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Thema: Hund schnappt nach Menschen

  1. #1
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    Hund schnappt nach Menschen

    Meine 5 Jahre alte Mischlingshündin ist eine überaus dominante Zicke. Abgesehen davon, dass sie zu fremden Hunden in der Regel sehr unfreundlich ist, hat sie in letzter Zeit auch einige Male nach (ihr nicht oder wenig bekannten) Menschen geschnappt, die sie streicheln wollten, z.B. eine Nachbarin.
    Nahen Freunden gegenüber - also Menschen, die sie schon sehr lange kennt - verhält sie sich allerdings stets friedlich. Auch mir gegenüber hat sie sich nie aggressiv gezeigt(ich hätte ihr auch sofort eins "übergebraten"). Je liebevoller ich allerdings mit ihr bin, desto fieser verhält sie sich gegenüber Artgenossen und fremden Menschen. Ignoriere ich sie eine Tage und entziehe ihr meine Aufmerksamkeit, wird sie netter mit anderen.
    Ist das Verhalten meines Hundes normal? Hat es mit Dominanz zu tun? Oder mit unserer Mensch-Hund-Symbiose, die sie Artgenossen gegenüber entfremdet? Ich bin ziemlich ratlos.

    Beste Grüsse!
    Sabiba

    Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. - Dietrich Bonhoeffer

  2. #2
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    Hallo!

    Das Schnappen nach Menschen... hm, also meiner Meinung nach muß man da zwei Seiten beachten: Zum Einen, Dein Hund sollte sich von Jedem anfassen lassen können, wenn Du dabei bist. Das gehört einfach zur heute nötigen Umweltsicherheit dazu.

    Andererseits gibt es einfach Hunde, denen ein plötzliches Anfassen von Fremden unangenehm ist. Hunde haben doch wahrscheinlich genau so eine Individualdistanz wie wir Menschen, und wir wollen ja auch nicht jeden da hineinlassen. Außerdem finde ich persönlich es absolut unnötig, daß jeder meinen Hund angrabscht.

    Auffällig finde ich, daß sie sich nach Deinem Ignorieren netter verhält. Das würde ich einfach weiter ausbauen und sie zum Ausgleich für die ständige Ignoranz mit was total Tollem beschäftigen, z.B. einem Abenteuer-Spaziergang mit ganz viel Spiel, kleinen Übungen und ganz viel Aufmerksamkeit. Und sonst wird sie halt weiter nicht beachtet.

    Hast Du sonst das Gefühl, daß sie im Gehorsam steht? Dann würde ich daran arbeiten. Gemeinsame Arbeit stärkt die Bindung (und so das Vertrauen zu Dir: wenn Frauchen nichts dagegen hat, daß ich angefasst werde, dann ist das wohl ok), bzw. es festigt auch die Rangordnung (ich muß tun was Frauchen sagt, dann hab ich Spaß! Frauchen wird schon regeln!).

    Dir bleibt da wohl nichts anderes übrig, als zu managen: also keine Fremden an den Hund heranlassen, nicht streicheln lassen, sondern einfach ganz ruhig weitergehen. Wollen die Leute trotzdem den Hund anfassen, können sie ruhig erfahren: Meine Hündin hat keinen Bock auf streicheln. Will die Nachbarin umbedingt was Gutes tun, so finden sich da bestimmt Wege!

    Kannst Du bitte nochmal erläutern, wie sie bei anderen Hunden reagiert? Ist dabei schon ernsthaft was passiert? Wie war da die Situation? Reagiert sie nur bei Hündinnen, oder auch bei Rüden? Wie bei Junghunden und Welpen? Woran könnte das Deiner Meinung nach liegen? Was hast Du dagegen schon gemacht?

    Kann im Moment halt nur so allgemein was sagen, bräuchte mehr Informationen. Aber mit dem oben geschriebenen machst Du bestimmt nichts verkehrt.

