PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Clickern und Hundeschule kombinieren?



sandinchen
19.04.2003, 22:12
Hallo an alle Clickernden,

ich gehe mit meinem 2-jährigen Hund, den ich jetzt seit 8 Wochen habe, auch etwa genau so lange in die Hundeschule. Er macht gute Fortschritte, unsere Gruppenleiterin lobt ihn sehr und auch ich bin sehr zufrieden mit ihm.

Ausserhalb der Hundeschule clicker ich mit meinem Hund. Es kommt gut bei ihm an. Ich habe schon das Gefühl, dass er die Dinge mit Clicker viel besser aufnimmt, als ohne. In meiner Hundeschule wird aber leider nicht geclickert. Nun habe ich gelesen, dass die Erziehungsmethoden in einer Hundeschule für einen Clickerhund aber alles andere als förderlich sind, weil die Hunde dort meist zu stark korrigiert werden. Ich bemühe mich, dies nicht zu tun (also z.B. in die Richtige Stellung schieben etc.). Ich lasse ihm sehr viel Zeit. (Meine Gruppenleiterin meinte, ich hätte unendlich viel Geduld :D )

Hat jemand Erfahrung mit der Kombination von Clickern "zuhaus" und Nicht-Clickern in der Schule?
Bisher habe ich es immer so gehandhabt, dass ich die Übungen aus der Hundeschule zuhause mit Clicker+Belohnung geübt habe. Und in der Hundeschule mit Stimme+Belohnung. Ich hatte bisher immer das Gefühl, als wär das für meinen Kleinen schon "nachvollziehbar". Andererseits möchte ich natürlich vermeiden ihn zu verwirren.
Sollte ich für die Hundeschule vielleicht ein "Zungenclickern" einführen?

Was haltet ihr davon? Ich bin eigentlich sehr begeistert von Clickern und möchte keinenfalls damit aufhören. Was kann ich tun? Her mit den Ratschlägen !!
:p

Thomas
19.04.2003, 23:38
Hallo Sandinchen,

ich finde Du machst das ganz richtig. Zuhause clickern und in der HS ziehst Du ebenfalls Deinen Stil durch. Lass die anderen ihre Hunde ruhig in "in die richtige Richtung schieben". Du hast das nicht nötig (die anderen eigentlich auch nicht - nur haben sie leider nicht Deine Geduld).

Du hast 2 Möglichkeiten:

Variante 1: Clickere weiterhin Zuhause und in der Hundeschule bestätigst Du Deinen Hund "klassisch" mit verbalem Lob, Leckerli oder Spiel.
Variante 2: Clickere weiterhin Zuhause und frag Deinen Ausbilderin ob Du in der HS nicht ebenfalls den Clicker benutzen "darfst". Für mich wäre das eigentlich garkeine Frage...aber ich kann mir schon vorstellen, das die Trainerin das u.U. nicht sooo gerne sieht. Am End´ käme sie in gewisse Erklärungsnöte gegenüber den anderen Teilnehmer, weil Dein Hund ja so freudig mitabeitet. Kommt nun halt drauf an wie flexibel bzw. aufgeschlossen die Dame ist...

Von Zungenschnalzer als Ersatz würde ich eher abraten, der klingt erstens ja kommplett anders als der gewohnte CLICK und zweitens nicht immer 1000%-ig gleich, ein Verwirren des Hundes wäre in diesem Fall nicht auszuschließen. Das wäre mir irgndwie zu albern (wollen aber nicht können/dürfen).

Also, falls die Variante 2 nicht hinauen sollte, dann machst Du mit Variante 1 auch nix kaputt. Versprochen.

Gruß
Thomas

AnnaS
20.04.2003, 05:39
Hi Sandinchen

Ich war früher immer sehr skeptisch dem Clickern gegenüber. Und so habe ich nicht von Beginn an geclickert. Peppa hat also schon viele Dinge (Sitz, Platz, Fuß, usw) ohne Clicker geübt.
Nachdem ich mich in der Hundeschule angemeldet hatte und einen "kostenlosen Spaziergang" allein mit meiner Hundetrainerin, Peppa und ihrem Hund bekommen habe, hab ich festgestellt, dass ich a) eine nicht wirklich ausgeprägte Bindung zu Peppa habe und b) wie faszinierend das Clickern bei dem Hund meiner Trainerin war. Da hatte ich mir dann auch einen Clicker gekauft, ein gutes Buch und mit meiner Trainerin drüber gesprochen.

