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Thema: kein Vertrauen in den Hund - was tun?

  1. #1
    etzel Guest

    Question kein Vertrauen in den Hund - was tun?

    Hallo zusammen,

    ich war lange nicht mehr hier, aber nun brauche ich doch euren Rat! Unsere Beagle-Hündin (11 Mon., schon zwei Vorbesitzer, haben sie seit 4 Mon., gehen seit 2 Mon. in die Hundeschule, hat große Trennungsangst und hat drei (!) Türen im Flur kaputtgebissen) hat in der ersten Zeit bei uns ab und an geknurrt oder auch nach uns geschnappt, wenn sie sich wohl bedroht fühlte (Knochen wegnehmen...) oder wir sie strafen wollten. ´Seit einiger Zeit ist sowas nicht mehr vorgekommen und es war richtig schön mit ihr! Vor ein paar Tagen ist sie mir auf den Schoß gesprungen und drohte runterzufallen (weil rumgetobt). Ich versuchte sie durch sanftes Umarmen in eine sichere Position zu bringen woraufhin sie mich mal wieder anknurrte! Jetzt bin ich wieder total in meinem Vertrauen in meinen Hund gestört und habe Zweifel, ob ich mich nicht doch von dem Hund trennen sollte. Ich habe das Gefühl, dass ich mir nie sicher sein kann und es immer irgendwelche, mir nichtig scheinende Auslöser geben könnte, die zu einem solchen oder gar schwerwiegenderen Verhalten führen könnten.
    WAS TUN?
    gruß etzel

  2. #2
    etzel Guest

    Nachtrag!!!

    Meine Beagle-Hündin ist grundsätzlich extrem (!!!) ängstlich: sie hat Angst vor fremden Menschen (speziell Männer) aber nicht vor Kindern, hat Angst vor Gewitter, Autos, Geräusche, Autofahren...

    Gruß etzel

  3. #3
    Hovi2 Guest
    Hallo Etzel,
    ich denke, daß bei Eurer Süßen zwei Dinge zusammen kommen: einmal die enorme Ängstlichkeit, die sie unsicher macht. Und es hört sich für mich so an, als wenn Ihr ein kleines Dominanzproblem hättet.
    Was die Ängstlichkeit angeht - dazu gehört übrigens auch die Trennungsangst -, das bekommt Ihr nur über eine lange Zeit in den Griff. Viel liebe, Geduld und Konsequenz wird notwendig sein, um der Kleinen Selbstvertrauen und Vertrauen in Euch zu vermitteln. Die Hundeschule ist da schon ein guter Ansatz. Laßt sie gute Erfahrungen machen. Also andere Hunde, die ihr nichts tun. Kinder, die nett zu ihr sind usw. Aber laaaaaaangsam. Ebenso bei der Trennungsangst. Fangt nochmal ganz vor vorne mit der Trennung an. Du weißt schon, nur ganz kurz raus, dann wieder rein, Hund loben und Leckerchen usw.usw. Und sie braucht eine Beschäftigung, wenn sie allein bleibt, ein Spielzeug oder Kauknochen schon die Möbel..

    Was das Knurren und Schnappen angeht: Du schreibst selbst, daß Du kein Vertrauen mehr in sie hast. Das spürt der Hund, empfindet das möglicherweise auch als Angst. Ihr müßt ihr sehr konsequent ihren Platz im Rudel zuweisen und die Rangfolge deutlich machen.

    Ich weiß, das ist nicht einfach. Einerseits der Hündin Selbstvertrauen geben, andererseits sie ins Rudel einfügen ohne sie zu ängstigen.

    Ihr werdet viel Geduld brauchen, das geht nicht von heute auf morgen. Schade finde ich allerdings, daß ihr überlegt, sie wieder wegzugeben. Du schreibst, sie hatte schon zwei Vorbesitzer. Für den Hund wäre es furchtbar, jetzt schon wieder "verstoßen" zu werden und wieder in ein neues Rudel zu kommen. Das würde ihr das Leben noch schwerer machen.

