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Thema: Sattelpaßform - auf was man beim Sattelkauf achten muß

  1. #1
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    Sattelpaßform - auf was man beim Sattelkauf achten muß

    Teil 1

    Durch meinen Fjord, der sich aufgrund seines Wachstums immer wieder veränderte, bin ich dazu gekommen mich mit dem Thema Sattelpaßform zu beschäftigen.
    Da ich immer wieder Reiter mit fürchterlich sitzenden Sätteln sehe und mir die Pferde drunter unendlich Leid tun, möchte ich hier einfach mal ein paar sehr gute Links posten, was man zur Paßform von Sätteln als Grundwissen haben sollte.

    Generell: Bevor man ein Pferd mit einem neuen Sattel reitet, sollte man eine kompetenten Sattler draufschauen lassen. Ein unpassender Sattel kann irreparable Schäden an der Muskulatur und den Knorpeln verursachen. Pferde können aufgrund unpassender Sättel unreitbar werden!!!!

    Genauso wie uns nicht jeder Schuh im Laden paßt, passen unseren Pferden auch nicht alle Sättel. Und ein Hersteller, der behauptet seine Sättel passen auf jedes oder fast jedes Pferd, lügt definitiv!


    Bei englischen Sätteln müssen die Kammerweite, die Länge und auch der Schwung im Baum zum Pferderücken passen
    Bei Westernsätteln und auch Endurancesätteln sprechen wir da von Gulletweiten, Länge der Bars, Winkelung der Bars, dem sogenannten Rock (Schwung) und dem Twist (Drehachse der Bars). All diese Maße müssen jeweils aufs Pferd passen. Und da kommt eben ein Fachmann ins Spiel, der sein Handwerk gelernt hat. Er ist immer im Endeffekt billiger als später durch Schäden massenweise Geld für Osteopathen und Tierärzte ausgeben zu müssen.



    Hier kommt der allergenialste Link zum Thema Sattelpaßform (Beiträge von carnacat):
    http://www.pferde-forum.org/wbb/pfer...ttels-richtig/

    Und wenn alle diese Punkte passen, dann trotzdem nochmal den Fachmann ranlassen. Stellt Euch einfach mal vor, Ihr müßtet mit scheuernden Schuhen einen Tanzwettbewerb gewinnen

    Falls der Text irgendwie da verloren geht kopiere ich ihn hier nochmal:
    Hallo zusammen, ich dachte ja mein Beitrag wäre mit dem Platzen des Pforgs im Nirvana verschwunden, aber ich hab ihn neulich in einem Parallel-Universum wiedergefunden und war diesmal schlauer und hab ihn gleich abgespeichert

    Also die unterschiedlichen Kammerweiten kommen zustande, weil die Hersteller von Sätteln unterschiedlich langschenklige Kopfeisen verwenden.
    Stübben beispielsweise verwendet recht lange Kopfeisen, daher ist eine 30er Stübbenkammer relativ normal-schmal während eine 30er Passier-Kammer schon ziemlich weit ist, was daran liegt dass eben die von Passier verwendeten Kopfeisen relativ kurz sind.
    Gemessen wird immer von Ortspitze zu Ortspitze.
    Als Faustregel kann man sich merken, dass bei Sätteln die kurze Kopfeisen haben eine größer Toleranz in der Passgenauigkeit herrscht. Je kürzer die Kopfeisenenden desto mehr unterschiedlichen Pferden kann der Sattel theoretisch aufgelegt werden.
    Englische und italienische Hersteller verwenden kürzere Kopfeisen.
    Stübben hat mit die längsten Kopfeisen.

    Ich habe euch mal einen Sattel von vorne ohne Kissen - also Polster - fotografiert, damit man sehen kann was ich meine:



    So betrachtet ist also nicht unbedingt der Abstand zwischen den Ortenden interessant, sonder der Winkel den das jeweilige Kopfeisen bildet.
    Dazu muss man sich, wenn man das im Laden ausmessen will das Kissen quasi wegdenken, denn ein Polster kann diesen Winkel erheblich verfälschen und gleicht einen nicht passenden Winkel KEINESFALLS aus!