    Liebe Grüße! Verena

  3. #3
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    RE

    Hallo Verena, herzlichen Dank für Deine Antwort. Es ist so: Da ich alleine lebe, ist mein Hund sehr auf mich fixiert. Sie genießt meine volle Aufmerksamkeit und muss sie mit niemandem teilen. Wir unternehmen sehr viel zusammen und ich bringe ihr immer wieder neue Dinge bei. Das hat meiner Ansicht nach zur Folge, dass sie a) zwar gelernt hat, sich mir unterzuordnen, aber eben b) niemand anderem. Außerdem verteidigt sie diese Exklusivstellung gegen andere Hunde. Wenn ein fremder Hund es wagt, sich mir zu nähern, stellt sie sich sofort dazwischen. Wenn ich sie einige Tage weitgehend ignoriere (das habe ich als Rat aus einem Buch von Aldington), ist sie gezwungen, sich die Aufmerksamkeit ein Stück weit woanders zu holen. Vielleicht empfindet sie auch die Sympbiose zwischen uns beiden - wie ich auch - gelegentlich als etwas anstrengend und fühlt sich entlastet, wenn das Band nicht ganz so eng ist. Grundsätzlich aber ist aus ihr aufgrund der Lebenssituation eine sehr dominante Hundedame geworden, die schon als Welpe überaus aktiv und neugierig war.
    Das Schnappen nach Menschen finde ich sehr unangenehm. Mir liegt daran, dass mein Hund im Umgang mit Zweibeinern verträglich ist, zumal unser Grundstück nicht umzäunt ist und sie gern (erfolgreich) in der Nachbarschaft betteln geht. Nun ist es nicht so, dass sie plötzlich Menschen anfällt und "grundlos" beisst. Sie mag sich nur nicht gerne streicheln lassen. Mir fällt aber dabei eine gewisse Widersprüchlichkeit auf: Anfänglich scheint sie das Streicheln durchaus zu genießen, aber früher oder später ist damit Schluss und dann schnappt sie ohne Vorwarnung zu. Dieses Verhalten ist mir unerklärlich. Was geht in ihr vor? Ich habe den Verdacht, dass es etwas mit Dominanz zu tun hat. Sie entscheidet, wer sie wie lange streicheln darf. Oder gibt es eine andere Erklärung?

    Beste Grüsse!
    Sabiba

    Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. - Dietrich Bonhoeffer

  4. #4
    Juni Guest
    Hallo Sabiba,

    du beschreibst eine Hündin, die
    - permanent Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommt. Die gelegentlichen Versuche, den Hund zu ignorieren wirken dabei eher als variable Verstärkung, da diesen Phasen ja immer wieder solche der absoluten Nähe folgen.
    - selbst entscheidet, wie weit sie außerhalb des Hauses ihr Revier erweitern darf und dafür auch noch belohnt wird.
    - durch erfolgreiches Futterbetteln gelernt hat, dass Menschen durch ihr Verhalten manipulierbar sind.
    - seit längerem erfolgreich Ressourcen (auch dich) gegen Artgenossen verteidigt.

    Alles in allem ein Hund, der keinerlei Grenzen kennt - und das, obwohl er mit Sicherheit sehr gut gehorcht und viele Dinge beherrscht. Es erscheint nahezu zwangsläufig logisch, dass dieser Hund überzeugt davon ist, das Leben verlaufe nach seinen Spielregeln. Dass er diese irgendwann auch mit Aggression durchsetzt, ist völlig normales Hundeverhalten.

    Ich bin ziemlich sicher, dass deine Hündin auch dich insgesamt gut im Griff hat. Ich vermute (bitte überprüfe, ob etwas davon stimmt), dass
    - deine Hündin zuhause permanent in deiner Nähe ist oder dich zumindest im Blick hat,
    - sie gewohnt ist, dass du auf ihre Spiel- und Schmuseaufforderungen reagierst (von gelegentlichen Ignorierphasen mal abgesehen),
    - sie nie konsequent und dauerhaft zurechtgewiesen wurde, wenn sie dich vor anderen Hunden abgeschirmt hat,
    - sie unterwegs viel von dir beschäftigt wird und wenig Gelegenheit hat, unbeeinflusst ihres Wegs zu gehen und Kontakte zu anderen Hunden aufzunehmen,
    - du sehr viel mit ihr redest, auch wenn du gar nichts von ihr willst.

    Im Moment neige ich zu der Idee, dass deiner Hündin - bei bester Erziehung - die Führung fehlt und sie diese in weiten Bereichen selbst übernommen hat. Das Abschnappen wäre dann nur eine logische Folge.

    Wie ist das eigentlich mit ihren Ausflügen zur Nachbarschaft? Lässt du das zu? Büchst sie aus?

