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Thema: Alpträume vom Einschläfern, große Trauer, Vorwürfe

  1. #1
    Marotte Guest

    Alpträume vom Einschläfern, große Trauer, Vorwürfe

    Ich musste meine Katze ja am 12.11. einschläfern lassen. Leider relativ unvorbereitet, sie hatte schon seit fast 2 Jahren einen zunächst gutartigen inoperablen Tumor, aber es ging ihr gut (keine Schmerzen und nicht apathisch) und über Nacht gings rapide bergab. Ich habe die Nacht durchgemacht und bin gleich morgens zur Ärztin und wir hatten in den vielen Besuchen zuvor besprochen, dass Frau Schröder auf keinen Fall leiden soll. Dennoch hatte ich mir das alles ganz anders vorgestellt, so war zum Beispiel eigentlich abgemacht, dass sie dann Schmerzmittel bekommt und und ich sie ein paar Stunden, vielleicht sogar Tage noch verabschieden darf.

    Ich hoffe, dass ist jetzt nicht zu krass und wer selber eine schlechte Einschläfererfahrung gemacht hat, sollte jetzt hier besser nicht weiterlesen..
    Jedenfalls meinte die Ärztin, sie würde raten, sie einschläfern zu lassen (die Ärztin ist auch eigentlich toll, der Tumor wurde zuvor von verschiedenen Ärzten und Kliniken nicht erkannt und als Ohrmilben (!!) behandelt oder mit Antibiotika gegen Entzündung..sie sollte auch schon mehrmals eingeschläfert werden..schon vor Jahren wegen Nierenproblemen..die wir mit Spezialfutter und Dank eben dieser Ärztin sehr gut in den Griff bekamen usw.).

    Die Ärztin war noch alleine, so musste ich helfen, Schrödi festzuhalten, sie schrie ganz laut und ich wäre eh fast umgefallen, als ich diese RIESENspritze gesehen habe. Schröder hat 2 mal die Woche eine Spritze wegen ihrem Krebs bekommen in den letzten Monaten und nie geschrien, sie hat es nciht mal bemerkt, wenn vorne eine Leckerli lag und ihr das Köpfchen gekrault wurde. Ich dachte (kenns so vom Hund), jetzt schläft sie langsam ein und dann kommt die "Todesspritze"..aber innerhalb von Sekunden sackte sie zusammen, riesige Pupillen, offene Augen, starrer Blick, Blut lief aus der Nase... ich hatte meinem Kopf an ihrem, wollte wie gesagt in Ruhe streicheln und mich verabschieden und dann das..ich bin total hysterisch geworden. Das schreckliche war, sie atmete noch etwa 3-4 Minuten!!!!!

    Ich bin am Zittern, das verfolgt mich dermaßen, das war so schrecklich..ich habe es so gut wie jede Nacht vor Augen immer noch!! Und ich mache mir auch solche Vorwürfe..ich hätte ein Beruhigungsmittel verlangen sollen und mich mal ganz genau auch woanders informieren sollen, wie das bei Katzen abläuft und ich kann es nur jedem raten, ganz genau zu fragen. Die Ärztin meinte vorher zu mir: "Sie schläft langsam ein." Nun, langsam ist relativ und wenn das Blut nicht aus dem Näschen gelaufen wäre, wäre es vielleicht nicht so krass gewesen, keine Ahnung.

    Ich finde es so schrecklich, dass das der Abschied war!! Ich habe so ein schlechtes Gefühl und Gewissen..sie starb in Panik..und das nach all den Jahren, wo ich alles für sie getan habe ..so ein Ende! Ich hoffe so, dass sie nicht an dem Blut erstickt ist.

