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Thema: Tibi markiert alles - mich inclusive

  1. #1
    knips Guest

    Tibi markiert alles - mich inclusive

    Liebe zooplusler.

    Hab' hier schon viel gelesen, aber leider nichts zu meinem Problem.

    Seit 2 1/2 Monaten lebt bei mir mein kleiner Tibet-Terrier Einstein. Er ist gerade ein halbes Jahr alt geworden. Die ersten 4 Wochen waren echt die Hoelle. So suess er einerseits ist, so schwierig und dominant ist er andererseits. Anfangs war er rund um die Uhr hyperaktiv, wollte permanent bespielt werden, war durch nichts muede zu bekommen und wollte immer das, was er gerade nicht hatte. Er hat Teppiche, Stuhlbeine, Kissen, Kabel angenagt - alles, was ihm zwischen die Zaehne kam und im Spiel mich auch haeufig gebissen (was ich anfangs als Reflex betrachtet habe, was er nach einer Weile aber gezielt eingesetzt hat, wenn ihm was nicht passte).

    Sicherlich laesst sich ueber Dominanzverhalten endlos diskutieren. Ich habe nun die Erfahrung gemacht, dass es sie gibt. Der kleine Matz hat alle Energie reingesteckt, Herr im Haus zu werden. Es war streckenweise schon echte Schikane und pures Machtgehabe. Damit hatte ich nach seinem Vorgaenger - ebenfalls einem Tibi - ueberhaupt nicht gerechnet.

    Nun haben sich viele der Anfangsprobleme zwischenzeitlich geloest. Er beisst auch nicht mehr. Wir sind in der Hundeschule und ich packe ihn haerter an, als es hier so manchem "schmecken" mag. Offen gestanden: Mir wuerde es etwas sanfter auch besser schmecken, aber auf die leisen Toene hoert mein potentieller Herr und Meister ueberhaupt nicht. Einstein ist einer, von dem man sagt, er braucht eine harte Hand (die ich eher nicht habe).

    Jetzt zu einem verbleibenden Kernproblem. Im zarten Alter von 4 1/2 Monaten waren wir beim Tierarzt. Einstein stapft zum Behandlungstisch, hebt das Bein und pischert dran. Bis zu diesem Augenblick kannte er nur Babypinkeln und auf einmal war er Kerl. Anschliessend blieb er zu Hause noch Baby und draußen hob er das Bein. Seit Monat 5 reckt er's ganz hoch und scharrt danach hoch 3. Als die Hundeschule begann, hat er angefangen, den Menschen, die da herumstanden, ans Bein zu pinkeln. "Du gehoerst mir" oder so. Wenn wir's rechtzeitig gemerkt haben, haben wir ihn zur Unterwerfung gebracht. Zweimal waren wir in Hundewohnungen zu Besuch und jedesmal hat er an den Tuerpfosten markiert.

    Und heute mussten wir wieder zum Tierarzt, ich setze mich im Wartezimmer hin und er pinkelt mir an die Hose. Ich hatte richtig Muehe, ihn zur Unterwerfung zu bringen, er wollte partout seinen Kopf durchsetzen und auf seinen Beinen stehenbleiben.

    Was tun? Ich meine, so kann ich den Gangster ja nirgends mit hinnehmen! Und warum macht er das mit mir? Ich dachte eigentlich, das Verhaeltnis zwischen uns beiden sei geklaert. So hatte es in den vergangenen beiden Wochen jedenfalls den Anschein.

    Weiss jemand Rat? Auf ein "Patentrezept" wage ich ja garnicht zu hoffen. Bin schon beim Großeinkauf bei amazon zum Thema "Hundeerziehung" - und dabei wuerde ich das Geld viel lieber hier in Leckerlis investieren ;o)

    Schoene Gruesse + danke im voraus,
    knips

    PS: Ansonsten ist er jetzt echt knuddelsuess!

  2. #2
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    262
    hallo
    ich glaube nicht, dass wir dir hier so aus der ferne richtige tipps geben können.
    was ich gir allerdings sagen kann, ist dass es so aussieht, als ob dein hund protestieren würde, denn er weiß ganz genau, dass er nicht an personen pinkeln darf.
    sorry, dass ich das so sage, aber das ist vermutlich die konsequenz deiner erziehung will dich nicht angreifen, aber ich glaube, dass dein hund sich damit einfach nicht abfinden kann. ich weiß nicht, was du mit "härter" meinst (wäre nett wenn dus erklärst was genau du damit meinst), aber anscheinend kommt dein hund nicht damit klar. woher kommt der hund denn? viele hunde verstecken sich nur hinter ihrer dominanz, um ihre unsicherheit zu überspielen. wie gesagt das kann ich so nicht sagen, deswegen wäre es gut, wenn du noch was über die herkunft des hundes und die art deiner erziehung schreiben würdest.
    mfg ruth

  3. #3
    knips Guest

    Re: Tibi markiert alles - mich inclusive

    Hallo, Ruth.