Auch wenn viele jetzt aufschreien mögen, aber ich clicker nun auch nicht ausschließlich. In der Hundeschule in der Gruppe clicker ich z.B. nicht. Meine Trainerin hätte grundsätzlich nichts dagegen, aber ich hab es einmal gemacht und doch erheblich Unruhe in die Gruppe bzw in die anderen Hunde damit gebracht.

Den Clicker nutze ich in erster Line für die engere Bindung zwischen Peppa und mir, in dem ich ihr neue Dinge damit beibringe. Ihr macht das unheimlich viel Spaß und mir natürlich auch. Die Grundkommandos, die sie eh lange beherrscht, lobe ich noch immer meist mit einem "Fein" und Leckerlie.
Also ich kombiniere auch beides, und obwohl viele hier jetzt vielleicht sagen werden, dass das nicht Sinn der Sache ist, muss ich sagen, dass es schon sehr viel gebracht hat. Vielleicht wäre es alles noch optimaler, wenn ich ausschließlich clickern würde, und vielleicht ziehe ich dann den Clicker hinzu, wenn der zweite Kurs in der Hundeschule beginnt und die Hunde auch neue Sachen lernen. Aber im Moment läuft das prima so.

Anna

sandinchen
20.04.2003, 06:50
Hallo Volker, Hallo Anna,

da bin ich ja beruhigt. Ich hatte bisher eben auch das Gefühl, dass es so wie ich es mache ganz gut klappt. Wenn mein Hund zuhause sein Clicken hört, dann glotzt er ganz erwartungsvoll in meine Richtung - logisch. Wenn ich in der Hundeschule mein "Priiima" einsetze, dann glotzt er auch (meist) in meine Richtung, weil er weiß, dass dann was auf ihn wartet - Leckerchen. Das "Prima" wirkt aber leider nicht so zuverlässig wie das Clicken. Vielleicht könnte ich mich etwas einschränken, weil oft sage ich auch zwischendrin "Prima", um den Hund zu motivieren, an einer Sache dran zu bleiben(z.B. bei Fuß gehen). Wenn ich das "Prima" reduziere, könnte es vielleicht an "Aussagekraft" gewinnen, was meint ihr?

Ich weiß nicht ob ich die Hundetrainerin fragen mag, ob ich clickern darf. Trau mich nicht :rolleyes: :)

Aber jetzt bin ich schon mal beruhigt, dass ihr auch erfolgreich kombiniert. Ich habe bei www.spass-mit-Hund.de so einen Artikel über dieses Thema gelesen. Von sowas werd ich dann immer irgendwie verunsichert.

Danke dann,
Sandra

Cockerfreundin
20.04.2003, 12:27
Anna schrieb
__________

Den Clicker nutze ich in erster Line für die engere Bindung zwischen Peppa und mir, in dem ich ihr neue Dinge damit beibringe.
__________

Das versteh ich nicht so ganz. Beim Clicker ist es doch grundsätzlich austauschbar, wer klickert ... die Motivation erfolgt durch das immer gleich klingende Geräusch, das Wuff sagt: das hast Du fein gemacht.

Bindung aber entsteht, m.E. und meiner erfahrung nach, eher über das verbale Lob/ die Stimme/ MEINE Stimme, die meinem Wuff signalisiert: Das habe ich richtig gemacht. Mein Mensch freut sich über mich.

Oder lieg ich da auf einer ganz falschen Fährte???

Grüße von
annette + Basti :-)

Dodo H
20.04.2003, 14:49
Hallo Sandra
: Ich weiß nicht ob ich die Hundetrainerin fragen mag, ob ich clickern darf. Trau mich nicht
-- Nicht so schüchtern. Bei uns sehe ich, das die Hunde, die nicht geclickert werden, mit diesem Geräusch nichts anfangen können und somit nicht abgelenkt sind, und die drei Hunde die geclickert werden, nur auf "ihren" Clicker hören, weil sie gelernt haben, bei "anderen " gibts nichts (zumindest beim clickern nicht). Viel Spaß noch
Dodo und Richy

sandinchen
20.04.2003, 15:19
Hallo Dodo (oder Richy?)
Hast ja Recht. Ich Angsthase. Ich frag sie mal. Mehr wie nein sagen kann sie ja nicht. Ich kann ihr ja ein Veto einräumen und wenn sie meint sie will es jetzt aus irgendeinem Grund nicht mehr, dann hör ich wieder auf. Ich will halt ihre Autorität nicht untergraben.

