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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schwarze Stippen in der Haut



Genesis
10.12.2013, 18:06
Hallo zusammen,

an dieser Stelle wollte ich einmal fragen, ob sich eventuell jemand mit folgender Problematik auskennt:

Seit nunmehr über 2 Jahre, beinahe sogar 3 Jahre, rennen wir mit unserem Charlie zu Tierärzten, weil er sich selbst beißt und kratzt. Das war anfänglich noch recht harmlos, hat sich aber mittlerweile sehr stark ausgeprägt. Jetzt haben wir noch einmal die Tierärztin gewechselt, und die junge Frau ist wirklich sehr bemüht. Sie ist die erste, man mag es kaum glauben, die erkannt hat, dass der Kater in der Haut kleine schwarze Einlassungen, ganz kleine Stippen hat, wobei sich diese vor allem an den Übergängen zur Schleimhaut abzeichnen (Ohr, Auge, Mund, Füße/Zehen, usw.). Anfänglich dachten wir es sei Autoaggression, aber unsere neue Tierärztin schließt das kategorisch aus.

Da wir in den letzten Jahren wirklich einiges ausprobiert haben, von Medikamenten (alles mögliche gegen Milben und Parasiten) bis hin zu Medikamenten zur Unterstützung der Haut (Allerderm), aber auch Blutbilder und dergleichen, sind ihre Möglichkeiten insgesamt recht begrenzt. Einzig eine große Biopsie mit Entnahme der Haut könnte Aufschluss geben, was aber nicht geht. Dazu müsste Charlie in Narkose, und das ist zu risikoreich, weil seine Nierenwerte zu schlecht sind. Das will die TÄ auch nicht wagen, da wir nichts gewonnen hätten, wenn er dadurch größeren Schaden davon trägt oder sogar stirbt.

Von der Symptomatik und vom Hautbild her geht die Tierärztin aber davon aus, dass es sich sehr wahrscheinlich um eine Autoimmun-Krankheit handelt. Insgesamt äußert sich das Krankheitsbild durch offenbar starken Juckreiz, was sich primär am Kopf (Augen, Ohren, usw.) und an den Füßen ausprägt. Meist fängt das als unscheinbare Rötung an (sieht man gut, weil der Kater weiß ist), und dann sieht es so aus, als würde das Gewebe einreißen, oder oberflächlich wie nekrotisch werden. Bis dahin kratzt der Kater auch nicht. Aber wenn es dann zur Wunde wird, dann juckt es ihn einfach.

Momentan sieht der Therapieansatz so aus, dass der Kater regelmäßig Cortison bekommt. Normalerweise als Spritze, da er sich aktuell aber das Ohr stark aufgekratzt hat, bekommt er neben Antibiotikern (Kesium) auch Pednisolon (5mg). Die Tierärztin sagt, dass wir damit wohl leben müssen, und sie sagt, dass es der Kater wohl auch gut kann. Trotzdem ist es manchmal erschreckend zu sehen, wie er sich selbst beißt und kratzt. Vom Cortison her müssen wir uns einfach noch etwas einstellen und einspielen, weil wir damit erst vor ca. 4 Wochen richtig angefangen haben.

Sonst geht es ihm wirklich extrem gut. Er zeiht sich nicht zurück, spielt, lebt und frisst wie ein Weltmeister.

So oder so - Eventuell hat ja mal jemand etwas Ähnliches erlebt, und hat noch Ideen. Dafür danke ich an dieser Stelle schon mal im Voraus!

Freigängerin
10.12.2013, 18:17
Wirklich Ahnung habe ich nicht. Mitr fallen aber 2 Dinge auf:

1. Nierenwerte sind schlecht. Stimmt etwas mit der Entgiftung seines Stoffwechsels nicht? Wurde das genauer überprüft?

2. Automimmunerkrankungen kann man von einem Tierheilpraktiker professionell homöopathisch behandeln lassen. Dafür muss aber vorab eine sehr präzise Diagnose aller Körperfunktionen vom TA gemacht werden, ein gesicherter Befund. Habt ihr dazu mal ein grosses Blutbild im Labor anfertigen lassen?

Genesis
10.12.2013, 18:30
Hallo Freigängerin,

erst einmal danke für die Hilfe!

Die Nierenwerte sind so schlecht, weil er Anfang des Jahren einen Blasenrückstau hatte, wo er uns fast bei gestorben wäre. Die Werte haben sich danach nie wieder richtig erholt. Auch etwas womit wir leben müssen, was aber wirklich gut klappt.