    Schöne Grüße,
    Juni

  5. #5
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    Hallo Juni! Vielen Dank für Deine Antwort. Du bestätigst meine heimlich Befürchtung, dass ich einen ziemlich verwöhnten Drachen herangezogen habe. Vita ist tatsächlich fast immer in meiner Nähe (zuhause, im Büro bei der Arbeit), aber immerhin schläft er nicht in meinem Bett -. Sie bekommt Aufmerksamkeit, bestes Futter, Streicheleinheiten, Spielzeit usw. Meine Disziplinierungsversuche (z.B. langsames Umstellen von Feucht- und Trockenfutter) werden durch Ausbüchsen ausgehebelt (Betteln in der Nachbarschaft, Katzenfutter klauen, gelbe Säcke aufreißen und Dosen ausschlecken etc.). Ich wohne ziemlich ländlich und das große Grundstück ist nicht umzäunt. Ich müsste sie also schon anbinden, um ihre Freigänge zu verhindern. Ja - ich spreche auch mit ihr, selbst wenn nichts Konkretes anliegt. Eigentlich haben wir uns beide permanent im Focus. Sind Freunde zu Besuch und Vita steht nicht im Mittelpunkt, verhält sie sich übrigens ganz entspannt - wie auch in der Arbeit. Da hat sie gelernt, dass Frauchen nicht verfügbar ist und akzeptiert das.
    Mir fällt selber auf, dass ich das klassische Syndom einer "allein erziehenden berufstätigen Mutter" habe - ein ständig schlechtes Gewissen, das mein Hund zu kurz kommt. Dabei gehe ich eisern jeden Tag mindestens zwei Stunden mit ihr spazieren und spiele zusätzlich etwa 30 Minuten mit ihr. Diese Zeit gehört ganz ihr. Aber immerhin muss sie mindestens acht Stunden am Tag die Klappe halten, was mir leid für sie tut und mir eben ein schlechtes Gewissen beschert. Deshalb habe ich ihre "Freigänge" nie wirklich unterbunden, weil sie eine kleine Abwechslung im recht monotonen Hunde-Alltag sind.
    Ich habe schon einmal die Anschaffung eines zweiten Hundes überlegt, aber ob ich ihr damit wirklich einen Gefallen tue, bezweifel ich eher. Wie kann ich mich künftig so verhalten, dass der Hund nicht zu kurz kommt, aber diese gegenseitige Fixierung aufgebrochen wird, der Hund wieder mehr Hund und der Mensch wieder mehr Mensch wird?

    Beste Grüsse!
    Sabiba

    Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. - Dietrich Bonhoeffer

  6. #6
    Juni Guest
    Hallo Sabiba,

    ein schlechtes Gewissen ist eine prima Grundlage für mangelnde Konsequenz . Wie soll man es schaffen, konsequent bestimmte Regeln durchzusetzen, wenn man insgeheim dem Hund die Freiheit gönnt, diese zu unterlaufen? Ich vermute, wenn das Problem mit dem Schnappen nicht wäre, fändest du euer Leben völlig in Ordnung.

    Aber im Ernst: Vielleicht ist es das ja auch tatsächlich für euch. Dann könnte eine mögliche Lösung sein, deine Hündin nicht mehr von anderen streicheln zu lassen und ansonsten alles so zu belassen, wie es ist. Die Nachbarn werden sie vermutlich kennen und ohnehin entsprechend mit ihr umgehen. Manchmal hilft es auch, eine Situation einfach zu akzeptieren, um Stress loszuwerden, und ich finde das völlig legitim, solange niemand dabei zu Schaden kommt. Im Übrigen finde ich diese Kombination von totaler Freiheit auf der einen und absoluter Nähe auf der anderen Seite hochgradig spannend und ungewöhnlich!

    Wenn du tatsächlich etwas verändern möchtest, wirst du um eine (dauerhafte!) Änderung eures Zusammenlebens nicht herum kommen. Dazu gehört für mich in erster Linie die Einstellung der selbstständigen Ausflüge. Deine Hündin entscheidet bei diesen Touren einfach zu viel selbst, um sich anderweitig beeinflussen zu lassen. Du gibst sowohl die Kontrolle über das Futter, als auch die über unzählige Lernerfahrungen, die deine Hündin bei ihren Alleingängen macht, auf. Solange sie ständig eigene Entscheidungen treffen darf, wirst du ihr kaum vermitteln können, dass sie über das Angefasstwerden nicht in dieser Form zu entscheiden hat.