Mein Gott, wenn ich mir zuhöre wird mir schwindelig. :o Als ich noch zur Schule ging hab ich gegen sämtliche Autoritäten rebelliert und jetzt, als "erwachsener" Mensch trau ich mich nicht mal sowas. Verdrehte Welt (oder wie heißt es richtig?)
:p :p :D

Thomas
20.04.2003, 18:41
@ Anna: Ich glaube kaum, das Du diverse Aufschreie aus der Clicker-Fangemeinde ernten wirst, weil Du nicht ausschließlich clickerst sondern "traditionelle" Bestätigung mit Clickerei mixt. Also ich werde jedenfalls nicht "schreien" ;). Im Gegenteil, die allermeisten Clickerer (mich eingeschlossen) werden wohl beides kombinieren. Das eine wirkt sich schließlich nicht störend auf das andere aus - kein Problem.

@ Annette: Bindung zum Hund wird doch mit jeglicher Arbeit, Training, Beschäftigung gefördert - also völlig unabhängig ob nun ein Clicker dabei verwendet wird oder nicht. Der Clicker bingt einfach noch etwas mehr Abwechslung in Training und wer einen hochmotiviert arbeitenden Clicker-Hund zugesehen hat, wird sicherlich bestätigen, das diese Methode auch/zusätzlich die Bindung verbessert.

@ Dodo: Genau so isses bei uns auch. Volle Zustimmung.

@ Sandinchen: Ja, frag Deine Trainerin - was soll schon großartig passieren? Falls sie es ablehnt, würde mich ihr Argument interessieren (so sie denn überhaupt eins hat...).
By the way, Du kannst mich ruhig "Thomas" nennen ;). Der Volker ist einer der anderen 5 (?) aktiven männl. Teilnehmern hier im Forum :D

Grüßla
Thomas

sandinchen
20.04.2003, 18:58
Hallo Thomas,
'tschuldingung für die Verwechslung, da hab ich die zwei Männernamen die mir hier aus dem Forum bekannt sind wohl durcheinandergebracht :D

AnnaS
21.04.2003, 08:35
Hallo Anette

Also bei uns ist das ganze Thema Hund sehr aufgeteilt.

Mein Freund liebt Peppa heiß und innig, traut sich aber die Erziehung nicht wirklich zu, weil er (laut eigener Aussage) nicht viel Ahnung davon hat. Er tut das, was ich ihm sage (wär das doch in anderen Bereichen nur auch so :D ). Außerdem ist er den ganzen Tag arbeiten, während ich als Studentin viel, viel mehr Zeit habe für Peppa und z.B. auch mit ihr die Hundeschule besuche.

Somit hält er sich z.B. auch ausdem Clickern raus. Er macht mit Peppa das, was sie kann, während ich ihr eben neue Dinge beibringe und eben auch mit ihr übe.
Also bin ausschließlich ich der "Clicker" so zu sagen. Und das wiederum bedeutet auch für Peppa eine engere Bindung zu mir, da sie bei mir eben irgendwo alles zu erwarten hat: Spiel, Erziehung, Gehorsam und eben auch Clickern.

Wenn ich ehrlich sein soll, finde ich das auch gar nicht so wahnsinnig schlecht, wenn Peppa sich zur Zeit eher auf eine Person fixiert, denn ich hatte ja in anderen Beiträgen schon geschrieben, dass wir da so unsere gewissen Problemchen haben. Eben weil Peppa so wahnsinnig sensibel ist, und dadurch manche Sachen einfach "schief gelaufen" sind.
Die Sachen, die schief gelaufen sind, waren in erster Linie leider mein "Verdienst". Und nun bin ich diejenige, die das irgendwo "wiedergutmachen muss". Der Clicker unterstützt dabei wirklich enorm.

Zum Beispiel weiß Peppa eben auch, dass wen der Clicker zum Einsatz kommt (Spaziergänge, oder Besuch bei meiner Mutter oder Schwester mit ihren Hunden, oder eben eine "Übungsstunde" für neue Dinge), dass es dann ernster ist, als wenn ich einfach nur mit ihr in den Garten gehe und spiele oder sowas.

Ich bin eine derjenigen, die wirklich absolut skeptisch war gegenüber dem Clickern. Und dass es auch die Bindung stärkt, kann ich mit guten Gewissen sagen, weil der Clicker mich eben in dieser Hinsicht echt überzeugt hat.