Blutbild wurde gemacht, sogar schon mehrfach. Dabei ist aber nichts raus gekommen, was die hier beschriebenen Probleme darstellen würde. Unsere TÄ hat sich die Ergebnisse und Unterlagen auch noch mal ganz genau angesehen. Sie ist übrigens selbst Heilpraktikerin, bzw. fährt sie eben zweigleisig, hat mehrere Jahre in einer Tierheilpraxis gearbeitet. Das wollen wir auch irgendwann, zumindest begleitend, angehen. Aktuell sind die Symptome aber zu akut. Gerade jetzt wo er sich das Ohr aufgekratzt hat. Davor hatte er sich über dem Auge gekratzt. Das muss erst einmal alles grundsätzlich verheilen, und da hilft das Cortison wirklich gut (aktuell). Die TÄ sagte heute, dass sie findet, dass der Kater vom Gesamtbild, mal vom Ohr abgesehen, schon deutlich besser aussieht, als noch vor knapp 3 Wochen.

Freigängerin
10.12.2013, 19:41
Cortison hilft auf jeden Fall eine ganze Weile. Das Problem ist nur, mit der Zeit entsteht eine Abhängigkeit und das Zeug reduziert die Immunabwehr. Ich mag Cortison als Akutmittel z.B. bei Schwellungen der Atemwege sehr, es ist unabdingbar bei Wespenstichen ins Maul und schwerer Bronchitis. Bei schlimmem allergischem Juckreiz ist es ebenfalls toll. Aber... Man sollte ermitteln, wodurch die allergische Reaktion ausgelöst wurde und diesen Stoff meiden. Wenn das nicht geht, ist eine antiallergische Behandlung mit Homöopathie, schulmedizinischer Desensibilisierung oder auf Bioresonanz sinnvoll. Je nach dem was man bevorzugt und was am nachhaltigsten hilft.

Um dir etwas Geschmack auf Homöopathie zu machen, such doch mal bei "Tante google" nach den sog. "Grossen Hautmitteln" der Homöopathie: Sulphur, Silicea und Graphites. Ebenso kannst du nach einem der dem bekanntesten Mittel für Allergien suchen, Pulsatilla. Es macht Spass sich damit zu befassen.

Auch im Akutfall kann man homöopathisch reagieren. Das ist eines meiner Liebliungsthemen. Ich höre jetzt besser sofort auf.

eis
10.12.2013, 22:19
Ich würde auch sofort zu einem THP raten. Gegen Juckreiz hilft z.B. Ledum. Aber da Homöopathie eine Ganzheitstherapie ist, sollte da wirklich ein Profi ran. Ich habe seit drei Jahren auch eine THP zusätzlich zu meinem TA, der auch z.T. homöopathisch behandelt. Aber er ist kein THP und nimmt nur wenige Mittel her.

Cortison auf Dauer - kommt auf die Dosierung an. Mir wurde in einer Uniklinik erklärt, dass die Dosis und die Verabreichung (Spritze oder Tablette) sehr für die Nebenwirkungen verantwortlich sind. Wobei es wohl bei Cortison gespritzt sehr viel öfter zu Diabetes bei Katzen kommt, als wenn Tabletten verabreicht werden. Cortison fährt halt das Immunsystem runter und die Katzen sind sehr viel anfälliger.

Habe selber eine Katze, die jetzt seit über zwei Jahren Cortison bekommen muß. Bei ihr war es Hop oder Top. Also Teufel mit Beelzebub austreiben. Sie ist schon älter und ich weiß nicht, ob manche Dinge auf das Cortison oder aufs Alter zurückzuführen sind. Wenn das Cortison nicht überlebensnotwendig ist, würde ich es so wenig wie nur möglich geben lassen.

Wie gesagt, schaut dich nach einer/m THP um, da gibt es gute Möglichkeiten für fast jede Krankheit. Und die Mittel wirken schnell.

Deinem Kleinen gute Besserung.

Babymaus
10.12.2013, 22:29
Wieso juckt er sich überhaupt? Wurde ein Allergietest gemacht? Was frisst er (getreidehaltiges Futter) ? Juckreiz kann zig Ursachen haben. Schwarze Stippen. Punktförmig? Tiere bekommen Einlagerung von Entzündungspigment in der Haut bei dauerndem anhaltendem Juckreiz. Der Haarfollikel entzündet sich, es wird gekratzt, es kommt Dreck rein von den Krallen, dadurch Bakterien, meist Staphylokokken, die Haut wird dunkel.

eis
10.12.2013, 22:46
Das sind aber alles Dinge, die ein TA diagnostizieren sollte. Blutbilder wurden wohl schon gemacht, eine Allergie hinterlässt dort Spuren. Wäre halt interessant zu wissen, was für ein Blutbild gemacht wurde und wie die Werte mit Referenzwerten aussehen.

