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Thema: An einem Sonntag

  1. #1
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    An einem Sonntag

    An einem Sonntag

    Man soll die Feste feiern wie sie fallen, so heißt es.
    Das Katzenvolk macht dabei keine Ausnahme, obwohl sie wohl eine andere Auffassung von Festen haben, als unsereins.
    Wenn aber tierische Feste und die der Zweibeiner zusammenfallen, dann ergibt sich ein echtes Highlight.

    *
    Diesen Sonntag habe ich etwas vor, nämlich ein Fest zu besuchen.
    Nicht irgend ein Fest, nein es ist das jährliche Sommerfest des örtlichen Tierheims.
    Das bist immer knapp bei Kasse, deshalb ist es mir ein Anliegen eine Futterspende in Form einer Sackkarre voll Katzenfutter mitzubringen. Das habe ich schon am Vortag besorgt.
    Das Tierheim liegt nicht weit von hier und normalerweise könnte ich zu Fuß gehen, doch angesichts der augenblicklich herrschenden Hitze, ziehe ich es lieber vor, mit der Straßenbahn und dem Bus an‘s Ziel zu kommen. Evi möchte auch das Fest besuchen, denn Tiere liegen ihr sehr am Herzen.
    Diesmal gedenke ich, ohne eine meiner Fellnasen die Festivität aufzusuchen, denn ich will ihnen die Hitze nicht zumuten.
    Doch was ich will und was das Katzenvolk will, sind zwei Paar Stiefel!
    Dosi, Hitze oder nicht, wir gehen mit, zumindest einer von uns, kapiert!?
    Hmm… was tun, sie sollten zuhause bleiben. Eigentlich ist heute Tapsi dran mit mitkommen, doch in Anbetracht der Hitze… ich weiß wirklich nicht.
    Jedoch… man sollte nicht glauben, wie stark und beharrlich das Durchsetzungsvermögen der Fellnasen sein kann. Vor allem beharrlich!
    Irgendwas muß ich mir jetzt einfallen lassen, sonst schauen die mich eine Woche lang mit dem Arsch nicht mehr an.
    So langsam baut sich eine Lösung an. Kühlung, das ist die Idee!
    Es wäre allerdings ziemlich umständlich den Kühlschrank mitzuschleppen, vor allem in Anbetracht der Umstände, daß sich nicht annähernd so viel Verlängerungskabel in meinem Besitz befindet, um auch nur ansatzweise bis zum Tierheim zu reichen. Dann also… Da ist diese leere Getränkeflasche, die könnte ich ja auffüllen und…
    Das Katzenvolk wird langsam ungeduldig, eine neue Idee muss her.
    Da fällt mein Blick auf eine Packung neu gekaufter Spültücher und diesmal ist die Lösung perfekt.
    Wenn ich die komplette Packung feucht mache, kann ich sie problemlos in einer Plastiktüte mitnehmen und eines dieser Tücher immer über den Kater legen. Da es nicht nass, sondern nur feucht ist, dürfte Tapsi wenig dagegen haben, glaube ich wenigstens.
    Gesagt, getan. Erst müssen wir mit der Straßenbahn eine Station weiter und dann mit dem Bus zum Tierheim. Schon an der Haltestelle bewährt sich die Feuchttuchaktion und ebenso beim Warten auf den Bus. Denn Tapsi ignoriert durch die kühlende Wirkung des Tuches die Hitze tatsächlich vollständig. Nur die Futterspende macht Probleme, denn ich habe wohl zu wenig Klebeband verwendet, um die Dosen festzumachen.
    Immer wieder muss ich einzelne Dosen zurechtrücken, doch mit Evi‘s Hilfe und den feuchten Tüchern kommen wir schließlich im Tierheim an.