Menschliche Stimme und menschliches Spiel, menschliche Kuschelstunden und, und, und kommen natürlich auch ganz besonders intensiv vor, was sicherlich auch die Bindung viel mehr stärkt als irgendein Click. Deshalb sage ich ja auch, dass es wirklich sehr hilfreich und unterstützend ist, aber es kann sicherlich nicht ersetzend sein. Vielleicht kam das in meinem ersten Beitrag nicht so rüber :rolleyes: .

Gruß
Anna

Cockerfreundin
21.04.2003, 12:02
Hallo, Anna!

Ich hab grundsätzlich gar nichts gegen das Klickern - im Gegenteil :-) Es war einfach nur so ein Gedankengang.
Ich hab es ja selber auch schon probiert, nur macht es für Basti keinen Unterschied, ob ich ihn mittels Klicker bestätige oder mittels "Gut gemacht" + Leckerli ...
Da ich zudem festgestellt habe, dass ihn das Klickern als "zusätzliche" Bestätigung manchmal eher übermotiviert (sozusagen hochpuscht) als motiviert, halt ich mich damit aber zurück ...
Da Basti aber sehr gerne, gut und schnell lernt und eben sehr auf meine Stimme und Gesten reagiert, machen wir es halt so.
Bei uns ist es ja auch so, dass ich für Basti quasi alles bin (klingt gut, nicht wahr?): Spiel, Spass, Lernen, Knudeln, Futter ... alles gibts von mir. Weshalb die Bindung natürlicherweise immer stärker und enger wird, auch das einander kennenlernen und die Sprache des anderen verstehen und sprechen lernen.. Singlehund halt ;-)

@ Thomas
_________

Zitat:
und wer einen hochmotiviert arbeitenden Clicker-Hund zugesehen hat, wird sicherlich bestätigen, das diese Methode auch/zusätzlich die Bindung verbessert.
_________

Völlig d'accord :-) wir haben ja ein gutes Beispiel bei uns vis a vis (Anka).
Aber auch hier gilt: jede/r muß seinen Weg für sich und Wuff finden :-))

Liebe Grüße
Annette + Basti :-)

sandinchen
23.04.2003, 20:54
Hallo ihr,
ich war heut ganz tapfer und habe meine Gruppenleiterin in der Hundeschule gefragt ob ich clickern dürfte, aber sie hat nein gesagt. Schade :(
Sie meinte es würde die anderen Hunde irritieren. Sie hat auch gesagt, sie hat schon mal an einem Kurs für's Clickern teilgenommen und es mit ihrem Hund probiert, war davon aber nicht besgeistert. Wie kann man denn vom Clickern nicht begeistert sein? Naja, wirklich sehr schade. Ich würde sooo gerne in eine "Clicker-Schule" gehen, aber hier auf dem Land (und damit meine ich das gesamte Oberallgäu) findet man sowas wohl nicht. Des isch alles a bitzle z'ruck bliabe (das ist alles ein bißchen zurück geblieben).
Bin sehr frustriert !!!

AnnaS
24.04.2003, 06:37
Hi Sandinchen

Sei mal nicht frustriert. Ich kann mir gut vorstellen, dass es die anderen Hunde irritiert. Wenn meine Mutter mit ihrem Hund hier ist und ich bei Peppa clicker, ist er auch immer abgelenkt. Ich denke, es kommt auch ein bissl auf den "Ausbildungsstand" der Hunde an. Hunde, die in der Erziehung und vor allem BEziehung zu ihrem HF sind, die lassen sich nicht mehr so leicht irritieren, wie die Hunde, die gerade am Anfang stehen (Junghunde z.B.).

Außerdem bleibt dir ja immer noch das Clickern in der übrigen Zeit. Sicher, es wäre schon toll, wenn du das in der HS machen könntest, denn auch in Sachen Clicker kann ja ein bissl Anleitung nie schaden. Aber so soll´s halt nicht sein, und ein bissl verstehen kann man es schon, denk ich.