    Hier mal der Torso eines Pferdes im Durchschnitt und was man sich vorstellen muss wenn das Kopfeisen draufliegt; das grüne "Eisen" liegt optimal:




    Am Pferd könnt ihr diesen Winkel mit einem Draht nachformen.
    Dazu fühlt ihr mit der Hand wo die Schulterblattspitze in Richtung Rücken zu ende ist und biegt zwei-drei Fingerbreit hinter dieser Stelle einen Draht über den Widerrist bzw. dort wo der Widerrist in den Rücken übergeht rüber. Wenn euer Draht dann fertig gebogen ist, und auf dem Widerrist liegt, sollte er so liegen dass seine unteren Spitzen ganz leicht (nur wenige Grad von der senkrechten Linie abweichend) zum Vorderbein hinzeigen.
    Unser Modder-Paint hat heute Modell gestanden, ich hab den Schulterknochen mal ungefähr markiert: (Impulso, genannt Lazi - eigentlich ein schimmersilberweisser Lusitanohengst - wie gesagt EIGENTLICH :roll: )




    Die Sitzgrösse wird bei englischen Sätteln vom vorderen Sattelnagel bis mitte des Efters (Hinterzwiesels) in Zoll gemessen.
    Habt ihr kein Zollmassband, macht nichts: teilt einfach die cm durch 2,54 und ihr habt das Mass in Zoll.



    Der Sattel sollte keinesfalls auf der Schulterblattspitze zu liegen kommen! Ihr könnt das Schulterblatt fühlen! (siehe grüne Markierung auf dem Modder-Paint :mrgreen: )Dahinter soll der Sattel liegen.
    Bei manchen Pferden kann das anatomisch zum Problem werden. Dann wendet euch auf jeden Fall an einen guten Sattler!!

    Der tiefste Punkt eines Sattels sollte etwa über dem 13/14 Rückenwirbel liegen, auf keinen Fall weiter hinten!



    Das Kissen eines Sattels sollte gleichmässig und weich gepolstert sein, so dass man es mit dem Daumen ein wenig eindrücken kann.
    Es sollten keine Knubbel zu fühlen sein, wenn man darüberfasst.
    Wenn ein Sattler ein Kissen aufpolstert sollte er darauf achten den Sattel mit dem Material zu polstern welches schon drin ist. Unterschiedliche Materialien "verknoten" sich miteinander und können die Ursache für starke Knubbelbildung sein.

    Wenn der Sattel (ohne Decke) auf dem Pferd liegt, sollte man von hinten nach vorn an der Wirbelsäule hindurchschauen können , wenn man hinter dem Pferd steht. Auf KEINEN Fall darf der Sattel an irgenteiner Stelle mit der Wirbelsäule Kontakt haben!!!!
    Die Wirbelsäule sollte ausreichend Platz haben. Manche Pferde haben breite und manche schmale Wirbel.
    Grundsätzlich sind sehr schmale Kammerkanäle abzulehnen, weil sie die Wirbel seitlich quetschen/drücken können.
    Aber auch extrem breite Kammerkanäle sind nicht von Vorteil, weil sie die Tragfähigen Muskelpartien nicht vollständig "nutzen"

    Die Kissen sollten breit sein um das Gewicht optimal zu verteilen.
    Wenn man von hinten durch den Kammerkanal schaut sollen die Kissen rechts und links neben der Wirbelsäule gleichmässig Kontakt zum Pferderücken haben. Hier kann man auch recht gut sehen ob ein Sattel eine Brücke bildet. Dann nämlich sind die Kissen in der Mitte des Sattels weiter von der Wirbelsäule entfernt als hinten und vorn.