    Das Gelände hat einen großen Baumbestand, so daß wir die meiste Zeit im Schatten sind.
    Die Futterspende wird dankend angenommen, denn das Tierheim ist immer auf Spenden angewiesen.
    Dann ein Rundgang durch die Gehege. Die Voliere wird zwar von Tapsi intensiv gemustert, doch ihm ist wohl schon klar, daß zwischen ihm und dem bunten Flugvolk eine trennende Glasscheibe seinen Zugriff auf die fliegenden Leckerbissen verhindert. Also beschränkt sich sein Interesse auf eben diese Musterung.
    Und ich muß schon sagen, da sind wirklich farbenprächtige Exemplare darunter.
    Auch bunte Papageien und Vögel, die Ich noch nie gesehen habe. Ich frage mich, wie die eigentlich im Tierheim gelandet sind?
    Im Gegensatz zu den Vögeln ignoriert der Kater die Hunde vollständig.
    Pfff… was wollen denn diese Kläffer?
    Viele sind nicht zu sehen, sie haben sich wohl in der Hitze in ihre kühleren Behausungen zurückgezogen.
    Aber dann…
    Wir kommen zu den Katzenkäfigen. Also, wenn ich nicht hier in der Stadt wohnen würde, sondern auf einem einsamen Bauernhof im Schwarzwald, ich würde sofort alle mitnehmen!
    In einem großen Käfig ist ein einsamer kleiner grauer Kater. Wie ich mich hinunterbeuge kommt er gleich angerannt und schnüffelt durch das Gitter an meinen Fingern. Er sieht so lieb und zutraulich aus.
    Und genau das geht gar nicht!
    Denn Tapsi ist da völlig anderer Meinung. Wenn da jemand schnüffelt und zutraulich ist, dann er, ist das klar!?
    Zur Unterstreichung seiner Meinung beginnt er vorsichtshalber mal zu fauchen. Nicht besonders aggressiv, nur so prophylaktisch zur Warnung: „Mein Dosi! Meiner!“
    Doch der graue Kater lässt sich von Tapsi nicht beeindrucken, er ist sich bewusst, daß ein schützendes Gitter zwischen ihm und dem Rotbepelzten ist.
    Nun gut, gehen wir also weiter. Es sind in unregelmäßigen Abständen Wannen mit Wasser aufgestellt an denen die Hunde der Besucher trinken können. Das kommt mir jetzt zupass.
    Denn damit kann ich die Tücher, die sich mittlerweile aufgewärmt haben, neu tränken.
    Tapsi bekommt dabei auch ein paar Spritzer ab, was er jedoch ohne Murren hinnimmt.
    In den anderen Käfigen sind noch einige Katzen, die darauf warten, eine Familie zu finden.
    Sie kommen zwar sehr vorsichtig näher, bleiben aber angesichts des Roten Riesen auf meiner Schulter auf respektvoller Distanz.
    Am Wildschweingehege ist nichts zu sehen, das Schweinevolk hat sich wohl in den kühlenden Schatten zurückgezogen. Im Schlamm suhlen ist auch nicht, der der ist nur noch eine staubtrockene Wüste.
    Wüste, das ist das Stichwort. An der Seite sind unter den Bäumen Tische und Bänke aufgestellt, wo wir uns erst mal etwas flüssiges genehmigen. Es gibt auch mehrere Biersorten, doch mir steht der Sinn nicht nach Alkohol. Tapsi bekommt einige Leckerlies, die ich mitgenommen habe. Er verkriecht sich unter den Tisch, wo es bedeutend kühler ist. Sein Fell ist auch mittlerweile wieder getrocknet.
    Immer wieder werde ich auf den Kater angesprochen, viele Leute verstehen nicht, warum er nicht in Panik abhaut. Nun ja, er weiß eben, daß er in meiner Nähe sicher ist und er ist neugierig, was so in der Welt passiert.