    Vielen Dank fuer Deine Antwort und vorweg: ich fuehle mich nicht angegriffen. Ich sehe ja, dass irgendwas ganz schief laeuft und ich vermutlich irgendwas falsch mache. Nun wuesste ich eben allzu gerne, was es ist. Als er mich gestern (ich hatte mich gerade beim Tierarzt im Wartezimmer auf den Stuhl gesetzt) angepinkelt hat, da sind bei mir alle Alarmanlagen angegangen.

    Dass es sich um ein Protestverhalten handeln koennte, habe ich mir auch schon gedacht. Wie kommst Du darauf, dass er weiss, dass man Personen nicht anpinkeln darf? Zum erstenmal ist es in der Hundeschule passiert, am Anfang, als wir alle rumstanden. Dann waren wir bei einer ausgewachsenen Hundedame zu Besuch. Er hat sie nicht in Ruhe gelassen, sie hat ihm einen beigepuhlt, er hat abgewartet, bis sie in ihrem Koerbchen sass und hat dann an den Tuerpfosten gepischt.

    Dann hat er nochmal in der Hundeschule jemanden ans Bein gepinkelt und schliesslich gestern mir. Zwischendurch hat er nochmal bei einer Freundin, bei der seine Busenfreundin (Welpendame) lebt, markiert. Das waren alle "Faelle".

    Zum "hart anpacken". Mein Hundetrainer meint, er muss sich unterwerfen. Das macht er aber nicht bzw. nur unter Zwang. Und zwar sowohl bei anderen Hunden als auch bei mir. Er will partout auf seinen Hinterbeinen stehenbleiben. Ausser, wenn er mich ankommen sieht (wenn er mal wieder was ausgefressen hat), dann schmeisst er sich sofort voller Wonne auf den Ruecken. Aber gestern im Tierarzt-Wartezimmer musste ich ihm richtig die Hinterbeine wegziehen.

    Unsicherheit habe ich bei ihm noch nie wahrgenommen. Er strotzt vor Selbstbewusstsein, egal, wo er ist. Er meint, er ist der King. Alles Neue wird beschnuppelt und ausprobiert. Er erscheint mir vollkommen angstfrei. Nur ganz zu Anfang hat er gejault, wenn ich mal weggegangen bin, das ist aber laengst Vergangenheit. Er weiss, dass ich wiederkomme. Da ich zu Hause arbeite, bin ich eh meistens da.

    Einstein kommt von einem Zuechter. Die hatten zwei Wuerfe gleichzeitig. Es waren 15 Welpen, 2 Muetter und 1 Oma. Er war vom frueheren Wurf der Mittlere. Dort war pausenlos Remmidemmi, ich lebe mit ihm alleine und koennte mir vorstellen, dass darin der Hase begraben liegt.

    Wir leben auf dem Land, gehen taeglich spazieren, mal aufs Feld, mal in den Wald, mal ans Meer. Das findet er alles immer toll und spannend. Er hat 2 Welpen-Busenfreundinnen, von denen spaetestens alle 2 Tage eine fuer mindestens eine Stunde zum Spielen hier ist, manchmal auch laenger. Meistens im Garten, bei schlechterem Wetter toben die hier drinnen wie die Weltmeister. Seit gut eingezaeunt ist, kann er jederzeit auch ohne mich in den Garten hinaus, holt sich dort Stoeckchen, die er dann drinnen zerlegt und zwischendurch spiele ich mit ihm.

    Das Lernen macht ihm Spass, er kann mit seinen 6 Monaten schon ganz prima bei Fuss gehen, auch Schlangenlinien und wenn ich ihn an der Schleppleine laufen lasse, klappt das auch bestens. Er laeuft in der Hundeschule sogar schon ganz wacker Schlangenlinien um andere Hunde herum.

    Heute Nacht habe ich bei amazon ein Spielebuch bestellt, denn sein Lerneifer ist wirklich enorm. Vielleicht will er davon mehr.

    Eigentlich sind wir in den 2 1/2 Monaten schon ein ganz nettes Paar geworden. Was zu belohnen ist, wird sofort belohnt und wenn mal was schiefgeht, raste ich nicht mehr so aus wie am Anfang, da habe ich mich schon schwer diszipliniert und gebe meiner menschlichen Schwaeche, laut zu werden, so gut wie nicht mehr nach. Es ist jetzt ziemlich entspannt zwischen uns beiden, nur die Sache mit dem Markieren - das muss ich dringend schnell wegbekommen.