Babymaus
11.12.2013, 10:54
Viele allerg. Tiere zeigen nur geringradige Erhöhung der Eosinophilen obwohl sie stark reagieren. Sagt so nicht viel aus.

Katzenzahn
11.12.2013, 22:04
Hat deine TÄ schon mal an eine Biopsie gedacht, also eine Hautstanze und anschließende Untersuchung z. B. bei einem Pathologen?

Genesis
12.12.2013, 08:35
Hallo zusammen,

ich möchte mich hier erst einmal für die zahlreichen Antworten bedanken.

Wegen des Cortisons haben wir natürlich auch bedenken, allerdings sagte unsere TÄ, dass Katzen da grundsätzlich sehr gut mit umgehen können. Keine Frage - Es ist gewiss nicht ideal, aber aktuell geht es eben auch nicht anders. Dazu muss man eventuell auch erwähnen, dass unsere neue TÄ Charlie deutlich älter einschätzt als wir bisher dachten. In meiner Signatur steht er ja als 6 drin, weil wir ihn vor drei Jahren übernommen haben, wo er uns als 3 verkauft wurde. Unsere TÄ schätzt ihn aber auf merklich älter als 10 Jahre ein. Unser alter Tierarzt hatte auch schon geäußert, dass er ihn älter einschätzt, aber bei Katzen wo man es nicht genau weiß, muss man sich eben an "Vermutungen" klammern.

Ich kann euch versichern, dass wir in beinahe drei Jahren wirklich einiges versucht und gemacht haben. Es ist nicht so, dass wir dem einfach tatenlos zugesehen haben. Ich bin mittlerweile beinahe jeden Monat mit dem Kater beim Tierarzt und wir haben uns mittlerweile auch viele Meinungen eingeholt. Bei so etwas sind Allergien, Parasiten, Milben, und all das natürlich immer sehr nahe liegend. Deswegen wurde da auch schon frühzeitig vieles versucht. Es wurden Blutbilder gemacht, mehrfach und verschiedene Analysen, wir haben das Futter komplett umgestellt, mittlerweile bekommt er ja sowieso Nierenfutter, wir haben sogar unsere Wohnung neu renoviert, alte Sachen weg geworfen, Waschmittel geändert, und, und, und... Glaubt mir, wir haben extrem viel durch.

Eine Biopsie steht aus, und den Grund habe ich ja oben schon erklärt. Er müsste dazu in Narkose und bei seinen Nierenwerten ist das einfach ein sehr hohes Risiko. Wir hätten nichts gewonnen, wenn die Biopsie zwar funktioniert, der Kater danach aber tot ist, weil er die Narkose nicht überstanden hat. Das ist es einfach nicht wert. Es steht außer frage, dass die gesamte Situation sehr unbefriedigend ist. Uns, als Menschen, belastet das wirklich sehr. Der Kater hat damit gar nicht so ein großes Problem. Dem geht es grundsätzlich sehr gut. Ist ein sehr aufgewecktes Kerlchen mit sehr großem Spieltrieb. Aber für uns ist das alles sehr unbefriedigend, weil wir natürlich auch wissen wollen, was los ist.

Ich werde das mit dem THP noch mal mit meiner Frau und unserer TÄ durchsprechen. Wie gesagt, unsere TÄ hat viele Jahre bei einem THP gearbeitet, und wenn sie da Chancen sieht, dann wird sie uns da auch weiter leiten. Da mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Dann werden auch wir das natürlich machen, zumal der THP direkt im Nachbarort sitzt. Wir müssen aber auch immer abwegen, was wir dem, vermeintlich alten Kater, noch zumuten wollen, und vor allem welche Wege wir vermeiden und umgehen können. Transporte sind für ihn die Hölle. Er hat danach immer gleich merklich Fieber und extremen Haarausfall. Daher kann ich eure Ratschläge wirklich nur begrüßen, aber wir müssen eben auch immer abwegen, was wir ihm zumuten und antun wollen, oder womit man eventuell sogar leben kann, weil es eben so ist wie es ist. Anders wäre es, wenn davon nun akut sein Leben bedroht wäre. Da müssen wir nicht drüber streiten. Aber so haben wir die Möglichkeit uns genau zu überlegen was wir als nächstes tun.

Zum Glück hat die neue TÄ ihre Praxis direkt im Nachbarhaus eröffnet. Das macht es für Charlie deutlich angenehmer.