    Übrigens: Ein langer Sattel ist nicht gleich ein guter Sattel!
    Je länger ein Sattel ist, desto mehr kann er die Eigenbewegung der Wirbelsäule im Lendenbereich, die beim Laufen des Pferdes entsteht - und von uns allen ja auch als Schwingen und Aufwölben erwünscht ist - blockieren.
    Einem kurzen Sattel mit breiten Kissen ist gegenüber einem langen mit schmaleren Kissen der Vorzug zu geben.
    Um noch ein weiteres Märchen zu beseitigen:
    Man versammelt ein Pferd nicht, indem man mittels eines längeren Sattels weiter hinten sitzt

    Wenn ihr einen gebrauchten Sattel kauft:
    Es ist ratsam bei einem gebrauchten Sattel die Polsterung auszutauschen. Dann nämlich kann sich die neue Polsterung quasi wie ein neuer Schuh dem neuen Pferd anpassen. Ein altes Polster hat sich einem anderen Pferd angepasst und wird sich schwertun sich zu verändern.

    - Schaut nach, ob alle Nähte in Ordnung sind; Oberseite, unter den Sattelblättern und von unten.

    - Checkt die Strupfen. Haben sie lange oder schräg verlaufende Löcher oder sind gar die Nähte kaputt mit denen sie festgenäht sind, lasst sie austauschen, meist ist es günstiger wenn man dies mit der neuen Polsterung in einem Abwasch machen lässt. Wenn man die Strupfen später extra erneuern lässt, kommen meist noch die Kosten für das Öffnen und Schliessen des Sattels hinzu. Wird der Sattel gepolstert ist das im Preis für die Polsterung in der Regel enthalten und wird für das Auswechseln von Strupfen nicht extra berechnet.

  2. #2
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    30.009
    Teil 2



    - Checkt, ob die Sturzfedern (Steigriemenaufhängung) richtig fest sind!
    Hab da schon dolle Sachen erlebt.

    - Checkt ob der Sattelbaum okay ist.
    Bei billigen Importsätteln brechen gerne die Kopfeisen; das könnt ihr feststellen indem ihr den vorderen Teil des Sattels zwischen eure Kniee klemmt und feste die Kniee zudrückt. Gibt er nach ist das Kopfeisen kaputt.
    Ist der Baum im Sitzflächenbereich gebrochen könnt ihr das checken indem ihr euch den Hinterzwiesel an die Hüfte klemmt und mit der Hand versucht den Sattel zu "biegen". Wenn er sich dabei verdreht oder knicken lässt, ist vorsicht geboten.
    Befragt aber in einem solchen Fall lieber einen Fachmann.

    Es lohnt sich in jedem Fall einen gebrauchten Markensattel zu kaufen, wenn sichergestellt ist, dass er dem Pferd passt/angepasst werden kann. Sollte sich das Pferd stark verändern kann man gute Gebrauchte in der Regel für fast den gleichen Preis wieder verkaufen, den man auch bezahlt hat.
    Solange ein Pferd noch wächst/im Aufbautraining ist auf jeden Fall eine gute Lösung!

    Und: ein guter Sattler wird sich den Sattel auf dem Pferd anschauen, bevor er ihn neu polstert! Oder es kommt ein vom Sattler instruierter Mitarbeiter der Firma, der dem Sattler präzise Angaben machen kann.

    Unterlagen:
    Grundsätzlich gilt: Eine Unterlage soll immer nur den Zwecke haben, den Sattel vor Verschmutzung zu schützen!
    Ausnahme bilden Sättel, die keine Polsterung haben, wie beispielsweise Westernsättel.
    Für sehr empfindliche Pferde empfiehlt sich ein echtes Lamm- oder Rehfell als Satteldecke. Das garantiert einen regulierten Wärmehaushalt und Lammfell wirkt gerade bei jungen Pferden leicht stossabsorbierend.
    KEINE synthetischen Felle verwenden! Unter ihnen entsteht starke Stauwärme, die zu extremer Schweissbildung führen kann, ohne dass der Schweiss vernünftig verdunsten kann.
    Jeder der mal einen Fleecepulli auf nackter Haut anhatte und damit so gearbeitet hat, dass er ins Schwitzen gekommen ist, weiss was ich meine.
    Unterlagen, welche angeblich die Passform eines Sattels verbessern sind Unsinn!
    Es mag einige sehr wenige Übergangslösungen dieser Art geben, die aber bitte auch nur nach Absprache mit einem Fachmann - und das ist bitte in diesem Fall der Sattler, NICHT der Tierarzt!!! - angewendet werden.