    Bin fuer jeden Tipp dankbar und probiere ihn gerne aus.

    Schoene Gruesse,
    knips

  4. #4
    knips Guest
    PS: Noch was vergessen. Mit "hart" meine ich den Leinenruck. Ich mag es nicht, der Hundetrainer meint, ich sollte, besonders weil er so dominant und eigenwillig ist. Er meint, ich bekomme ihn nicht anders diszipliniert. Mit meiner sanften Tour (auf die ich mit Einsteins Vorgaenger 13 Jahre lang prima zurechtgekommen bin) bin ich bei ihm gescheitert, er ist mir bloss noch auf der Nase herumgetanzt, deshalb bin ich ja nach 4 nervtoetenden Wochen ja auch mit wehenden Fahnen in die Hundeschule marschiert.

  5. #5
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    Hallo,

    ich möchte dir gern eines empfehlen:
    bitte Finger weg von Leinenruck und ähnlichen "DRUCKvollen Erziehungsmaßnahmen - und zwar so schnell wie möglich!
    Ein guter Rudelführer ist souverän und ruhig und verlangt von seinen "Untertanen" nicht Unterordnung um der Unterordnung willen, sondern in Situationen, in denen es Sinn macht. Wenn du das beim TA von ihm verlangst, wenn er dir ans Bein pinkelt, wirst du ihn nicht überzeugen können von dir. Er wird das erstens aus seiner Sicht vermutlich nicht verstehen und außerdem hast du ihm ja eine Reaktion gezeigt - und auf irgendeine Reaktion von dir war er vielleicht schon aus! Es hätte ihn sicher seeehr beeindruckt, wenn du das gelassen ignoriert hättest (zugegeben: das ist schwer!!!).

    Ich empfehle dir sehr die Bücher (z.B. "Hunde erziehen mit Natural Dogmanship") bzw. die Trainer rund um Jan Nijboer, die dir das Verhalten deines Hundes sehr anschaulich und gut nachvollziehbar erklären können und dir effektive und (auch für den Hund!) klare, verständliche Wege aufzeigen können, wie ihr eure Beziehung verbessern könnt! Und dies ganz ohne "harte Hand", die hat auch bei dominant gemachten Hunden nichts zu suchen! Meine Meinung.

    Viel Glück und Erfolg und Geduld!

