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Thema: Habe ich mich richtig verhalten?

  1. #1
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    Habe ich mich richtig verhalten?

    Hallo zusammen,

    ich habe vor ein paar Tagen ein kleines Kätzchen von der Straße holen müssen, die überfahren wurde.

    Die Katze robbte sich mit den Vorderpfoten von der Straße auf den Bürgersteig, konnte ihre Hinterpfoten nicht mehr benutzen und der Popo schleifte sie hinter sich her! Anscheinend war ihr Rückgrad gebrochen oder verstaucht.

    Ich nahm sie kurz hoch und legte sie auf ein Handtuch und genau in dem Moment spuckte sie einen Schwall Blut aus dem Mäulchen. Sie verzog auch immer wieder das Mäulchen. Bin dann nochmal schnell ins Haus zurück und habe einen Karton geholt und als ich wieder kam, zog sich ihr Bauch richtig zusammen und starb.

    Habe das Kätzchen in den Karton gelegt und bin damit zu ihrer Besitzer gegangen und erklärte ihr, was passiert war.

    Verletzungen konnte man an dem Kätzchen nicht erkennen.

    Was mich auch aufgefallen war, ihre Nase wurde richtig dick und stand richtig raus, wie aufgeblasen. Die Besitzerin kam später zu mir und sagte; ihre Katze hätte auch eine dicke Blase aus dem Mäulchen kommen sehen und sie hätte ihre Tierärztin angerufen und die hätte ihr gesagt; dass das vermutlich ein Teil der Lunge gewesen sein konnte?

    Meine Frage: habe ich mich richtig verhalten, oder hätte ich für das Kätzchen noch etwas tun können, wenn ich direkt mit ihr zum Tierarzt gefahren wäre?

    Das beschäftigt mich die ganze Zeit. Alles zusammen hat das so ungefähr 10-15 Min gedauert. Habe ich wertvolle Zeit vergeudet? Bis zur nächsten Tierarzt sind es 10-15 Min bei schneller Fahrweise.

    Mit freundlichen Grüßen

    Karla

  2. #2
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    Vielen Dank, dass Du nicht weggesehen hast und Dich um das Kätzchen kümmertest

    Es musste nicht allein sterben und seine Besitzer wissen was ihm ist

    Ich bin der Meinung, dass Du alles richtig gemacht hast

  3. #3
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    Also, ich denke, du hättest nichts mehr groß tun können. Sicherlich hättest du gleich zu einem TA fahre können, aber dieser hätte die Katze vermutlich auch eingeschläfert. WENN sie nicht schon auf dem Weg dahin gestorben wäre.


    Tiere sind die besseren Menschen

  4. #4
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    Bin heute noch niedergeschlagen.

    Die Frau die das Kätzchen angefahren hatte, stand weiter oben bei ihrem Fahrzeug und heulte sich die Augen aus. Sie erzählte unter Tränen, dass 2 Katzen über die Straße gelaufen wären und die Graue es gerade so noch geschafft hätte.

    Ich fahre die Strecke jeden Tag und mir ist wirklich schleierhaft, wie man die beiden Kätzchen übersehen konnte. Man kann locker 50 Meter in die Einfahrt von der Straße aus einsehen, man sieht dort Katzen schon sehr weit auf die Straße zulaufen.

    Niemand wollte dem Kätzchen helfen, alle sind dran vorbei gefahren und niemand hat in der Nachbarschaft die Tür geöffnet

    Bin entsetzt über so viel Gleichgültigkeit!

  5. #5
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    Du hast alles Richtig gemacht. Manchmal kann man eben nicht mehr helfen
    Katzen rennen teilweise so kurz und schnell auf die Straße...man kann manchmal einfach nicht schnell genug bremsen, weil einfach der Bremsweg zu kurz ist. Leider.

  6. #6
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    Ich denke auch, du hättest nichts besser machen können. Eine zärtliche Hand in den letzten Minuten ist besser als der zusätzliche Stress durch Autofahren, fremde Gerüche, Untersuchung usw.