    Natürlich gibt es wie bei allen anderen Dingen auch wieder Sonderfälle, für welche wieder leicht abweichende Kriterien gelten.
    Alles was hier steht, betrifft in erster Linie alle Englisch-Sättel und auch die Iberischen Sättel, ist aber in Teilen für alle Sättel die auf dem Markt erhältlich sind gültig.
    Die einzige Ausnahme bilden baumlose Sättel, da diese keine oder nur eine bedingte Wirbelsäulenfreiheit haben.


    Ein sehr gutes Buch mit noch mehr Informationen hat Cornelia Koller geschrieben: Das Sattelbuch
    Auch sehr empfehlenswert ein englisches Buch welches sich auch für Nichtkönner der englischen Sprache durch die reichlichen Bilder selbst erklärt ist: Pain-Free Back and Saddle-Fit Book von Joyce Harmann
    Viel Spass beim Lesen!

    So liebe Leute, war mal wieder ein Roman, aber ich hoffe einige Unklarheiten beseitigt zu haben :mrgreen: Gruß vom carni



    Und hier nochmal ein guter Link aus dem ebay-Bereich für Westernreiter:
    http://testberichte.ebay.de/Passt-Eu...00000000749838

    Hallo liebe Westernreiter,

    wenn Ihr auch einen Sattel bei ebay gekauft habt und nicht ganz sicher seid, ob er Eurem Pferd wirklich gut passt, können Euch unsere Tipps vielleicht weiter helfen. Wir haben ziemlich viel Erfahrung mit dem Anpassen bzw. Austesten von Westernsätteln weil wir 15 Jahre lang einen Wanderreitbetrieb hatten und nur Westernsättel verwendet haben. Und so ein Wanderritt ist natürlich die ultimative Probe, ob ein Sattel bei Reiter und Pferd optimal sitzt....Und wenn ich die vielen Westernsättel bei ebay sehe, und wenn ich an die vielen Freizeitpferde und ihre Reiter denke, die mit diesen neuerworbenen Schnäppchen fertig werden müssen...Da will ich doch mal mein Wissen veröffentlichen, vielleicht hilft es dem einen Reiter oder dem anderen Pferd dabei, schmerzhafte Erfahrungen zu vermeiden.

    Also: Wenn Ihr Euren neuen Sattel das erste Mal auflegt, solltet Ihr kein Pad drunter legen. Natürlich sollt Ihr so nicht reiten!!! Ihr sollt erst mal nur ausprobieren, wie der Sattel sitzt.

    Wenn der Sattel jetzt ganz normal aussieht habt Ihr schon mal gute Karten.
    Wenn er vorn irgendwie hochsteht, dann ist er wahrscheinlich in der Schulter zu eng.
    Wenn er nach vorn - Richtung Widerrist - absackt und vielleicht sogar dort aufliegt, dann ist er in der Schulter zu weit.

    Optimal liegt der Sattel, wenn der tiefste Punkt in der Mitte des Sattels ist. Um das zu sehen könnt Ihr Euer Pferd genau von der Seite her anschauen, sozusagen im Profil. Im Zweifelsfall ist es immer günstiger, wenn der Schwerpunkt (der tiefste Punkt) eher nach hinten verschoben ist als nach vorn. Ansonsten verlagert der Sattel das Reitergewicht auf die Vorhand Eures Pferdes, was eine unnötige zusätzliche Belastung für dieses ohnehin anfällige Stück Anatomie unserer Pferde ist, und was vorzeitige Verschleißerscheinungen wie Hufrolle oder Arthrose zur Folge haben kann.