    danina

  6. #6
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    hallo
    also ich habe mit dem leinenruck beim problem des an der leine ziehens die erfahrung gemacht, dass es nichts bringt. es mag vielleicht im ersten moment was bringen, aber auf keinen fall auf dauer, da sich der hund daran gewöhnt und merkt, dass es keine konsequenzen hat.
    ich selbst habe mit einem dominanten hund erfahrungen gemacht:
    zuerst ist der hund an der leine bei anderen hunden so ausgerastet, dass er teilweise sein frauchen gebissen hat. die "arme frau" oder besser der "arme hund". ich habe der frau dann ein geschirr empfohlen, da sie zuvor einen "gesundheitswürger" und nach 5 min. bei mir an der leine war der hund so ruhig, dass wir selbst an einem bellenden hund an zaun vorbeigehen konnten und das ohne schreien oder zerren!
    befehle hat dieser hund keine angenommen, zumindest nicht vom frauchen, doch mit selbstbewusstsein hund ein paar leckerlies war dies kein problem mehr.
    dies ist jetzt vielleicht nicht konkret dein problem, zeigt aber, dass es nur auf das verhalten des menschen ankommt, wie sich der hunde verhält.
    das mit dem auf den rücken drehen halte ich von daher für nicht gut, da man einen kleinen körperlichen machtkampf mit dem hund austrägt. da kann ich nur sagen wer wind säht wird sturm ernten. in diesem fall wenn du deinen hund körperlich in seine stellung drückst, wird er auch körperlich versuchen seine stellung zurückzuerobern.
    du musst deinem hund einfach klar machen, dass du dir deine stellung nicht erkämpfen musst, sondern diese einfach hast und damit muss er sich abfinden.
    eine gute möglichkeit dem hund dies klarzumachen ist ihm sein futter aus der hand zu geben für mindestens 1-2 wochen, dann merkt der hund, dass seine exsistenz von deiner abhängt. so wie du eueren alltag beschrieben hast, hast du es doch gar nicht nötig deinen hund in seine stellung zu zwingen.
    das problem des anpinkelns würde ich so lösen, dass du deinem hund auf dem spaziergang ab und zu das pinkelns nicht erlaubst, indem du einfach "gaaaanz zufällig" gort entlang gehen musst, wo er gerade pinkeln will. wenn er dir nicht weggeht, gehe einfach weiter und schiebe ihn zur seite, rempel ihn einfach zur seite. schau ihn dabei aber sich an, da er sich dann provoziert fühlen könnte. ignoriere ihn einfach und geh deinen weg, der rein zufällig an seinem pinkelplatz vorbeigeht.
    dadurch zeigst du deinem hund, dass er dir aus dem weg zu gehen hat (und sicherst damit deine stellung als alpha-tier, dem die anderen aus dem weg zu gehen haben) und, dass nicht gepinkelt wird, wenn so nah bist, dass du etwas abbekommen könntest. ich weiß nicht wie dominant dein hund ist, aber du solltest auf jeden fall erstmal langsam auf ihn zugehen, da er sonst einen angriff befürchten könnte und so einen grund sieht sich wehren zu müssen.
    und zu dem selbstbewusstsein oder der dominanz kann ich dir nur den fall schildern von einem hund, der immer mit schwanz oder rumgelaufen ist und sofort gebissen hat, wenn ihm etwas nicht gepasst hat. etliche hundetrainer haben sich mit ihm versucht, doch alles erfolglos. eigendich alle hundetrainer waren sich einig, dass es sich um einen extrem dominanten hund handelt und sind mit stachelhalsband und auf den rücken drehen auf ihn losgegangen mit dem erfolg, dass der hund nur noch aggressiver geworden ist. dann haben mein hund und ich angefanden uns um den hund zu kümmern. hauptsächlich habe ich die enkelin der besitzerin erzogen und mein hund den anderen. dadurch hat der hund erst meinem hund vertraut und dann auch mir und der enkelin mit dem erfolg, dass wir endlich den grund seiner aggression herausgefunden haben: eine riesen angst, die mit seiner vorgeschichte zusammenhängt. er war vermutlich strandhund in spanien und wurde dort unter den tisch gebunden und bei höherem alkoholpegel wurde dann immer mehr auf den hund eingetreten.
    sein verhalten war keine dominanz, sondern eine riesen angst, die er erst viel später gezeigt hat.
    ich weiß, dass dies nicht euer problem ist, aber es zeigt, was domimanz wirklich sein kann!!

  7. #7
    knips Guest
    Hallo, Danina.

    Auch Dir herzlichen Dank fuer Deine Antwort.

    Ein guter Rudelführer ist souverän und ruhig und verlangt von seinen "Untertanen" nicht Unterordnung um der Unterordnung willen, sondern in Situationen, in denen es Sinn macht.
    Nun ja, wenn ich das mache, dann sicherlich nicht aus Spass an der Freude, sondern weil er begreifen muss, dass er gerade richtig Mist baut. Als Willkuer kann ich das nicht betrachten. Ich will auch garkeinen Hund der kuscht und mag sein Selbstbewusstsein nicht brechen, nur ueberschreitet er mit der Anpinkelei einfach alle Grenzen. Ich moechte mit ihm leben. Und dazu gehoert auch, dass wir unter Menschen und Tiere gehen koennen und ich ihn dabei nicht pausenlos an kurzer Leine beobachten muss. Ich will ihn so schnell wie moeglich frei laufen lassen koennen. Draussen und drinnen. Momentan kann ich ihm doch in keiner fremden Wohnung mit gutem Gewissen von der Leine lassen.

    Wenn du das beim TA von ihm verlangst, wenn er dir ans Bein pinkelt, wirst du ihn nicht überzeugen können von dir.
    Was bedeutet "TA"?

    Es hätte ihn sicher seeehr beeindruckt, wenn du das gelassen ignoriert hättest (zugegeben: das ist schwer!!!).
    Du meinst, ich soll ihn Leute anpinkeln lassen? Dann, befuerchte ich, habe ich aber schnell keine Freunde mehr.

    Und dies ganz ohne "harte Hand", die hat auch bei dominant gemachten Hunden nichts zu suchen! Meine Meinung.
    Hm. Der eine meint so, der andere so. Momentan befinde ich mich in der "alles-anhoer-und-les"-Phase - und dann muss ich wohl weitersehen.