Liebe Grüße
Anna

sandinchen
24.04.2003, 06:55
Hi Anna,
ich versteh's schon. Aber ist trotzdem schade. Klappt halt alles viel besser mit Clicker und was soll man sich's unnötig schwer machen ? :p
So 'ne Clicker-Truppe fänd ich halt schon toll, weil man da bestimmt viiiiel lernen kann. Ich bin halt für Hundeerziehung ganz ohne Druck und Zwang und Gewalt. Es gibt halt so manche Sachen, die mich an der Hundeschule im allgemeinen irgendwie stören. Z.B. dieses ewige in die richtige Position schieben beim Sitz etc. Mir persönlich ist's egal, ob mein Hund im 90- oder im 70-Grad-Winkel neben mir sitzt. Ich denk halt beim Clickern ist das anders. Da kommt man langsamer ans Ziel. Ich red auch immer ziemlich leise und ruhig mit meinem Hund. Meine Gruppenleiterin meinte dann, ich wäre zu lasch. Aber mittlerweile kenn ich meinen Hund. Wenn ich den anschrei, dann schaltet er auf Durchzug. Ich will ihn auch gar nicht anschreien. Das "heb" ich mir auf für dann, wenn er mal wirklich was schlimmes macht. Ausserdem möchte ich alles andere als einen Hund, der vor mir kuscht. Er soll seine Kommandos gerne ausführen und nicht weil ich meine, er soll's jetzt tun. Aber mit so einer Ansicht steht man hier oft noch alleine da. Und gestern hab ich dann auch noch 'nen kleinen Vortrag zum Thema Leinenruck bekommen. Da war ich dann ganz frustriert, weil ich das auch voll blöd find.
Die Hundeschule ist aber sonst ganz okay und es wird schon hauptsächlich über positive Bestärkung gearbeitet, aber diese Dinge find ich einfach nicht so toll.

AnnaS
24.04.2003, 07:31
Ja, verstehen kann ich dich ja auch. Ich denke aber, das Problem ist einfach, dass es in jeder Hundeschule das eine oder andere geben wird, womit man nicht 100%ig einverstanden ist. Ich sage mir immer, dass man abschätzen muss, wie viel Prozent für einen selbst akzeptabel sind.

Bei meiner Hundeschule ist es auch so, dass die Hunde absolut korrekt neben einem sitzen oder liegen sollen. Gelernt wird es auch, wobei meine Trainerin immer sagt, SIE PERSÖNLICH findet es besser, und bei weiterführenden Kursen (z.B. Vorbereitung auf die Begleithundeprüfung) muss das eben so sein. In dem Fall denke ich mir dann eben, ok es kann ja nicht schaden, auch wenn ich ohne HS da nicht so viel wert drauf legen würde. Und dann lernen wir das eben auch.
Dafür stimmen aber andere Dinge, vor allem stimmen die Grundsätze.

Ich "darf" ja auch nicht clickern während der HS. Ich habe mir dafür angewöhnt, Peppa einfach viel, viel mehr durch Worte und auch Leckerlie psoitiv zu bestärken, als die anderen HF das tun. Immerhin will ich auch, dass Peppa freudig mit macht, positives erlebt und nicht irgendwo in eine Form gepresst wird.

Allerdings wäre Schreien und Leinenruck etwas, was ich nicht mitmachen würde. Entweder die Trainerin sieht drüber hinweg, dass man es nicht tut, oder ich würde mir eine andere HS suchen. Zum Glück wird aber beides bei uns nicht praktiziert.

Ich wäre aber auch mal gespannt auf so einen richtigen Clickerkurs. Das ist bestimmt sehr interessant, aber leider wird sowas bei uns nicht angeboten. Nur in Verbindung mit Agility, aber erstens ist Peppa dafür noch nicht alt genug und zweitens weiß ich nicht, ob ich es unbedingt machen möchte. Ich glaub eher nicht.

Anna

sandinchen
24.04.2003, 17:13
Hi Anna,
ich fange jetzt natürlich auch nicht an meinen Hund anzuschreien. Das wär ja noch schöner...
Im grundegenommen bin ich auch recht zufrieden mit der Hundeschule. Mit deinen 100% hast du natürlich auch recht. Ich habe mir auch vorgenommen, den Teil "mit zu nehmen" der mir und meinem Hund was nützt und den Rest vergess ich ganz schnell. Man wird da ja auch zu nix gezwungen, sie sagen einem halt, wie sie es machen würde. Und ich habe ja auch keinen schwierigen Hund. Da klappt das alles schon. Wir dürfen jetzt in die nächste Gruppe :p

Danke für deine Meinung. Es ist immer gut auch mal zu lesen, wie andere sowas betrachten. Das lockert einfach alles ein bißchen auf.;)

vepido
24.04.2003, 21:51
hi!