    Ein Sattel, der in der Schulter zu weit ist - also nach vorn absackt - ist weniger schlimm, als ein Sattel, der in der Schulter zu eng ist und dem Pferd bei jeder Bewegung wehtut. Einen in der Schulter zu weiten Sattel könnt Ihr durch ein doppelt aufgepolstertes Pad ausgleichen. So etwas macht aber nur Sinn, wenn man davon ausgeht, dass das Pferd noch kräftiger wird. (Z.B. bei einem Jungpferd, das noch im Aufbautraining ist.)

    Wenn der Schwerpunkt halbwegs gut aussieht, solltet Ihr testen, wie gut der Sattel das Reitergewicht verteilt. Im Optimalfall sollte der Sattel auf der gesamten Auflagefläche - außer im Bereich um die Wirbelsäule - das Pferd berühren. Wenn das nicht der Fall ist, entsteht punktförmiger Druck an verschiedenen Stellen, was dem Pferd ziemlich unangenehm sein kann.

    Für diesen Test solltet Ihr Euer Pferd MIT Pad satteln und nass reiten, - natürlich nicht, ohne es vorher aufgewärmt zu haben. Schaut Euch anschließend die trockenen Stellen auf dem Rücken Eures Pferdes an: Sie zeigen Euch genau, wo das Gewicht am stärksten eingewirkt (auf gut Deutsch: gedrückt) hat. Dort können nämlich die Schweißdrüsen nicht mehr arbeiten.

    Wenn eine Seite stärker verschwitzt ist, liegt das meistens nicht daran, dass der Sattel schief ist, sondern eher daran, dass Ihr entweder nicht gleichmäßig auf beiden "Händen" des Pferdes gearbeitet habt, oder auch noch daran arbeiten müsst, Eure natürliche Schiefe beim Reiten auszugleichen. (Alle Menschen sitzen bevorzugt in eine bestimmte Richtung, - genauso wie alle Pferde am liebsten auf einer bestimmten "Hand" gehen.)

    Wenn der Sattelabdruck nur an den Außenkanten zu sehen ist, liegt es daran, dass der Sattelbaum zu gerade für Euer Pferd ist. Es braucht dann einen Sattel mit mehr "Schwung" im Baum, - oder einen Sattler, der Euren Sattel in der Mitte gut aufpolstert.

    Ist der Abdruck zwar bis nahe an die Wirbelsäule zu sehen, aber nicht an den Außenseiten, dann ist Euer Pferd für diesen Sattel zu schmal in der Rippenwölbung. Dagegen hilft auch kein Aufpolstern.

    Noch mal: Euer Sattel liegt dann optimal, wenn der Schwerpunkt in der Mitte bis leicht nach hinten verlagert ist und wenn die verschwitzten Stellen nach der Arbeit ziemlich der Sattelfläche entsprechen, - außer im Bereich der Wirbelsäule und des Widerrists. Dort sollten im Optimalfall jeweils ca. 4 Fingerbreit Luft sein, - vier Finger rechts und vier Finger links von der Wirbelsäule. (Das garantiert, dass Eure Pferd in engen Wendungen nicht mit der Wirbelsäule gegen den Sattelbaum stösst.)

    Ach ja, - falls Euer Pferd noch nicht geritten wird und nur an der Longe geht o.ä., dann könnt Ihr es einfach mit gut festgegurtetem Sattel im Roundpen oder an der Longe nass arbeiten.

    OK, das Ganze hört sich vielleicht recht pingelig an, - aber Tatsache ist, dass Pferde nicht "Aua!" schreien können, - und dass ein Sattel für ein Pferd in etwa sowas wie ein Schuh für einen Menschen ist. - Was die Passform angeht. Und Ihr könnt Euch bestimmt vorstellen, wie es ist, mit unpassenden Schuhen herumzulaufen.....

