größeren Menschenmengen würde ich immer erst mal an der Leine üben. Dann ist es auch einfacher, den Hund zu beeinflussen und ihn vom Schnüffeln an Fremden abzuhalten.

Liebe Grüße, Illi

AnnaS
05.06.2003, 07:09
Ich würde auch sagen, dass du deinen Hund nicht mehr ohne Leine lässt (vorerst), wenn andere Menschen da sind. Die Tips von Tina und Ilona finde ich sehr gut. DU musst die Menschen zuerst sehen, Aruscha dann ablenken und bei dir behalten, also an der Leine, und konsequent weitergehen. Egal was die Menschen sagen.

Du umgehst so erst mal die Situationen, dass Aruscha ihren Erfolg hat, und zweitens, dass die Menschen deine Erziehung zu nichte machen, in dem sie Aruscha ebenso freudig begrüßen.

Übe das Fuß gehen, wenn Menschen entgegenkommen. Und das am besten nicht gleich in der vollen Bahn oder in der Stadt, sondern irgendwo, wo nicht so viele Menschen sind. Ist sie auf dich konzentriert, und geht sie anständig Fuß, lobe sie mit der Stimme, aber das Leckerlie gibts erst dann, wenn ihr an dem Menschen vorbei seid.

Müsst ihr nun unbedingt in die U-Bahn (oder S-Bahn), dann lasse sie neben dir sitzen, und halte die Leine auch kurz, so dass sie nicht zu den anderen hin kann. Übe in dieser Zeit (bis zum Aussteigen), dass sie sich auf dich fixiert, und wenn es mit einem Haufen Leckerlies ist. Du musst sie eben ablenken.

Und erst wenn das richtig gut klappt und du merkst, du hast sie unter Kontrolle, wenn andere Menschen kommen, dann probierst du es ohne Leine.
Nun könnte ich sagen, du sollst es auch erst mal in reizarmer Umgebung versuchen, doch für mich ist eigentlich klar, dass Hunde in Bahnen und in der Stadt immer an der Leine sind. Schließlich ist Bahn und Stadt für einen Hund unglaublich ablenkend, und die Reize sind einfach so enorm, dass ich mich nie drauf verlassen würde, dass mein Hund dann immer bei mir ist. Und es gibt einfach genug Leute, die keine Hunde mögen, Angst haben, oder schlicht und einfach keinen Kontakt zu Hunden haben möchten, weil sie in sauberer Bürokleidung herumlaufen, oder sowas, und der Hund einen ja doch ganz schnell mal dreckig machen kann. Und einfach um das Image der Hundebesitzer etwas aufzufrischen, gehört für mich ein Hund in der Stadt und in der Bahn einfach an die Leine. Dem Hundeleben und der Hundeseele tut das keinen Abbruch.

Gruß
Anna

mellyonsurf
05.06.2003, 08:56
Hallöchen!!!


DU musst die Menschen zuerst sehen, Aruscha dann ablenken und bei dir behalten, also an der Leine, und konsequent weitergehen

Ich weiß nicht wie es bei Dobby läuft, aber bei Blue ist es folgendermaßen:

Sie weiß ganz genau, wann sie an der Leine ist und VERSUCHT dann erst gar nicht zu den anderen hinzulaufen und WENN sie es doch tut, verfahre ich eigentlich so, daß ich mich sobald sie die Leine auf Spannung bringt APPRUPT umdrehe, ein paar Meter in die andere Richtung gehe und dann wieder kehrt mache. In der Regel mache ich das ein, zwei mal und dann kann ich OHNE das sie zieht oder ähnliches an den Leuten vorbei gehen, egal ob mit oder ohne Hund. Allerdings lasse ich sie wenn sie manierlich geht Kontakt mit den Hunden aufnehmen.

Mein Problem liegt dann eher beim Gang ohne Leine: sobald sie etwas entdeckt was SIE interessiert kann ich machen was ich will, sie reagiert auf NICHTS: egal ob ich rumhampel, ihr Lieblingsspielzeug oder feines Leckerlie raus zauber - NIX! Deswegen muß ich sie dann immer an die Leine nehmen und das hat auch einen Nachteil: wenn sie das Objekt ihrer Begierde dann doch mal vor mir entdeckt (z. B. Jagdwild, aber auch der Hund zum spielen) dann kann ich rufen was ich will, SIE kommt nicht. Wahrscheinlich weil sie WEISS, daß sie dann an die Leine kommt.

Habt ihr da RAT???

LG,

Melly