    Ich finde es auch immer wieder furchtbar, wie viele Tiere einfach auf der Straße liegen gelassen werden. Gerade hier auf dem Land. Füchse, Marder, Katzen, Vögel, Igel, alles plattgewalzt von Autofahrern

    Mir ist es vor Jahren mal so gegangen, da hatte ich eine überfahrene Katze gefunden, deren ganze hintere Hälfte praktisch platt war. Sie hat noch gelebt, war aber selbst zum Schreien zu schwach. Da bin ich sogar noch einen Schritt weitergegangen und habe ihre Schmerzen mit einem kurzen Griff beendet. Ist mir nicht leicht gefallen, aber kein TA der Welt hätte ihr noch helfen können. Ich hab sie dann mitgenommen und bei mir im Garten unter Blumen begraben. Das Bild verfolgt mich heute noch, und ich habe leider auch nie rausgefunden, wem sie gehört hat...
    Wenn du einen reichen Freund nicht besser behandelst als einen armen; wenn du der Welt ohne Lüge und Täuschung gegenüberstehen kannst; wenn du sagen kannst, dass es in deinem Herzen keine Vorurteile gegen die verschiedenen Rassen und Religionen gibt; wenn du bedingungslos lieben kannst, ohne Druck auszuüben oder Erwartungen zu haben - dann, mein Freund, bist du fast so gut wie dein Hund.

    Alina und Renée mmmmmmmmund Artus (+ 2007) in liebender Erinnerung

  7. #7
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    Karla, ich kann Dir auch nur danken, dass Du gehandelt hast, wie Du gehandelt hast! Nach dem, wie Du die Verletzungen schilderst, glaube ich auch nicht, dass das arme Kerlchen es bis zum TA noch geschafft hätte und ihm hätte geholfen werden können.
    Dass Dich das alles so bewegt, ist mehr als nachvollziehbar. Es ist so lieb von Dir, dass Du nicht weggesehen hast, dem Kätzchen zur Seite standest und die Besitzer informiert hast. Aber man muss auch der Fahrerin zugute halten, dass ihr das Geschehene nicht gleichgültig war. Klar, SIE hätte anhalten und sich kümmern sollen/können. Aber gut möglich, dass sie geschockt war.

    Ich bekam vor ziemlich genau einem Jahr den schlimmsten Anruf meines Lebens. Eine Frau sagte, auf der Strasse liegt eine Katze, leider tot. Es war mein Otti....
    Diese Frau fuhr hinter dem Unfallauto, hat alles gesehen und sofort reagiert. Sie nahm meinen Otti von der Strasse, legte ihn ins Gras und ermöglichte somit, dass ich meinen Liebling wie schlafend vorfand. Ich werde ihr bis zu meinem letzten Atemzug dankbar sein. Ich wünschte, es gäbe mehr Leute wie sie und Dich!

    Aber zum Thema "Katzen sehen" muss ich sagen, dass das nicht so einfach ist. Katzen reagieren nicht logisch. Und ich, die selber Katzen hat und beim Autofahren ganz besonders auf Tiere achtet (und somit schon mal Umleitungsschilder übersieht ) komme ab und an in brenzlige Situationen, die bis jetzt aber GsD gut ausgingen! Man darf auch (leider) nicht vergessen, dass man ab und zu ein Fahrzeug hinter sich hat und somit ein Bremsmanöver riskant ist. Denn leider hat man das Gesetz dann nicht auf seiner Seite.

    Für eine Zeit halten wir deine Pfötchen fest, dein Herz aber ein Leben lang!


    Liebe Grüße von Heike und ihren Schnurrern

  8. #8
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    Ist ja furchtbar! Ich bekomme das Bild auch nicht aus dem Kopf, als sich das arme Mäuschen zum Bürgersteig gerettet hat und als ich so sanft angehoben hatte, Blut aus ihrem Mäulchen gelaufen ist. Da dachte ich schon, oh je!

    Man liest ja oft von Katzen die Angefahren oder überfahren wurden, das sie nach ein paar Monaten wieder auf der Reihe waren. Prellungen, Knochenbrüche usw.

    Ich dachte im Nachhinein, dass sie vielleicht an dem Schock verstorben ist. Sie hat richtig um ihr Leben gekämpft! Scheiß Autos

  9. #9
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    Zitat Zitat von uta_stareprawo Beitrag anzeigen
    Ich finde es auch immer wieder furchtbar, wie viele Tiere einfach auf der Straße liegen gelassen werden. Gerade hier auf dem Land. Füchse, Marder, Katzen, Vögel, Igel, alles plattgewalzt von Autofahrern
    Leider kann man aber auch nicht überall anhalten und das Tier "einsammeln", zumal die meisten Unfälle in der Dämmerung passsieren... Ich sehe die meisten toten Tiere immer auf einer Bundesstraße und im Wald, durch den ich täglich fahre, aber da kann man halt (kurvige enge Strecke ohne Platz zum Parken) auch nicht mal eben anhalten. Letztens sind mir zwei Vögel gegen das Auto geflogen, da hätte ich auch gerne angehalten und geguckt, aber es war mir einfach zu gefährlich