  2. #2
    janina12 Guest
    Oh nein, das ist ja schrecklich :0

  3. #3
    Granittigerin Guest
    Hallo Marotte,
    erst mal tut es mir sehr leid, dass du deine Katze verloren hast. Aber bitte mache dir keine Vorwürfe, das ändert nichts. Du hast nach gutem Wissen und Gewissen gehandelt und der TÄ vertraut, mehr kann man als Doisie nicht tun. Meines Wissens bekommen Tiere vor der Euthanasiespritze eine Narkose, möglich dass es auch andere Methoden gibt.
    Einschläfern muss schmerzfrei gemacht werden, dazu sind die TÄ verpflichtet, am Blut erstickt kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Aber klar, dass du damit kämpfst. Ich musste vor ein paar Jahren einen Kater einschläfern lassen, er war schon so apathisch, dass ich auf der Strecke mit dem Auto anhielt, weil ich dachte er ist tot. Dennoch als in TA angriff ließ er einen furchtbaren Schrei los, ich wäre fast kollabiert und höre es heute noch. Oft wünsche ich mir Katzen würden ewig leben, doch die Natur hat es anders bestimmt.
    Liebe Grüße!

  4. #4
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    Viel Kraft für Dich

    Liebe Marotte,

    es tut mir leid, dass Duch Dich von Deiner Frau Schröder trennen musstest und dass es so schmerzlich war.
    Ich verstehe Dich, der Abschied von meinen 3 Schätzen Nuff, Cat und Fleck war auch sehr schlimm, als wir sie einschläfern lassen mussten.
    Aber ich bin sicher dass Deine Schrödi Dir dankbar war, dass Du bei Ihr warst und sie im Arm gehalten hast !
    Du hast getan was Du konntest, alles kann man leider nicht vorhersehen und kontrollieren, DU konntest nicht mehr tun als da zu sein!

    ich wünsche Dir viel Kraft, und dass Du Dich bald nur noch an die schönen Dinge, die Ihr geteilt habt, erinnern kannst

    Alles Liebe,

    Jasmin
    Herzliche Grüsse von Jasmin mit







  5. #5
    Marotte Guest
    Zitat Zitat von Granittigerin Beitrag anzeigen
    . Meines Wissens bekommen Tiere vor der Euthanasiespritze eine Narkose, möglich dass es auch andere Methoden gibt.

    Ja, so hatte ich mir das auch vorgestellt. Eine Tante von mir, die in einem Tierschutzverein arbeitet, meinte aber, dass es bei Katzen (bei Hunden nie) auch üblich wäre, gleich die Spritze zu geben, ich verstehe das nicht. Es kann auch nicht am Geld für die Narkose liegen, weil ich ja bei dieser Ärztin eh ein Heidengeld gelassen habe (z.B. Misteltherapie, Operation). Ich verstehe das einfach nicht, habe aber auch Angst, die Ärztin einfach zu fragen, weil wenn sie dann sagt, dass eine Narkose vorher kein Problem gewesen wäre, wenn ich es gewünscht hätte oder sowas....ich wünsch mir so schon immer, ich könnte die Zeit auf den Tag zurückdrehen, schon an diesem Tag selbst .

    Die drei Fotos von rechts sind aus ihren letzten Tagen. Wie man sieht, hat sie sich noch sehr wohl gefühlt..wir haben uns den Hintern abgefroren, damit sie sich auf dem Balkon sonnen kann..war ja ganz schön kalt. Sogar am Tag vor dem Einschläfern ging es ihr gut, aber dann halt abends fing ihr Ohr an zu bluten und die Nacht war schrecklich, aber sie lag bei mir, hat nicht gemaunzt, hat gefressen..sich ab und zu geschüttelt..dann kam wieder Blut. Wenn ich nicht völlig übernächtigt gewesen wäre, hätte ich der Einschläferung bestimmt nicht zugestimmt. Ich weiß, dass es sinnlos ist, darüber nachzudenken, es kommt nur von selbst immer hoch, vor allem nachts.

    Mit dem fast kollabieren kann ich sooo gut verstehen..ich bin ja auch fast wahnsinnig geworden..erst meine arme Katze, die so am Schreien war..ich dachte, "danach beruhigst du sie und sie wird erst eingschläfert, wenn sie sich wieder sicherer fühlt..etc." - da war mir schon schlecht, aber der Schock und die Erkenntnis in den Minuten darauf, dass das das Einschläfern war! Ich hätte fast in die Praxis gekotzt (hat dann aber noch bis zum Auto gereicht), habe geheult wie so eine Irre und die tote, blutige Schrödi an mich gekrallt. ich weiß nicht, wie ich das aus meinem Kopf rauskriegen soll, ich kann doch wegen sowas nicht zum Psychologen gehen oder so..aber seitdem schlafe ich nur wenige Stunden pro Nacht mit allen Begleiterscheinungen (Kopfweh, kein Appetit). Wie lange ist es denn bei dir genau her? Und ab wann wurde es erträglicher?