    Also, bringt die Geduld auf, wirst sehen, Ihr kriegt das hin. Und Ihr werdet Euch doch auch vorher Gedanken dazu gemacht haben, daß ein Hund mit so einer Vorgeschichte fast nie unproblematisch ist. Also jetzt nicht aufgeben.

    Viel Erfolg
    Hovi2

  4. #4
    klasu Guest
    Hi Etzel,
    ich denke, Dein Hund hat das "Umarmen" als Dominanzgeste von Dir aufgefasst und sich dagegen gewehrt. Anscheinend versucht Dein Hund, sich immer noch über Dich in der Rudelreihenfolge zu stellen. Und solches Verhalten solltest Du sofort unterbinden., sonst wirst Du keine grosse Freude an Deinem Hund haben.
    Ich würde ihn bei einem solchen Verhalten sofort auf den Rücken werfen und den Schnauzengriff solange anwenden, bis Dein Hund keine Gegenwehr mehr ausübt, sondern Deine Dominanz anerkennt. Dabei redest Du bestimmend (nicht schreiend) auf ihn ein, indem Du mit Euren "Aus-worten" ganz deutlich machst, daß sein Verhalten nicht geduldet wird.
    Und das machst Du bei jeder Gelegenheit, bei der Dein Hund versucht, Dich anzuknurren oder nach Dir schnappt.
    Besprich diese Situation auch unbedingt mit Eurem Hundetrainer. Wenn es eine gute Hundeschule ist, wird man Dir und dem Hund sicher weiterhelfen und z.B. den Schnauzengriff zeigen falls Du ihn noch nicht kennst.
    Aber ganz wichtig ist konsequentes Verhalten von Deiner Seite, d.h. neben dem o.a. Schnauzengriff sollten von Dir alle Dominanzgesten gezeigt werden, d.h. der Hund geht als letzter zur Tür hinaus oder Treppe herunter, er bekommt niemals vor Dir sein Futter, er bestimmt nicht , wo langgelaufen wird usw.usw.
    Viele Grüsse
    klasu, heute mal alphamässig drauf ;-)

  5. #5
    etzel Guest
    Hallo Hovi ,

    ich muss noch anfügen, dass sie während sie alleine ist verschiedene Spielsachen und einen Kauknochen bereitliegen hat. Aber das nutzt nix...
    Ich weiß, dass sie meine Unsicherheit spüren muss, aber es ist verdammt schwer das zu unterdrücken bzw. zu überwinden. Bezüglich der Vorgeschichte muss ich auch sagen, dass wir sie vor dem Kauf beobachten konnten und sie auch in der Anfangszeit sehr (!!!) unproblematisch war. Ich will sie ja auch eigentlich nicht weggeben, hab' sie ja schon ins Herz geschlossen...aber....

    Gruß etzel

  6. #6
    etzel Guest
    Hallo klasu,

    erstmal danke für die schnelle Antwort (auch an Hovi). Ich bzw. wir reagiere/n immer unmittelbar nach solchen Knurr- oder Schnapp- "Angriffen". Aber es bringt nix...
    Wir berücksichtigen die Tipps wie z.B. zuerst durch die Tür, Treppe runter usw....
    Es ist ein Krampf...


    Gruß etzel

  7. #7
    Hovi2 Guest
    Hi Etzel,
    wie ich ja in meiner ersten Antwort schon gepostet habe, was das Alleinbleiben angeht, müßt Ihr üben, üben, üben - wie mit einem Welpen. Ich denke, Eure Hündin hat echte Verlassensängste, die sich in der Zerstörungswut niederschlagen. Das ist natürlich nur eine Ferndiagnose, nach dem, was Du geschrieben hast. Aber ich finde das bei ihrer Vorgeschichte auch nicht verwunderlich. Wie würdest Du Dich wohl fühlen, wenn Du in einem so kurzen Leben schon dreimal den Besitzer gewechselt hättest?
    Sie braucht Vertrauen , in Euch und in sich selbst.