    Als ich mal anhalten konnte bei einer toten Katze am Straßenrand (nicht von meinem Auto getötet), habe ich mir die Tatowiernummer im Ohr gemerkt und das Tierheim angerufen bezüglich der Info, falls jemand das Tier vermisst. Bei einer sterbenden/verletzten Katze korrekt zu handeln, ist ja auch nicht immer leicht, schließlich hat man nicht immer eine Box im Auto und wenn abzusehen ist, die Katze ist tödlich verletzt, würde ich auch lieber haben, dass sie "in Ruhe" draußen stirbt als noch ins Auto gezerrt wird...Andererseits will man sie natürlich nicht unnötig leiden lassen. Alles schwierig.

    Man unterschätzt als Autofahrer oft die Wirkung aufeinanderprallender Geschwindigkeiten... Ich habe auch schon Eichhörnchen, Füchse und Marder, dieses Jahr sogar zwei Reihe, vor meinem Auto rumhüpfen sehen und bin dankbar, dass ich noch kein Tier erwischt habe!

    Wer fertig ist, dem ist nichts recht zu machen; ein Werdender wird immer dankbar sein.

    (aus: Goethe, Johann Wolfgang: Faust, Vorspiel)

  10. #10
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    Ja das kann mitunter sehr schnell gehen. Mir sind auch schon am späten Abend zwei wunderschöne Rassekatzen (Bengal und Abessinier) ganz plötzlich über die Straße gerannt. Mein Glück war, dass es eine 30er Zone war und ich als Fahranfänger eh im Dunkeln noch vorsichtig fahre. ich hätte mir ewig Vorwürfe gemacht, wäre da was passiert.


    Tiere sind die besseren Menschen

  11. #11
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    Ich denke die Frau macht sich ihr Leben lang Vorwürfe. Gerade bei vermeidbaren Unfällen. Gerade an dieser Stelle, sieht selbst der einäugige eine Katze aus der Entfernung auf die Straße laufen. Deshalb bin ich auch so angesäuert!

  12. #12
    Ich frage mich auch auf diese Frage

  13. #13
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    Liebe Karla,

    Du hast alles richtig gemacht. Danke, dass Du nach der angefahrenen Katze gesehen hast.

    Hast Du denn den Unfall gesehen? Denn nur dann kannst Du darüber urteilen.
    Selbst auf noch so übersichtlichen, geraden Straßen, kann ein Autofahrer manchmal einen Tierunfall nicht verhindern. Es kommt doch ganz darauf an, in welcher Stelle sich die Katze im Bezug das Auto befand, als die Katze auf die Straße gelaufen ist. Da kannst niemand was machen, egel wie übersichtlich die Straße ist und wie langsam und vorsichtig der Autofahrer unterwegs ist, wenn die Katze unmittelbar vor dem Auto auf die Straße rennt.

    Wenn Du den Unfall direkt gesehen hast und die Situation so war, dass die Autofahrerin wirklich zu schnell gefahren ist, oder nicht rechtzeitig gebremst hat, ohwohl sie es gekonnt hätte, dann kannst Du sicher wütend sein auf die Autofahrerin.
    Aber sie wird sich selbst lange Zeit Vorwürfe machen, egal, welchen Anteil Schuld sie an dem Unfall hat.

    Aber man muss auch ehrlich sagen, dass Katzenhalter eine erhebliche Mitschuld an Unfällen mit Katzen tragen, z.B. wenn sie ihre Katzen zu früh in den Freigang lassen oder Freigang an recht befahrenen Straßen gewähren. Gerade Katzen, die unter einem Jahr alt sind, sind besonders gefährdet.

    Du hast aber alles richtig gemacht. Leider kann auch der TA einem angefahrenen Kätzchen nicht mehr helfen.
    Liebe Grüße von Sabine mit



    und den Regenbogenkatzen - für immer im Herzen


  14. #14
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    Zunächst, du hast dich wirklich sehr couragiert verhalten. Ich bin mir sicher, viele Menschen würde so eine Situation einfach ignorieren.

    Du hast meiner Meinung nach alles absolut richtig gemacht. So wie du das alles beschreibst, hätte man dem armen Tier vermutlich nicht mehr helfen können. Also mach dir bitte eine Vorwürfe!

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