    P.S. Sie wurde am 12.11. eingeschläfert, habe keine Editierfunktion gefunden. - ah doch, bin ich blind!

  6. #6
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    Zitat Zitat von Marotte Beitrag anzeigen

    ich weiß nicht, wie ich das aus meinem Kopf rauskriegen soll, ich kann doch wegen sowas nicht zum Psychologen gehen oder so..aber seitdem schlafe ich nur wenige Stunden pro Nacht mit allen Begleiterscheinungen (Kopfweh, kein Appetit)
    Natürlich kannst Du da zum Psychologen gehen ! Das könnte Dir sicher helfen, die Schuldgefühle loszuwerden, und auch einfach drüber reden zu können wird Dir gut tun

    Also ich kann es Dir nur empfehlen.
    Herzliche Grüsse von Jasmin mit







  7. #7
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    Unhappy

    [QUOTE=Marotte;1050744]
    Ja, so hatte ich mir das auch vorgestellt. Eine Tante von mir, die in einem Tierschutzverein arbeitet, meinte aber, dass es bei Katzen (bei Hunden nie) auch üblich wäre, gleich die Spritze zu geben, ich verstehe das nicht. Es kann auch nicht am Geld für die Narkose liegen, weil ich ja bei dieser Ärztin eh ein Heidengeld gelassen habe (z.B. Misteltherapie, Operation). Ich verstehe das einfach nicht, habe aber auch Angst, die Ärztin einfach zu fragen, weil wenn sie dann sagt, dass eine Narkose vorher kein Problem gewesen wäre, wenn ich es gewünscht hätte oder sowas....ich wünsch mir so schon immer, ich könnte die Zeit auf den Tag zurückdrehen, schon an diesem Tag selbst .

    Liebe Marotte,
    Beim Lesen Deines schrecklichen Erlebnisses wurde mir richtig übel.
    Ich gehe mal (widerstrebend, weil ich die Bilder eben im Kopf "gespeichert" habe - was auch gut ist) gedanklich zurück: 1996 war es Felicia mit 18 1/4 Jahren, mir unbekannter Tierarzt (Notdienst Sonntag). Nierenversagen. TA erklärte mir, dass er zuerst eine Narkosespritze gibt und wenn sie dann tief schläft, bekommt sie die "Überdosis". Nach der Narkosespritze bekam ich sie auf den Schoß (weißer Plastikgartenstuhl mit buntem Kissen + eine dicke Zellstoffunterlage auf meinem Schoß). TA verließ den Raum und ich streichelte Felicia, redete ihr gut zu. Als sie schlaff auf meinem Schoß lag, kam der TA zurück und legte sie auf den Behandlungstisch, erklärte mir, dass sie nun nichts mehr merkt und spritzte die "Überdosis". Kein Unterschied zur Narkose spürbar.
    Maurice mit 16 Jahren , 2003. Tierklinik. Samstag. Nach Labordiagnostik (Nierenversagen) wurde mir erklärt, dass eine Narkose erfolgt und dann die "Überdosis". Wieder habe ich ihn beim Einschlafen begleitet, ihm von unserer schönen gemeinsamen Zeit erzählt; dann erfolgte die "Überdosis" und ich hielt ihn, diesmal stehend auf dem Arm (er urinierte auf eine dicke Zellstoffunterlage, die ich an meine Brust gedrückt hielt).
    Bobbi mit 17 Jahren 2006. Nierenversagen. Sonntag. Tierklinik. Wieder (ich mochte es gar nicht mehr hören) wurde erklärt, wie es geschehen wird. Diesmal: Bobbi hatte mein Mann mit "in die Ehe" gebracht; wir wechselten uns ab mit Halten, Reden....Es geschah ganz friedlich.