    Was die Sache mit der Dominanz angeht: Grundsätzlich hat klasu Euch dazu ja schon was Ausführliches gepostet. Allerdings wäre ich mit einem so unsicheren Hund, wie Ihr ihn habt, nicht ganz so radikal. Trotzdem hat klasu schon recht. Ihr dürft Euch keinesfalls auf der Nase rumtanzen lassen, sonst lernt sie es nie. Insbesondere, weil Du jetzt schreibst, am Anfang war sie nicht so, denke ich, daß Ihr vielleicht auch was falsch gemacht habt in Bezug auf die Dominanz.

    Ich weiß, es ist eine Gradwanderung. Aber besprecht das Problem unbedingt in der Hundeschule, die sind für solche "Problemfälle" da. Laßt Euch beraten und Hilfestellungen geben. Und wenn die Hundeschule das nicht kann, taugt sie nicht viel und Ihr solltet Euch nach einer anderen umschauen.

    Man kann das in den Griff kriegen. Aber- ich weiß, ich wiederhole mich- nur mit sehr viel Geduld.
    Ich wünsche Euch und vor allem der Kleinen, daß Ihr die habt.
    Gruß
    Hovi2

  8. #8
    Ivonne Guest
    Hi etzel,

    viele wichtige Dinge haben meine Vorredner schon angesprochen.
    Ich denke auch, das ihr ein Dominanzproblem habt.
    Das sie am Anfang unproblematisch war, lag daran, das sie erstmal ausgelotet hat, wie das Rudel "aufgebaut" ist.
    Jetzt hat sie sich einen Überblick verschafft und weiß, das sie eben nicht an letzter Stelle steht, das sie nicht in Euch (oder Dich? Wer ist der Rudelführer?) als Rudelführer vertrauen kann. Daher kommen auch viele ängstliche Reaktionen draußen.
    Konsequent heißt nicht radikal sein. Konsequent bedeutet, dem Hund einen festen Platz im Rudel zuzuweisen, sich als Rudelführer zu behaupten und das in jeder Situation. Der Rudelführer weiß immer, was richtig und falsch ist, was zu tun ist usw.
    Der Rudelführer bestimmt, wann wo und in welcher Reihenfolge irgendwo durchgegangen wird, wer wann wo was zu sich nimmt, wer wann wo mit wem spielen darf, wann gekuschelt wird und wann es ins Körbchen geht.
    Kommt Dein Hund zu Dir und will schmusen, schickst Du ihn weg. Ignorier ihn, 5 Minuten meinetwegen, und ruf ihn dann wieder ran, damit DU in dem Moment bestimmst, das jetzt geschmust wird. Genauso verhälst Du Dich mit dem Spielen.

  9. #9
    Ivonne Guest
    versehentlich auf den falschen Knopf gekommen, also wo war ich ....

    Anknurren und Schnappen wird - wie schon hier erwähnt - ganz klar bestraft. Wobei ich persönlich den Hund nicht auf den Rücken werfen würde, sondern Schnauzengriff und runterdrücken, fixieren, sich selbst groß machen, tiefe bestimmt klingende Stimme "Aus" oder "Schluß" oder was auch immer Euer Wort ist. Und zwar so lang, bis der Hund still hält. Danach ignorieren.

    Das wird auf keinen Fall einfach werden und Du mußt Dich immer durchsetzen können. Du mußt auch sicher sein, das ein Kommando immer ausgeführt wird, sonst gebe es erst garnicht.
    Aber ich bin mir sicher, das sich viele Problem von allein lösen, wenn ihr diese Hürde geschafft habt und der Hund sich im Rudel sicher fühlen kann.