Z.B. dieses ewige in die richtige Position schieben beim Sitz etc. Mir persönlich ist's egal, ob mein Hund im 90- oder im 70-Grad-Winkel neben mir sitzt.

arbeitet ihr in eurer HS mit primären verstärkern (leckerli vor nase halten und hund damit führen)?
dann nimm mal das leckerli in die linke hand, führe damit den hund bei fuß, halt an und nimm dabei das leckerli leicht LINKS neben die hundenase. wenn die nase nach links geht, kann der hintern nicht auch nach links ausweichen ;) ... automatisch rutscht der hundepopo ans bein ran. dann leckerli in hand ein paar zentimeter über den hundkopf damit hund sich setzt: perfekt ist das sitzen in grundposition fuß.
viel vergnügen!

ps: warum sollte das per clicker langsamer gehen, als mit "ewigem geschiebe"? wenn man den hund 10 übungsstunden lang schieben muß, damit es "vielleicht" mal klappt, geht clickern doch schneller und sitzt dann wenigstens dauerhaft!

sandinchen
25.04.2003, 10:22
Hallo vepido,
zu deinem P.s. Teil. Ich meinte, dei Leute die clickern lassen ihrem Hund meist mehr Zeit, selbst drauf zu kommen, wie er z.B. richtig neben einem Sitz, indem man das Verhalten shaped. Und die die es mit Schieben versuchen, schieben gleich, damit sich das falsche Sitzen nicht erst "einbürgert". Der Lernvorgang an sich ist beim Clickern meiner Meinung nach sogar viel schneller. So meinte ich das.

vepido
26.04.2003, 17:12
hi!

hast du das mit dem leckerli (targetstick geht natürlich auch!) links neben der hundenase mal versucht? (natürlich trotzdem erst nach click oder verbaler auflösung geben...). so mach ich das oft mit meinen crossover-kundenhunden, weil es bei manchen so noch schneller zum erfolg führt, als shaping pur.

erzähl mal, ob´s geklappt hat.

veronika

vepido
26.04.2003, 17:26
genauere erklärung zur vermeidung von mißverständnissen:

ich nutze den clicker grundsätzlich in meinen hundestunden. doch immer so, wie es für den jeweiligen hund am vorteilhaftesten ist:
wenn ein hund vorher mit "leckerli vor nase halten" trainiert wurde, KANN das bei übungen wie dem geraden sitzen auch angewendet werden. ABER dann mit click vor dem geben des leckerlis! und möglichst nur dann, wenn der hund schon sehr gut auf den clicker eingestellt ist, damit er nicht durcheinander kommt.
clickern wäre ja unsinnig, wenn man "auf deubel komm raus" shaped, obwohl jeder hund anders ist und DIESER sich nunmal bei DIESER übung besser mit "kleinen hilfen" zum erfolg führen lassen würde ;)

Sallydoggy
26.04.2003, 18:37
Halli hallo!

Liebe Sandra, mach weiter so wie bisher!

Ich finde, man kann Clicker und "normales Lob" bestens kombinieren, zumal man vielleicht nicht immer den Clicker zur Hand hat und den Hund trotzdem loben muß.
Wenn er beide Methoden kennt, ist es umso einfacher.
Ich finde es super-gut, daß Du leise mit Deinem Hund redest - so halte ich es auch.
Nichts finde ich schlimmer als jemanden, der seinen Hund ständig anbrüllt, ihn ständig ruft, korrigiert etc. Nervend!!

Meine Hündin "rufe" ich teilweise nur durch schnalzen, zumindestens wenn sie noch in Hörweite ist.

Früher hat man seine "Mama" gerufen und heute ruft man ständig hinter dem Hund her - furchtbar.

Deine Hundeschullehrerin kann ich nicht verstehen, vor allem, weil sie keine genauen Argumente dagegen hat.
Wenn sie sagt, daß sie nichts davon hält, dann will sie vielleicht nicht zugeben, daß sie sich noch gar nicht richtig mit dem Thema beschäftigt hat (Kurs mitmachen reicht nicht, manche verstehen es in EINEM Kurs nicht!!!!).

Ich könnte verstehen, wenn sie sagen würde, daß es in Deiner bisherigen Gruppe nicht gehen würde, weil z. B. ein Hund eine Clicker-Phobie hat.

Ihr staunt?
Das gibt es wirklich, meine eigene Schnauzer-Bordercollie-Hündin SALLY hat eine Clicker-Phobie.