    Deine Guten Wuensche duerften auf diesem Weg aber sicherlich guuut zu brauchen sein! Vielen Dank dafuer )

    Die knips

  8. #8
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    Gut, wenn du deinen Hund beim Anpinkeln korrigieren willst, dann tu es so, dass dein Hund das versteht: und das ist ein mit den Fingerspitzen (Hand als "Maul" formen) ausgeführter Nackenstoß und nichts weiter (Hunde, vor allem souveräne Rudelführer, sind nicht nachtragend!). Und: tu es nicht in eurer Wohnung/ in eurem Haus! Diesen Ort sollte dein Hund als sicheren Raum zum Ruhen und Entspannen erfahren!
    Eine körperliche Unterordnungshandlung wie das auf-den-Rücken-Werfen ist in diesem Moment (anpinkeln) für den Hund nicht einsichtig (glaube ich).

    Sorry: TA sollte TierArzt heißen.

    Du willst ihn so schnell wie möglich frei laufen lassen. Warum? Leine kann ganz viel Sicherheit vermitteln. Vielleicht braucht das dein Hund erstmal noch. Und ob dein Hund "unter Tiere" gehen möchte, können wir Menschen nicht bestimmen, auch wenn wir das gern täten. Die meisten Hunde freuen sich nicht sonderlich über Kontakt mir rudelfremden Artgenossen - und das ist nur verständlich, wenn man bedenkt, dass es eigentlich unnatürlich ist, dass rudelfremde Tiere aufeinandertreffen.
    Lässt du ihn in einer fremden Umgebung von der Leine, sagst du ihm: "Check du hier bitte das Revier ab und gucke, ob es für uns sicher ist!"
    Und mit solchen Signalen gibst du die Führung ab und machst deinen Hund dominant - obwohl ich sicher bin, dass er das eigentlich nicht sein will. Die meisten Hunde sind nämlich wohl mit der Führung eines Mensch-Hund-Rudels überfordert.

    Es liegt an die, deine Beziehung zu deinem Hund so zu verändern, dass ER DIR (freiwillig) FOLGT und nicht du diejenige bist, die ihn an kurzer Leine (zumindest mit Blicken) verfolgen muss. Hunde sind nicht einfach so, wie wir sie gern haben wollen und ich finde, es sollte selbstverständlicher werden, dass wir die Individualität unserer Hunde mehr akzeptieren und von hier aus mit der Erziehung starten.

    Liebe Grüße,
    Nina

  9. #9
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    Hallo Ruth,

    eine gute möglichkeit dem hund dies klarzumachen ist ihm sein futter aus der hand zu geben für mindestens 1-2 wochen, dann merkt der hund, dass seine exsistenz von deiner abhängt.
    Da möchte ich widersprechen. Der Hund erlebt unsere Hand wie ein Maul (wir nehmen und geben damit Dinge, führen Essen zum Mund usw.), also ist klar, wie er eine solche Geste sieht.

    Die Frage ist: würde der Hund FREIWILLIG sein Leckerchen oder Fressen aus dem Maul an den Menschen hergeben? Dann könnte man es evtl. so machen.
    Andernfalls erniedrigt man sich vor dem Hund durch dieses Verhalten.

    Liebe Grüße,
    Nina

  10. #10
    knips Guest
    Hallo, Ruth.

    befehle hat dieser hund keine angenommen, zumindest nicht vom frauchen, doch mit selbstbewusstsein hund ein paar leckerlies war dies kein problem mehr.
    Ich will's mal so beschreiben: Einstein ist so eine Art "Dr. Jekyll and Mr. Hide". Eine Woche lammfromm und superknuddelig, dann 2 Tage voellig durchgeknallt (da passieren dann solche Dinge). Aber durch alle Phasen durch: Befehle nimmt er an. Er ist nicht permanent renitent, hat aber manchmal so unmotivierte Ausraster, zu denen ich auch keinen konkreten Anlass erkennen kann. Das macht mich ja auch so hilflos.

    dass es nur auf das verhalten des menschen ankommt, wie sich der hunde verhält.
    Das ist mir klar, insofern fasse ich mich ja auch an die eigene Nase. Aber ich moechte mich natuerlich ebenso wenig verbeulen wie ich Klein-Einstein verbeulen moechte. Wir muessen irgendwie zueinander finden. Und meine grosse Frage besteht in dem "wie". Deine Tipps mit eine Zeitlang aus der Hand fuettern (hab' ich schon heute Abend angefangen - fand er natuerlich superklasse!) und vor allem ihm ins Pinkelareal laufen erscheinen mir sehr sinnig - vielen herzlichen Dank. Beides wird jetzt ausprobiert.

    das mit dem auf den rücken drehen halte ich von daher für nicht gut, da man einen kleinen körperlichen machtkampf mit dem hund austrägt. da kann ich nur sagen wer wind säht wird sturm ernten.
    Rein theoretisch kann ich das nachvollziehen. Aber wie schaut's denn in der Praxis aus? Was passiert denn, wenn er sich einem grossen Hund nicht unterwirft? Wenn er immer weiter rumzappelt und nicht auch die Hinterbeine in die Luft streckt, sich partout nicht ergibt? Im schlimmsten Fall wird er totgebissen. Ich denke, er muss es lernen, sich zu unterwerfen. Oder?

