... jetzt haben wir den Schlamassel - der Bundesrat hat am 12.10. dem Entwurf der VO zugestimmt, in welchen die Anregungen des Agrarausschusses im Beschluss,einzuarbeiten sind.

...ungeachtet der Impfgeschichte...
Ich hab mal versucht, so einigermaßen aufzulisten, was die neue VO so bedeutet(kein Anspruch auf Vollständigkeit!)....

Was wurde schlimmer/Was ist neu?

- wenn in Zukunft in Köln ein toter Wildvogel H5N1 hat, darf ich hier in Haan einstallen, da die großzügige Freilaufgenehmigung meines Vet Amts automatisch erlischt, da ich im Umkreis von 50 km um den toten Wildvogel sitze. Diese 50 km wirken sich in Zukunft auch grenzübergreifend aus – d.h. H5N1 Fund in einem anderen Land = Freilaufgenehmigung in dem Radius in Germany erloschen. Dieses gilt für den Zeitraum bis die im Hinblick auf den Ausbruch angeordneten Schutzmaßregeln nach § 44 oder § 63 aufgehoben sind. Im günstigsten Falle kann man von 30 Tagen ausgehen - das ist aber reine Theorie. Im aktuellen Fall in der Oberpfalz dauerte es knapp 2 Monate, bis alle im Sperrbezirk/Beobachtungsgebiet beprobt/begutachtet waren und die Geflügelpest als offiziell erloschen bekanntgegeben wurde.

- Die Leute in den s.g. Risikogebieten haben weiterhin die Popokarte gezogen = Daueraufstallung

- Die VO ist unbefristet – die Stallpflicht in Deutschland weiterhin die Regelhaltung, die durch Ausnahmegenehmigungen der Vet Ämter aufgehoben werden kann (!!!)

- gekeult wird nicht mehr nur bei der hochpathogenen Form - sondern auch bei der niedrigpathogenen Variante.

- sowohl bei hochpathogener als auch niedrigpathogener Variante greifen Sperrbezirk, Beobachtungsgebiet, Kontrollzone (13 km rund um den "Ausbruch")

- Nahezu alles, was Federn hat, ist in der VO enthalten - somit ist bei Keulungen im Sperrbezirk auch die Tötung der Käfigvögel (Wellis etc.) legitim – ebenso wie die Hausdurchsuchungen…

- Säugetiere dürfen aus den Zonen ebenfalls nicht mehr verbracht werden

Was ist besser geworden an der neuen VO? (sofern man von besser reden kann, wenn einem zuvor etwas weggenommen und dann in mini Häppchen wieder zurückgegeben wird…)

- Ausstellungen und Tierverkauf werden etwas erleichtert – zumindestens auf Kreisebene/angrenzende Kreise. Die Einlassuntersuchung bei Ausstellungen entfällt, sofern alle Tiere aus einem Kreis/angrenzenden Kreisgebieten kommen. Wassergeflügelzüchter müssen die Haltung von Sentineltieren dem Vetamt anzeigen, sich darüber eine Bestätigung geben lassen (Kosten???) – damit kommen sie dann zumindestens auf Kreisebene um eine Untersuchung herum….

- Geflügeldichte/Großbetriebe in der Nähe sind kein Kriterium mehr für ein Risikogebiet