Wir haben früher mit Begeisterung geclickert, sie hat ganz viele Kunststückchen damit gelernt, z. B. "Nase putzen", "tot umfallen", "Licht anmachen", "Telefon bringen" etc.

Eines Abends haben wir auf der Couch geübt und dann kam es zu einer Verkettung unglücklicher Umstände.
Sie saß vor mir auf der Wolldecke, ich hatte eine Fleece-Jogginghose an.
Sie hat sich die Nase geputzt, ich habe geclickt und ihr das Leckerchen gegeben.
Ich bin mit dem Finger an die Nase gekommen und sie hat voll einen gewischt bekommen.
Seitdem bricht sie völlig zusammen, wenn sie einen Clicker hört, oder aber auch ein ähnliches Geräusch, z. B. Halsbandverschluß. Letzteres ist jedoch nicht ganz so schlimm.

Ich habe danach versucht, sie zu desensibilisieren, d. h. sie wieder langsam an der Clicker zu gewöhnen.
Es reicht schon, wenn er auf dem Boden liegt, dann ist sie nicht mehr in der Lage, ein einfaches "Platz" zu machen.
Sie ist völlig blockiert und kann dann nicht mehr hören.
Jeden Desensibilierungsversuch mußte ich abbrechen, da es immer zu schlimm wurde.
Sie ist eh ein Sensibelchen, halt ein Bordercollie (vom Wesen her 100 %ig!!).

Ich habe es aufgegeben, ich kann sie super mit der Stimme und Lob motivieren und ihr so neue Sachen beibringen, die sie super-schnell lernt.

Bis Ende letzten Jahres waren wir in der Hundeschule, in der ich selber mit ausgebildet habe.
Wenn dort jemand mit Clicker gearbeitet hat, dann habe ich sie ins Auto gebracht, weil sie völlig unglücklich war.
Es hat nichts genützt, daß ich ihr "rumschleichen" ignoriert habe - ich wollte sie nicht unnötigem Streß aussetzen.

Wenn jemand beim Spazierengehen einen Clicker mit hatte, dann war für sie der Spaziergang auch gelaufen, sie konnte nicht entspannen.
Auch Bachblüten brachten keine Erleichterung, obwohl sie eigentlich immer super-gut drauf anspricht.

Ihr seht, es gibt richtige Clicker-Phobiker und das wäre für mich ein Grund, warum der Clicker nicht in jeder Hundeschulstunde eingesetzt werden dürfte.
Alles andere ist meines Wissen nach Unwissenheit und leider gibt es immer noch Hundetrainer, die meinen, daß man sich den Hund unterwerfen muß und das man ihr Wesen "brechen" muß.
Schade eigentlich, es sollte eigentlich der Vergangenheit angehören!!

Ich halte auch nichts davon, den Hund in die richtige Richtung schieben, denn er lernt dann, wenn der Besitzer "Fuß" und "Sitz" sagt, dann schiebt der Besitzer ihn in die richtige Richtung.
Er lernt erst auf Umwegen, der er sich selber so hinsetzen soll.

Eine bessere und andere Alternative ist es dann auch, z. B. neben einer Abfalltonne oder ähnliches den Hund sitzen zu lassen, denn so kann er auch nicht zur Seite ausweichen.
Zuhause kann man es mit der Wand oder der Tür üben.

Ansonsten ist es super so, wie es VEPIDO beschrieben hat, so haben wir es auch in unserer Hundeschule gehalten bzw. so halte ich es noch heute, wenn ich privat mit Hunden übe.

Liebe Sandra, mach weiter Dein Ding, es hört sich gut an!
Paß gut auf, daß Du Dich auch in der HS mit Deinen Methoden für Dich durchsetzt, alles andere wäre sehr schade.
Du kannst stolz sein, daß ihr ein gutes Team seid und ihr es nicht nötig habt, mit Geschiebe und lautem Anschreien zu arbeiten.