    Heute hatten wir eine ganz interessante Situation. Bommel war da, eine Huendin, die ihn im Wachstum ueberholt hat und mit der er seit Wochen spielt. Die ist nun ziemlich gross und kraeftig geworden und zerrt ihn auf Teufel komm raus an den Ohren. Nach einer halben Stunde war er so entnervt, dass er sich ihr - obwohl sie einige Wochen juenger ist als er - endlich mal komplett ergeben hat. Er war fertig mit der Welt von dem Geziepe und Gezurre, vermutlich tat's ihm auch weh. Das war das erstemal, dass er sich einem anderen Hund vollkommen unterworfen hat. Er wollte, dass sie bloss noch aufhoert. Er tat mir ja in der Seele leid, aber ich war auch froh, dass er in diesem Spiel endlich mal alle Viere von sich gestreckt hat.

    in diesem fall wenn du deinen hund körperlich in seine stellung drückst, wird er auch körperlich versuchen seine stellung zurückzuerobern.
    Oder auch nicht, wenn er merkt, dass er keine Chance hat. Bin mal gespannt auf das naechste Treffen mit Bommel. Ob er sich von ihr distanciert oder nicht.

    Um die Problematik nochmal zu konzentrieren: Es laeuft im Alltag das meiste ganz prima. Einstein hupft nicht mehr aufs Bett (hat er nach 3 Naechten schon nicht mehr getan), auch nicht auf's Sofa, die Moebel- und Teppichnagerei ist kaum noch relevant. Er hoert auf Befehle, sucht meine Naehe und lernt gerne.

    Und dann, mitten in unsere Miteinander-Idylle hinein, meint er andere Menschen und andere Wohnungen und auch mich anpinkeln zu muessen.

    Hat er vielleicht einfach nicht verstanden, dass er das nicht darf? Bin mal gespannt, wie er auf die von Dir empfohlenen Anti-Pinkel-Spaziergaenge reagiert und werde berichten. Klingt interessant. Koennte funktionieren.

    Danke + herzliche Gruesse,
    knips

  11. #11
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    Hallo Knirps,
    ich hab da einen Tipp für dich
    http://www.beta-dog.de/termine.html
    dabei handelt es sich um einen Film - "Fremdsprache Hündisch" den du bestellen kannst.

    Ein Hund unterwirft sich nicht ausschliesslich, wenn er auf dem Rücken liegt und alle viere von sich streckt - da gibt es noch ein paar andere Möglichkeiten
    Das Markieren würde ich auch nicht allzu ernst nehmen .Du schreibst ja selbst, viele "Problemchen" haben sich bereits in Luft aufgelöst - da er sicher nicht dumm ist, wird auch Einstein lernen, das Menschen es nicht mögen als Litfassäule missbraucht zu werden, auf denen er Informationen für andere Hunde hinterlassen kann.
    Arbeite an deinem Nein - verbessere deine Timing. Wenn du mit ihm in eine fremde Wohnun gehst, lass ihn an der Leine oder aber beobachte ihn ganz genau - wenn du siehst er will das Beinchen heben - HIN DA! schiess auf ihn zu und knurr ihm ein NEIN zu. Er muss sich darauf hin nicht untergeben, sondern er soll lediglich auffhören mit dem was er tut.

    Noch ein Tipp .
    Er muss sich zuhause nicht völlig frei bewegen können. Schränk ihn ruhig mal ein - gibt ihm nicht das ganze Haus zur freien Verfügung. Auch wenn du Hundebesuch hast, achte drauf, dass die Hunde nicht wie wild in der Bude herum fetzen. Im Garten ja! Im Haus würde ich für Ruhe sorgen.

    Sei froh über so ein drahtiges Kerlchen

    lg tina

  12. #12
    knips Guest
    Hallo, Ruth, Tina und Nina.

    Euch allen nochmal vielen Dank fuer die Unterstuetzung. Ich habe aus diesem Thread viel gelernt, ihr habt eine ganze Reihe von Gedankengaengen in Bewegung gesetzt. Ich stimme nicht mit allem ueberein - also diese Markiererei betrachte ich nicht als Lappalie, sondern nehme sie sehr ernst. Ich habe auch verstanden, dass ich gluecklicherweise offenbar doch nicht _alles_ falsch mache. Aber _alles_ laesst sich verbessern ;o)

    Nein, Nina, Einstein hat auch nicht das ganze Haus zur Verfuegung, es gibt Raeume, die mir vorbehalten bleiben und das respektiert er auch (an der Tuer neugierig gucken kann man ja mal ...).