    Wenn Ihr Euer Pferd nicht nass arbeiten könnt oder wollt, gibt es noch die Möglichkeit, die gesamte Sattelunterfläche GLEICHMÄSSIG mit einer Kreide, die in Kontrast zur Fellfarbe Eures Pferdes steht, einzureiben. Und es dann mit fest angegurtetem Sattel OHNE PAD spazieren zu führen. Da kann man auch schon recht viel erkennen.

    Gut, - jetzt hoffe ich, dass ich Euch mit meinen Tipps etwas weiterhelfen konnte. Ich drücke Euch in jedem Fall die Daumen, dass Euer neuer Sattel passt!

    Liebe Grüße,

    Susanne von den STRANDGUTSUCHERN


    Und nochmal zum Messen von Westernsätteln (Conchaabstand ist komplett unerheblich für die Paßform und die Weite!!!! Das sind REINE Ziernieten, die nach Lust und Augenmaß des Sattlers gesetzt werden!!!) http://www.westernsaddle.de/westernsattel.php



    Und hier DAS optimale Pad zum Testen, ob der Sattel gut liegt:
    Das Carola PAD!!!!! Billig und einfach selber zu machen und die genialste Erfindung seit den Gummibärchen
    http://www.kaltblutpower.de/selbstgemachtes.htm


    Eine geniale DVD ist die von Desmond O`Brian - "Paßt mein Sattel wirklich?" Er selber ist eine Schlaftablette - sorry - aber die Informationen sind sehr gut und verständlich rübergebracht. Leider nicht hier im Shop, aber bei dem großen Bücherversender mit A**


    Übrigens: Pferde verändern sich im Laufe der Monate/Jahre. Rücken, Muskulatur.....die Polsterung von Sätteln schiebt sich zusammen.... deshalb sollte der Sattel ca. 1x im Jahr von einem Fachmann auf Erhaltungszustand und auf die Paßform überprüft werden.

    In diesem Sinne: Hals und Beinbruch und einen passenden Sattel unter Eurem Hintern

  3. #3
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    Vielen lieben Dank für deine Mühe!
    Ich bin mir sicher, dass hier so manchem Sattelkäufer das Suchen und Finden erheblich erleichtert wird!

    Der Klügere gibt solange nach, bis er der Dümmere ist.

  4. #4
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    Noch eine Erweiterung...

    Es gibt auch noch sogenannte Baumlose Sättel
    Darunter fallen die Torisonsättel und auch z.B. Lederbaumsättel.

    Lederbaumsättel können wie ein normaler Sattel mit einer einfachen Schabracke geritten wieder. Aber auch hier gilt den Fachmann den Sattel anpassen lassen. Je nachdem, wie man die Kissen klettet, ob man dicke oder Dünne nimmt, ob man Keilkissen einbringen muß oder nicht - DAS ist Sache eines Fachmannes. Denn ansonsten können auch diese Sättel an falschen Stellen die Muskulatur wegdrücken.

    Torisonsättel, wie z.B. die Barefoots, sollten IMMER mit den speziell dafür hergestellten Pads geritten werden. Diese Pads garantieren die nötige Wirbelsäulenfreiheit und sind auch für die korrekte Druckverteilung des Gewichtes zuständig. Ohne spezielles Pad kann man dem Pferd mit dem Sattel mehr schaden, als wenn man ganz ohne Sattel reiten würde!

    Generell sollte man auch auf das für den Sattel zugelassene Reitergewicht achten! Einige baumlose Sättel kapitulieren bei Reitergewichten über 70kg....

    Orthoflex und Americanflex sind ebenfalls noch zu erwähnende Sättel. Auch wenn einige Verkäufer das gern behaupten: Nein, die Sättel passen nicht auf jeden Pferderücken!!!! Bei Orthoflex gibt es verschiedene Baumweiten, die sozusagen die möglichen Kammerweiten vorgeben. Bei American Flex muß der Sattel auf das Pferd angepaßt werden um 100% korrekt zu liegen, außerdem sind die recht lang, so daß sie immer nur schwer bei kurzen Pferden anzupassen sind.