    Ist deine Hündin eigentlich auch ab und zu mal alleine? Nicht wenn sie unterwegs ist, sondern zuhause? Zwei Stunden Spaziergang plus 30 Minuten Spielzeit sind für einen Hund völlig okay (und vermutlich mehr als der durchschnittliche Familienhund hat). Insofern müsstest du dir nicht wirklich einen Kopf machen.

    Schöne Grüße,
    Juni

  7. #7
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    Wink Danke Juni!

    Liebe Juni, Danke für Deine zweite Antwort! Mir fällt ein Stein vom Herzen, dass ich nicht alles verkehrt mache! Zu Deiner Frage: Vita kann problemlos zu Hause oder im Auto einige Stunden allein bleiben. Wenn ich beruflich unterwegs bin und sie nicht dabei haben kann, kommt sie zu einer Freundin. Auch das klappt bis auf anfängliches Winseln gut.
    Im Prinzip hast Du Recht: Wäre nicht ihr arrogantes Verhalten zu anderen Hunden und Menschen, hätte ich an meinem Hund nichts auszusetzen. Sie ist intelligent, lernfreudig, lustig und selbstbewusst. Und mir gehorcht sie einwandfrei (bis auf kleine Unbotmäßigkeiten, die ich aber meistens sofort korrigiere).
    Im Überlegen Deiner Antworten werde ich folgende Konsequenzen einführen: Es muss ein Zaun her. Diese Freigänge sind nicht gut, zumal der Hund unkontrolliert Futter aufnimmt und zu dick wird. Einerseits bewundere ich ihren Überlebensinstikt und ihre Kreativität bei der Futtersuche, andererseits ärgert mich das Ganze aber auch.
    Aggressives Verhalten gegenüber Menschen wird mit "Pfui" bestraft und nicht wie bisher hilflos und peinlich berührt ignoriert.
    Begegnungen mit anderen Hunden werden sprach- und kommentarlos beobachtet (bisher in freudig-erregtem Tonfall: "Schau mal, da kommt der Toby, Lucky, Rico etc....) Soll sie doch selber entscheiden, ob sie erfreut ist oder nicht. Wir gehen jetzt eh eine Woche auf Hundewanderung und da wird sie schon lernen, sich in ein Rudel zu integrieren.
    Da meine eigene Fixierung auf Vita von ihr gespiegelt wird, werde ich das etwas stärker kontrollieren. Grundsätzlich aber ist es nicht aufzubrechen, weil es meiner Lebenssituation entspricht. Das phasenweise Ignorieren lasse ich bleiben, wenn es eh nur eine Verstärkung des bisherigen Verhaltens ist.
    Ganz herzlichen Dank für Deine wichtigen Anregungen! Sie haben mir sehr geholfen, mich und meinen Hund besser zu verstehen.
    Herzliche Grüsse!
    Sabiba

    Beste Grüsse!
    Sabiba

    Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. - Dietrich Bonhoeffer

  8. #8
    Juni Guest
    Hallo Sabiba,

    so nette Rückmeldungen gibt es in Foren selten, und ich freue mich sehr darüber! Deine geplanten Maßnahmen finde ich gut - mit einer Ausnahme: Ich denke, das Abschnappen ist ein etwas komplexeres Problem und nicht allein mit einem "Pfui!" zu regulieren. Ich vermute nämlich, dass deine Hündin sich durchaus korrekt (aus Hundesicht) verhält und vor dem Abschnappen bereits warnt. Nicht indem sie knurrt (vielleicht ist ihr das schon mal verboten worden?), sondern indem sie steif wird und eventuell einen schrägen Blick in Richtung des Streichlers wirft.

    Spätestens das wäre der Moment, wo du das Streicheln abbrechen solltest, indem du z.B. deine Hündin freundlich und aufmunternd zu dir rufst. Im Augenblick bestehen da wohl zwei sehr unterschiedliche Interessen: Auf der einen Seite deine, die einen friedlichen Hund möchte, auf der anderen Seite die deiner Hündin, die es ganz offensichtlich (derzeit) nicht schätzt, von Fremden angefasst zu werden. Sie toleriert es ein Weilchen, ist aber sicher von Anfang an nicht begeistert.