    Das mit dem Anknurren mache ich auch schon eine Weile - da gehen dann die Oehrle hoch und der kleine Matz ein Stueck zurueck. Mein Hundetrainer hat mir auch geraten, dazu eine andere Stimme "aufzusetzen" und ihn bei einem anderen Namen zu nennen. Ich habe mich fuer seinen Zweitnamen "Albert" entschieden. "Albert" rufe ich ihn, wenn's ernst wird, da staunt er dann auch.

    Jetzt warte ich erstmal auf die amazon-Sendung, werde mich da reinlesen und freue mich ueber die "Dr. Jekyll"-Seiten an meinem "drahtigen Kerlchen", das mir gerade mal wieder eine "Freundschaft" gereicht hat, um anschliessend im Garten das dadurch eroberte Rinderoehrchen zu verbuddeln.

    Wer das unerschrockene kleine Monster mal in Aufenschein nehmen will, clickt hier:
    http://einstein.uschi-hering.de/ (---> Bilder).
    Ich finde, man sieht ihm schon an, dass er's faustdick hinter den Ohren hat.

    Euch allen nochmal herzlichen Dank - ich berichte demnaechst ueber Erfolge oder Misserfolge der Aktion. Und noch etwas: ich hatte ja davor ebenfalls einen Tibet Terrier - es ist irre, wie unterschiedlich die beiden im Charakter sind. Wie Pat und Patachon.

    Liebe Gruesse in die Runde,
    knips

  13. #13
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    291
    hallo knirps
    was hast Du da für eine süße Knutschkugel
    wie Du siehst(wenn Du unten auf den Link klickst)habe ich auch einen TT, aber gott sei dank kenne ich das Problem nicht, deshalb kann ich Dir auch keinen Rat geben.

    Ich wünsche Dir noch ganz viel Freude mit Deinem süüüüüüüüüüüüüü üüüßen Einstein
    Liebe Grüße
    Maria




    Bobby(Tibet-Terrier) mein Regenbogen-Hund im Herzen
    Tobi (Malteser) geb. am 18.11.99

  14. #14
    Nara Guest

    Tibi markiert alles-mich inclusive

    Hallo Knirps

    Es wurde ja schon eine Menge gesagt...
    Ich gebe dir noch einen guten Buchtip..
    Damit wir uns Verstehen..Thomas Baumann..
    Für mich ein tolles Buch...

    Zur Dominanz..
    Mein erster Hund war ein Dominanter Rüde..
    Ich mußte mich bei ihm wikrlich an sämtliche Regeln halten...
    Und ja es gibt Dominante Hunde..
    Es ist NAtürlich die frage,ob wir als Mensch den Hund in diese Position geholt haben,oder der Hund von sich aus "an die MAcht "will....
    Meiner war einer der zweiten SOrte...

    Zum auf den Rücken drehen..
    Ich denke es ist keine Vernünftige Bestrafung..
    Ich habe zwei Hunde,und keiner hat den anderen jemals umgedreht,sie machen es von sich aus..Kann man prima beobachten...
    Was ich bei beiden öfters sehe ist der Schnauzengriff,aber auch da reagieren Hunde bei Menschen unterschielich...
    Für dich ist die Konsequenz das A und O...
    Was Verboten ist,bleibt Verboten...
    Noch ist dein Hund Jung und du kannst noch eine Menge machen..Nutze diese Zeit,aber wie ich lese machst du es ja bereits..
    Was mir am Anfang deines SCHreibens auf fällt ist,das du dem Hund immer seinen Willen gelassen hast...
    Der Hund wollte spielen und er wurde bespielt,der Hund wollte beschäftigt werden und er wurde beschäftig...
    Er wollte,wollte....
    Fällt dir selber etwas auf???
    Du bestimmst wann gespielt,geschmust und sonstiges wird...
    Natürlich mußt du den kleinen auslatsen,aber nach deinen Spielregeln...
    Versuche auch noch ganz neben bei (was natürlich nicht mal eben geht) noch ein gute Team zu gründen..
    In dem du mit dem Hund Arbeitest..
    Und ich meine jetzt keine reine Unterordnung..