Liebe Grüße von Ina und Sally

sandinchen
26.04.2003, 21:29
Hallo Ina,

ich versprech dir ich werde mein Ding weiter durchziehen. Danke für deine positiven Worte. Das gute an der Schule ist, dass sie zwar manchmal andere Ansichten haben, einem diese aber nicht aufzwingen.
Ich habe das mit dem Leckerchen nach links beim Sitz probiert. Das geht eigentlich ganz gut. Meine "alte" Gruppenleiterein hat mich heute auch nochmal gelobt :p weil ich sehr geduldig bin und sie sagt ich soll so weiter machen. Also wird keiner auf die Idee kommen mir irgendwelche anderen Methoden als meine eigenen aufzuzwingen. Man sieht ja, dass ich und mein Hund schnelle Fortschritte machen. Heute waren wir in der nächsthöheren Gruppe und wir haben beim Agility mitgemacht. Das klappt alles prima. Ohne Rumgezerre und Geschreie (im übrigen schreien da nicht alle rum, nur so ein paar Unbelehrbare). Ich finde mein Hund hat enorm viel gelernt in der Zeit in der er jetzt hier ist. Es sind erst 9 Wochen. Wenn ich mir vorstelle wie das in einem Jahr klappen wird...ich bin sehr sehr zufrieden mit ihm und ich denke meine Methode ist die Richtige.

Danke nochmal für eure Meinungen.
Eine superglückliche Sandra mit ihrem wahr gewordenem Traum Dax

vepido
30.04.2003, 21:58
hi!

nur ein kleiner tip für dich:

du kannst mit jeglichem kurzen, prägnanten geräusch "clickern"!
bei übungen, wo die stimme einfach nicht schnell genug ist, kannst du z.b. mit einem kurzen pfeifton arbeiten, wenn du ihn zuvor konditionierst wie den clicker. somit ist das clickertraining nicht unbedingt gestorben für euch, nur weil ein spezielles geräusch negativ verknüpft wurde.

lg,
veronika

Sallydoggy
01.05.2003, 00:01
Liebe Veronika,

danke für diesen Tip!

Da Sally aber voll ausgebildet ist und auch sehr viele Kunststücke schon kann, brauche ich kein "Geräusch" mehr, um ihr eventuell etwas Neues beizubringen.

Ich motiviere sie jetzt nur noch mit Stimme und sie kapiert meistens schon beim erstenmal, was ich von ihr will.
So hat sie auch gelernt, den Haustürschlüssel zu tragen, obwohl sie davor vorher Angst hatte.
Er war als Welpe mal direkt neben sie gefallen und seitdem fand sie das Geräusch sehr unangenehm.
Aber jetzt ist es wieder okay und sie trägt ihn gerne die Treppen zur Wohnung hoch!!

Aber ein kurzes Beispiel, wie ein ähnliches Geräusch wie der Clicker wirkt:
Wenn eine Freundin mit dem Kaugummi knallt, dann findet das Sally gar nicht lustig - sie reagiert ähnlich wie beim Clicker.

Wenn ich mal mit dem Kaugummi knalle, dann machen wir anschließend etwas lustiges - z. B. Tannenzapfen schießen.
Wenn ich also knalle, dann kommt sie direkt wedelnd an und will spielen.
Nur mit dem Clicker ist mir diese positive Besetzung leider nicht gelungen und ich probiere es jetzt auch nicht mehr.
Sie kann ja alles, von Agility bis Dogdancing und perfekter, immer und überall freilaufender Begleithund - sogar in der Stadt.
Von Polizisten wird sie freilaufend in der Stadt gelobt - "endlich mal ein erzogener Hund!!!".

Sie hilft mir beim Einkaufen, trägt kleine Packtaschen und in der Schnauze einen kleinen Jutebeutel.
Dann ist sie glücklich, weil sie eine Aufgabe hat - halt typisch Bordercollie!!
Ich liebe im Umgang mit ihr die leisen Töne, d.h. ich rufe nur selten, sondern pfeife immer. In Hörweite schnalze ich auch nur und sie kommt sofort an.

Es ist schon irgendwie komisch, wie empfindlich sie bei manchen Geräuschen reagiert, denn sie ist eigentlich völlig geräuschunempfindlich, d. h. sie hat keine Angst, wenn die Silversterknallerei ist etc.
Aber sie hat ein Gedächtnis wie ein Elefant und so wird sie, denke ich, nie vergessen, welches unangenehme Ereignis sie mit dem Clicker verbindet.

Egal wie auch immer, sie ist der genialste Hund, denn ich kenne und ich kenne wirklich viele.
Aber ich glaube, das sagt ihr auch von Euren vierbeinigen Freunden, oder?!!!!
Für nichts in der Welt würde ich auf sie verzichten, ich liebe sie sooooooooooo sehr, bin völlig vernarrt!!

Sodele, jetzt ist es schon 1.00 h a.m. und wir müssen noch mal raus!

Liebe Grüße von Ina und Sally