Für eure Ratschläge will ich euch noch einmal danken. Und wenn ihr noch mehr Tipps oder auch nur Vorschläge habt, dann immer her damit. Glaubt mir aber auch, dass wir wirklich viel versuchen und auch schon viel versucht haben. Nicht zuletzt haben wir schon sehr viel Geld dafür ausgegeben, was einfach zeigen soll, dass es daran nicht scheitern soll. Aber es ist eben auch immer ein Abwägen zwischen verschiedenen Optionen und dem was man so einem kleinen Mann zumuten will, in Anbetracht dessen, was er mittlerweile schon durch hat.

In diesem Sinne, liebe Grüße,

Genesis

Carlo
12.12.2013, 11:20
also, um eine futtermittelunverträglichkeit auszuschließen, sehe ich da noch nicht den richtigen ansatz. blutwerte schön und gut, die sind aber nicht immer unbedingt aufschlußreich. klarheit brächte da nur eine diät, wobei mit einer völlig abseitigen proteinquelle (und sonst nichts, gar nichts, kein leckerlie, niente) angefangen wird, die im verdacht steht, wenig allergen zu sein und die das tier bisher nicht oder nur sehr wenig zu fressen bekam. pferd z.b.
entsprechende monofutter gibt es (z.b. von robocat sensitiv). besser wäre eine rohfütterung, da nicht auszuschließen ist, dass das tier auch auf zusatzstoffe und konservierungsmittel reagiert. da kommt es möglicherweise zu einer kurzfristigen unterversorgung, aber damit muss man leben.
ich kenne z.b. einen hund, der unverträglich auf rind, huhn und schwein reagiert (mit extrem starken juckreiz).
soweit ich sehe, ist charlie recht weiß, weiße tiere (mit wenig pigmenten) sind insgesamt empfindlicher, ihre haut (auch bei menschen) ist dünner und anders strukturiert. sie sind anfälliger für allergien.
auch haustauballergien sind bei tieren nicht allzu selten.
nebenher kommt es in diesem zusammenhang ja auch immer wieder zu weiteren gendefekten, häufig taubheit, aber auch anderes.
natürlich ist letztlich auch eine autoimmunerkrankung denkbar, das soll man nicht ausschließen.

Freigängerin
12.12.2013, 19:38
Ich werde das mit dem THP noch mal mit meiner Frau und unserer TÄ durchsprechen. Wie gesagt, unsere TÄ hat viele Jahre bei einem THP gearbeitet, und wenn sie da Chancen sieht, dann wird sie uns da auch weiter leiten. Da mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Dann werden auch wir das natürlich machen, zumal der THP direkt im Nachbarort sitzt. Wir müssen aber auch immer abwegen, was wir dem, vermeintlich alten Kater, noch zumuten wollen, und vor allem welche Wege wir vermeiden und umgehen können.

Wie reagiert euer Charlie denn auf Besuch? Gute THP zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass sie die zu behandelnden Tiere in deren gewohnter Umgebung besuchen, dort auch beobachten, mit ihnen interagieren sofern die Tieren das von selbst machen (nicht jede Katze schmust mit Besuchern), ausserdem beobachten THP die Interaktion der Tiere mit deren Menschen im Zuhause. Das gibt wertvolle Aufschlüsse für die Mittelwahl.

Ein auf dem Behandlungstisch in der Fremde sitzendes, vor Angst zitterndes und unter such lassendes Häufchen Elend ist nur was für die Röntgenuntersuchung und ein hervorragender Lieferant frischer Kot- und Urinproben für die Schulmedizin. Mein stolzer Freiherr Tiger (ein selbstbewusster Freigänger mit würdevoller Haltung) ist nach jedem TA-Besuch leer :( Für einen THP zeigt das Häufchen Elend natürlich zu wenig natürliches Verhalten, daher kommt der nach Hause :)


Transporte sind für ihn die Hölle. Er hat danach immer gleich merklich Fieber und extremen Haarausfall

Das sind auch wichtige Hinweise für die Mittelwahl! Dein Kater zeigt sehr viele wertvolle Hinweise, ich bin ganz sicher ein Profi findet das Richtige für ihn! :tu: Es gibt nämlich auch Katzen wie meine Streunertochter Niggels, bei der kann man fast nichts findet ausser ihrer wildkatzigen und geraden, schnörkellosen Art. Miss Unabhängig. Dein Charlie lässt aber tief blicken, das ist eine phantastische Voraussetzung für eine homöopthische Behandlung!

Bei Katzen wie Niggels müsste man ein paar Fellhaare ausrupfen und diese mittels Bioresonanztest auf das Konstitutionsmittel hin testen. das ist Apparatemedizin und liefert in den Händen echter Profis ein sicheres Resultat. Meine Kater sind so getestet und behandelt worden. Ich muss sagen das war äusserst heilsam :) Es gibt also mindestens 2 Wege zum richtigen Mittel.