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Thema: Abschied von meiner Kira - Schuldgefühle ohne Ende

  1. #1
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    Abschied von meiner Kira - Schuldgefühle ohne Ende

    Hallo,

    ich habe mich vor 2 Tagen von meiner Kira verabschiedet und kann immer noch nicht fassen, dass sie nicht mehr da ist. Sie war 15 Jahre alt und hatte laut Tierärztin ständig Schmerzen (Knie, Rücken, Hüfte). Ich selbst hab es ja auch gemerkt, dass sie kaum noch stehen konnte - wenn sie gefressen oder getrunken hat, hing ihr Hintern halb auf dem Boden. Mein Laufen kam sie immer wieder ins Straucheln oder sackte ab. Sitzen war wegen ihrer kaputten Knie (beide Seiten nach Kreuzbandriss operiert) gar nicht möglich, sie konnte nur noch liegen. Auch die verkrampfte Haltung ihrer Rute sprach Bände. Sie wurde lange Zeit mit Schmerzmitteln behandelt, leider hat ihr Körper zum Schluss auf alles mit Nebenwirkungen reagiert - von Durchfall über Übelkeit bis hin zu Kreislaufproblemen war alles dabei. Am Wochenende ein letzter Versuch mit Previcox. Statt ihre Schmerzen zu lindern, haben die Tabletten aber nur dazu geführt, dass sie das ganze WE gehechelt hat. Ich vermute, ihr war kotzübel. Sie musste ein paar Stufen laufen, die schleppte sie sich trotz meiner Hilfe (sie wog 35 kg) nur noch sehr mühsam hoch. Leider kamen noch schwere Inkontinenz und ein großer Tumor im Brustbereich dazu, der sie zusätzlich belastete. Sie hatte bereits zweimal einen hochgradig bösartigen Mastzellentumor ... Diesen haben wir aber nicht mehr untersuchen lassen, weil eine OP sowieso ausgeschlossen war.

    Ich habe mich bereits seit Wochen mit der Entscheidung rumgequält, aber am Wochenende bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass meine Kira nicht leiden soll. Ständig hatte ich Angst, dass sie mir auf der Straße zusammenbricht, dass sie die Treppe runterfällt, dass ihr Tumor aufgeht, denn es war ja beim Liegen ständig Druck drauf. Ich war von meiner Entscheidung überzeugt, auch am Montag noch, als ich die Tierärztin anrief. Sie kam Dienstagvormittag und ich war ganz ruhig und völlig sicher, das Richtige zu tun. Für meinen Hund. Sie ist ganz friedlich, ohne Angst und innerhalb von nur 1 Minute eingeschlafen. Eine Stunde später wurde sie vom Tierkrematorium abgeholt. Als sie weg war, kamen die Zweifel, die mich einfach nur fertigmachen. Habe ich das Richtige getan? Ich muss dazu sagen, dass Kira kein Hund war, der sich Schmerzen anmerken lässt. Der Ratschlag in Hundeforen, dass man den Hund so lange leben lassen sollte, wie er noch Lebenswillen zeigt, war auf meinen Hund nicht anwendbar - sie hätte niemals aufgegeben! Und das macht mich so fertig. Vom Kopf her war sie ein ewig alberner, verrückter Welpe, aber die hintere Hälfte ihres Körpers war total kaputt. Habe ich richtig entschieden? Oder habe ich ihr Lebenszeit geraubt?

    Die Zuversicht, dass alles gut ist, so wie es ist, wechselt sich ab mit Momenten, in denen ich bloß heule und bereue. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich es dann wieder tun? Dann denke ich wieder, wenn ich es diese Woche nicht getan hätte, dann vermutlich in der nächsten, wenn sich ihr Zustand weiter verschlechtert hätte. Dass der Sommer eine Qual für sie werden würde, war mir schon seit Monaten klar - das wollte ich ihr nicht antun. Ich bin hin und hergerissen, fühle mich einfach nur schlecht und breche immer wieder in Tränen aus. Zum einen, weil sie mir so unendlich fehlt, zum anderen, weil ICH es war, die die Entscheidung getroffen hat. Sie wäre niemals von selbst eingeschlafen, ihr Herz war stark. Ich wollte aber auch nicht, dass ihr Leben dramatisch endet, voller Angst, Schmerz und Panik. Wenn ich zu lange gewartet hätte, wäre das mit hoher Wahrscheinlichkeit passiert. Trotzdem komme ich nicht damit klar, habe Schuldgefühle ohne Ende ... Glaubt ihr, ich habe richtig entschieden? Werde ich irgendwann zurückblicken, und sagen: So wie es geschehen ist, war es am besten für Kira?

    Verzweifelte Grüße
    Kekskugel

  2. #2
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    Fühl dich gedrückt nach dem was du schreibst bin ich sicher das es der richtige Zeitpunkt war , wir haben schon einige Hunde gehen lassen, den letzten vor knapp einem Monat und nun haben wir noch eine Hündin bei der wir wissen das sie altersbedingt mit 15 Jahren 6 Mon. uralt ist , ich hoffe das ich auch bei ihr den richtigen Zeitpunkt finde. Noch ist sie altersgerecht "mobil" aber bei einem grossen Hund kann es dann schnell gehen

    Also mach dir keine Vorwürfe Kira hat jetzt keine Schmerzen mehr und du hast sie bis zuletzt begleitet

    Ein Optimist findest immer einen Weg. Ein Pessimist findet immer eine Sackgasse. – Napoleon Hill -

  3. #3
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    Danke Oesfun für deine lieben Worte. Tut mir leid, dass du dich vor so kurzer Zeit auch verabschieden musstest.