    Zum Pieseln,das Pieseln egal ob an Möbeln oder deinen Beinen,ist Tabu...
    Es ist Pfui...
    Aber bitte nicht wieder den Hund auf den Rücken drehen...
    Ich kenne deinen Hund nicht,und weiß nicht wie er reagiert,und wie ihr beide euch gebt..
    Ich denke wenn es einer von meinen machen wrde,würde ich ihn kurz stoßen,und Pfui sagen...
    Diese puffen und stoßen,wird auch in einem Wildrudel gezeigt..
    Er muß lernen das er das nicht darf,und du vor allem es nicht duldest..

    Es gibt noch sooo viel,was man machen kann..
    Aber auch hier ist leider jeder Hund anders...
    Nur Konsequent,das ist bei allen Hunden gleich...
    Wen du noch fragen hast,dann mal zu...





    SChöne grüße
    Mona

  15. #15
    knips Guest
    Hallo, allerseits.

    Einige Tage spaeter. Die Buecher von amazon sind da und wir beide haben Fortschritte gemacht.

    Also. Zum ersten bin ich nochmal in mich gegangen und habe beschlossen, Alpha-Unterwerfung und Leinenruck nicht mehr anzuwenden. Es war mir von Anfang an unangenehm und passt eigentlich auch nicht zu mir, aber da es in diesem Oberstress zu Anfang zumindest etwas bewirkt hat, denke ich, es war fuer diesen Zeitpunkt vielleicht O.K. und ich kann ohne schlechtes Gewissen weiterleben. Aber dass es keine Methode ist, die dem Miteinander zutraeglich ist, darueber ist sich auch die Literatur einig und es wurde sauber verargumentiert. D'accord. Passiert nimmer. Asche auf mein Haupt.

    Ruth's Ratschlaege zeigen erste Erfolge. Einstein bekommt seitdem sein Futter aus der Hand. Das macht er mit Wonne und allmaehlich wird er richtig anhaenglich und knutschig, wobei er sich schon meldet, wenn er irgendwas will (meistens raus in den Garten, wenn die Verandatuer geschlossen). Und dann geht die Tuer halt auf. Er versucht nicht mehr, sich irgendwo durchzubuddeln, selbst wenn seine kleinen Freundinnen auf 2 Beinen von nebenan - je nach Alter - "Wa-Wa" oder "Einstein" rufen. Geht hin, laesst sich ueber den Zaun knuddeln und gut ist's. Bei "hier" kommt er dann zurueck. Jedenfalls nach einer Weile ;o). Aber willig. Kein Problem mehr.

    Die Sache mit dem ihm beim Markieren in den Weg laufen gestaltet sich etwas schwieriger, weil ich ihn gerne an der langen Leine lasse und er dann nicht so nah bei mir ist. Aber wenn ich ihm rechtzeitig in den Weg laufe, guckt er verdutzt und senkt das Bein wieder. Er hat mir noch kein einzigesmal drangepinkelt.

    Ich hoffe ja, dass er das jetzt allgemein umsetzt.

    Fuer die Situationen, in denen er Teppiche etc. anknabbert oder beim Meeting rumnervt (hatte heute einen Kunden da und Einstein muss jetzt lernen, sich nicht in den Mittelpunkt stellen zu wollen), habe ich mir eine Wurfkette gekauft. Wenn das Ding fliegt, erschrickt er und bisher hat er das "unerwuenschte Verhalten" anschliessend nur noch ein einzigesmal wiederholt. Aber man kann ja nicht alles auf Anhieb kapieren.

    Ich habe das heute auch mal gemacht, als er auf der Veranda nicht aufhoerte, seine Freundin Bommel (5 Monate alt) zu besteigen. Die Kette flog und es war erstmal gut. Der kleine Kerl ist ausgesprochen rammelfreudig. Die Tage versuchte er es draussen bei einem 1jaehrigen Rueden. Der hat ihm dreimal die Zaehne gezeigt und anschliessend waren die beiden die besten Freunde und sind ohne Ende voller Wonne miteinander rumgetobt.

    Und nun zum Schoensten. Dieses spielend lernen macht dem Kerl einen unglaublichen Spass. "Freundschaft" (=Pfoetchen geben) kann er schon ganz prima und seit gestern ueben wir "hopp" (=uebers Stoeckchen springen). Wenn ich das Stoeckchen in die Hand nehme (das er zunaechst mal verschleppen wollte), wedelt das Schwaenzchen wie wild und er springt und springt dem Leckerli hinterher und wenn jetzt nicht Feierabend Befehl waere, wuerde er vermutlich immer noch springen :o). Roncalli, wir kommen!

    Jetzt bin ich mal gespannt, ob und wie sich all diese Massnahmen und neuen Erfahrungen auf unser Kernproblem auswirken.

    Liebe Gruesse in die Runde,
    knips (nein, nicht "knirps"!)

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