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Thema: Abraxas - Ruhe in Frieden

  1. #1
    Registriert seit
    05.07.2018
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    Unhappy Abraxas - Ruhe in Frieden

    Lieber kleiner Abraxas,
    Ich habe dich erst am Sonntag (01.07.18) auf dem kleinen Bauernhof entdeckt und es war Liebe auf den ersten Blick. Du warst unterernährt, verwahrlost und völlig geschwächt. Doch ich wollte nur Dich!
    Ich nenne es Schicksal, dass ich Dich erblickt habe und Du mich mit Deinen klaren blauen Augen angesehen hast. Sofort habe ich Dich mitgenommen und Zuhause ein kleines Kistchen für Dich bereitet. Jedoch warst Du den ganzen Abend auf meinem Schoß oder auf dem meines Freundes. Auch in der Nacht hast Du mich mehrfach aufgeweckt, weil Du nicht alleine sein wolltest und ich war nach dem dritten Aufwachen etwas genervt, da mein Freund gerade Klausuren schreibt und nicht in der Verfassung ist an Schlafmangel zu leiden, doch ich bin immer gekommen und habe mit Dir gekuschelt. Rückschauend betrachtet tut mir jedes genervte Seufzen leid, dass ich ausgestoßen habe und ich hasse mich selbst dafür. Am nächsten Morgen habe ich mich gut um Dich gekümmert und wir haben auf der Terasse gekuschelt, so hast Du auch Lilli kennengelernt. Ab diesem Moment habe ich bereits bemerkt, dass irgendwas nicht stimmt, da Du plötzlich weniger gemauzt hast und noch ruhiger wurdest. Wir sind schließlich gegen Mittag zum Tierarzt gefahren und der hat Dir sofort Flöhe und Parasiten in geraumen Mengen diagnostiziert und Dich mit einem Flohspray eingesprüht und mich mit dem restlichen Flascheninhalt für die nächsten Anwendungen ausgestattet. Er hat Dir eine Überlebenschance gegeben, aber auch erwähnt wie niedrig sie ist. Doch mich hat das nicht im geringsten gestoppt. Ich habe Dich hier schon geliebt und mir geschworen, dass ich Dich durchbringe und Du ein tolles Leben mehr als verdient hast. Das Entwurmen wurde vom Tierarzt auf Mittwoch festgesetzt (wie ich hinterher erfahren musste, aus dem Grund, weil der wusste, dass Du bis dahin eventuell nicht mehr leben würdest).
    Schließlich sind wir wieder auf dem Heimweg gewesen und Du bist eingeschlafen und erst gegen Abend wieder aufgewacht. Ich habe Dich herausgenommen und mit einem Flohkamm gepflegt, was Du sehr entspannt und glücklich zur Kenntnis genommen hast. Du warst so ein schlauer Kater und hast sofort bemerkt, dass es Dir etwas bringt, wenn ich das mache. Als Jonathan von der Uni kam, hast Du auch von ihm Streicheleinheiten bekommen und hast anschließend sogar drei kleine Portionen Futter gefressen und eine ganze Spritzenladung Katzenmilch getrunken. Als Du wieder eingeschlafen warst haben wir Dich hoch ins Zimmer, dass du in Ruhe schlafen kannst und haben Dir gegen 23:00 nochmal Milch gegeben und deine Kiste komplett gereinigt und neu ausgelegt. Du hast so süß mit den Kuscheltieren in deiner Kiste gekuschelt, mein kleiner Schatz.
    Und dann kommt auch schon der schlimmste Teil der Geschichte, der damit beginnt, dass ich nachts von deinem Mauzen geweckt wurde. Ich stand auf und suchte ewig nach einer Lampe, damit ich nicht das große Licht einschalten musste und meinen Freund nicht weckte. Als ich Dich schließlich in hellem Licht meiner Schreibtischlampe aus deiner Kiste holte, blieb mir mein Herz für ein paar Sekunden stehen. Du lagst auf der Seite, neben Dir und auf dir Kot, dein Kopf war unnatürlich geneigt und du hast mich weinerlich mauzend angesehen. Ich habe Dich herausgenommen und Dir über dein Fell gestreichelt. In diesem Moment wusste ich genau, dass dein Hunger am Vorabend kein Anfall einer Besserung war sondern dein Proviant für deine Reise in den Himmel. Du hast noch weiter gemauzt bis schließlich auch Jonathan aufgewacht ist und ich ihm sagte, dass Du sterben wirst. Er war sofort hellwach und bei Dir. Du warst unsere Familie geworden, mein Engel.
    Ich habe meine Mutter geweckt und diese meinte, dass Du mich geweckt hast, nicht weil Du Schmerzen hast sondern weil du „Danke“ und „Tschüss bis bald“ sagen möchtest. Wir haben uns alle verabschiedet und sie hat Dich mit nach unten genommen. Das letzte was ich von Dir gehört habe, war dein Mauzen als sie die Tür meines Zimmers verlassen hatte mit dir auf ihrem Arm. Wenn ich die Augen zu mache, höre ich es noch immer und sehe Dich vor mir auf dem Hof oder auch in deiner Kiste wie Du mich weinerlich und voller Tod in deinen Augen anblickst.
    Du bist um 05:30Uhr für immer von uns gegangen und wurdest bis zu Deinem letzten Atemzug begleitet. Dein Leben war so kurz und es ist so unglaublich unfair, dass es so schlimm für Dich gewesen sein musste. Doch ich hoffe von ganzem Herzen, dass die zwei Tage bei uns in der Familie, ein würdiger und schöner Abschied für Dich waren ❤️