    Alptraum Ghizmo Weihnachten 2007: 6 Monate alt,knapp 2 kg schwer; Darmleukose und FIP. Es mußte sein. Tierklinik. Wieder ausführliche Erklärung. Er hatte seit 3 Tagen nicht mehr gefressen und quiekte erbärmlich; er biß die TÄ + mich in die Hand; die Narkose dauerte länger, sein Herzchen war stark. Es fühlte sich an, als wolle er kämpfen - wir litten ganz furchtbar. Die TÄ schien mit uns zu leiden; erklärte nochmals, dass es für ihn keine Chance mehr gibt. Als die Narkose endlich wirkte + die "Überdosis" fällig war, wurde sie direkt in sein Herz gespritzt. Als kein Herzschlag mehr hörbar war dachte ich für einen Moment, dass er nur schläft und alles wieder gut wird.
    I
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Euthanasiespritze ohne einleitende Narkose gegeben wird. Vielleicht hatte Frau Schröder auch einen Narkoseschock und einen Sekundentod erlitten. Jedenfalls grausam ist es allemal und ich sende Dir ganz mitleidende Grüsse und hoffe, dass Du Hilfe bei der Verarbeitung findest. Frau Schröder ist bestimmt dankbar für Deine Fürsorge und Begleitung in ihrem Katzenleben.


    Alles Gute!
    Morgana






    Calimero, *06/06 - Lilybelle, * 10/05
    Regenbogenkater Ghizmo, * 06/06 - +25.12.06:

  8. #8
    Lillys Mum Guest
    Also,mein TA hat sogar einen Extra Raum ,in dem man sich von seinem Tier in Ruhe verabschieden kann.Und er würde nie ohne vorherige Narkose ein Tier die Todesspritze geben.Da hab ich zu Anfang gleich mit ihm darüber gesprochen,als ich das erste Mal da war.
    Aaaaaaber,DU wußest ja nicht,was die Frau machen würde.DU hast es doch nur gut gemeint.Nur hilft das einem nicht viel,wenn man nicht vergessen kann.Also finde ich es schon richtig,wenn Du Dir kompetente Hilfe (Psychologe) holen würdest.
    Wenns Dir hilft,dann mach es.sooo kann es ja auch nicht weitergehen,es frisst Dich ja auf.

    Alles Gute!

  9. #9
    Granittigerin Guest
    Hallo Marotte,
    Sogar am Tag vor dem Einschläfern ging es ihr gut, aber dann halt abends fing ihr Ohr an zu bluten und die Nacht war schrecklich, aber sie lag bei mir, hat nicht gemaunzt, hat gefressen..sich ab und zu geschüttelt..dann kam wieder Blut.

    vielleicht hatte dies einen Zusammenhang mit dem Nasenbluten.
    Nach dem Einschläfern bin ich noch selbst 30 km mit dem Auto nach Hause gefahren, ich kann mich bis heute nicht mehr an die Fahrt erinnern, eigentlich völlig fahrlässig. Als einer meiner Kater im Vorjahr mal sehr starke Beschwerden wegen eines Blasenproblems hatte und wir spät abends zum TA mussten, lies ich mich hinfahren. Ich hatte Angst, dass wieder so was passiert und ich dann wieder völlig planlos nach Hause fahre. Aber zum Glück ist der Kerl wieder ganz gesund.

    Wie lange hat es bei mir gedauert?

    Ich kann es ehrlich gesagt nicht sagen, es hat sicher 2-3 Monate gedauert bis ich Caesars Sachen aus dem Wohnzimmer geräumt habe. Und ich hatte über 1 Jahr keine Katze und auch kein anderes Tier. Als die Zeit reif war, habe ich mir 2 Kater aus dem TH geholt und ich mag sie sehr sehr gern, ohne meinen Rotfuchs vergessen zu haben.
    Und natürlich kannst du auch einen Psychologen aufsuchen, ich denke mir manchmal, dass es auch für mich besser gewesen wäre, wenn ich dies getan hätte. Detail am Rande: schlecht geschlafen habe ich zu Beginn auch, aber das seltsame war, ich habe über ein Jahr lang nichts geträumt oder besser gesagt mich nicht daran erinnern können. Als die Träume wieder kamen und damit ein normales Schlafverhalten fühlte ich mich spürbar besser, aber ich habe zu lange gewartet. Also habe keine Scheu davor prof. Hilfe in Anspruch zu nehmen.
    Liebe Grüße!