    Nach einer erfrischenden Pause machen wir weiter unseren Rundgang.
    Beim Schildkötengehege waren wir noch nicht. Die Kriechtiere halten sich ob der Hitze alle im Wasser auf.



    Und so wird auch Tapsi mit Hilfe der feuchten Tücher wieder etwas abgekühlt.
    Es gibt es auch viele Aktivitäten, doch die sind alle für die Hundebesitzer, Katzen sind doch eher selten als Gäste auf diesem Fest.
    Doch dann werden wir angesprochen, von einer professionellen Fotografin.
    Sie macht hier Tierfotos für ein geringes Entgelt. Dieses käme vollständig dem Tierheim zugute.
    Na, unter diesen Umständen sage ich nicht nein, obwohl ich fotografische Bedenken habe, ob des nassen Kopfes des Katers, doch was soll`s.
    Tapsi ist sehr interessiert, vor allem die ziemliche Menge an Hunden, die hier abgelichtet werden sollen weckt seine Neugier.
    Nun macht sich der Rote normalerweise nichts aus Hunden, solange sie Ihm nicht zu nahe kommen.
    Dann wird zwar schon mal warnend gefaucht, doch angegriffen hat er noch nie, warum auch, wenn die Kläffer ihn ansonsten in Ruhe lassen. Und wenn nicht, dann… man ist schließlich schwer bewaffnet.
    Endlich sind wir an der Reihe. Die Fotografin überlegt hin und her, wie sie Tapsi am besten ins rechte Licht setzen könnte, denn mit dem feliden Volk hatte sie noch nie zu tun. Doch dann hat sie die Idee! Da ist eine Holzwand und wenn er hinter der hervorschauen würde, wäre das ein fantastisches Motiv. Doch ob der Kater wohl mitmacht?
    Aber der, geübt durch diverse Foto- und Filmaufnahmen meistert die Aufgabe ohne jede Probe beim ersten mal wie ein Profi. Jetzt bin selbst ich erstaunt. Fast sieht es so aus, als hätte er genau verstanden was er machen sollte. Irre!



    Das Bild erhalten wir nicht sofort. Nach Bezahlung des Obulus erhalten wir einen Link zum Download. Das ist mir auch lieber als ein ausgedrucktes Papier und für eine sofortige digitale Übertragung habe ich ja keinen USB-Stick dabei.
    Noch einmal machen wir eine kurze Runde, dann hole ich die Sackkarre wieder, denn wir wollen wieder nach hause. Es ist ja zwischenzeitlich Fütterungszeit geworden und ich möchte Edward und Belle nicht warten lassen.
    Kaum sind wir ausserhalb des Tierheimgeländes, möchte er von meiner Schulter runter in‘s Gras.
    Na ja, meinetwegen, dauern auf der Schulter sitzen mag bisweilen etwas unbequem sein.
    Doch der Kater denkt nicht an‘s herumstreunen. Er schnüffelt hier, er schnüffelt da und beginnt dann zu scharren. Aha, alles klar. Er setzt sich hin und was dann kommt, ist kein Bächlein, sondern ein ausgewachsener Stausee!
    Braves Kätzchen, hast gewartet, bis wir wider draussen sind.
    Nun, auch Evi und ich haben Geduld und irgendwann wird der See ja aufgefüllt sein.
    Kurz schnüffelt der Kater noch an seinem Werk, doch dann will er sofort wieder auf die Schulter.
    Oh, oh, jetzt muß ich schnell sein, sonst klettert er selbst hoch und das hieße für mich großes Aua!
    Und so machen wir uns alle drei auf den Weg nach hause.
    Edward und Belle werden uns schon sehnsüchtig erwarten.
    Dann kann Tapsi ihnen erzählen, was so alles passiert, an einem Sonntag.
    Mike & Miezka & Mowgli

  2. #2
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    Wie immer so schön zu lesen und das Foto.... Tapsi das Supermodel

  3. #3
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    Schön wie immer deine Geschichten ,Mike Tapsi echt ein tolles Modell .
    **Zahme Vögel träumen von Freiheit... Wilde Vögel fliegen! **
    Besucherkätzchen

  4. #4
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    Ich hätt mir gewünscht dass der Graue mit euch gekommen wäre

  5. #5
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    Hallo Toba

    Ja, am liebsten hätte ich den kleinen grauen Kater mitgenommen.
    Aber ich muss realistisch bleiben. Ich wohne in der Stadt, in einem Wohnblock und bei mir wohnen bereits drei Katzen: Edward, Tapsi und Belle.
    Ich habe ja in der Geschichte geschrieben, wenn ich im Schwarzwald auf einem einsamen Bauernhof oder auch hier im Umland ländlich leben würde, dann wär’s kein Problem. Dann hätte ich den kleinen Grauen ganz bestimmt mitgenommen.

    Maunzende Grüße
    Mike mit den drei Teppichtorpedos Edward, Tapsi und Belle
    Mike & Miezka & Mowgli

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