    Du hast eine Familie gefunden, die Dich niemals vergessen wird! Du bist in unserem Garten begraben und ich kann mir auch absolut keine andere Stelle passender vorstellen, als im Kreise deiner Familie und direkt bei deinen Liebenden.

    Die Zeit, die wir zusammen verbringen durften war leider nur sehr kurz, doch manchmal zählt einfach die Qualität und nicht die Quantität.

    Wir lieben Dich, Abraxas!

    Und wir hoffen alle, dass Du nun an einem Ort bist, an dem es Dir hervorragend geht und Du umsorgt und geliebt wirst. Genauso wie Du von uns geliebt wurdest und noch immer geliebt wirst, mein Kleiner. Ich hoffe, dass wir uns irgendwann wiedersehen können und ich Dir übers Fell streicheln kann und weiß, dass Du damals von Gott in den Himmel geholt wurdest, um Dir ein Leben nach dem Tod ohne Schmerzen zu ermöglichen.

    Ich bin bis zum heutigen Tage am Überlegen, ob ich etwas hätte verändern können, ob ich Dich hätte retten können. Wenn ich früher zu dem Hof gefahren wäre, vielleicht hätte ich Dich früher gefunden, als die Hofbesitzer die angaben Dich erst Ende Juni in der Scheune gefunden zu haben. Doch langsam beginne ich zu begreifen, dass es leider Dinge gibt die außerhalb meiner Kontrolle liegen...

    Ich wollte Dir ein wunderschönes Leben geben und mit Dir Zeit verbringen, doch das Schicksal hatte leider einen anderen Plan...

    Wir werden Dich NIEMALS vergessen, mein Schatz.
    Ruhe in Frieden.

  2. #2
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    Es tut mir so leid, Maren. Das kleine Kerlchen hatte keine Chance auf Leben. Aber wie du selbst schriebst, er war nicht allein, eure Liebe und Fürsorge haben ihn begleitet. Egal, ob man nur Tage, Wochen, Monate oder Jahre miteinander verbringt. ...die kleinen Knutschkugeln wachsen uns sofort ans Herz und jeder Abschied ist furchtbar!
    Traurig ist auch, dass noch immer so viele Menschen, wie eben die Bauern, ihre Katzen und Kater nicht kastrieren lassen bzw. sich dann nicht um Gesundheit und Wohlbefinden der Eltern- und Jungtiere kümmern. So hätte dem kleinen Abraxas und letztendlich auch euch viel Leid und Trauer erspart werden können.

    Für eine Zeit halten wir deine Pfötchen fest, dein Herz aber ein Leben lang!


    Liebe Grüße von Heike mit ihren Schnurrern Willi, Rico, Fritzchen und Rudi


    Für immer im Herzen und im Kopf ....Plüschi, Oskar, Jacki, Otti, Lottchen, Theo, Hugo und Nelly

  3. #3
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    5.466
    Das Schicksal ist so ungerecht.
    Es ist nicht fair, dass Dein Abraxas keine Chance auf ein Leben in Liebe und Geborgenheit bei Euch verbringen durfte.
    Aber schuld daran ist wohl nicht das Schicksal, sondern die Vorbesitzer.
    Dein Abraxas ist jetzt im Regenbogenland. Dort wird es ihm gut gehen. Vielleicht
    schickt er Euch irgendwann, wann ihr bereit dazu seid, einen kleinen pelzigen Erben,
    der an Euer Herz klopft und ihr sein Testament erfüllen könnt.
    Liebe Grüße von Sabine mit



    und den Regenbogenkatzen - für immer im Herzen


  4. #4
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    2.745
    Maren, das tut mir leid.

    Aber es war dir vorbestimmt, Abraxas kennen zu lernen. Er wird dir noch mitteilen, was seine Aufgabe bei dir war.
    Von den Katzen kann man Gelassenheit und unendliche Geduld lernen (von mir)

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