  10. #10
    Marotte Guest
    Ich hab das die letzten zwei Monate versucht zu verdrängen, lenk mich mit meinem angriffslustigen "Problemkind" Fetzi ab so gut es geht, aber es geht halt doch nicht "von alleine weg". Deswegen bin ich froh, dass es so einen Thread gibt. Ich glaube jetzt, dass meine Tante mich nur beruhigen wollte, denn mir kam die Einschläferung so extrem brutal vor und ich habe nun auch mal in anderen Foren etwas recherchiert. Die Ärzte kommen wohl zum Teil auch auf Wunsch zu einem nach Hause, eigentlich jeder (zumindest von denen, die in Foren darüber schreiben) durfte sich in Ruhe verabschieden. Es war ja wie erwähnt kein Unfall, sondern schon seit Monaten klar, dass es irgendwann so weit sein würde und sie eingeschläfert werden sollte, wenn es ihr noch "gut" geht (der Tumor noch nicht in Gehirn drückt, etc.). Das Ohrenbluten kam daher, dass sie ein Fremdkörpergefühl dort hatte und es sich aufkratzte, kann also mit der Nase nicht zusammenhängen. Sie hatte aber keine Schmerzen, soweit ich das beurteilen kann. Bevor ich sie hinbrachte (hatte vorher die Ärztin angerufen, ich wollte ja auch ursprünglich natürlich nicht zum einschläfern hin, sondern sie sollte gucken, ob man das mit dem Ohr anders machen kann), lag sie ganz entspannt auf meinem Arm. Sie liebt es an den Oberkörper gelehnt auf dem Arm zu schlafen, die Pfötchen um den Hals und den Kopf auf meiner Schulter. Das ist so schrecklich!! Ich komme mir so hinterhältig vor

    Ich bin seit gestern wütend auf die Ärztin (Geld hätte keine Rolle gespielt, dass muss sie einfach wissen) und versuche zumindest nicht mehr darüber nachzudenken, was ich hätte anders machen können. Natürlich kommt es immer wieder hoch, aber Dank euch ist mein schlechtes Gewissen ein bisschen besser. Sowas passiert mir auf jeden Fall nie wieder!! Ich hätte mich zwar wirklich vorher damit richtig und z.B. in solchen Foren beschäftigen sollen, aber andererseits hatte ich absolutes Vertrauen zu der Ärztin, die meiner Katze immerhin noch 2 schöne Jahre schenkte, als diverse andere aufgegeben, bzw. sogar falsch behandelt hatten. Weil Schrödi mein Ein und Alles war (schon dieses "war" ist soo schrecklich ), habe ich versucht die letzten Monate nicht daran zu denken, das war definitiv ein Fehler. Ich habe manchmal versucht mit meinem Freund darüber zu reden, aber er meinte immer, ich solle "Schrödi" doch nicht schon vorher begraben, es ginge ihr doch gut.

    Ich mag mit der Ärztin gar nicht mehr reden, aber mein Freund wird zu ihr gehen oder sie anrufen mit meinen Fragen. Ich hoffe so sehr, dass sie ihre Gründe hatte, auf jeden Fall möchte ich wissen, warum es so gelaufen ist. Dann kann ich es bestimmt besser abschließen.

    Schrödi hat die Spritze übrigens in der Mitte des Körpers eher Richtung Kopf in den Rücken bekommen. Das widerspricht auch allem, was ich hier und auf anderen Seiten gelesen habe. Und sie hat so schrecklich geschrien!