    Daneben gibt es noch zig Alternativen wie Swingtree, ROC, etc., die auch ihre Berechtigung und ihre Vorteile und Nachteile haben ABer auch DIE müssen passen, wenn man damit dem Pferd im Rücken rumhoppeln will
    Häufig findet man auch hier das Versprechen, daß die Sättel jedem Pferd passen oder angepaßt werden können.....Wenn Ihr ein Pferd wie meinen Fjord habt, könnt ihr über solche Aussagen sehr oft nur lächeln und sagen: Viel Spaß! Passen Sie mal IHREN Sattel auf MEINEM Pferd an, wenn der paßt, kauf ich ihn, sonst nicht Lehnt Euch zurück und wartet mit einem wissenden Lächeln auf das - meist katastrophale - Ergebnis

  5. #5
    Moni Zudno Guest
    Dann ergänze ich noch mal um ein paar Tipps für englische Sättel:

    Der Sattel darf niemals über den letzten Rippenbogen hinaus gehen - dann ist er zu lang und verursacht Verspannungen/Blockaden im Lendenwirbel/Kreuz-Darmbeinbereich - was oft zu unklarem Takt oder gar Lahmheiten führt und dauerhafte Schäden in den Gliedmaßen nach sich zieht.

    Die Sattelkammer vorne sollte immer reichlich Platz zum Widerrist lassen - ist der Sattel aufgelegt und es passt gerade mal ein Finger zwischen Widerrist und Sattelkammer, ist die Sattelkammer zu niedrig. Der Sattel "legt" sich beim Reiten durch das Reitergewicht näher "an's Pferd" - dann scheuert der Sattel auf dem Widerrist. Ein nettes Pferd reagiert dann mit Verspannungen, weniger nette mit Unwilligkeit bis hin zum Buckeln...

    Ein Lammpad wird IMMER direkt auf den Rücken gelegt; zwischen Satteldecke und Sattel sieht es zwar schicker aus - aber die Wärmeregulierung geht völlig und die "Polsterung" teilweise verloren.
    Reinigen läßt sich so ein echtes Lammpad übrigens mit Feinwaschmittel ganz prima im Wollwaschgang - aber bitte niemals Weichspüler verwenden.

    Noch wichtig: Die Polsterung muss nach jeder mehr als 4-wöchigen Stehzeit nachgesehen werden - dann hat sich nämlich die Muskulatur des Pferdes schon so weit abgebaut, dass der Sattel nicht mehr die optimale Passform hat. Kann das Pferd aber nach einer mehrwöchigen (nicht mehrmonatigen!) Stehzeit wieder normal (aber schonend) angeritten werden, reicht auch z. B. ein Lammpad wenn die Muskulatur noch nicht zu stark abgebaut ist für die Übergangszeit.

    Bitte keine GELpads verwenden - die sehen zunächst gut aus und fühlen sich gut an - gleichen aber einen schlecht sitzenden Sattel nicht aus, weil durch die dabei entstehende Punktbelastung das Gel zur Seite gedrückt wird, und zwar genau an den Punkten wo es eigentlich Druck wegnehmen sollte.

    Eine verschwitze Satteldecke gehört nach dem Reiten immer weg vom Sattel - die Feuchtigkeit läßt die Sattelfüllung klumpen und das führt zu einer schlechten Druckverteilung.

    Kontrolliert immer mal wieder unmittelbar nach dem Reiten die Schweißstellen an der Unterseite der Satteldecke - sind diese gleichmäßig, ist das schon mal ein gutes Zeichen für eine gute Druckverteilung des Sattels. Habt ihr dort aber nur punktuelle Schweißflächen - lieber mal den Sattler nachschauen lassen.

    Mein Sattler kommt immer zum Hof und schaut sich den Sattel ohne Satteldecke AUF meinem Pferd an - so weiß er genau was am Sattel zu machen ist

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