    Sie hat ja bis jetzt noch nie eine reelle Chance gehabt, sich "sauber" in ein Rudel zu integrieren. Wie soll sie es jetzt können?
    Das Thema Verlustangst würde ich persönlich auch erst dann angehen, wenn die Rangfolge geklärt ist, nur dann kann Dein Hund Dir vertrauen.

    Viele viele Ratschläge, von vielen vielen Leuten. Und auch ich meine, besprich Dich mit Hundetrainern, vielleicht kann sich das auch mal jemand bei Euch zu Hause ansehen und Dir reelle praktische Tips geben.

    Ich wünsch Dir viel Glück und halte uns auf dem Laufenden!
    Lieben Gruß
    Ivonne

  10. #10
    Cockerfreundin Guest

    Angry Knurren

    Hallo, Etzel!

    Knurren kann auch ein Ausdruck mangelnden Vertrauens sein. Hartes Abstrafen trägt dann sicherlich nicht dazu bei, die Vertrauensbasis zwischen Euch zu festigen. ICH würde in diesem Fall den Hund einfach runterlassen vom Schoss. Im übrigen würde ich weiter mit ihm arbeiten (Hundeschule usw) und ihr die Zeit geben, die sie braucht, sich bei Euch sicher zu fühlen. Setz Dich doch nach einiger Zeit mal auf den Boden und nimm sie dort auf den Schoss. Dann merkst Du am besten, wie sie reagiert und wie fest das Vertrauensband schon geworden ist.

    Viel Geduld wünscht Euch
    Annette

  11. #11
    klasu Guest
    Hi Etzel,
    Ängstlichkeit und Dominanz ist sicher keine einfache Mischung - ich habe selbst so ein "Mädel" zuhause und weiß, wovon ich rede.Aber gerade indem Du dem Hund die Grenzen setzt und Deine eigene Dominanz und Deinen Anspruch zum Rudelführer klar aufzeigst, gibst Du dem Hund auch wieder Sicherheit. Bei aller Ängstlichkeit darf ein Hund keinen Menschen anknurren.Ich versuche meiner Hündin in allen Situationen , in denen sie Unsicherheit>/Ängstlichkeit zeigt, durch meinen "Führungsstil" die Alltäglichkeit der Situation aufzuzeigen und "gutes" Verhalten durch Leckerchen zu verstärken. Aber es ist vorgekommen, daß sie beispielsweise Radfahrer angeknurrt hat, die ihr irgendwie nicht ganz koscher erschienen und dieses Verhalten wird von mir nicht akzeptiert.
    Unsere beiden Hunde stammen aus nicht ganz einfachen Verhältnissen und es ist sicher eine Menge Arbeit und z.T. nervenaufreibend, aber man erhält eine Menge zurück von den Pelzgesichtern.
    Ich hoffe , Du gibst nicht auf -bei konsequenter Arbeit mit dem Hund wirst Du sicher einen tollen Begleiter bekommen.
    Vielelicht versuchst Du es auch einmal mit Hundesport wie Agility oder Obedience o.ä. Durch Erfolgserlebnisse mit dem dazugehörigen Lob kannst Du Deinem Hund einiges an Selbstbewußtsein geben und dadurch bekommst Du wahrscheinlich auch ein besseres Verhältnis zum Hund, was sich positiv auf Eure Situation übertragen kann.
    Viele Grüsse
    klasu

  12. #12
    etzel Guest
    Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Tipps und Unterstützung. Ich denke, ich werde schon noch durchhalten und weiterhin Hundeschule besuchen, Geduld haben usw. !
    -> Annette: Das auf den Schoß nehmen, wenn ich auf dem Boden sitze habe ich schon praktiziert und läuft unproblematisch. Vielleicht sollte ich es dabei belassen...
    Also viiiiiiieeeelen Dank an euch alle. Ich werde euch hier informieren, wie's weiterging....

    Gruß etzel

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