    Wenn ich gewusst hätte, was passiert, wäre ich natürlich nicht zur Ärztin gefahren, bzw. hätte sie auf gar keinen Fall so einschläfern lassen! Es ist so unsinnig, dass sie sich am Ende so quälen musste, da hätte ich ihr auch einen Verband um die Pfote machen können, dass sie sich das Ohr nicht weiter aufkratzt und abwarten können, bis es ihr WIRKLICH schlecht geht. Ich hatte ja sogar noch ein unangebrochenes Schmerzmittel zu hause für den Fall der Fälle. Ich schreib schon wieder viel zu viel, wollte mich eigentlich nur für eure Anteilnahme bedanken, denn in meinem Umfeld ist das Verständnis eher begrenzt.

    Liebe Grüße

    Christine

  11. #11
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    Liebe Christine,
    ich sende Dir eine herzliche Umarmung
    Hier im Forum findest Du immer ein offenes Ohr, wenn Dich das Leid zu sehr überkommt; melde Dich einfach.
    Ich finde es prima, wie Du Dich um Frau Schröder gekümmert hast.

    LG
    Morgana






    Calimero, *06/06 - Lilybelle, * 10/05
    Regenbogenkater Ghizmo, * 06/06 - +25.12.06:

  12. #12
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    Liebe Christine,
    ursprünglich wollte ich mich hier zuerst melden, weil mich das Thema Schuld und Selbstvorwürfe stark angesprochen hat. Aber beim Herumstöbern im Forum bin ich auf folgenden Beitrag gestoßen: http://forum.zooplus.de/katzen-traue...rfe-58490.html
    Da dort dieses Thema ebenfalls im Vordergrund steht, habe ich zuerst dort geschrieben. Ich wollte eigentlich nur kurz etwas schreiben und dann ist es doch mehr geworden als es ursprünglich von mir geplant war. Da dort vieles drin steht, was ich ursprünglich hier erwähnen wollte, bitte ich dich meinen Beitrag dort auch zu lesen.

    Hier möchte ich noch folgendes ergänzen: Auch dich kann ich bzgl. der Vorwürfe und der Alptraumbilder im Kopf sehr gut verstehen. Ich hatte Daisy (15 Jahre alt) gerade mal wieder mit der Spritze versucht Nahrung einzuflösen, so wie die Tage und Wochen davor auch, als sie plötzlich einen lauten durchdringenden Schrei ausstieß, ihren Körper streckte und dann in meinen Händen starb. Kurz zuvor ist sie mit den Hinterbeinen weggeknickt und konnte nicht mehr laufen - ich denke sie war einfach zu entkräftet und hatte keine Energie mehr. Ich neige sonst nicht zur Hysterie, aber mein daufauffolgender Schrei-und Heulkrampf war noch lauter als der Schrei der Katze. Ich war völlig fertig und habe mich kaum wieder eingekriegt. Ich hatte danach diese Szene lange im Kopf.

    Und dann kamen diese Selbstvorwüfe, ähnlich wie bei dir. "Hätte ich mich doch zuvor noch irgendwo anders informiert.", "Wäre ich noch zuvor zu einem anderen TA gegangen." "Vielleicht würde sie dann noch leben.".... Ja, hätte ich, wäre ich..., aber ich habe nicht, ich konnte nicht und ich wu0te es nicht anders. Damals hatte ich noch einen sehr stressigen Job mit ständig Überstunden, dann zu Hause die kranke Katze etc. Es war schon eine Ausnahmesituation und ich am Rande meiner Energien. Ich konnte es zu dem Zeitpunkt einfach nicht besser. Auch bei dir, du hast das Beste gemacht wozu du in dem Augenblick in der Lage warst. Man kann so eine Situation ja nie von den Umständen trennen. Ich denke keiner ist perfekt und wir können aus solchen Situationen nur lernen es für die Zukunft besser zu machen (und lernen uns auch selbst zu verzeihen - wir haben es ja nicht absichtlich getan).