    Dann gibt es da noch eine dritte Seite, nämlich die der Streichler. Sie sind (zumindest im Augenblick) in Gefahr, verletzt zu werden. Ich glaube zwar nicht, dass deine Hündin richtig beißt, aber Eckzähne machen auch beim Abschnappen in Menschenhaut schnell mal unhübsche Löcher. Aus diesem Grund würde ich dazu raten, jegliche Form von "Zwangsstreichelei" zu vermeiden. Wenn deine Hündin nicht freiwillig (ohne gelockt zu werden!) zu Fremden geht, sollten diese die Finger von ihr lassen. Nimmt sie von sich aus Kontakt auf, sollen die Leute sie ruhig streicheln, dies aber möglichst nicht von oben auf Kopf und Hals, sondern behutsam von unten an Fang und den Halsseiten. Dies möglichst auch nur kurz, so dass deine Hündin gar nicht erst in Bedrängnis gerät.

    Dein Job ist, einen Blick auf das Ganze zu haben und sie zur Not rechtzeitig rauszurufen. Wenn sie abschnappt, ist das "Pfui!" okay, aber es sollte idealerweise gar nicht soweit kommen. Wenn deine Hündin in den nächsten Wochen die Erfahrung machen kann, dass du die Verantwortung dafür übernimmst, dass sie sich nicht unwohl fühlen muss, sollte das Ganze nach und nach unter Kontrolle zu bringen sein und insgesamt zur Entspannung führen.

    Schöne Grüße,
    Juni

  9. #9
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    Liebe Juni, absolut richtig, Dein Hinweis. Ich habe schon gemerkt, dass Vita sich von fremden Menschen nicht gern von oben streicheln lässt (geht wohl gegen ihr Würde :-). Noch entscheidender scheint mir die Dauer der Streichelattacke. Für ca. 5 bis 10 Sekunden hält sie es aus, dann kommt blitzschnell das Knurren und der Schnapper. Ich werde künftig die Leute anhalten, sie wirklich nur ganz kurz zu streicheln, denn tatsächlich ist die Situation für Vita eine Art Bedrängnis.
    Also - nochmal herzlichen Dank für Deine wirklich klugen Tipps.

    Beste Grüsse!
    Sabiba

    Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. - Dietrich Bonhoeffer

  10. #10
    Griffon Guest
    Hallo Sabiba und hallo Juni,

    mit Interesse habe ich Euren Meinungsaustausch gelesen.
    Bei allen guten Ratschlägen kann ich vielleicht noch ein oder zwei beisteuern.

    Da Knurren und Schnappen beides unter DROHEN fällt, scheint die Hündin eher ein Problem mit Unsicherheit/Angst zu haben, denn mit Dominanz.
    Von Dominanz spricht man auch nicht mehr, denn die gibt es so nicht - aber das führt zu weit.

    Hier wäre mal nachzuforschen, was der Grund für die Angst/Unsicherheit wäre: mangelnde Sozialisierung auf Fremde? Falls bekannt, Eltern ein solches Problem gehabt? Schlechte Erfahrung mit Fremden gemacht?
    Das Gleiche gilt für den Kontakt mit fremden Hunden.

    Ein ,,PFUI" solltest Du beim nächsten Schnappen auf keinen Fall einsetzen - die Hündin kann das als Zuspruch auffassen- verbale Zustimmung. Zudem müssen alle Hunde/Mensch-Begegnungen so ablaufen, dass es nie wieder zu einem ,,dazwischenstellen" oder ,,schnappen" kommen kann - der selbstbelohnende Effekt ist dabei wesentlich und sollte vermieden werden.
    Zur Not und in Zeiten von Hundeverordnungen (Dein Hund ist schneller beim Wesenstest, wenn Du an den falschen Fremden gerätst) solltest Du im Notfall einen Maulkorb antrainieren, bist Du das Problem korrigiert hast.

    Wenn Du das in den Griff bekommen möchtest, dann solltest Du auf jeden Fall fremde Menschen/Hunde mit etwas positivem für den Hund belegen, im Notfall ist Clicker-Training eine gute Massnahme, um das unerwünschte Verhalten sofort unterbrechen zu können.

    Nun, der Text ist prompt länger geworden...sorry.
    Aber nur so ein paar Denkanstösse, weil ich zuhause (wenigstens nicht bei Dritten) auch so ein Kerlchen habe, das aber gerne beim Futter zulangt oder eine Ressource verteidigt.

    Grüße, Jutta

    Von dem, was Du schreibst, Sabiba, ist Eure Mensch-Hund-Beziehung eigentlich absolut in Ordnung.

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