    Ich hoffe so sehr, dass es der richtige Zeitpunkt war - wer weiß das schon? Ich sehe sie halt stets vor mir, wie sie in ihren fitten Momenten war und frage mich dann, ob es nicht noch eine Weile gut gegangen wäre. Andererseits: Wenn ich zu lange gewartet hätte, hätte ich mir wohl vorgeworfen, nicht früher eine Entscheidung getroffen zu haben. Schon jetzt macht mich der Gedanke fertig, dass sie Schmerzen hatte, die ich ihr nicht auf andere Weise nehmen konnte als dadurch, sie gehen zu lassen.

  4. #4
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    Liebe Kekskugel,
    ich wollte hier gerade eigentlich nur mein eigenes "Thema" einsetzen, mir ist heute gar nicht Trost spenden. Da hab ich Deinen Bericht gelesen und meine Meinung geändert:

    Mein ganz herzliches Beileid!!! Natürlich hast Du richtig entschieden. Es ist unsere Pflicht, unsere Lieblinge zu erlösen, wenn sie nicht mehr können und vor allem Schmerzen haben. Kira dankt es Dir.... ganz sicher! Ich wünsche Dir viel Kraft für die nächste Zeit!

  5. #5
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    Hallo Kekskugel es tut mir sehr sehr leid und ich bin echt in Gedanken bei Dir .
    Auch ich musste heute auf den tag vor drei wochen meinen sammy gehen lassen .
    Die entscheidung fiel mir so schwer ,das ich heute noch daran zuzgrunde gehe.
    Seit drei Wochen bin ich nur am weinen weil er mir ueberall fehlt. Es tut so unsagbar weh.
    Lass deiner Trauer freien Lauf das hilft mir momentan ein wenig und ich weiss das er jetzt keine Schmerzen mehr hat .
    Jeden Tag schau ich mir seine Bilder an und denke an die vielen schönen Erlebnisse die wir hatten ,
    Ich hab auch angefangen ein Buch zu schreiben und mir fallen unter vielen Tränen dann immer viele lustige Sachen ein.
    Aber fehlen tut er mir unendlich.
    Ich weiss nicht wie lange es dauert das ich es an mich ran lasse das er wirklich nicht mehr da, ist nur momentan will ich es auch garnicht.
    Und des ist auch wichtig für uns.
    Ich habe mittlerweile nur langsam verstanden ,
    das ich mit falsch verstandener Mitleidsliebe seine Schmerzen nicht nehmen konnte.
    Aber mit meiner schweren Entscheidung die mir aufs Herz drückt habe ich ihm helfen können.
    Sonst wäre er mir erstickt und das hätte ich mir glaube ich nie verziehen .
    Deine Kira läuft meinem Sammy bestimmt über den Weg den er mochte Mädels über alles.
    Ich drücke Dich ganz fest und verstehe Dich nur zu gut.

  6. #6
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    Ich möchte euch noch einmal für eure tröstenden Worte danken. Ich bin jetzt seit genau 1 Monat ohne meine Kira. Ich hatte letztens ein paar Tage, wo ich dachte, jetzt geht es bergauf, aber gestern und heute ist es wieder sehr schwierig für mich. Seit vier Wochen wälze ich immer die gleichen Gedanken in meinem Kopf hin und her. Was, wenn ich doch noch ein Schmerzmittel gefunden hätte, das ihr wirklich geholfen und das sie auch vertragen hätte? Aber selbst dann ... Gegen die Schwäche in den Hinterbeinen hätte es auch nichts mehr ausgerichtet. Und dann die ganzen anderen Probleme. Ich komme immer wieder zu der gleichen Schlussfolgerung, dass ich nämlich gar keine andere Wahl hatte. Aber dann sehe ich sie vor mir, ihren wachen Blick ... Trauer ist schlimm genug, aber in Kombination mit Zweifeln und Schuldgefühlen ist es fast unerträglich. Fühle mich, als hätte ich sie gegen ihren Willen weg geschickt. Dann aber wieder so Momente, wo ich Frieden schließen kann mit meiner Entscheidung. Letzte Woche zum Beispiel, als es hier bei uns unerträglich heiß war. Da dachte ich: Das hätte sie doch nie geschafft. Sie hätte nur noch hechelnd und in ihrem eigenen Urin auf ihrer Decke gelegen. Fast hoffe ich auf einen sehr heißen Juli + August (obwohl ich Hitze eigentlich nicht mag) - ich wäre jeden Tag dankbar, dass meine Kira es nicht mehr ertragen muss und könnte besser abschließen.

    Musste das jetzt einfach nochmal aufschreiben. Ich hab das Gefühl, in meiner Familie kommen alle gut damit zurecht. Nur ich quäle mich durch die Zeit ... Hier werde ich wenigstens verstanden.
    LG, Kekskugel

  7. #7
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    Hallo Kekskugel,

    auch von mir herzliches Beileid. Ich habe das gleiche Problem wie du. Kannst ja mal meinen Beitrag lesen. Ich frage mich auch seit 5 Wochen Tag und Nacht, ob ich noch hätte warten sollen mit dem Einschläfern. Er hatte noch einen wachen Blick, war aber schwach und fraß seit Tagen nicht mehr. Die Zweifel machen mich wahnsinnig. Wie bist du denn mittlerweile damit klar gekommen? Ich glaube nicht, dass es ich jemals schaffen werde. Bei seinen Vorgängen ging es nicht anders. Bei ihm bin ich so unsicher...L.G. Tömmchen

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