    Da mich die Situation noch lange belastet hat, und ich gläubig bzw. spirituell eingestellt bin, habe ich irgendwann intensiv "nach oben"um Hilfe gebete(t)n. Ich wollte irgendein Zeichen von ihr, ob es ihr jetzt wenigstens gut geht. Daraufhin habe ich zweimal von ihr (positiv) geträumt. Einmal rannte sie mit einem weißen Schleifchen am Schwanz und mit einem weißen (Papier?)-Knäuel in Mund durch die Wohnung und spielte. Ein Freund hat mir den Traum so interpretiert, dass die weiße Farbe in dem Fall darauf hindeutet, dass es ihr gut geht. Ein anderes mal habe ich beim Aufwachen - ich war aber noch nicht ganz wach - Geräusche im Schafzimmer gehört und ich war mir sicher, dass da eine Katze drin ist und herum raschelt - wir hatten inzwischen schon zwei neue Katzen. Als ich kurz darauf ganz wach war und mich umgeschaut habe, habe ich gesehen, dass ich alleine im Zimmer war und die Schlafzimmertüre zu war (damals wollte ich noch keine Katzen im Schlafzimmer haben, was sich inzwischen aber gründlich geändert hat ). Wunschvorsstellungen oder tatsächlich meine Regenbogen-Daisy? Wer weiß das schon? Auf jeden Fall haben diese Erlebnisse mit dazu beigetragen, dass ich mit diesem Ereignis und mit den Vorwürfen etwas besser klar kam. Ebenfalls hat mir geholfen, wie ich in dem anderen Beitrag schon geschrieben habe, dass ich gesehen habe, dass sich sehr viele Tierbesitzer nach dem Tod ihres Tieres Vorwürfe machen und ich damit nicht alleine bin.

    Zum Abschluß noch ein positives Erlebnis mit der damaligen zweiten Katze bzw. Kater mit Namen "Kater", der ein Jahr nach Daisy im Alter von 17 Jahren verstorben ist, soweit man positiv im Zusammenhang mit Tod überhaupt sagen kann. Er war bereits seit längerer Zeit Herzkrank (Herzinsuffiiziens) und hatte immer wieder mal Luftnot. Mit Medikamenten konnte das einige Zeit lang immer wieder behoben werden. Doch ich wusste, das diese irgendwann nicht mehr helfen werden und er irgendwann ersticken wird. Als ich eines Tages mit ihm notfallmäßig zum TA musste und es mit einer Entwässerungsspritze gerade nochmal ging, aber es schon sehr grenzwertig war, habe ich die Problematik angesprochen, die ich auf mich zukommen sah. Nämlich die Vorstellung, dass es ihm irgendwann am Wochenende oder in der Nacht so schlecht ginge, er keine Luft mehr bekommt und ich mit dem erstickenden und verzweifelt nach Luft ringenden Kater mit dem Auto ca. mindestens eine dreiviertel Stunde lang zur Tierklinik fahren muss. Das wollte ich ihm nicht antun.
    Die Tierärztin hat mir dann für diesen Fall eine Überdosis eines starken Schlafmittels gegeben, welches ich ihm dann aufgelöst in Wasser per Spritze (immer in kleinen Menge à 1 ml) eingeben sollte. Eines Abend war es dann soweit. Es ging ihm absolut schlecht. U.a. hat er sich nach zwei Schritten sofort platt auf den Boden gelegt und nach Luft gerungen. Es ging wirklich nicht mehr...ein Bild des Jammers. Da wie befürchtet, die TÄ in der näheren Umgebung bereits alle zu hatten, haben wir beschlossen ihm die Schlafmittelüberdosierung zu geben. Nach kurzer Zeit schlief er friedlich ein. Ich hatte mich dann mit einem Kissen und einer Decke neben ihn gelegt, weil ich ihn nicht alleine lassen wollte, wenn er stirbt. Dies hat er allerdings nicht getan, sondern er hat am nächsten Morgen immer noch geatmet, allerdings war er nach wie vor nicht "ansprechbar". Ich denke er war in einer Art Koma. Ich habe ihn dann zum TA gebracht - auch dies hat er nicht mitbekommen, er ist nicht mehr aufgewacht - und dort hat er dann von der TÄ direkt die Spritze ins Herz bekommen (die normalerweise zuvor gegebene Narkose hatte er ja quasi schon).
    Es hat dann noch einige Minuten gedauert, bis das Herz aufgehört hat zu schlagen. Mit dieser Situation kam ich einigermaßen gut klar zumal es ihm schon seit ca. einem Jahr kontinuierlich immer schlechter ging. Und da er bereits zu Hause in den tiefen langen Schlaf fiel und von seinem letzten TA Besuch überhaupt nichts mehr mitbekommen hat, war es für mich erträglich.

    Als sie im die Spritze ins Herz gab und er dann starb ist mir klar geworden, dass ich es wesentlich weniger gut ertragen hätte, wenn ich ihn noch bei Bewusstsein und "lebend" zum TA gebracht hätte. Ich denke, dass ein Tier die eigenen Ängste und Trauer dann zusätzlich auch noch mitbekommt, was seinen letzten Gang nicht unbedingt erleichtern wird.
    Aus dieser Erfahrung mit "Kater" habe ich beschlossen, dass ich es nach Möglichkeit bei unseren derzeitigen Katzen, wenn es mal irgendwann soweit sein sollte, auch wieder so machen möchte. Ich werde zumindest versuchen zu vermeiden, falls möglich, dass die entsprechende Katze ihren letzten Transport vor dem Einschläfern zum TA bei vollem Bewusstsein erleben muss.
    Die Atmosphäre zu Hause mit "Kater" war sowohl für ihn als auch für mich so wesentlich angenehmer (das Wort "schön" passt nicht so ganz).

    Ich wünsche Dir, dass Du irgendwann mit dieser Erfahrung etwas besser klar kommst, so wie ich, auch wenn die Erinnerungen nie ganz verschwinden werden. Die Zeit heilt tatsächlich alle Wunden. Das klingt zwar abgedroschen, aber es ist was dran. Zumindest habe ich es so erlebt. Verdrängen bringt auf jeden Fall nichts. Eine aktive Auseinandersetzung in der man auch darüber spricht/schreibt hilft meist eine ganze Menge.

    Liebe Grüße

  13. #13
    Virginiagirl Guest
    Hallo Christine,

    als ich Deinen Beitrag gelesen hab, ist mir richtig schlecht geworden.
    Ich musste selber letzte Woche meinen geliebten Kater einschläfern lassen, und wenn ich mir vorstelle, dass das so abgelaufen wäre- grausam, ich glaub, ich hätte die ganze Praxis zusammengeschrien....

    Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Dich das verfolgt und Du Dir und vor allem der Ärztin Vorwürfe machst. Mich würde so etwas auch wahnsinnig machen.

    Ich will Dich jetzt auch nicht noch verrückter machen, als Du Dich ohnehin schon machst, aber ganz ehrlich, ich würde das nicht auf sich beruhen lassen. Verlangt eine Erklärung von der Ärztin! Gut, dass Dein Freund sich mit einschaltet. Habt Ihr da schon Antwort bekommen? Wisst Ihr, welches Mittel zum Einschläfern benutzt wurde?

    Ich kann mir nur ungefähr denken, was da schief gelaufen ist Deiner Beschreibung nach (Spritze in die Mitte des Körpers), und so etwas ist per Gesetz (ohne vorherige Betäubung) verboten!!

    Es kann gut sein, dass Deine Schrödi einfach vor Aufregung an einem Herzinfarkt gestorben ist, was ihre Reaktion erklären würde, aber das hätte Dir die Ärztin auch erklären können. Hat sie gar nicht mit Dir gesprochen??? Noch nicht mal erklärt, wieso da Blut aus der Nase lief? War das für sie völlig normal?? Ich bin echt sprachlos über soviel Unsensibilität...

    Und wenn Ihr keine vernünftige Erklärung von der Ärztin bekommen solltet, würde ich an Deiner Stelle ehrlich gesagt sogar soweit gehen, den Tierschutzverein einzuschalten und die Ärztin anzuzeigen. So etwas darf einfach nicht passieren!! Und sich vor allem nicht wiederholen!

    Es tut mir sooo wahnsinnig leid, dass Du das durchmachen musstest.
    Aber bitte mach Dir selber keine Vorwürfe, Du wolltest doch nur das Beste für Deine Schrödi. Und ich bin sicher, sie hatte ein ganz tolles, liebevolles Leben bei Dir und ist Dir dankbar, dass Du sie bis zum Schluss begleitet hast.

    Kopf hoch! Lass Dich drücken!

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